Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Mel.E
Wohnort: 
L.
Über mich: 
Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 29.12.2016
Sehende Hände
Bi, Feiyu

Sehende Hände


ausgezeichnet

"Sehende Hände" ist ein Roman, der verdeutlicht, welch wichtiges Gut unser Augenlicht ist. Hier sind es die Hände, die Ohren und andere Sinne, die blinden Masseuren und Masseurinnen ein gutes Auskommen ermöglichen, trotzdem ist es mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Schwer fiel mir, die chinesischen Namen auseinander zu halten und mich auf die Protagonisten einzulassen, Es erschwerte mitunter den Lesefluss. Trotzdem ist "Sehende Hände" ein echter Hochkaräter auf den man sich als Leserin einlassen sollte. Die Story selbst ist erstklassig geschrieben und verdeutlicht zwar ein gewisses Maß einer Behinderung, die aber nicht überhand nimmt, da die Blindheit zwar vorhanden ist, die beschriebenen Menschen aber einen guten Weg finden, sie zu umgehen. Es ist ein Kampf ums Überleben auf eine wirklich wundervolle, liebenswerte Art und Weise beschrieben. Die beschriebenen Charaktere, die einige Zeit brauchen, um auseinander gehalten zu werden, werden irgendwann zusammengefügt und ergeben eine Einheit, die nicht von Anfang an zu erkennen ist. Wichtig ist, sich darauf einzulassen, denn es kommt der Punkt, an dem der Leser begreift, was Bi Feiyu aussagen will. Die Recherchen des Autoren kommen zum Tragen und geben dem Roman einen authentischen Rahmen.
Es geht um Freundschaft und auch um Liebe, was erschwerend ist, wenn eine Partnerschaft aus Blinden besteht, die sich auch gegenüber ihren Familien behaupten müssen. Diese Felsbrocken der Ablehnung bestehen lediglich aus Angst, was verständlich und authentisch wirkt. Als blinder Mensch geboren oder durch Krankheit dazu verdammt, erschweren das Leben, was oft deutlich wird. Herausragend ist die innere Stärke, die sich auf andere Sinne und Begabungen stützt, die ein Mensch nutzen kann, um trotzdem seinen Lebensweg zu meistern. Trotzdem sind Sorgen nicht ausgeschlossen, sei es aus der Familie heraus oder aus der betreffenden Person kommend. Innere Kämpfe sind deutlich hervorgehoben und wirken absolut glaubwürdig.

Fazit:
"Sehende Hände" fokussiert sich auf Probleme, die aufgrund einer Sehbehinderung absolut authentisch auf seine Leser einwirkt. Dies geschieht liebevoll und warmherzig, regt aber dennoch zum Nachdenken an. Schwer fiel lediglich, die chinesischen Namen auseinander zu halten, die erst spät für mich als Leserin ein Gesicht und eine Zuordnung der Begebenheiten bekamen. Ein hochkarätiges Buch, welches Probleme nicht ausschmückt, sondern als gegeben beschreibt und sie nachdrücklich auf seine Leser einwirken lässt.

4,5 Sterne - ★★★★

Bewertung vom 22.12.2016
Auf der Suche nach Morgen / Ostwind Bd.4 (5 Audio-CDs)
Schmidbauer, Lea

Auf der Suche nach Morgen / Ostwind Bd.4 (5 Audio-CDs)


ausgezeichnet

Wir lieben Ostwind, was sich tatsächlich nicht verleugnen lässt, daher freuten wir uns riesig auf den 4. Teil der Hörspielreihe. Auch dieses Mal ist es Anja Stadlober gelungen uns auf ein Abenteuer der ganz Besonderen Art mitzunehmen. Wieder einmal voller Action und Pferdeliebe und absolut dazu geeignet es sich gemeinsam mit Kind / Kindern anzuhören. Über 5 Stunden sind natürlich recht lang, um das komplette Hörspiel auf einmal zu hören In einigen Etappen und einigen kleinen Pausen eingeteilt kann dies gut gelingen und forderte natürlich auch dazu heraus, sich als Mutter Zeit zu nehmen.
"Ostwind - Auf der Suche nach Morgen" ist ab 8 Jahren empfohlen und ich kann diesem nur zustimmen. Es ist Kindern angemessen und ließ uns letztendlich begeistert zurück. Fies ist, dass es mit einem Cliffhanger endet und wir zweimal die letzten Minuten hören mussten, um festzustellen, ob wir uns nicht vielleicht verhört haben. Nun harren wir einem Erscheinungstermin für eine Fortsetzung entgegen, die hoffentlich nicht all zu sehr auf sich warten lässt. In meinen Ohren klang das Hörspiel keineswegs als wäre es nur "typisch Mädchen", denn das Abenteuer, welches Mika wieder einmal erlebt, wird auch Jungs begeistern können, obwohl ich fast ein wenig bezweifele, dass sich Jungs darauf einlassen können, aber wer weiß? Vielleicht ist es einfach nicht cool genug? Doch Jungs, es ist cool, denn es geht um eine Entführung und ganz viel Action. Lasst euch einfach darauf ein, dann werdet ihr es schon heraushören können. Mika ist wirklich der Oberhammer und die Verbindung zu ihrem Pferd einfach nur fantastisch. Das Cover blendet nur. Die Story dahinter ist wirklich hörenswert und James Bond würdig ☺Es ist wieder einmal absolut dick aufgetragen, aber letztendlich das, worauf wir hofften. Ich bin wirklich gespannt, ob eine Verfilmung folgen wird, denn es ist so vollgepackt mit Action und einer rasanten Verfolgungsjagd, das der Dreh Jahre dauern wird.
Ich kann mich nun entspannt zurücklehnen und von fernen Inseln träumen und den Geruch von Pferdemist in der Nase behalten. Bildlich und absolut genial auch dieses Mal, sodass ich komplett abschalten konnte.
Fanny konnte wieder glänzen und es wird natürlich schnell deutlich, dass alle Protagonisten älter geworden sind und eine Entwicklung durchgemacht haben. Gelungen ist, dass sich hier keine schnöden Liebesbeziehungen einschleichen, denn dies würde mich irgendwann nerven und ist auch nicht auf 8 Jährige Kinder ausgerichtet. Hoffentlich wird dies auch im nächsten Band beachtet, denn meine Begeisterung würde es rapide schmälern.

Rasant, Abenteuerlich und eine Story die es in sich hat. Irgendwann wird auch "Die Suche nach Morgen" eine Bedeutung finden, aber das solltet ihr lieber selbst herausfinden.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.12.2016
Belgravia  (Restauflage)
Fellowes, Julian

Belgravia (Restauflage)


ausgezeichnet

"Belgravia" ist ein wirkliches Meisterwerk der Intrigen. Mir hat es sehr gefallen, da es zeitlich angemessen und passend erschien. Es gibt Dinge, die lassen uns das Gesicht verlieren und schädigen unserem guten Ruf. Im Heute erscheint würden diese dunklen Geheimnisse der betroffenen Familien im Buch ziemlich lächerlich erscheinen. Niemand würde mehr verurteil oder müsste um seine Stellung in der Gesellschaft kämpfen, daher lieber alles unter den Teppich des Schweigens kehren und Stillschweigen bewahren. "Belgravia" ist absolut authentisch und bereitete mir einige Stunden wahre Lesefreude. Der Schreibstil ist äußerst gelungen und der damaligen Zeit komplett angemessen. Der Reichtum mancher Familien steht im Weg, um offen und ehrlich zu agieren, was bei mir einerseits auf Unverständnis stieß, auf der anderen Seite, aber verständlich ist. Schön ist der Aufbau der Ereignisse, welches sich nach und nach offenbart und nicht geballt auf den Leser / die Leserin einwirken konnte. Was vor 25 Jahren geschah wird sich langsam aufbauen und Einblicke in das damalige Leben schenken. Frauen sind fast schon Ware, die verheiratet werden, ohne auf Emotionen zu achten, sondern nur auf Geld fixiert und das Erobern einer besseren Stellung in der Gesellschaft, die auch die Familie mit einschließt. Manchmal lässt mich dies nur mit dem Kopf schütteln. Die detailreichen historischen Beschreibungen haben eine äußerst einnehmende Art und wirken völlig unverblümt und ungeschönt. Als Leserin wünschte ich mir ein Happy End für alle Beteiligten, welches Rang und Namen aufhebt und nur noch den Menschen in den Vordergrund stellt. Wie zwei völlig unterschiedliche Familien wie die Familie Trenchard und Bellasis zusammenfinden können, bleibt lange unklar und die Angst, Rufmord zu begehen bleibt lange Zeit bestehen. Emotional bewegt sich "Belgravia" auf sehr hohen Niveau, da aus Hass selbst Mord werden könnte und aus tiefen Gefühlen wie Liebe ein Aufbegehren gegen dem, was ursprünglich geplant ist. Letztendlich wird das Ende des Romans mich völlig zufriedenstellen und echte Begeisterung in mir auslösen.

Fazit:
Historisch sehr detailliert aufgebaut und sehr authentisch wiedergegeben. Rang und Stellung innerhalb der Gesellschaft stehen der Familie Bellasis und Trenchard im Weg, um mit offenen Karten zu spielen. Der Mantel der Verschwiegenheit lässt Gerüchte entstehen, die selbst das Personal der Häuser zu Intrigen und Bespitzelung der Hausherren herausfordert. Letztendlich kommt die Wahrheit doch ans Licht, aber ganz anders als erwartet, was mich letztendlich überzeugt hat. Gerne eine Leseempfehlung an einen Roman, der tatsächlich an Downtown Abby erinnert.

Bewertung vom 17.12.2016
Der kleine Lord
Burnett, Frances Hodgson

Der kleine Lord


ausgezeichnet

Ich liebe den kleinen Lord und habe mehrfach den Film gesehen oder das Buch gelesen. Als ich auf der Verlagsseite von Random House das Hörbuch erspähte, freute ich mich sehr, da es einfach optimal in die Vorweihnachtszeit passt. Auch wenn man die Story kennt, ist es immer wieder ein Highlight. Charles Brauer hat die Story wunderbar wiedergeben können und versüßte uns unsere täglichen Autofahrten. "Der kleine Lord" gehört für mich definitiv zu Weihnachten, da die Story von Veränderungen berichtet und einen alten griesgrämigen Mann in einen Mann verwandelt, der fähig wird Liebe zu empfinden. Cedric ist völlig unvoreingenommen und tritt seinem Großvater ohne Scheu entgegen. Mich hat dies schon immer imponiert, aber es ist die Gabe eines Kindes, welches noch nie etwas Böses erlebt hat oder dieses in einem Menschen entdeckt hat. Diesen Zauber kann nur ein Kind aussenden und vielleicht ist es das, was mich immer wieder neu bewegt? Hätte Cedrics Mutter böse Worte über seinen Großvater von sich gegeben, wäre Cedrics Reaktionen einen andere. So kann er in ihm den Gönner sehen, der der Apfelfrau, Dick, Michael und Bridget ein klein wenig Unterstützung in ihrem Leid bieten konnte. Vielleicht ist Cedric auch nur ein ganz besonderes Kind mit einem großen Herzen, dem das Leid anderer nicht egal ist? Als Amerikaner geboren ist er gezwungen nach England zu ziehen, um seine neue Stellung als Graf von Dorincourt einzunehmen. Es stellt sich schnell heraus, dass er ein besserer Aristokrat werden wird als es sein Großvater sein Leben lang war, denn er sieht die Not derjenigen, deren Stellung eher ärmlich ist und von Leid betroffen. Es imponiert dem Grafen und er überdenkt sein Leben neu. Er erkennt seine Fehler und es wird deutlich, dass man auch spät im Leben neu beginnen kann. Hier ist der Auslöser ein Kind, welches rein und unschuldig erscheint.

Für uns ist dieses Hörbuch wirklich ein wunderbarer Begleiter durch die Weihnachtszeit, welchem wir gerne eine Hörempfehlung verpassen wollen. Auch wenn die Story für mich nicht unbekannt war, hat es mir auf vielfache Weise Freude bereiten können. Ich fühlte mich sehr wohl in der Erzählung und konnte mich komplett darauf einlassen. Manchen mag die Story vielleicht zu kitschig und schmalzig erscheinen, aber für uns kam es im passenden Moment, um der Vorweihnachtszeit einen gewissen Glanz und Zauber zu verleihen.

★★★★★

Bewertung vom 15.12.2016
Das dunkle Herz des Waldes
Novik, Naomi

Das dunkle Herz des Waldes


sehr gut

Angezogen vom wundervollen Cover und dem sehr ansprechenden Klappentextes freute ich mich sehr darauf "Das dunkle Herz des Waldes" zu lesen. Die Story beginnt schon sehr düster und dies zieht sich komplett durch den ganzen Roman. Die Leseempfehlung für junge Leser ab 13 Jahren empfinde ich als ein klein wenig zu tief angesetzt, da auch eine gewisse Brutalität zu erspüren ist. Der Kampf gegen den Wald ist mitunter sehr grausam und sehr detailliert beschrieben.
Der "Drache" ist derjenige, der die dunklen Mächte im Wald unter Kontrolle hat uns als er Agnieszka zu sich holt, weiht er sie in seine Künste ein. Durch Bücher lehrt sie sich selbst dazu und kann damit auch in ihrem Dorf einiges wandeln. Am Anfang hat mich der "Drache" sehr verwirrt, denn ich vermutete keine menschliche Person in ihm. Agnieszka ist dadurch interessant, da sie ein Mädchen ist, welches jede Menge Ecken und Kanten hat und eine gewisse Tollpatschigkeit zu spüren ist. Sie bringt sich in Situationen, die anstrengend sind und manchmal auch sehr aufgesetzt wirken. Trotzdem kann sie am Ende punkten, da sie eine Weiterentwicklung durchmacht, die überzeugen konnte. Auch alle anderen Personen die im Laufe der Story Raum einnehmen sind gut durchdacht und geben einen guten Einblick in ihren Alltag, der oft durch Schrecken und Angst durchzogen wird. Kein Kind im Dorf führt eine normale Kindheit, denn der Wald ist nah und könnte jederzeit eines von ihnen holen. Der "Drache" allerdings ist derjenige, den ich leider als sehr blass empfand, da hätte noch ein klein wenig mehr ausgeführt werden können, was ihn ausmacht und sein Handeln und Denken verdeutlicht. So erscheint er als Nebenfigur, dabei hätte er gut und gerne mehr raum einnehmen können. Er hat reichlich Macht, die er auch sehr vorteilhaft für sich einzusetzen vermag, dennoch verspürte ich eine gewisse Abscheu und ein Mangel an Respekt.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und machte definitiv neugierig auf weitere Bücher der Autorin. Was mich ein klein wenig störte ist die Altersempfehlung, denn das Düstere und Mächtige ist sehr beängstigend. Die Schönheit eines Buches bleibt ein klein wenig auf der Strecke und wird durch Spannung und Magie ersetzt. Ich bin sicher, dass dies leicht überfordern konnte. Für mich als Erwachsene war es auch mitunter hart die Brutalität zu lesen und zu verarbeiten. Wer also hier nur ein Märchen erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, obwohl Handlung und Spannung natürlich wirklich herausragend sind. Die fantastischen Elemente und die Magie sind absolut genial und lassen mich begeistert zurück.
Die erschaffene Welt ist sehr gelungen und die Geheimnisse die der Wald bietet fordern heraus sich selbst hier und da Gedanken zu machen. Was heißt eigentlich "Das dunkle Herz des Waldes"? Was steckt dahinter und wie können die Menschen im Dorf dauerhaft geschützt werden? Gibt es einen Ausweg oder bleibt alles wie es ist?

Fazit
Spannungsgeladen, brutal und magisch. Ein Fantasyroman, dem leider ein klein wenig Schönheit fehlt, da Angst und Schrecken vorherrscht. Das Ende kann letztendlich versöhnen, dennoch kam es mir fast schon zu spät, um wirklich zu glänzen. Im Gesamtergebnis eine sehr gelungene Story, wobei ich aber erneut darauf hinweisen muss, dass die Altersempfehlung meiner Meinung nach zu tief angesetzt wurde.


★★★★ 3,5 Sterne

Bewertung vom 09.12.2016
Stiefkind
Tremayne, S. K.

Stiefkind


sehr gut

"Stiefkind" ist als Thriller nicht sofort zu identifizieren, denn die Spannung baut erst langsam auf. Wir erfahren zu Beginn erst die Hintergründe, die zu einer Hochzeit von Rachel und David führten. Davis ist mir sofort suspekt, denn ihm umgibt ein leichtes Machtgehabe, was mir unangenehm ist. Rachel ist diejenige, die ausbrechen will und ihr altes Leben hinter sich lassen. Sie ist diejenige, die letztendlich alle Fäden in den Händen hält. Ich war oft überrascht vom Wandel der Emotionen der Protagonisten und empfand es als realistisch und tatsächlich auch authentisch. Das Ende hat mir leider nur bedingt gefallen , da es sehr aufgesetzt wirkte. Trotzdem konnte ich einen gewissen Horror verspüren. Wie würde ich reagieren, wenn mir jemand sagt: "An Weihnachten wirst du sterben?"

Der Plot ist sehr gelungen, auch wenn ich es nicht immer nachvollziehen konnte und mir Jamies Voraussagungen als sehr gruselig erschienen. Natürlich ist mir bewusst, dass Kinder anders trauern, aber wenn sie dabei ein zweites Gesicht entwickeln, dann geschieht dies für mich als Leserin gepaart mit leichtem Schauer. Rachel ist sehr bemüht, Jamie eine gute Mutter zu sein, obwohl sie seine dadurch natürlich nicht ersetzen kann. Manchmal wirkt Rachel auf mich sehr psychotisch, was letztendlich auch eine Erklärung erfordert. In meinen Augen war der Autor oftmals zu sehr bemüht der Story einen Rahmen zu geben. Rachels Gedanken und Wirken innerhalb der neuen Familie zu nutzen war interessant. Oft aber zu dick aufgetragen. Ich war zwischendurch einfach nur noch verwirrt und wusste nicht, wem ich glauben soll.
David holt weit aus und wird direkt zum Unsympath. Er ist der, dem ich alles zutrauen würde. Ist er derjenige, der Rachel aus dem Weg räumen will? Hat er schon seine erste Frau auf dem Gewissen?

Im Gesamtpaket ist "Stiefkind" ein sehr gelungener Psychothriller, der trotz seiner Schwächen sehr unterhaltsam war. Ich konnte mich tatsächlich überraschen lassen, denn das Ende war wirklich überraschend und konnte von mir nicht vorhergesehen werden.Ein dicker fetter Pluspunkt!

Fazit:
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für "Stiefkind", da der Thriller wie erhofft einige gute Momente hatte, die mir eisige Schauer über den Rücken haben laufen lassen. Manches Drama innerhalb der Neufamilie wirkte allerdings sehr aufgesetzt. Es passte zwar zum Plot, überzeugte aber nicht zu 100%. Trotzdem lohnt es sich, "Stiefkind" zu lesen, da einige Überraschungen aus emotionaler Sicht einiges wieder wettmachen konnten.

Bewertung vom 07.12.2016
Peter Pan
Barrie, J. M.

Peter Pan


ausgezeichnet

Wer bisher nur die Disney Version des Klassikers kennt, wird schnell merken, dass die gewohnte Story ganz, ganz anders ist. Meine Tochter und ich waren sehr überrascht, denn Peter Pan ist ein Junge, der nie erwachsen werden will, aber dennoch Wärme und Liebe einer Mutter benötigt. Die Hintergründe der "verlorenen" Jungen empfand ich als sehr, sehr traurig und ich kann ein klein wenig verstehen, weshalb Peter sich nicht weiterentwickeln möchte. Dadurch, dass er noch alle Milchzähne hat, wirkt er sehr kindlich, wobei Wendy tatsächlich sehr reift wirkt, obwohl sie selbst kaum älter sein kann als Peter Pan. Nimmerland, der fiktive Ort an dem Peter lebt, ist ein Ort, wo alles möglich ist und die beste Abenteuer auf einen warten, dennoch entwickelt sich für die Darling - Kinder, die Peters Ruf gefolgt sind Heimweh, denn Wendy kann ihre Eltern nicht vergessen und steckt damit ihre Brüder an.
Mich hat das Hörbuch als ich es auf der Verlagsseite des cbj audio Verlages entdeckte sehr angesprochen, da ich Peter Pan in seiner ursprünglichen Form nicht kannte und ich freue mich sehr, dass ich es hören durfte. Natürlich spielte dabei auch eine große Rolle, dass das Hörbuch von Rufus Beck gelesen wurde. Mir gefällt, das Rufus Beck seinen Figuren echtes Leben einhauchen kann und sie daher während des Zuhörens ein Gesicht bekommen und sehr authentisch wirken. Ein zusätzlicher Pluspunkt also, den ich nicht verschweigen sollte. Peter Pan ist definitiv ein Klassiker und ich konnte die Metapher die sich hinter der Story verbirgt sehr schnell erkennen. Es geht um ewige Jugend und dem Wunsch nie erwachsen zu werden, obwohl eben auch deutlich wird, dass auch dieses seinen ganz besonderen Reiz hat. Schön fand ich, dass die Story nicht wirklich endet, sondern immer weiter geht, obwohl Wendy nun erwachsen ist. Peter Pan wird in ihrem Leben immer präsent sein, auch wenn sie sich nicht in Nimmerland befindet. Der Wunsch nach Geborgenheit wird immer und immer wieder deutlich. Es hält Peter aber dennoch nicht davon ab, nach Nimmerland zurückzukehren und dort mit Indianern, Elfen, Piraten oder auch Meerjungfrauen zu leben. Abenteuer ersetzen scheinbar dann doch den tiefen Wunsch nach jemanden der sich um ihn kümmert und umsorgt.

Fazit:
Ein geniales Abenteuer, welches absolut empfehlenswert ist. Die Brutalität zwischen den Zeilen hat mich mitunter überrascht, aber dennoch konnte mich Peter Pan komplett überzeugen. Rufus Beck hat uns mit echter Lebendigkeit wieder einmal überrascht und daher war die Lesung ein gelungenes Erlebnis. Hörempfehlung!

Bewertung vom 27.11.2016
Leichenspiele / Max Broll Krimi Bd.3
Aichner, Bernhard

Leichenspiele / Max Broll Krimi Bd.3


sehr gut

Durch die Thrillerreihe "Totenfrau" und "Totenhaus" (Abschluss der Reihe "Totenrausch" erscheint im Januar 2017) war mir der Autor Bernhard Aichner schon bekannt und ich wusste eigentlich schon zuvor, worauf ich mich einlassen werde. Auch "Leichenspiele" begeisterte durch einen außergewöhnlichen Schreibstil. "Leichenspiele" ist der dritteKrimi einer Buchreihe, die ich als recht gelungen empfunden habe. Alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden, da sie nicht aufeinander aufbauen.

Max Broll, ein Totengräber und sein bester Freund, ein ehemaliger Fußballstar sind die Helden dieses Krimis und wenn ich ehrlich bin, brillieren sie durch reichlich Alkoholkonsum, wobei sie dabei die besten Ideen zu entwickeln scheinen. Es ist leicht gewöhnungsbedürftig, gibt der Stimmung aber einen gewissen Charme. In "Leichenspiele" fehlt mir allerdings etwas die Ernsthaftigkeit, bzw. die Wertschätzung im Umgang mit Toten. Das unmoralische Angebot, welches Max und Baroni erhalten ist verwerflich und dies führt zu einigen größeren und kleineren Katastrophen. Selbst Tilda ist sprachlos und wird im weiteren Verlauf der Story nicht hinter ihrem Sohn stehen können. Was herausragend ist, ist die hanebüchene Story die Max zu erzählen weiß, was die Leichen betrifft. Es klingt so an den Haaren herbeigezogen, dass es einfach unglaubwürdig erscheint. Letztendlich behält Max Recht und kann wieder einmal beweisen, dass er doch den richtigen Riecher hatte. Hier wird ein sehr wichtiges Thema eingeflechtet, welches aber dennoch eine leichte Oberflächlichkeit aufweist. So ganz überzeugt bin ich dieses Mal nicht, obwohl es natürlich wieder einmal amüsant und auch leichte Spannung spürbar war. Mir war es doch zu makaber und leicht überladen.

Auch mit "Leichenspiele" beweist Bernhard Aichner, das er seine großartige Gabe des Schreibens nutzen konnte, auch wenn natürlich Ernsthaftigkeit fehlt, die durch beschriebene Situationskomik durch seine beiden Protagonisten einiges wieder wett machen konnte, was ich vermisst hätte. Letztendlich ist die Story rund und hat mich mehrere Stunden beschäftigen können. Gerne eine etwas eingeschränkte Leseempfehlung für einen wirklich außergewöhnlichen Krimi in dem der Alkohol in Strömen fließt und Protagonisten in ihrem Rausch zu echter Kreativität in der Verbrechensbekämpfung versetzt.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.11.2016
Für immer tot / Max Broll Krimi Bd.2
Aichner, Bernhard

Für immer tot / Max Broll Krimi Bd.2


sehr gut

Durch die Thrillerreihe "Totenfrau" und "Totenhaus" (Abschluss der Reihe "Totenrausch" erscheint im Januar 2017) war mir der Autor Bernhard Aichner schon bekannt und ich wusste eigentlich schon zuvor, worauf ich mich einlassen werde. Auch "Für immer tot" begeisterte durch einen außergewöhnlichen Schreibstil. "Für immer tot" ist der zweite Krimi einer Buchreihe, die ich als recht gelungen empfunden habe.

Max Broll, ein Totengräber und sein bester Freund, ein ehemaliger Fußballstar sind die Helden dieses Krimis und wenn ich ehrlich bin, brillieren sie durch reichlich Alkoholkonsum, wobei sie dabei die besten Ideen zu entwickeln scheinen. Es ist leicht gewöhnungsbedürftig, gibt der Stimmung aber einen gewissen Charme. Max, der sich mit Toten umgibt, ist längst nicht so abgestumpft, wie es auf den ersten Blick erscheint. In diesem Krimi bekämpft Max einen sehr starken Gegner. der ihm immer einige Schritte voraus zu sein scheint. Es ist ein Wettlauf mit dem Tod, denn Tilda wurde lebendig begraben und erhofft sich nun die Hilfe ihres Sohnes. Trotz großem Wirbel in den Medien und großen Suchaktionen drängt die Zeit, denn Tilda wird irgendwann nicht mehr atmen. Max ist verzweifelt und greift nach sehr ungewöhnlichen Mitteln. Man mag mitunter die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, denn es ist wirklich nicht ernst zu nehmen. Natürlich ist Max irgendwie ein kreativer Kopf, aber dennoch sind seine Methoden doch recht ungewöhnlich. "Für immer tot" ist auf der einen Seite sehr spannend, auf der anderen Seite aber fast schon Comedy. So ganz ernst nehmen kann man die Story leider nicht. Die Dialoge werten auf, sind aber diesmal etwas flacher als im ersten Band, obwohl hier ein klein wenig mehr Action im Spiel ist, weil Max selbst involviert ist und seine Stiefmutter retten will. Scheinbar sind ihm die Methoden der Polizei zu langsam und langwierig. Er setzt sein Leben aufs Spiel und wäre im Zweifelsfall "Für immer tot".

Auch mit "Für immer tot" beweist Bernhard Aichner, das er seine großartige Gabe des Schreibens nutzen konnte, auch wenn natürlich Ernsthaftigkeit fehlt, die durch beschriebene Situationskomik durch seine beiden Protagonisten einiges wieder wett machen konnte, was ich vermisst hätte. Letztendlich ist die Story rund und hat mich mehrere Stunden beschäftigen können. Gerne eine Leseempfehlung für einen wirklich außergewöhnlichen Krimi in dem der Alkohol in Strömen fließt und Protagonisten in ihrem Rausch zu echter Kreativität in der Verbrechensbekämpfung versetzt.