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Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Everett
Wohnort: 
Barsinghausen

Bewertungen

Insgesamt 691 Bewertungen
Bewertung vom 12.01.2014
Ein Doc für alle Felle
Dr. Wolf

Ein Doc für alle Felle


ausgezeichnet

Seit über vierzig Jahren ist Dr. Wolf Tierarzt, wo er doch eigentlich Humanmediziner werden wollte. Wir kennen ihn mittlerweile aus der Fernsendung hundkatzemaus. Dr. Wolf hat auch eine Woh-nung in Namibia und engagiert sich dort für Tiere, besonders für die afrikanischen Wildhunde, die vom Aussterben bedroht sind. Auf einem Flug nach Namibia erinnert sich Dr. Wolf an sein Leben und erzählt davon. Angefangen von seiner Kindheit, die schon von einem tierlieben Vater geprägt ist, von seiner Studienzeit und dem Aufbau einer Praxis mit eigener Pferdeklinik. Dann kommt die Trennung von seiner Frau, die einen schon mit trifft, die aber kurz abgehandelt wird, ohne Gefühlsduselei. Dann zieht es Dr. Wolf ins Ausland, durch Kongresse, als Tierarzt und dann auch als Fernsehtierarzt. Er erzählt viele tierische Geschichten, von geglückten Heilungen und von nicht so schönen Seiten eines Tierarztes.
Das alles ist ganz normal geschildert, nicht in ausgefeilten Texten, und das gefällt mir gut so. Dadurch hat man das Gefühl, dass der Doc wirklich bei einem ist und seine Geschichten erzählt. Die Episoden habe genau die richtige Länge, die Erklärungen ebenfalls, eine richtig gute Mischung. Enorm, was er alles durch die Tiere erlebt hat. Dass ein Flug nach Namibia als grober Rahmen dient finde ich eine gute Idee. Gerne würde ich noch mehr tierische Geschichten hören bzw. lesen.

Bewertung vom 30.12.2013
Darum nerven Chinesen
Barai, Heike

Darum nerven Chinesen


ausgezeichnet

Die Autorin war schon oft und ausgiebig in China und kann so einiges über die Lebensgewohnheiten der Chinesen erzählen. Und das tut sie auf eine ganz tolle Art, die einen oft sehr schmunzeln lässt und manchmal auch den Kopf schütteln lässt. Immerhin ist die chinesische Kultur schon sehr unterschiedlich zu unserer europäischen.
Von einigen Gegebenheiten hat man vielleicht schon gehört, vieles ist neu und sollte vom Chinareisenden unbedingt beachtet werden. Allein die Toilettenregeln sind sehr wichtig. Wobei so einiges bestimmt nur was für Hartgesottene ist, von unserem Standpunkt aus. Gedrängel, ein anderes Verhältnis zu Tieren, das Kakerlakenvorkommen und das Dasein als Ausländer an sich. Besonders erwähnenswert ist auch die Bedeutung der Zahlen und der entspannte Umgang mit der Religion.
Dieses Buch ist total lesenswert. Wissenswertes, das wirklich gut beschrieben rüber kommt, den Leser staunen lässt, vielleicht auch mal lachen lässt, oder auch mal der Gedanke aufkommt, dass man in dieses Land nicht reisen möchte, oder erst recht!
Heike Barai hat einen ganz tollen Schreibstil, der mir richtig gut gefallen hat. Eine Liebeserklärung süß-sauer, wie die Autorin schreibt, und das passt vollkommen.

Bewertung vom 26.12.2013
Ellin
Millman, Christine

Ellin


sehr gut

Die junge Ellin wächst in den Diensten von Lord Wolfhard in der finsteren Felsenburg auf. Als er sie dann nicht nur züchtig, sondern sich an ihr vergehen will, flieht sie. In den Wäldern wird sie von einer Gruppe Umherziehender gerettet. Kylian und seine Gefährten sind mehr als einfache Umherziehende, und sie haben einen Auftrag zu erledigen. So gelangen sie in gefährliche Situationen, und treffen auf Herrscher denen nicht unbedingt zu trauen ist.
Kylian und Ellin empfinden nach einiger Zeit mehr füreinander. Doch irgendwie stehen ihnen entweder die Umstände im Weg, oder sie sich selber. Zudem ist Lord Wolfhard sehr erpicht darauf, Ellin wieder in seine Gewalt zu bekommen. Was ist der Grund?
Eine Geschichte, die ein wenig anmutet, wie aus dem Mittelalter, aber mit Magie, Dämonen, anderen Lebensformen und ganz anderen Landschaften daher kommt.
Die Geschichte um Ellin und Kylian ist sehr gut beschrieben. Gut sind die verschiedenen Charaktere dargestellt und die verschiedenen Umgebungen fast schon bildhaft dargestellt. An manchen Stellen mögen noch mehr Erklärungen angebracht gewesen sein, mir haben sie nicht gefehlt. Dafür gab es vielleicht an anderen Stellen einige Längen. Das ist persönliche Empfindungssache. Mir hat dieses Buch rundherum gut gefallen, eine gelungene Mischung aus Fantasy, Liebe und Abenteuer. Und ein total ansprechendes Coverbild, was zu hundert Prozent zum Buch passt.

Bewertung vom 08.12.2013
Sheila Levine ist tot und lebt in New York
Parent, Gail

Sheila Levine ist tot und lebt in New York


weniger gut

Der Roman erschien erstmalig 1972 in den USA, nun endlich ist er in Deutsch erschienen. Er gilt als Vorläufer von Storys über Singlefrauen in New York wie "Sex and the city"
Entsprechend gespannt war ich auf das Buch, und hatte natürlich auch meine Erwartungen.
Sheila Levine hat ihren Collegabschluss und möchte direkt in New York leben. Nach langer Suche findet sie eine Wohnung, die sie sich mit ihrer Freundin und einer weiteren Mitbewohnerin teilt. Ein Job ist irgendwann auch gefunden, der ist allerdings nicht so toll. Wichtig ist, auch schon von Seiten der Eltern, das Finden eines geeigneten Ehemannes, gerne auch jüdisch, wie sie. Sheila schildert ihr Leben, was meist aus eher schlechten Erlebnissen besteht. Sie findet keine Mann, nur Notlösungen, von denen sie dann überwiegend ausgenommen wird, auch emotional. Es wird auch immer wieder das jüdische betont, was sich mir nicht wirklich erschließt.
Der Roman ist gut zu lesen, doch Sheilas Geschichte konnte mich nicht packen. Es kam mir doch ziemlich aufgesetzt vor, oder es fehlte so etwas wie ein überspringender Funke, der mich wenigstens ein wenig mit Sheila mitfühlen ließ. Sheila wirkte auf mich ziemlich unsortiert, wenig erwachsenen, aber arg leidend. Na ja, dieses Buch ist ja auch ihr Abschiedsbrief.
Für mich ist dieser Roman gar nichts gewesen und ich hatte meine Probleme ihn zu Ende zu lesen.

Bewertung vom 05.12.2013
Eis!
Lonski, Günter von

Eis!


sehr gut

Hannover. Kommissarin Marike Kalenberger muss mit einem jungen Kollegen zu einer Geiselnahme, da zeitgleich eine Schießerei am Steintor stattfindet. Marike gerät in die Schusslinie und als sie wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt, wird sie gemobbt. Der Kollege erzählt Unwahrheiten über den Vorfall. Kalenberger erleidet einen Burn-out und wird arbeitsunfähig.
Da verschwindet die Freundin ihrer Tochter. Kalenberger kümmert sich darum, wenn auch ohne große Motivation. Sie gerät in die Loverboy-Szene, und bringt sich in Gefahr.
Dadurch lernt sie auch Adel kennen, eine Aussteigerin aus der Szene, die zu einer Freundin wird.
Diese Geschichte wird eher ohne große Gefühle beschrieben, doch diese stellen sich beim Lesen automatisch ein, die Szene ist erschreckend, die jungen Mädchen oft erschreckend naiv. Der Schreibstil ist schnörkellos, mit guten Dialogen.
Gut gefallen hat mir auch der Beitrag aus dem Spiegel, der dem Krimi hintenan gestellt ist, um die Loverboy-Szene nochmal darzustellen.
Ein gelungener Hannover-Krimi, mit einem aktuellen Thema,

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.11.2013
Tante Karos Gefühl für Stil
Berger, Beate; Kleinschmidt, Maria

Tante Karos Gefühl für Stil


sehr gut

Ein illustrierter Moderoman steht unter dem Titel, und das trifft es genau.
Barbara ist für einen Oskar nominiert, den für Kostümdesign. Später trifft sie sich mit einer Journalistin, die den Hintergrund über ein kleines Stück karierten Stück Stoff erfahren möchte. So erzählt Barbara die Geschichte ihrer Tante Karo, die als Modejournalistin in Paris lebte und die Barbara besuchen konnte und kurz in die Welt der Designer eintauchen konnte, dadurch geprägt wurde.
Durch Karo ist auch die Leserin mitten drin in der Modewoche und besucht Designer wie Yves Saint Laurent und Karl Lagerfeld bei Chanel. Es wird einiges über Modegeschichte vermittelt und Stil. Die zwölf Moderegeln in Anlehnung an Elsa Schiaparelli fand ich sehr gut, und auch, dass nicht nur De-signer, sonder auch der bekannte Friseur Kenneth Battelle erwähnt wurde. Ebenfalls wird die Modefotografie erwähnt. Mode, ein sehr anstrengendes, anregendes Geschäft.
Die Geschichte über Barbara, ihrer Tante Karo und die Mode ist sehr lesenswert und interessant geschrieben. Vielleicht ändert es auch den Blickwinkel auf die Mode bei einigen Lesern. Meiner wurde jedenfalls positiv beeinflusst.
Als Krönung dieser schönen Geschichte sind die Illustrationen im Buch. Sie stellen so gut Teile aus dem Buch dar, egal ob Models, Karo, ihr Hund, oder New York. Genauso stelle ich mir Karo vor!
Eine gelungene, gut zu lesende Geschichte über Barbara, ihre Tante und der Mode mit ganz tollen Modeillustrationen.