Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Meggie
Wohnort: 
Mertesheim
Über mich: 
Ich lese gerne! Und diese Leidenschaft möchte ich teilen! https://www.meggies-fussnoten.com
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 1205 Bewertungen
Bewertung vom 12.08.2019
Stranger Things: Finsternis - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE - ein NETFLIX-Original
Christopher, Adam

Stranger Things: Finsternis - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE - ein NETFLIX-Original


sehr gut

Jim Hopper ist mit seiner Frau Diane und seiner Tochter Sara nach New York gezogen, um beiden ein besseres Leben zu bieten zu können. Als Detective beim NYPD macht er seinen Job recht gut, jedoch hält ein Serienkiller New York in Atem. Zusammen mit seiner Partnerin Delgado macht sich Hopper an die Aufklärung, bekommt dann jedoch den Auftrag sich Undercover bei einer Gang einzuschleichen, bei welcher Verdacht besteht, hinter den Morden zu stehen. Hopper merkt bald, dass die Gang Größeres plant, etwas, dass alle an ihrem Verstand zweifeln lässt.

"Stranger Things" ist eine der erfolgreichsten Serien bei Netflix. Ich persönlich bin genauso begeistert von der Serie und die zugehörigen Bücher waren für mich ein Muss. Vor allem der Charakter Jim Hopper hat es mir angetan und dass ihm ein ganzes Buch gewidmet ist, hat mich sehr gefreut.

Die Story fängt mit dem Fund einer Leiche an. Jim und seine Partnerin Delgado können den Mord gleich dem Karten-Killer zuordnen, denn bi jeder Leiche hinterlässt der Mörder eine geheimnisvolle Karte.
Hopper geht mit nicht ganz legalen Dingen an die Aufklärung des Falles, erst recht nicht als ihm der Fall von einer anderen Behörde entzogen wird.

Hopper ist in der Serie schon ein ungewöhnlicher Charakter, da er eigensinnig und stur ist. Er hält sich schwer an Regeln und setzt seinen Willen auch mit aller Härte durch. Teilweise hat er aber ich eine trottelige, naive Art und dies macht ihn zu einem sehr symphatischen Protagonisten.

Im Buch kommt nun auch seine liebevolle Art zur Geltung. Gerade wenn es um seine Frau und seine Tochter geht.

Die Geschichte ist so aufgebaut, dass Hopper seiner Adoptivtochter Elfie in der Hütte seines Großvaters von seiner Vergangenheit in New York erzählt.

Immer wieder werden die Rückblicke von Dialogen von Hopper und Elfie unterbrochen, so dass der Leser selbst auch Atem holen kann. Der spannende Einblick in Hoppers Vergangenheit lässt mehr Verständnis für seine schnodderige Art aufkommen.

Hopper gerät zwischen die Fronten und merkt, dass seine kleine, heile Welt nicht das ist, was er immer dachte. Sein Verstand wird sehr gefordert.

Auch Hoppers Partnerin delgaod, die eine große Rolle spielt, war nur sehr sympathisch, vor allem, da sie als dunkelhäutige Frau im Jahr 1977 einen schweren Start in einem männerdominierten ruf hat. Doch sie meistert dies perfekt und verdienst sich dadurch auch den nötigen Respekt.

Meggies Fussnote:
Eine spannende Vorgeschichte über Hopper und sein Leben in NY.

Bewertung vom 12.08.2019
Frostherz / Mythos Academy Bd.3
Estep, Jennifer

Frostherz / Mythos Academy Bd.3


sehr gut

Während eines Ausfluges ins Museum werden die Schüler der Mythos Academy von den Schnittern angegriffen. Gwen, Logan, Daphne und Carson überleben den Angriff, doch einige Schüler sterben beim Kampf. Ein Schnittermädchen kann entkommen, verliert jedoch eine Karte der Bibliothek der Mythos Academy. So wissen Gwen und die anderen, dass die Schnitter auch nach dem Helheim-Dolch suchen, dem letzten Artefakt, welches benötigt wird, um Loki zu befreien. Gwen macht sich ebenfalls auf die Suche nach dem Dolch, der vor Jahren von ihrer Mutter versteckt wurde. Doch die Schnitter scheinen Gwen immer einen Schritt voraus zu sein.

Der Anfang ist rasant und blutig. Der Kampf der Schnitter gegen die Mythos Academy wird detailliert beschrieben und führt dazu, dass Gwen anfängt, an sich und ihrer Gabe zu zweifeln. Diese Zweifel ziehen sich durch das ganze Buch.

Mit Hilfe ihrer Freunde Daphne und Carson sowie dem Spartaner Logan bestreitet Gwen so einige gefährliche Abenteuer. Doch weiß sie genau, dass sie sich letztendlich der Gefahr alleine stellen muss.

Man merkt, dass Gwen mittlerweile mit dem nötigen Ernst an die Sache herangeht. Sie überlegt und recherchiert. Trotzdem kommt es immer mal wieder zu impulsiven Handlungen und Reaktionen.

Auch die Beziehung zu Logan spitzt sich immer weiter zu. Die beiden finden immer wieder Gründe, warum sie nicht zusammen sein können, sei es wegen Gwens Gabe oder Logans Vergangenheit.

Aber nicht nur Gwen hat mit sich zu kämpfen, auch ihre beste Freundin Daphne erfährt etwas über sich, was ihr Leben auf den Kopf stellt. Dies führt sogar zu einem zeitweisen Krach zwischen Gwen und Daphne.

Im Vordergrund stehen natürlich die Bemühungen der Schnitter, den Dolch zu finden und Loki zu befreien. Dem entgegen setzt sich Gwen, um gerade dies zu verhindern.

Die Entwicklungen sind sehr spannend, die Rückschläge hart, die Erfolge spärlich. Es gibt zwar winzige Lichtblicke, doch die Zeitfenster, sie zu nutzen, sind sehr klein.

Man verzweifelt mit Gwen, fühlt ihre Schwäche, machte helfen, scheitert mit ihr. Gut, dass sie ihre Freunde hat, mehr sogar als sie denkt.

Die Reihe hat einen gewissen Reiz, obwohl sie zeitweise etwas unausgereift wirkt. Viele Wiederholungen prägen die Story, der Schreibstil ist einfach, aber trotzdem ist alles spannend, die Charaktere sympathisch und das Gesamtbild stimmig. Es macht einfach Spaß, der Geschichte zu folgen.

Toll finde ich auch, dass man im Anschluss an die Geschichte noch etwas über Mythologie lernt, so gibt es Erklärungen zu den Waffen, Artefakten, Göttern und den Orten. Weiter werden die Gebäude der Mythos Academy sowie die Schüler und Lehrer nochmals vorgestellt.

Meggies Fussnote:
Eine ganz und gar nicht frostige Geschichte.

Bewertung vom 12.08.2019
Wen die Geister lieben / Heaven's End Bd.1
Kestner, Kim

Wen die Geister lieben / Heaven's End Bd.1


sehr gut

Jojo hat eine besondere Gabe. Sie kann Geister sehen. Jedoch nur die, mit denen sie verwandt ist. Ihre Oma, ihre Mutter und ihr Bruder können dies ebenfalls. Nur erzählen sie es keinem. Trotzdem hat Jojo ihren Ruf als Geistermädchen weg. Als der 500. Todestag von dem gefürchteten Magmartes Throckmorten ansteht, geschehen komische Dinge in dem kleinen Städtchen, in dem Jojo lebt. Und dann ist da auch noch Zack, in den Jojo verliebt ist. Soll sie ihm von den Geistern erzählen? Schließlich scheint er ebenso in Gefahr zu sein wie sie selbst.

Was für eine schöne, kurzweilige Story rund um Geister, das erste Verliebtsein, Freundschaft und der Entscheidung, ob man das Richtige tut. Ich habe in kürzester Zeit die Story regelrecht verschlungen. Sie hatte genau den richtigen Kick, genau den richtigen Witz und genau die richtige Länge. Allerdings birgt das Ende ein böser Cliffhanger und nun heißt es Warten auf den zweiten Teil.

Die Autorin erzählt in flüssiger Weise die Geschichte von Jojo, die mit ihren 15 Jahren schon eine Menge erlebt hat. Sie kann Geister sehen, wohnt mit vier von diesen in einem kleinen Cottage und erlebt mit ihren zwei Tiergeistern Scrooge und Scout viele Abenteuer. Jedoch darf sie keinem von ihrer Gabe erzählen.

Nicht mal ihr bester Freund Benny weiß davon. Doch als eine neue Mitschülerin, Kate, an die Schule kommt, merkt Jojo, dass sie bei dieser an der richtigen Adresse ist und vertraut sich ihr an. Und plötzlich passieren mysteriöse Dinge.
Jojo macht sich an die Nachforschung und merkt bald, dass die geheimnisvollen Dinge alle mit dem gefürchteten Throckmorten, der vor 500 Jahren gestorben ist, zu tun haben.

Jojo ist ein sympathisches junges Mädchen, dass mit großer Initiative, einer gesunden Portion Neugier und dem gewissen Etwas an die Recherche geht. Dabei bekommt sie große Unterstützung von ihrer neuen Freundin Kate, ihrem besten Freund Benny und zeitweise sogar von dem Schönling Zack, in den Jojo heimlich verliebt ist.

Die vier sind eigentlich total grundverschieden, bilden jedoch eine tolle Einheit. Jeder hat ein anderes Talent und jeder packt die Probleme anders an.

Durch die tolle Story entsteht so eine Geschichte, die in meinen Augen vor allem eins vermittelt: für seine Überzeugungen einzustehen und sich auch notfalls über etwas hinwegzusetzen, um diese Überzeugungen auszuleben.

Die Charaktere - ob lebend oder tot - sind durchweg sympathisch.

Am Ende gibt es einige traurige Szenen, jedoch passen diese wundervoll in die Geschichte hinein. Das Ende - wie schon oben beschrieben - ist abrupt und birgt einen bitterbösen Cliffhanger. So warte ich nun sehnsüchtig auf das Frühjahr 2020. Hier soll der zweite Teil erscheinen.

Meggies Fussnote:
Eine geistreiche Geschichte mit Witz und Charme.

Bewertung vom 12.08.2019
Kartiks Schicksal / Der geheime Zirkel Bd.3
Bray, Libba

Kartiks Schicksal / Der geheime Zirkel Bd.3


sehr gut

Nachdem Circe im Magischen Reich von ihr besiegt wurde, ist die Magie fest in Gemma verankert. Doch so sehr sie sich auch anstrengt, sie kann das Magische Reich nicht mehr betreten. Dabei wäre dies dringend nötig, denn Visionen zeigen Gemma, dass sie den Baum Aller Seelen finden muss..
Mrs Nightwing hat in der Zwischenzeit den Aufbau des Ostflügels in der Spence Akademie in Auftrag gegeben. Bei den Bauarbeiten geschehen jedoch immer wieder mysteriöse Dinge. Arbeiter verschwinden, ein geheimnisvoller Stein taucht auf und auch die in der Nähe kampierenden Zigeuner beklagen Verluste.
Gemma weiß, dass dies alles mit ihrer Vision und dem Magischen Reich zu tun hat. Der Baum Aller Seelen muss vernichtet werden, ansonsten droht großes Unheil.

Das Ende der Trilogie läuft nochmal zur Höchstform auf. Gemma muss nun schnellstens handeln, bekommt jedoch immer nur Bruchstücke serviert und viele Steine in den Weg gelegt. So, dass sie das Magische Reich nicht mehr betreten kann, obwohl in ihr die Magie gebunden ist, die so dringend in der anderen Welt benötigt wird. Bevor sich für Gemma ein klares Bild zusammensetzt, muss sie selbst versuchen, einen Weg in das Reich zu finden.

Unterstützt wird sie dabei wieder von ihren Freundinnen Ann und Felicity. Allerdings hatte ich - wie auch in den Bänden zuvor - das Gefühl, dass die beiden eher in ihre eigene Tasche wirtschaften wollen. Das ständige Gezicke und Gemeckere hat mich dann doch gestört. Wenn es nicht nach Felicitys Wunsch ging, war sie eingeschnappt und zickig. Wenn Ann etwas zuwider war, hat sie sich zurückgezogen. Beide Charaktere waren in meinem Augen unnötig und nervig.

Gemma jedoch hat sich stark entwickelt. Sie merkt, dass sie endlich handeln muss, dass sie endlich ihren eigenen Weg gehen muss und dass sie versuchen muss, mit allen nötigen Mitteln das Magische Reich wie auch die reale Welt zu retten. Zusammen mit dem Zigeuner Kartik geht sie es an und schon bald hat sie eine Lösung, die nur noch umgesetzt werden muss. Diese Umsetzung jedoch ist es, die Gemma so Schwierigkeiten bereitet.

Die Spannung steigt langsam an, während Gemma ihre Nachforschungen angeht. Kartik ist ihr eine große Hilfe, auch wenn er eigentlich vor hat, wegzugehen, um ein neues Leben zu beginnen. Irgendetwas hält ihn in Gemmas Nähe. Was genau, zeigt sich am Ende des Buches im großen Finale. Ich habe ja mit einigem gerechnet, jedoch nicht mit diesem Ausgang.

Beim ersten Teil war ich noch skeptisch wegen der Story, die hinter allem steckt, nach Beenden des dritten Teiles konnte ich überzeugt werden, auch wenn die zwei oben genannten Charaktere durchgehend nervig blieben.

Das Ende bleibt ein bisschen offen, gerade was die Zukunft der Protagonisten anbetrifft. Doch die Fantasie hat bei mir gleich weitergesponnen und wer weiß, vielleicht gehen Gemmas Abenteuer ja irgendwann weiter.

Trotzdem gab es auch Längen, manche Szenen waren unnötig oder nicht richtig ausgearbeitet.
Dafür wurde der Einblick in das Leben der Frauen im 19. Jahrhundert detailliert beschrieben. Hier kommt oft Zorn in einem hoch, wie Frauen behandelt wurden. Vorzeigedamen, Statussymbole oder Püppchen. Fleißig musst man sein, aber nichts arbeiten. Nähen können, auf französisch Essen bestellen, ansonsten folgsam mit den Talenten zum Malen, Tanzen oder Sticken. Rechte hatten Frauen so gut wie keine, wurden müde belächelt oder ausgestoßen, falls sie auch nur den kleinsten Fehltritt begangen hatte.
Gemma möchte daraus ausbrechen und schafft dies auch mit ihrer unverblümten Art, die bei manchem nicht sehr gut ankam. Sie nimmt die Zügel selbst in die Hand und bestimmt ihr Leben.

Meggies Fussnote:
Kartiks Schicksal scheint besiegelt. Kann Gemma ihn retten?

Bewertung vom 04.08.2019
Eine Kiste voller Wünsche / Wunschbüro Edda Bd.1
Kolb, Suza

Eine Kiste voller Wünsche / Wunschbüro Edda Bd.1


sehr gut

Herzenswünsche sind so eine Sache. Edda zum Beispiel wünscht sich ein weißes Pony und eine echte Freundin. Also bastelt Edda eine Wunschkiste, in der Hoffnung, wenn sie Herzenswünsche erfüllt, dass auch sie ihren Wunsch erfüllt bekommt. Als sie neue Nachbarn bekommt, weiß Edda eins: der neue Nachbarsjunge Noah spielt bestimmt lieber mit dem blöden Max. Doch als sie Noahs Herzenswunsch liest, weiß sie, dass Wünsche erfüllen nicht so einfach ist.

Welch süße Geschichte, die sich rund ums Wünschen dreht. Edda geht in die dritte Klasse, hat eine unsichtbare Freundin und den Herzenswunsch nach einem weißen Pony. Doch sie weiß auch, dass dieser Wunsch schon sehr groß ist und sie vielleicht erst mal mit kleineren Wünschen anfangen soll. Und aus diesem Wunsch heraus entsteht die Wunschkiste.

Viel Liebe steckt in der Geschichte drin, die von Freundschaft, Mut und Herzenswünschen handelt. Edda ist ein sympathisches kleines Mädchen mit großer Neugier. Der Lesespaß kommt nicht zu kurz und durch die im Buch vorhandenen Bilder wird die Geschichte nochmals unterstützt.

Ich finde auch, dass die Geschichte gut für Erstleser geeignet ist. Aber auch Vorlesen kann man sie sehr gut, da mit kindgerechten Worten die Story erzählt wird.

Meggies Fussnote:
Eine zuckersüße wunschgerechte Geschichte.

Bewertung vom 04.08.2019
Opa und die Nacht der Wölfe
Alexander, Nora

Opa und die Nacht der Wölfe


ausgezeichnet

Olli möchte zu einem Treffen mit seinen Freunden, doch er soll Opa mit auf einen Spaziergang mitnehmen. Olli findet aber, dass er mit seinen fast 10 Jahren schon zu alt ist, Opa immer mitzunehmen. Außerdem ist sein Opa anders als die anderen. Er liebt Eis mit Ketchup, vergisst ab und zu mal, aufs Klo zu gehen und vergisst auch so sehr viel. Aber trotzdem hat Olli seinen Opa sehr lieb.
Eines Abends jedoch findet Olli Opas Geheimnis heraus und es beginnt die aufregendste Nacht in Ollis Leben. Unglaubliches passiert und Olli merkt: Opa ist der Tapferste auf der Welt.

Die Autorin geht an ein schwieriges Thema heran: Demenz im Alter. Gerade kleine Kinder können dabei nicht verstehen, warum ein Großelternteil vergisst, aufs Klo zu gehen. Oder Namen nicht mehr einfallen.
Mit viel Charme, Witz und einem großen Teil Verständnis erzählt die Autorin nun Ollis Geschichte. Olli ist 9 Jahre alt, geht zur Schule, hat Freunde und spielt gerne draußen. Er ist in einer Bande namens Adler und hat zusammen mit seinen Freunden einen geheimen Treffpunkt. Dieser wurde jedoch von den "verfeindeten" Löwen rosa besprüht. Klar, dass die Adler sich nun wehren müssen. Bei einem gemeinsamen Gespräch soll nun beraten werden, wie sich die Adler rächen können. Und hier fängt die Geschichte an. Olli soll seinen Opa mit auf einen Spaziergang nehmen, obwohl Olli ganz anderes im Kopf hat.
Ollis Mutter beharrt jedoch darauf und so gibt Olli nach und nimmt seinen Opa mit.

Dabei nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund und lässt Olli natürlich denken, wie unfair es nun ist, dass er Opa mitnehmen muss. Was sollen seinen Freunde denken, wenn er mit Opa ankommt? Auf Opa muss man ja aufpassen, weil er anders ist als andere. Es kommt nie richtig zur Sprache, doch Ollis Opa leidet an Demenz. Die Pflege ist aufwendig und so wird Olli natürlich eingespannt, wenn seine Eltern mal keine Zeit haben aufgrund Arbeit oder sonstiger Verpflichtungen.

Olli ist ein sehr lieber Junge, der im Grunde seines Herzens weiß, dass Opa dafür nichts kann. Olli weiß auch, dass er auf seinen Opa aufpassen muss und bemüht sich auch, doch es gibt Momente, da will er einfach Kind sein und vergisst dann, dass Opa spezielle Pflege braucht.

Und so passiert ist, dass Opa Olli beim Spaziergang ausbüchst und plötzlich vor den Löwen steht, die natürlich ihren Schabernack mit dem alten Mann treiben.

Olli ist sauer, auf Opa, auf die Löwen und auf sich selbst. Als dann auch noch seine Eltern aufgrund der Arbeit über Nacht nicht zu Hause sind, muss Olli auf Opa aufpassen. Wieder so unfair, findet Olli.

Aber dann passiert plötzlich etwas Unerwartetes und Olli merkt, dass sein Opa ein Geheimnis hat, dass so aufregend ist, dass Olli alles vergisst und nur noch Bewunderung empfinden kann.

Die Autorin hat einen frechen, lockeren Schreibstil, der einem regelrecht durch das Buch treibt. Der Witz kommt nicht zu kurz und immer wieder gibt es Momente, in denen Olli sich entscheiden muss, ob er erwachsen handelt oder doch Kind sein muss. Diese Momente sind rührend, traurig, freudig und tapfer. Olli ist ein besonderer Junge, mit besonderen Gaben und einem besonderen Opa.

Am Anfang jeden Kapitels gibt es eine Illustration von Julia Christians, die für das Buch die Bilder gemalt hat. Wunderschöne Bilder, die die Geschichte unterstreichen und das Buch damit noch zu einem kleinen Schatz für das Bücherregal machen.

Insgesamt kann ich sagen, dass die Geschichte liebevoll und spannend zugleich ist. Für Kinder zum Vorlesen ebenso geeignet, wie für Kinder, die selbst gerne Abenteuergeschichten lesen. Nebenbei erfährt man noch einiges über demenzkranke Menschen, Freundschaft und den Glauben an sich selbst.

Meggies Fussnote:
Ein spannendes Abenteuer mit Olli und seinem Opa.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.07.2019
Aeronautica
Mittmann, Marie H.;Falke, Tino;Stoffers, Sarah

Aeronautica


ausgezeichnet

Anthologien aus dem Art Skript Phantastik Verlag sind immer wieder etwas besonderes. Diesmal begeben wir uns in die Lüfte des Steampunks. "Aeronautica" enthält 12 Kurzgeschichten über Reisen durch die Lüfte. Der Klappentext verspricht einen "Traum vom Fliegen auf eine ganz neue Art". Und dieses Versprechen wird gehalten.

Sämtliche Kurzgeschichten befassen sich mit der Aeronautic, natürlich in vielen fantastischen Ausführungen. Gruselig, romantisch, spannend oder traurig. Von allem ist etwas dabei.

"Am Ende der Welt" von Manuel Otto Bendrin befasst sich zum Beispiel mit dem eher gruseligen Part. Dort findet Kapitän Thorsen die havarierte MAS Horizon. Nach genauerer Untersuchung findet er heraus, dass ein metallfressendes Material für den Absturz verantwortlich ist. Thorsen und seine Mannschaft sind in großer Gefahr.

In "Der letzte Flug der Aristoteles" entführt uns Yann Krehl auf eine Expedition. Die "Aristoteles" ist verschollen und Kapitän Ramirez macht sich mit seiner Crew auf, sie zu suchen. Dabei verfolgen sie eine ungewöhnliche Route und stoßen auf viele Ungereimtheiten.

Markus Heitkamp adaptiert in "Weißer Teufel oder die Möwe" Hermann Melvilles "Moby Dick". Mausmael Pugh, ein junger Mäuserich, heuert auf dem Luftschiff von Kapitän Rathab, einer Ratte an. Dieser ist besessen von der Jagd nach einer weißen Möwe.

Corinna Schattauer überrascht mit ihrer Kurzgeschichte "Über den Wolken". Thea überredet ihre Freundin Annabelle zu einem Coup. Auf dem Luftschiff "Auguste Victoria", die ihre Jungfernfahrt absolviert, soll ein wertvolles Diadem gestohlen werden.

Dies sind nur einige der tollen Geschichten, die sich im Inneren des Buches verstecken. Aber nicht nur die Geschichten sind lesenswert, auch die Aufmachung ist wieder wunderschön.

Das Cover in nautischem Blau gehalten wird ergänzt durch die goldene Schrift. Die Verschnörkelungen runden das Bild ab.

Insgesamt erwarten einem eine kurzweilige Unterhaltung mit spannenden Geschichten.

Meggies Fussnote:
Ein aeronautischer Lesegenuss.

Bewertung vom 24.07.2019
Stranger Things: Suspicious Minds - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE - ein NETFLIX-Original
Bond, Gwenda

Stranger Things: Suspicious Minds - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE - ein NETFLIX-Original


ausgezeichnet

Die Netflix-Serie "Stranger Things" ist in aller Munde. Jeder ist begeistert von der Serie. Auch ich. Deshalb war es für mich Pflicht, aber auch ein großes Vergnügen, zu den Bücher der Serie zu greifen. Wer die Serie nicht kennt, sie aber noch unbedingt sehen will, sollte jetzt nicht weiterlesen, da etliche Spoiler in der Rezension enthalten sind.

Zur Zeit läuft schon die dritte Staffel der Serie, die ich, ebenso wie die ersten beiden Seasons, verschlungen habe. Das vorliegende Buch "Suspicious Minds" ist nun eine Vorgeschichte zu der Serie. Im Sommer 1969 bewirbt sich Terry für eine Studie im Auftrag der Regierung. Sie trifft auf Dr. Brenner, der unter dem Decknamen MKULTRA die Studie durchführt. Schon bald merkt Terry, dass die Studie eher ein Experiment ist, in dem unlautere Mittel eingesetzt werden. LSD, Stromstöße und Manipulationen stehen an der Tagesordnung. Im Labor trifft Terry auf eine weitere Testperson, ein 5jähriges Mädchen, welches in dem Labor versteckt gehalten wird und nur unter einer Zahl bekannt ist: 008.

Hier liegt nun quasi die Vorgeschichte zu der TV-Serie vor. Es geht um Experimente, mysteriöse Geschehnisse und die grausame Handhabe des Dr. Brenner, der in der ersten Staffel der Netflix-Serie auftritt.
In spannenden Worten erzählt die Autorin die Geschichte und nimmt uns mit ins Jahr 1969. Terry ist eine junge Studentin, die mit der Studie der Regierung etwas Geld dazuverdienen möchte. Je öfter sie an der Studie teilnimmt, umso mehr kommt sie hinter die Machenschaften des Dr. Brenner.

Die Geschichte baut sich langsam auf. Erst lernen wir Terry näher kennen, die eigentlich ein ruhiges Leben führt. Als sie von der Studie erfährt, glaubt sie, mit ihrer Teilnahme Teil von etwas Großem zu werden. Mit ihrer neugierigen Art kommt sie dem "Großen" auch auf die Spur.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben Tiefe. Vor allem mit Terry und Alice, die mit Terry an dem Experiment teilnimmt, beschäftigt sich die Autorin eingehend.

Durch die flüssige Erzählweise der Autorin hatte ich Mühe, das Buch zur Seite zu legen. Schneller als gewollt war ich mit der Geschichte durch. Auch wenn nur langsam alles in Fahrt kommt, ist es doch spannend zu lesen, wie sich alles aufbaut.

Meggies Fussnote:
Für alle Stranger Things Fan eine tolle Ergänzung zur Serie.

Bewertung vom 24.07.2019
Das Labyrinth des Fauns
Funke, Cornelia;Del Toro, Guillermo

Das Labyrinth des Fauns


ausgezeichnet

Ofelia muss mit ihrer hochschwangeren Mutter in die Berge ziehen, wo ihr Stiefvater, der General Vidal, seine Truppen stationiert hat. Kaum dort angekommen, stellt ein geheimnisvoller Faun Ofelia drei Aufgaben, denn in ihr glaubt er die langerwartete Prinzessin der magischen Welt wiederentdeckt zu haben.
Ofelia stellt sich den Aufgaben, wohlwissend, dass ihr grausamer Stiefvater ein Auge auf sie hat.

Cornelia Funke hat sich mit Guillermo del Toro zusammengetan und aus del Toros Film "Pan's Labyrinth" einen wunderbaren, düster-geheimnisvollen Roman gezaubert. "Das Labyrinth des Fauns" erzählt den Film haargenau wieder.

Bei mir ist es schon länger her, dass ich den Film gesehen habe. Insoweit war es für mich eine Auffrischung, das Buch zu lesen und mit Ofelia nochmals auf die Reise ins Labyrinth zu gehen.

Wer den Film nicht kennt, den erwartet eine phantastische Geschichte. Die Autorin nimmt uns mit auf Ofelias Reihe und erzählt mit flüssigen Worten, wie Ofelia mit gemischten Gefühlen bei ihrem Stiefvater ankommt, sich um ihre Mutter Sorgen macht, ihrem noch nicht geborenen Bruder skeptisch gegenübersteht und eigentlich nur eins will: ein ruhiges Leben allein mit ihrer Mutter.

Ofelias Stiefvater Vidal ist ein grausamer Mensch, der seinen Willen durchsetzt und mit seiner kühlen, beherrschten Art alle so unter Druck setzt, dass Angst und Schrecken regiert. Jeder hegt Groll gegen ihn, doch keiner hat den Mumm, sich gegen ihn durchzusetzen.
Ofelia rebelliert, in dem sie sich mit dem Faun einlässt und die drei Aufgaben lösen möchte. Auch die Haushälterin Mercedes agiert im Hintergrund. Sie hilft den Rebellen im Wald, indem die Vidal ausspioniert und die Informationen weitergibt.

Die Mischung aus historischem Roman (die Geschichte spielt im letzten Jahrhundert in Spanien) und Fantasy (ein magisches Reich mit einem mysteriösen Faun und einem wirren Labyrinth) macht den Reiz der Geschichte aus. Dazu kommt der bildhafte Schreibstil, für den die Autorin auch bekannt ist. Dabei soll aber nicht außer Acht gelassen werden, dass es teilweise sehr grausam zugeht. Der General Vidal geht nicht zimperlich vor und setzt seinen Willen mit allem durch, was ihm zur Verfügung steht.

Teilweise hatte ich sogar den Eindruck, dass der fantastische Teil eher in den Hintergrund gerät und der Kampf Vidals gegen die Rebellen eher der Hauptstrang ist. Dies tut aber der Geschichte keinen Abbruch.

Ich mag Geschichten, die vom Mainstream abweichen. Dies war beim Film schon so und das Buch steht dem im nichts nach.

Meggies Fussnote:
Ein bildgewaltiges, fantastisches Abenteuer.