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Lisa

Bewertungen

Insgesamt 869 Bewertungen
Bewertung vom 27.09.2022
Wer mit den Toten spricht / Raven & Flyte ermitteln Bd.2
Turner, A. K.

Wer mit den Toten spricht / Raven & Flyte ermitteln Bd.2


sehr gut

Cassie Raven ist zurück und ermittelt in einem sehr persönlichen Fall

Im letzten Jahr gehörte „Tote schweigen nie“ definitiv zu meinen Highlights, weswegen ich mich auf die Lektüre von „Wer mit den Toten spricht“ nun besonders gefreut habe! Erneut schaffte es die Autorin A. K. Turner mit ihrer unkonventionellen, aber authentischen Protagonistin Cassie Raven bei mir zu punkten. Allerdings muss ich leider zugeben, dass mir dieser zweite Band im Gesamten etwas weniger gut gefiel als der Reihenauftakt. Zunächst einmal ist die Bezeichnung Thriller völlig irreführend. Ich persönlich würde die Geschichte eher als Cosy Crime einordnen, denn für einen Thriller gibt es viel zu wenig Spannung und Nervenkitzel. An sich mochte ich es aber durchaus das die Handlung tief ins Privatleben von Cassie und auch DS Phyllida Flyte eintaucht und so dafür sorgt, dass man die Beiden noch besser kennen lernt. Natürlich gibt es rund um die Ermittlungen immer wieder auch spannende Momente, wobei ich einige Wendungen allerdings schon lange vorausgesehen habe. Überraschen konnten mich die Twist am Ende des Buchs, darum weniger als erhofft. Trotzdem war „Wer mit den Toten spricht“ für mich eine unterhaltsame Lektüre, da ich das Setting einfach großartig finde. Hier hebt sich das Buch auf jeden Fall positiv von anderen Krimis ab. Und auch der Schreibstil spricht für dieses Werk! Er liest sich durchgehend angenehm und so flogen selbst in ruhigeren Passagen die Seiten nur so dahin. Deshalb vergebe ich eine eingeschränkte Leseempfehlung für Fans des ersten Buchs und hoffe sehr, dass die Autorin im nächsten Band wieder zu ihrer alten Stärke zurückfindet!

Bewertung vom 25.09.2022
Mehr als wahrscheinlich
Watson, Sarah

Mehr als wahrscheinlich


ausgezeichnet

Eine erfrischend andere High School Story – Vier unterschiedliche Freundinnen und die Frage wer die zukünftige Präsidentin wird

Im Roman „Mehr als wahrscheinlich“ der Autorin Sarah Watson begleiten wir die vier Freundinnen Ava, CJ, Jordan und Martha durch ihr letztes Schuljahr an der High School. Gerahmt wird die Erzählung vom Wissen, dass im Jahr 2049 genau Eine von ihnen die zukünftige US-Präsidentin sein wird. Um Politik ging es im Jugendbuch dann aber doch weniger als ich ursprünglich dachte, wobei es dennoch Spaß machte ständig mitzuraten welche Protagonistin gemeint sein könnte. Im Mittelpunkt des Buchs steht aber vielmehr die Gruppendynamik der Mädchen, sowie deren individuelle Sorgen und Herausforderungen. Schön ausgewogen wechseln sich die Perspektiven ab und bringen zahlreiche aktuelle Themen mit sich. Dennoch wirkt die Erzählung überhaupt nicht überfrachtet. Die Autorin versteht es zu fesseln, Spannung aufzubauen und macht es ihren Leser:innen dennoch durchgängig leicht der Handlung zu folgen. Dafür sorgt unter anderem der gut zu lesende Schreibstil und die authentische Darstellung der Charaktere. An keiner Stelle war dieses angenehm moderne Jugendbuch dabei langweilig. Besonders gut konnte ich auch deshalb mit den Protagonistinnen mitfühlen, da Allen Schwächen zugestanden werden und ein Lernprozess erkennbar ist. Auch vorhersehbar ist die Geschichte zum Glück so gar nicht. Vielmehr hält die Autorin gerade am Ende noch einen besonderen Twist bereit, welcher mir gut gefiel. So war ich schlussendlich rundum zufrieden, da alle offenen Fragen beantwortet wurden.

Bewertung vom 24.09.2022
Drei Tage im August
Stern, Anne

Drei Tage im August


gut

Inhaltliche Schwächen, großartig eingefangene Atmosphäre

„Drei Tage im August“ ist ein historischer Roman der Autorin Anne Stern, welcher gelungen die Atmosphäre in der berühmten Berliner Straße „Unter den Linden“ im Jahr 1936 einfängt. Allerdings fehlte mir für eine rundum gelungen Geschichte doch mehr zusammenhängende greifbare Handlung. Im Buch gibt es sehr viele unterschiedliche Perspektiven, alle von Bewohner:innen der Straße. Gerade zu Beginn brauchte ich eine Weile um überhaupt zu sortieren wer denn nun gerade erzählte, da die Kapitel nur mit Datum und Uhrzeit, nicht aber mit dem jeweiligen Personennamen überschrieben sind. Ein großes Problem des Romans ist meiner Meinung nach, dass es einfach zu viele Handlungsstränge gab um allen gerecht zu werden. Jeder ist in sich zwar interessant und wird am Anfang des Buchs kunstvoll aufgebaut und stellenweise mit Spannung versehen. Je weniger Seiten noch übrigbleiben, desto mehr entstand bei mir aber das Gefühl einer unfertigen Geschichte. Auch deshalb würde ich die einzelnen Kapitel eher als kurze Episoden, mit vielschichtigen Einblicken betrachten, welche mal mehr mal weniger miteinander zusammenhängen, nicht jedoch als ausgereifte Erzählung. Dabei ist es schade, denn der Schreibstil der Autorin gefiel mir richtig gut. Poetisch und sehr atmosphärisch wirkt jede Szene lebendig und gut vorstellbar. Besonders die Beschreibung der Arbeit in der Chocolatrie war unglaublich authentisch. Hier meint man fast schon den Schokoladenduft zu riechen und eine der ausgewählten Köstlichkeiten auf der Zunge zu schmecken. Auch die kurzen Kapitel, welche aus Sicht der Linden erzählt werden, sind etwas besonderes und eine tolle Idee. Das Potenzial ist auf jeden Fall erkennbar und so hätten etwas weniger Perspektiven bzw. Nebenhandlungen, denke ich für eine rundere Geschichte gesorgt. So war ich persönlich vom Ende leider enttäuscht, da doch sehr viel offen blieb und ich nicht nachvollziehen konnte warum die Autorin manches überhaupt erst angedeutet hat. Im Gesamten reicht es deshalb leider nur für 3 Sterne.

Bewertung vom 21.09.2022
Was ich euch verschweige
Lodge, Gytha

Was ich euch verschweige


ausgezeichnet

Psychologisch höchst raffiniert und überraschend bis zur letzten Seite

„Was ich euch verschweige“ ist bereits der vierte Teil einer Krimireihe der Autorin Gytha Lodge, welcher auch ohne Probleme einzeln gelesen werden kann. Allerdings habe ich persönlich das Team über die Bände hinweg mittlerweile sehr lieb gewonnen, so dass ich mich darüber freue immer wieder auch etwas aus ihrem Privatleben zu erfahren. Im Mittelpunkt der Handlung steht aber definitiv der Fall und auch Keelys Erzählperspektive, nimmt neben den Ermittlungen, großen Raum ein. Besonders fasziniert haben mich an dieser Geschichte die differenzierten psychologischen Einblicke. Gytha Lodge schafft es unglaublich gut zu fesseln und einen permanenten Zweifel entstehen zu lassen, wem man nun glauben kann, oder auch nicht. Noch dazu gelingt es ihr, wichtige Themen wie emotionalen und physischen Missbrauch, sowie sexualisierte Gewalt, authentisch in ihre Handlung mit einzuweben und sie dabei so unfassbar real wirken zu lassen. Durch die geschilderten Szenen, war das Buch für mich keine leichte Lektüre, da mir vieles richtig an die Nieren ging. Gerade diese Befangenheit spricht allerdings für die Authentizität dieses Buchs und der Geschichte! Darüber hinaus ist die Handlung aber auch noch äußerst komplex aufgebaut und sorgt durch verschiedene Zeit- und Erzählebenen für Hochspannung. Besonders Keelys Aussage faszinierte mich, ein gutes Gegengewicht dazu stellen die kompetenten und ebenso wichtigen Ermittlungen im Hintergrund dar. Die Handlung lädt ihre Leser:innen permanent zum mitraten ein und hält jede Menge Twists und überraschende Wendungen bereit. Das Ende blieb für mich auch deshalb, bis zuletzt unvorhersehbar und konnte mich schlussendlich nicht nur überraschen sondern noch dazu voll und ganz überzeugen. Da mich der Kriminalroman von Anfang bis zum Ende begeistern konnte, vergebe ich natürlich volle 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 19.09.2022
Night of Lies
Bergmann, Hanna

Night of Lies


ausgezeichnet

Dramatischer und spannungsgeladender Jugend-Thriller – Eine Geschichte die bis zuletzt den Atem raubt

Mit ihrem Thriller „Night of Lies“ hat die Autorin Hanna Bergmann genau meinen Geschmack getroffen. Denn die Handlung legt nicht nur einen großartig gelungenen Spannungsbogen hin, sondern überzeugt außerdem noch mit ausgefeilten Charakteren und einem eindrücklichen Handlungsort. Gedanklich kommt man besonders Leah nah, da aus ihrerer Perspektive erzählt wird, aber auch die anderen Figuren wirken durchgehend lebendig. Eine unheilvolle und durchaus gruselige Atmosphäre ist von Beginn an vorhanden. Tempo und Spannung steigern sich aufs Ende zu, allerdings nochmal deutlich. Alles in allem führte diese Mischung dazu, dass ich das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen wollte. Der Schreibstil ist darüber hinaus angenehm leicht zu lesen und so bildhaft das ich Mitten in der Geschichte war. Vorhersehbar ist die Handlung darüber hinaus an keinem Punkt, bis zuletzt gibt es immer wieder Twists und überraschende Wendungen. Allerdings war gerade das Ende so voller Enthüllungen, das ein wenig Ruhe die Geschichte glaubwürdiger hätte wirken lassen. So ist das Ganze zwar höchst spannend, aber auch ein wenig melodramatisch. Dennoch für mich kein Grund einen Stern abzuziehen. Dafür ist die Geschichte einfach zu durchdacht und fesselnd. Spannungsmässig nimmt es dieser Jugend-Thriller mit den ganz Großen auf und setzt deshalb auch nach oben keine Altersgrenze. Deshalb vergebe ich gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 11.09.2022
Über die See
Navarro, Mariette

Über die See


ausgezeichnet

Stiller, aber tiefgründiger Roman über ein mysteriöses Erlebnis auf hoher See

„Über die See“ ist der erste Roman der Autorin Mariette Navarro, wobei man ihrem Werk durchaus anmerkt, dass sie bisher Prosatexte und Bühnenstücke geschrieben hat. Denn die sprachliche Qualität des Textes ist wirklich sehr sehr hoch. Die Autorin geht äußerst bedacht mit Worten um und schafft so auf eindrückliche Weise einen sehr besonderen Text, welcher sich dennoch gut lesen lässt. Äußerst poetisch zeichnet sie ein lebhaftes Bild vom Handlungsort und den Charakteren. Die Szenen des Schwimmens auf hoher See werden zu fast schon philosophischen Überlegungen und berührten mich durch ihre Einzigartigkeit und Authentizität. Dabei macht der Schreibstil tatsächlich nur einen Reiz der Geschichte aus, denn auch inhaltlich konnte mich die Handlung durchaus überzeugen. Durch die übergeordnete Erzählperspektive ist es möglich mal der Kapitänin und mal anderen Besatzungsmitgliedern über die Schultern und in die Köpfe zu schauen. Nach und nach schleicht sich etwas mysteriöses in die Erzählung und auch als Leserin spürt man die aufkommende Gefahr. Auf nur wenigen Seiten entsteht so ein Gesamtwerk welches mir richtig gut gefiel und mich vollkommen in seinen Bann ziehen konnte. Besonders die Auflösung am Ende konnte bei mir punkten, auch oder gerade wegen des Interpretationsspielraums. Wer sich auf diesen überraschenden Roman einlassen mag, wird belohnt mit einzigartigen Perspektiven und einer Ahnung davon wie es sich auf hoher See wirklich anfühlen könnte. Für dieses einmalige Leseerlebnis vergebe ich gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 07.09.2022
Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit
Pulley, Natasha

Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit


sehr gut

Anspruchsvolles und durchdachtes Fantasy-Abenteuer mit historischem Fokus

„Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit“ von Natasha Pulley ist ein Fantasyroman, welchen ich aufgrund seiner Komplexität wirklich nur für Erwachsene empfehlen würde. Die Geschichte war außerdem anderes, als ich es ursprünglich erwartet habe. Zum genauen Inhalt möchte ich aber natürlich nichts verraten, um nicht zu spoilern. So viel aber sei verraten, der titelgebende Leuchtturm, steht weit weniger im Mittelpunkt der Ereignisse als gedacht. Auch war mir der Fantasyanteil etwas zu wenig. Natürlich spielt das Zeitreiseelement eine wichtige Rolle, aber detaillierte Erklärungen über die Hintergründe fehlten gänzlich. Vielmehr steht der historische Kontext im Mittelpunkt, wobei es definitiv hilfreich ist sich mit Englands und Frankreichs Geschichte von 1800 – 1900 auszukennen. Teilweise fehlte mir persönlich einfach das Hintergrundwissen um zu erkennen, was nun eine tatsächliche historische Tatsache war und welches Detail durch die Zeitlinienänderung entstand. Zum Glück klärte sich dies im Verlauf der Handlung immer weiter auf, so dass man ganz Nebenbei noch etwas dazu lernt. Zudem erfordern die mehrmaligen Zeitsprünge Konzentration beim Lesen, denn die Hauptprotagonist:innen spielen in allen Zeitabschnitten in der ein oder andere Weise eine Rolle. Dadurch das die Geschehnisse nicht chronologisch erzählt werden, kann man hier schon mal ins trudeln geraten. Dennoch ist das Buch ein Erlebnis für sich, welches mir in seiner Gesamtheit gut gefiel. Besonders gerne mochte ich Szenen die sich mit den persönlichen Befindlichkeiten der Hauptprotagonist:innen befassten, da die Charakterzeichnungen rundum gelungen sind. Dafür hätte die Autorin auch gerne etwas weniger ausführlich die Seeschlachten und den Alltag auf dem Schiff schildern dürfen. Langweilig wurde es trotzdem an keiner Stelle, zahlreiche überraschende Wendungen sorgten für Abwechslung. Außerdem punktet der Roman mit einem wirklich starken Ende bzw. einer tollen Auflösung.
Mein Fazit: Zeitreiseabenteuer mit wenigen Fantasyelementen und jeder Menge historischem Kontext. Anspruchsvoll, aber lohnenswert!

Bewertung vom 02.09.2022
Die Welt kippt
Tschischwitz, Heiko von

Die Welt kippt


sehr gut

Detailreiche und durchdachte Dystopie – Weltweite Handlungsorte und vielseitige Charaktere

„Die Welt kippt“ von Heiko von Tschischwitz reiht sich ein, in die Reihe der zahlreichen Romane mit Umweltthematik, welche mir in letzter Zeit durchaus häufiger begegnet sind. Trotz des bekannten und aktuellen Themas konnte mich das Buch durchaus fesseln und stellenweise sogar überraschen. Dies lag vor allem an der sehr komplexen Handlung, welche zahlreiche Perspektiven und mehrere Zeitsprünge beinhaltete. Ein besonderer Fokus der Geschichte liegt außerdem auf China und der Rolle des Landes bei der Bekämpfung des Klimawandels. Dabei greift der Autor auch reale Projekte auf, Infos zu diesen gibt es sogar im Nachwort. Im Gesamten entstand so eine packende, wie auch erschreckend realistisch anmutende Geschichte. Durch die vielschichtigen Protagonist:innen gibt es zudem Einblicke in sehr unterschiedliche Lebens- und Sichtweisen. Allerdings hätte ein wenig Straffung der Erzählung meiner Meinung nach durchaus gut getan. Zu viele Nebenhandlungsstränge lassen die Charaktere zwar greifbarer und authentischer wirken, sorgten im Gesamten allerdings auch für Längen. Dennoch überzeugte mich das Buch sowohl inhaltlich wie auch argumentativ so sehr, dass ich immer noch gute 4 Sterne vergeben mag. Auch wenn der Fokus durchaus auf den dystopischen Elementen liegt, gibt es auch erste Lösungsansätze und eine sehr differenzierte Auseinandersetzung mit einem hochkomplexen Thema. Der Schreibstil machte es mir angenehm leicht, den Geschehnissen zu folgen und las sich durchgängig flüssig.

Bewertung vom 27.08.2022
Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. / Emer Murphy Bd.1
Getz, Kristine

Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. / Emer Murphy Bd.1


ausgezeichnet

Rasant und wendungsreich - Ein wahrhaft gelungenes Thriller Debüt

„Poppy“ von Kristine Getz widmet sich einem aktuellen wie auch vielschichtigen Thema, denn das anfängliche Setting ist in der heutigen Zeit sicherlich kein Einzelfall und macht die Geschichte gerade deswegen interessant. Im Mittelpunkt der Handlung stehen zunächst die zweijährige Poppy, ihre Mama Lotte und Papa und Blog-Manager Jens. Schnell zeigen sich dann allerdings Risse in der scheinbar wunderschönen Familienidylle. Als Poppy dann auch noch verschwindet, wechselt die Erzählperspektive zunehmend hin zur Ermittlerin Emer. Mit ordentlich Tempo und zahlreichen überraschenden Twists erzählt, gefiel mir dieser fesselnde Thriller richtig gut. Oslo ist als Handlungsort zwar eher nebensächlich und auch das Tempo unterscheidet das Buch meiner Meinung nach von so manchem anderen nordischen Krimi. Die eigenbrötlerische und psychisch angeschlagene Kommissarin Emer bediente hingegen das ein oder andere Klischee, was mich allerdings nicht weiter störte, da sie dennoch authentisch und nahbar rüber kam. Die Geschichte ist darüber hinaus wirklich an keiner Stelle langweilig und durch die mehrmaligen Wendungen und neuen Enthüllungen stellte sich eine regelrechte Sogwirkung ein. Auch der Schreibstil sorgte dafür, dass ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Er liest sich wirklich super angenehm und leicht. Auch die kurzen knackigen Kapitel mit gut gewählten Perspektivwechseln treiben das Lesetempo voran. Alles in allem ist „Poppy“ eine äußerst spannende und kurzweilige Lektüre, welche ich allen Thriller Fans nur empfehlen kann. Gerne würde ich auch weitere Bände mit Ermittlerin Emer lesen, denn zusammen mit ihrem Team konnte sie mich wirklich überzeugen. Deswegen vergebe ich natürlich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 19.08.2022
Der Mann, der vom Himmel fiel
Tevis, Walter

Der Mann, der vom Himmel fiel


ausgezeichnet

Philosophisch, eindrücklich und erstaunlich zutreffend – Ein Klassiker in neuer Übersetzung

Um „Der Mann, der vom Himmel fiel“ von Walter Tevis wirklich beurteilen zu können, ist es meiner Meinung nach, immens wichtig sich bewusst zu machen wann das Buch geschrieben wurde. Denn jetzt in unserer heutigen Zeit liest es sich leicht und einige der Gegebenheiten der Handlung sind für uns mittlerweile selbstverständlich, so dass man als Sci-Fi-Fan enttäuscht werden könnte. Mit dem Wissen allerdings, dass dieses Werk bereits im Jahr 1963 geschrieben wurde, wuchs meine Hochachtung vor dem Autor und seiner Leistung. Dieser schuf nämlich, mit seinem Schreibstil und dem inhaltlichen Fokus, eine modern anmutende Geschichte welche sich noch dazu äußerst spannend liest. Obwohl es sich beim Hauptprotagonisten um einen Außerirdischen handelt, würde ich das Buch dennoch nicht als reine Science Fiction einordnen. Vielmehr wird aus Sicht des fremden „Besuchers“ ein kritischer Blick auf die Menschheit und ihr Verhalten geworfen. Gesellschaftskritisch und pointiert geschrieben, ist diese Geschichte einfach nur lesenswert! Manche Fantasie des Autors erscheint heute fast schon prophetisch, auch wenn Einiges etwas überspitzt dargestellt wird. Der Schreibstil machte es mir außerdem leicht den Roman zu genießen, da er flüssig und spielerisch leicht zu lesen war. So entstand ein angenehm flottes Lesetempo, welches mir dennoch ermöglichte die Handlung vollumfänglich aufzunehmen. Alles in allem ist „Der Mann, der vom Himmel fiel“ eine lohnenswerte Lektüre, welche mich voll und ganz in ihren Bann zog.
Mein Fazit: Ein Klassiker den man auf dem Schirm haben sollte. Absolute Leseempfehlung!