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Mel.E
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Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 02.10.2016
DNA / Kommissar Huldar Bd.1
Sigurdardóttir, Yrsa

DNA / Kommissar Huldar Bd.1


sehr gut

"DNA" ist ein solider Thriller, der aber leider einige Längen aufweist. Gewünscht hätte ich mir einen höheren Spannungsbogen. Durch Titel und Cover angesprochen widmete ich mich dem Klappentet und erhoffte mir spannendes Lesevergnügen. Dies bekam ich auch geliefert, obwohl ich hier und da einige Kürzungen ansprechender gefunden hätte. Eigentlich mag ich es sehr, wenn Figuren ein Eigenleben entwickeln und ihre Privatsphäre hinter den Ermittlungen bekannt werden. In "DNA" ist dies eher so, dass es den Lesefluss ein klein wenig zu bremsen vermochte, denn nach den brutalen Morden wäre ich lieber auf falsche Fährten geführt worden oder hätte meinen eigenen Instinkten folgen wollen. Das Ende ist bombastisch gelungen und hat mir letztendlich doch noch Hochspannung beschert.
"DNA" beginnt mit einer Tragödie und diese wird am Ende dann noch einmal verdeutlicht. Man kann es Psychose nennen oder auch einen Rachfeldzug, der dem Titel des Buches mehr als gerecht wurde. Auch das Klebeband auf dem Cover wird im Verlauf der Story einen Platz einnehmen können. Es ist grausam und brutal. Einen der Morde wird von einem Kind begleitet. Ein Kind, welches sich unter dem Bett befindet und mitbekommt, wie ihre Mutter stirbt. Dies ist der rote Faden, der sich durch den Thriller zieht, obwohl eben auch "DNA" einen hohen Stellenwert hat, der aber nur zu Beginn und Ende deutlich wird.
Letztendlich hat mir der Thrillerauftakt einer Buchreihe um ein neues Ermittlerduo gefallen, obwohl mir wie gesagt zwischendurch die Hochspannung fehlte, die ich mir erwünscht hätte. Solide, gut zu Lesen und mit einem gewissen Potential sich weiterzuentwickeln, möchte ich gerne eine Leseempfehlung aussprechen. Die Protagonisten sind deutlich gezeichnet, eine sehr detaillierte Sprache sorgen für Authentizität, die Story ist letztendlich nachvollziehbar und einige Überraschungen am Ende geben "DNA" eine gewisse Würze. Nicht perfekt, aber dennoch lesenswert.

Bewertung vom 01.10.2016
Irgendwo im Glück
McPartlin, Anna

Irgendwo im Glück


ausgezeichnet

"Irgendwo im Glück" entwickelt eine Eigendynamik, die zu Beginn des Lesens noch nicht ersichtlich war. Die Tragödie, die das Buch bereit hält, hat mich völlig fassungslos zurückgelassen, denn es hätte auch anders verlaufen können und ehrlich gesagt hätte ich es mir sehr gewünscht. Ich las den Roman mit den Augen einer Mutter und war daher wirklich schockiert und hatte letztendlich auch ein klein wenig Pipi in den Augen.
Insgesamt fand ich die Story wirklich unglaublich schön dargestellt, denn sie war vermischt durch Hoffnung, Trauer und Schmerz. Schmerz durch häusliche Gewalt und eine starke Frau, die ihrer Ehe endlich entfliehen kann, um gemeinsam mit ihren Kindern und ihrer Mutter ein neues Leben anzufangen. Als bei Bridie Demenz festgestellt wird, wächst die Familie noch weiter zusammen. Man merkt schnell, das die Zeit eine andere ist als unser Heute. Heute heiratet niemand mehr um ein Kind nicht alleine großziehen zu müssen. Die Ehe mit Danny ist angefüllt mit Angst und Gewalt und wurde nur aufgrund einer Schwangerschaft eingegangen. Warum hat Maisie sich nicht gewehrt? Warum hat Maisie nicht die Kraft aufgebracht Nein zu sagen? Für mich ist dies mit den Erfahrungen die ich sammeln durfte nicht unbedingt nachvollziehbar, Danny war schon von Anfang an gewalttätig und es zeigt sich schnell, dass er seine Frau nicht wertschätzen wird, sondern verprügeln und dabei auch vor seinem Kind nicht Halt machen wird. Mir brach das Herz mehrfach und Maisie hat im Verlauf der Story mehr als einen Sympathiepunkt einheimsen können.
Letztendlich beinhaltet "Irgendwo im Glück" eine echte Tragödie, die der Zeit in der sie spielt absolut gerecht werden konnte. Erziehung spielt eine sehr große Rolle, denn Raven ist geprägt durch seine Eltern und deshalb ist sein Verhalten erklärlich. Auch in dieser Situation glänzt Maisie, denn sie verurteilt nicht, sondern umarmt und vergibt.
Da mich die Autorin schon mit "Die letzten Tage der Rabbit Hayes" schon begeistern konnte, war meine Erwartungshaltung dementsprechend groß und ich wurde nicht enttäuscht. Mich hat der Roman zutiefst bewegt und es ist schon etwas länger her, dass mein Herz für einen Augenblick still stand und ich am liebsten nicht weitergelesen hätte, da ich zutiefst schockiert war. Sehr, sehr gerne eine Leseempfehlung an einen Roman, der komplett ohne Kitsch auskommt und unbedingt zwischen den Zeilen gelesen werden muss.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.09.2016
Wildblumen im Schnee
Strayed, Cheryl

Wildblumen im Schnee


ausgezeichnet

"Wildblumen im Schnee" ist ein Roman, der Trauer und Hoffnung miteinander verbinden konnte. Jemanden in einem Sterbeprozess zu begleiten ist schmerzhaft und verlangt alles an Emotionen innerhalb einer Familie. Während der eine sich mit Selbstmordgedanken plagt, der andere sich durch Drogen betäubt und der andere sich mit Sex am Nachdenken hindert, gilt für alle, das ein geliebter Mensch gehen wird und der Umgang miteinander ein anderer sein wird, sobald Teresa ihrem Krebsleiden erlegen sein wird. Gleich zu Beginn ist echter Schmerz spürbar und das Warten und Hoffen deutlich. Die Veränderungen durch den Tod der Mutter / Ehefrau mehr als spürbar. Als Leserin setzt man sich tatsächlich mit der eigenen Sterblichkeit auseinander oder dem Trauerprozess, der darauf folgt, wenn man selbst Hinterbliebene ist. "Wildblumen im Schnee" erzählt eine sehr eindrückliche Geschichte, die nichts beschönigt. Es ist aber nicht nur von Schmerz zu lesen, sondern auch von Hoffnung und einigen positiven und auch negativen Begebenheiten, die davon erzählen, dass das Leben weitergehen muss, auch wenn etwas fehlt und nicht ersetzt werden kann. Auf einem Grab wachsen wilde Blumen, die ihre eigene Geschichte erzählen wollen, da auch wenn etwas endet, etwas Neues entstehen kann. Der Weg dahin ist für Bruce, Claire und Joshua mit vielen traumatischen, schmerzlichen Erlebnissen verknüpft, die aber im Nachhinein die Familienbande verstärken. Unausgesprochenes, unverzeihliches wird eine eigene Geschichte erzählen und letztendlich die warmherzige Story verstärken.

"Wildblumen im Schnee" ist mitunter oberflächlich, kitschig und vorhersehbar, dennoch ist es ein Roman, auf den ich mich wunderbar einlassen konnte. Vielleicht ist die Story auch nicht neu und trotzdem erwärmte sie mein Herz und ließ mich am Ende den Roman sehr zufrieden zusammenklappen. Vielleicht trug ich in dem Moment ein Lächeln im Gesicht, da sich die Protagonisten definitiv weiterentwickelt haben und sich nicht mit ihrem Schmerz verbunden haben.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen Roman, der Trauer in Hoffnung verwandeln konnte. Kurzweilig und definitiv unterhaltsam, da es eine Story beinhaltet, die jeden von uns betreffen könnte. Daher kommt eine gewisse Authentizität hinzu, die aber nur auf die Trauer zu beziehen ist. Alle anderen Probleme, die hier aufgegriffen werden, finden in meinem Leben keinen Platz, machen das Buch aber auf jeden Fall sehr lebendig. Lasst euch einfach überraschen.

★★★★★ (4,5 Sterne)

Bewertung vom 20.09.2016
Todestrank / Kommissar Niels Bentzon Bd.3
Kazinski, A. J.

Todestrank / Kommissar Niels Bentzon Bd.3


ausgezeichnet

Schierling ist der Aufhänger des Thrillers, denn der giftige Pflanzensaft wird uns immer wieder begegnen, auch auf dem Cover und im Buchtitel wird es deutlich hervorgehoben. Wer Schierlingssaft trinkt, wird elendig zugrunde gehen. Die Qualen die der Mensch ertragen muss, sind schmerzhaft und wirklich barbarisch. Warum jemand sich freiwillig diesen Qualen aussetzt, ist mir unbegreiflich. Vielleicht hat aber auch jemand anderes die Finger im Spiel und es ist keine eigene Entscheidung? Zunächst sieht alles nach Selbstmord aus, dennoch wirft der Tod des Psychiaters in der Sicherungsverwahrung Sikringen einige Fragen auf. Wie kann es anders zu lösen sein, als einen Polizisten Undercover einzuschleusen?

Die Grundidee des Thrillers fand ich großartig. Gleich zu Beginn erwacht eine gewisse Spannung, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Ein weiterer Mord in einem anderen Jahrzehnt wird schnell hinzugefügt und wirft lange einige Fragen auf. Deutlich wird schnell, das man niemanden trauen darf, außer sich selbst, sonst hat man schnell verloren. Gerade die hinzugefügte Story rund um Alexander, Rachel und Michael war schnell enttarnt. Ich habe gehofft, dass ich mich in Alexander irre, aber mein Bauchgefühl hat sich wieder einmal bestätigen können. Manchmal ist es einfacher seinen eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen und jemanden dafür zu opfern?

Uns werden Massenmörder, Schizophrene und jede Menge furchteinflössende Menschen begegnen, die zu ihrer und unserer Sicherheit in Sikringen verwahrt werden. Sich freiwillig dort hinzubegeben und wie ein Gefangener behandelt zu werden, erfordert eine Menge Mut. Mut, die Niels Bentzon besitzt und dabei seine Ehe aufs Spiel setzt. Die Ehe zwischen Hannah und Niels befindet sich in einer Krise. Eine gewisse Authentizität wird dadurch hinzugefügt, da Niels dadurch nicht einfach nur wie ein Polizist wirkt, sondern menschliche Züge bekommt. Manchmal muss man völlig verrückte Dinge tun um seine Ehe zu retten. Sich in große Gefahr zu begeben und als gesunder Mensch durch Medikamente berauscht zu werden, gehört meiner Meinung nach nicht dazu, aber es lässt "Todestrank" dadurch sympathischer wirken.



Fazit:
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen Thriller, der sofort an Fahrt aufnimmt. Ab der Mitte des Buches kommt leicht paranormales hinzu, was mich zwar nicht überzeugen konnte, aber letztendlich für den Storyverlauf eine andere Richtung beinhaltet. Manchmal kann man sich Dinge einfach nicht erklären und daran glaube muss man auch nicht, dennoch sind sie oft wichtig, um aus einem Thriller einen Thriller zu machen und dies ist definitiv sehr gelungen.
Auch der Schreibstil lässt mich begeistert auf einen wirklich hochgradigen Thriller zurückblicken. Die 512 Seiten waren zügig gelesen, was natürlich auch am Schriftbild und der gelungenen Story liegen könnte.

Bewertung vom 18.09.2016
Bei den Wölfen
Hall, Sarah

Bei den Wölfen


sehr gut

Ein wundervolles Cover ließ mich auf ein Buch hoffen, welches mich mitreißen kann und meine hohe Erwartung erfüllen kann. Leider empfand ich die Story zu oberflächlich, da es sich fast ausschließlich um Rachel Caine dreht und zu wenig um Wölfe, wie ich es mir erhofft hätte. Rachel ist mir reichlich unsympathisch und konnte nur bedingt mein Herz erwärmen. Der Klappentext spricht eine deutliche Sprache und vielleicht hätte ich mich nicht vom Cover blenden lassen sollen, sondern mich mehr auf den Klappentext konzentrieren sollen, denn dann hätte ich gewusst, dass es sich lediglich um eine Frau und ihre vielen inneren Konflikte drehen wird.
"Bei den Wölfen" ist vielschichtig, was die Genre betrifft. Abenteuer, Drama und Tiergeschichte, obwohl diese wie erwähnt, ein klein wenig zu kurz kam. Es hätte mich ehrlich gesagt mehr interessiert als Rachels unzählige Bettgeschichten.
Der Roman ist zügig gelesen und enthält wundervolle Bilder, die in meinem Kopf entstehen, wenn es sich um Umgebungen dreht, die voller Farbenpracht und Ausschweifungen "Bei den Wölfen" einen gewissen Reiz ausmachten. Leider sind diese nur kurzweilig und anderes nimmt Raum ein, was meine Leselust oft ein wenig geschmälert hat. Natürlich gibt es "Bei den Wölfen" immer wieder Situationen und Begebenheiten, die mich als Leser begeistert haben, daher war nicht alles nur Oberflächlichkeit, sondern auch vollgepackt mit Dingen, die mich regelrecht fesseln konnten. Ich hätte mir wirklich mehr davon gewünscht.
Etwa ab Mitte des Buches wendet sich das Blatt und man bemerkt eine Veränderung der Protagonistin, die zuvor eher ein ausschweifendes Leben führte und nun durch Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft eine positive Entwicklung durchmacht. Familie wird plötzlich wertvoll und verändert auch den Ton des Romans. Auch die Wölfe nehmen nun mehr Raum ein und es wird für mich als Leserin nun doch noch zu dem Roman, den ich mir erhofft hatte. Nun beginnt ein Abenteuer, welches das Leben der Wölfe in Gefahr bringt und eine gewisse Spannung in die letzten Seiten des Romans bringt. Schade, das es nicht schon zu Beginn die Hochspannung aufweisen konnte, die ich mir erhofft hatte.

Fazit:
"Bei den Wölfen" ist ein Roman, der die Lebensgeschichte einer Wolfsexpertin beleuchtet, die nach und nach zu sich selbst findet. Zuvor stand sie sich emotional selbst im Weg und kann im Verlauf der Story über sich hinauswachsen. Echtes Drama innerhalb einer Familie und die Angst zu lieben werden überdeutlich und gehen manchmal tief in die Oberflächlichkeit. Die Wölfe bekommen einen geringen Platz im Roman und werden nur hin und wieder eingefügt. Hier hätte ich mir mehr über das Rudelverhalten und der Welpenaufzucht versprochen, denn dies hätte mich tatsächlich sehr interessiert.

Wer sich mit dem Klappentext auseinandersetzt und sich nicht nur auf das Cover beschränkt, wird einen Roman lesen, der trotz aller Schwächen die ich empfunden habe, mitnehmen kann in das Abenteuer Leben.

Bewertung vom 18.09.2016
Boy in the Park - Wem kannst du trauen?
Grayson, A. J.

Boy in the Park - Wem kannst du trauen?


sehr gut

"Und wenn man etwas Schönes gefunden hat, das einem das Herz berührt, dann bricht man die Suche ab. Man lässt sich von der Schönheit vereinnahmen und gibt sich ihr bedingungslos hin."
Zitat Buch S. 221

"Boy in the Park" hat mich wirklich verwirrt und ich gestehe, dass es dieses war, was den Thriller so gewaltig gemacht hat. Die vielen Personen und Perspektiven zusammenzufügen ist mir tatsächlich erst sehr spät gelungen. Mitunter verfügt der Thriller über einige Längen, die aber dem Lesefluss nicht schaden konnten. Ich bin immer wieder neu von Psychosen / Schizophrenie fasziniert und konnte mich am Ende komplett überrollen lassen. Manche Szenen empfand ich als sehr schmerzhaft für meine eigene angegriffene Seele, da es ein Tabuthema beinhaltet und leider doch noch zu oft totgeschwiegen wird. Erst dann, wenn etwas Schlimmes geschieht, fangen Nachbarn an zu reden, die zuvor geschwiegen haben, da man sich ja nicht einmischt. Ich kriege da regelrecht Wut, will aber nicht näher darauf eingehen, da es der Aufhänger des Thrillers ist und falls ich jetzt schon zuviel gespoilert habe, entschuldige ich mich hiermit in aller Form.
Für mich war "Boy in the Park" absolut hochwertig, wenn auch nicht sofort, da ich erst einmal in die Story hineinfinden musste. Letztendlich hat es mich aber überzeugt, da ich verstanden habe, warum Dylan mitunter komisch reagiert und der Autor mich immer wieder auf falsche Fährten führen konnte. Ein Thriller, der sich entwickeln muss, um echte Spannung aufzubauen und letztendlich ein Gefühl der Leere, Wut, aber auch einen würdigen Abschluss aufweisen konnte. Gewalt erzeugt Gewalt, das ist leider nicht nur ein dummes Sprichwort, sondern in diesem Thriller wahrheit geworden. Es entsetzt mich sehr, wenn ich nur daran denke. Psychischer Schmerz in Form von Schuldgefühlen werden deutlich, die erzeugt wurden durch körperliche Gewalt. Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Ich vergebe eine Leseempfehlung, da ich mich mit menschlichen Abgründen immer wieder gerne auseinandersetze. Oft muss sich eine Story erst entwickeln, um dann letztendlich doch überzeugen zu können. "Boy in the Park" bot mir einiges an Überraschungen und das Ende konnte mich letztendlich für sich gewinnen. Vorher war da nur Wut und Hilflosigkeit, denn ich konnte nicht eingreifen und musste Leid und Schmerz ertragen. Für mich ein abgründiger Thriller, der sich zu einem echten Drama entpuppt.

Bewertung vom 10.09.2016
Bald ruhest du auch
Lorenz, Wiebke

Bald ruhest du auch


ausgezeichnet

"Bald ruhst du auch" konnte mich ebenso begeistern, wie "Alles muss versteckt sein" der Autorin Wiebke Lorenz. Auch die Coverauswahl empfinde ich sehr gelungen. Eine Frauenhand umrahmt von roten Rosen, die auf eine Beerdigung schließen lassen und frische aufgewühlte Erde, die auch dazu passend erscheint.
Was mich immer wieder schockierte ist die Tatsache, dass es Lena scheinbar nicht vorherbestimmt ist ein friedliches Leben zu führen. Die Geheimnisse die sich immer mehr offenbaren gehen wirklich unter die Haut. Ich wurde mitunter komplett überrumpelt vom Verlauf der Handlung, das es mich letztendlich wie gebannt an das Buch gefesselt hat. Erst ist es nur der Tod des Ehemanns, dann erfolgt die Entführung der Tochter und letztendlich ist es Lena, die um ihr Leben fürchten muss. Brutal und voller Hochspannung bis in den Epilog hinein. Im Epilog angekommen empfand ich dann leichte Schadenfreude darüber, das es manchmal doch Gerechtigkeit gibt und niemand ungeschoren davonkommt. Auch wenn diese Gedanken wirklich böse sind und nicht zu mir passen scheinen, fühlte ich mich letztendlich getäuscht und verraten, denn Lena vertraut definitiv den falschen Menschen und dies könnte ihren Untergang bedeuten. Auch ich bin reingefallen und hätte mich in fremde Obhut begeben, die mir nicht wohlgesonnen ist. Manchmal sind Menschen so voller Falsch, das es wirklich wehtut.
"Bald ruhst du auch" erzählt von den Ängsten und Sorgen einer Mutter, die letztendlich als Siegerin hervorgeht, obwohl sie bis dahin einige innere Kämpfe überstehen muss. Emotional konnte mich der Thriller wirklich packen, denn die Geheimnisse, die den Tod des Ehemanns betreffen sind äußerst grausam. Niemand hat es verdient in den Tod gerissen zu werden. Es ist nicht nur ein Autounfall, sondern ein roter Faden, der sich komplett durch den Thriller ziehen konnte. Viele sind involviert und es zeigt sich nicht nur bei einem Menschen ein psychotisches Verhalten. Was mit Liebe und Hilfe getarnt wurde, ist letztendlich Betrug und bleibt nicht ungesühnt. Vielleicht kann Lena schlussendlich doch ein geregeltes Leben führen, welches ihre Tochter Emma einschließt? Lasst euch mitnehmen in einen Thriller, der mir oftmals die Haare zu Berge stehen ließ und mich letztendlich absolut überzeugen konnte, Die Autorin ist sich selbst treu geblieben und bot mir Hochspannung vom Feinsten. Vielleicht hätte es mich nicht so sehr begeistert, wenn ich nicht selbst Mutter wäre und immer vom Guten im Menschen überzeugt wäre? Hier zeigt sich, das man sich nicht immer auf seine eigene Intuition verlassen sollte. Gerne eine Leseempfehlung, da ich mit dem Ausgang der Story wirklich sehr zufrieden war, auch wenn ich viel zu viele Leichen beklagen könnte, die unverdient in den Tod gegangen sind durch Rache oder Geldgier. Selbstmordforen im Internet beängstigen mich immer wieder und ich fand sie in diese Story eingewebt wirklich gigantisch.

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Bewertung vom 08.09.2016
Die Unvollkommenheit der Liebe
Strout, Elizabeth

Die Unvollkommenheit der Liebe


ausgezeichnet

Diejenigen, die uns nahe stehen, sind auch diejenigen, die uns am meisten verletzen können, da sie unsere wunden Punkte kennen oder sie sind gleichgültig indem wie Liebe verteilt werden oder ausgesprochen werden kann. Auf sehr eindrückliche Art und Weise begegnet uns in "Die Unvollkommenheit der Liebe" eben gerade diese Unvollkommenheit der Liebe, die uns verletzt, misstrauisch macht oder uns ausgrenzt. Etwas mehr als 200 Seiten sind zügig gelesen und dennoch breiten sie sich nachdrücklich in seinen Lesern aus, da uns bewusst wird, wie wichtig ein "Ich liebe dich" sein kann, um uns zu gesunden Menschen zu machen. Sei es nun Liebe von Eltern zu ihrem Kind oder auch die Liebe zu meinem Ehepartner, Liebe ist, was man nie vernachlässigen sollte. "Die Unvollkommenheit der Liebe" liest sich zwar wie ein Roman, dennoch ist es auch mit ganz viele kleinen und großen Weisheiten bestückt, die nachdenklich stimmen. Ein Buch, welches mitten ins Herz geht und zwar gerade da, wo es nicht erwartet wird.
"Die Unvollkommenheit der Liebe" erzählt eine Mutter und Tochter Geschichte, die wirklich unvollkommen ist und dennoch von Liebe erzählt. Eine Liebe, die sich nun vielmehr in Taten beweist, als in ausgesprochenen Worten. Es ist auch ein klein wenig Abschied und auch ein Sichfinden nach langer, langer Zeit. Manchmal ist es auch warmherzig und traurig. "Die Unvollkommenheit der Liebe" zeigt auf, wie viele Facetten von Emotionen in unser aller Leben zu entdecken lohnt. Es bringt uns auf der einen Seite zum Staunen, auf der andere Seite erzürnt es auch.
Fehler werden aufgedeckt und andere zugedeckt. Ist es nicht so, das wir alle auf der Suche sind, danach wertgeschätzt und geliebt zu werden? Dieses ist es, was uns in "Die Unvollkommenheit der Liebe" begegnet. Ein echter Buchschatz, den es zu entdecken lohnt. Leseempfehlung!

0 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.09.2016
Die Wahrheit
Raabe, Melanie

Die Wahrheit


sehr gut

"Die Wahrheit" löste in mir ein sehr beklemmendes Gefühl aus, da ich die Wahrheit erst sehr spät erkannte und es der Autorin wirklich gelungen ist, mich komplett herauszufordern. Ich konnte die Gesinnung des Fremden nicht erkennen und es beängstigte mich.

Sarah ist gerade dabei, ihr Leben neu zu ordnen, als sie den Anruf bekommt, das ihr Mann nach sieben Jahren Abwesenheit nach Hause kommt. Dies wird deutlich, da das Cover eine abgeschnittene Haarsträhne zeigt, die auf eine Typveränderung hinweist. Ich habe oft an Freundinnen erlebt, dass ein Friseurbesuch oder eine andere Haarfarbe einen neuen Lebensabschnitt einläutet. Welch ein Wunder und welch ein Eingriff in das Leben, welches Sarah sich aufzubauen versuchte.
Der Mann, der dem Flugzeug aus Südamerika entsteigt, ist Sarah unbekannt und schleicht sich nun in ihr Leben. Niemand will ihr helfen und mitunter erkenne ich Wahnsinn, welcher den Fremden, als auch Sarah betrifft. Sarahs innere Not wird deutlich und sie weiß tatsächlich nicht, wem sie noch vertrauen soll. Gerüchte und Gefühle nehmen überhand und verwirren zusehends. Der Gedanke mit jemanden zusammenzuleben, der mir gänzlich unbekannt ist, wirkte sehr bedrohlich auf mich und gab dem Thriller eine gewisse Würze, die aus Angst und der Suche nach Wahrheit besteht. Der Titel des Thrillers ist optimal gewählt, da irgendwann deutlich wird, welch Geheimnisse auch Sarah in ihrem Leben vergraben hat.

Nachdem mir "Die Falle" (Rezension -> HIER!) der Autorin wirklich sehr zugesagt hat, war ich neugierig darauf, ob Melanie Raabe mich auch mit "Die Wahrheit" überzeugen kann, Ihr Schreibstil ist originell und konnte mich regelrecht packen. Ich nahm einen enormen Spannungsbogen wahr, der sich schnell aufbaut und sich fast komplett durch das Buch zog. Das Ende ist etwas eigentümlich, da ich es kaum fassen konnte, welche Wende die Story letztendlich nimmt. Es erscheint mir leicht unglaubwürdig und hat mich schlussendlich leider nicht überzeugen können, Dies ist mein winzigkleiner Kritikpunkt, da ich sonst auf einen Thriller zurückblicke, der letztendlich Wahrheiten präsentiert, die von einem Leben zeugen, welches nicht nur Glanz und Glamour war, sondern auch von echten Schwierigkeiten innerhalb einer Ehe, einer Elternschaft und Familie zeugten. Dies wirkt auf der einen Seite sehr authentisch, auf der anderen Seite allerdings leicht oberflächlich. Daher muss ich also auch leichte Kritik loswerden, obwohl der Großteil der Story wirklich überzeugend und mit einem roten faden versehen war. Die Verwirrung die der Fremde stiftet, ist wirklich sehr gelungen und haben ein echtes Gruselgefühl in mir ausgelöst.

Insgesamt habe ich "Die Wahrheit" mit einem großen Gefühl der Zufriedenheit beendet, auch wenn ich hier und da leider nicht gänzlich überzeugt war. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus an einen Thriller, der große Verwirrung stiftet und irgendwann auch tatsächlich "Die Wahrheit" erzählt. Lasst euch einfach überraschen.

★★★★