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hapedah

Bewertungen

Insgesamt 736 Bewertungen
Bewertung vom 30.10.2020
Wer das Dunkel ruft / Kaleidra Bd.1
Licht, Kira

Wer das Dunkel ruft / Kaleidra Bd.1


ausgezeichnet

Kurz vor dem Schulabschluss besucht Emilia mit ihrer Klasse ein Museum, in dem das geheimnisvolle Voynich-Manuskript ausgestellt ist. Zu ihrem Erstaunen liest sie einen verschlüsselten Text, wo ihre Freunde nur seltsame Zeichen sehen. Kurz darauf wird sie von Ben angesprochen, der sich als Goldalchemist einer geheimen Loge entpuppt. Von ihm erfährt Emilia, das sie selbst eine Silberalchemistin ist, zu deren besonderen Gaben das Entschlüsseln von Geheimcodes gehört und dass die Goldloge ihre Hilfe benötigt. Doch auch der rivalisierende Quecksilberorden möchte Emilias Talent für sich nutzen und greift sie immer wieder an.....

"Kaleidra - Wer das Dunkel ruft" ist der erste Teil einer fantastischen Trilogie von Kira Licht, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Bisher hat mich die Autorin mit keinem ihrer Bücher enttäuscht, auch Kaleidra hat mich wieder ganz überzeugt, ich kann also sagen, dass Kira Licht inzwischen in die Reihen meiner liebsten Autoren aufgestiegen ist. Mit Emilia hat sie eine Protagonistin geschaffen, die mir schnell sympathisch war, auch die anderen Figuren waren umfassend beschrieben, so dass ich die Personen beinahe vor mir gesehen habe.

Den Hintergrund der Geschichte bildet dieses mal Rom, es ist eine der Stärken der Autorin ihre Romane immer wieder an neuen Orten anzusiedeln, auch inhaltlich unterscheidet sich dieses Buch von Allem, was ich bisher gelesen habe. Die Alchemisten kämpfen mit verschiedenen Elementen, diese Idee hat mir besonders gut gefallen - nebenbei werden Kenntnisse aus dem Chemieunterricht aufgefrischt.

Auch der Schreibstil und die Spannung, die sich konsequent durch die gesamte Handlung zieht, haben mich begeistern können. Einige witzige Dialoge zwischen Emilia und den anderen Alchemisten haben für mich das Tüpfelchen auf dem i gebildet. Damit hat dieser Roman alles, was ich von einer guten Fantasygeschichte erwarte und ich gebe gern eine Leseempfehlung dafür. Da es sich um den ersten Band einer fortlaufenden Trilogie handelt, endet das Buch mit einem überraschenden Cliffhanger und ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung in die Finger zu bekommen.

Fazit: Der Auftakt der fantastischen Kaleidra-Trilogie hat mich gefesselt und begeistert, ich empfehle es gern an Alle weiter, die Fantasy mit einem Hauch Romantik mögen.

Bewertung vom 29.10.2020
Cheeky Room Mate (eBook, ePUB)
Kingsley, Claire

Cheeky Room Mate (eBook, ePUB)


sehr gut

Die Lektorin Kendra hat sich vor kurzem selbstständig gemacht und möchte ein Zimmer ihres Hauses vermieten, um den finanziellen Engpass zu überbrücken. Der erfolgreiche plastische Chirurg Weston benötigt vorübergehend eine Unterkunft, da sein Haus renoviert wird, Kendras Bruder vermittelt Weston das Zimmer, ohne zu ahnen, dass der es gewöhnt ist, seine Mitmenschen durch Unfreundlichkeit auf Distanz zu halten. Doch nach einem Unfall ist Kendra die Einzige, die sich um Weston kümmert und langsam lässt er sie hinter seine schroffe Fassade blicken.

"Cheeky Room Mate: Weston und Kendra" ist der zweite Teil von Claire Kingsleys Bookboyfriends-Reihe. Da in jeder der Geschichten ein anderes Paar im Mittelpunkt steht, kann der Roman auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden. Es handelt sich hier um einen netten Liebesroman, der mir einige angenehme Lesestunden beschert hat, sich aber nicht großartig aus der Masse ähnlicher Literatur abheben konnte.

Kendra ist eine Protagonistin, die mir von der ersten Seite an sympathisch war, Weston dagegen lässt erst mal seine unfreundliche Seite raus hängen. Doch das liegt natürlich nur daran, dass er seine Mutter früh verloren hat und er sich von seinem forderndem, kalten Vater abgrenzen möchte. Damit bedient der Gute das Harte-Schale-Weicher-Kern-Klischee perfekt. Denn nach und nach öffnet er sich Kendra gegenüber und sieht ein, dass auch andere Leute keine perfekte Familie habe und dennoch freundlich sein können. Auch die Wandlung von Abneigung zu Liebe entspricht einem altbewährtem Schema, das die Autorin mit leichter Feder zu einem angenehmen Leseerlebnis gestaltet hat. Für Freunde romantischer Literatur durchaus ein lesenswertes Buch.

Fazit: Der Schreibstil führt locker und flüssig durch die Liebesgeschichte, für mich ist der Roman eine leichte Unterhaltung für zwischendurch, angenehm zu lesen, aber nichts, was bleibenden Eindruck hinterlässt

Bewertung vom 29.10.2020
Alabasterball
Gurian, Beatrix

Alabasterball


gut

Vor einem Jahr wurde Amy zum geheimnisvollen Alabasterball eingeladen, doch ihre Schwester Sunny hatte sich Amys Kleid und Einladung angeeignet und ist seit der Ballnacht wie vom Erdboden verschwunden. Um sie zu finden verschafft sich Amy mit einer fremden Einladung Zugang zur Insel Kallystoga, auf der in drei Tagen der märchenhafte Ball statt finden soll. Nur drei Jungen und drei Mädchen sind eingeladen, dort um die Ehrung als Ballkönig und -königin zu kämpfen. Doch in den drei Tagen auf der Insel geschehen mysteriöse Dinge und Amy glaubt immer wieder, ihre Schwester zu hören....

"Alabasterball" von Beatrix Gurian habe ich durch eine Leseprobe kennen gelernt, die mich auf den Rest der Geschichte neugierig gemacht hat. Der Anfang ist spannend und geheimnisvoll und ich war schnell in der Geschichte versunken. Leider konnte sich dieser gute Eindruck nicht über die gesamte Handlung hinweg halten. Dabei ist weder das Grundgerüst der Erzählung noch der Schreibstil wirklich schlecht, ich habe das Buch in einem Rutsch durch gelesen, es war also auch durchaus spannend.

Dennoch hatte ich zwischendrin das Gefühl, die Autorin hat verschiedene märchenhaft-mythische und stellenweise auch düstere Abschnitte von bekannten Geschichte in den Mixer geworfen und alles wild vermischt. Das Ergebnis wirkte auf mich ziemlich unrund und teilweise oberflächlich abgehandelt. Damit verschenkt der Roman leider viel Potential, auch beim Ende hätten mir eine etwas längere Ausarbeitung besser gefallen.

Fazit: So richtig hat dieser Roman nicht gehalten, was ich mir vom Klappentext und der Leseprobe her versprochen hatte - doch trotz der teilweise unrunden Handlung hat sich die Geschichte spannend lesen lassen.

Bewertung vom 28.10.2020
Promises of Tomorrow / CRACKS Bd.2 (eBook, ePUB)
Cosway, L. H.

Promises of Tomorrow / CRACKS Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Zehn Jahre nach den Ereignissen aus "Dreams of Yesterday" lebt Evelyn inzwischen in New York und arbeitet als Bedienung in einer Bar. Dylan hat seinen früheren Traum wahr gemacht und mit der Kreation eigener Parfums ein Vermögen verdient. Als die Beiden sich wieder treffen, stellen sie fest, dass da immer noch etwas zwischen ihnen ist - doch Evelyn ist sich zunächst nicht sicher, ob sie sich erneut auf eine Beziehung mit ihrer ersten großen Liebe einlassen will.

"Promises of Tomorrow" von L.H. Cosway ist der zweite Band der Dilogie "Cracks" und ich finde man sollte vorher unbedingt Band eins "Dreams of Yesterday" gelesen haben. Wie schon im Vorgänger habe ich die Figuren, das Setting und den angenehm lockeren Schreibstil sehr gemocht und war schnell wieder in Dylans und Evelyns Welt abgetaucht. Die Autorin versteht es, in ihren Romanen eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, so dass ich die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite sehr genossen habe.

Auch hier hat mich im Klappentext irritiert, dass von einem gemeinsamen Traum die Rede war, den Dylan allein verwirklicht hat - es war von Anfang an sein Traum gewesen, auch wenn er im ersten Teil versucht hat, Evelyn zu überzeugen, dass sie mit ihm geht und er sie braucht, um diesen Traum zu verwirklichen. Auch in dieser Geschichte ist es einfach schön, die Dynamik zwischen den Protagonisten mit zu erleben und zu sehen, wie sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt haben.

Das Ende war genau wie beim ersten Band dann recht knapp gefasst und kam überraschend, vielleicht ist das ja typisch für L.H. Cosway, dennoch wirkte es auf mich so, als ob sie nach der ausführlichen und emotionalen Liebesgeschichte plötzlich keine Lust mehr zum Weiterschreiben gehabt hätte und das Ende dann auf wenige Seiten gequetscht hat. Deshalb sind es in der Bewertung wieder nur 4 anstatt 5 Sterne geworden, doch nichtsdestotrotz spreche ich gern eine Leseempfehlung an alle Freunde romantischer Literatur aus.

Fazit: Wie schon beim Vorgängerband habe ich die Protagonisten und den wunderbar leichten Schreibstil sehr gemocht, nur das Ende hätte für meinen Geschmack ein paar Seiten ausführlicher sein dürfen. Dennoch empfehle ich die romantische Dilogie gern weiter.

Bewertung vom 28.10.2020
Dreams of Yesterday / CRACKS Bd.1 (eBook, ePUB)
Cosway, L. H.

Dreams of Yesterday / CRACKS Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Evelyn Flynn lebt in einem sozialen Brennpunkt von Dublin. Eines Tages hilft sie Dylan, der im selben Block wohnt, sich vor einer Bande von Schlägern zu verstecken. In den nächsten Tagen treffen Dylan und Evelyn immer wieder aufeinander und langsam entwickelt sich eine zarte Liebe zwischen den beiden Jugendlichen. Doch während Dylan sicher ist, dass er nach dem Schulabschluss in die USA auswandern wird, glaubt Evelyn, dass ihre Zukunft in Dublin liegt, sie plant, sich um ihre pflegebedürftige Großmutter zu kümmern. Wird Dylan sie überzeugen können, alles hinter sich zu lassen und ihn zu begleiten?

"Dreams of Yesterday" ist das erste Buch von L.H. Cosway, das ich gelesen habe und es hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Evelyn, Dylan und auch ihre Freunde und Verwandten sind umfassend beschrieben, so dass ich mir die Figuren gut vorstellen konnte. Auch der Hintergrund war plastisch dargestellt, beim Lesen war ich tief in der Buchwelt versunken und habe die Liebe, die sich zwischen den Protagonisten entwickelt, beinahe mit gefühlt. Der Schreibstil war angenehm flüssig und ich habe mich in der Atmosphäre des Roman sehr wohl gefühlt.

Was mich irritiert hat, war hier der Klappentext, der nicht mit der Geschichte übereinstimmt, die ich gelesen habe. Denn es ist nur Dylans Traum, Irland hinter sich zu lassen und mit einem eigenen Unternehmen in Amerika erfolgreich zu sein. Evelyn hingegen glaubt, auch in ihrem herunter gekommenen Wohnviertel die Chance auf eine glückliche Zukunft zu haben. Die Entscheidung, die im Klappentext angesprochen wird, muss sie erst im letzten Viertel der Geschichte treffen, der Großteil der Handlung beschreibt die Entwicklung der Liebesgeschichte und das Alltagsleben der Protagonisten.

Das Ende war für meinen Geschmack zu knapp und plötzlich, es wirkte, als habe die Autorin nach dem bis dahin so detailliert ausgearbeitetem Verlauf keine Lust mehr zum Weiterschreiben gehabt. Ein paar Seiten mehr um den Abschluss abzurunden hätten mir hier besser gefallen, dafür ziehe ich einen Stern in der Bewertung der sonst so zauberhaften Liebesgeschichte ab. Trotzdem empfehle ich dieses Buch - und seine Fortsetzung - gern an alle romantischen Leser weiter.

Fazit: Die zarte Liebesgeschichte, die sich in einem sozialen Brennpunkt entwickelt, ist von der Autorin in wunderbar zu lesendem Schreibstil verfasst. Nur das Ende schien mit etwas schnell und lieblos hin geworfen, dennoch gebe ich gern eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 26.10.2020
Sal
Kitson, Mick

Sal


ausgezeichnet

Unaufgeregt erzählte Geschichte eines außergewöhnlichen Mädchens

Mit ihrer kleinen Schwester Peppa flieht Sal in die schottische Wildnis, denn sie befürchtet, dass das Jugendamt sie trennen wird, wenn die familiären Zustände bekannt werden. Um in den Wäldern überleben zu können, hat sich Sal akribisch vorbereitet, viel Survival-Wissen aus Youtube-Videos gelernt und die benötigte Ausrüstung beschafft. Zunächst scheint Sals Plan aufzugehen, doch als Peppa krank wird, ist es gut, dass die ehemalige Ärztin Ingrid, die ebenfalls in einer Hütte fern aller Zivilisation lebt, den Mädchen hilft.

"Sal" von Mick Kitson ist ein Buch über ein ungewöhnliches Mädchen, für ihre dreizehn Jahre ist die Protagonistin sehr ruhig und überlegt. Ruhig ist auch der Erzählstil, dennoch hat mich die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die Handlung wird aus Sals Perspektive in der Ich-Form erzählt, zwischen dem aktuellen Fortgang ihres Abenteuers schweifen die Gedanken des Mädchens immer wieder in die Vergangenheit, so dass sich dem Leser nach und nach das Grauen erschließt, vor dem Sal mit ihrer Schwester geflohen ist, um Peppa zu schützen.

Auch Ingrids Vergangenheit lernt der Leser mit den Mädchen bei abendlichem Erzählen am Feuer kennen. Der Autor versteht es, dieses Abschweifen zu vergangenen Ereignissen nahtlos in den Tagesablauf der Figuren einzufügen, so dass die Handlung strukturiert wirkt und ich beim Lesen immer ein wenig mehr aus dem Leben der Mädchen und der alten Frau erfahren habe.

Sals nüchterne Art über die alkoholkranke Mutter und deren übergriffigen Freund zu berichten, hat den Schrecken für mich lebendig werden lassen. Die Figuren und auch der Hintergrund waren so umfassend und realistisch beschrieben, dass ich bald das Gefühl hatte, mit Sal und Peppa durch die Wildnis zu streifen. Insgesamt hat mich dieses Buch sehr bewegt und es wird einen bleibenden Eindruck hinterlassen, daher spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Unaufgeregt erzählt Mick Kitson von einem außergewöhnlichen Mädchen, das sich von klein auf in unhaltbaren familiären Zuständen um die alkoholabhängige Mutter und die kleine Schwester kümmern musste. Der ruhige, schlichte Erzählstil transportiert das Grauen, vor dem Sal mit Peppa flieht, realistisch und beklemmend, doch ihr Leben in der Wildnis ist von Optimismus geprägt. Mich hat die Geschichte gefesselt und berührt, darum empfehle ich sie gern weiter.

Bewertung vom 23.10.2020
Rules For Being A Girl (eBook, ePUB)
Bushnell, Candace; Cotugno, Katie

Rules For Being A Girl (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Jugendgeschichte, die sich mit wichtigen Themen auseinander setzt

Marin ist siebzehn Jahre alt und führt ein durchschnittliches Teenagerleben, sie hat eine beste Freundin, geht seit einem Jahr mit Jacob aus und ist in ihrer Schule beliebt und anerkannt. Im Englisch-Leistungskurs ist sie eine der Besten und ist sicher, nach dem Schulabschluss einen Platz an der gewünschten Eliteuniversität zu bekommen. Als der allseits beliebte Lehrer Bex sie gegen ihren Willen küsst, beginnt Marin gegen all die ungeschriebenen Regeln zu rebellieren und bemerkt immer mehr, wie viel Diskriminierung in ihrem Schulalltag als selbstverständlich hin genommen wird.

"Rules For Being A Girl" von Candace Bushnell und Co-Autorin Katie Cotugno prangert feinfühlig das Thema Diskriminierung im Alltag an, der Leser erlebt an Marins Seite ihre Entwicklung und die Erkenntnisse, die sie im Lauf der Handlung findet. Das Buch habe ich auf den dringenden Wunsch meiner elfjährigen Tochter besorgt, laut Verlagsangabe entspricht sie der empfohlenen Altersgruppe. Nach einer Leseprobe war ich zunächst sehr unsicher, ob die Geschichte wirklich schon für sie geeignet ist, jetzt nachdem ich den Roman zu Ende gelesen habe, glaube ich, dass die Altersempfehlung in Ordnung ist.

Zweifel hatte ich wegen einer Szene am Anfang, in der die Protagonistin mit ihrem Freund "parkt" und sich dabei Gedanken macht, wie weit sie ihn gehen lassen möchte. Doch ich finde dieses Thema wird behutsam formuliert, später rückt eher Marins Auseinandersetzung mit den Regeln, die nirgends aufgeschrieben sind und doch für den Großteil ihrer Mitschüler Gesetz zu sein scheinen, in den Vordergrund. Wenn ich meine Tochter und ihre Freundinnen ansehe, denke ich, genau jetzt befassen sie sich mit ihrer eigenen Entwicklung und der Welt um sich herum, jetzt lernen sie "die Regeln ein Mädchen zu sein" und daher sehe ich genau jetzt den richtigen Zeitpunkt, sich mit dieser Lektüre auseinander zu setzen.

Auch mir selbst hat das Buch einige Denkanstöße gegeben, wie oft nehmen wir im Alltag etwas als Selbstverständlichkeit hin, nur weil es eben immer schon so war. Candace Bushnell ermutigt ihre Leser*innen, Dinge zu hinterfragen und genauer hin zu sehen. Dabei liest sich ihre Geschichte angenehm, wie ich es von einem Jugendbuch erwarte. Für diesen aufrüttelnden Roman gebe ich eine unbedingte Leseempfehlung.

Fazit: Während der flüssig zu lesenden Romanhandlung werden wichtige Themen angesprochen, mit der Protagonistin werden auch dem Leser die Augen für unterschwellige Diskriminierung geöffnet, daher empfehle ich das Buch gern weiter.

Bewertung vom 22.10.2020
Die Bagage (eBook, ePUB)
Helfer, Monika

Die Bagage (eBook, ePUB)


weniger gut

Am Rande eines Bergdorfes in Österreich leben Josef und Maria Moosbrugger mit ihren Kindern. Besonders Maria fällt in der Dorfgemeinschaft durch ihre Schönheit auf, die Männer träumen von ihr und die Frauen beneiden sie. Als Josef im ersten Weltkrieg eingezogen wird, bittet er den Bürgermeister, sich um Maria und die Kinder zu kümmern - der macht sich allerdings selbst Hoffnung auf die schöne Frau. Als ein Fremder ins Dorf kommt und Maria einige Male besucht, zerreißen sich die Dorfbewohner die Mäuler und als Maria schwanger wird, steht für die Gemeinschaft fest, dass Josef, trotz mehrmaliger Heimaturlaube, nicht der Vater sein kann.

"Die Bagage" ist die Aufzeichnung von Monika Helfers eigener Familiengeschichte, Marias im Krieg gezeugtes Kind Margarethe, Grete genannt, ist die Mutter der Autorin. Leider konnte mich die Geschichte trotz des angenehmen Schreibstils nicht überzeugen, Monika Helfer reiht ihre Gedanken aneinander, wie ein Kind Perlen auf eine Kette fädelt. So springt sie zum Beispiel in der Handlung plötzlich von einem der noch kleinen Moosbrugger-Kinder zu dessen erwachsenem Pendant und erzählt, wie sie selbst als Kind und später als Erwachsene den jeweiligen Onkel erlebt hat. Nach der Bemerkung, wie er gestorben ist, steht er plötzlich wieder als kleiner Junge vor dem Leser.

Nicht nur der sprunghafte Handlungsverlauf hat mich irritiert, auch die Erklärungen zwischendurch, wie die Autorin die Lücken in der Überlieferung ihrer Verwandten durch ihre Vorstellungskraft (zugegeben durchaus gekonnt) ausfüllt, hat in meinem Hinterkopf Fragezeichen aufgeworfen. Was will dieses Buch darstellen? Wie viel Fantasie verträgt eine Familiengeschichte? Wie viele Nebeninformationen benötigt ein Roman? Damit ist dieses Buch für mich nicht wirklich empfehlenswert, die Geschichte konnte mich nicht fesseln und der Inhalt dürfte eher in der Familie von Monika Helfer von Interesse sein, als für eine breite Leserschaft.

Fazit: Trotz Monika Helfers angenehmen Schreibstil fand ich den Handlungsverlauf verworren und die von verschiedenen Familienmitgliedern zusammen getragenen Erinnerungsbröckchen eher willkürlich mit eigenen Gedanken der Autorin vermischt. Damit sehe ich dieses Buch eher als eine Art privater Aufzeichnung und nicht als literarisches Werk für ein fremdes Publikum.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.10.2020
Love & Bullets
Kolakowski, Nick

Love & Bullets


ausgezeichnet

Wie in einem Tarantino-Film

Nachdem er seine früheren Auftraggeber um viel Geld erleichtert hat, ist Bill auf der Flucht und natürlich geht schief, was nur schief gehen kann, der Gebrauchtwagen streikt und unser Flüchtling strandet irgendwo im Nirgendwo. Das bestohlene Gangster-Syndikat hat mehrere Killer losgeschickt, auch Bills Freundin Fiona wurde beauftragt, ihn zu töten, doch die flüchtet lieber mit ihm zusammen, nur scheint es für Leute wie sie keinen Ruhestand zu geben.

"Love & Bullets" von Nick Kolakowski ist eine herrlich abgefahrene Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite königlich amüsiert hat. Allerdings würde ich dieses Buch nicht unbedingt als Thriller bezeichnen, wer Spannung erwartet, bei der man sich die Fingernägel bis zum Nagelbett abknabbert und schon die Herztabletten und ein Glas Wasser bereit stehen hat, wird hier enttäuscht werden. Die trocken-humorvolle Schreibweise, der durchaus spannende, dabei aber ziemlich schräge Handlungsverlauf (bei dem auch einiges an Blut und Gewalt vorkommt) und die teilweise recht skurril beschriebenen Figuren erinnern mich an einen Tarantino-Film.

Neben den Protagonisten Bill und Fiona hatte es mir besonders einer der Killer angetan, der im Roman als Erzähler fungiert. Anfangs berichtet er ungerührt davon, wie er Bills Komplizen erledigt hat, gleichzeitig ergeht er sich in heftigem Selbstmitleid, weil ihn seine Frau verlassen hat. Dieser Typ könnte direkt aus einem Film des oben genannten Regisseurs entsprungen sein, auch die schräge Szenerie passt perfekt dazu. Diese Art Humor ist sicher nicht jedermanns Sache, mich hat die Geschichte prächtig unterhalten und ich empfehle sie gern weiter.

Wer nicht sicher ist, ob ihm Nick Kolakowskis Schreibweise zusagt, sollte sich eventuell zuerst eine Leseprobe zu Gemüte führen, schon die ersten Seiten des Buches geben den Gesamteindruck der Erzählung gut wieder.

Fazit: Die Geschichte hat viel Ähnlichkeit mit einem Tarantino-Film, schräger Humor und skurrile Gestalten kommen genau so vor, wie Szenen voller Gewalt und Blutvergießen, für mich hat sich das Alles zu einem spannenden und unterhaltsamen Gesamtbild zusammen gefügt.

Bewertung vom 15.10.2020
Lost Love / Gods of Ivy Hall Bd.2
Falk, Alana

Lost Love / Gods of Ivy Hall Bd.2


sehr gut

Monate sind seit Erins letzter Begegnung mit Arden vergangen und sie versucht sich auf die Zukunft zu konzentrieren, für ihre Schwester Summer da zu sein und einen Ausweg aus dem Pakt als Rachegöttin zu finden. Doch als Arden wieder am Ivy Hall College auftaucht, wird Erin klar, dass ihre Gefühle für ihn keineswegs schwächer geworden sind. Obwohl der Sohn des Hades abgrundtief böse zu sein scheint, hofft sie darauf, dass noch ein Teil des "anderen Arden", in den sich Erin seinerzeit verliebt hat, in ihm lebt.

"Lost Love" ist der zweite Teil von Alana Falks Dilogie "Gods of Ivy Hall und sollte erst nach Band eins "Cursed Kiss" gelesen werden - die Handlung ist fortlaufend. Obwohl der Vorgänger mit einem Cliffhanger endet und ich die Fortsetzung der Geschichte kaum erwarten konnte, habe ich mich zunächst schwer getan, in die Handlung hinein zu finden. In der ersten Hälfte fand ich die Geschichte trotz des angenehmen Schreibstils, der mir bereits in "Cursed Kiss" gefallen hatte, ein wenig lang gezogen. Dafür ziehe ich in meiner Bewertung einen Stern ab.

In der zweiten Buchhälfte macht Alana Falk dann allerdings alles wieder wett. Die Ereignisse überschlagen sich regelrecht und während der letzten 150 Seiten konnte ich das Buch trotz später Stunde und Müdigkeit nicht mehr aus der Hand legen. Der Autorin ist es, wie schon im ersten Band, gelungen, mich mit den Entwicklungen zum Ende hin völlig zu überraschen. Die Protagonistin Erin war mir schon in "Cursed Kiss" ans Herz gewachsen und auch in "Lost Love" habe ich ihre familiäre Loyalität, ihren Mut und ihre Integrität bei der Opferauswahl als sehr sympathisch empfunden. Dass dieses Mal auch einige Abschnitte aus Ardens Sicht geschrieben sind, , hat mir gefallen, so konnte ich auch an seinen Gedanken teil haben und seine innerliche Entfaltung mit erleben. Damit ist dieses Buch für mich der passende Abschluss der Dilogie und ich gebe für alle Romantasy-Freunde eine Leseempfehlung.

Fazit: Nach dem offenen Ende des Vorgängerbandes beginnt diese Geschichte zunächst etwas schleppend, in der zweiten Buchhälfte nimmt die Spannung rasant zu und steuert den Leser auf ein überraschendes Finale zu. Den Roman mit Anleihen aus der griechischen Mythologie empfehle ich gern weiter, zum Verständnis ist es aber unabdingbar vorher "Cursed Kiss" gelesen zu haben.