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Mel.E
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Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 03.09.2016
Am Ende aller Zeiten
Walker, Adrian J.

Am Ende aller Zeiten


gut

Nach Beenden des postapokalyptischen Romans "Am Ende aller Zeiten" wird mir wieder einmal bewusst, dass diese Art geschriebenen Wortes nicht zu meiner bevorzugten Genre gehört. Endzeitromane sind mir definitiv zu gefühlskalt und zu brutal. Der Kampf ums Überleben wird deutlich und jeder ist sich selbst der Nächste und geht im Zweifelsfall auch über Leichen. Ich finde dieses Gebären beängstigend. Wenn ich mir das Weltgeschehen betrachte, ist es nicht fiktiv, sondern ganz aktuell, als wären wir schon mittendrin im Überlebenskampf.

Der Asteroidenschauer auf die Britischen Inseln, zerstört das bequeme Leben von Edgar und seiner Familie. Er selbst überlebt, da er sich im Keller verschanzt hat. Intuitiv hat er vorgesorgt und so können sie einige Zeit im Keller leben ohne zu verhungern oder zu verdursten. Edgar erscheint mir von Anfang an oberflächlich und dies ändert sich leider auch zum Ende hin nur geringfügig. Nachdem er von seiner Familie getrennt wurde, macht er sich mit einigen Männern im Schlepptau auf den Weg, der immerhin 500 Kilometer beträgt, um wieder mit seiner Familie vereint zu werden. Warum sich seine Frau darauf eingelassen hat evakuiert zu werden und ihren Mann zurückließ ist mir nicht logisch erschienen, aber vielleicht verhält man sich in Ausnahmesituationen anders?

Edgar hat nie Sport betrieben und ist daher nicht wirklich fit, um solch eine lange Reise zu Fuß anzutreten. Je mehr er geht, läuft oder joggt, um so kräftiger wird er. Unterwegs werden ihnen jede Menge Steine in den Weg gelegt. Meist sind es andere Überlebende, die völlig gefühlskalt reagieren, was ich der Tatsache schulde, dass es sich lediglich ums nackte Überleben dreht. "Am Ende aller Zeiten" ist oft emotionslos und daher lediglich eine nette Geschichte, die ich nun gelesen habe, aber wahrscheinlich sofort wieder vergessen werde, da ich weder Sympathie für Edgar hegte, noch Verständnis für seine Frau aufbringen konnte. Das Bemühen wieder mit seiner Familie vereint zu werden ist nett, aber irgendetwas fehlte. Ist es die Liebe zu Frau und Kindern? Ich kann es leider nicht benennen und fühle mich dennoch unzufrieden. Das Ende haut ein klein wenig der Oberflächlichkeit heraus, überzeugt aber nur bedingt.

Ich kann leider nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen, da "Am Ende aller Zeiten" für mich nicht das richtige Buch war, denn mir fehlten echte Emotionen. Emotionen die mich davon überzeugt hätten, das Edgar ein Mann ist, der zu echten Gefühlen fähig ist. Positiv zu vermerken ist, dass der Roman sehr zügig gelesen ist und es daher nicht als komplette Zeitverschwendung zu verbuchen ist.

Bewertung vom 01.09.2016
To all the boys I've loved before / Liebesbrief-Trilogie Bd.1 (6 Audio-CDs)
Han, Jenny

To all the boys I've loved before / Liebesbrief-Trilogie Bd.1 (6 Audio-CDs)


ausgezeichnet

"To all the boys I´ve loved before" beinhaltet eine wunderbare Liebesgeschichte, die chaotisch und amüsant wirklich begeistert. Ich fühlte mich wohl und konnte das Hörbuch sehr genießen. Zwischendurch habe ich regelrecht gegluckst, da ich oft nicht wusste, ob ich nun weinen oder lachen sollte und vor allem, in wen ist Lara Jean denn nun verliebt? Ist es Peter? Ist es Josh? Wessen Küsse lassen Lara Jeans Herz höher schlagen?

Jenny Han findet wunderbare Worte, um die erste Liebe auf humorvolle Art wiederzugeben. Junge Leserinnen / Hörerinnen werden sich vielleicht hier und da selbst wiederfinden, denn letztendlich ist ja jede von uns voller Hoffnung irgendwann den Richtigen zu finden. Lara Jean ist gerade mitten in dieser Phase und es ist einfach herrlich sie auf diesem Weg zu begleiten. Was besonders heraussticht ist, dass es sich hier lediglich um einige verstohlene Küsse dreht und es sich nicht weiterentwickelt hat. Es dreht sich tatsächlich nur um das Verlieben und das Chaos, welche diese Gefühle mit sich bringen. Es geht nicht weiter ins Detail. Dies hat mir sehr gefallen, da dies doch eine Besonderheit ist. Für mich ist dies erwähnenswert, da es gerade im Jugendbuchbereich doch eine Ausnahme ist.

Eigentlich ist die Hutschachtel schuld, in denen Lara Jean Liebesbriefe an die Jungs geschrieben hat, in die sie verliebt war bisher. Eines Tages werden die Briefe zu Selbstläufern, denn sie sind verschickt und Lara Jeans Geheimnis wird offenbart. Dies sind die Anfänge eines ganz besonderen Chaos, denn nun muss sich Lara Jean den Jungen, denen sie diese Briefe schrieb, Rede und Antwort stehen. Meist kommt es zu Gesprächen und mit Peter geht es sogar noch etwas weiter. Fühlt er sich tatsächlich nur geschmeichelt von Lara Jeans Liebesbrief, der lediglich dazu diente sich zu entlieben? Und wie ist die Reaktion von Josh, den Jungen, der eigentlich mit Margot, Lara Jeans Schwester liiert war?

Es dreht sich in "To all the boys I´ve loved before" nicht nur um die erste Liebe, sondern auch um Freundschaft und Familie. Dieses miteinander verknüpft, lässt den Roman ein klein wenig authentischer erscheinen. Emotional wird alles behandelt, was auftreten könnte, wie Wut, Trauer, Eifersucht. Lara Jean macht sich verletzlich und ist nicht nur darum bemüht, sich ihrem Chaos bezüglich diverser jungen Männer zu stellen, sondern auch eine gute Tochter und Schwester zu sein. Ihre ältere Schwester hatte den Platz der Mutter eingenommen und nun ist es Lara Jean die den Haushalt führt und sich um ihre Schwester Kitty kümmert. Die Person der Kitty ist besonders gut getroffen und werten das Hörbuch definitiv um einiges auf.

Gerne spreche ich eine Hörempfehlung aus, da ich die Story rund um "To all the boys I´ve loved before" wirklich wunderbar fand. Das Buch endet ziemlich offen und es gefiel mir zu wissen, dass es 2017 eine Fortsetzung geben wird, die für mich ein absolutes Muss ist. Meine Neugier ist geschürt und meine Begeisterung für Lara Jeans wurde hoffentlich auch deutlich. Ich konnte mich zwar nicht komplett mit Lara Jean identifizieren, dennoch war mir das, was Verlieben mit uns macht nicht fremd. Es sind ja nicht nur die Schmetterlinge im Bauch sondern viele, viele Emotionen mehr, die Menschen wie Zombies wirken lassen und manchmal regelrecht überfordern. Auf eindrückliche und amüsante Art ist es Jenny Han gelungen mich zu überzeugen.

Bewertung vom 31.08.2016
Die Mühle
Herrmann, Elisabeth

Die Mühle


ausgezeichnet

"Die Mühle" ist ein sehr ausdrucksstarker Jugendthriller, der sanft beginnt und je mehr die Handlung voranschreitet sich zu seinem vollen Ausmaß entfaltet. Der Klappentext verrät schon recht deutlich, was uns begegnen wird, dennoch bekommt Lana ihre Einladung zum Kurztrip nicht zufällig, oder doch? Es bleibt lange ungeklärt, warum ausgerechnet Lana in diese Gruppe integriert wird, obwohl sie eher Außenseiterin zu Schulzeiten war. Eher Mauerblümchen als cool, von daher absolut unpassend und auch unerwünscht. Die früheren Freunde aus Schulzeiten haben sich jahrelang nicht gesehen und sind auch der Einladung zu einem Kurztrip gefolgt. Lana begreift nicht, warum alle sich L. entfremdet haben, dem Ort wo sie aufgewachsen sind. Ein Geheimnis umwebt die Freunde und wird erst gelüftet als die Situation eskaliert.

Der Spannungsbogen ist enorm hoch, denn völlig unerwartet bricht in einer Idylle plötzlich Panik aus, denn irgendjemand weiß sehr viel über die Freunde und scheint ihnen aufzulauern. Welchen Sinn und Zweck hat es, Einladungen zu verschicken und dann eine / einen nach dem anderen aus der Gruppe zu entfernen? Es geschieht urplötzlich und scheint ein grausames Spiel zu sein. Wer ist der Drahtzieher? Irgendwann zeigt sich eine unbeschreibliche Lüge, die einem Menschen alles nahm. Seine Würde. Seine Lust am Leben. Es scheint, als ob alles an dieser Lüge zu eskalieren erscheint. Diese Offenbarung am Ende des Thrillers ist das, was Rachegedanken hervorgerufen hat und das Erkennen dessen, könnte tödlich für alle beteiligten sein.

"Die Mühle" entwickelt nach und nach ihr Potential. Das Gänsehautgefühl stellt sich rasch ein und wenn auch irgendwann die Ereignisse zu schnell hintereinander erfolgen, ist es die Auflösung des Spiels, was sich mir die Nackenhaare aufstellen lässt. Es zeigt sich, das Lügen immer kurze Beine haben und irgendwann Gericht darüber gehalten wird, egal wann oder wo. In "Die Mühle" wurde eine Psychose und Hass großartig miteinander vermischt und gaben dem Thriller den letzten Schliff. Ein Jugendthriller, der dem empfohlenen Lesealter absolut angemessen ist, Nicht immer ist "cool" von Vorteil, denn wer sich zu weit aus dem Fenster lehnt, muss aufpassen, dass er / sie nicht hinausgestoßen wird. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 28.08.2016
I Am Death. Der Totmacher / Detective Robert Hunter Bd.7
Carter, Chris

I Am Death. Der Totmacher / Detective Robert Hunter Bd.7


ausgezeichnet

Chris Carter hat auf ganzer Linie geschafft, mich auch mit "I am Death. Der Totmacher" zu überzeugen. Der Autor beherrscht die Kunst mich emotional zu überfordern, da die Sprache des Thrillers nahezu bildlich ist. Immer wieder werden mir leichte Schauer des Grauens über den Rücken gejagt und ich bin so sehr in seine Thriller vertieft, das mich selbst die Fliege an der Wand maßlos erschrecken würde. Ich genieße es abzutauchen in echten Horror, denn nichts anderes kann ich hier entdecken, da ein kaltblütiger geplanter Mord als nichts anderes anzusehen ist als dieses. "Ich bin der Tod" wird uns einige Male begegnen und die Obsession des Täters wird schnell deutlich. Die Hoffnung den Täter schnell auf die Spur zu kommen zerschlägt sich schnell und einige weitere folgen, immer grausamer und widerlicher, sodass man sich als Leser tatsächlich wünscht, dass das Grauen und der Schmerz der Opfer schnell ein Ende findet.

Rasant nimmt "I am Death. Der Totmacher" schnell an Fahrt auf und bietet sich tatsächlich an sofort in einem Rutsch gelesen zu werden. Ich habe das Buch erst zur Seite legen können, als ich die letzte Seite beendet habe. Der Spannungsbogen ist enorm hoch und die falschen Fährten die gelegt werden sind absolut hochwertig. Ich erlebte eine echte Überraschung am Ende und beginne die Erzählperspektive die immer wieder eingeflochten wurde zu begreifen. Ein Hilferuf. Ein Hilfeschrei, der nur von Robert Hunter gehört werden kann, da ich als Leserin komplett in die Irre geführt wurde. Mich hat dies letztendlich aber wieder einmal komplett überzeugt. Chris Carters Thriller sind blutig und brutal, daher würde ich sie empfindlichen Menschen nicht weiterempfehlen, da sie wirklich zu Alpträumen führen könnten. Die Bilder die sich im Kopf abspielen, sind barbarisch und grausam, dennoch empfinde ich einen tiefen Sog, sobald ein neuer Carter erscheint, denn ich genieße diesen Thrill sehr, auch wenn es etwas eigentümlich klingen könnte. Chris Carter ist und bleibt der Meister meiner Alpträume. Leseempfehlung!

Bewertung vom 28.08.2016
Die Attentäter
Michaelis, Antonia

Die Attentäter


ausgezeichnet

"Die Attentäter" hat mich ab der ersten Seite in seinen Sog ziehen können. Obwohl es auch die eine oder andere Seite gab, die sich etwas mühsamer lesen ließ, hat dieses Buch einen Hintergrund inne, der mich sehr beängstigt hat. Ich fand es für mich wichtig, mehr über die IS und den Islam zu erfahren und bekam nicht nur eine spannende Story geboten, sondern auch jede Menge Hintergrundwissen geliefert.
Da der Klappentext eine deutliche Sprache spricht, wusste ich worauf ich mich einlasse. Manchmal kreisen die Gedanken und durch die vielen Nachrichten in den Medien, bei denen sich selbst Kinder in die Luft sprengen, ist ein Attentat hochaktuell. Hier bekam ich nun einen sehr guten Eindruck in die Gedanken einiger Menschen und es wirkte sehr authentisch auf mich. Ein beklemmendes Gefühl ab der ersten Seite, denn Cliff ist auf der Suche. Auf der Suche nach Liebe und scheint sie nicht finden zu können, In den Bann der IS gezogen, bekommt er Einblicke in eine völlig andere Religion. Eine, die durch Blut geschrieben wird, um zu befreien. Barbarisch und meiner Meinung nach auch Menschenverachtend, denn die Andersgläubigen werden regelrecht dahin gemetzelt. Etwas, was uns auch täglich in den Medien begegnet. Egal, ob Kind oder Frau, alles wird entfernt, regelrecht gereinigt.
Den Buchumschlag entfernt, erscheint ein regelrechtes Feuerwerk auf dem Buch und ebenso ist auch die Story. Ein Feuerwerk der Emotionen. Erzählt wird die Freundschaft von Margarete, Alain und Cliff. Drei völlig unterschiedliche Menschen, die dennoch sehr stark miteinander verbunden sind und sich selbst einige ihrer Gedanken teilen. Hochkarätig und absolut authentisch erzählt Antonia Michaelis von Veränderungen innerhalb dieser Freundschaft, die im Kindesalter begann. Ich ahnte worauf es hinausläuft und dennoch hegte ich die Hoffnung, dass sich das Blatt wenden kann. Für Cliff scheint der Tod unabdingbar, aber warum ist sein Ziel so viele Menschen wie möglich mit in den Tod zu nehmen? Er ist ruhelos und zeigt dies ganz deutlich. Vielleicht ist daher die Atmosphäre des Buches unruhig und oft düster, da dieses mit Cliffs Gedanken und Emotionen verbunden wurde?

Fazit:
Ein auf mich sehr authentisch wirkender Jugendthriller, der mich nachträglich berührt. Ein brandaktuelles Thema in einer wunderschönen, dramatischen Sprache erzählt, dessen Inhalt nicht fiktiv, sondern wahr erscheint und mich deshalb auch erschüttert. "Die Attentäter" ist ein echter Hochkaräter, dessen Sog man sich nicht entziehen sollte. Leseempfehlung!

Bewertung vom 27.08.2016
Das Heulen der Wölfe / Animox Bd.1
Carter, Aimée

Das Heulen der Wölfe / Animox Bd.1


ausgezeichnet

"Animox - Das Heulen der Wölfe" ist ein gigantischer und fantastischer Auftakt einer Buchreihe. Ich flog förmlich durch die Seiten und war fasziniert von Menschlichkeit verknüpft mit Fantasyelementen. Ein Jugendbuch, welches den Lesegeschmack junger Leser ab 10 Jahren absolut treffen dürfte. Gleich ab Beginn zieht sich echte Spannung wie ein roter Faden durch die Story und es fällt schwer zu den verschiedenen Personen Vertrauen zu fassen. Wer ist Feind und wer ist Freund? Für Simon ein echtes Abenteuer in das er hineinschliddert, ohne die Chance zu haben darüber vorgewarnt zu werden, welch Dramen sich auch innerhalb seiner Familie abspielen werden. Natürlich ist es eigentümlich mit Tieren zu sprechen und sich damit absolut lächerlich in den Augen anderer zu machen, dennoch scheint es für Simon völlig normal zu sein. Als dann Ratten anfangen seine Mutter, seinen Onkel Darryl und Simon selbst anzugreifen, dreht sich das Blatt und aus dem Gemobbten wird ein Gejagter. Nun liegt es an Simon sich zu behaupten und Dinge herauszufinden, die Mutter und Onkel lange vor ihm verborgen hielten.

Ich fand die Schriftgröße sehr angemessen und auch den Schreibstil nicht überfordernd, sodass ich zu behaupten wage, dass dieses Jugendbuch wirklich begeistern wird. Schon alleine die Optik des Covers ist magisch. Ein leichter 3D Effekt lässt sich blicken und erfühlen. Ich bin wirklich begeistert und freue mich sehr darüber diesen Buchschatz in meinem Regal zu haben. Da ich die Story sehr spannend und gelungen fand, werde ich sicherlich auch die vier weiteren Bände der Buchreihe lesen wollen.

Auf liebenswerte Art und Weise verknüpft Aimee Carter Fantasy mit der Sehnsucht eines 12 Jährigen und vereint somit Emotionen, die allen Lesern des empfohlenen Alters bekannt sein dürften. Es fällt mir schwer meine Begeisterung in Worte zu fassen, ohne zuviel von der Story zu verraten, da es ansonsten hinfällig wäre das Buch zu kaufen. Ich möchte ja schließlich eine Kaufentscheidung auslösen und nicht schon zuvor alles Wesentliche beschreiben. Wesentlich wäre zum Beispiel die Magie des Verwandelns auf das Simon nun wartet und für einige eine absolute Überraschung sein wird. Ein leichter Cliffhanger, den man verschmerzen kann, wird deutlich machen, das die Story noch lange nicht beendet ist. Sehr schön ist auch die persönliche Entwicklung die Simon durchgemacht hat, denn sie verdeutlicht, das aus dem eher schwachen Jungen, der in der Schule massiv gemobbt wurde ein Kämpfer geworden ist, der durch Klugheit und Raffinesse an sein Ziel kommt, auch wenn der Kampf hart ist und letztendlich auch keinen echten Sieg hervorbringt. Es wäre ja auch zu einfach und die Story beendet ohne Neugier auf die Fortsetzungen auszulösen.

Macht und Korruption ist, was Simon durchschauen muss und selbst mir als Leserin fiel es schwer die Wahrheit zu entdecken. Dies ist, was Spannung erzeugt und mich letztendlich völlig überraschen konnte. Absolut gelungen wurde ich an der Nase herumgeführt.

Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus für ein Kinder / Jugendbuch, welches rasant und spannend eine absolut gelungene Story erzählt, die vor fantastischen Elementen nur so sprudelt, emotional sehr bewegt und mich mitnahm in ein gigantisches Abenteuer der fünf Königreiche der Animox. Außerdem bekam ich einen kleinen Einblick geboten in die Erbschaft des Bestienkönigs, welcher fälschlicherweise als "Beast King" im Klappentext erwähnt wird, so aber im Buch nicht auftaucht.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.08.2016
Das tote Herz
Würth, Rainer

Das tote Herz


ausgezeichnet

Der Klappentext zu "Das tote Herz" wirbt mit einem Vergleich zu Stephen King und hat mich daher sehr neugierig machen können. Ich erwartete daher Nervenkitzel und echten Grusel. Da meine Erwartungshaltung sehr hoch war, war es leicht mich zu enttäuschen, aber ich konnte einen leichten Nervenkitzel klar und deutlich spüren, denn letztendlich ist "Das tote Herz" eine spannende Reise ins Unmögliche. Phantasie und Träume vermischen sich und wirken beängstigend. Ein Frauenmörder mit Spenderausweis und ein Architekt mit Familie werden zu einer Person und auch wenn es absolut fiktiv ist, wirkt es authentisch auf mich als Leserin, Es ist schwer nicht zu viel preiszugeben, denn "Das tote Herz" lohnt sich für Fans echten Horrors. Horror davor sich selbst zu verlieren und eine andere grausame, widerwärtige Person zu werden, die die Führung meines Lebens übernimmt.

Alles beginnt recht harmlos, wobei das Ende dann einen echten Kracher beinhaltet. Ich habe mich regelrecht gefürchtet und habe die letzte Seite mehrfach gelesen, da es mir unglaublich erschien. Es ist wirklich ein Psychothriller, der letztendlich wirklich mitreißen konnte und nicht nur von Organspende erzählt, sondern auch von einer Persönlichkeitsstörung, die immer deutlicher wird, um dann am Ende sehr zu schockieren.

Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus, da ich mich komplett auf die Story einlassen konnte, die immer mehr an Fahrt aufnimmt, um dann schlussendlich mit einem Ende aufwiegen zu können, welches mir das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein echtes WOW! Gefühl, welches ich so nicht erwartet hatte und mich dadurch begeistert zurückgelassen hat.

"Das tote Herz" spricht eine deutliche Sprache und ich hoffe tatsächlich, dass es Fiktion bleibt und die Leidenschaft für Fotos oder Orangensaft nicht übertragbar ist, So und nicht anders muss Thriller sein.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.08.2016
Elanus
Poznanski, Ursula

Elanus


sehr gut

Manchmal zu dick aufgetragen und regelrecht unsympathisch
"Elanus" ist ein weiterer Jugendthriller der Autorin Ursula Poznanski. Wer schon mehrfach Bücher der Autorin gelesen hat, wird sicherlich ähnlich wie ich, seine Erwartungshaltung sehr hoch schrauben. Verglichen mit "Erebos" ist "Elanus" leider nicht annähernd spannend genug, um mich komplett zu überzeugen.

Die Grundidee ist wirklich gelungen und nach der Leseprobe freute ich mich riesig auf meinen Buchgewinn auf Lovelybooks.

Leider machte sich während des Lesens schnell doch hier und da Enttäuschung breit, denn Jonas wirkt arrogant und regelrecht unsympathisch. Auf seine Hochbegabung bildet er sich sehr viel ein und lässt dies auch raushängen. Hinterher wirkt er durch die Gefahr in die er sich begibt, doch leicht eingeknickt, was aber das Ruder an Sympathiepunkten nicht mehr herumreißen konnte. Ich finde es eine Frechheit Menschen auszuspionieren und den Streich den er einigen spielt, geht letztendlich tierisch nach hinten los. Es soll jetzt nicht böse klingen, aber manchmal ist man tatsächlich selbst Schuld an den Dingen die man erntet. Jonas ist absolut unsozial und sehr auf sich fixiert, was mich an Menschen einfach immer stört und auch wenn es fiktiv ist, würde ich jemanden wie Jonas aus dem Weg gehen wollen.

Vielleicht sollten wir nun alle überdenken, wem wir in Zukunft unsere Handynummern aushändigen? "Elanus" regt definitiv zum Nachdenken an, da wir uns mittlerweile in einer gläsernen Welt befinden. Die Spuren die ich im Internet hinterlasse sind auch Jahre später immer noch nach zu verfolgen.

Spitzfindig, manchmal amüsant und auch eine mäßige Spannung lassen "Elanus" unterschiedlich auf seine Leserschaft wirken. Leider gehöre ich dieses Mal zu den doch sehr kritischen Stimmen, was mich selbst noch am meisten enttäuscht, da ich meine Erwartungshaltung sehr hoch geschraubt hatte.

Geheimnisvoll und am Ende sehr dick aufgetragen, was mir dann doch etwas zu schnell ging. Gerne hätte ich zuvor schon mehr erfahren, um nicht zum Ende hin völlig überladen die Ereignisse nicht mehr überschauen zu können. Das Ende ist zwar rund, aber vollgepackt wie ein schwerer Koffer, der sich schlecht tragen lässt und sich viel zu schnell auspacken lässt. Es geht holterdipolter und lässt kaum Luft zum Atem holen, geschweige denn die Chance darauf die Ereignisse auf sich so wirken zu lassen, wie es sich gehören würde. Auf mich wirkte es zu überladen, dennoch war es das, was mich doch noch zu einer Bewertung von 3,5 Sternen hinreißen lässt. Es wären eindeutig weniger gewesen, wenn das Ende seicht und unansprechend gewesen wäre. So holte Ursula Poznanski noch einmal voll aus und gab mir doch ein gewisses Zufriedenheitsgefühl. Schade, dass sie mich nicht schon vorher erreicht hat, denn wie schon erwähnt war die Grundidee sehr ansprechend. Leider ist es Jonas, dem ich nicht viel abgewinnen konnte und für mich den Thriller eher mühsam erscheinen ließ. Der Schreibstil der Autorin und auch das wunderbare Cover sind erste Sahne, aber alles andere war leider nicht ganz wie erwartet und daher ein Buch, welches von mir eher eine eingeschränkte Leseempfehlung erhalten wird.
Hoffentlich gehöre ich niemals zu den Menschen für die es sich lohnen würde durch Drohnen überwacht zu werden, denn eigentlich ist mein Leben eher unscheinbar, wenn nicht sogar langweilig ☺

Bewertung vom 12.08.2016
Totenkind
Bauer, Belinda

Totenkind


sehr gut

"Totenkind" ist wirklich herzzerreißend, da es brühwarm von der Psychose einer Mutter erzählt, deren Kind verschwunden ist und die immer noch die Hoffnung hegt, ihr Kind eines Tages wieder in den Armen zu halten. Eine zerrüttete Ehe aufgrund dessen, da eine offene Haustür dafür sorgte, dass das Kind das haus verlassen konnte. Unausgesprochene Schuldzuweisungen und ein Putzwahn, der dafür sorgen soll das Gleichgewicht zu halten. Ich fand es sehr schmerzhaft und konnte die Trauer regelrecht spüren, denn für Eltern ist der Verlust eines Kindes grausam und die innerliche und äußere Veränderung von Anna Buch wurde absolut authentisch wiedergespiegelt. Sie klammert sich an jeden Strohhalm der Hoffnung und wird regelrecht in paranormale Stimmungen hineingezogen.
Parallel wird von einer Entführung erzählt, die bisher nicht aufgeklärt wurde und auch dort wurde ein Hellseher einbezogen. Man kann an Mediums glauben oder es lassen, das bleibt jedem selbst überlassen, aber in dieser Story verwoben, passt es hervorragend.

Mich konnte die erzeugte Spannung komplett überzeugen, obwohl mir ein klein wenig der Thrill fehlte. Die Story ist rund und emotional absolut genial wiedergegeben. Die 354 Seiten sind viel zu schnell gelesen, da es endlich zu einer Auflösung kommen muss, um Anna Bucks Gemütszustand in die ursprüngliche Form zu bringen, denn sie erscheint absolut verwirrt, wenn nicht sogar komplett verrückt.

Im Anhang befindet sich ein kurzes Statement der Autorin, welches ein klein wenig auf chinesische Gepflogenheiten eingeht, denn auch dieses nimmt Raum im Buch ein, wobei ich mir im Nachhinein dazu etwas mehr gewünscht hätte. Es wirkte etwas aufgesetzt und dennoch auch sehr beängstigend, denn auch diese kurzen Einblicke haben Auswirkungen auf den Fall Daniel, obwohl es erst zum Ende Klarheiten gibt.

Letztendlich bietet "Totenkind" seinen Lesern eine gelungene, runde Story, die nicht überladend wirkt, sondern seinen Ursprung in dem Verschwinden von Daniel hat und den Spuren im gegossenen Beton, die täglich von der Mutter gereinigt werden, da es alles ist, was ihr geblieben ist. Als sich Anna Buck selbst zum Medium entwickelt, empfand ich dieses als sehr verstörend, Trotzdem konnte ich mich einem gewissen Sog der Spannung nicht entziehen.

Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus, da "Totenkind" im Nachhinein absolut rund war und auch die Protagonisten des Thrillers sehr authentisch dargestellt waren. Hier und da war ich zwar ein klein wenig unzufrieden, aber das Ende haut noch einmal alles raus und lässt mich zu einer Bewertung von ★★★★ kommen.