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Meggie
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Bewertungen

Insgesamt 1205 Bewertungen
Bewertung vom 22.04.2019
Blackwood
Sabbag, Britta

Blackwood


gut

Gesine Nowack verschlägt es nach dem Tod ihrer Mutter nach Irland zu ihrer Tante. Doch kaum in Blackwood angekommen, möchte Ge wieder zurück nach Wien. Alles ist fremd, keiner versteht sie. Die Trauer ist einfach zu groß.
Doch plötzlich gibt es einen Grund, in Blackwood zu bleiben. Arian, der Erbe des Butterimperiums. Aber auch die Geschichten, die man sich in Blackwood erzählt, ziehen Ge in den Bann.
Was hat es mit den Leprechauns im Garten ihrer Tante auf sich? Ist Arians Mutter wirklich eine Banshee? Und vor allem: Was ist das Geheimnis des großen Schreibtischs in Ges Zimmer? Wer schreibt die geheimnisvollen Briefe aus der Zukunft? Ist es wirklich Ges zukünftiges Ich?

Lange habe ich die Nachrichten der Autorin zu ihrem neuen Buch verfolgt. Sie hat früh angekündigt, dass sie ihr ganzes Herzblut in das Buch gesteckt hat, es für sie eine Herzenssache war, die Geschichte zu schreiben und was sie alles damit verbindet. Für mich ein Grund, das Buch zu lesen und mir ein Urteil darüber zu bilden.

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang sehr skeptisch war, vor allem, da es sich hier eher um eine Liebesgeschichte handelt, in welcher am Rande mystische Dinge passieren, die sich dann meistens auch noch ganz logisch erklären lassen. Doch mit der Zeit konnte ich mich in Ge reinversetzen.

Ge hat es nicht leicht. Ihre Mutter tot, der Umzug in ein fremdes Land, das Zurücklassen ihres alten Lebens. Doch es kommen Lichtblicke in Form von Mimi, der besten Köchin des Ortes, in Form von Sam, der Ge ein guter Freund wird, in Form von Arian, der Ge um den Verstand bringt und in Form von Briefen aus der Zukunft, die Ge sich selbst schreibt.
Moment, sich selbst schreibt? Wie das möglich ist, könnt ihr natürlich nachlesen, ich möchte hier nicht zu viel verraten.

Ge ist aber auch ein Tollpatsch. Sie tappt in jedes Fettnäpfchen, dass ihr im Weg liegt. Nicht nur, weil sie eher redet, als denkt, auch, weil sie eben schusselig ist.

Hier musste ich zeitweise laut auflachen oder den Kopf schütteln, wie Ge es mal wieder geschafft hat, sich in eine scheinbar ausweglose Situation zu reiten.

Trotz allem ist Ge jedoch sehr sympathisch, ebenso wie Arian, bei dem ich aber länger gebraucht habe, bis ich ihn nett fand. Zu Anfangs fand ich ihn hochnäsig und eitel, doch dann bekam ich einen Blick hinter die Fasse des Butterimperiums und zack, da hatte mich die Autorin.

Nur Sam blieb mir fremd. Ge findet in ihm einen guten Freund, allerdings einen, der kein Geheimnis für sich behalten kann. Dies hat Ge arg in Bedrängnis gebracht und sie hatte große Mühe, aus dieser Misere wieder herauszukommen.

Die Geschichte hat einen mystischen Touch. Irgendwie hat alles auf einen zweiten Teil hingedeutet und dann wurde plötzlich innerhalb von ein paar Seiten alles gelöst. Dies ging mir etwas zu schnell, vor allem, da man hier locker noch etwas mehr hätte draus machen können. Dies hat für mich leider die Geschichte etwas zerstört.

Die Autorin konnte jedoch mit ihrem Schreibstil punkten. Dieser war flüssig und packend.

Meggies Fussnote:
Was würdest Du tun, wenn Dein zukünftiges Ich Dir Briefe schreibt?

Bewertung vom 22.04.2019
Frostfluch / Mythos Academy Bd.2
Estep, Jennifer

Frostfluch / Mythos Academy Bd.2


gut

Gwen kann sich Dank ihrer neuen Freundin Daphne endlich auf der Mythos Academy einleben. Sie gilt zwar für die meisten immer noch aufgrund ihrer Gypsy-Gabe als Freak, doch hat sie nun jemanden, mit dem sie reden kann. Es gibt aber immer noch Momente, in denen sie an die Geschehnisse der letzten Wochen erinnert wird. Vor allem, da sie sich verantwortlich für Jasmines Tod fühlt. Um sich abzulenken, lässt sie sich von Daphne überreden, mit auf den Winterkarneval zu fahren., obwohl sie sich lieber mit Comics und Süßigkeiten auf ihrem Zimmer verkriechen würde.
Doch kaum dort angekommen, überschlagen sich die Ereignisse. Nicht nur, dass sie ständig Logan über den Weg läuft, der sie hat ablitzen lassen, nein, auch ein Fenriswolf treibt sein Unwesen. Und dann ist da noch Preston, gutaussehend, charmant und an Gwen interessiert.

Der zweite Teil der Mythos Academy-Reihe überzeugt durch den Wortwitz der Überaus sarkastischen Hauptcharaktere Gwen. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, sagt, was sie denkt (auch den Lehrern gegenüber) und doch zieht sie sich immer wieder zurück und nimmt ihr Schicksal in Kauf.
Bis sie sich endlich dazu durchringt, selbst alles in die Hand zu nehmen und dafür zu sorgen, dass sich die Dinge aufklären.

Mir gefiel es nicht, dass Gwen manchmal in ihrem Selbstmitleid zerfließen wollte. Sie denkt von sich selbst schlecht, weil sie ohne Freunde und vor allem ohne Freund dasteht. Dabei übersieht sie, dass sie mit Daphne und deren Freund schon einen großen Anfang gemacht hat. Und auch viele andere scheinen Gwen einfach so zu mögen, wie sie ist. Für Gwen jedoch nicht ersichtlich, weil sie sich eben zu viele Gedanken macht.

Fast nebensächlich wirkt dabei die Story, die sich langsam zurechtspinnt. Gwen wird fast überfahren, mit Pfeilen beschossen und auch ein Fenriswolf ist ihr auf den Fersen. Doch statt sich mit ihren Freunden zu beraten und auch helfen zu lassen, beginnt sie auf eigene Faust zu recherchieren.

Aber dies gelingt ihr gar nicht so schlecht. Trotzdem wäre ein bisschen Hilfe ratsam gewesen und man hätte so aus mancher Situationen besser herauskommen können.

Der Schreibstil der Autorin hat mir wieder sehr gut gefallen, vor allem wenn es um Gwens Schlagfertigkeit ging. Manchmal wirkt diese Art jedoch auch sehr respektlos, gerade den Lehrern gegenüber. Doch zeigt dies auch die Courage, die in Gwen steckt.

Diesmal hat mir etwas das Übernatürliche gefehlt. Es war zwar vorhanden, doch nicht in dem Maße, in dem es im ersten Band vorkam. Ich bin auf den nächsten Teil gespannt und hoffe, dass dort wieder mehr auf mystisches, magisches oder mysteriöses gesetzt wird.

Alles in allem ist "Frostfluch" eine unterhaltsame Geschichte, wobei ich allerdings sagen muss, dass es für mich eher ein Buch zum Abschalten war. Viel Nachdenken muss man nicht, weil auch einiges sehr im Voraus ersichtlich ist. Trotzdem ist es interessant zu lesen, wie Gwen alles auflöst und welche Gefahren hinter jeder Tür lauern können.

Meggies Fussnote:
Ein netter zweiter Teil.

Bewertung vom 09.04.2019
Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich (eBook, ePUB)
Niedlich, Sebastian

Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Martin kann den Tod sehen und ist auch noch ziemlich gut mit ihm befreundet. Seit er sieben war und am Sterbebett seiner Großmutter den Tod das erste Mal gesehen hat, kommt er nicht mehr von ihm los. Und zu allem Überfluss soll Martin auch noch der Nachfolgedes Todes werden.
Aber zwischen all den negativen Seiten des Todes gibt es immer wieder schöne Momente. So, als Martin den Osterhasen kennenlernt oder den Tod von seiner romantischen Seite her erlebt.

Schon "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" und "Der Tod ist schwer zu überleben" waren für mich reine Lesevergnügen. Den Tod in den Mittelpunkt zu stellen und auch noch sympathisch rüberkommen zu lassen, ist für mich Autorenkunst auf höchsten Niveau.

Nun erzählt der Autor zwei Szenen, die im Anschluss an den ersten Teil geschrieben wurden, aber so eigentlich nicht für das Buch geplant waren. Und beide Szenen sind so wunderschön unterschiedlich.

Martin, der sich nicht damit abfinden kann, dass er als Nachfolger des Todes in Betracht kommt, versucht, sich abzulenken und einfach nur das "Abhängen" mit seinem Freund (dem Tod) zu genießen. So lernt er in der ersten Szene de Osterhasen kennen... der plötzlich tot vor ihm auf dem Boden liegt.
Schon allein diese Vorstellung fand ich herrlich komisch. Die Beschreibung des Osterhasen war folgende: ein Mann im Osterhasenkostüm, der mit einem kleinen magischen Korb, in dem immer ein Osterei liegt, unterwegs ist, um eben diese Eier für die Kinder zu verstecken. Dieser ist nun tot. Und natürlich muss ein Nachfolger her. Also verstecken der Tod und Martin solange die Ostereier, bis der neue Osterhase eintrifft.

In der zweiten Szene erzählt der Tod über seine romantisch Seite. Er war einmal verliebt, in eine Frau, die sowohl die Unglücke der Titanic, sowie deren beiden Schwesternschiffe, der Britannic und der Olympic überlebt hatte. Und trotz dieser Unfälle immer wieder weiter auf einem Schiff arbeitet, obwohl sie selbst Nichtschwimmerin ist. Schon allein die Vorstellung, wie absurd dies wohl in der Realität wäre, war für mich unheimlich interessant. Der Tod als Romantiker, verliebt in eine Frau, die ihn weder sehen noch hören kann.

Der Schreibstil des Autors ist unheimlich interessant. Mit viel Sarkasmus, Witz und einem Einfühlungsvermögen der besonderen Art erzählt er zwei kleine Geschichten, die sich zwar schnell lesen lassen, aber trotzdem sofort ins Herz gehen.

Diese Kurzgeschichte ist eine perfekte Ergänzung der Reihe und gibt einen kleinen Einblick in das Gefühlsleben des Todes.

Meggies Fussnote:
Der Osterhase meets Titanic. Grandios.

Bewertung vom 09.04.2019
Dicker Teufel umständehalber in liebevolle Hände abzugeben
Niedlich, _Sebastian

Dicker Teufel umständehalber in liebevolle Hände abzugeben


ausgezeichnet

Mephistopheles, kurz Mephy, regiert die Hölle und kümmert sich auch sonst nicht groß um sein Umfeld. Foltern steht an der Tagesordnung, ansonsten interessiert ihn nur gutes Essen und die Fernsehserien auf Hellflix. Doch mit der Zeit merkt Mephy, dass ihm etwas fehlt. Eine weibliche Begleitung, eine Frau für die Ewigkeit. Also bittet Mephy bei seinem Schöpfer um Urlaub und begibt sich nach Berlin, um dort die Frau seiner Träume zu finden. Gar nicht so leicht, wenn man egoistisch, zu ehrlich und ganz schön anspruchsvoll ist.

Nach "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens"; "Der Tod ist schwer zu überleben" und "Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich", wollte ich nun mal weg von Geschichten über den Tod und habe mir nun "Dicker Teufel umständehalber in liebevolle Hände abzugeben" ausgesucht. Doch weg vom Tod kommt man nicht, denn hier geht es, tja eben um Tote bzw. deren Seelen.

Mephistopheles, kurz Mephy ist der Teufel und somit der Herr der Hölle. Sein Leben verlief die letzten 2000 Jahre recht gut, doch nun hat er Sehnsucht. Nach einer Frau, einer Lebensgefährtin, einer Vertrauen für die Ewigkeit. Also macht er sich zusammen mit seinem Diener Azazel auf nach Berlin und beginnt seine Suche. Unter kommt er dabei bei Klaus, einem Studenten, der zwar wenig begeistert ist, dass der Teufel bei ihm wohnt, aber aus Angst vor eben diesem (und auch seiner Freundin Suse), lässt er es gewähren.

Der Teufel ist aber gar nicht so, wie er uns von der Kirche vorgestellt wird. Im Grunde macht er nur den Job, den er von seinem Schöpfer, sprich Gott, vorgegeben bekommen hat. Er lässt von seinen Angestellten (Dämonen) foltern, eröffnet neue Attraktionen (Foltergeräte), plagt sich mit dem Aufsichtsrat (Engelschar) herum und frönt ansonsten seinen Vorlieben (essen und Fernsehen). Dies macht ihn sehr sympathisch und der Wunsch nach einer Partnerin ist dann natürlich verständlich.

Aber wie findet der Teufel nun eine Frau, die freiwillig mit ihm in die Hölle kommt? Genau dieser Frage stellt sich der Autor und beschreitet die üblichen Wege, um aus dem Singledasein zu entfliehen.
Online-Partnerbörsen, Speed-Dasing, Tanzveranstaltungen und einiges mehr. Da Mephy jedoch schonungslos ehrlich, naiv rücksichtslos und teilweise schon philosophisch unverschämt rüberkommt, hilft ihm auch sein Egoismus nicht, die Richtige zu finden, wobei ihm die Tatsache des von Gott gewährten Urlaubs von 66 Tagen heftig im Nacken sitzt.

Hilfe bekommt Mephiy von seinem Diener Azazel, der, in der Hölle eigentlich ein kleiner, fliegender Dämon, für die Reise in einen mit allen Attributen ausgestatteten männlichen Körper schlüpft. Seine Loyalität ist lobenswert, doch sieht er bald die Vorzüge des Menschseins. Was Mephy so schwer fällt, ist für Azazel kein Problem.
Weitere Hilfe verkörpern die Studenten Klaus und Suse, die selbst erst frisch zusammengekommen sind.

Doch die Frauen sind nicht einfach und Mephy muss etliches übers ich ergeben lassen. Doch teilt er auch aus. Bis er auf Isa trifft... die jedoch mit Chris zusammen ist. Und mal so gar nicht an göttliche Fügung und die große Liebe glaubt.

Witz, Sarkasmus, Komik und Philosophie - eine gelungene Mischung, um dem Teufel eine Geschichte zu widmen.
Mit vielen sympathischen Charakteren und der passenden Story fliegt man durch die Dates, die Zockerabende, die Fressorgien und dem vor Selbstmitleid zerfließenden Mephy. Sogar einige Tränen sind geflossen, weil viele rührende Szenen eingebaut waren.

Ich mag die originelle Schreibweise des Autors, der mit einer gefühlten Leichtigkeit durch die Geschichte führt. Teilweise kam ich aber nicht umhin ein paar Parallelen zu der Serie "Luzifer" zu ziehen.

Meggies Fussnote:
Witzige und ernsthafte Momente, die Luzifer in ein anderes Licht rücken (Huh, ein Wortspiel).

Bewertung vom 09.04.2019
Das Banner des Löwen / Robin Hood Bd.4
Lorne, Mac P.

Das Banner des Löwen / Robin Hood Bd.4


ausgezeichnet

Robin und Marian konnten gerade etwas Ruhe finden, bis die Schergen Simon de Montforts ein Dorf niederbrennen. Der Papst hat einen Kreuzzug angeordnet, den de Montfort nun befehligt. Robin stellt sich zusammen mit seiner Frau Marian und vielen alten Gefährten erneut dem Krieg entgegen.

Auch der vierte Teil der Robin Hood-Reihe konnte mich wieder vollends überzeugen. Ich liebe es, wenn eine Reihe durchgehend auf gleichem Niveau bleibt und keinerlei Längen aufweist.

Der Autor hat dies bis jetzt sehr gut geschafft. Ich hoffe, dass der fünfte und damit auch letzte Teil der Reihe mich befriedigt und zufrieden zurücklässt.

Robin und Marian müssen sich wieder etlichen Abenteuern widmen. Hier finde ich es höchst interessant, wie der Autor geschickt seine fiktiven Ideen in historisch belegte Fakten einbaut. Auch heute ist umstritten, ob es die Figur Robin Hood überhaupt gegeben hat. Doch beharre ich nach Lesen der Reihe mit einer Vehemenz darauf, dass er wirklich gelebt hat.

Auch wenn die Abenteuer, die Robin Hood bislang erlebt hat, wahrscheinlich für das Leben von etlichen anderen gereicht hätten, ist es doch sehr glaubhaft, dass Robin dies alles erlebt haben könnte. Und heute übt er einen genauso faszinierenden Reiz auf mich aus, wie auch damals vor 20 Jahren.

Aber auch der Autor konnte mich vollends überzeugen. Nach mittlerweile sechs gelesenen Romanen (die ersten vier Robin Hood, "Der Pirat" und "Der Herr der Bogenschützen") zähle ich in mittlerweile zu meinen Lieblingsautoren und freue mich auf weitere zahllose Abenteuer, die ich mit seinen Charakteren erlebt darf. Und ich hoffe, dass er noch viele weitere Ideen im Kopf hat.

Nun liegt erst mal noch der fünfte Teil der Robin Hood-Reihe vor mir, obwohl ich zugeben muss, dass ich diesen etwas vor mir her schiebe, weil ich einfach nicht möchte, dass es zu Ende geht. Ich möchte die Legende Robin Hood noch nicht gehen lassen.

Einen kleinen Kritikpunkt muss ich jedoch loswerden. Wenn man die ersten drei Bände gelesen hat, weiß man genau, nach welchem Schema der Autor vorgeht. Dies wird im fünften Teil nicht anders sein. Und doch stört mich dies nach einem Drittel des Buches herzlich wenig, weil der Autor mit seinem packenden Schreibstil alles wieder wett macht.

Meggies Fussnoten:
Robin Hood. Eine Legende wird lebendig.

Bewertung vom 09.04.2019
Frostkuss / Mythos Academy Bd.1
Estep, Jennifer

Frostkuss / Mythos Academy Bd.1


gut

Die Mythos Academy unterrichtet Walküren, Spartaner und andere Helden aus der Mythologie. Auch die 17jährige Gwen Frost besucht seit kurzem die Schule, allerdings ist sie nicht mit den Fähigkeiten der anderen ausgestattet. Sie ist eine Gypsy. Ihr Gabe liegt darin, bei Berührung von Gegenständen oder Menschen die Gefühle zu erleben, die der Gegenstand oder Mensch beinhaltet. Gwen fühlt sich damit als Außenseiterin, schlägt aber gleichzeitig Kapital daraus, in dem sie ihre Gabe zur Verfügung stellt, um z. B. herauszufinden, wo sich verlorene Dinge befinden.
Als die beliebte Schülerin Jasmine umgebracht wird, scheint es unerwartersweise keinen zu interessieren. Nur Gwen macht sich Gedanken und sucht nach Informationen, wer der Mörder sein könnte und vor allem, warum gleichzeitig die Schale der Tränen aus der Bibliothek gestohlen wurde. Dabei stößt sie auf Hinweise, dass sich Loki und seine Schnitter regen und das Chaos auszubrechen droht.

Schon lange habe ich diese Reihe auf meinem SuB liegen und nun endlich habe ich mich an den ersten Teil gewagt, auch weil ich schon einiges Gutes über die Bücher gehört habe. Und ich muss zugeben, dass der erste Teil auch mich überzeugen konnte, diese Reihe weiterzuverfolgen.

Wir lernen zu Anfang die 17jährige Gwen kennen. Sie ist eine Gypsy, ausgestattet mit der Gabe, Gefühle zu erleben, die in Gegenständen gespeichert werden. Eine Gabe, die Fluch und Segen zugleich ist. Denn so kann sie nicht einfach etwas anfassen, ohne das Gefühl, dass es auslöst, selbst zu erleben. Gleichermaßen gilt dies auch für Menschen und so zieht sie sich immer weiter zurück.

Auf der Mythos Academy fühlt sie sich unter anderem deshalb nicht wohl, aber auch, weil sie einfach nicht verstehen kann warum sie diese Schule besuchen muss.
Um sie herum sind alle reich, haben großartige Fähigkeiten, weil sie als Walküren, Spartaner oder ähnliches geboren wurden und ignorieren das Gypsy-Mädchen, dass so gar nicht zu ihnen passt.

Etwas gestört hat mich, dass Gwen teilweise sehr in ihrem Selbstmitleid zerfließt. Oft wird erwähnt, dass sie keine Freunde hat oder dass sie ignoriert wird. Aber auch aufgrund ihrer sehr barschen Art macht sie es ihrem Gegenüber ebenso unmöglich, sich näher mit ihr zu befassen.

Die beschriebene Schule fand ich sehr interessant, obwohl ich gerne mehr Informationen über die Außenwelt gehabt hätte. Ist es weltweit bekannt, dass es eine solche Schule gibt? Wie wird es von Außenstehenden aufgenommen, dass es solch eine Schule gibt? Warum genau gibt es diese Schule und welchen genauen Zweck beinhaltet sie? Viele Fragen blieben offen oder wurden nur unzureichend beantwortet. Hier erhoffe ich mir mehr Informationen in den Folgebänden.

Ansonsten war ich vom Schreibstil der Autorin gebannt. Mit einer Leichtigkeit holte sie mich auf die Mythos Academy und ließ mich an den Abenteuern teilhaben, die Gwen erlebt. Die Charaktere waren zwar teilweise etwas blass, aber auch hier bin ich guter Hoffnung, dass in den nächsten Bänden weitere Infos preis gegeben werden.

Meggies Fussnote:
Griechenland und germanisches Reich lassen grüßen. Der Auftakt der Reihe konnte überzeugen.

Bewertung vom 09.04.2019
Das Geheimnis von Pamunar / Taberna Libraria Bd.2
Eliott, Dana S.

Das Geheimnis von Pamunar / Taberna Libraria Bd.2


gut

Corrie und Silvana versuchen weiterhin den Aufenthaltsort des dritten Buches von Angwil zu entschlüsseln. Doch auch der Magier Lamassar ist auf der Suche. Die beiden Frauen wissen, dass sie zuerst das dritte Buch in Händen halten müssen, da Lamassar ansonsten die Herrschaft an sich reißen würde.
Die Suche führt die beiden auf die Insel Panumar, doch bald müssen Corrie und Silvana feststellen, dass ihnen Lamassar immer einen Schritt voraus scheint.

Nach der kurzweiligen Lektüre des ersten Bandes, freute ich mich umso mehr auf Teil 2. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn ich ein paar kleine Kritikpunkte habe, fühlte ich mich gut unterhalten und hatte schöne Lesestunden mit Corrie, Silvana und ihren Freunden aus der Welt hinter dem Portal, Amaranthina.

Doch wieder hat es mich gestört, dass Silvana und Corrie so leicht aus Gefahrensituationen entkommen können. Meist ist es jemand, der ihnen sofort zur Hilfe eilt, es gut mit ihnen meint oder ihnen Tipps gibt. Es war keine Szene dabei, bei der ich dachte: Och, jetzt muss aber ein Wunder geschehen, dass sie da heil wieder rauskommen. Kein Aha-Effekt, der mich aufhorchen ließ oder mir vorgaukelte, dass es schwerer war, als gedacht.

Dies war aber beim Vorgänger-Roman schon so und ich wusste ja nun, was auf mich zukommt.

Auch plätscherte die Geschichte zwischendurch etwas vor sich hin. Einige Szenen hätte man kürzen können, wobei es manche gab, denen ein paar Seiten mehr gut getan hätten.

Gut gefallen hat mir, dass mehr Emotionen im Spiel waren. Allen voran Silvana, die eigentlich die skeptische der beiden Hauptcharaktere ist. Silvana hat sich endlich etwas geöffnet und auch ihre Vergangenheit in den Vordergrund gestellt. Man erfährt Dinge aus der Kindheit. Allerdings weiß man immer noch nicht, warum sie mit Steinfiguren sprechen kann.

Corrie ist die Mutigere der beiden Frauen. Manchmal allerdings etwas zu forsch. Dies führt dazu, dass Corrie und Silvana in Gefahr geraten und nur mit Hilfe von anderen wieder herausfinden.

Gut gefallen hat mir die Figur des Lamassar. Er war charismatisch, einfühlsam und doch funkelte immer das Böse aus ihm heraus. Auch wenn er versuchte, Corrie und Silvana um den Finger zu wickeln, merkte man deutlich dass er derjenige ist, der die Herrschaft an sich reißen will. Egal, was er einem verspricht.

Trotzdem kam er zeitweise sehr sympathisch rüber. Mal sehen, wie er sich im dritten Band weiterentwickeln wird.

Auch wenn - wie oben beschrieben - kleine Längen in der Geschichte auftauchen, fand ich die Story sehr interessant und auch spannend. Neue Charaktere werden eingeführt, alte, die man zu kennen glaubte, ändern sich abrupt und von liebgewonnenen muss man Abschied nehmen.

Diesmal haben wir uns mehr in der Welt hinter dem Portal, also in Amaranthina aufgehalten, als in der Buchhandlung von Corrie und Silvana. Bücher spielen aber trotzdem wieder eine große Rolle. Im Vordergrund steht natürlich die Suche nach dem dritten Buch von Angwil, doch begegnen uns Bücher auch an anderen Orten. Diese kleinen Details haben mir sehr gut gefallen.

Meggies Fussnote:
Gerne bin ich mit Corrie und Silvana auf die Suche gegangen.

Bewertung vom 16.03.2019
Die Geschichte des Wassers / Klima Quartett Bd.2
Lunde, Maja

Die Geschichte des Wassers / Klima Quartett Bd.2


ausgezeichnet

2017 begibt sich die 70jährige Umweltaktivistin Signe alleine mit ihrem Segelboot auf eine riskante Reise. Sie möchte die französische Küste erreichen und dort ihrem ehemaligen Liebhaber Magnus begegnen, um ihn davon abzuhalten, weitere Umweltsünden zu begehen. Ihr liegt das Wohl des Planeten am Herzen und sie versucht, durch ihre Taten die Erde zu retten.
2041 zwingt eine große Dürre in Frankreich die Menschen dazu, ihre Häuser zu verlassen und dorthin zu fliehen, wo es Wasser gibt. David und seine Tochter Lou sind zwei davon und machen auf ihrer Flucht in einem Camp halt, in welchem sie mit anderen Flüchtlingen ausharren müssen. Da Lou langweilig ist, geht sie mit ihrem Vater auf Streifzug. In einem vertrockneten Garten finden sie ein Boot, Signes Segelboot.

In "Die Geschichte der Bienen", dem Auftakt zum literarischen Klima-Quartett, verknüpft die Autorin die Leben dreier Personen über unterschiedliche Zeitebenen. Sie zeigte auf, was mit den Insekten auf der Erde passiert, wenn die Menschheit genauso weitermacht, wie bisher. Im zweiten Teil widmet sich die Autorin nun dem Element, welches für uns überlebenswichtig ist: dem Wasser.

Wir befinden uns im Jahre 2017 und lernen die 70jährige Umweltaktivistin Signe kenne, die einen riskanten Plan verfolgt. Sie segelt allein mit ihrem Boot "Blue" zur französischen Küste. Keiner weiß von ihrer Reise. Ihr Ziel: ihren ehemaligen Freund Magnus davon abzuhalten, Umweltsünden zu begehen.

Ihr Weg ist gespickt von Gedanken, Ängsten und Rückblicken in ihre Vergangenheit. Signe wird uns langsam vorgestellt, ihre Hoffnungen werden offen gelegt, ihr Engagement und ihr Weg zu der Person, die sie heute ist.
Ihr liegt unser Planet am Herzen, sie will mit ihren Aktionen aufrütteln und die Leute dazu bringen, umzudenken und sich zu ändern.
Leider kommt sie nicht dagegen an bzw. wird nicht ernst genommen. Diejenigen die ihr helfen, geben irgendwann auf und sie steht alleine da.

Die Quittung für diese "Sünden" erleben wir parallel in der Zukunft im Jahr 2041. David und seine Tochter Lou müssen, bedingt durch ein Feuer in der Stadt, fliehen. Dabei verliert David seine Frau und seinen Sohn aus den Augen. Geschwächt schafft er es, mit Lou in einem Flüchtlingscamp anzukommen und dort aufgenommen zu werden. Er hofft, dass seine Frau mit seinem Sohn nachkommt. Doch je länger er dort verweilt, umso mehr schwindet diese Hoffnung.

Im Camp herrschen raue Bedingungen. Essen und Trinken ist rationiert. David und Lou kommen bald um vor Langeweile. Auf einem Spaziergang entdecken sie ein Segelboot. David beginnt sich zu fragen, wem es gehört hat und wie es hierher kommt, so weit weg vom Meer.

Abwechselnd erzählt die Autorin über Signe in der Gegenwart und von David und Lou in der Zukunft. Langsam ergibt sich ein Bild, langsam verknüpfen sich die Schicksale dieser drei Personen. Die Träume der Protagonisten, für die es sich zu kämpfen lohnt. Sie müssen harte Schicksalsschläge verkraften, die sich nicht ändern lassen. Und alle wissen, dass sie zusammen eigentlich so viel mehr erreichen könnten.

Auch wenn sich Signe und David nie kennenlernen, haben sie doch viel gemeinsam. Vor allem die Furcht vor der Zukunft und das Sichern des Überlebens.

Die Autorin schlägt wieder gekonnt eine Brücke zwischen 2017 und dem Jahr 2041. Und zeigt, was mit unsere Erde passieren kann, wenn wir wo weitermachen.

Mit kleinen Dingen können wir dazu beitragen, dass aus unserem Planeten eine bessere Welt wird. Keine Wasserverschwendung, der Verzicht auf Plastik, eher mal zu Fuß gehen, als das Auto nehmen usw. Wir "Kleinen" können als gutes Beispiel vorangehen. Die "Großen" könn(t)en nachziehen. Die Wirtschaft könnte besser werden. Manche tun es schon, doch viele interessiert es noch nicht.

Ich finde, dass die ersten beiden Bücher des Klima-Quartetts schon einiges aufrütteln. Ich freue mich deswegen auf den nächsten Teil.

Meggies Fussnote:
Wasser ist Leben. Verschwenden wir es nicht.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.03.2019
Der Tod ist schwer zu überleben
Niedlich, Sebastian

Der Tod ist schwer zu überleben


ausgezeichnet

Martin hat überlebt, wird von seiner Ex-Frau Anja nun gepflegt und kann dadurch seinen Sohn wieder jeden Tag sehen. Alle sind glücklich, bis auf den Tod. Der kommt immer noch zu Martin zu Besuch und verkündet eines Tages, dass nicht nur Martin ihn sehen kann, sondern etliche andere auch. Kann es sein, dass Martin gar nicht Tods Nachfolger hätte werden sollen, sondern noch andere Kandidaten im Spiel sind? Martin ist dies sehr recht, kann er doch nun endlich mit dem Kapitel abschließen. Bis Martins Sohn Tobi ebenfalls den Tod sehen kann und damit auch als Nachfolger in Frage kommt.

Der erste Teil hat mich schon positiv überrascht, Teil 2 legt aber nochmal eine Schippe drauf.
Der schwarze Humor, die versteckten Andeutungen und der allgegenwärtige Tod verliehen dem Buch das gewisse Etwas.
Ich hab mich köstlich amüsiert, mitgelitten und die getroffenen Entscheidungen akzeptieren müssen. Es kommt nämlich anders, als man denkt.
Die meist schon philosophischen Gespräche zwischen Tod und Martin regen zum Nachdenken an,

Martins Sohn Tobi ist einfach zum Knuddeln. Allerdings darf er mit seinen 7 Jahren schon einige Filme sehen, die eigentlich erst ab 12 bzw. ab 16 Jahre sind. Dies fand ich sehr bedenklich, aber da es Tobi anscheinend eher abhärtet, als schockt, habe ich es hingenommen.

Der erste Teil war schon sehr gut, Band 2 noch besser. Das Ende war passend, die Umsetzung fast schon genial.

Abern nicht nur Martin, der Tod und Tobias sind lesenswert, auch alle anderen Charaktere sind liebenswert und sympathisch. Vor allem, da jeder seine Ecken und Kanten hat.

Wunderschön finde ich den Gedanken, dass, wenn man stirbt, ein Schmetterling aus dem Mund entweicht und dann vom Tod mit einem Kescher eingefangen wird. So wird die Weiterreise an einen unbekannten Ort gewährleistet.

Als Gegenteil zum Tod gibt es natürlich das Leben, beginnend mit der Geburt. Das Leben wird dargestellt von einem Mädchen namens Bibi. Sie gibt jedem Neugeborenen einen Schmetterling mit auf dem Weg.

Meggies Fussnoten:
Der Tod von seiner schönen Seite.