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Mel.E
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Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 08.08.2016
Museum of Heartbreak
Leder, Meg

Museum of Heartbreak


sehr gut

"Museum of Heartbreak" ist ein kitschig, schnulziger Jugendroman, der für die angegebene Zielgruppe, junge Leser ab 12 Jahren mehr als geeignet ist. Er erzählt von Dingen, die für Jugendliche absolut relevant sind, denn es sind Dinge und Emotionen, die in diesem Alter besonders wichtig sind und zeigen, dass man darüber reden muss, wenn auch auf amüsante Art und Weise, wie hier in "Museum of Heartbreak" beschrieben. Natürlich ist man mit 12 noch nicht so sehr verliebt wie Penelope, aber dennoch kann man sich diesem Buch schon widmen ohne rote Ohren zu bekommen, denn außer Küssen wird hier nichts geschehen, was ich verwerflich finden würde. Es ist auf seine eigene Art romantisch und wird die Augen junger Leserinnen zum Strahlen bringen. Hier wird das Chaos Liebe verdeutlicht, denn bevor man Mr. Right trifft, könnten einige Jungs ein echter Griff ins Klo sein. Dieses muss auch Penelope erfahren und wie schon der Klappentext sagt, wird einiges an Herzschmerz vorprogrammiert sein, bis man seine große Liebe findet oder wie hier, sie anfängt wahrzunehmen, denn sie ist schon lange da und muss nur bewusst werden.

Ich mochte Penelope als Protagonistin sehr, denn sie hat diesem Roman einen ganz besonderen Charme verliehen. Nicht einen Moment lang kam Langeweile auf. Natürlich ist einiges absolut amerikanisch übertrieben, dennoch konnte die Story letztendlich mein Herz erwärmen. Als Leserin muss mir bewusst sein, das ich tatsächlich schon lange nicht mehr 12 Jahre alt bin und auch wenn ich dieses oder jenes übertrieben finde, es für das angegebene Lesealter komplett passend geschrieben ist. Die erste Liebe und das kribbeln im Bauch werden deutlich und noch deutlicher ist, das man schnell mal komplett daneben greift und sich falschen Gefühlen hingeben kann. Trotz aller Warnungen lässt sich Penelope auf einen Kerl ein, den zu küssen ihr nicht gefällt, denn seine Lippen sind längst nicht so geschmeidig wie die von ....! Es ist ein Hineinstolpern in ein Liebeschaos, aus dem man erst einmal herausfinden muss. Warum also nicht ein "Museum of Heartbreak" darstellen, um denjenigen davon zu überzeugen, dass man ihn schon lange liebt, weil man genügend gemeinsame Erinnerungen beisammen hat? Mich hat es überzeugt ☺

Locker leicht und flockig und daher wirklich zu empfehlen!

Bewertung vom 03.08.2016
Die Spur ins Schattenland
Stroud, Jonathan

Die Spur ins Schattenland


sehr gut

"Die Spur ins Schattenland" hat mich bis zu einem bestimmten Punkt absolut begeistert, da ich es interessant fand in Charlies Träume einzutauchen, die sich als äußerst lebendig entpuppen. Die Trauer um ihren Freund Max nimmt sehr viel Raum in Charlies Leben ein und es ist verständlich, das ihre Familie überreagiert und versuchen Charlie einzuengen. Eine Überbehütung ist allerdings nicht immer des Rätsels Lösung, obwohl ich natürlich Sorge und Ängste verstehen konnte. Was wirklich im Mühlsee geschah klingt völlig verrückt und diese fantastischen Momente sind es, die den Roman sehr spannend und überzeugend gemacht haben. Trotzdem lässt es sich nicht leugnen, das ich die Altersempfehlung ab 11 Jahren etwas zu tief angesetzt finde, da Trauer und Tod eventuell überfordern könnten. Der Klappentext spricht eine deutliche Sprache, sodass eigentlich klar ist, auf was man sich beim Lesen einlässt, dennoch ist Drama und Trauer ein ganz wesentlicher Bestandteil und sollte nicht unterschätzt werden. Selbst mir als Erwachsene fiel das Dunkle und Düstere sehr ins Gewicht und gerade das Ende hat mich letztendlich nicht überzeugen können. Ich musste es mehrfach lesen und immer noch nicht ist mir die Bedeutung dessen wirklich klar geworden.

Was ist Traum, was ist Fiktion? Jonathan Stroud benutzt eine wunderbare und lebendige Sprache, dennoch bleibt es düster und manchmal auch sehr beängstigend. Ein Trauma zu überwinden und dies in Buchform zu verpacken ist ein recht kluger Schachzug, dennoch ist es erdrückend und würde jemanden, der tatsächlich gerade jemanden verloren hat, wahrscheinlich nicht trösten, sondern emotional komplett erschlagen. Erwartet hatte ich etwas anderes, dennoch kann ich dem Roman "Die Spur ins Schattenland" einen gewissen Charme nicht absprechen. Ich möchte auch nur leicht kritisieren, das ich die Altersempfehlung zu tief angesetzt empfunden habe und auch das Finstere, Bedrohliche nicht zu unterschätzen ist. Ansonsten ist "Die Spur ins Schattenland" natürlich sehr hochwertig einzustufen und eine Leseempfehlung wert. Man sollte nur vorher wissen, worauf man sich einlässt, denn den besten Freund zu verlieren, kann wirklich sehr traumatisch sein und dies ist es, was Charlie durchstehen und überwinden muss. sie dabei zu begleiten ist nicht einfach und könnte emotional wirklich überfordern. Wem das bewusst ist, wird sich einem echten Buchschatz gegenüber finden.

Bewertung vom 01.08.2016
Ein Schatten von Verrat und Liebe / Highland Saga Bd.8
Gabaldon, Diana

Ein Schatten von Verrat und Liebe / Highland Saga Bd.8


ausgezeichnet

"Ein Schatten von Verrat und Liebe" war wie ein Nachhausekommen, denn die Highlandsaga ist einfach nur großartig geschrieben und begeisterte mich auch im 8. Band der Reihe. Die Bilder die in meinem Kopf entstanden sind, sind sehr lebendig und daher weigere ich mich bisher noch die Verfilmung dessen zu sehen, da ich mir von Beginn an, ein eigenes Bild der Protagonisten gemacht habe und dieses nun verändert vorfinden würde. Ich war ab der ersten Seite verliebt in Jamie und Claire, denn nie zuvor las ich mit Begeisterung eine solche Liebesgeschichte, die außergewöhnlich, mitunter auch brutal und grausam, aber dennoch wirklich lesenswert ist. Das Besondere an den Romanen ist die Zeit in der "Ein Schatten von Verrat und Liebe" spielt, denn hier wird über historischem Wissen verfügt, welchem natürlich auch jede Menge Fiktion hinzugefügt wurde, dennoch könnte es sich ebenso abgespielt haben. Ich bin sehr dankbar, das mein Leben heute um einiges einfacher ist. Die medizinische Versorgung ist einfach und auch wenn Claire über das Wissen verfügt, sind ihr oft die Hände gebunden, da ihr nicht alles an Medikamenten oder anderem zur Verfügung steht, wie es im Heute wäre. Gerade dieses macht "Ein Schatten von Verrat und Liebe"unglaublich interessant. Der Umgang mit Menschenleben ist sehr brutal. Jeder sorgt im Prinzip für sich selbst und schreckt daher auch vor Mord oder Rache nicht zurück. Mir stockte oft der Atem, da ich natürlich eine andere Gesinnung habe, aber 1778 wahrscheinlich auch um jeden Preis überleben möchte.

In "Ein Schatten von Verrat und Liebe" spielen einige Storys parallel, die nahtlos miteinander verknüpft werden und daher das Lesen sehr lebendig halten. Im Nachhinein sind 1000 Seiten fast schon zu schnell gelesen und ich habe jetzt schon Sehnsucht nach einer Fortsetzung. Das Ende ist offen und lässt mich völlig fasziniert zurück. Natürlich wusste ich, was mich erwartet und dennoch hinterlassen die letzten Worte mich mit einem Gefühl der Begeisterung.
Was mich etwas traurig macht, ist die Tatsache, das die nächsten Bände nicht bei blanvalet erscheinen werden und ich große Veränderungen der Cover befürchte. Im Regal stehen 8 Bände nebeneinander, die optisch hervorragend zueinander passen und ein Stilbruch würde mich doch sehr ärgern.

Einen Roman mit 1000 Seiten zu beschreiben, ohne große zu spoilern empfinde ich als unsagbar schwer, daher werde ich mich eher Oberflächlichkeiten widmen, um euch die Vorfreude nicht zu nehmen. Für mich war oft ein hoher Spannungsbogen fühlbar, was durch die unterschiedlichen Perspektiven und vielschichtigen Personen noch erhöht wurde. Diana Gabaldon hat mich auch mit "Ein Schatten von Verrat und Liebe" sehr begeistert. Einen Roman zu schreiben, der von Erfolg gekrönt ist, ist schon eine Kunst, aber 8 dieser fantastischen Romane schreiben zu können, ist eine gewaltige Leistung, für die ich sehr dankbar bin. Es gibt kaum Bücher die so sehr im Kopf bleiben, wie die Saga rund um Claire und Jamie. Natürlich nimmt auch Lord John, Brianna, Roger und Ian Raum ein, aber Jamie und Claire sind es, die sich in mein Herz gebrannt haben und dort einen ganz besonderen Platz einnehmen. Auch wenn "Feuer und Stein" immer mein liebster Band bleiben wird, kommt "Ein Schatten von Verrat und Liebe" sehr nah an diesen heran.

Fazit:
"Ein Schatten von Verrat und Liebe" ist magisch, erotisch, interessant durch Zeitsprünge, bildlich hervorragend ausgearbeitet und mit Protagonisten besetzt, denen es auch nach 8 Bänden immer wieder gelingt mein Herz zu erobern. Absolute Leseempfehlung!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.08.2016
Reise nach Orkney
Sackville, Amy

Reise nach Orkney


ausgezeichnet

Um für "Reise nach Orkney" eine passende Überschrift zu finden, fiel mir ausgesprochen leicht, da Sehnsucht nach Meer, den Inhalt des Romans perfekt wiedergibt. Orkney ist vielleicht nicht unbedingt der ideale Ort für eine Hochzeitsreise, dennoch wurde sie auserwählt, da die junge Frau aus persönlichen Gründen diesen Ort vorgezogen hat. Sie verschmilzt mit Sand, Strand und Meer. Sie liebt es in die Wellen zu schauen und ihre Füße in das Wasser zu halten, um diese umspülen zu lassen. Ihr Mann beobachtet sie dabei und lässt ihr kaum Raum für anderes. Er schien mir als sehr anhänglich, was vielleicht auch an dem hohen Altersunterschied der Protagonisten liegen könnte.

Der Autorin ist es gelungen, durch die Faszination von Mythen und Märchen einen Roman zu schreiben, der viel Spielraum für eigene Spekulationen lässt. Mir hat besonders gefallen, dass das Buch an welchem der Professor schreibt mit Nixen, Selkies und anderen Fabelwesen zusammenhängt, die dem Roman dadurch eine ganz eigene Note verpassen. Letztendlich wusste ich selbst nicht mehr, was nun erfunden oder wahr ist. Hier steht eine ganz besondere Liebe im Vordergrund, die mit einigen Schwierigkeiten verbunden sind. Ist es der Drang nach Freiheit oder der Altersunterschied, der dem ungleichen Paar im Wege steht?

Wunderbar bildlich geschrieben und ein Roman, der sich wirklich hervorheben konnte. Leider fand ich das gewählte Cover etwas blass und hätte es im Buchhandel wahrscheinlich ignoriert, obwohl der Klappentext faszinierend ist und mich angesprochen hätte. Da ich ansonsten aber keine Kritik zu "Reise nach Orkney" äußern könnte, möchte ich definitiv eine Leseempfehlung aussprechen, denn "Reise nach Orkney" hat mir echte Lesefreuden beschert, da es eben nicht nur eine schnöde Liebesgeschichte ist, sondern sich wie ein echtes Märchen liest, welches in einer wundervollen Umgebung präsentiert wurde. Das Ende lässt viel Raum für eigene Interpretationen und hat mir dadurch sehr gefallen. Für mich das Widerspiegeln einer tiefen Sehnsucht, die nur durch das Meer gelindert werden kann, was sehr gut durch Einblicke in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpft wurde.

Echte Leseempfehlung!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.07.2016
In einer Sommernacht wie dieser
Heitmann, Tanja

In einer Sommernacht wie dieser


ausgezeichnet

"In einer Sommernacht wie dieser" ist ein solider Jugendthriller, der durch seine Protagonisten glänzen kann, obwohl ich Leo manchmal doch ein klein wenig zu blauäugig empfand. Sie lässt sich sogleich auf Alexei ein und vertraut ihm fast schon blind. Mir kam das doch etwas kurios vor, da einige Dinge mich doch sehr aus der Bahn werfen würden, bzw mich verunsichern. Leo bleibt treu in ihren Gedanken und Emotionen. Als Leserin war ich oft hin und hergerissen zwischen den Ereignissen und meinen eigenen Empfindungen. Wem hätte ich vertraut und wem gehört mein Herz?

Der Klappentext versprüht eine eigene Dynamik und gerade die atmosphärische Romantik vermischt mit Thrill ist es, was mich neugierig auf "In einer Sommernacht wie dieser" machte. Einmal angefangen war ich kaum zu bremsen und flog förmlich durch die Seiten. Die Schrift ist einem Jugendbuch angemessen und erleichtert das Lesen vielfach.

Der Schreibstil ist angenehm und konnte mich ebenfalls begeistern. Für mich war es das zweite Buch der Autorin, aber sicherlich nicht das letzte.

Was "In einer Sommernacht wie dieser" herausragend macht ist die Tatsache, das schnell klar wird, das irgendjemand Alexeis Angst vor dem Wald nutzt, aber wer? Oder ist es Alexei selbst, der zu solch Grausamkeiten fähig ist? Auf der anderen Seite steht Leo, die aufgrund ihrer Familienverhältnisse einsam und oft alleine ist und sich vielleicht deshalb so schnell emotional binden kann. Vielleicht ist Leo aber einfach auch nur auf der Suche nach Geborgenheit? All das, was ihr ihre Eltern nicht bieten können und es schnell klar wird, das man auch mit Geld nicht alles kaufen kann. Auch wenn es Leos Vater nicht passt, das sie sich mit dem Gärtnergehilfen, einem Dienstboten sozusagen abgibt, lässt sich Leo davon nicht beeindrucken, denn es bieten sich viele, viele Gelegenheiten, um die Stimme ihres Vaters zu übertönen. Nach den grausamen Vorkommnissen bleibt Leo standhaft und meine Zweifel an Alexei wachsen bis zu einem bestimmte Zeitpunkt. Ab da ändert sich mein Denken und leider blieb der Überraschungseffekt am Ende aus. Die Aufklärung der Tatsachen ist psychotisch und von echter Besessenheit beseelt, das es letztendlich doch überzeugt.


Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus, da "In einer Sommernacht wie dieser" absolut packend geschrieben ist und mich fesseln konnte. Der Überraschungseffekt am Ende fehlte zwar, dennoch ist es solide und überzeugend.

Bewertung vom 28.07.2016
Das Böse in euch / Michaela Baltzer Bd.1
Weiss, Rhena

Das Böse in euch / Michaela Baltzer Bd.1


ausgezeichnet

"Das Böse in euch" ist der Auftakt einer Thrillerreihe. die mir sehr zugesagt hat. Gleich von Beginn an, wird uns bewusst, wie einschneidend Erlebnisse aus der Kindheit sein können, um uns zu den Menschen zu machen, die wir sein werden. Nicht immer sind wir stark genug, um Dinge zu verdrängen oder zu verarbeiten, damit wir gesunde Jugendliche / Erwachsene werden können. Hier wird ganz stark die menschliche Psyche in den Vordergrund gestellt und verdeutlicht, das Kindern von Geburt an gegeben ist, ihre Eltern stolz auf sich zu machen, aber auch der hohe Einfluss dieser auf uns, wenn wir Kinder sind. Ich war auf der einen Seite sehr, sehr traurig und entsetzt darüber, wie Menschen miteinander umgehen, denn als emphatischer Mensch ist mir dieses unerklärlich und auf der anderen Seite wäre ich am liebsten sofort eingeschritten. Ist natürlich nicht möglich, da es sich um eine fiktive Story handelt, aber sobald es um Kinder geht, beginnt mein Blut vor Wut zu kochen. Das Übel aller Handlungen in diesem Buch, beginnt in einer grausamen Kindheit, deren Zeuge ich durch verschiedene Einblendungen wurde. Der Titel des Thrillers bekommt erst zum Ende hin eine Bedeutung und zeigt leider auf, das in Krisen tatsächlich auch in uns das Böse stecken könnte. Es gruselt mich sehr, da ich mich niemals so empfunden hätte, aber vielleicht würde ich in Ausnahmesituationen auch tatsächlich anders handeln und mich dadurch selbst nicht wiedererkennen? Hoffen wir, das ich dies niemals herausfinden muss.

Michaela Baltzer hat mir als Ermittlerin sehr gefallen, da sie sehr geheimnisvoll wirkt und auch am Ende des Thrillers noch einiges über ihre Person offen geblieben ist. Dies ist also Stoff für den nächsten Thriller, indem ich mir erhoffe, ein klein wenig mehr zu erfahren. Als Leserin habe ich ein direkte Bild vor Augen gehabt und bin sehr gespannt, ob es sich bestätigt. Ich habe mir einiges zusammenreimen können und vermute hinter Michaelas verhalten tiefe Verletzungen und Ängste. Eine tiefe Angst konnte sie am Ende überwinden und konnte somit direkt ein Trauma überwinden, dessen Ursprung nicht ganz klar war und mich sehr neugierig macht.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr gelungen und ich konnte der ganzen Story lang einen hohen Spannungsbogen wahrnehmen. Nicht einen Moment lang war ich darauf gefasst, wer hinter den Entführungen steht. Als dann Valerie entführt wird, steht fest, das es jemand aus dem Umfeld von Michaela und Valerie sein muss, aber wer?

Ich möchte für "Das Böse in euch" gerne eine Leseempfehlung aussprechen, da ich unglaublich fasziniert war von der Vorgeschichte eines Menschen, die dazu führte, das sich eine Psychose entwickelt hat. Ein Drang zu gefallen. Diesen Drang so auszuleben, das Emotionen und jegliche Empathie für andere komplett ausgeblendet wird. Es war erschreckend, was sich hier entwickelt hat und welche Formen es annahm. Menschen verhalten sich wie Tiere und verlieren jegliche Würde oder Anstand. Jeder ist sich selbst am Nächsten und dieses Verhalten ist unter den gegebenen Umständen zwar erklärlich, macht es dadurch aber nicht sympathischer. Mit "Das Böse in euch" las ich einen faszinierenden Thriller, dem ich keine Mängel nachweisen kann, da er mich bestens unterhalten hat und nach dem Beenden ein komisches Gefühl im Bauch hinterließ, denn ich frage mich tatsächlich, ob "Das Böse" auch in mir stecken würde?

Bewertung vom 25.07.2016
Dein letzter Tag
Rich, A. J.

Dein letzter Tag


sehr gut

"Dein letzter Tag" habe ich als absolut widerwärtig empfunden, da gleich die ersten Seiten sehr grausam sind und ich mich beim Lesen sehr unwohl gefühlt habe. Es ist ein sehr gut geschriebener Thriller, der lange Zeit den Spannungsbogen aufrecht erhalten kann und mich regelrecht an der Nase herumführen konnte. Ein Mann wird tot aufgefunden und es lässt schnell erkennen, dass sein Leben auf Lügen aufgebaut war. Völlig unvorstellbar für mich, dass dieses so lange unerkannt bleiben konnte, Was natürlich auch daran liegt, dass man in der Liebe Vertrauen schenkt und das Leben des Partners nicht näher beleuchten wird. Warum sollte man auch? Bennett hat Morgan von vorne bis hinten belogen und nun muss sie nicht nur um den Verlust des Mannes den sie liebt trauern, sondern auch um ihre Hunde. Haben die Hunde tatsächlich angegriffen oder ist alles nur inszeniert? Bennetts Tod hat mich absolut abgestoßen und ich war letztendlich unsicher, was ich nun glauben kann oder wo der Fehler in den Ermittlungen der Polizei liegt, denn die Beweislage ist mehr als glaubwürdig.

Morgan bringt sich selbst in Gefahr, da sie nicht ruht, sondern Antworten finden will. Antworten, die letztendlich auf eine schwere Psychose hindeuten und mich tatsächlich überforderten. Wäre Morgan auch in eine Falle getappt, wenn sie still gewesen wäre und nicht weiter gesucht hätte, um Bennetts Vergangenheit und Leben zu beleuchten?

Das Cover ist sehr düster gehalten und die Hundepfoten mehr als treffend gewählt, da die Hunde einen großen Teil des Buches einnehmen und auf mich sehr verstörend wirkten. Oft wusste ich selbst nicht, was wirklich geschah an dem Abend als Bennett starb und die Auflösung recht nah am Ende des Buches, war einfach nur abstoßend und widerwärtig.

Letztendlich bin ich dennoch sehr zufrieden mit "Dein letzter Tag", denn obwohl es blutig, brutal und widerwärtig war in dieses Story einzutauchen, habe ich mich nicht einen Moment beim Lesen gelangweilt. Letztendlich ist "Dein letzter Tag" ein sehr gut ausgearbeiteter Thriller, der mehr verbirgt als offenbart. Ich mag es, wenn ich in die Irre geführt werde und erst nach und nach begreife, was die Hintergründe eines Mordes sind. Völlig unerwartet trifft mich die Auflösung und lässt mich schockiert und entsetzt zurück.

Leseempfehlung!


★★★★

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Bewertung vom 25.07.2016
Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen
Franke, Cornelia

Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen


ausgezeichnet

"Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen" ist ein wirklich amüsantes Jugendbuch, welches auch meine Lust und Liebe am Film verdeutlicht. Der Autorin ist es gelungen, mir auf 320 Seiten mehrfach ein Schmunzeln aufs Gesicht zu zaubern. Ein Wohlfühlbuch der Extraklasse, welches für die angegebene Zielgruppe (junge Leser ab 12 Jahren) unbedingt geeignet ist. Erste Liebe, Stress mit den Erziehungsberechtigten und ein Medienprojekt, welches Jess vor große Herausforderungen stellt. Es macht einfach Spaß ihr zu begegnen und mit ihr zu leiden und zu lachen. Auch wenn es oft ernst wurde in der Story, gewann doch das Schöne die Oberhand.

Äußerst passend gewählt empfand ich das Cover, welches durch den rosa Grundton auf ein Buch für junge Mädchen hinweist und durch Titel und Cover verdeutlicht, das es sich um Filme handelt. Filme, die man am Besten mit Popcorn und Cola genießt. Beides hatte ich nicht zur Hand beim Lesen, dennoch war das Abtauchen in die Story wundervoll, da es auch das Bloggen beinhaltet, was ja schließlich etwas ist, was auch mich oft und gerne beschäftigt hält. Über Filme zu Bloggen entwickelt ein Eigenleben und Klicks und Kommentare würden zu einem Sieg im Schulprojekt bedeuten. Was natürlich noch wichtiger ist, sind die Preise, die für die besten Blogs ausgeschrieben sind, denn einer davon würde Jess ins Filmarchiv von Babelsberg entführen und würde sie ihrer Mutter ein kleines Stück näher bringen. Mir gefielen die vielen kleinen Aussagen, die verdeutlichen, wie wichtig es ist, seine Wurzeln zu kennen und wie unsinnig es ist, sich in seiner Trauer zu vergraben.

"Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen" ist intensiv und wunderbar zu lesen. Die 320 Seiten vergingen wie im Flug und ließen mich am Ende mit einem befriedigten Seufzer zurück. Meine Erwartungen wurden voll erfüllt und daher muss ich einfach eine Leseempfehlung für ein Buch aussprechen, welches mich nicht erst bei "Tatsächlich Liebe" oder "Nur mit Dir" um den Finger gewickelt hat.

Bewertung vom 11.07.2016
Ziemlich unverhofft, 4 Audio-CDs
Scheunemann, Frauke

Ziemlich unverhofft, 4 Audio-CDs


ausgezeichnet

"Ziemlich unverhofft" ist eine wunderbare Familienkömodie, die echte Regentage vertreiben kann und hier und da ein Schmunzeln während des Hören hervorrufen konnte. Meine Fahrtzeiten zur Arbeit waren entspannt und definitiv um einiges lebhafter als sonst. Ich fühlte mich wohl mit Nikola und ihrem alltäglichen Wahnsinn. Manchmal habe ich mich natürlich auch hier und da geärgert, da es eben auch Menschen auf unseren Lebenswegen gibt, denen wir besser nie begegnet wären. Nikola holt aber aus allen Dingen das Beste raus und kämpft als Anwältin für Familienrecht wie eine Löwin für ihre Klientin. Sie selbst ist Witwe und Mutter eines Sohnes und oft ist ein klein wenig Trauer spürbar, denn als Alleinerziehende hat sie Sehnsüchte und Träume, die unerfüllt bleiben müssen. Auf sehr humorvolle Art begleiten wir eine Frau, die oft von einem Chaos in das Nächste schlittert und dabei wirklich sehr sympathisch ist. Ich erhoffe mir tatsächlich eine Fortsetzung, da noch ganz viel Luft nach oben ist und ich das Gefühl habe, noch ist nicht alles erzählt, zumal die Liebesgeschichte, die sich angebahnt hat, noch weitererzählt werden könnte. Marie Bierstedt ist es wieder einmal gelungen, ihren Protagonisten Leben einzuhauchen und sie für uns so deutlich zu präsentieren, dass die Story wirklich erlebbar war. Ich konnte es genießen und auch einen leichten Wohlfühleffekt verspüren. Ein Hörbuch, welches zum Schmunzeln bringt und eine Hörempfehlung wirklich verdient hat. Es ruft einiges an Emotionen hervor und am Ende bedarf es einiges an Schadenfreude und zwar dann, wenn Menschen zu ihrem Recht verholfen wurde, da sie vorher durch Betrug ihrem eigenen Fleisch und Blut schaden wollten. Lügen haben kurze Beine und dies wird her mehrfach ganz deutlich hervorgehoben. Lügen und Betrügereien lohnen sich nicht und oft kommt die Wahrheit doch ans Licht, auch wenn es einen leichten Romeo und Julia Touch hat oder die Ehre eines Mannes gerettet werden soll, dessen Mutter die zukünftige Schwiegertochter unbedingt kennen lernen will. Chaotisch und liebenswert und mitunter auch zum Nachdenken anregend, bietet "Ziemlich unverhofft" mir alles, was ich von einem Frauenroman erwartet hatte.
Fazit: Liebenswerte Story mit reichlich Situationskomik, wobei ich hier und da auch echte Schmunzelgarantie versprechen kann. Ein toller Frauenroman, der wunderbar umgesetzt wurde und das Hören alles andere als langweilig war. Hörempfehlung!


★★★★★ (4,5 Sterne)

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