Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
gaby2707

Bewertungen

Insgesamt 2032 Bewertungen
Bewertung vom 09.07.2023
Lenas Kieselsteine
Borghoff, Wilma

Lenas Kieselsteine


ausgezeichnet

Am Ende wird doch alles gut

Lena Obermeier ist 14 Jahre alt und hat die Nase gestrichen voll. Von ihrer Mutter Clara, die sie vernachlässigt, von deren Lebensgefährten Lennart, der sie ablehnt. Sie erinnert sich an wunderschöne Urlaube, die sie in Bayern bei Tante Jasmin, der Schwester ihrer Mutter, verbracht hat und die plötzlich abgerissen sind. Ohne Fahrkarte macht sie sich auf den Weg von Köln nach München, strandet aus dem Zug geworfen in Frankfurt/Main. Hier macht sie Bekanntschaft mit Marvin, der sie zu einer dubiosen Party mitnimmt. Als sie dort türmen will, kommt ihr eine kleine schwarze Katze zu Hilfe. Sie versucht sich am Trampen und eine Familie nimmt sie mit bis nach München, von wo sie ungehindert bis nach Wolfratshausen kommt. Hier hat sie wieder eine Begegnung mit einer kleinen schwarzen Katze, die sie überraschenderweise zu ihrem Opa Wolfgang führt. Tante Jasmin hat zwar einige Vorbehalte, aber wenn sich Lena an die aufgestellten Regeln hält, darf sie erst mal bleiben.

Durch ihren leichten, einfühlsamen Schreibstil hat Autorin Wilma Borghoff mich schnell in die Geschichte hinein gezogen. Ich habe richtig mit Lena gelitten und gebangt bis sie endlich bei ihrer Verwandtschaft am Starnberger See ankommt um dort, wie es der Titel verrät, einen fabelhaften Sommer zu erleben.
Die kurzen Kapitel haben es mir leicht gemacht immer noch eins und noch eins zu lesen, bis die Geschichte dann leider aus erzählt war.
Es hat Spaß gemacht, Lena in ihrem für sie so neuen Familienleben mit Oma Vera und deren Lebensgefährten Urs, Tante Jasmin, Onkel Patric und ihren Cousinen Mia und Sophie zu begleiten und das Familiengeheimnis schrittweise aufzudecken. Ich fand es schön mitzuerleben, wie sie Noah trifft, der mit seinen Eltern auf einem Bauernhof in der Nähe lebt, und der ebenfalls ein Geheimnis mit sich herum schleppt. Wie Lena langsam zu sich selbst findet und immer selbstbewusster wird. Und wie sie die Familie dazu bringt, sich miteinander auseinanderzusetzen um die Geschehnisse ein für alle mal aus dem Weg zu räumen.
Und immer wieder trifft sie auf kleine schwarze Katzen (oder ist es immer die selbe), die sie vor brenzligen Situationen schützen oder sie auf etwas aufmerksam machen.

Eine wunderschöne, lebendige und auch spannende Familiengeschichte voller Emotionen, die mich gepackt und sehr gut unterhalten hat.

Bewertung vom 09.07.2023
Der Teufelshof / Akte Nordsee Bd.2
Almstädt, Eva

Der Teufelshof / Akte Nordsee Bd.2


ausgezeichnet

Genau so spannend und interessant wie Bd. 1

Nachdem mich Bd. 1 der Akte Nordsee-Reihe „Am dunklen Wasser“ absolut überzeugt hat, wollte ich natürlich auch bei Bd. 2 „Der Teufelshof“ dabei sein. Und ich habe es nicht bereut.

Wenn ich mir vorstelle, was das für Diana Hoops für ein nicht fassbarer Moment am Morgen gewesen sein muss, als sie bei ihren Nachbarn Lucy und Gustav Fehnsen um Hilfe beim Einfangen zwei ihrer Pferde bitten will, die ausgebüxt sind, und die beiden Nachbarn dann erschossen in ihrem Bett findet, bekomme ich schon wieder eine Gänsehaut. Deren Sohn Henning liegt Blut überströmt im Flur. Schwiegertochter Anna ist verschwunden. Dabei hatten die Beiden doch gestern erst geheiratet. Dann dieses Massaker in ihrer Hochzeitsnacht. Als Anna dann völlig verängstigt und verstört im hintersten Winkel der Scheune gefunden wird, sieht es für sie nicht gut aus und sie kommt in Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt für weibliche Häftlinge in Lübeck-Marle. Aber auch Henning wird verdächtigt und braucht rechtlichen Beistand.
Rechtsanwältin Fentje Jacobsen, die mit ihren Großeltern, ihrem Bruder Bendix und dessen Tochter Sofia auf einem Bauernhof lebt, wo sie auch ihre Praxisräume hat, übernimmt die Suche nach Spuren für die Entlastung und die Verteidigung ihres Nachbarn und Freundes Henning. Journalist Niklas John, der schnell feststellt, dass er Anna Fehnsen aus seiner Jugend kennt, wo sie einen unvergesslichen Sommer zusammen verbracht haben, versucht alles um den Verdacht gegen sie zu entkräften. Kein leichtes Unterfangen für die beiden so unterschiedlichen „Ermittler“. Werden sie der Wahrheit auf die Spur kommen?

Da die Fälle der Akte Nordsee in sich abgeschlossen sind, kann man jeden der bisher zwei Fälle auch gut ohne Vorkenntnisse lesen. Mir macht es aber viel mehr Spaß, wenn ich die Protagonisten von Anfang an bei ihrem Werdegang kennenlernen kann. Ich habe mich daher sehr gefreut, hier Fentje Jacobsen und Niklas John, die mir im ersten Band richtig ans Herz gewachsen sind, wiederzulesen und mitzuerleben, wie sich ihr Verhältnis zueinander weiter gestaltet.
Sowohl Fentje als auch Niklas tun sich bei ihren Recherchen zu dem Doppelmord nicht leicht. Ihre jeweiligen Theorien zu Motiven, Mitteln und Gelegenheiten zu lesen war schon sehr inreressant. Obwohl ich ja durch die Erkenntnisse der beiden voneinander unabhängig Ermittelnden eigentlich einen Wissensvorsprung hatte, war es mir diesmal durch die vielen Spuren, die alle ins Leere laufen und durch verschiedene Wendungen nicht möglich vor den Ermittlern eine Spur zum Täter aufzunehmen. Der hat mich dann mit seinem Handeln ganz schön aus den Socken gehauen. Aber gut, was tun die Menschen nicht alles für Geld und für die Verschleierung ihrer Taten. Das war in diesem Fall schon sehr gut konstruiert.
Genau so gut wie den Fall des Doppelmordes hat Autorin Eva Almstädt die Menschen mit denen ich es zu tun bekomme, gezeichnet. Alle sehr gut vorstellbar, mit Ecken und Kanten und den ihnen eigenen Charaktereigenschaften. Und auch den Blick auf die Nordsee von der Halbinsel Eiderstädt aus habe ich wieder sehr genossen.
Woher der Titel "Der Teufelshof" kommt, klärt sich beim Lesen auch auf.

Wieder ein sehr spannender und interessanter Krimi, der mich sehr gut unterhalten hat.

Bewertung vom 05.07.2023
Der Lehrmeister: Thriller
Shepherd, Catherine

Der Lehrmeister: Thriller


ausgezeichnet

Skrupellose Rache

In einem Naturschutzgebiet im Norden Berlins lehnt eine Frau sitzend an einem Baumstamm. Um ihren Hals eine Schiefertafel mit einem Goethe Zitat und auf der Rückseite eine Raute mit der Zahl 1. Hieraus schließen Spezialermittlerin Laura Kern und ihr Partner Max Hartung, dass es nicht die letzte Leiche gewesen sein wird, die dem Täter zuzuschreiben ist. Und sie sollen Recht behalten.
Die Ermittlungen gestalten sich ziemlich schwierig. Es gibt zwar einige Verdächtige, die auch ein Motiv hätten, deren Alibis aber sind stichfest. Die Toten stehen aber alle in irgendeinem Zusammenhang mit der Kanzlei Meier, Schild und Partner. Ob das die Ermittler schlussendlich weiterbringt?

Ich habe mich schon sehr auf den 8. Fall für Laura Kern und Max Hartung aus der Feder von Catherine Shepherd gefreut. Und auch diesmal hat mich die Meisterin des deutschsprachigen Thrillers nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Auch hier bekomme ich einen undurchsichtigen Fall, bei dem es nicht bei einer Toten bleibt; werde ich immer wieder auf falsche Fährten gesetzt, denen ich gerne folge, weil ich sicher bin, dass sie zum Täter führen. Ihn, den Täter lerne ich durch kurze Einschübe auch immer besser kennen und erfahre, wer und was ihn zu seinen abscheulichen Taten anstachelt. Klar tut mir auch ein bisserl leid, was ihm vor vielen Jhren widerfahren ist. Was aber diese Taten absolut nicht rechtfertigt oder sogar entschuldigt. Wie er seine Taten insziniert und die Ermittler immer wieder an der Nase herum führt, das ist schon klasse gemacht. Nur, dass Laura und Max zum Schluss noch ein ganz kleines bisserl kleverer sind.
Autorin Catherine Shepherd zeichnet ihre Figuren mit Ecken und Kanten. Manche sind mir sympathisch, andere weniger – wie im richtigen Leben halt. Auch etwas Privates von Laura und ihrem Freund Taylor erfahre ich und bin froh, dass sich der Verdacht, der hier im Raum steht, nicht erhärtet.
Auch der 8. Fall ist in sich abgeschlossen und kann gut ohne Kenntnisse der vorherigen Fälle gelesen werden. Ich bin aber immer froh, dass ich Laura und Max nun schon so lange kenne, ihre Entwicklung verfolgt habe und sie mir schon wie Freunde vorkommen.
Der Erzählstil ist gewohnt leicht und flüssig. Spannung baut sich ab der ersten Seite auf, wo ich im Wald zusammen mit einer der Protagonistinnen plötzlich in ein fremdes Gesicht blicke. Einfach gruselig.

Die Autorin hat mich auch mit diesem Buch wieder restlos begeistert, gefesselt, mir teilweise den Atem geraubt. Vor allem hat sie mich wieder mal hervorragend unterhalten.
Absolut lesenswert!

Bewertung vom 05.07.2023
Möwensommer
Römer, Lotte

Möwensommer


sehr gut

Locker, leichte Urlaubslektüre

Floristin und Dauer-Single Lina liebt ihre Heimatinsel Norderney und den Blumenladen „Blühende Phantasie“ ihrer Chefin Claudia. Solch einen Laden wünscht sich Lina auch irgendwann mal für sich. Und sie liebt ihren Freund seit Kindergartentagen Mattis, der ebenfalls noch Junggeselle ist und sich gerne der schönen Damenwelt annimmt. Fast wäre diese Freundschaft in die Brüche gegangen, als sie nach einer Partynacht zusammen im Bett gelandet sind.
Als Bent Schlüter, der neue Standesbeamte auf die Insel kommt, bringt der das Leben von Lina (und auch von Mattis) ganz schön durcheinander.

Was für ein locker-leichter Sommer, Sonne, Urlaubsroman von Lotte Römer. Ich liebe die Menschen, die ich hier kennenlerne. Manche ein bisserl mehr, wie den alten Herrn Rainer, den chaotischen Baron von Stein oder Lenas Bruder Oliver mit seinen beiden Graupapageien Herr Schröder und Frau Merkel. Und natürlich Lina und Claudia. Auch Mattis mochte ich mit jeder Seite ein bisserl mehr. Bent wäre bestimmt kein Freund von mir geworden. Aber ich kann Lena verstehen, was ihn für sie so anziehend macht.
Bald schon konnte ich mir denken, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde (oder war es Wunschdenken?). Aber das hat dem Lesegenuss keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil. Ich konnte es kaum erwarten bis endlich dieser eine erlösende Augenblick da war. Hach, einfach nur schön. Ich habe es Lina so gegönnt.
Auch die farbenfrohen und detailreichen Bilder, die mir die Autorin z.B. vom Blumenladen oder den mit Efeu dekorierten Strandkörben (naja, schön ist anders) in den Kopf setzt sind einfach herrlich. Überhaupt konnte sich mein Kopfkino nicht über zu wenig Arbeit beschweren.
So ein kleines „mien leven Deerns“ bringt das norddeutsche Feeling schon sehr gut rüber. Davon hätte es hier und da noch mehr sein können.

Viel zu schnell musste ich mich von der Urlaubsinsel Norderney und den Menschen, die ich liebgewonnen habe, wieder verabschieden. Ich habe hier wundervolle, unterhaltsame Gute-Laune-Lesestunden verbracht und jede einzelne Seite des Buches genossen.

Bewertung vom 04.07.2023
Warum blinken Glühwürmchen? / Die kleine Schnecke Monika Häuschen Bd.3
Naumann, Kati

Warum blinken Glühwürmchen? / Die kleine Schnecke Monika Häuschen Bd.3


ausgezeichnet

Lehrreich mit ganz viel Lesespaß

Ich habe Monika Häuschen erst mit diesem 3. Band kennengelernt und bin mir sicher: auch die ersten beiden Bücher werden noch bei uns einziehen.

Zusammen mit dem launischen Regenwurm Schorsch und dem klugen Gänserich Herr Günter lernt Schnirkelschnecke Monika hier wieder viele neue Gartenbewohner kennen. Hier geht es um Vögel, Haustiere und hier im speziellen um Meerschweinchen, um Bienen, um Grillen, Frösche und Glühwürmchen. Jedem der vier Spezies ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Besonders sticht hier die Vogeluhr heraus, auf der genau erklärt wird, wann welcher Vogel in der Früh sein erstes Lied anstimmt.

Schon das Cover mit dem Regenwurm, dem Gänserich und der kleinen Schnecke ist ein echter Hingucker und macht richtig Lust auf die vier Sachgeschichten zum Staunen und Lachen. Dazu gibt es auf der Innenseite, sowohl vorne als auch hinten, die Schlaubergervorträge von Herrn Günter. Hier erfahre ich einiges Wissenswertes über einige der Tiere, die ich hier vorkommen. Genau so wie in den hellgrün unterlegten Kästchen, die hier und da im Text erscheinen. Eine ganze Seite beschäftigt sich mit den verschiedenen Vogelzungen, mit der Meerschweinchen- und Raupensprache, mit den Blättern im Garten, den Berufen der Bienen, mit der Lautstärke verschiedener Tiere und vieles mehr. Besonders gut gefällt mir die Doppelseite mit den Haustieren. Hier erkennt man sehr gut, dass die Tiere, wenn überhaupt, nicht nur zum Kuscheln da sind, sondern auch richtig viel Arbeit machen.
Im Vordergrund stehen natürlich die Geschichten über die Alltäglichkeiten und auch über die Abenteuer, die Monika, Schorsch und Herr Günter im Garten erleben.

Durch die liebevoll und detailreich gestalteten Illustrationen von Barbara Fisinger kommt die Atmosphäre und die Stimmung im Garten sehr gut heraus. Allein vom Anschauen dieser farbenfrohen Bilder bekomme ich nicht genug. Einfach toll.

Was für ein wundervolles Kindersachbuch mit dem Thema „Wie verständigen sich eigentlich Tiere miteinander“ hat Autorin Kati Neumann hier zusammengestellt. Ein tolles und spannendes Buch für alle, die Spaß mit den Geschichten haben und auch noch einiges über unsere Natur lernen wollen.
Wir werden uns dieses Buch immer wieder anschauen.

Bewertung vom 03.07.2023
Der Orchideenmörder: Schweden-Thriller
Wood, Dany R.

Der Orchideenmörder: Schweden-Thriller


ausgezeichnet

Sehr guter Einstieg in eine neue Thriller-Reihe

Influencerin Cecilia will mit ihren Freundinnen Sofia und Esra in einem kleinen Ferienhaus in Ed in der beliebten Urlaubsregion Dalsland in Schweden ihren Junggesellinnenabschied feiern. Nach einem Streit ist Sofia plötzlich verschwunden. Ein Psychopath, der auch endlich einmal eine Freundin haben will und der Sofia für Cecilia hält, die er über Instagram „kennt“, hat sie entführt und hält sie auf Anraten seines „Vertrauten“ und einzigen Freundes gefangen, bis sie sich an ihn „gewöhnt“ hat.
Monica Sandström und ihr Kollege Ole Henriksson vom Polizeirevier Uddevalla in der Provinz Västra Götalands Län kümmern sich aber erst mal um den Fall der Studentin Maria Lundberg, 20, die nackt mit einer Orchideenblüte hinterm Ohr und bestialisch abgestochen gefunden wird. Als bald darauf eine ebenso dekorierte ermordete Frau gefunden wird, scheint klar, dass hier ein Serientäter sein Unwesen treibt. Ist dem auch Sofia zum Opfer gefallen?


Im 10. Jahr ist dies das 12. Buch aus der Feder von Dany R. Wood mit dem er mich das erste mal mitnimmt in die Ferienregion Dalsland in Schweden und sich in dieser herrlichen Landschaft an einem Thriller versucht. Und nachdem ich das Buch nun gelesen habe, muss ich sagen: Dany R. Wood kann nicht nur humorvolle Krimis schreiben, er kann auch diesen kaltblütigen und psychisch angehauchten Thriller. Davon hätte ich gerne mehr.
Die Geschichte selbst basiert auf zwei Säulen. Einerseits auf der dauernden Sozial-Media-Präsenz vor allem junger Mädchen und Frauen, andererseits auf dem Verlangen nach Freundschaft und Liebe.
Die Menschen, die ich hier kennenlerne, wie die taffe und resolute Kriminalkommissarin Monica Sandström, deren Mann Gustav bei einer Angelfahrt verschwunden ist; ihren Partner KHK Ole Henriksson, ein echtes Sahneschnittchen, den ich schon bei seinem Praktikum in Hirschweiler im Saarland kennenlernen durfte; Polizeiassistent und IT-Genie Kamal, der indische Jungster in der Ermittlertruppe, der sich sein Büro mit Sekretärin Ulla teilen muss oder Revierleiter Pontus Dahlberg, der mir ab dem ersten Kennenlernen unsympathisch ist; oder auch Philip Pettersson, Björn Martinsson, Marktleiter Lasse Holmgreen und der Junge für alles in der Ferienanlage Victor Blom – alle sind mit den ihnen eigenen Kennzeichen sehr gut vorstellbar beschrieben. Mein Kopfkino hat hier mal wieder Höchstleistungen vollbracht und mich dauernd mit neuen Bildern gefüttert.
Dany R. Wood´s Schreibstil ist leicht und locker. Erzählt wird einerseits aus der Sicht des Täters, andererseits aus der des Opfers. Auch die Ermittler kommen immer wieder zu Wort. Diese Erzählweise macht die Geschichte sehr schnell und spannend, wozu auch unvorhersehbare Wendungen noch beitragen. Mein Bauchgefühl hatte zwar schnell einen Täter ermittelt, doch konnte ich nicht glauben, welche kranken Hirne hier ausrasten und sich festgesetzt haben.

Dany R. Wood hat mich gefesselt, mir Gänsehaut über die Arme laufen lassen, mich von seiner Geschichte überzeugt und mich vor allem sehr gut unterhalten. Dem letzten Cliffhanger entnehme ich, dass es weitergehen wird mit Sundström und Henriksson und darauf freue ich mich schon jetzt.

Bewertung vom 01.07.2023
Der Ankerplatz
Busch, Ulrike

Der Ankerplatz


ausgezeichnet

Der 6. Fall für Molly Bleck

Nach ihrer privaten Auszeit genießt KHK Molly Bleck die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz in der alten Dienstvilla an der Strandpromenade von Timmendorf. Aber schon bald setzt ein neuer Fall ihrem gechillten Ankommen ein Ende.
Kirsten Haberkorn holt sich zu einer Besprechung zur Eröffnung der umstrittenen Ferienwohnanlage „Haberkorns Ankerplatz“ auf dem Priwall ihre Nachbarin Britta Manning, die sich mit der geladenen Prominenz auskennt, als Unterstützung. Als Kirsten telefoniert, öffnet Britta die Haustür im Erdgeschoss und wird durch eine Paketbombe schwerst verletzt. Hängt dieser Anschlag mit dem Tod eines Bauleiters von vor zwei Jahren zusammen, der für Bauunternehmer Haberkorn gearbeitet hat?
KHK Molly Bleck, Leiterin der Soko Mysterios in Timmendorfer Strand, hat zusammen mit ihrem Team KHK Malte Graf und KK Benjamin Fink, der für die Recherche zuständig ist, alle Hände voll zu tun um diesen verzwickten Fall zu lösen.

Bevor die Geschichte und die Ermittlungen Fahrt aufnehmen, stellt Autorin Ulrike Busch mir das Stammpersonal kurz vor, was für Neueinsteiger bestimmt interessant ist. Ich persönlich lerne die Menschen einer Kriminalreihe gerne von Anfang an kennen. Aber auch diesen abgeschlossenen Fall kann man sehr gut ohne viele Vorkenntnisse lesen.

Der Fall um die bei einem Bombenanschlag zu Tode gekommene Britta Manning ist richtig spannend aufgebaut und hat mich von Anfang an gefesselt. Ich hatte auch schnell einen Täter gefunden, allerdings ohne mir ein Motiv vorstellen zu können. Bei dem Täter ist es geblieben, aber das Motiv bzw. die Motive haben mich ganz schön schockiert.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig und ich habe es genossen, bei den Gesprächen zwischen Molly und Malte Mäuschen spielen zu können. Steinchen für Steinchen setzen sie das Puzzle zusammen bis endlich der erlösende letzte Stein gefunden ist.
Ulrike Busch erzählt ihre Geschichte so bildhaft, dass mein Kopfkino schon nach den ersten Seiten auf vollem Empfang steht. Gerade die Umgebungsbeschreibungen und das Eröffnungs-Feuerwerk auf dem Priwall hatte ich direkt vor Augen und bin immer noch begeistert.
Auch dass ich wieder einen kleinen privaten Einblick in das Leben der Ermittler bekomme, mag ich sehr.
Dass das Schicksal einer alten Dame, die hier eine Rolle spielt, so ein gutes Ende nimmt, hat mich riesig gefreut. Das hat sie sich so verdient.

Ich habe es auch diesmal wieder genossen mit der Soko Mysterios auf Verbrecherjagd zu gehen, habe die wundervoll unterhaltenden Stunden richtig genossen und bin traurig, dass auch dieser Fall schon wieder gelöst ist.

Bewertung vom 29.06.2023
Der Strand - Vergessen / Engelhardt & Krieger ermitteln Bd.3
Sander, Karen

Der Strand - Vergessen / Engelhardt & Krieger ermitteln Bd.3


ausgezeichnet

Spannender Abschluss einer tollen Trilogie

Die Suche nach der verschwundenen gehörlosen Lilli Sternberg geht weiter. HK Tom Engelhardt und LKA-Kryptologin Mascha Krieger wollen den Fall und Lillis Schicksal nicht ungeklärt lassen. Dazu haben sie mit drei ungeklärten Todesfällen und zwei Mordanschlägen im Moment wirklich mehr als genug zu tun.
Ob es ihnen gelingt das Schicksal von Lilli aufzuklären lest ihr in diesem spannenden dritten und letzten Teil der Strand-Trilogie.

Auch wenn alle drei Teile relativ unabhängig voneinander gelesen werden können, bringt es doch wesentlich mehr Leseerlebnis und auch Verständnis, wenn man den Fall und vor allem die Menschen, die hier agieren, von Beginn an kennenlernen kann.
Teil 3 geht mit den Ermittlungen nahtlos von Bd. 2 über. Der Spannungsbogen ist nicht abgerissen und hält sich sehr hoch bis zum Schluss. Dazu tragen auch die kurzen Kapitel und die dauernden Ortswechsel bei. Da die Schauplätze mehrmals am Tag wechseln, kommt es mir sehr gelegen, dass bei jedem Wechsel in einer knappen Überschrift beschrieben wird, wann ich mich wo gerade aufhalte. Das erleichtert mein Verständnis ungemein.
Da ich wusste, dass es hier nun zum finalen Entscheid kommen wird, habe ich mich sehr schwer getan, mal eine Lesepause einzulegen. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Suche nach dem gehörlosen Mädel ausgeht. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es gab aus Bd. 1 und Bd. 2 so viele lose Fäden und Verwicklungen, die hier nach weiteren falschen Fährten und nicht zu erwartenden Wendungen nach und nach plausibel und gut nachvollziehbar aufgelöst wurden.
Ich konnte es fast nicht glauben, wie falsch, hinterhältig und nur auf den eigenen Vorteil bedacht manche Menschen hier agieren. Sie sind aber auch nicht abgrundtief böse, z.T. haben sie mir sogar ein bisserl leid getan.
Ich erfahre bei einem solch verzwickten Fall auch gerne etwas aus dem Privatleben der Ermittler. Ich finde, das macht sie noch nahbarer und menschlicher. Ich habe die Soko Strand mit Tom, Mascha, Paul, Björn André, Lisa Alandt und sogar Kira Blanck während unseres lesetechnischen Beisammenseins richtig ins Herz geschlossen. Und ich freue mich sehr, wenn ich Tom und Mascha vielleicht schon bald bei einem neuen Fall begleiten darf. Besonders, weil Autorin Karen Sander es schafft, mich ohne großes Blutvergießen und ohne knallharte Actionszenen an ihre Geschichte zu fesseln.
Durch die bildhafte Beschreibung Karen Sanders habe ich die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ein bisserl kennengelernt. Eine Reise wert würde ich meinen.

Eine spannende, wendungsreiche und interessante Geschichte mit einem Ende, das mir sehr gut gefallen hat, geht zuende. Ich bin mal wieder sehr gut unterhalten und in meiner kriminellen Auffassungsgabe stark gefordert worden. Absolut gelungen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.06.2023
Findet das Flugungeheuer! / Die Dinoschule Bd.3
Sabbag, Britta

Findet das Flugungeheuer! / Die Dinoschule Bd.3


ausgezeichnet

Diesmal kommt die Gefahr aus der Luft

Auf der Dinosaurier-Insel Sauritius ist es gerade genau so heiß wie hier bei uns im Moment. Da machen Onea, Tom und Freddy mit ihren Dinos nur kurze Ausflüge um die Lage zu erkunden. Auch diesmal scheint alles in Ordnung zu sein. Alles ist ruhig, sogar zu ruhig. Onea kommt das komisch vor. Als sie dann am Strand nach Finn suchen, den sie nirgends finden können, sehen sie es…
Was sie dort am Himmel beobachten und warum sie sich dann ganz schnell verstecken, das solltet ihr beim Lesen der spannenden Geschichte selbst herausfinden.

Um eine Vorstellung der Insel Sauritius auf der Onea, Tom und Freddy mit den Sauriern leben zu bekommen, finde ich einen Inselplan jeweils auf der Vorder- und Rückseite des Covers mit einigen Orten, die in der Geschichte vorkommen.
Britta Sabbag hat die Geschichte auch diesmal wieder kindgerecht, sehr gut verständlich, gut vorlesbar und vor allem spannend gestaltet. Natürlich gelingt es Onea, Tom und Freddy auch diesmal wieder mit Mut, Witz, Klugheit und ein bisserl Glück die bedrohten Dinos der Insel zu retten.
Die farbigen Illustrationen von Clara Vath ergänzen die Geschichte hervorragend und durch sie wird alles noch vorstellbarer.
Durch die große Schrift und die kurzen Kapitel eignet sich das Buch neben dem Vorlesen auch sehr gut zum selbst lesen. Mit solch einer Geschichte macht das Lesen lernen doppelt so viel Spaß.
Im Dinolexikon am Ende des Buches stellen sich die beiden neuen Tiere der Geschichte vor. Und die Leseprobe zu Band 4 der Dinoschulen-Reihe macht richtig neugierig auf das nächsten Abenteuer von Onea, Tom und Freddy.

Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Mut und Zusammenhalt bei der wir wieder großen Lesespaß auf Sauritius hatten.