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Insgesamt 1205 Bewertungen
Bewertung vom 19.11.2018
Himmelhorn / Kommissar Kluftinger Bd.9
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Himmelhorn / Kommissar Kluftinger Bd.9


gut

Bei einem Fahrradausflug in die Berge stoßen Kluftinger und Dr. Langhammer auf drei abgestürzte tote Bergsteiger. Die Ermittlungen führen Kluftinger in das Jahr 1936 und in einen Streit zwischen zwei verfeindeten Familien.
Auch zu Hause hängt der Haussegen schief. Yumiko ist hoch schwanger und Markus steht kurz vor seiner Abschlussprüfung. Und dann ist da noch Annegret Langhammer, die befürchtet, dass ihr Mann sie betrügt.
Kluftinger versucht, es jedem Recht zu machen, doch auch seine Geduld ist begrenzt.

Die Anfangsszene ist wieder herrlich, auch wenn sie in dem Fund von drei Leichen endet. Denn Kluftinger und Dr. Langhammer machen einen gemeinsamen Fahrradausflug in die Berge. Nach dem Fund der Toten führt Kluftinger seine Ermittlungen durch und kommt dabei mit unterschiedlichen Personen in Kontakt.

Dabei muss er um sein Leben fürchten, wird fälschlicherweise als Familienmitglied anerkannt, muss sich mit Flirtversuchen herumschlagen und nebenbei noch einen Börsencrashkurs bewältigen.

Aber nicht nur der mysteriöse Absturz der Bergsteiger, auch seine hochschwangere Schwiegertochter nimmt ihn arg mit. Außerdem versucht er eine alte Freundschaft aufleben zu lassen und gleichzeitig zu verheimlichen, dass er eine neue Fernsehleidenschaft entwickelt hat.

Klar, dass alles nicht so einfach ist, wie gedacht. Und dann kommt noch hinzu, dass Annegret ihren Mann verdächtigt, sie zu betrügen.

Diesmal bleibt der Humor etwas auf der Strecke, auch wenn es wieder unzählige witzige Szenen gab. Doch der Knaller, der in den Vorbänden jeweils auftauchte, blieb diesmal leider aus.

Ansonsten fand ich es rührend, wie Kluftinger sich um seine Schwiegertochter kümmert. Auch wenn er manchmal nicht genau weiß, was er tun soll, handelt er instinktiv. Yumiko weiß dies zu schätzen.

Der Fall an sich war interessant, vor allem, weil sehr viele Personen darin involviert waren. Teilweise hatte ich etwas den Überblick verloren, doch am Ende war alles klar und strukturiert.

Fazit:
Leider der bislang schwächste Teil.

Bewertung vom 19.11.2018
Roma Nova
Vogt, Judith

Roma Nova


ausgezeichnet

Constantia muss mit ansehen, wie das Raumschiff ihres Vaters von Dämonen aus dem Hades angegriffen und zerstört wird. Nur sie, ihr Vater und der Sklave Ianos überleben. Mit einer Rettungskapsel können sie entkommen und zurück nach Rom fliegen. Dort versuchen sie die Tatsache, dass Dämonen für den Angriff verantwortlich sind, zu verheimlichen, um keine Panik zu verbreiten.
Während Constantia mit ihren eigenen inneren Dämonen zu kämpfen hat, wird Ianos als Belohnung in die Arena geschickt, um dort als Gladiator zu kämpfen. Mit ihm in der Arena ist Spartacus - der Liebling des Publikums. Constantia und Ianos merken bald, dass sie mehr verbindet, als nur die Rettung vor den Dämonen. Sie brauchen einander. Und Spartacus braucht Constantia und Ianos, um die Sklaven im ganzen Weltall zu befreien.

Spartacus ist jedem bekannt, als Kämpfer in der Arena Roms, als Rächer der Unterdrückten, als Befreier der Sklaven. Er ist Held und Vorbild. Diese Heldenfigur nun in eine Zeit der Raumfahrt und des fast vollkommenen Fortschritts zu versetzen, ist ein mutiger Schritt. Doch ist dieser Schritt der Autorin mit Bravour gelungen.

"Roma Nova" ist eine Space Opera, eine Zukunftsvision. Eine ausgelebte Fantasie, die mit historischen Fakten gespickt ist.
Wir befinden uns in einer unbestimmten Zukunft bzw. in einem Paralleluniversum auf dem Planeten Rom. Technologisch hochentwickelt. In dieser Moderne kann man jedoch bestimmte uns bekannte römische Gepflogenheiten entdecken. Man liegt zu Tisch, lässt sich mit Weintrauben und mehr füttern, hält Sklaven, nimmt an Orgien teil und frönt zur Unterhaltung Gladiatorenkämpfen.

Begegnungen gibt es mit bekannten Namen wie Spartacus, Minotaurus, Caesar oder Marcus. Erlebnisse mit historischen Begebenheiten (Wahlen, Sklavenaufstand und mehr) werden geschickt in die Geschichte eingewoben. Nur alles eben mit technischer Raffinesse ausgestattet. So gibt es Leinwände, sog. Imagi, hochmoderne Operationsmethoden, Raumschiffe, Waffen und Kommunikationsgeräte.

Constantia, die Tochter des Mariners Lucius, spielt in der Geschichte eine große Rolle, die sich jedoch erst gegen Ende richtig zeigt. Ebenso der Sklave Ianos, der durch Mut und Unwissenheit zum Gladiator ausgebildet wird und ein guter Freund Spartacus wird.
Und dann sind wir auch schon mittendrin in einem Science-fiction-Abenteuer mit ungewissem Ausgang und sehr viel Action. Die fast nebenbei laufende Liebesgeschichte wirkt nicht aufgesetzt und gibt der Geschichte den gewissen Kick.

Doch wer das Alte Rom kennt, kennt auch den Lebensstil, den die Römer damals gelebt haben. Es fließt reichlich Wein, Drogen sind Alltag und sexuelle Handlungen jeglicher Art vollkommen normal. Intrigen werden geschmiedet, Kooperationen geschaffen, Diebstähle begangen, Manipulationen stehen hoch im Kurs. Wer Geld hat, hat Macht.

Der Schreibstil der Autorin macht es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Fesselnd und detailreich, im richtigen Moment rührend oder liebevoll, spannend und informativ.

Zugeben muss ich jedoch, dass ich zu Anfang skeptisch war, ob mir die Umsetzung der Geschichte - Spartacus in einer völlig neuen Welt - gefallen wird. Doch konnte mich die Autorin davon überzeugen, mich auf diese neue Welt einzulassen und ein spaciges Abenteuer zu genießen.

Fazit:
Eine Space Opera der besonderen Art. Ich bin begeistert.

Bewertung vom 28.09.2018
Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1
Snow, Rose

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1


ausgezeichnet

June entscheidet sich kurzfristig, ein Austauschjahr in Cornwall zu absolvieren. Dort zieht sie in das herrschaftliche Anwesen ihres Onkels Edgar, der dort mit Junes beiden Cousins, den Zwillingen Preston und Blake, wohnt. Kaum dort angekommen, ist June auch schon in einem Strudel der Gefühle gefangen. Denn Preston und Blake üben eine ungeheuere Anziehungskraft auf June aus. Doch merkt sie auch, dass noch weitere ungewöhnliche Dinge geschehen, gerade wenn die Zwillinge sich streiten. Und auch June selbst stellt bei sich eine unglaubliche Gabe fest, die ihr Weltbild zum Wanken bringt.

Mein erstes Buch des Autorenduos war "Acht Sinne: Band 1 der Gefühle". Leider konnte mich diese Reihe nicht so sehr begeistern, da sie doch einige Längen aufweist. Durch Zufall kam ich nun an den Auftakt der neuen Trilogie "Ein Augenblick für immer", tat mir aber schwer, danach zu greifen, kann ich ja den Schreibstil schon vom Erstlingswerk. Doch reizte mich die Aussicht, mich nach Cornwall zu begeben.

Eins kann ich jetzt aber vorweg nehmen: Ich bin begeistert. Die Geschichte nimmt sofort Fahrt auf, ist prickelnd, macht neugierig, hat an den richtigen Stellen die exakte Portion erotische Anziehungskraft, bleibt spannend und macht Lust auf den nächsten Teil, der im Mai 2019 erscheint.

June ist mir sofort ans Herz gewachsen, da sie eine ernste, aber trotzdem emotional hochsensible Person ist. Sie weiß genau, wie ihre Zukunft aussehen soll und nimmt auch einiges in Kauf, um ihre Ziele zu erreichen.

Doch lässt sie sich sehr von ihren Gefühlen leiten. Diese Gefühle geraten jedoch gewaltig durcheinander, als sie ihren Cousins Blake und Preston begegnet.
Die Zwillinge könnten nicht unterschiedlicher sein. Blake, rebellisch, dunkel und geheimnisvoll, gibt June mit seiner mürrischen Art so einige Rätsel auf. Preston dagegen ist hell, freundlich, fast schon zu sehr. Sein aufdringliches Verhalten geht mir eigentlich auf den Keks, doch zeitweise spürte selbst ich das Prickeln, dass zwischen June und Preston entsteht.

June muss im Laufe des Buches einiges durchmachen, nicht nur gefühlsmäßig. Aber ständig ist jemand an ihrer Seite, der ihr hilft. Meistens Blake oder Preston und das verwirrt June nur noch mehr.

Mir hat die Geschichte und vor allem der Schreibstil sehr gut gefallen und ich freue mich auf den nächsten Teil, den ich mit Sicherheit lesen werde. Denn das Ende hat sehr neugierig gemacht und auch einige Fragen aufgeworfen, die es zu beantworten gilt.

Fazit:
Ein geheimnisvolles Anwesen, eine dunkle Gabe und jede Menge Gefühle - ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Bewertung vom 19.09.2018
Schutzpatron / Kommissar Kluftinger Bd.6
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Schutzpatron / Kommissar Kluftinger Bd.6


sehr gut

Vor Jahren wurde ein sagenhafter Schatz in der Burgruine Kalden entdeckt. Dieser Schatz soll nun endlich in Altusried ausgestellt werden. Der enorme Wert benötigt natürlich einen gewissen Schutz. Doch Kommissar Kluftinger hat eigentlich eher mit einem ganz anderen Problem zu tun. Eine Tote in einer Werkstatt gibt den Ermittlern Rätsel auf. Warum musste sie sterben? Außerdem wurde Kluftingers Auto gestohlen. Doch will er die Täter auf eigene Faust schnappen - und muss so vor seiner Frau Erika, seinem Sohn Markus und auch seinen Kollegen etliche Ausreden erfinden, warum er plötzlich nicht mehr mobil ist.

Auch im sechsten Buch des Autorenduos hat es Kommissar Kluftinger nicht leicht. Durch die verschiedenen Probleme, die sich auftun, scheint es geradezu an einem Wunder zu grenzen, dass kein größeres Durcheinander entsteht. Der Kommissar muss nun zu allem eine Lösung finden, wobei das Hauptproblem wohl die Tote in der Werkstatt darstellt. Es ergibt sich jedoch schnell eine Verbindung zu dem Altusrieder Schatz, der in kurzer Zeit endgültig nach Hause zurückkehren soll und natürlich bei vielen für Aufregung sorgt.
Kluftinger kann sich deshalb eigentlich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten und drückt deshalb die Untersuchung der Autodiebstähle an seinen Kollegen Maier ab. Bis sein eigenes Auto gestohlen wird und er sich persönlich angegriffen fühlt. Der alte Passat ist für Kluftinger selbst ein großer Schatz und so nimmt er sich dem Problem auch noch an. Natürlich ist es klar, dass er dabei in viele Fettnäpfchen tritt und manchmal gar nicht so richtig weiß, was er da so tut.

Das Problem "Auto" zieht sich dabei durch das ganze Buch. Kluftingers Frau Erika weiß nichts von dem Diebstahl und so muss der Kommissar mehrere Ausreden finden, warum nun plötzlich "zu Fuß gehen" so viel besser ist oder warum der Dienstwagen vor der Tür steht. Bis sich eine sehr knallige Lösung ergibt.

Wie auch in den Vorbänden, ergeben sich hier etliche kuriose Szenen, bei denen man lachen muss. Der Kommissar zieht die Lacher aber auch förmlich an. Herrlich fand ich, wie Kluftinger und Maier zu den Kollegen nach Österreich reisen, um dort Hinweisen nachzugehen. Während Kluftinger und Maier sich freundschaftlich etwas näher kommen, ist es gerade Maier, der nun etwas mehr in den Vordergrund gerückt wird. Er wirkt menschlicher und man bekommt einen Einblick in sein Privatleben. Aber er bleibt weiter steif und seine Besserwisserrei macht ihn nicht sympathischer. Aber man erkennt, warum er so ist, wie er ist.

Auch mit Dr. Langhammer hat es Kluftinger wieder zu tun. Diesmal in einer sehr heiteren Szene bei einem virtuellen Golfspiel. Kluftingers Abneigung ist diesmal besonders hoch. Doch seiner Frau Erika zuliebe reißt er sich zusammen und macht gute Miene zum bösen Spiel.

Auch der Vorname Kluftingers bleibt weiterhin ein Geheimnis. Diesmal wird gar nichts verraten und es bleibt spannend.

Das Ende ist diesmal sehr rasant und vor allem sehr interessant.

Fazit:
Kluftinger ist bei mir mittlerweile Kult.

Bewertung vom 19.09.2018
Herzblut / Kommissar Kluftinger Bd.7
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Herzblut / Kommissar Kluftinger Bd.7


ausgezeichnet

Bei einer wichtigen Pressekonferenz erhält Kluftinger einen mysteriösen Anruf. Kluftinger ist sich sicher, am Telefon Zeuge eines Mordes gewesen zu sein. Seine Ermittlungen führen ihn zu einem Krankenhaus, in welchem mit Herzpatienten Tests bezüglich eines neuen Medikamentes durchgeführt wurden. Für Kluftinger sehr interessant, konnte er doch nach einer Untersuchung durch Dr. Langhammer dessen Diagnose mithören. "Die Pumpe ist kaputt" führt ihn zu der Erkenntnis, ein gesünderes Leben zu führen. Natürlich sehr zu Erstaunen seiner Kollegen und Eltern und zur Freude seiner Frau Erika.

Schon der Anfang ist wieder gewohnt "Kluftinger". Mitten in einer Pressekonferenz, die live im Fernsehen übertragen wird, fällt Kluftinger dadurch auf, dass sein Handy klingelt. Dies stört natürlich den kompletten Ablauf und führt zu einigen Problemen. Doch Kluftinger glaubt, einen Mord am Telefon mitbekommen zu haben und geht dem Ganzen nach.
Klar, dass das nicht geradlinig verlässt, sondern wieder etliche abweichende Szenen auf einen warten.

Hinzu kommt die Diagnose von Dr. Langhammer. Kluftinger hört ihn am Telefon sagen: "Die Pumpe ist kaputt". Dies führt dazu, dass Kluftinger anfängt, sein Leben umzukrempeln. Mit gesünderem Essen fängt es an. Und führt natürlich zu witzigen Momenten mit Kollegen, Familie und Freunde.

Außerdem kommt Bewegung in Form von Yoga ins Spiel. Kluftinger sucht sich dafür einen Kurs heraus, der zu seiner Überraschung von Dr. Langhammer geleitet wird.

Aber auch Gemeinsamkeiten werden gefunden. Kluftinger vertieft die (noch) nicht vorhandene Freundschaft zu seinem Kollegen Maier.

Aber auch die bevorstehende Hochzeit seines Sohnes Markus mit der Japanerin Yumiko drängt sich in den Vordergrund, denn nun steht die Annäherung mit Yumikos Familie auf den Plan. Wer Kluftinger beim Skypen erleben will, kommt hier voll auf seine Kosten. Denn Kluftingers fehlendes technisches Talent wird hier voll ausgekostet. Oder gar die japanischen Gepflogenheiten, ich sage nur "Allgäu meets Japan".

"Herzblut" ist in meinen Augen der bislang humorvollste Teil der Reihe.

Auch hier gibt es kleine Andeutungen auf Kluftingers Vornamen. Aber man muss Weiterrätseln.

Fazit:
Kluftinger in Bestform.

Bewertung vom 19.09.2018
DOORS - Der Beginn (eBook, ePUB)
Heitz, Markus

DOORS - Der Beginn (eBook, ePUB)


sehr gut

Viktor wird von dem reichen Walter van Dam beauftragt, mit einem Team seine Tochter Anna-Lena zu finden. Diese gilt in einem Höhensystem als verschwunden. Das Team scheint bunt zusammengewürfelt, setzt es sich doch aus einem Höhlenforscher, zwei Höhlenkletterern, einem Medium, einem Parapsychologen und einem Waffenexperten zusammen. Erstaunlicherweise finden sie das Mädchen schnell, merken jedoch bald, dass mit der Höhle irgendetwas nicht stimmt. Denn dort befinden sich Türen. Keiner weiß, was sich hinter diesen verbirgt. Wird das Team so mutig sein, eine zu öffnen?

Man hat fast keine Zeit, in die Geschichte hineinzufinden. Es beginnt schnell, in der Mitte ist es rasant und das Ende sehr abrupt. Doch wie will man auch auf 80 Seiten ausführlich erklären, was vor sich geht? Deshalb muss man Abstriche machen. Ich hoffe jedoch, dass diese Erklärungen in den anderen folgenden Bänden gegeben sind.

Allen voran lernen wir Viktor von Troneg kennen, einen Ex-Militär, der nun als Höhlenkletterer seinen Unterhalt verdient. Er merkt bald, dass mit dem ganzen Unterfangen irgendetwas nicht stimmt. Es gibt etliche Ungereimtheiten und die Zusammenstellung des Teams lassen ihn auch zweifeln. Was haben ein Medium und ein Parapsychologe damit zu tun, ein verschwundenes Mädchen zu finden? Seine Zweifel werden geteilt, denn Dana, ebenfalls Höhlenkletterin, stellt ebenfalls Fragen, auf die es kein Antwort zu geben scheint.

Viktor ist mir gleich sympathisch, denn er hat einen trockenen Humor. Dieser hilft ihm über einiges hinweg und durch seine logische Art zu Denken ist er ein wertvolles Mitglied der Truppe. In dem Höhlensystem entdeckt er zusammen mit den anderen einen Raum, in den geheimnisvolle Türen eingelassen sind. Diese Türen sind mit verschiedenen Symbolen bestückt. Welche Tür geöffnet werden soll, ist aber nun Aufgabe des Lesers. Er muss sich entscheiden, durch welche das Team gehen soll.

Zur Auswahl stehen "X", "!" und "?". Diese Symbole finden sich auch auf den drei Nachfolgeromanen wieder, die im Oktober 2018 erscheinen. Die drei Romane führen in unterschiedliche Welten.

Da ich wissen möchte, wie es weitergeht, werde ich zu "X" greifen, weiß aber auch genau, dass ich die anderen beiden Romane ebenfalls lesen werde. Jeder ist für sich abgeschlossen und ich vermute, dass man danach auch wieder zu verschiedenen Türen gelangt, die es zu öffnen gilt. Schließlich sind die ersten drei Romane "Kolonie", "Blutfeld" und "Dämmerung" mit "Staffel 1" gekennzeichnet.

Der Schreibstil ist jedoch spannend zu lesen, man muss sich nur daran gewöhnen, dass alles etwas schnell geht. Auch wenn Fragen offen bleiben, ist es für mich doch eine Abwechslung gewesen, mich auf diese Geschichte einzulassen. Das Ende ist - wie bereits oben erwähnt - sehr abrupt, aber gewollt, da man sich ja nun entscheiden soll, wie es weiter geht. Dass die Entscheidung dem Leser überlassen bleibt, finde ich sehr gelungen. Die weiteren Bücher sind von ihren Geschichten sehr unterschiedlich. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und was der Autor aus den verschiedenen Themen macht.

Fazit:
Für welche Tür würde ich mich entscheiden?

Bewertung vom 19.09.2018
Das Herz des Löwen / Robin Hood Bd.2
Lorne, Mac P.

Das Herz des Löwen / Robin Hood Bd.2


ausgezeichnet

Robin Hoods Leben ändert sich schlagartig, als er im Wald einen Ritter überfällt. Es stellt sich nämlich heraus, dass es sich um keinen anderen als Richard Löwenherz, den zukünftigen König Englands, handelt. Dies ist jedoch der Beginn einer tiefen Freundschaft und führt dazu, dass sich Robin mit seinen Merry Men auf einen Kreuzzug begibt, um an der Seite Richards das Heilige Land zu erobern. Die anfängliche Begeisterung weicht jedoch bald der bitteren Erkenntnis, dass der Kreuzzug eine langwierige Angelegenheit ist. Krankheit, Tod und Trauer sind der ständige Begleiter der Kreuzfahrer. Der Gegner ist stark und auch Intrigen in den eigenen Reihen führen dazu, dass der Glaube an einen Sieg immer weiter sinkt.

Auch der zweite Teil der Robin-Hood-Reihe des Autors wartet mit vielen Informationen, Spannung und wahren Begebenheiten auf. Durch die intensive Recherche und die detailreiche Erzählweise glaubt man sich mitten im Geschehen, erlebt Höhen und Tiefen, Trauer und Freude, Hochzeiten, Schlachten und Intrigen aus erster Hand.

Dies ist das gewisse Etwas, dass mir an den Büchern des Autors so gut gefällt. Die Recherche ist unglaublich detailliert, die fiktive Geschichte wird so um die wahren Begebenheiten gesponnen, dass man glauben mag, dass wirklich alles so geschehen ist.

Robin Hood, der Rächer der Armen, wird hier nicht nur als Held dargestellt. Seine menschliche Seite nimmt teilweise überhand und auch er macht Fehler. Doch bleibt er stets besonnen, versucht an das Gute im Menschen zu glauben und auch dieses Gute aus dem Menschen herauszuholen. Doch muss auch er Entscheidungen treffen, die schwer wiegen. Ebenso wie Richard, der in Robin einen guten Freund sieht und auch erhält. Robin und Richard sind ein gutes Team, wobei Robin den Part der Ruhe übernimmt, während Richards Jähzorn für manchen Konflikt verantwortlich ist.

Vor allem Robins Ehrlichkeit ist es, die Richard so sehr schätzt. Denn Robin gibt immer das wieder, was ihm durch den Kopf geht. Er scheut sich auch nicht, diese Ehrlichkeit gegenüber Höhergestellten wiederzugeben.

Der Kreuzzug ist hart, wird von dem Autor jedoch nicht so ausführlich beschrieben. Es geht mehr um das Menschliche zwischen Robin, Richard und ausgewählten anderen Personen. Und doch werden die Schlachten, die schlechten und guten Entscheidungen, die Fehler und Tode nicht ausgelassen. Schonungslos berichtet der Autor, was damals passiert ist und gibt allem seine persönliche Note, in dem er eben Robin Hood an dem Geschehen teilhaben lässt.

Intrigen, Krankheiten, Entführungen, aber auch fröhliche Momente wie Hochzeiten, Feiern und positive Erfahrungen werden abgehandelt. Robins Geschichte wird in historische Ereignisse miteingeflochten und auch nach dem Ende des zweiten Bandes ist klar, dass Robin noch so einiges zu erzählen hat. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, was Robin noch so erlebt und vor allem, wer ihn begleitet.

Fazit:
Robert von Loxley, eine (Sagen)Gestalt mit wahren Wurzeln.

Bewertung vom 19.09.2018
Grimmbart / Kommissar Kluftinger Bd.8
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Grimmbart / Kommissar Kluftinger Bd.8


ausgezeichnet

Eine Tote im Schloss Grimmbart gibt der Kemptener Polizei Rätsel auf. Warum wurde sie wie auf einem Gemälde positioniert? Warum wurde ihr das Gift des Kugelfisches verabreicht? Und vor allem: Wer war es? Hauptkommissar Kluftingers Recherchen führen in mehrere Richtungen. Zeitgleich muss er sich aber auch mit der bevorstehenden Hochzeit seines Sohnes befassen. Denn hierzu sind die Eltern der Braut aus Japan angereist. Dazu muss die deutsch - japanische Kluft überbrückt werden. Was Kluftinger erstaunlich gut gelingt - zumindest zeitweise.

Neben "Rauhnacht" finde ich den achten Teil der Kluftinger-Romane mitunter den am Witzigsten. Auch wenn die Aufklärung des Falles die meiste Zeit einnimmt, ist es doch eher die bevorstehende Hochzeit von Markus und Yumiko, die auf größeres Interesse stößt.
Der Mordfall wird in gewohnter Manier von Kluftinger abgewickelt, doch stößt er auf so einige Ungereimtheiten. Seine berühmten Geistesblitze bleiben auch aus und seine Arbeit wird auch meist von nostalgischen Gedanken unterbrochen. Gerade wegen der Hochzeit muss er oft an die Vergangenheit denken. Als Markus klein war, seine eigene Hochzeit mit seiner geliebten Erika oder seine Jugend. Diese privaten, fast intimen Momente mit dem Kommissar machen einem die Person Kluftinger nur noch sympathischer.

Wer die Familie Kluftinger durch die ersten acht Bände verfolgt hat, weiß, dass die Hochzeit alle dazu bringt, an ihre Grenzen zu gehen. Durchdrehen ist erlaubt und wird auch von jedem Mitglied sehr gut durchgezogen. Aber ich kann beruhigen: auch wenn alles sehr chaotisch wirkt, steckt doch irgendwie ein richtiger Plan dahinter. Und am Ende wird sogar eine kleine Überraschung angekündigt.

Auch Dr. Langhammer hat wieder wunderbare Auftritte im Buch, ebenso auch Kluftingers Kollegen Strobl, Hebele und Maier. Frischen Wind bringt die neue Chefin Birte Dombrowski. Sie verdreht einigen den Kopf, muss sich aber auch selbst erst mal mit allem vertraut machen.

Die gewohnte Mischung aus Logik und Fettnäpfen, Humor und ernsten Themen, Genie und Wahnsinn macht gerade diesen Band zu etwas sehr Einzigartigem. Dies unter anderem deswegen, weil Yumikos Eltern aus Japan einfliegen, um bei der Hochzeit anwesend zu sein. Eine Woche vor der Hochzeit kommt diese schon an und wohnen bei Kluftingers im Gästezimmer. Es ist klar, dass die Konstellation "Allgäu vs. Japan" zu einigen Lachern führt. Aber man wird es kaum glauben: Yumikos Vater Yoshifuma und Kluftinger haben mehr gemeinsam, als man denkt. Ich musste mehrmals schmunzeln, gerade was die japanischen Traditionen anbetrifft. Es wird sehr deutlich, was passiert, wenn unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen. Dies fängt schon bei der Begrüßung an bis hin zu den Badegewohnheiten. Ich war teilweise sehr erstaunt, wie groß der Unterschied sein kann.

Es gibt eine neue Andeutung bezüglich Kluftingers Vornamen und ich bin mir nun fast sicher, dass ich ihn schon weiß. Aber verraten wird er in diesem Band immer noch nicht. Es bleibt also weiterhin spannend.

Fazit:
Von Band zu Band immer besser.

Bewertung vom 19.09.2018
Die Flöte von Rungholt
Bertram, Gerit

Die Flöte von Rungholt


ausgezeichnet

Der Jude Eli muss aus seiner Heimatstadt fliehen, da dort Juden verfolgt und getötet werden. Er ändert seinen Namen in Endres und macht sich auf den Weg nach Rungholt, um dort als Dolmetscher seinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Doch auch unterwegs trifft er auf Hass und Gewalt, gerade gegen den jüdischen Glauben. In Rungholt angekommen, trifft er auf Levke, die Tochter eines Schafszüchters. Sie verdreht ihm ungewollt den Kopf und Endres weiß, sollten sie sich binden, würde dies weitreichende Folgen haben.

Der Einstieg in die Geschichte ist sehr schön gewählt, denn er beruht auf wahren Begebenheiten: Bei einem Flugzeugabsturz in der Nordsee kann sich der Pilot an Land retten und findet eine alte Flöte im Schlick am Ufer. Als die Flut einsetzt, ist diese Flöte seine Rettung. Ihr heller Ton macht die auf der Insel lebende Gräfin auf ihn aufmerksam. Diese erzählt ihm die Geschichte der Flöte.

Diese Flöte, eine sog. Okarina, ist die ständige Begleiterin der Geschichte. Sie geht durch Zufall (oder doch Schicksal?) in Endres Besitz über und scheint ihm immer Glück zu bringen. Doch das Schicksal schlägt unbarmherzig zu.

Das Autorenduo bedient sich einiger wahrer Begebenheiten und spinnt um diese herum eine spannende Geschichte um Liebe, Gewalt und Verfolgung.

Die Flöte als Glücksbringer? Ich war erst skeptisch, aber ich wusste gleichzeitig: wo Gerit Bertram draufsteht, ist auch eine wunderbare Geschichte drin. Die beiden Autoren standen in einer Leserunde Rede und Antwort und so gab es wieder einen Einblick in die Hintergründe der Geschichte. So macht das Lesen doppelt Spaß.


Der Protagonist Endres muss so einige Situationen meistern. Die Okarina ist (zumindest fast) immer bei ihm und beschützt seinen Weg. Sein Mut und seine Entschlossenheit sind unvergleichlich. Seine Ausdauer unerschöpflich.

Das Thema "Judenverfolgung" zieht sich durch die Geschichte. Ein Thema, dass ständig präsent ist, da es sich auch ständig in der Geschichte wiederholt. Mutig, dass es immer wieder Personen gibt, die sich dagegen wehren und versuchen, etwas zu ändern.

Für mich auch sehr interessant, dass es Rungholt wirklich gegeben hat; ein Ort an der Nordseeküste, der durch eine große Flut vollständig ausgelöscht wurde. Eine sehr interessante geschichtliche Begebenheit. Ein Grund, mich damit näher zu beschäftigen.

Fazit:
Ein spannender historischer Roman mit mutigen Elementen.

Bewertung vom 05.08.2018
Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1
Larwood, Kieran

Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1


gut

Nachdem die Gorm, böse, eisenbesetzte Kaninchen den Gänseblum-Bau überfallen haben, muss Podkin zusammen mit seinen Geschwistern Paz und Puk fliehen. Er nimmt den Dolch Sternenklaue mit, ein magisches Relikt des Stammes. Podkin schmiedet den Plan, seine Familie und seinen Stamm zu rächen, doch braucht er dazu Hilfe. Diese findet er bei Crom, einem blinden Kaninchen, dass Podkin ein guter Freund wird.

Podkin ist eigentlich eher ein faules Kaninchen, obwohl er später mal der Anführer des Stammes werden soll. Ganz das Gegenteil zu seiner Schwester, die ehrgeiziger als er ist. Doch um wieder zu dem Leben zurückkehren zu können, dass er früher führte, muss er handeln. Und hiervon handelt die Geschichte.
Podkin muss über sich hinauswachsen, muss sich anstrengen, seinen Grips anstrengen und endlich erwachsen werden. Doch bis dahin ist es ein langer Weg.

Eigentlich ist das Buch sehr traurig, denn Podkin verliert fast seine ganze Familie und muss nun - allein - darum kämpfen, die Familienehre wieder herzustellen.

Ein spannendes Abenteuer erwartet den kleinen Helden und viele Gefahren warten auf ihn. Dies erzählt der Autor sehr eindringlich. Und lässt auch keine Gefahr aus. Der Tod wird genauso behandelt, wie das Böse und das Gute.

Aber auch Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und Vorsicht wird behandelt. Alles ist detailreich ausgearbeitet und sehr schön gestaltet.

Und doch hat mir persönlich das gewisse Etwas gefehlt. Die Geschichte plätschert teilweise so vor sich hin, bis das nächste Highlight geschieht. Dann wird es wieder rasant und spannend.

Schade, hier hätte man sehr viel mehr herausholen können. Ich denke, dass Kinder mit der Story um das einohrige Kaninchen sehr viel Spaß haben werden. Ich als Erwachsene konnte leider nicht so viel damit anfangen.

Fazit:
Ein Kaninchen als Held.