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gaby2707

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Insgesamt 2034 Bewertungen
Bewertung vom 29.05.2023
Monsteraffen gibt es nicht
Leitl, Leonora

Monsteraffen gibt es nicht


ausgezeichnet

Verständigungsschwierigkeiten in den Bergen

Die Familie Köpenick aus Berlin will in den Bergen Urlaub machen. Dort angekommen bestellt Vaddi erst mal ein Käffchen, schwarz und stark. Die Hüttenwirtin weiß nicht so recht was er will und lässt den Kurti den Besucherwunsch über die Berge jodeln. Und so kommt ein großes Missverständnis zustande...

Auf den vorderen und hinteren ersten Seiten lerne ich alle Menschen und Tiere kennen, die sich in diesem Buch tummeln. Da sind z.B. Muddi, Vaddi, Antje, Bo und Karl Ove Köpenick aus Berlin, die Hüttenwirtin Gundi, der Jodl-Kurti, Senner Benedikt, seine Frau Angi und Bub Jessi, die Bergstrawanzerin Rosi, der Alpenspatz Angelo, die Gebirgsrockerin Susi, Toni, Vroni, der Adler Horst, der Yeti und viele andere mehr.

Ein sprachliches Missverständnis, das aus dem Käffchen einen Monsteraffen macht, bringt die halbe Bergwelt durcheinander. Aber Monsteraffen gibt es doch gar nicht.
Hier kann man sehr gut beobachten bzw. lesen, wie schnell aus einer Bitte, die nicht richtig verstanden wird, eine Falschmeldung wird, die die halbe Bergwelt verunsichert. Selten hat mir die Veranschaulichung von FakeNews, wie man heute sagt, so gut gefallen.

Klar, die Menschen aus dieser schönen Urlaubsregion sprechen eine andere Sprache, die die Berliner nicht richtig verstehen und umgekehrt. Für uns ist der Text der Geschichte aber in hochdeutsch verfasst, so dass wir alles sehr gut nachvollziehen können. Mir hat´s Spaß gemacht, sowohl in die sprachliche Rolle der Köpenicks als auch der Bergbewohner zu schlüpfen und mich an deren Ausdrucksweise zu versuchen.

Die farbenfrohen meist ganzseitigen Illustrationen stammen ebenfalls von Autorin Leonora Leitl. Hier kann man so viel entdecken, dass es Spaß macht auch einfach nur die Bilder anzuschauen.

Eine witzige, humorvolle Geschichte bei der ich auch noch einiges lernen kann. Huluretuliööö!

Bewertung vom 27.05.2023
Tochter des Marschlands
Hartman, Virginia

Tochter des Marschlands


ausgezeichnet

Eine ergreifende und berührende Familiengeschichte

Loni Mae Murrow hat sich fernab ihres Heimatortes Tenetkee im Marschland Floridas in Washington D.C. ihr eigenes Leben aufgebaut. In der renommierten Smithsonian Institution fertigt sie naturgetreue Zeichnungen von Vögeln an. Als ihre Mutter Ruth an Demenz erkrankt und ihr um 12 Jahre jüngerer Bruder Phil sie bittet ihn und seine Frau bei der Pflege zu unterstützen, nimmt sie sich eine Auszeit und geht zurück in ihre alte Heimat. Als sie beim Aussortieren in einem Brief einen Hinweis findet, der darauf schließen lässt, dass ihr Vater Boyd als sie 12 Jahre alt war nicht durch einen Unfall in den Sümpfen ums Leben gekommen ist, macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Was allerdings nicht Jedem gefällt. Und sie stellt sich die Frage, was Heimat, Liebe und die Familie für sie selbst bedeuten.

Virginia Hartman hat es mit ihrem Debütroman geschafft, dass ich mich stundenlang in diesen ergreifenden und berührenden Roman zurückgezogen habe. Ich habe die Naturbeschreibungen des Marschlands und der dort ansässigen Flora und Fauna so genossen. Dazu die Hinweise auf Blumen, Kräuter und Pflanzen für die sich ihre Mutter sehr interessiert hat. Auch wie sie die Arbeit von Loni Mae im Museum beschreibt hat mir sehr gut gefallen, da ich das alles ziemlich schnell genau vor Augen hatte.
Zusammen mit Loni Mae arbeite ich das Verhältnis zu ihrer Mutter und ihrem Bruder auf. Ich begleite sie auf ihren Kanufahrten in die Sümpfe und schaue der „Marschkönigin“, wie sie ihr Vater liebevoll nannte, beim Zeichnen zu. Irgendjemandem scheint sie bei ihrer Suche nach den Todesumständen ihres Vaters auf die Füße zu treten. Warum soll hier die Wahrheit nicht ans Licht kommen?

Da Loni ihre Geschichte in der Ich-Form und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, komme ich ihr bei ihrem Denken und Tun noch näher. Sie ist, wie ich finde, keine einfache Person. Sie hat ihre Ecken und Kanten, zieht sich lieber zurück als sich zu öffnen und kommt oft recht naiv und auch trotzig rüber. Durch die Rückblicke in ihre Kindheit und Jugend und aus einem Tagebuch ihrer Mutter erfahre ich weitere Details über sie und ihre Eltern. Trotzdem bin ich durch die gesamte Geschichte hindurch mit Loni leider nicht richtig warm geworden.
Das angespannte Verhältnis zu ihrer Mutter und die Rätsel um den Tod ihres Vaters verleihen der Geschichte eine unterschwellige Spannung, die sich sehr schnell aufbaut und sich sehr lange hält.

Eine mitreißende Geschichte über ein Familiendrama, mit spannenden Krimianteilen, einer neue Liebe und einem Geheimnis, das nicht ans Licht kommen soll, die ich gerne gelesen habe. Ich hoffe von Virginia Hartman kommt in Zukunft noch mehr.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.05.2023
Dunkle Wolken über Cannes / Conny von Klarg Bd.2
Vöhringer, Sabine

Dunkle Wolken über Cannes / Conny von Klarg Bd.2


ausgezeichnet

Conny von Klarg ermittelt wieder

Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes, die gerade stattfinden, gehören zu den weltweit bedeutendsten Filmfestivals. Da hat es sich geradezu angeboten den neuen Krimi „Dunkle Wolken über Cannes“ von Sabine Vöhringer, der genau dieses Thema hat, zu lesen. Schon das Cover macht Lust auf den kleinen Küstenort an der Côte d´Azur.

Für die junge Reisejournalistin Conny von Klarg ist dies der ideale Ort um für das Magazin La Voyagette von hier zu berichten. Hier erwartet sie aufgeregt das Interview mit der international bekannten Schauspielerin Margaux Calimard und deren Tochter Juliette, das ihre mütterliche Freundin Simonette Bandelieu in die Wege geleitet hat. Aber soweit wird es leider nicht kommen. Connys Freund, der Psychologe und Fallanalytiker Félix Weißenstein wird zur Villa der Schauspielerin gerufen, der dort mit einer Filmtrophäe der Schädel eingeschlagen wurde. Und ihre Tochter Juliette ist verschwunden...

Es ist schon das zweite Mal, dass Conny von Klarg in einen Mordfall hineingezogen wird und selbst beginnt zu ermitteln. Zusammen mit ihrem Freund Felix bildet sie da ein patentes, sich ergänzendes Team. Mir hat es großen Spaß gemacht, auf den Spuren von Conny in die Welt der Reichen und Schönen und der Stars und Sternchen hinein zu schnuppern. Genau so, wie in die Vergangenheit der unnahbaren Filmdiva Margaux einzutauchen, die hier zusammen mit einem Brief eine wichtige Rolle spielt.

Dieser Fall bietet einiges an Zündstoff und je weiter ich lese, um so mehr Fragen ergeben sich aus dem, was ich so nach und nach erfahre. Bei den Menschen, denen ich hier begegne, scheint jeder sein kleines oder auch größeres Geheimnis zu hüten und es wird mir nicht leicht gemacht, den Täter vor Conny oder Felix zu stellen. Ich hatte zwar immer wieder mal einen Verdacht, aber als der wahre Täter sein Gesicht gezeigt hat, war ich doch baff. Sehr gut konstruiert, Frau Vöhringer.

Wenn die Autorin den Blick aus Connys Hotelzimmer in Nizza, aus der Villa von Margaux oder aus Simonette Bandelieus Hotel La Maison des Pêcheurs über den Alten Hafen von Saint-Tropez beschreibt, fühle ich mich fast mittendrin in diesem so wundervollen Stück Landschaft an der Côte d´Azur. Dazu die immer wieder eingefügten französischen Worte oder kleinen Satzstücke - da fühle ich mich noch mehr in Südfrankreich angekommen und merke, dass meine Sprachkenntnisse noch nicht ganz eingerostet sind. Man braucht aber gar keine Sprachkenntnisse, da sich alles aus dem Text ergibt oder Wort für Wort im Text einfließend übersetzt wird.

Zusammen mit Conny und Felix hatte ich auch diesmal sehr unterhaltsame und aufregende Lesestunden in einer Gegend, die zum Träumen einlädt. Ich konnte gut mit ermitteln und wurde durch Wendungen wieder mal an der Nase herum geführt. Ich hoffe, Conny von Klarg, die ich richtig ins Herz geschlossen habe, ist schon wieder zu einem weiteren Fall unterwegs.

Bewertung vom 23.05.2023
Gefährlich lecker
Tulleken, Chris van

Gefährlich lecker


sehr gut

Was unser Essen mit uns macht

Seit Jahren schon kämpfe ich mit meinem Gewicht. An Abnehmen ist gar nicht mehr zu denken. Ich versuche immer nur dafür zu sorgen, dass mein Gewicht nicht noch weiter hin die Höhe und ich in die Breite gehe. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Der Satz im Klappentext „Es liegt nicht an ihnen, es legt am Essen“ hat mich richtig neugierig gemacht.

Gleich zu Beginn des Buches macht mir Autor Chris van Tulleken klar, dass es hier nicht primär ums Abnehmen geht. Ich soll verstehen, was mit und in meinem Körper passiert, wenn ich die heutzutage hochverarbeiteten Lebensmittel konsumiere und was ich tun kann um den Absprung von diesen zu schaffen.

Ich erfahre mit welchen Zutaten und Zusatzstoffen die Lebensmittelindustrie die
Lebensmittel, die ich so mag, „verfeinert“ um bei mir das Verlangen nach immer mehr davon anzuheizen. Ich lerne, wie mein Körper auf diese so hochverarbeiteten Lebensmittel reagiert, mich regelrecht krank macht ohne es offensichtlich zu merken. Essen wird so billig wie möglich produziert, dass ich mir davon immer mehr leisten kann. Und sie natürlich dadurch immer mehr verdienen. Unser Geschmackssinn z.B. glaubt, dass diese Nahrungsmittel besonders gesund sind. Und auch das Marketing zielt darauf ab, diese Täuschung bei uns so glaubhaft wie möglich rüber kommen zu lassen. Was sie in ganz vielen Fällen ja auch schaffen.

Chris van Tulleken geht bei der Betrachtung unseres Essens zurück bis fast zur Entstehung der Erde und seiner ersten Bewohner, was für mich ein bisserl weit hergeholt klingt. Was ich gut nachvollziehen kann ist, dass sich unsere Ernährung nicht mehr von unseren natürlichen Instinkten leiten lässt. Heutzutage essen wir mit Blick auf die Kalorien, die Portionsgröße, die Vitamine und machen uns Gedanken über gute und schlechte Lebensmittel.
Anhand von verschiedenen Studien, Hypothesen, Beispielen und auch einem Selbstversuch geht der Arzt für Infektionskrankheiten der Frage nach, warum wir heutzutage das Sättigungsgefühl nicht mehr beachten; essen bis wir nicht mehr können und wir nicht mehr merken, wann wir genügend Nährstoffe aufgenommen haben. Es spielt so vieles zusammen, warum unser Körper und unser Gehirn die normalen Reize nicht mehr unterscheiden kann.

Tulleken behandelt die Themen Zucker, Stärke und Fette mit den dazu kommenden Problemen. Besonders hat mich hier seine Ausarbeitung zur Zahngesundheit schockiert. Ich hätte nicht gedacht, dass bereits 3-jährige so schlimm an Karies leiden. Da hilft wie es scheint auch konsequentes Zähne putzen nicht viel. Dass unser Essenskonsum zu Diabetes, Herzkrankheiten und vorzeitiger Sterblichkeit führen kann, war mir dagegen schon bewusst.

Ein bisserl hat es mich gestört, dass ich Worte immer wieder googeln musste, weil ich nicht wusste, was sie bedeuten. Aber das hat bei meiner Beurteilung keine große Rolle gespielt.

Insgesamt ein sehr interessantes Buch, das wirklich jeder lesen sollte um zu verstehen, was heutzutage bei unserer Ernährung und unserem Essen nicht passt. Es ist aber absolut keine leichte Lektüre und ich habe mir recht viel Zeit lassen müssen um das alles auf mich wirken zu lassen.

Bewertung vom 18.05.2023
Die Revanche des Monsieur Lipaire / Die Unverbesserlichen Bd.2
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Die Revanche des Monsieur Lipaire / Die Unverbesserlichen Bd.2


ausgezeichnet

Genau mein Geschmack

Was ist das für eine ausweglose Situation, in die sich der Deutsche Guillaume „Wilhelm“ Lipaire, der belgische Ex-Legionär und Gärtner Paul Quenot, die zweifach Mama Delphine Berté, die 85-jährige Österreicherin Lizzy Schindler mit ihrem Pudel Louis Quatorze, Wasserbootfahrer Karim Petitbon und Bürgermeistertochter Jacqueline Venturino da hinein manövriert haben und die Guillaume im Prolog beschreibt? Er fürchtet ja sogar abgeschoben zu werden.
Ein paar Tage zuvor ist in dem kleinen Lagunenstädtchen Port Grimaud an der Côte d´Azur einiges los. Die selbsternannte Fürstenfamilie Vicomte will dort die „Staatsgeschäfte“ übernehmen. Die Veränderungen, die sie voran treiben, betreffen auch die beruflichen Situationen der Unverbesserlichen. So werden z.B. die Wassertaxis abgeschafft werden, was Karim arbeitslos macht. Also versuchen sie das Dokument, das den Vicomtes in die Finger gefallen ist und deren Ansprüche auf den kleinen Küstenort belegt, mit Hilfe eines Unbekannten, dem Phantoms, zurück zu bekommen.
Ob und wie das gelingt, das könnt ihr in der Geschichte, die in 7 Teile mit 45 Kapiteln aufgeteilt ist, selbst heraus finden.

Ich habe Band 1 noch nicht gelesen, hatte aber auch nicht den Eindruck, das mir wichtige Informationen fehlen. Da mir aber Band 2 so gut gefallen hat, möchte ich die bunte Gaunertruppe natürlich noch von Anfang an kennenlernen. Die sechs so unterschiedlichen Ganoven finde ich mit ihren Stärken und Schwächen sehr gut und für mich gut vorstellbar beschrieben. Auch die anderen Menschen, die ich hier kennenlerne, haben problemlos ihren Platz in meinem Kopfkino gefunden.

Zwischen Rotwein und Kir Royal hat mich der locker-leichte Erzählstil von Volker Klüpfel und Michael Kobr ganz schnell an die südfranzösische Küste gelockt. Die Beschreibungen der Landschaft und die Atmosphäre haben mich in Urlaubsstimmung versetzt. Schön finde ich die immer wieder eingefügten französischen Worte oder kleinen Satzstücke. Dadurch fühle ich mich noch mehr in Südfrankreich angekommen und merke, dass meine französischen Sprachkenntnisse noch nicht ganz eingerostet sind.
Am Ende des Buches finde ich ein Glossar mit den Übersetzungen, die ich aber nicht gebraucht hätte, da sich vieles aus dem Zusammenhang ergibt.

Die Spannung baut sich zwar sehr schnell auf, hält sich aber meist diskret im Hintergrund, was hier aber auch gut passt. Meinen Humor hat dieser Cosy-Krimi absolut getroffen.

Mich hat dieser humorvolle Krimi sehr gut unterhalten und ich freue mich schon jetzt auf ein Wiederlesen mit Monsieur Lipaire und seinen Freunden.

Bewertung vom 16.05.2023
Lehrerkind
Bielendorfer, Bastian

Lehrerkind


ausgezeichnet

Als Lehrerkind hat man´s schon schwer

Das liest man aus den Aufzeichnungen von Bastian Bielendorfer aus jeder Anekdote, aus jeder Seite, ja jeder Zeile heraus. Da beide Eltern dem Lehrerberuf nachgehen, hat es ihn ja sogar doppelt getroffen. Wobei ich persönlich seine Mutter beim Lesen gegenüber seinem Vater, der in meinen Augen einen ganz merkwürdigen Humor sein eigen nennt, noch relativ human fand. Für ihn aber waren wohl beide gleich anstrengend, wenn auch jeder auf seine eigene ganz unterschiedliche Art und Weise.

Zum einen fand ich die Erzählungen von Bastian als Lehrerkind lustig und amüsant. Mehr als einmal musste ich beim Lesen innehalten und mir die Lachtränen aus den Augen wischen. Andererseits hat mir der arme Junge aber auch sooo leid getan. Z.B. als die von seiner Mutter selbst gebastelten Schultüte auf dem Schulhof vor aller Augen auseinander fällt und ihn sein Opa gerade noch „rettet“. Oder, wie kann ein Vater seinen kleinen Sohn am 1. April jedes Jahr von neuem vor der ganzen Schule mit den verschiedensten Scherzen blamieren?
Da finde ich es so toll, dass aus dem kleinen dauergehänselten Dickmoppelchen ein doch recht attraktiver Mann geworden ist, der seinen Weg, ganz anders als seine Eltern, geht.

Lieber Bastian, ich habe Dein Erstlingswerk mit Deinen Schulrückblicken zwar erst jetzt, aber sehr gerne gelesen. Deine anderen Bücher werden nun auch noch folgen.

Bewertung vom 15.05.2023
Pitschnass und flauschig / Die Stoffis Bd.3
Städing, Sabine

Pitschnass und flauschig / Die Stoffis Bd.3


ausgezeichnet

Die Stoffis sind wieder auf Tour

Die Stoffis, das sind Kater Minnie, Einhorn Wunderfell, Hund Helmut, Schildkröte Melisande, Seestern Sternchen und Bär Rumpel, die in der Villa Tunichtgut bei Frau Holda Regenstein ein neues Zuhause gefunden haben und anderen Stofftieren immer wieder Unterschlupf gewähren. Für alle, die die 6 Stofftier-Freunde noch nicht kennen, werden sie gleich vor Beginn der Geschichte kurz vorgestellt. Dazu gekommen sind noch Pferd Sunny und Elefant Tuba.
Endlich ist es Frühling und die Stoffis machen einen Ausflug zum Jahrmarkt in der Stadt. Hier lernen sie noch Elefantendame Molly und die beiden frechen Äffchen Mack und Muck kennen. Gemeinsam machen sie eine Bootsfahrt, die durch ein Gewitter alle ganz schön durchrüttelt und schließlich landen sie in Leolund, wo sie auf Mäuschen Dixi, Papagei Silver und Bürgermeister Löwe Leo treffen. Was es mit dem auf sich hat und warum er unbedingt mit zu den Stoffis und Frau Holda reisen will und was aus Tuba und Molly wird, das werdet ihr in dem wundervollen Vorlesebuch selbst herausfinden.

Auch in ihrem 3. Band erleben die Stoffis wieder ein tolles Abenteuer. Aber auch hier geht alles gut und sie kommen heil und gesund zu ihrer Villa Tunichtgut zurück. Für Holda Regenstein haben sie sogar eine Überraschung mitgebracht.
Sabine Städing hat sich auch diesmal rund um die Stoffis, mit denen es nie langweilig wird, eine wundervolle Geschichte ausgedacht, die von Nadine Reitz mit farbenfrohen detailreichen Bildern ergänzt wird. Auch einen Stickerbogen gibt es wieder hinten im Buch. Damit können wir die gelesenen Kapitel gut markieren.
Unsere beiden Jungs lieben die Stoffis und wollen die Geschichten der plüschigen Freunde immer wieder vorgelesen bekommen. Für Leseanfänger eignet sich diese Vorlesegeschichte auch sehr gut zum selbst lesen und lesen lernen.

Eine weitere bezaubernde Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Diversität, die Einzug in unser Kinderzimmer gehalten hat.

Bewertung vom 14.05.2023
Mit dem Mut zur Liebe
Lind, Hera

Mit dem Mut zur Liebe


ausgezeichnet

Die berührende Lebensgeschichte des Artisten Dieter „Dieto“ Kretschmar

Der kleine Dieter Kretschmar ist gerade mal 4 Jahre alt, als er mit seiner Mutter Grete und seinem Bruder Manfred die Bombardierung seiner Heimatstadt Dresden miterlebt. Sie fliehen aufs Land, kehren nach Kriegsende zurück in die Stadt und lebe dort in ärmlichsten Verhältnissen. Vater Hans gilt als vermisst, findet seine Familie aber wahrhaftig in den Trümmern wieder. Von einem Artisten hat er während seiner Gefangenschaft Kunststücke gelernt, was ihm schlussendlich auch das Leben gerettet hat. Sie verlieren sich aus dem Augen und treffen sich erst wieder als die Familie Hauenstein in Dresden mit ihrem Zirkus auftritt. Gleich beim ersten Zusammentreffen 1957 verliebt sich Dieter in Johanna, die Tochter der Hauensteins und für ihn steht fest: Er will ebenfalls Artist werden und wird Johanna heiraten. Diesen im wahrsten Sinnes des Wortes steinigen Weg dorthin, er macht eine Ausbildung zum Steinmetz, meistert er mit ganz viel Willen und Ausdauer und auch die Liebe zu Johanna festigt sich im Laufe der Zeit immer mehr. Endlich ist es soweit und Dieter, der sich als Artist „Dieto“ nennt, darf das erste mal im Ausland auftreten. Johanna und er merken schnell, dass sie in der DDR nie frei sein werden und beschließen das Land zu verlassen. Auf welchem Weg auch immer.
Ob und wie ihnen dieser riskante Plan gelingt, das solltet ihr unbedingt selbst lesen.

Ich liebe die Tatsachenromane von Hera Lind, die sie mit ein paar Fiktionen noch interessanter macht. Auch diesmal hat sie mich mit ihrer Geschichte ab der ersten Seite begeistert, gefesselt und mitgenommen auf eine bemerkenswerte Lebensreise. Sie versteht es gekonnt mich in die Wirren des zweiten Weltkrieges um 1945 mitzunehmen und das Grauen erneut aufzuwecken. Hier haben mir Grete Kretschmar und auch Manfred und Dieter gezeigt, was Menschlichkeit ist, auch wenn man selbst fast nichts hat. Ich hatte Gänsehaut und manchmal auch Tränen in den Augen, so berührend und mutig finde ich ihr Handeln. Ich fühlte mich beim Lesen immer an der Seite von Dieter, dessen Spitzname „Dieto“ sich aus dem sächsischen schnell so ergab. Auch hatte ich das Gefühl, einige der Menschen, denen ich hier begegnet bin schon lange zu kennen. Hera Lind besitzt die tolle Gabe, mich mit ihren Berichten zu schockieren, im nächsten Moment aber wieder das Positive heraus zu kehren. So muss ich die Gräueltaten der russischen Besatzer an Grete und Tochter Inge aushalten, um dann die freudige Rückkehr des lange vermissten Vaters feiern zu können.

Auf 492 Seiten erlebe ich so viel Kummer, Leid, Sorgen, Angst, Trauer und Verzweiflung. Aber auch Freude, Glück, Erleichterung, Tapferkeit, Liebe und geliebt werden, Hoffnung und Zuversicht in einer einzigartigen Lebens- und Liebesgeschichte zweier so wunderbarer, füreinander geschaffener Menschen.
Die Nachworte von Dieto Kretschmar und Hera Lind schließen die Geschichte gekonnt ab.

Ein wunderbarer Roman über die Liebe zweier Menschen; den Mut, den sie aufbringen;
die Strapazen, die sie auf sich nehmen und das Glück, das sie miteinander genießen.
Absolut lesenswert!

Bewertung vom 12.05.2023
Schießt nicht auf die MörderMitzi
Archan, Isabella

Schießt nicht auf die MörderMitzi


ausgezeichnet

Mit Mitzi auf tödlicher Flusskreuzfahrt

Die Polizeibehörden von Niederösterreich, Tirol und Wien haben viel zu tun. Hier gilt es eine Serie von bisher 4 Raubüberfällen auf Juweliergeschäfte aufzuklären. Bei dem letzten Überfall lief leider etwas schief und es gab einen Toten. Inspektorin Agnes Kirschnagel, die beste und einzige Freundin von Maria Konstanze Schlager, der Mördermitzi, hat also alle Hände voll zu tun und kann sich nicht auch noch mit ihrer Freundin beschäftigen.
Mitzi, die auf der MS „Nene“, einem kleineren Boot für Donaukreuzfahrten auf dem ihr neuer Freund Rudolfo Sommer gerade als Pianist arbeitet und sie eingeladen hat, upgegradet wurde, macht in der Kabine neben ihrer eine Entdeckung, die sie sofort beim Kapitän meldet. Und sofort ist sie drin in einem neuen Fall, der sie am Ende fast ihr Leben kostet.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert. Die immer wieder wechselnden Schauplätze und die verschiedenen Orte lassen die Geschichte sehr rasant und schnell wirken. Dauernd gibt es neue Fakten, die viele Menschen, die ich hier kennenlerne, wollen in meinem Kopfkino gespeichert und meinen Sympathien zugeordnet werden. Auch aus dem Privaten von Agnes mit Freund Alex Brecht, Hamster Jo und natürlich Mitzis Patenkind Konstanze erfahre ich wieder einiges Neues.
Mir hat dieser Ausflug auf der Donau sehr gut gefallen. Nicht nur, dass Mitzi natürlich sofort wieder in einen neuen Fall geschlittert ist. Mir haben auch die Beschreibungen der Gegend durch die die MS „Nene“ fährt und der Städte, die die Kreuzfahrer besuchen, sehr gut gefallen. Bratislava z.B. habe ich sofort auf die Liste der Städte, die ich gerne noch sehen möchte, gesetzt.
Nicht nur den Fall, den Agnes mit ihren Kollegen der verschiedenen Reviere hier klären muss, und in den Mitzi wieder hinein stolpert, finde ich sehr interessant. Vor allem haben es mir hier die vielen verschiedenen Menschen angetan. Richtig Mitleid hatte ich mit der kleinen Hanna. Wer das ist, das werdet ihr beim Lesen schnell heraus finden.
Zum Schluss bekomme ich noch ein Glossar mit österreichischen Begriffen, die hier übersetzt werden. Und natürlich ein Rezept zum nach backen. Diesmal sind es Krapfen. Was die mit der Geschichte zu tun haben, werdet ihr auch beim Lesen erfahren.

Ein spannender Fall, der mich sehr gut unterhalten hat und den ich sehr genossen habe, weil auch der Humor nicht zu kurz kommt. Dessen Ende bei mir jetzt schon Spannung auf Fall 6 für die Mördermitzi aufbaut. Ich kann es kaum erwarten.

Bewertung vom 11.05.2023
Ich bekomme nicht genug   Erotische Geschichten
Toulouse, Ruben

Ich bekomme nicht genug Erotische Geschichten


ausgezeichnet

Die verschiedenen Spielarten der Lust

Ganz nach dem Motto „Double your pleasure, double your fun“ lerne ich mit Vivien und Paula durch die dritte WG-Bewohnerin Murielle die neuesten Sexspielzeuge und ihre Anwendung für zuhause kennen; die selbstverliebte Petra unterwirft sich liebend gerne ihrem Kunden Herbert; Sybille raubt Christine auf einer Liege die Sinne und nach 30 Jahren Ehe mit Peter sucht Hanna Abwechslung – und findet sie auch.

Das sind nur einige der 8 hoch erotischen Geschichten von Ruben Toulouse, die ich hier zu lesen bekomme. Er facht mit seinem sinnlichen, locker-leichtem Erzählstil ab der ersten Seite mein Kopfkino an und ich bin mittendrin in den vielfältigsten, abwechslungsreichen Spielarten, die Lust, Befriedigung und vor allem sehr gute Unterhaltung bieten ohne anstößig zu wirken oder unter die Gürtellinie zu gehen.

Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exklusive Geschichte von Ruben Toulouse als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und wie üblich ist auch hier ein Lesezeichen passend zum Buch mit dabei.