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leserattebremen
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Bewertungen

Insgesamt 623 Bewertungen
Bewertung vom 02.04.2012
Die Schmetterlingsinsel
Bomann, Corina

Die Schmetterlingsinsel


ausgezeichnet

Diana Wagenbachs einzige noch lebende Verwandte ist ihre Großtante Emmely in England. Als sie erfährt, dass diese mit einem Schlaganfall im Krankenhaus liegt, fliegt sie sofort hin um sie zu besuchen. Ein letztes Mal kann sie mit der geliebten Ziehoma sprechen und bekommt von ihr die Aufgabe, ein altes Familiengeheimnis zu lösen. Was hat die Schwestern 1887 Grace und Victoria Tremayne so entzweit, dass Victoria ihrer Schwester einen Brief schrieb, indem sie ihr und ihrer Familie auf Ewig Hilfe anbot, wann immer sie sie brauchen sollten, nachdem Grace enterbt und davongejagt wurde? Und was hat es mit der jungen Frau auf sich, die mit genau jenem Brief 1945 vor der Tür von Victorias Nachfahren auftaucht? Für Diana beginnt eine langwierige Detektivarbeit, die sie bis ans andere Ende der Welt führen soll.
Corinna Bomann ist mit „Die Schmetterlingsinsel“ ein wunderbarer stimmungsvoller Familienroman gelungen. Ein dunkles Geheimnis hat über 100 Jahre lang die Geschicke der Familie beherrscht und als letzte Überlebende soll Diana das Rätsel lösen. Die Suche bringt sie nicht nur der Vergangenheit ihrer Familie sondern auch sich selbst näher. Die Erlebnisse von Grace und Victoria helfen ihr, ihr eigenes Leben mit neuen Augen zu betrachten und Entscheidungen zu treffen. Diana ist lebende Beispiel dafür, dass man sich nie losgelöst aus seiner eigenen Geschichte sehen kann, gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass das Schicksal uns oft unverhofft an Orte führt, von denen wir nie erwartet hätten, dass sie so wichtig werden könnten für unser Leben. Und zu Menschen, die das ganze Leben wie es bisher war ungewollt umkrempeln. Ein wunderbarer Roman über Liebe und Familie, doch auch Krieg, Vorurteile und veraltete Konventionen, die ganze Familien zerstören konnten.

18 von 27 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.04.2012
Die Pforten der Ewigkeit
Dübell, Richard

Die Pforten der Ewigkeit


ausgezeichnet

Im 13. Jahrhundert stirbt Kaiser Frederico und lässt Europa in einem Streit um Macht und religiösen Einfluss zurück. Die junge Nonne Elsbeth bricht in genau dieser Zeit mit einigen Schwestern auf nach Winzensten, um dort ein neues Kloster zu errichten. Es soll ihrer Schwester Hedwig Schutz bieten, die wie in Trance immer wieder ketzerische Visionen hat und um deren Leben sie deshalb fürchtet.
Am anderen Ende der damaligen Welt im Heiligen Land kämpft Rogers Trencavel mit seinen Freunden Walter und Godefroy um seine Freiheit und seinen Glauben, denn die Albigenser, zu denen er gehört, werden als Ketzer verfolgt und ermordet. Rogers hat von einem sterbenden Ritter ein Geheimnis anvertraut bekommen, dass seine Glaubensgemeinschaft retten soll und so macht er sich auf den Weg nach Winzensten, wo er die Lösung erwartet und auf die Nonnen trifft, die gegen alle Widrigkeiten um ihr neues Kloster kämpfen.
Der Roman bietet ein unglaublich umfassendes Bild der mittelalterlichen Welt mit all ihren Glaubensvorstellungen und Machtbestrebungen. Es gibt viele Handlungsstränge, die zunächst verwirrend wirken und man muss sich als Leser etwas Zeit nehmen, sich mit den Figuren auseinanderzusetzen. Doch schnell fügt sich alles in ein schlüssiges Bild und man mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen, jede Figur scheint ein Geheimnis mit zu tragen, das der Leser erst im Laufe der Geschichte entdecken muss, um ihre Handlungen uns Intentionen zu verstehen.
Gleichzeitig zeigen die Detailtreue und das umfangreiche Glossar mit wie viel Energie Richard Dübell für seinen Roman recherchiert hat. Hier tauchen nicht plötzlich Dinge auf, die zur damaligen Zeit noch gar nicht erfunden waren und auch die Städtenamen sind im damaligen Sprachgebrauch verwendet, was dem Buch eine großartige Authentizität gibt, die leider vielen gängigen historischen Romanen fehlt. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass keine kitschige Liebesgeschichte im Vordergrund stand sondern eine umfangreiche Geschichte mit vielen Personen, die alle ihre Liebe und ihr Leid mitbringen, das es Wert ist, dargestellt zu werden. Wer einmal einen historischen Roman lesen möchte, der nicht nur ein billiger Abklatsch von Iny Lorentz ist oder an Serienproduktionen erinnert, der sollte unbedingt Richard Dübells „Die Pforten der Ewigkeit“ lesen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.03.2012
Die Patin
Gier, Kerstin

Die Patin


ausgezeichnet

Die Mütter-Mafia von Kerstin Gier ist zurück: Constanze Bauer kämpft mit ihren Freundinnen gegen die alltäglichen Ungerechtigkeiten des Lebens- egal ob Mutter oder nicht. Constanze muss sich damit arrangieren, dass die neue Model-Freundin ihres Ex-Mannes Lorenz nicht nur hübsch, sondern auch noch nett und Kinderlieb ist, während Nachbarin es Anne inzwischen -fast- egal ist, die wievielte Praktikantin ihr Ehemann auf dem Schreibtisch vernascht. Gemeinsam mit Mimi und den Kindern kämpfen sie für Joachim, dem seine solariumssüchtige Botox-Exfrau Kind und Haus weggenommen hat. Und dann ist da natürlich auch noch Anton, der hübsche Anwalt, mit dem Constanze endlich richtig anbandeln will!
Dieser Roman ist genauso großartig wie der Vorgänger „Die Mütter-Mafia“, manchmal zum Lachen, manchmal zum Weinen, und manchmal auch nur zum Haare raufen über das, was die Familien erleben. Die 300 Seiten sind so schnell vorbei, dass man gar nicht merkt, wie die Zeit beim Lesen vergangen ist, weil man völlig in die Welt der Insektensiedlung abgetaucht ist. Natürlich taucht auch die snobbistische „Mütter-Society“ wieder zu Wort mit ihren wahnsinnig skurrilen Einträgen ihrem Internetforum, was die Geschichte auch immer wieder aufpeppt. Uneingeschränkt empfehlenswert liebe Leseratten!

10 von 14 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.03.2012
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Jonasson, Jonas

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand


ausgezeichnet

Allan Karlsson soll seinen hundertsten Geburtstag im Seniorenheim mit der grummeligen Schwester Alice und allen Heimbewohnern feiern. Dazu hat der alte Herr aber überhaupt keine Lust und klettert aus dem Fenster, um auf Pantoffeln in die Freiheit zu flüchten. Auf seiner Flucht trifft er viele Leute, die ihm helfen und mit denen er auch die ein oder andere nicht wirklich legale Sache dreht, doch mit der Zeit werden sie eine richtig gute Clique. Wie in einem Roadmovie düsen sie von Ort zu Ort und werden fast überall einer mehr- wenn man Elefantendame Sonja überhaupt als eine Person zählen kann.
Unterbrochen wird die wilde Flucht von Allan durch Schweden mit Erinnerungen an sein Leben. Das ist nebenbei auch ein netter kleiner Geschichtskurs, denn der keineswegs senile Hundertjährige hat die Weltgeschichte in vielen kleinen und großen Dingen beeinflusst und einige Staatspräsidenten kennen gelernt, über die er aus dem Nähkästchen plaudern kann. Allan Karlsson ist bei allem was er erlebt so herrlich sympathisch und unkompliziert, bereit sich immer an die gegebene Situation anzupassen ohne sich zu verbiegen. Wie soll er sich auch groß verbiegen, wenn Politik prinzipiell für uninteressanten Humbug hält?
Ich habe selten ein Buch gelesen, dass auf einer so schrägen Idee basierte und dennoch auf so eine realistische Art seine Geschichte vermittelt. Man muss Herrn Karlsson einfach mögen, und Sonja die Elefantendame und den restlichen Haufen, und man wünscht ihm, dass er dem unsympathischen Staatsanwalt so richtig ein Schnippchen schlägt und der Polizei immer wieder entkommt. Denn eins will er ganz sicher nicht: Zurück ins Heim zu der grummeligen Schwester Alice. Man fragt sich sowieso, was er da wollte, scheint er doch fitter als die gesamte schwedische Polizei.
Ich kann nur jedem empfehlen dieses Buch zu lesen, mit seiner herrlichen Einstellung zur Weltgeschichte und einem Protagonisten, wie es ihn wohl selten ein zweites Mal gibt, nimmt es einen sofort mit auf eine wunderbare Reise!

155 von 310 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.03.2012
Sehnsucht nach Sansibar
Jary, Micaela

Sehnsucht nach Sansibar


gut

Im Jahr 1888 machen sich drei junge Frauen auf den Weg von Deutschland nach Sansibar. Juliane begleitet ihren Vater, einen erfolgreichen Winzer, der zum Sultan eingeladen ist. Antonia hingegen will gemeinsam mit dem Arzt Max Seiboldt die Cholera erforschen und reist als seine Sekretärin an Bord des Dampfers mit. Und Viktoria Wesermann, Tochter einen wohlhabenden Reeders aus Hamburg, wird nach Sansibar geschickt, damit ihr öffentlicher Fehltritt während einer Schiffstaufe in Vergessenheit gerät: sie hatte ihren Verlobten in aller Öffentlichkeit geohrfeigt, weil er ihr so zuwider war.
Auf Sansibar treffen die drei Freundinnen auf eine exotische Landschaft und fremde Kulturen. Jede auf ihre Art, versucht ihren Weg zu finden und teilweise sind sie selbst überrascht, was sich am Ende als das Richtige für sie erweist.
Natürlich geht es wie immer in solchen Büchern auch um die große Liebe und das Drama darf auch nicht zu kurz kommen. Leider schafft es die Autorin nicht wirklich, die Figuren ausreichend zu entwickeln, so dass wie etwas müde Abziehbilder wirken, die vor exotischer Kulisse herumirren. Ich war wirklich enttäuscht von dem Buch. Natürlich erwartet man schon von Cover und Klappentext her eine unterhaltsame leichte Lektüre, aber in diesem Roman kommen mir die Figuren einfach zu kurz. Erst gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass die Handlung endlich vorangeht und als es richtig gut wurde, war das Buch auch schon vorbei. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin sich auf eine oder auch zwei Charaktere konzentriert und ihre Geschichte ausgiebig erzählt, so kommen leider alle drei Frauen nicht wirklich zur Geltung.
Positiv muss allerdings betont werden, dass die Landschaftsbeschreibungen sehr schön gemacht sind, man kann im Kopf wirklich Bilder entwickeln, wie die Insel aussieht, auf der die drei Frauen ein neues Leben beginnen. Das macht einige Defizite bei der Entwicklung der Charaktere wieder wett, so dass das Buch alles in allem noch einen ganz guten Eindruck hinterlässt.

Bewertung vom 21.03.2012
Die Mütter-Mafia
Gier, Kerstin

Die Mütter-Mafia


ausgezeichnet

Constanze Wischnewski ist Mutter von zwei Kindern und glücklich verheiratet- das denkt sie jedenfalls, bis ihr Ehemann ihr zwischen Tür und Angel mitteilt, die Ehe sei beendet und sie könne mit den Kindern in das Haus seiner verstorbenen Mutter ziehen. Plötzlich alleinerziehend und ohne Job in einem Haus, dass kurz nach dem Krieg eingerichtet wurde, hofft sie auf Unterstützung der „Mütter-Society“, einem Mütternetzwerk in ihrem Viertel. Doch dass dieser Haufen selbstverliebter Mütter keineswegs hilfsbereit, sondern arrogant und ignorant ist, muss sie sehr schnell feststellen. Da bleibt nur eins: Mit den netten Nachbarinnen, die es doch noch gibt, gründet sie eine Gegenorganisation: Die Mütter-Mafia!
Kerstin Giers Roman ist wirklich auch für alle Nicht-Mütter sehr lustig und unterhaltsam zu lesen. Die Geschichte ist zwar nicht wirklich neu, verheiratet Frau muss sich nach Trennung als Alleinerziehende neu erfinden, aber die Probleme die sich Constanze stellen sind wirklich lustig beschrieben und das Lesen macht einfach Spaß. Die Mütter in der „Mütter-Society“ sind derart überzogen und von sich selbst überzeugt, dass man manchmal nicht weiß, ob man Lachen soll oder entsetzt schlucken muss. Ob es solche Mütter wirklich gibt? Vermutlich schon, doch Constanze und ihre Freundinnen tun alles, um auch bei den Kindern dieses Mütterklüngels noch zu retten, was zu retten ist. Und ein bisschen Rache darf‘s natürlich auch mal sein!
Lustig, schnell erzählt und mit einem aktuellen Thema- auch dieser Roman von Kerstin Gier ist ohne Einschränkung empfehlenswert für Leseratten!

6 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.03.2012
Türkisch für Anfänger
Dreßlein, Detlef

Türkisch für Anfänger


sehr gut

Die beliebte Serie kommt ins Kino und passend dazu gibt es auch einen Roman: Die Familien Schneider und Öztürk sind unabhängig voneinander auf dem Weg in den Urlaub nach Thailand. Auf dem Weg dorthin stürzt jedoch das Flugzeug ab und Yagmur, Cem, Lena und Costa stranden gemeinsam auf einer einsamen Insel. Der totale Kulturschock für Lena, die sich mit der streng religiösen Yagmur, dem Obermacho Cem und dem stotternden Griechen Costa auseinandersetzen muss. Die vier müssen sich wohl oder übel zusammenraufen, erst recht als sie auf der Insel einen Stamm Ureinwohner entdecken, der nur zu gerne einen oder zwei von ihnen auf dem Grill sehen würde.
Der Roman greift zurück auf die Anfänge und wie die Familien sich überhaupt kennen gelernt haben, die zu Beginn der Serie bereits zusammenziehen. Die Geschichte ist zwar reichlich übertrieben, aber die Charaktere sind genauso sympathisch wie in der Serie und machen die überzogene Grundidee des Flugzeugabsturzes schnell wieder wett. Yagmur ist im Roman um einiges lockerer als in der Serie und die Figuren nähern sich extrem schnell an. Zu Anfang ist es etwas seltsam, diese andere Entwicklung der Charaktere zu verfolgen, wenn man die Serie regelmäßig geguckt hat. Aber man gewöhnt sich schnell daran und folgt Cem und Lena gerne auf ihrem Abenteuer in der Südsee. Auch die Eltern Doris und Metin sind sehr gut beschrieben und äußerst unterhaltsam.
Jetzt darf man gespannt sein auf den Kinofilm, der am 15. März 2012 in den Kinos anläuft!

5 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.