Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Lesezauber_Zeilenreise
Wohnort: 
Eggenstein-Leopoldshafen
Über mich: 
Buchnerd durch und durch

Bewertungen

Insgesamt 762 Bewertungen
Bewertung vom 19.10.2021
Freddy und Flo gruseln sich vor gar nix! / Freddy und Flo Bd.1 (2 Audio-CDs)
Kling, Maria

Freddy und Flo gruseln sich vor gar nix! / Freddy und Flo Bd.1 (2 Audio-CDs)


ausgezeichnet

Zwei Kinder inmitten einer gruseligen, aber liebenswerten Nachbarschaft – super lustig und sehr unterhaltsam

Flo hasst die neue Wohnung – und die neue Frau (Ulrike) an Papas Seite. Freddy dagegen findet alles toll – vor allem die Nachbarn, die mehr als seltsam sind. Ohne Berührungsängste macht sich Freddy auf Ermittlungstour unter dem Motto: „wer oder was sind unsere neuen Nachbarn“. Bald stellt er fest: in ihrem Haus wohnen außer ihnen nur solche Wesen wie Werwölfe, Hexen, Vampire, Elfen, Geister und sogar ein Zombie ist im Gepäck. Warum hat Hausverwalter Wiesel dann eine Menschenfamilie mit einziehen lassen? Die anderen Bewohner vertrauen sich ihm an und bald ist klar: der Wiesel will die Wesen vertreiben, um das Haus dann teuer neu zu vermieten. Schließlich ist Wohnraum in Berlin Mangelware. Doch da tüfteln die Kinder gemeinsam mit den Hausbewohnern einen Plan aus, den sie auch nicht lang vor Ulrike geheimhalten können.

Mit viel Witz, Spannung, Fantasie und wunderbar bunten Charakteren erzählt Maria Kling eine sehr lustige Grusel-Detektiv-Abenteuer-Geschichte. Hier bleibt kein Auge trocken, was nicht nur an dem witzigen Schreibstil der Autorin liegt, sondern sicher auch an der tollen Leistung des Sprechers, der jeder Figur eine eigene Tonlage und – vor allem im Fall von Werwolf Wolfgang – einen breiten Berliner Akzent verleiht. Köstlich! Die Dialoge sind frech und witzig, die Figuren allesamt herrlich schräg, chaotisch und überaus liebenswert. Die in der Story verpackten Probleme wie das Auseinanderbrechen der Familie, Pubertät, Miethaie, Intoleranz etc. sind natürlich thematisiert, aber auf sehr humorvolle, lockere und kindgerechte Art, jedoch ohne ganz hinten runterzufallen. Das wurde super gelöst.

Fazit: eine urkomische, bunte und sehr fantasievolle spukige Kindergeschichte, toll vorgelesen und richtig Laune machend. Ich musste oft lachen und grinsen und hatte die illustre, seltsame Hausgemeinschaft stets vor meinem geistigen Auge. Kopfkino zum Anhören. Eigentlich wollte ich nur mal ein knappes Stündchen reinhören, während ich bügele. Das Ende war: ich habe nach dem Bügeln einfach weitergehört, bis zum Ende. Das sagt doch eigentlich schon alles.

Bewertung vom 17.10.2021
König Pups - Drachenalarm
Rakowitz, Bettina

König Pups - Drachenalarm


sehr gut

Fortsetzung des Kinderbuchs in Reimen mit einem pupsenden, aber sehr mutigen König

König Pups tritt, nachdem ihn einer seiner Bürger um Hilfe gebeten hat, mit seinem Gefolge bestehend aus seinem Schneider, seinem Leibarzt und seinem Gelehrten Richtung Norden, um den Drachen zu suchen und das von ihm entführte Mädchen zu befreien. Auf dem Weg dorthin haben sie so einige Problemchen zu meistern – doch der König weiß seine Pupse geschickt einzusetzen und findet immer die richtige Lösung. Im Angesicht des großen, gefährlichen Drachens entweichen dem König viele Angstpupse… deren Geruch zwar für ihn uns sein Gefolge gar grässlich ist, für den Drachen aber wohl wie ein Liebes-Elixier wirkt. Wäre doch gelacht, wenn der König da nicht auch einen pupsigen Weg aus dieser Situation herausfindet.

Wie auch in Teil 1 der König Pups-Reihe ist die Geschichte in Reimform. Die Reime sind SO witzig und frech und locker geschrieben, es ist eine echte Freude, sie zu lesen. Sie erinnern mich ein bisschen an Wilhelm Busch. Untermalt werden die Reime durch doppelseitige, bunte und sehr süße Zeichnungen. So eignet sich das Buch perfekt zum Vorlesen oder auch für Erstleser. Oftmals sind Reime in Kinderbüchern ja entweder sehr kindisch oder – weil das in Reimform ja nicht immer so einfach ist – auch mal schwer verständlich. Hier trifft weder das eine noch das andere zu. Bettina Rakowitz hat sich sichtlich Gedanken gemacht und die Geschichte in wunderbar passenden Reimen erzählt, die zwar leicht verständlich, aber keineswegs einfach gestrickt sind. Während die Sprache in Teil 1 für die ganz Kleinen sicher noch zu schwierig war, ist das jetzt viel besser gelöst.

Fazit: ein wunderbar lustiges, Laune machendes Kinderbuch in Reimform, mit großformatigen bunten Zeichnungen. Wer eine Botschaft haben möchte, bekommt auch die. Nämlich: gib nie auf, einen vermeintlichen Nachteil in einen Vorteil zu verwandeln und be- oder verurteile andere, die „anders“ sind, nie auf den ersten Blick, sondern versuche, hinter die Gründe für ihr Verhalten zu kommen.

Bewertung vom 13.10.2021
Die Flucht beginnt / Survivors Bd.1
Pfeiffer, Boris

Die Flucht beginnt / Survivors Bd.1


gut

Klimakatastrophe und Artensterben kindgerecht aber nicht packend genug erzählt

Zacky weiß nicht, was los ist: es wird immer wärmer und dunkler im Wasser und die Nahrung geht langsam aus. Zusammen mit seiner Freundin Skir und einigen anderen Wasserbewohnern stellen sie bald fest: ihr Korallenriff stirbt. Und damit ist dann auch für die vielen Fische, die dort Zuhause sind, ein Überleben unmöglich. Auch deswegen, weil die Squids aus der Tiefsee nach oben kommen, sobald es dunkel ist, um die anderen Meeresbewohner zu jagen und zu fressen. Ein Plan muss her! So starten Zacky und Co. ihre Riff-Rettungsaktion und ihre Flucht. Sie wollen noch lebende Riff-Polypen an sich nehmen und mit ihnen gemeinsam in sicherere Gewässer fliehen, um sich dort neu anzusiedeln. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn man kein Schwarm ist, sondern aus vielen Fischarten besteht. Doch haben sie eine andere Wahl?

Zunächst zur Optik: das Cover ist richtig toll! Die Farben, die verschiedenen Fische, unten das absterbende Riff. Und auch innen gibt es sehr viele detailreiche s/w-Zeichnungen der Meeresbewohner. Allesamt nicht kindlich, sondern realitätsnah. Das, zusammen mit dem Klappentext, hat mich ein spannendes Unterwasserabenteuer erwarten lassen. Und das ist es auch. Dennoch konnte mich „Survivors“ nicht so ganz überzeugen. Das hat mehrere Gründe. Ich habe etwas gebraucht, mich zwischen den verschiedenen Fischen zurecht zu finden und mich immer wieder gefragt: was für ein Fisch ist jetzt dieser oder jener? Ein Namensverzeichnis mit Bildern wäre hier eine große Hilfe gewesen. Auch hätte ich mir hinten im Buch vielleicht ein paar Informationen zu Fischen, Riffen, Klimakatastrophe etc. gewünscht. So ein kleiner Exkurs in die Biologie der Unterwasserwelt, über die wir hier lesen.

Die Fisch-Charaktere waren teils gut, teils blass. Vor allem Skir mochte ich sehr. Alle anderen blieben irgendwie nebensächlich und der Hai Heuler ging mir tatsächlich auf die Nerven mit seinem ewigen „tut mir leid“. Mir war die ganze Story nicht packend genug. Das Thema hätte ein fesselndes Unterwasserabenteuer hergegeben, welches einen in den Bann zieht. Doch Fehlanzeige. Man fischt anfangs eine Zeitlang im Trüben, hat dann endlich den Durchblick, worum es geht und dann ist das Buch auch schon zu Ende. Völlig abrupt. Mitten in der Flucht. Ich fühlte mich als Leser irgendwie nicht abgeholt. Das Ende habe ich auch nicht als Cliffhanger verstanden, der mich dazu bringt, unbedingt den nächsten Teil lesen zu wollen. Vielmehr war es eher so ein Gefühl von: „äh, wie jetzt?“. Das ist schade – es steckt so viel Potenzial in dem wichtigen Thema, welches m.M.n. nicht ausgeschöpft wurde.

Was mir gar nicht gefällt ist die Tatsache, dass man aus der Story vier Bücher macht. Warum? Ein Buch hat nur 128 Seiten. Wenn ich daraus unbedingt eine Reihe machen muss, dann hätten zwei dickere, ca. 260 Seiten starke Bücher gereicht.
Alles in allem ist „Survivors“ ein gutes Buch mit wichtigem Thema. Doch fehlt mir das gewisse Etwas, die Spannung, das Fesselnde. Ich weiß nicht, ob man Kinder heutzutage mit einer normalen „Fabel“ begeistern kann. Hier wären für mich mehr Action und lebendigere Charaktere notwendig und auch ein wenig mehr Erklärungen zum Thema, verpackt in ein mitreißendes Unterwasserwelt-Abenteuer.

Bewertung vom 09.10.2021
Rosalie, die Feuerwanze
Krauser, Uwe

Rosalie, die Feuerwanze


ausgezeichnet

Eine Feuerwanze sucht ihre Familie oder Eintauchen in die Welt der Insekten - lehrreich, warmherzig, spannend und lustig.


Ich vergebe 4,5 Sterne für das Buch – da es hier keine halben Sachen gibt, runde ich tendenziell auf 5 Sterne auf.

Rosalie wird von einem Jungen entführt und als Haustier in einem Marmeladenglas gehalten. Sie ist sehr traurig, wäre sie doch viel lieber in der Natur und vor allem bei ihrer großen Familie. Eines Tages gelingt Rosalie die Flucht: raus aus Glas und Zimmer. Doch wohin jetzt? Sie hat keine Ahnung, wo ihre Familie ist. Doch zum Glück trifft sie auf Paul, den Siebenpunkt-Marienkäfer, der von seiner Familie verbannt wurde, weil er seine Stinkdrüsen an den Knien einfach nicht im Griff hat. Der hilft ihr bei der Suche. Unterwegs treffen die beiden auf so manch anderen Freund oder Feind, wie z.B. Professor Weberknecht, Regenwurmdame Regina, die ängstliche Schlupfwespe Franz-Peter, die Kreuzspinne Irma sowie auf glückliche Eintagsfliegen, fleißige Ameisen, feiernde Grillen und eine gefährliche Amsel. Jeder trägt mehr oder weniger dazu bei, dass Rosalie ihren Weg findet – vor allem aber, dass sie erfährt, wie wichtig gute Freunde sind.

Ein wunderbar lustiges, informatives, spannendes und kurzweiliges Kinderbuch zum Thema Insekten und Natur. Die Charaktere sind so liebenswert beschrieben, allen voran Paul mit seinen furzenden Knien, Irma, die ein „schockierendes“ Geheimnis mit sich herumträgt und natürlich Rosalie, die süße Feuerwanze. Kindgerecht, aber nicht kindisch erzählt Uwe Krauser die Suche Rosalies nach ihrer Familie und greift dabei so schöne und wichtige Themen auf wie Freundschaft, Vertrauen, Naturschutz, Familie und Umwelt und zeigt, wie wichtig und schützenswert auch die ganz kleinen Lebewesen für Natur und Erde sind. Die einzelnen Kapitel sind schön kurz, so dass auch ungeübte Leser/-innen bei der Stange bleiben. Mit jedem Kapitel wachsen einem die Figuren mehr ans Herz, ich musste über/wegen Paul und Irma so oft lachen – die beiden sind einfach der Hammer! Ganz süß auch die Gestaltung des Buchs: das Cover ist einfach nur schön und innen, am unteren Seitenrand sieht man immer, welche der Tiere sich inzwischen getroffen haben. Hinten im Buch gibt es dann noch 11 tierische Fragen (wie viele Beine hat ein Weberknecht, hat ein Tausendfüßler tatsächlich 1000 Beine u.s.w.) die dann natürlich auch beantwortet werden.

Mein Fazit: ein sehr lustiges, liebenswertes und spannendes Kinderbuch für wissbegierige Leser/-innen, die ein paar interessante Stunden in der Welt der Insekten verbringen möchten. Hier können Kinder auf unterhaltsame, kurzweilige Art ein bisschen was lernen und das Gespür für Natur- und Tierschutz wird bestenfalls auch geweckt.

Bewertung vom 08.10.2021
König Pups
Rakowitz, Bettina

König Pups


sehr gut

Sehr lustig anzuhörendes Kinder-Hörbuch über einen pupsenden König, der zum Helden wird

König Pups schämt sich sehr, weil er immerzu pupsen muss und seine Pupse fürchterlich stinken. Sein Volk macht sich schon lustig über ihn. Abhilfe muss her. Doch egal, was er versucht (gesünderes, duftendes Essen, dicke Kleidung, die den Pupsgeruch unterdrücken soll oder sogar ein Korken hinten drin) – nichts hilft. Er verschanzt sich in seiner Burg und hört auf, sein Volk zu regieren und zu beschützen. Das ruft Feinde auf den Plan, die die Stadt einnehmen wollen. Nun ist wahrer Heldenmut gefragt – ob König Pups sein Volk vor den Eindringlingen beschützen kann?

Das Hörbuch beinhaltet zwei Version der Geschichte. Die Pups-Version ist mit Geräuschen untermalt, die Original Version ist ganz klassisch, also ohne Untermalung.

Ein sehr schön gelesenes Hörbuch, dass mich oft zum Grinsen gebracht hat. Die Geschichte ist in Reimform, was mir sonst nicht so gut gefällt. Hier passt es aber ausgezeichnet, die Reime erinnern mich an Wilhelm Busch – sehr lustig und kunstvoll gereimt und keineswegs in kindlicher Form. Das ist aber auch schon der Punkt, den ich ein bisschen bemängele. Die Altersempfehlung sagt ab 3 Jahren. Kinder dieses Alters verstehen sicher so einiges nicht, einfach deswegen, weil sie noch nicht diesen umfassenden Wortschatz haben. Ich würde das Buch eher ab frühestens 5 Jahren empfehlen. Dann ist es aber urkomisch und gerade die Pups-Version mit Geräuschen macht Laune.

Bewertung vom 07.10.2021
Armer schwarzer Kater / Kater-Reihe Bd.2
Feth, Monika

Armer schwarzer Kater / Kater-Reihe Bd.2


sehr gut

Wenn die Ehre eines Katers verletzt wird oder: kätzische Eifersucht

Er liebt seine Familie: den Mann, die Frau und die drei Kinder. Immer genug zu essen, Streicheleinheiten wann immer er es möchte, immer ein warmes Plätzchen, ein schöner Garten – hach, Katers Leben ist schon das Paradies. Bis eines Tages ein Babykätzchen einzieht. In SEIN Haus. Zu SEINER Familie. Und alle sind entzückt von diesem kleinen, nervigen Fellbündel. Und wo bleibt er dabei? Anscheinend will seine Familie ihn gar nicht mehr – also macht er sich davon, um fortan auf der Straße zu leben. Doch das ist gar nicht so einfach, wie er bald feststellt. Gut, dass Nachbarshund Waldemar ihm zur Seite steht und die anderen Straßenkatzen. Ob seine Familie ihn vielleicht doch ein bisschen vermisst? Er schaut in den nächsten Tagen immer mal nach und trifft dabei zwangsweise auf die störende Babykatze. Doch irgendwie ist sie ja schon ganz süß. Und so hilfebedürftig. Ob er ihr vielleicht doch ein bisschen zeigen soll, wie das Leben funktioniert? So ein kleines Würmchen kommt allein doch überhaupt nicht zurecht. Und so landet Kater letztlich doch wieder bei seiner Familie, die ihn natürlich sehr vermisst hat und sich sehr darüber freut, ihn wieder bei sich zu haben.

Sehr süß und kindgerecht wird die Geschichte des eifersüchtigen Katers erzählt. Dieser ist großspurig und schon sehr von sich eingenommen, aber auch sehr liebenswert. Vor allem, wenn ihm so nach und nach die Augen geöffnet werden. Das mitzuerleben ist sehr lustig und anrührend. Der Titel ist gut gewählt, tut sich der Kater doch selbst schon sehr leid. Die Beschreibung aller Charaktere ist sehr liebevoll und wird von den vielen farbigen und sehr schönen Zeichnungen noch unterstrichen. Der Schreibstil ist witzig, weil aus der Sicht vom Kater selbst und damit immer mal eher patzig oder unwirsch. Immer passend zur Situation. Ich musste sehr lachen, als beschrieben wird, wie die Zunge des Katers über das Köpfchen der Babykatze fährt, obwohl er das gar nicht will, sondern er ihr am liebsten „ein paar Ohrfeigen verpassen“ würde. Und wie er sich dann doch ganz still verhält, um sie nicht aufzuwecken, weil ihr Schnarchen ihn mit so einem seltsamen Gefühl erfüllt und ihr Schnurren („falls man das Geräuschelchen überhaupt als Schnurren bezeichnen kann.“) ihn sehr anrührt (alles auf Seite 38).

Fazit: ein perfektes Vorlesebuch für die Kleinen oder auch für Erstleser. Die werden durch die kurzen Abschnitte und die vielen Bilder bei der Stange gehalten. Natürlich gibt es auch eine Botschaft: Familie und Freunde sind wichtig und man sollte nicht immer egoistisch sein, sondern auch mal Teilen können. Sehr kurzweilig, lustig, warmherzig und sympathisch.

Bewertung vom 04.10.2021
EinHorn kommt selten allein / Kurt Einhorn Bd.2
Schreiber, Chantal

EinHorn kommt selten allein / Kurt Einhorn Bd.2


ausgezeichnet

Kurt bekommt weibliche Einhorngesellschaft – irre witzige Fortsetzung !

Es gibt einen Pakt, der besagt, dass jedes magische Wesen verpflichtet ist, jedem unschuldigen anderen Wesen zu Hilfe zu eilen, wenn ihm Unrecht geschieht. Diesen Pakt gedenkt Kurt nun – widerwillig, aber eben doch – zu erfüllen. Denn in ihrem letzten Abenteuer haben Kurt, Trill und die Ninja-Goldfische zwar die Prinzessin befreit, doch Tüdelü (Trills kleiner Bruder, der vom bösen Prinzen in ein riesiges Flugvogelmonster verwandelt wurde) und Ferkel (das vom Prinzen in ein riesiges, gefährliches Einhorn-Such-Monster verzaubert wurde) werden noch immer als willenlose Sklaven vom Prinzen gefangen gehalten. Sie machen einen Plan, der die Stürmung der Burg und das Hantieren mit Zaubertränken beinhaltet und begeben sich motiviert (Prinzessin, Trill) bzw. widerwillig (Kurt) auf die Mission. Mitten drin stoßen sie auf P. – die Zweihorndame, die eigentlich ein Einhorn ist, ihre Magie aber absolut nicht im Griff hat und mehr Chaos verursacht, also gut ist. P. beherrscht zwei Magien: Erdmagie und Luftmagie. Zweitere befähigt sie dazu, ihr Pupse wahlweise nach Rosen, Veilchen oder anderen Düften riechen zu lassen. Kann das verrückte Team aus Vogel, Fisch, Mensch, Einhorn und Zweihorn die armen Gefangenen vor dem Prinzen befreien? Findet es heraus.

Ach, was soll ich sagen?! Kurt halt! Ich LIEBE ihn! Mit seiner stinkstiefeligen Art, die sein goldenes Herz jedoch nicht ganz verbergen kann, murrt und grummelt sich Kurt noch fester in mein Herz hinein. Doch es ist nicht einfach nur eine zum Brüllen lustige Geschichte, die durch dermaßen geniale Illustrationen gar köstlichst unterstrichen wird. Nein, es geht auch um etwas: nämlich um Freundschaft und Zusammenhalt. Und darum, andere zu akzeptieren, wie sie sind.

All das verpackt in eine saulustige Abenteuergeschichte voller Magie, mit Dialogen und Begegnungen, die witziger kaum sein können. Herrjeh… gebt mir bitte mehr Kurt! Das ist ein Kinderbuch ganz nach meinem Geschmack: überragend witzig mit so genialen Zeichnungen und einer Story, die vor Fantasie und Einfällen und irren Ideen nur so strotzt. Eine Einhorn-und-Prinzessin-Geschichte mal anders. Ich liebe, liebe, liebe, liebe Kurt!

Bewertung vom 03.10.2021
Animant Crumbs Staubchronik
Rina, Lin

Animant Crumbs Staubchronik


ausgezeichnet

Liebesgeschichte in London im 19. Jahrhundert – ein Buch zum Dahinschmelzen, so zauberhaft!

Animant möchte nicht einfach so verheiratet werden und dann für immer als untätiges Frauchen neben dem Gemahl dahinvegetieren. Sie strebt nach Höherem, ist sehr belesen und wünscht sich, dass die Frauen in der Gesellschaft einen höheren Stellenwert haben, als nur das hübsch anzusehende, schmückende Beiwerk für den Mann. Sie bekommt die Gelegenheit, als Bibilothekarsassistentin in London für einen Monat zu arbeiten. Eine Frau! In der Bibliothek! 1890! Sie hat gegen Vorurteile anzukämpfen und vor allem gegen den immer mürrischen Bibliothekar Thomas Reed. Gleichzeitig wird Ani erwachsen, lernt das echte Leben kennen, findet in Elisa eine sehr gute Freundin und baut zu ihrer Mutter wieder eine Beziehung auf, da sie diese immer besser versteht. Sie ist gut in ihrem Job, was auch von Thomas Reed nicht unbemerkt bleibt. Und letztlich entwickelt sie Gefühle, von denen sie nie dachte, dass sie diese jemals empfinden könnte.

Das hört sich jetzt nach einer 08/15-Liebesgeschichte an, was ich da geschrieben habe. Doch so ist es absolut nicht. Dieses Buch ist einfach unfassbar zauberhaft! Ich habe es verschlungen, bin mit Ani zusammen an den Regalen der Bibliothek vorbeigeschlendert, habe mich mit ihr auf Bällen gelangweilt, mich über das eine oder andere dämliche Mannsbild aufgeregt, bin mit ihr durchs verschneite London spaziert, habe mit ihr gelitten, gelacht, geliebt. Lin Rina hat mich verzaubert – anders kann ich es mir nicht erklären, dass dieses Buch so ein wundervolles Gefühl in mir auslöst. Ich habe jede Seite genossen, musste oft lachen über die bildhaften Beschreibungen der Charaktere und deren Dialoge, konnte gar nicht anders, als mich auch zu verlieben: in Animant, in Thomas, in Elisa, in ach… in alle! Kopfkino vom Allerfeinsten. Jeder, der Jane Austen-Geschichten mag und generell Liebesgeschichten mit starken Frauen im 19. Jahrhundert, der wird Animant Crumbs Staubchronik sicher auch lieben. Für mich war es ein wundervolles, traumhaftes Lesevergnügen der Extraklasse. Lin Rina hat mit allem (Story, Figuren, Setting, Schreibstil) absolut einen Nerv bei mir getroffen. Das ist die Art von Büchern, bei denen man dringend wissen will, wie es weitergeht, sich aber gleichzeitig wünscht, dass es niemals zu Ende gehen wird. Voller Humor, voller Gefühl, voller… hach… unkitschiger Seufzer… einfach NUR schön! Ich liebe es!

Bewertung vom 02.10.2021
Das Geheimnis der Talente
Valentin, Mira

Das Geheimnis der Talente


gut

Urban Fantasy/YA mit viel unausgeschöpftem Potenzial und sehr blassen, einförmigen Charakteren – unspektakulär und vorhersehbar

Ich vergebe 2,75 Sterne – da es hier nur ganze Sterne gibt, runde ich auf 3 auf.

Melek Weber, 16 Jahre alt, lebt im hessischen Dautphetal, geht dort zu Schule und trainiert Basketball. Sie ist eine Einzelgängerin, hat keine Freunde bis auf Erik, der sie unerwidert liebt. Eines Tages wird sie unter dem Vorwand, dass Basketballtalente gesucht werden, zu einem Fitnessstudio gelotst. Dort trifft sie auf einige Jugendliche, die irgendwie seltsam sind. Ihr wird eröffnet, dass sie ein Talent ist, ein Volltreffer – also jemand, der sehr zielgenau alles trifft – egal ob mit Bogen, Pistole oder sonstigen Wurfgeschossen. Jakob, der Anführer, löst in Melek die heftigsten Gefühle aus, die sie sich nicht erklären kann. Ab sofort trifft sich die Gruppe zum Üben im Wald und geht vor allem nachts auf die Jagd nach Dschinns, den Erzfeinden der Talente, die den Menschen die Gefühle aussaugen. Melek wird in die Gruppe aufgenommen. Doch das gefällt Erik gar nicht, der kriminelle Absichten dahinter vermutet und einen Hass auf Jakob empfindet. Dann ist da auch noch der Dschinn Levian, der sich offenbar in Melek verguckt hat und ihr – gewandelt als Eichhörnchen, Maus, Pferd oder Wolf und dann schließlich in seiner menschlichen Gestalt – den Hof macht. Wem kann sie trauen? Wer meint es gut mir ihr? Hin und her gerissen zwischen den drei jungen Männern muss Melek nun Entscheidungen treffen – die ihr und das Leben vieler anderer kosten könnten.

Nach einem Blick auf das mystische, wunderschöne Cover und die Zusammenfassung war ich überzeugt: ein Knallerbuch! Sicher ein spannendes, fesselndes Fantasyabenteuer, durch das man nur so hindurchrauscht. Doch leider war dem nicht so, was an den sehr blass bleibenden, oberflächlichen Charakteren liegt, an den ständigen Wiederholungen von Trainings- und Kampfszenen und der absolut fehlenden Spannung. Der Schreibstil ist an sich nicht schlecht, doch sind die Figuren alle eindimensional. Niemand dabei, der nennenswerte Gefühle – egal ob gut oder schlecht – in mir auslöst. Ich war eher genervt von Meleks gleichgültiger „ihr seid mir doch alle egal-Stimmung“ und interessant war in dem Buch nur einer: Levian, der Dschinn. Doch nur solange, bis auch er Teil der recht vorhersehbaren Story wurde. Sie – die Charaktere und die Handlung – wabern auf einer Linie vor sich hin, kaum ein Spannungsbogen spürbar und keine Szene dabei, die mich wirklich berührt hätte. Doch am unerfreulichsten sind eindeutig die blassen, stereotypen Figuren. Ganz am Ende gab es dann so etwas wie spürbare Action, die aber leider schnell wieder abflaute. Hm… schade irgendwie. Für mich auf jeden Fall kein Grund, mir die Folgebände dieser „Talente-Reihe“ zu kaufen.

Mein Fazit: zu blass, zu gleichförmig, zu vorhersehbar, zu unspannend. Aus dem zugegeben tollen Thema hätte man viel mehr herausholen können. So drehte sich alles mehr oder weniger um Melek und ihre diffusen Liebesgefühle, um Training und Kampf. Von mir gibt es 2,75 Sterne – also mehr als weniger gut (2) aber nicht wirklich gut (3).

Bewertung vom 01.10.2021
Der Aufbruch / Keeper of the Lost Cities Bd.1
Messenger, Shannon

Der Aufbruch / Keeper of the Lost Cities Bd.1


ausgezeichnet

Rasantes SciFi-Abenteuer mit jeder Menge Magie und einer fabelhaften neuen Welt

Sophie Foster fühlt sich irgendwie fehl am Platz – bis ihr eines Tages der etwa gleichaltrige Fitz eine neue Welt eröffnet! Die Welt der Elfen. Und nicht nur das: sie selbst gehört ebenfalls zu den Elfen und ist kein Mensch. Schweren Herzens verlässt sie ihre Menschenfamilie und erlebt ab sofort bei ihrer Pflegefamilie ihr Elfenleben, das für sie sehr aufregend ist, aber auch schwierig zu verstehen. Sie muss auch dort zur Schule gehen. Genauer: auf die Foxfire, auf der nur die Besten der Besten sind. Dort muss Sophie Prüfungen bestehen, Freunde finden und sich gegen Mobbing zu wehren. Denn: auch wenn sie das gar nicht möchte, ist Sophie doch eine ganz außergewöhnliche Elfe: sie hat braune, statt blaue Augen und ist unter Menschen in den verbotenen Städten aufgewachsen. Sie möchte unbedingt herausfinden, warum das so ist, was das Projekt Mondlerche bedeutet, das ihr zwar etwas sagt, sie aber nicht weiß, was und wer oder was Black Swann ist. Das alles ist mindestens genauso wichtig wie die Frage, wer ihre richtigen Eltern sind.

Falls jetzt jemand denkt: Oh Mann, schon wieder ein Elfenbuch mit Glitzer und Zauber und Liebe… falsch gedacht! Keeper of the lost cities ist ein echt guter Fantasy-SciFi – ja, zwar mit Elfen, doch die flattern nicht mit Glitzer durch die Lüfte, sondern haben mit allen möglichen Machenschaften zu kämpfen… z.B. gegen Abtrünnige, die die Macht über die Menschwelt erringen möchten. Klar, es kommen auch die Themen Freundschaft, erste Gefühle, HighSchool-Erlebnisse etc. vor, aber doch niemals kitschig oder kindisch. Vielmehr hat es die Autorin echt geschafft, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ein unglaublich fesselnder, lebendiger Schreibstil, mit dem sie mich dieses Fantasy-Abenteuer förmlich miterleben lässt. Ein bisschen Magie, ein bisschen Abenteuer, ein bisschen Science Fiction, ein bisschen Düsternis, ein bisschen Gefahr, ein bisschen Humor und ganz viele fantastische Ideen und Wesen. Ein absolut gelungener Serienauftakt und garantiert keine Eintagsfliege. Denn wenn eins sicher ist, dann das: die nächsten Bände werden auf jeden Fall bei mir einziehen.

Fazit: ein kurzweiliges, sehr spannendes und fesselnden SciFi-Abenteuer für alle Leser*innen ab 11 Jahren aufwärts, die sich gerne mal wieder in eine andere Welt entführen lassen, um so richtig in eine Story einzutauchen.

Band 2: Keeper of the Lost Cities. Das Exil - erscheint im Oktober 2021
Band 3: Keeper of the Lost Cities. Das Feuer - erscheint im November 2021
Band 4: Keeper of the Lost Cities. Der Verrat - erscheint im Februar 2022
Band 5: Keeper of the Lost Cities. Das Tor - erscheint im April 2022
Band 6: Keeper of the Lost Cities. Die Flut - erscheint im Juni 2022
Band 7: Keeper of the Lost Cities. Der Angriff - erscheint im August 2022
Band 8: Keeper of the Lost Cities. Das Vermächtnis - erscheint im Oktober 2022