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Benutzername: 
Dreamworx
Wohnort: 
Berlin

Bewertungen

Insgesamt 1369 Bewertungen
Bewertung vom 26.11.2020
Zeit der Pfirsichblüte
Beyer, Anja Saskia

Zeit der Pfirsichblüte


sehr gut

“Eine Reise wird besser in Freunden als in Meilen gemessen.” (Tim Cahill)
20 Jahre ist es her, seit Anna ein Studienjahr in der spanischen Stadt Barcelona verbracht und dort nicht nur ihre große Liebe gefunden hat, sondern auch einen einschneidenden Schicksalsschlag durchleben musste. Seither war sie nie wieder dort, obwohl die Gedanken an damals sie nicht loslassen. Inzwischen ist sie seit 9 Jahren in einer Beziehung mit Viktor, die jedoch nur noch vor sich hindümpelt. Als Viktor ihren gemeinsamen Urlaub absagt, lässt Anna sich von ihrer besten Freund Carina dazu überreden, einen Frauenurlaub mit ihr zu unternehmen, ausgerechnet nach Barcelona. Kaum wieder in Spanien, holen Anna die alten Erinnerungen ein, und sie durchstreift mit ihrer Freundin nicht nur die aufregende Metropole Barcelona sowie die zauberhaften Pfirsichplantagen, auf der sie damals gearbeitet hat, sondern beginnt auch damit, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten, während sie alte Freunde wiedersieht und einer schrecklichen Vermutung nachspürt, die ihr Leben damals so verändert hat….
Anja Saskia Beyer hat mit „Zeit der Pfirsichblüte“ einen unterhaltsamen und gefühlvollen Roman vorgelegt, der vor der farbenprächtigen Kulisse Barcelonas auch eine Schicksalsgeschichte präsentiert. Der flüssig-leichte, bildhafte und emotionale Erzählstil lässt den Leser schnell an die Seite von Anna schlüpfen, um sie in den Frauenurlaub und bei ihren Erinnerungen zu begleiten. Die Geschichte wird über zwei Zeitebenen erzählt, so dass der Leser zum einen in der Gegenwart mit Anna und Carina befindet, zum anderen im Jahr 1999, als Anna in Barcelona studiert, Raffael, Pablo und Inez kennengelernt und mit ihnen gemeinsam Zeit verbracht hat. Die Autorin greift ein ernstes Thema auf, dass sich zwar hauptsächlich während des Franco-Regimes in Spanien zugetragen hat, wohl aber auch nach dem Sturz des Diktators noch für viele weitere Jahre so praktiziert wurde und dabei sehr viele Frauen ins Unglück gestürzt hat, die teilweise bis heute verzweifelt auf der Suche sind. Das Thema wurde zwar gut und gefühlvoll in die Handlung integriert, jedoch nur oberflächlich angerissen, was bei einem Unterhaltungsroman allerdings völlig in Ordnung ist. Durch die wechselnden Zeitebenen erfährt der Leser nach und nach, was damals Ungeheuerliches passiert ist, wobei ihm nach und nach die Haare zu Berge stehen und die Gefühle Achterbahn fahren. Freundschaft ist ebenfalls ein wichtiger Punkt in dieser Geschichte, die die Autorin anhand von Carina, aber auch von Pablo wunderbar umgesetzt hat. Die aufkeimende Liebesgeschichte zwischen Anna und einem Protagonisten hätte nicht unbedingt sein müssen, da es vom Hauptthema ablenkt, welches schon einiges an Raum einnimmt. Sehr schön sind die farbenprächtigen Beschreibungen von Barcelonas Highlights, den kulinarischen Genüssen und der Pfirsichblüte, die dem Leser ein schönes Kopfkino bescheren.
Die Charaktere sind liebevoll ausgestaltet und in Szene gesetzt, menschliche Ecken und Kanten machen sie glaubwürdig und authentisch. Der Leser fühlt sich ihnen schnell verbunden und kann ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen. Anna ist eine Frau, die lange Zeit die Erinnerungen verdrängt hat. Sie ist freundlich, hilfsbereit, stellt ihr Licht aber unter den Scheffel und lässt sich von Viktor herabsetzen, ohne dagegen vorzugehen. Erst im Verlauf der Handlung wird sie mutiger, stärker und selbstbewusster, was ihr einen sympathischen Anstrich gibt. Ihre Freundin Carina ist eine echte Perle, die Anna nicht nur unterstützt und für Optimismus sorgt, sondern ihr vor allem zur Seite steht. Pablo ist ein ehrlicher und aufrechter Mann, der für einige Zeit nicht so durchschaubar ist. Doch auch Fynn, Raffael, Naia und Inez besetzen wichtige Positionen in dieser fesselnden Geschichte.
„Zeit der Pfirsichblüte“ ist eine unterhaltsame und leicht sommerliche Geschichte, die dabei einiges an Emotionen hervorruft. Lebendig erzählt, so dass man die Zeit vergisst. Verdiente Leseempfehlung!

13 von 15 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.11.2020
Tante Poppis Küche
Bousdoukou, Nikoletta;Kechagia, Theopoula

Tante Poppis Küche


gut

Erfüllt die Erwartungen leider nur teilweise
Als große Griechenlandfans lieben wir die typische Landesküche, die es fernab der Touristenhochburgen in kleinen Bars und Restaurants gibt. Da wir inzwischen auch die vegetarische Küche schätzen, haben wir Ausschau nach einem Kochbuch gehalten, dass die wunderbar schmackhaften Gerichte auch in einer vegetarischen Version bietet. Mit „Tante Poppis Küche“ sind wir endlich fündig geworden.
Theopoula Kechagia (Poppi) ist selbst Vegetarierin und hat dieses Buch gemeinsam mit ihrer Nichte Nikoletta Bousdoukou herausgebracht, in dem sich allerlei griechische (Traditions-)Gerichte in einer vegetarischen Ausführung wiederfinden. Nachdem man sich ein wenig durch die Familiengeschichte der beiden Autorinnen durchgeschmökert hat, geht es endlich ans Eingemachte. Unterteilt ist das Buch in Meze (Vorspeisen), Suppen & Eintöpfe, Hauptgerichte, Pites (Kuchen), Brote sowie Desserts, zudem gibt es eine kleine Warenkunde sowie Einblick in die verwendeten Zutaten. Die Rezepte werden ausführlich geschildert, sind mit kleinen Tipps und Tricks versehen und auch für Kochanfänger durchaus machbar. Zudem wird jedes Gericht auf einem großformatigen Foto abgebildet, so dass einem schon der Anblick das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.
Schnell haben wir einige bekannte Gerichte wiedergefunden, neben dem typischen Tsatsiki und Fakes (eine köstliche Linsensuppe) gibt es auch ein wunderbares vegetarisches Rezept für Mousaka, Pastizio und Rote Beete-Humus. Die fleischfreien Kohlrouladen haben wir zuerst ausprobiert und waren völlig begeistert, denn geschmacklich sind sie eine wunderbare Alternative zur Fleischvariante, wie wir sie kennen. Ebenso schmackhaft sind die gefüllten Paprikaschoten, die sehr zu empfehlen sind. Auch die unterschiedlichen Kuchen und gefüllten Brote haben uns vom Geschmack überzeugen können.
Allerdings gibt es auch einen großen Wermutstropfen, denn auf die vielen Nudelrezepte, die wir so gar nicht mit der griechischen Landesküche in Verbindung bringen, waren wir nicht gefasst und dementsprechend auch sehr enttäuscht.
Alles in allem ist es ein passables Kochbuch, hat allerdings unsere Erwartungen leider nicht ganz erfüllt.

8 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.11.2020
Anne Boleyn / Tudor-Königinnen Bd.2
Weir, Alison

Anne Boleyn / Tudor-Königinnen Bd.2


ausgezeichnet

"Der Henker ist, glaube ich, sehr erfahren, und mein Hals ist schmal." (Anne Boleyn)
16. Jh. England. Anne Boleyn zieht als Hofdame der Königin Katharina von Aragon an den Hof Heinrich VIII., wo sie schnell die Aufmerksamkeit des Königs erregt, der kein Kostverächter ist. Schon bald drängt er Anne dazu, seine Mätresse zu werden, was die junge Frau ihm mit Blick auf das Schicksal ihrer Schwester Mary konstant verweigert, aber auch, weil sie unter dem Druck ihres Vaters Thomas Boleyn steht, der mehr Einfluss am Hof haben möchte. So greift Heinrich VIII. zu drastischeren Mitteln, verlangt vom Papst eine Annullierung der Ehe, um Anne zu ehelichen, was ihm verweigert wird und lässt sich am Ende von Katharina scheiden, nachdem er den Bruch mit der Katholischen Kirche und Rom gebrochen hat, um sich selbst als Oberhaupt der englischen Kirche auszurufen. Anne heiratet Heinrich VIII., auch wenn es von ihrer Seite aus keine Liebesheirat ist, vielmehr strebt die ehrgeizige junge Frau nach Macht und vor allem Ansehen, was ihr aber das englische Volk mit Respekt auf Katharina von Aragon verwehrte. Wer hoch strebt, fällt auch tief, so erging es auch Anne Boleyn, die weder den ersehnten Thronfolger hervorbrachte noch Heinrich VIII. Gunst lebenslang halten konnte. Am Ende verlor sie ihren Kopf….
Alison Weir hat mit „Anne Boleyn: Die Mutter der Königin“ einen eindrucksvollen historischen Roman vorgelegt, der sich nicht nur durch eine akribische Recherche auszeichnet, sondern von Beginn an zu fesseln weiß. Der flüssige und bildhafte Erzählstil führt den Leser an den Hof Heinrich VIII., wo er die Geschehnisse hautnah miterleben kann. Anne Boleyn wird schon als sehr junges Mädchen in den Niederlanden durch die Beziehungen ihres Vaters Thomas zur Hofdame von Margarete von Österreich und wechselte danach zum französischen Königshof, wo sie als Hofdame von Claude de France diente, nebenbei ihre Ausbildung vervollkommnete und 1521 nach England zurückkehrte. Der Aufbau dieses Romans ist sehr geschickt gemacht, denn während als geschichtsinteressierter Leser einiges über Anne Boleyn und ihre Ehe mit Heinrich VIII. kennt, erfährt man hier auch einiges über ihre Kinder- und Jugendjahre sowie ihre Ausbildung, wobei sie schon sehr früh Verantwortung übernehmen musste und dies nachhaltig ebenso ihren Charakter geprägt hat wie die harte und fordernde Erziehung ihres Vaters. Obwohl ihr unrühmliches und trauriges Ende bekannt ist, schafft es die Autorin, Anne Boleyns Werdegang spannend und abwechslungsreich an den Leser zu bringen, der während der Lektüre regelrecht einen Film vor Augen hat und einer Geschichtsstunde leibhaftig beiwohnt, wobei er zwischen Sympathie und Ablehnung hin- und hergerissen ist.
Weir zeichnet ein sehr intensives Gesellschaftsbild jener Zeit, vor allem ihre Charakterstudie zu Anne Boleyn ist einzigartig, weil so nachvollziehbar. Während man als Leser die junge Anne um die interessanten Erfahrungen als Hofdame beneidet, die ihr Kenntnisse in verschiedenen Sprachen sowie exzellente Umgangsformen und spannende Begegnungen bescheren, führt man für die Zeit am Hofe Heinrich VIII. automatisch etwas Abstand herbei. Dies mag an daran liegen, dass Anne für die damalige Zeit nicht nur äußerst selbstbewusst war, sondern auch sehr ehrgeizig und manipulativ, was ihr nicht negativ ausgelegt werden sollte. Ihr Schutzpanzer, bestehend aus einer teils arroganten und überheblichen Art, brachte ihr wenig Sympathien ein. Dass sie Heinrich VIII. geheiratet hat, obwohl sie keine Liebe für ihn empfand, zeigt ihr großes Opfer gegenüber dem Vater sowie ihren eigenen Anspruch an Ansehen, der sie allerdings durch Ränkeschmiede und zänkischen Starrsinn bei Heinrich VIII. in Ungnade fallen ließ und sie schlussendlich den Kopf kostete.
„Anne Boleyn: Die Mutter der Königin“ ist ein exzellent recherchierter historischer Roman, der den Leser nicht nur auf eine spannende Zeitreise mitnimmt, sondern gleichzeitig eine Geschichtsstunde par excellence liefert. Absolute

6 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.11.2020
Finde mich, wo der Regenbogen endet
Carlson, Elli C.

Finde mich, wo der Regenbogen endet


gut

Mit Anlauf kann man über den Schatten eines anderen springen, mit Mut über den eigenen.
Nach dem Tod ihres Ehemannes muss Anneke Larsen erkennen, dass die familieneigene Pension „Sturmnest“ in Brodershöved nun einem Investor gehört und sie dazu noch auf einem riesigen Schuldenberg sitzt, die sie erst einmal abtragen muss. So hangelt sich Anneke mit Hilfe ihrer Mutter sowie Schwester Liv mit allen nur möglichen Jobs von Tag zu Tag, während sie sich gleichzeitig gegen den Investor Sten Ohlsen behaupten muss, der das Leben der Familie, aber besonders Annekes gehörig auf den Kopf stellt.. Doch Anneke ist ein Sturkopf, der nicht so schnell aufgibt. Unterstützung erfährt sie dabei vom Meeresforscher Hauke, der schon seit langer Zeit ein Auge auf sie geworfen hat. Hauke plant ein Walmuseum, um noch mehr auf die großen Meeresgeschöpfe hinzuweisen und um ihren Schutz zu werben. Für den Aufbau kann er auf Annekes Hilfe zählen. Ob die beiden sich dabei wohl näherkommen und ist Anneke überhaupt bereit für ein neues Glück?
Elli C. Carlson hat mit „Finde mich, wo der Regenbogen endet“ den zweiten Teil über die Larsen-Schwestern vorgelegt. Um die Zusammenhänge zu verstehen und mehr Spaß an der Geschichte zu haben, sollte man hier unbedingt den Vorgänger „Der Sommer unserer Träume“ lesen. Der locker-flüssige und bildhafte Schreibstil bringt den Leser an die malerische Ostsee in das kleine Kaff Brodershöved, um dort auf Anneke nebst Familienangehörige zu treffen und deren viele „Baustellen“ kennenzulernen, mit denen sie zu kämpfen haben. Der Zusammenhalt zwischen Anneke, ihrer Mutter und Schwester Liv sowie der Bewohner von Brodershöved ist schön beschrieben, gleichzeitig erfährt der Leser einiges über Annekes Gedanken- und Gefühlsleben. Interessant sind die in der Handlung verankerten Schilderungen über das geplante Walmuseum, die gleichzeitig wichtige Themen wie Arten- und Umweltschutz aufs Tablett bringen. Während Anneke mit ihrer Familie gegen Windmühlen kämpft, um aus ihrer Misere herauszukommen, buhlen ausgerechnet zwei Männer um ihre Gunst. Etwas mehr Romantik und Herzflattern hätte das Buch ruhig vertragen können, ebenfalls wären ein paar Spannungsmomente nicht schlecht gewesen, so plätschert die Handlung mehr oder weniger vor sich hin und gleicht dem Vorgängerband in punkto leichtem Unterhaltungswert ohne großen Tiefgang.
Die Charaktere sind mit glaubwürdigen Ecken und Kanten ausgestaltet, so dass der Leser sich gern an ihre Fersen heftet, um ihr Schicksal zu verfolgen. Anneke ist eine Frau, die gern das Heft in der Hand behält. Mit Tatkraft und einem Sturkopf stellt sie sich den Widrigkeiten in den Weg, sorgt fürsorglich für ihre Familie und wirkt wie ein Schutzschild für ihre Lieben. Innerlich wirkt sie oftmals zerrissen und von Selbstzweifeln geplagt. Schwester Liv unterstützt ihre Schwester, wo es nur geht, denn die Familie muss zusammenhalten. Hauke ist ein netter Kerl mit hehren Zielen, er ist hilfsbereit und verlässlich. Sten Ohlsen ist attraktiv und besitzt Geschäftssinn, allerdings sind seine Beweggründe zeitweilig nicht zu durchschauen.
„Finde mich, wo der Regenbogen endet“ ist eine kurzweilige Lektüre ohne großen Anspruch. Nett zu lesen, aber mehr leider nicht!

7 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.11.2020
Madame Clicquot und das Glück der Champagne
Popp, Susanne

Madame Clicquot und das Glück der Champagne


ausgezeichnet

"Wie lieb und luftig perlt die Blase der Witwe Klicko in dem Glase!" (Wilhelm Busch)
1805 Reims/Frankreich. Die 27-jährige Barbe-Nicole Clicquot, geborene Ponsardin, wird nach sieben Ehejahren Witwe und steht vor einer großen Herausforderung, denn sie hat sich dazu entschlossen, den Weinhandel ihres Mannes Francois weiterzuführen. Doch dies wird ihr in der damaligen Gesellschaft nicht leicht gemacht, sie bekommt weder Unterstützung von anderen ansässigen Kaufleuten noch von ihrer eigenen Familie, ausgenommen ihre Schwester Clementine. Weder der Zweite Napoleonische Krieg noch Handelssperren hindern Barbe daran, mit weiblicher Finesse, Durchsetzungsvermögen, Selbstbewusstsein und der Hilfe von Louis Bohne sowie Georg Christian Kessler den Weinhandel innerhalb von 10 Jahren zu einem florierenden Unternehmen auszubauen. Gemeinsam mit ihrem Kellermeister entwickelt sie durch ein neues Herstellungsverfahren einen Schaumwein der Extraklasse und verpasst ihm den Namen „Veuve Clicquot“ als Ableitung auf ihren Witwenstatus, ohne den sie die Geschäfte nie hätte führen können. Doch dann sieht sie sich gleich zwei Herren auf Freiersfüßen gegenüber. Wird sie für die Liebe ihr Unternehmen in die Waagschale werfen?
Susanne Popp hat mit „Madame Clicquot und das Glück der Champagne“ eine sehr unterhaltsame historische Romanbiografie über eine starke Frau vorgelegt. Der flüssige, farbenfrohe und fesselnde Erzählstil lädt den Leser auf eine Zeitreise in die Vergangenheit ein, um sich dort mit einer außergewöhnlichen Persönlichkeit bekannt zu machen. Die akribische Recherchearbeit der Autorin wird schon mit dem historischen Hintergrund deutlich, der gut mit der Handlung verwoben wurde. Aber Popp spart auch nicht mit interessantem Hintergrundwissen über die Champagnerherstellung und dessen Lagerung, während sie mit lebhaften leuchtenden Farben die französische Landschaft sich vor dem Auge des Lesers entfalten lässt. Die Geschichte über Barbe-Nicole Clicquot ist zwar teils belegt, teils fiktiv, doch die Übergänge sind fließend und lassen den Leser so in das Leben dieser starken und cleveren Geschäftsfrau eintauchen, die einem recht schnell ans Herz wächst, während sich bei der Lektüre ein schönes Kopfkino einschaltet. Gerade, weil zur damaligen Zeit die Rolle der Frau normalerweise so begrenzt war auf Ehe und Haushalt, wächst die Bewunderung für eine Frau, die diese Schranken durchbricht und selbstbestimmt ihr Leben führt.
Die Charaktere sind lebhaft mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet, die sie nicht nur glaubwürdig und authentisch wirken, sondern den Leser auch eine Nähe aufbauen lassen, um die Lektüre mit Herz und Verstand zu genießen. Barbe-Nicole ist eine Frau, die weiß, was sie will. Widerstände halten sie nicht auf, sondern stacheln sie nur weiter an, die Dinge in die Hand zu nehmen. Mutig, kraftvoll und mit einem ausgeprägten Geschäftssinn ausgestattet, führt sie nicht nur die Weiterentwicklung des Champagners zu einem Erfolg, sondern beweist damit auch, was selbstbewusste Frauen zu leisten im Stande sind. Ihre Schwester Clementine war ihr eine große Stütze gegenüber der eigenen Familie. Luis Bohne ist der Handelsreisende des Unternehmens, der Barbe nicht nur in allen Belangen unterstützte, sondern auch sein Herz an diese außergewöhnliche Frau verlor. Buchhalter und Prokurist Georg Christian Kessler steht Barbe ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite, wobei auch er romantische Gefühle entwickelte.
„Madame Clicquot und das Glück der Champagne“ ist durchweg eine packende Lektüre, die nicht nur eine außergewöhnliche Frau wieder lebendig werden lässt, sondern nebenbei sogar ein Prickeln an Gaumen und Zunge hinterlässt. Toll erzählt und mit einer verdienten Empfehlung ausgestattet!

12 von 14 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.11.2020
Der Buchspazierer
Henn, Carsten Sebastian

Der Buchspazierer


ausgezeichnet

"Wer nicht an Magie glaubt, wird sie niemals entdecken." (Roald Dahl)
Der 72-jährige Buchhändler Carl Kollhoff liebt seinen Beruf, aber vor allem Bücher über alles. Tag für Tag beglückt er nach Ladenschluss seine treuen Kunden höchstpersönlich mit der Überbringung von bestellten Büchern, die ebenso sehnlichst erwartet werden wie ein kurzes Gespräch mit Carl. Auch wenn sie eigentlich Fremde sind, sind sie doch für den einsamen Mann wie seine Familie. Während ihn bei seiner Auslieferung öfters eine streunende Katze begleitet, trifft er eines Tages auf die 9-jährige Schascha, die ihm ab da wie ein Schatten folgt, ob er will oder nicht. Dabei treibt Carl die Frage um, wie lange er diese Touren noch machen darf, denn in der Buchhandlung, in der er Zeit seines Lebens gearbeitet hat, weht nun ein neuer Wind und der sieht zukünftige persönliche Auslieferungen nicht mehr vor…
Carsten Henn hat mit „Der Buchspazierer“ einen magisch anrührenden Roman vorgelegt, der mit seinen versteckten Botschaften nicht nur für Bücherliebende ein kleiner Schatz ist. Der flüssige, bildhafte und poetische Erzählstil schleicht sich schon mit den ersten Worten ins Leserherz und lässt ihn an die Seite von Carl treten, ihn bei seinen täglichen Runden zu begleiten und neben ihm und Schascha auch seine Kunden kennenzulernen, um dabei überrascht festzustellen, dass man selbst auch einer von ihnen sein könnte. Henn zeigt auf sehr empathische Weise auf, wie sehr Bücher die Menschen nicht nur zusammenbringt und verbindet, sondern ihnen neben einer Flucht aus dem Alltag auch die Möglichkeit gibt, sich anderen zu öffnen und damit für kurze Zeit ihre Einsamkeit zu vergessen. Genauso individuell wie die Bücherinhalte sind auch die Menschen, die sie lesen und von Carl ihren jeweiligen „Spitznamen“ erhalten. Gerade die zwischenmenschliche Ebene ist Henn hier sehr gut gelungen, denn durch die Dialoge zwischen Schascha, Carl und den jeweiligen Kunden kommt man allen sehr schnell ganz nah. Als Leser leidet man regelrecht mit, als die Buchladeninhaberin Carl davon in Kenntnis setzt, dass sein Auslieferungsservice nicht mehr gebraucht wird, oder Carl erst einmal richtig bewusst wird, wie einsam er eigentlich wirklich ist ohne seine Bücher und die Kundenbesuche. Sorgfältig verpackt Henn Themen, die uns alle angehen, denn hier geht es um persönliche Schicksale, Freundschaften, Einsamkeit sowie den Verlust von etwas, für das man lebt.
Die Hauptprotagonisten wachsen dem Leser mit ihren glaubwürdigen Ecken und Kanten sofort ans Herz, denn sie wirken wie aus dem Leben gegriffen. Carl ist ein zurückhaltender Mann, ein Eigenbrötler, der vielleicht etwas skurril wirkt, doch lernt man ihn näher kennen, bekommt man hinter dieser Fassade einen empathischen und durchaus fürsorglichen Mann zu sehen, dem die Schicksale seiner Kunden wichtig sind, wenn sie nicht sogar neben den Büchern sein jetziges Leben bestimmen, denn sie retten ihn vor der Einsamkeit seiner eigenen vier Wände und zeigen ihm auch, dass es anderen geht wie ihm. Schascha ist eine kleine rotzfreche Göre mit einer alten Seele, sie ist neugierig, schaut in die Herzen der Menschen und hat wie jedes Kind einen offenen unverstellten Blick auf die Welt, die sie schnell erkennen lassen, was den Menschen eigentlich fehlt. Zusätzlich trifft der Leser unter anderem auf Sabine Gruber, Mr. Darcy, Effi und Frau Langstrumpf, die alle mit ihren Auftritten dazu beitragen, diese Geschichte zu einem Kleinod zu machen.
„Der Buchspazierer“ ist ein poetischer Anschlag aufs Leserherz, der voll ins Schwarze trifft. Absolute Leseempfehlung!

13 von 16 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.11.2020
Faszination Ostseeküste
Elsen, Martin

Faszination Ostseeküste


ausgezeichnet

Ostseeliebe
Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal unseren Urlaub an der Ostsee verbracht und waren von Land und Leuten völlig begeistert, so dass auch fürs nächste Jahr schon feststeht, dass wir erneut einen weiteren Abschnitt dort entdecken möchten. Für die Vorbereitung und um dem November-Blues etwas entgegen zu setzen, kam daher der Bildband „Faszination Ostseeküste“ gerade recht, der schon beim ersten Aufschlagen ein Glücksgefühl auslöst.
Mit beeindruckenden Luftaufnahmen nimmt der Fotograf Martin Elsen den Betrachter mit auf eine wunderschöne Reise, deren Start in Schleswig-Holstein beginnt und entlang der Ostseeküste führt bis nach Usedom. Während man die 230 Seiten mit ihrer Vogelperspektive auf sich wirken lässt, wird einem immer wieder aufs Neue ehrfürchtig bewusst, wie schön und reich Deutschland an wunderbaren Plätzen ist und wie wenig man doch eigentlich davon kennt. Vor allem aus der Luftperspektive wirkt alles noch viel eindrucksvoller, hier entfaltet sich die ganze Farbenpracht der Natur in unzähligen Schattierungen.
So geht die Entdeckertour von Flensburg über Schleswig, Kiel, die Insel Fehmarn, Lübeck, Wismar, Schwerin, Rostock, Darß, Hiddensee, Strahlsund, die Inseln Rügen und Usedom. Die Aufnahmen zeigen nicht nur endlos lange Strände, Steil- und Kreideküsten, Wälder und Naturschutzgebiete, sondern auch den zumeist mit altem Stadtkern versehenen Städten wird genügend Raum gegeben, um beim Betrachter das Fernweh und die Sehnsucht für einen Besuch des einen oder anderen Ziels zu wecken.
Ein wunderschön zusammengestelltes Buch, dass auch bei mehrmaligem Durchblättern immer wieder etwas Neues entdecken lässt und die Neugier sowie die Vorfreude auf die nächste Reise anfacht. Sehr gelungen!!!

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.11.2020
Noch ist nicht aller Weihnachtsabend
Berg, Ellen; Johannson, Lena; Peters, Katharina; Renk, Ulrike; Schwarz, Michaela; Siebold, Henrik; Steinbach, Jan; Weng, Joan

Noch ist nicht aller Weihnachtsabend


ausgezeichnet

"Lass Dich überraschen!" (Rudi Carrell)
HInter „Noch ist nicht aller Weihnachtsabend“ verbirgt sich eine Sammlung von neun weihnachtlichen Geschichten, die mal besinnlich, mal chaotisch, mal historisch und mal mörderisch auf das Fest einstimmen, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Die Geschichten und Autoren im Einzelnen sind wie folgt:
Weihnachten in Ostfriesland – Jan Steinbach
O Pannenbaum! – Ellen Berg
Das Schweigen des Kommissars – Katharina Peters
Weihnachten mit dem Jungen – Michaela Schwarz
Vier Jahreszeiten im Winter – Lena Johannson
Ein Hauch von Zimt - Henrik Siebold
Der Geist der vergangenen Weihnacht – Joan Wenig
The Twelve Days for Christmas – Ulrike Renk
Sylter Sterne – Ben Kryst Tomasson
Mit Jan Steinbach wird es besinnlich, denn ein Sohn kehrt nach langen Jahren zurück in sein Elternhaus, um sich um seinen kranken Vater zu kümmern. Dort holen ihn alte Erinnerungen ein, aber auch eine verloren geglaubte Freundschaft erneuert sich. Ellen Berg lädt zu einer Bescherung der besonderen Art ein, denn beim Verschenken von Gutscheinen wird es gedanklich recht schlüpfrig, am Ende jedoch für die Schenkenden eher hochgradig peinlich. Katharina Peters regt mit ihrer Geschichte die Spürnase des Lesers an, mit dem pensionierten Kommissar einen alten Vermisstenfall aufzuklären. Michaela Schwarz bietet die wohl berührendste Geschichte, denn ein beurlaubter Lehrer geht mit seinem Sohn vier Tage vor Heiligabend einen Weihnachtsbaum kaufen, um seine Frau mit einem geschmückten Lichterbaum zu überraschen. Doch viel mehr überrascht und berührt ist der Leser, der auf den letzten Zeilen erfährt, weshalb der Lehrer sich hat beurlauben lassen. Lena Johannson bringt den Türken Nikkolo in den 60er Jahren als Gastarbeitet nach Hamburg, um bei Thyssen zu arbeiten. Dort gerät er bald in Versuchung, doch ob er sein Glück findet, erfährt man erst am Schluss. Bei Henrik Siebold ermittelt Kommissar Takeda, der versucht, den Tatverdächtigen mit einer japanischen Teezeremonie aus der Reserve zu locken. Das Jahr 1927 spielt bei Joan Weng eine Rolle, wo man im alten Berlin allerlei damaligen Berühmtheiten begegnet und auf Charles Dickens stößt. Ulrike Renk lädt den Leser zu einer erneuten Begegnung mit Ruth ein, die das Weihnachtsfest auf der Sanderson-Farm verbringt und eigentlich lieber woanders wäre. Ben Kryst Tomasson unterhält am Ende noch mit einer humorigen Geschichte über ein Weihnachtsfest, das so ganz anders abläuft als geplant und trotzdem stimmungsvoll ist.
Alle Geschichten wurden mit sehr menschlich wirkenden Charakteren gefüllt, deren Ecken und Kanten sich im realen Leben wiederfinden und sie deshalb so greifbar, lebendig und nahbar machen. Der Leser findet sich hier bei einigen Geschichten selbst wieder, bei anderen ist er unsichtbarer Zuschauer, jedoch ist er immer hautnah mit dabei, während er die Handlung verfolgt und die kleinen versteckten Botschaften entdeckt, die zum Geist der Weihnacht gehören, aber eigentlich fürs ganze Leben gelten sollten.
„Noch ist nicht aller Weihnachtsabend“ ist eine sehr gelungene und abwechslungsreiche Sammlung von Kurzgeschichten, die nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch die Vorfreude auf das Fest der Feste schüren. Wie wohl das eigene Weihnachten ablaufen wird? Lasst Euch überraschen!!! Sehr empfehlenswert!

5 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.11.2020
Die Sehnsucht nach Assam
MacLeod Trotter, Janet

Die Sehnsucht nach Assam


weniger gut

Kraftloser 3. Teil
1933 Indien. Seit jeher ist die assamesische Teeplantage Adelas Zuhause, doch sie träumt davon, ein berühmter Bühnenstar zu werden. Clarissas Tochter setzt alle Hebel in Bewegung, dieses Ziel auch zu erreichen, obwohl sie so manchen Disput mit ihren Eltern durchstehen muss. Ihr Debüt in der Sommerresidenz der Kronkolonie war ein voller Erfolg, doch auf jeden Sieg folgt oft eine Niederlage. Das muss auch Adela erfahren und bricht ihre Zelte in Indien ab, um nach England zu gehen. Dort beißt sie sich mit eisernem Willen durch eine harte Eingewöhnungszeit und kann so nach und nach den Erfolg dafür ernten. Aber in ihrem Herzen sehnt sie sich zurück nach Indien, doch der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nimmt ihr jegliche Möglichkeit, nach Hause zurückzukehren. Wird sie den Krieg gut überstehen und am Ende ihre Familie wieder in die Arme schließen können?
Mit „Die Sehnsucht nach Assam“ legt Janet MacLeod Trotter den dritten Band ihrer Teeplantagen-Reihe vor, in dem sie einmal mehr ihre gute Hintergrundrecherche beweist und mit einer gefühlvollen Geschichte aufwartet. Der flüssig-leichte und farbenfrohe Erzählstil lässt den Leser während der Lektüre nicht nur eine Zeitreise ins vergangene Jahrhundert, sondern auch nach Indien und England antreten, zwei völlig gegensätzliche Ländern mit unterschiedlicher Kultur und gesellschaftlichen Strukturen. Der Leser lernt mit Adela Clarissas Tochter kennen, die ihre Heimat Indien noch nie verlassen hat und ihre hochfliegende Träume ohne Rücksicht auf Verluste verwirklichen will. Die Annäherung an sie fällt schwer, zumal sie nicht nur naiv und oftmals eher pessimistisch eingestellt ist, sondern auch stur, manchmal sogar rücksichtslos ist in ihren Methoden, ihre Ziele zu erreichen. Der historische Hintergrund über die schwierige politische Lage sowohl in Indien als auch weltweit werden sehr detailliert geschildert, jedoch fehlt es daran, die Protagonisten tiefer in das Geschehen einzubinden und damit mehr Spannung zu erzeugen. Die fehlt dieser Handlung völlig, so dass sich die Geschichte doch sehr in die Länge zieht. Darüber können auch die bildreichen Beschreibungen leider nicht hinwegtrösten. Im Vergleich zu den beiden Vorgängerbänden kann dieses Buch nicht mithalten, da es neben der Spannung auch am Quäntchen Liebe mangelt und die Geschichte nicht in sich geschlossen ist.
Die Charaktere wirken diesmal weniger gut ausgestaltet, vielleicht liegt es auch daran, dass der Leser keine engere Beziehung zur Hauptprotagonistin aufbauen konnte und so die Szenerie der Handlung eher vom Rand aus beobachtet hat, als sich gefühlsmäßig zu engagieren. Adele ist in ihrem Handeln oftmals naiv, stur, überschwänglich, dann rudert sie wieder zurück, um im nächsten Moment mit der Brechstange durch die Wand zu wollen. Sie wirkt völlig unausgeglichen und teilweise auch weltfremd, was sie nicht gerade zu einer Sympathieträgerin macht. Einem Vergleich zu ihrer Mutter Clarissa hält sie auf jeden Fall nicht stand. Die weiteren Protagonisten blieben blass und farblos, so dass man sich kaum an sie und ihre Bedeutung erinnern kann.
„Die Sehnsucht nach Assam“ kann leider nicht überzeugen und zeigt, dass so manche Buchreihen besser nicht weitergeführt werden sollten. Dieses Buch bleibt sehr unter dem Niveau der Vorgänger und nicht im Gedächtnis, schade. Keine Empfehlung!

5 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.11.2020
Venedig

Venedig


ausgezeichnet

"Es gibt zwei Arten von Städten: alle anderen und Venedig!" (Henry James)
Gerade in der heutigen Zeit wirkt Venedig unerreichbar. Wer schon einmal dort war, der ist dem zauberhaft-mystischen Charme der Lagunenstadt schnell erlegen, sei es im November, wenn der Karneval beginnt und im Dämmerlicht die atemberaubenden Maskenträger um einen herumschwirren, sei es im Frühjahr, wenn ein strahlend blauer Himmel den Schleier von Venedig nimmt und es in all seiner Schönheit und Pracht offenbart.
Damit die Zeit bis zum nächsten Besuch dieser märchenhaften Stadt gut überbrückt werden kann, lohnt es sich, einen Blick in „Venedig: Eine Augenreise“ zu werfen, das der Dorling Kindersley Verlag vor kurzem herausgebracht hat. Auf 256 Seiten zeigt sich das wandelbare Gesicht der alten Dogenstadt in mal sonnig, mal verträumt, mal wie eine mystische Wasserstadt, die im Nebel zu versinken droht. Neben vielen wunderbar in Szene gesetzten Fotografien gibt das Buch zudem auch viele Informationen über architektonisch sehenswürdige Hotspots, Kunstgeschichtliches, Kulinarisches und Künstlerisches. Ob man sich für den Bau einer Gondel interessiert, oder lieber einen Spaziergang über den Markusplatz oder durchs Dorsoduro machen möchte, wird hier auf jeden Fall fündig. Natürlich darf auch der Canale Grande, der Rialtomarkt oder die Seufzerbrücke nicht fehlen, die sagenumwobenen Plätze, von denen man schon so viel gehört oder gelesen hat. Aber auch eine Kaffeetour durch die Lagunenstadt oder der Besuch mit einem Vaporetti nach Murano lohnen sich auf jeden Fall, die Glaskunstwerke sind eine Augenweide und erinnern in ihren Farben an die bunten Häuser, die sich in vielen Gassen der Stadt finden.
Was wie ein Reiseführer wirkt, ist eher eine Homage an eine der schönsten und romantischsten Städte der Welt, bei der einem schon bei der Anreise ein Seufzer über die Lippen kommt, weil man sie nie mehr verlassen möchte. Venedig ist nicht nur eine Augenreise, sondern eine für alle Sinne! Wunderschönes Buch, das die Sehnsucht eher noch in die Höhe schraubt!

6 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.