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Leselottchen
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Weil der Stadt

Bewertungen

Insgesamt 73 Bewertungen
Bewertung vom 16.03.2019
Liebes Kind
Hausmann, Romy

Liebes Kind


ausgezeichnet

Aufwühlend und voller Dramatik

Fesselnd, sehr aufwühlend und voller Dramatik geschrieben, hat es die Autorin Romy Hausmann geschafft, dass ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.

14 Jahre lang bleibt Lena spurlos verschwunden.
Bis ein Unfall geschieht und es so aussieht, wie wenn Lena wieder aufgetaucht wäre. Mit ihrer Tochter Hannah wird sie ins Krankenhaus eingeliefert.
Aber ist es wirklich Lena , die Tochter von Matthias und Karin?
Und was hat es mit der fensterlosen Hütte auf sich, das Zuhause der beiden? Dort lebten Vater, Mutter und zwei Kinder ein Leben, das trauriger und auswegloser nicht sein konnte.
Die harten Regeln wurden vom Vater vorgegeben. Alles wurde überwacht und bei Nichtbefolgung drohten Strafen.
Drastisch, grausam und gnadenlos stellte er sich über alles.

Eine grandios atmosphärische Story, die einen auf ganzer Linie mitnimmt, um so erstaunlicher, dass es sich bei diesem Werk um ein Thriller-Debüt handelt. Die Einteilung der Kapitel in die Vornamen der Protagonisten, mit Denkweisen und Geschehnissen um diese jeweilige Person, würzt diesen Thriller mit besonderer Spannung. Man kann gar nicht aufhören zu lesen, da einen die Fragen beschäftigen, wem kann man Glauben schenken und wer spielt womöglich ein sehr gefährliches Spiel. Alles ist so bildlich und lebhaft beschrieben und gespickt mit überraschenden Wendungen, sodass mein Kopfkino voll auf seine Kosten kam. Nervenkitzel vom Feinsten, ein Thriller-Highlight für mich, das mich regelrecht in seinen Bann zog.
Dieses Buch, das man sicher nicht so schnell vergisst und den Namen der Autorin schon gar nicht, bietet dem Leser ein herausragendes Lesevergnügen. Für diese tolle Leistung vergebe ich voller Überzeugung 5 Sterne.
Bitte weiter so. Ich würde mich freuen.

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Bewertung vom 16.03.2019
Mitternachtsmädchen / Nathalie Svensson Bd.3
Moström, Jonas

Mitternachtsmädchen / Nathalie Svensson Bd.3


ausgezeichnet

Spannend, intensiv und überaus menschlich


Nervenkitzel vom Feinsten.
Nachdem ich zeitnah alle drei Bücher von Jonas Moström gelesen habe, bin ich ein absoluter Fan dieses Autors geworden.
Die in Schweden spielenden Krimis, mit der Psychiaterin Nathalie Svensson als Hauptfigur, sind so spannend, intensiv und überaus menschlich geschrieben, dass ich beim Lesen ganz mittendrin im Geschehen bin. Ich freue mich sehr diese Reihe entdeckt zu haben und kann sie jedem Krimileser wärmstens empfehlen. Ein Krimigenuss der besonderen Art.
Wenn man erst beim 3. Fall einsteigt, kennt man sich zwar bei den familiären Verhältnissen der Protagonisten nicht so genau aus, jeder Fall ist aber neu und unabhängig von den Vorgängern.
In diesem 3. Buch wird Nathalie als Täterprofilerin, wie bereits im vorigen Fall , in das Team von Kommissar Johan Axberg, dem Leiter Ingemar Granstam und dem Kriminaltechniker Tim Walter gerufen. Es gilt einen Vergewaltiger und Mörder zu finden. Das Opfer ist die Tochter einer sehr guten Freundin von Nathalie. Die Situation spitzt sich zu und es ist äußerste Eile geboten. Fährten führen in mehrere Richtungen und so bietet einem dieser Krimi viele erlebnisreiche und fesselnde Lesestunden.
Man fühlt, kämpft und ermittelt mit Nathalie mit. Auch ihre privaten Angelegenheiten lassen sie sehr menschlich und nahbar erscheinen. Nachdem es im 1. Fall um kriminelle Angelegenheiten im eigenen privaten Umfeld ging, geht Nathalie nun ganz in ihrer Arbeit als Expertin für Täterprofile auf. Eine kleinere Dosis Privatleben würzt aber auch diese Story und das ist gut so, denn das Leben als Mutter, Exfrau, Schwester und Tochter ist recht interessant und spannend zu verfolgen.
Das Cover gefällt mir gut, ein Wiedererkennungswert des Autors ist durch die vergleichbare Farbgebung und die ähnliche Art der Abbildung gegeben. Ich mag kurze Buchtitel.
Alles in allem hat mir dieser Krimi mit Schauplatz Uppsala extrem gut gefallen. Ich finde sogar, dass er der Stärkste dieser Reihe ist. Ich habe mich so super unterhalten gefühlt, dass ich sehr gerne 5 Sterne vergebe. Ich freue mich jetzt schon auf neue Ermittlungen mit Nathalie.

Bewertung vom 09.01.2019
Die Plotter
Kim, Un-Su

Die Plotter


sehr gut

Andere Länder, harte Sitten

Mit dem Cover fing der Reiz dieses Buches bei mir an.
Die weiße Chrysantheme auf schwarzem Hintergrund, blutbespritzt, schaffte es mein Interesse zu wecken. Der stabile Einband und die festen Seiten lassen das Buch zu einer äußerst handlichen Lektüre werden, die nach dem Lesen keinerlei Lesespuren aufweist.
Ein Lob dem Verlag.

Die Geschichte liest sich ganz anders als sonst.
Da es mein erster Kontakt mit einem Südkoreanischen, bzw. einem asiatischen Buch ist, war ich schon extrem gespannt.
Ein Abenteuer ist dieser Roman für den Leser allemal.
Andere Länder, harte Sitten.
Raseng, ein junger Mann ist die Hauptfigur. Er ist ein Profikiller. Aufgewachsen bei Old Raccoon, ging er nie in die Schule, sondern schöpfte sein Wissen aus den Büchern der Bibliothek seines Ziehvaters. Aber genau in dieser Bibliothek gibt Old Raccoon die Aufträge an die Profikiller weiter. Wer einen Killer sucht, besucht den Fleischmarkt. Die Aufträge kommen dann von den sogenannten Plottern, die den Job vorbereiten. Alles ist ein ausgeklügeltes System, die Leichen verschwinden ohne Spuren.
Doch so perfekt organisiert das alles klingt, die Welt um Raseng wird immer unbeständiger.
Obwohl er ein Killer ist, ist er mir nicht unsympathisch. Man verbringt beim Lesen seine Stunden mit ihm und hofft, dass er doch noch einen anderen Weg einschlagen könnte. Möglichkeiten dazu gibt es.

Wo liegt die Faszination dieses Buches für mich.
Einerseits nimmt einen die Brutalität zeitweise wirklich mit, andererseits ist diese Story überaus interessant. Die Einblicke in das Leben und die Psyche von Raseng finde ich sehr außergewöhnlich und es machte mir auch insgesamt Spaß neue Eindrücke zu gewinnen und zu verarbeiten.
Das Buch war eine kleine Abenteuerreise für mich, die durch die bildhafte und sehr genaue Sprache, trotz eher feiner, statt atemberaubender Spannung, stets angeheizt wurde.
Ein rundum gelungenes Werk, das von mir mit vier Sternen ausgezeichnet wird.

Bewertung vom 05.11.2018
Die Elemente des Todes
Fischer, Claus C.;Petermann, Axel

Die Elemente des Todes


sehr gut

Unfassbar

Die Story ist sehr aufwühlend. Bei zwei hochintelligenten jungen Männern kommt eine bitterböse Seite zum Vorschein. Sie erniedrigen Menschen aufs Brutalste und schrecken auch vor Morden nicht zurück. Und das alles hinter einer Vorzeige-Familienidylle.
Einerseits liebende Väter und Ehemänner, andererseits Bestien. Man fragt sich, was lief da falsch und man findet den Ursprung in der Kindheit, zumindest bei dem Haupttäter.
Wuchs aus der Rebellion zum strengen Vater so ein riesengroßer Hass auf die Menschheit. Muss er mit gemeinen und verachtenden Handlungen sein Ego ins Unermessliche aufpolieren.
Dabei schafft er es auch noch seinen Freund mitzuziehen.
Entsetzen und Unverständlichkeit meinerseits.
Und warum braucht die Polizei so lange, dieses mörderische, überaus gewissenlose Treiben zu stoppen.
Es gab doch immer wieder Spuren in die richtige Richtung.

Die Geschichte wird sehr gut umgesetzt. Allerdings brauchte ich eine gewisse Zeit mich auf den Ablauf einzulassen. Dabei spielen die unterschiedlichen Zeitabläufe nicht einmal so eine große Rolle für mich. Es dauert eine Weile bis sich die Story so richtig entwickelt und man gebannter beim Lesen ist. Doch es lohnt sich durchzuhalten. Man darf allerdings nicht empfindlich sein, da die Handlungen sehr schockierend und unfassbar auf einen wirken.
Es ist traurig zu erfahren, wie diese Personen menschenverachtend gegenüber Schwächeren sind.
Ich kann nicht glauben, dass bei jungen hochintelligenten Männern, denen sozusagen die Welt offensteht, der abartige Trieb so stark ist, dass das Gehirn jegliche menschliche Regung ausschaltet.
True Crime Stories sind interessant und nehmen mich immer mehr mit als erdachte Fälle.
Da geht's mir wie beim "XY" schauen, tatsächliche Begebenheiten geistern bei mir noch tagelang im Kopf herum. Ich hoffe aber, dass die Polizeiarbeit seither schneller und voraussehender geworden ist, damit solche Täter keine Chance mehr haben, über Jahre ihre Grausamkeit auszuüben.

Das Buch, so schauerlich es darin zugeht, ist sehr gut und interessant geschrieben und für jeden der True Crime Stories gerne liest absolut lesenswert und unterhaltend.

Bewertung vom 02.09.2018
In Schönheit sterben / Robert Lichtenwald Bd.2
Ulrich, Stefan

In Schönheit sterben / Robert Lichtenwald Bd.2


gut

Künstlerisches Italien, atmosphärisch umgesetzt

Der Rechtsanwalt Robert Lichtenfeld hat seine Kanzlei in München verkauft und lebt nun ganz in der Toskana. Doch mit der Zeit schleicht sich bei ihm fast schon ein wenig Langeweile ein. Da kommt ein neuer Auftrag seiner Freundin Giada Bianchi wie gerufen. Die temperamentvolle Journalistin soll über den in seinem Haus ermordeten Kunstsammler Annibale Colasanti berichten. Ein einziges, geheimnisvolles Kunstwerk wurde dabei entwendet. Sie bezieht Robert als Hilfe in ihre Recherche mit ein. Ihre Ermittlungen führen sie aus der Maremma bis nach Rom. Dabei begegnen ihnen tragische Schicksale, schönheitsverliebte Fanatiker und räuberische Machenschaften. Sie kommen manchem morbiden Geheimnis auf die Spur und bringen sich dadurch selbst in Gefahr.
Einige Nebenhandlungen würzen das ganze Geschehen, doch sie führen auch mitunter dazu, dass der Schwung der Handlung etwas ausgebremst wird. Die atmosphärische Schreibweise und die bildhaften Ausführungen der Landschaft bringen einen Hauch von italienischen Flair zu mir ins Wohnzimmer. Der lockere, mitunter verträumte Schreibstil trägt zur guten Unterhaltung bei, man sollte aber nicht zu viel Spannung erwarten.

Da ich den 1. Krimi dieser Reihe auch gelesen habe, konnte ich übergangslos mitfiebern.
Dabei hätte ich mir zeitweise ein wenig mehr Nervenkitzel gewünscht. Erst im letzten Teil der Story wird es so richtig lebhaft.
Der Vorgänger dieses Krimis hat mir besser gefallen.
Giada und Robert sind ein gutes Team, da kann noch einiges kommen. Und somit hoffe ich auf einen dritten Fall mit den beiden sympathischen Protagonisten.
Der Titel passt sehr gut zu diesem Kriminalroman. Das Cover spiegelt die verträumte, italienische Stimmung wider.
Ein guter Krimi, bei dem mir eine Portion Spannung gefehlt hat. Der aber, wenn man sich eher auf einen italienischen Regionalkrimi einstellt, absolut lesenwert ist. Ich möchte sehr gerne 3,5 Punkte vergeben.

Bewertung vom 13.08.2018
Ed ist tot
McLean, Russel D.

Ed ist tot


ausgezeichnet

Makaber, turbulent und sehr unterhaltsam
Wer hätte das gedacht.
Soeben noch harmlos, unbescholtene Buchhändlerin, stolpert Jen Carter kurzerhand ins kriminelle Milieu von Glasgow hinein.
Ihr Freund Ed treibt es ihr zu bunt. Seine von ihr vermuteten Drogengeschäftchen und seine bisweilen unmöglichen Aktionen treiben sie zu dem Entschluss, ihn kurzerhand vor die Tür zu setzen. Sie ist glücklich ihn endlich los zu sein. Beseelt von ihrer Handlung und leicht angetrunken, vergisst sie dummerweise, dass der nervige Ed noch einen Schlüssel zu ihrer Wohnung hat.
Geräusche beim Nachhausekommen schiebt sie auf einen Einbrecher.
Man muss sich ja schließlich wehren, und so kommt es wie es kommen muss und wie es auch schon so schön auf dem Cover heißt.... Ed ist tot.
Ihn zu beseitigen ist die eine Schwierigkeit, aber wie entkommt Jen nun den ganzen fiesen, brutalen Typen, die nun hinter ihr und dem Geld her sind , das Ed ihnen schuldet.

Die vorher fast langweilige Jen schafft es, mich nach ein paar Seiten wunderbar zu unterhalten. Man glaubt kaum in welche Abenteuer, die vorher unscheinbare Frau hinein plumpst. Eigentlich ausweglos, rettet sie sich immer öfter gewitzt und skrupellos aus der Misere. Und alsbald pflastern Leichen ihren Weg. Klar ist alles extrem unrealistisch und bisweilen stark überzogen, aber das darf man bei diesem schottischen Krimi mit absolut schwarzem Humor überhaupt nicht ernst nehmen. Temporeich erzählt, so dass bei mir vergnügliches Lesen mit grandios funktionierendem Kopfkino angesagt war. Ein klitzeklein wenig musste ich dabei an die Filme von Quentin Tarantino denken. Man fiebert mit Jen mit, dazu muss man sie nicht immer verstehen. Egal ob unglaubwürdig und unlogisch, spannend ist diese Story allemal.
Da wir letztes Jahr in Schottland und auch beim Loch Lochmond waren, bin ich schauplatzmäßig voll informiert. Und ich mag diese Art von Krimis sehr.
Man möchte dieses Buch einmal angefangen, kaum mehr aus der Hand legen. Schließlich will man unbedingt wissen, welche unvorhersehbare Überraschung als nächstes auf Jen wartet und wie sie ihr tubulentes Leben weiterhin meistert.

Das Cover ist für mich auf den zweiten Blick grandios und passt perfekt zu Jen.
Der Buchtitel ist spitzenmäßig.
Ich habe mich wahnsinnig gut unterhalten gefühlt und werde das Buch auch sehr gerne an Menschen, die diese Art von Humor mögen, weiterempfehlen.

Bewertung vom 23.07.2018
Der Alphabetmörder / Grall und Wyler Bd.1
Schütz, Lars

Der Alphabetmörder / Grall und Wyler Bd.1


ausgezeichnet

Hut ab vor diesem Thrillerdebüt

Ein Thrillerdebüt, das besser nicht sein kann. Wow, was für eine fesselnde Story.
Schwache Nerven sind bei diesem großartigen Thriller allerdings fehl am Platz.

Die Fallanalytiker Jan und Rabea vom LKA Rheinland Pfalz werden in den Westerwald gerufen.
Ein Mörder treibt dort sein Unwesen. Sie nennen ihn den Alphabetmörder, da er die grausam zugerichteten Leichen mit einem Buchstaben tätowiert. A, B, C....wer kann ihn stoppen?
Für Jan kommt erschwerend hinzu, dass er genau aus dieser Gegend stammt und ihn ungute Erinnerungen plagen. Er kennt die Menschen und er weiß um ihre Gepflogenheiten. Wie wird sich das auswirken? Er wird sich seiner Vergangenheit stellen müssen. Rabea und er sind ein sehr gutes Team. Hat er sie doch vor einiger Zeit als Wunschpartnerin zu sich ins Boot geholt.

Schon der Anfang bietet alle Voraussetzungen für eine fesselnde Story. Es ist alles da, was mein Thrillerleseherz glücklich macht. Und so schaffte ich kaum, das Buch aus der Hand zu legen. Die Spannung steigerte sich ins Unermessliche. Eine tolle Schreibweise, die mich total begeistert. Da ist kein Satz zu viel. Mein Kopfkino funktionierte fantastisch. Die kurzen Kapitel steigern die Spannung umso mehr. Man ist beim Ermitteln mittendrin und der Nervenkitzel ist spürbar. Eine klasse Idee das Alphabet mit einzubeziehen. Dem Autor ist es gelungen, mit dem Alphabet zu spielen und daraus eine rundum durchdachte und überaus gelungene Story zu machen.
Das Cover ist ein echter Hingucker und der Titel hält was er verspricht.

Dieses Buch ist eines meiner Lesehighlights dieses Jahr. Hut ab vor dem Autor Lars Schütz. So einen Start hinzulegen ist aller Ehren wert. Ich werde diesen Thriller voller Überzeugung weiterempfehlen. Natürlich hoffe ich, dass es eine Fortsetzung gibt. Ich möchte zu gerne ein weiteres Mal bei einem spannenden Fall mit Jan und Rabea dabei sein.

Bewertung vom 23.05.2018
Das Grab unter Zedern / Leon Ritter Bd.4
Eyssen, Remy

Das Grab unter Zedern / Leon Ritter Bd.4


ausgezeichnet

Ein wunderbarer Südfrankreich Krimi
Remy Eyssen schafft es immer wieder mich zu begeistern.
Der aus Deutschland kommende Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter hat sich, im inzwischen vierten Band dieser Buchreihe sehr gut in Südfrankreich eingelebt, liebt Land und Leute. Die Beziehung und das Zusammenleben mit der stellvertretenden Chefin der Gendarmerie Nationale, Isabelle Morelle und ihrer pubertierenden, überaus erfrischenden Tochter Lilou passt wunderbar ins Geschehen.

Der Prolog hat es gleich in sich. Ein fürchterliches Familiendrama wirkt erschütternd.
Das Thema dieses Frühsommers in Le Lavandou, das auch Leon und Isabelle beschäftigt, ist die Freilassung von Paul Simon. Nach fünf Jahren hinter Gittern hat eine Wiederaufnahme des Verfahrens bewirkt, ihn wegen mangelnder Beweise freizulassen. Hat er seine damals 10-jährige Tocher ermordet oder nicht. Eine Leiche wurde nie gefunden.
Gleichzeitig wird am Strand ein männlicher Toter angespült.
Die Gemüter der Bevölkerung in Le Lavandou sind erhitzt.
Dr. Leon Ritter ist bei seiner Arbeit in der Gerichtsmedizin wieder ganz in seinem Element und ein richtiger Zauberer. Er entlockt den Toten Geheimnisse, wie sonst keiner. Da kann man bloß hoffen, dass sein neuer Kollege bald das Weite sucht. Bei seinen Nachforschungen besucht er mehrmals die idyllische Insel Porquerolles, da alle Fäden dort zusammenzulaufen scheinen.

Die Landschaft ist wie geschaffen, für einen spannenden und ereignisreichen Frankreich Krimi.
Die überaus gelungene Schreibweise entführt mich jedes Mal mittenrein ins Geschehen. Nach dem Lesen des ersten Buches habe ich vor lauter Begeisterung einen Urlaub dort verbracht. Und so fällt es mir leicht, die ganz besondere Atmosphäre dieser Landschaft einzufangen.
Eine spannende Story, fantastisch erzählt, perfekt durchdacht, mit vielen kleineren Nebengeschichten über die Menschen und die Natur. Einmal angefangen kann ich die Bücher von Remy Eyssen nicht mehr aus der Hand legen. Das Lesen macht Lust auf mehr.
Ich hoffe immernoch sehr, dass diese großartige Krimireihe bald verfilmt wird.
Das Buchcover gefällt mir wie immer außerordentlich gut. Der Titel ist passend. Wie oft habe ich diese Buchreihe schon Bekannten von mir empfohlen und auch dieses Band werde ich begeistert weiterempfehlen.
Für mich eines der Highlights der vielen französichen Krimireihen, die derzeit angeboten werden.
Von mir gibt es auch dieses Mal fünf Sterne.

Bewertung vom 26.04.2018
Riskante Manöver / Mats Holm Bd.1
Bingül, Birand

Riskante Manöver / Mats Holm Bd.1


ausgezeichnet

Interessant, fesselnd und aufwühlend

Der Pharmakonzern Wenner schlittert in eine schwere Katastrophe.
Mehrere Kinder sind nach der Einnahme des neu auf den Markt gekommenen Schmerzmittels Validolor schwer erkrankt.
Mats Holms und Laura May, PR-Profis mit eigener Agentur sind auf Krisenmanagment spezialisiert und werden von der Geschäftsleitung umgehend beauftragt mitzuhelfen, das drohende Unheil abzuwenden.
Die kleine Patientin Sophie stirbt, unfassbar und ein tragischer Schicksalsschlag für die Eltern.
Doktor Nina Rosenthal von Pharmawatch nimmt dies zum Anlass eine Demonstration einzuberufen, Wenner soll Rechenschaft ablegen und kritische Fragen beantworten.
Noch dazu ist eine Mitarbeiterin spurlos verschwunden.

Der Tod des kleinen Mädchens zu Beginn des Buches hat mich erschüttert.
Man muss an seine eigenen Kinder denken und hat das Gefühl, das darf nicht wahr sein. Beim Lesen ist man stets mittendrin im Geschehen. Spannend, temporeich und nicht gerade zimperlich wird die Aufsehen erregende Story erzählt. Unsaubere Machenschaften, Vertuschungen, aber auch Menschliches machen diesen Krimi zur äußerst fesselnden Leseunterhaltung.
Mats Holm und Laura May sind ein tolles Team und können sich jederzeit aufeinander verlassen. Holms Privatleben lockert für mich die ansonsten nervenaufreibende Story immer wieder etwas auf. Das ist gut so, insbesondere sein väterlicher Freund Werner gefiel mir gut.
Ein fantastisches Erstlingswerk, ein rundum durchdachter und vom Anfang bis zum Ende sehr gelungener Krimi.
Die Schreibweise ist erstklassig und der Inhalt überaus interessant und aufwühlend. Man leidet und kämpft geradezu mit.

Der ganze Fall wirkt noch Tage später bei mir nach.
Das Cover hat gleich meine Neugierde geweckt. Die Perspektive ist ungewöhnlich. Nach dem Lesen denke ich aber, die Story ist viel besser als das Cover verspricht. Der Buchtitel ist gelungen und gut zu merken.
Ich hoffe sehr auf weitere Bände mit diesem tollen Team.

Bewertung vom 21.02.2018
Aisha / Kommissar Steen Bd.4
Stein, Jesper

Aisha / Kommissar Steen Bd.4


ausgezeichnet

Spannend, interessant und hervorragend durchdacht
Axel Steen, ein Kriminalkommissar in Kopenhagen, ist die Hauptfigur dieses überaus lesenswerten Buches. Ein sogenannter Antiheld, der seine Drogenabhängigheit und sein unstetes Leben erfolgreich hinter sich gelassen hat und sich vornimmt ein besseres Leben zu führen, dabei wird er ständig von Selbstzweifeln geplagt. Er liebt seine kleine Tochter Emma, die bei seiner Exfrau Cecilie lebt. Als Ermittler geht er meistens seinen eigenen Weg. Sympathisch, gerecht, stur und kämpferisch sucht er nach der Wahrheit und den Schuldigen dieses spannenden Falles.
Zunächst werden zwei Männer ermordet. Ihre Gemeinsamkeit ist, beide haben vor Jahren für den dänischen Geheimdienst gearbeitet, den PET. Im Kampf gegen Terrorismus muss irgendwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Doch die Ermittlungen von Axel Steen werden erheblich behindert. Die damaligen Verantwortlichen sind die heutigen Kollegen von Axel Steen und sie bereiten einen Mantel des Schweigens über die alten Vorkommnisse, allen voran Axels Freundin Henriette.
Was es mit dem Buchtitel "Aisha" auf sich hat, erfährt der Leser erst in der zweiten Hälfte dieses Krimis.

Dieses Buch ist der 4. Band einer Buchreihe. Ich habe die ersten drei Folgen mit Axel Steen nicht gelesen, hatte aber keine Schwierigkeiten dem Ablauf zu folgen. Auf den ersten Seiten hatte ich leichte Mühe, mich auf den Fall einzulassen, vielleicht auch mit den dänischen Namen zurechtzukommen, aber mit der Zeit nimmt einen die Story so mit, dass man das Buch immer weiter lesen muss. Die nicht allzu langen Kapital kamen mir dabei sehr entgegen.
Die Sprache ist fantastisch. Irgendwie merkte ich, dass das Buch von einem Mann geschrieben wurde. Kein Satz, kein Wort ist zuviel. Das Kopfkino funktionierte bei mir einwandfrei. Auf der Jagd nach der Wahrheit wird die Story zusehends explosiver und der rasante Countdown zum Ende hin ließ mich meine ganze Umgebung vergessen. Eine sehr interessante Story, von vorne bis hinten hervorragend durchdacht.
Das Buchcover ist ein richtiger Hingucker. Wenig Farben dafür um so geheimnisvoller. Auch der Buchtitel ist gefällt mir gut.
Ganz sicher werde ich noch die vorherigen Bände mit Axel Steen lesen. Und natürlich hoffe ich sehr auf einen Folgeband.