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FrauMliest

Bewertungen

Insgesamt 201 Bewertungen
Bewertung vom 27.10.2024
Dem Sturm entgegen
Ahern, Cecelia

Dem Sturm entgegen


sehr gut

In Cecilia Aherns neustem Werk geht es um die Ärztin Enya, welche in einer tiefen Krise steckt: Sie hat Angst vor ihrem nächsten Geburtstag, da ihre eigene Mutter in diesem Alter verstarb und auch in ihrer Ehe ist sie unglücklich.
Als die eines Nachts als Ärztin in einen Unfall involviert wird, ändert dies ihre Einstellung zu ihrem Leben und krempelt es grundlegend um.

Der Roman, den die Autorin gewohnt einfühlsam erzählt, beinhaltet viele Elemente: Mystik, Emotionen, sogar einen kleinen kriminalistischen Anteil.
Mir persönlich hat diese Mischung generell sehr gut gefallen, jedoch hätte es für mich nicht unbedingt die mystisch-spirituellen Elemente gebraucht.

Die Protagonistin Enya ist von der Autorin gut und vielschichtig skizziert, so manche Entscheidung oder Denkweise konnte ich allerdings nicht immer 100%ig nachvollziehen.

Alles in allem handelt es sich um einen gefühlvollen, angenehm zu lesenden Roman

Bewertung vom 19.10.2024
Unversehrt. Frauen und Schmerz
Biringer, Eva

Unversehrt. Frauen und Schmerz


sehr gut

'Unversehrt' ist ein Buch, das keinesfalls 'ungelesen' bleiben sollte. Die Idee, den weiblichen Schmerz in den Mittelpunkt zu rücken, und damit die Unterschiede zum männlichen Schmerz herauszuarbeiten, ist eine enorm kluge. Viel zu wenig ist über das Gender-Gap hinsichtlich seelischer und körperlicher Schmerzempfindung bekannt. Diesem 'schwarzen Loch' nähert sich die Autorin einerseits wissenschaftlich fundiert, andererseits anhand eigener Erfahrungen. Hierbei beleuchtet sie verschiedene Gebiete und schafft es dabei, in keinster Weise trocken oder allzu sachbuchartig zu dozieren. Im Gegenteil - mich hat sie dabei in ihren Bann gezogen und meinen Scharfsinn entflammt, hier sehr viel genauer hinzusehen und zu reflektieren.
Für mich hätten manche Themengebiete noch ein wenig tiefgehender betrachtet werden dürfen, dies ist jedoch sicherlich schwierig für jede*n Leser*in passend an der richtigen Stelle zu tun.

Bewertung vom 13.10.2024
Trinken wie ein Dichter

Trinken wie ein Dichter


ausgezeichnet

Das ungewöhnliche Konzept, das hinter diesem Buch steckt, hat mich besonders neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Dies liegt unter anderem an der übersichtlichen und strukturierten Aufmachung, aber auch an den kurz gehaltenen Erläuterungen zum jeweiligen Dichter, korrespondierend zum Drink.
Auch diese haben mich teils sehr überrascht, da viele mir unbekannte Getränke enthalten waren, die wiederum auch durchaus ungewöhnliche Zutaten enthalten, welche man nicht unbedingt in Drinks verortet.
Einziger minimaler Kritikpunkt: die Rezepte belaufen sich auf immer unterschiedliche Personenangaben, hier hätte ich mir eine Einheitlichkeit gewünscht, die das eventuelle Umrechnen erleichtern würde.
Ich durfte dank dieses Buches viel Neues erlernen und habe vielfältige Drink-Inspirationen gefunden.

Bewertung vom 15.09.2024
Wüstenzauber (Band 1)
Arold, Marliese

Wüstenzauber (Band 1)


ausgezeichnet

Mit „Wüstenzauber – Samiras magische Reise“ entführt Bestsellerautorin Marliese Arold ihre jungen Leser in eine Welt voller Magie, Abenteuer und Geheimnisse. Arold schafft es, die Leserinnen und Leser ab der ersten Seite in den Bann zu ziehen. Der Schreibstil der Autorin ist kindgerecht und flüssig, sodass junge Leser problemlos der Handlung folgen können. Besonders Fans von Arolds früherer „Magic Girls“-Reihe oder von Abenteuergeschichten wie „Ostwind“ werden hier auf ihre Kosten kommen. Die spannende Erzählweise, kombiniert mit einer inspirierenden Heldin, lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Das Buch punktet zudem mit einer ansprechenden und hochwertigen Gestaltung. Das Cover mit Folienprägung unterstreicht den magischen Charakter der Geschichte und ist ein echter Hingucker im Bücherregal. Insgesamt ist „Wüstenzauber – Samiras magische Reise“ der gelungene Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe, die nicht nur durch ihre fantasievollen Elemente, sondern auch durch ihre tiefgründigen Botschaften überzeugt.

Bewertung vom 25.08.2024
Mein Mann
Ventura, Maud

Mein Mann


sehr gut

Beim Lesen dieses außergewöhnlichen Buches begleitet man eine namenlose Protagonistin, die die obsessive Liebe zu ihrem Mann als einzigen Lebensinhalt auserkoren hat, gefangen, wie in einem bösen Fiebertraum…
Die wenigen Dialoge, das mäandernde Ausufern wirrer, nicht nachvollziehbarer, gar krankhafter Gedanken - es treibt einen beim Lesen nahezu in den Wahnsinn! Unablässig fragt man sich, wo und wie dieser Roman enden mag. Unweigerlich passt man sich dem Narrativ an und erlebt eine Getriebenheit, endlich die Klimax der Geschichte zu erreichen, um dann 'swept of my feet' (eine kleine Reminiszenz an die Arbeit der Protagonistin) zu sein.
Ein Ende, so unvorhersehbar wie versöhnlich wie verstörend.
Maud Ventura ist es gelungen, ein Werk zu kreieren, dessen geballte Kraft sich erst auf den letzten vier Seiten zu erkennen gibt.

Bewertung vom 17.08.2024
Zwischen den Welten
Vlahos, Hadley

Zwischen den Welten


ausgezeichnet

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz! Ein Schatz, so reich an schönen Geschichten, die voller Hoffnung sind und so zu einem echten Hoffnungsspender werden. Hoffnung darauf, dass das Abschiednehmen von den eigenen Liebsten würdevoll und liebevoll gestaltet werden kann. Hoffnung aber auch darauf, dass der Abschied vom eigenen Leben irgendwann als freudiger Abschied erlebt werden kann.
Die wahren Geschichten, die Hadley Vlahos mit uns teilt, sind voller Empathie, Fürsorge und aufrichtiger Anteilnahme und gespickt mit vielen Hinweisen darauf, dass sie als Hospizschwester angekommen ist und hierin ihre Berufung gefunden hat.
Obwohl dieses Thema eine latent unterschwellige Traurigkeit vermuten lässt, vermitteln Schreib- und Erzählstil Zuversicht, Leichtigkeit und Gelöstheit und machen das Buch zu einer Lektüre, die man eigentlich nicht mehr aus der Hand legen möchte!

Bewertung vom 14.07.2024
Der Bademeister ohne Himmel
Pellini, Petra

Der Bademeister ohne Himmel


ausgezeichnet

Im Buch 'Der Bademeister ohne Himmel' widmet sich Autorin Petra Pellini auf äußerst sanfte Weise zwei unglaublich schwierigen, sensiblen Themen: der Pflege Demenzkranker und Suizidgedanken bei Jugendlichen.
Linda, ebenjene Suizid gefährdete Fünfzehnjährige kümmert sich gemeinsam mit einer polnischen Pflegekraft aufopferungsvoll um ihren Freund Hubert. Neben Hubert hat sie nur einen weiteren Freund, Kevin, dessen Krise sie neben all ihren eigenen schweren Gedanken nicht wahrnimmt. Am Ende verliert sie ihre beiden Freunde und gewinnt dennoch selbst an Lebensmut.

Mit überbordender Feinfühligkeit und einem Herz voller Liebe skizziert Pellini ihre wunderbaren, einzigartigen Charaktere, die vor Authentizität und Liebenswürdigkeit nur so sprühen und gefangen nehmen durch ihr eigentümliches, herzzerreißendes Miteinander.

Dieses Buch macht traurig, macht glücklich und ist eines der wunderbarsten, die ich je gelesen habe

Bewertung vom 26.06.2024
Anna O.
Blake, Matthew

Anna O.


ausgezeichnet

Benedict Prince ist der beste auf seinem Gebiet: Verbrechen, die im Schlaf begangen werden.
Als er zum Fall Anna Ogilvy hinzugezogen wird, beginnt eine packende und mysteriöse Reise in das tiefste Innere seiner Patientin und der mutmaßlichen Mörderin…


Einer der besten Thriller, die ich je gelesen habe!

Ein Thema, das unglaublich spannend und nebulös, weil weitestgehend unerforscht und einfach unvorstellbar ist, und beim Lesen ein latentes, unterschwelliges Unwohlsein bereitet…
Ein stetes 'Kann das wirklich sein?'-Gefühl bleibt durchgehend!

Klug und rasant aufgearbeitet, dank kurzer Kapitel & taktisch extrem gut gewählter Perspektivwechsel und Cliffhanger!
Insgesamt ein perfekter Schreibstil für einen Thriller. Der Autor versteht es, dank seiner wohl gewählten Worte eine perfekte Stimmung zu erzeugen.

Lest es! Nur nicht vorm Schlafengehen…😉

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Bewertung vom 06.06.2024
Die Sache mit Rachel
O'Donoghue, Caroline

Die Sache mit Rachel


sehr gut

Caroline O‘Donoghues Roman 'Die Sache mit Rachel' erzählt die Geschichte von Rachel, James & James und ist dabei die reinste Hommage!
Eine Hommage an all die surreal verrückten Momente, Peinlichkeiten und Emotionen, die nur die Zeitspanne des Erwachsenwerdens uns bietet. Aber auch eine Hommage an all die schwulen besten Freunde, die wir Frauen haben und vergöttern. Eine Geschichte, zu verrückt, um wahr zu sein und einer wahren Freundschaft ihren Tribut zollt. Eine warme, fürsorgliche Freundschaft voller Loyalität, bis weit über die Grenzen des Vorstellbaren hinaus…
Last but noch least erwartet uns am Ende des Buch eine dritte Hommage: eine Hommage an die zweiten Chancen im Leben, die funktionieren können.
Obwohl keiner der Charaktere besonders sympathisch ist, schafft das Buch eine Identifizierbarkeit. Möglicherweise, weil uns unser damaliges Ich aus heutiger Sicht auch nicht mehr besonders sympathisch erscheint. Vielleicht ist das das Geheimnis des Erwachsenwerdens?!

Bewertung vom 05.06.2024
Man sieht sich
Karnick, Julia

Man sieht sich


ausgezeichnet

'Bitter sweet symphony' - dieses Lied fehlt mir persönlich auf der enthaltenen Playlist.

Denn bittersüß ist die rührende Geschichte rund um Frie und Robert, die sich gefunden haben, ohne sich zu suchen. Nur um sich wieder zu verlieren, wieder zu finden, wieder zu verlieben, aber nie zum richtigen Zeitpunkt.

Mit leisen Tönen und dem, was zwischen den Zeilen der wohlweislich ausgewählten Songtexten steht, erzählt Julia Karnick eine Geschichte, die so banal wie besonders ist - die der ersten großen Liebe.
Des Erlebens, des Verlierens, des Wiederfindens und des Nicht-mehr-(oder-doch-noch?)zusammen-passens.

Dank ihres Feingespürs für das konturierte und doch weichzeichnende Charakterisieren ihrer Protagonisten, erweckt Julia Karnick ihre Geschichte zum Leben und somit beim Lesen das Erinnern an die eigenen, schmerzhaften 'Was-wäre-wenn-Momente'.