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Benutzername: 
harakiri
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Ostalb
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 1112 Bewertungen
Bewertung vom 12.03.2020
Blutgott / Clara Vidalis Bd.7
Etzold, Veit

Blutgott / Clara Vidalis Bd.7


sehr gut

Clara Vidalis in ihrem grausamsten Fall
Ja, man braucht starke Nerven für dieses Buch, denn Etzold schreckt nicht davor zurück, die Taten seiner Täter sehr ausführlich und anschaulich zu beschreiben, wobei aber – zumindest in Blutgott – kaum Blut spritzt.
Die Story ist relativ schnell erzählt: ein Mann schwingt sich zu einem Gott auf und verführt Minderjährige zu Morden.
Wie Noah von dem Täter im Internet hereingelegt wird ist realitätsnah und könnte so manche Eltern aufrütteln, doch einmal genauer zu hinterfragen, was ihre Kinder im Internet so tun.
Das Ende fand ich etwas überraschend und es hat mir gar nicht gefallen. Dass es eine Fortsetzung geben muss, ist somit klar, aber ich weiß nicht, ob ich diese in dem Umfang von „Blutgott“ lesen möchte. Denn irgendwie fand ich dieses Mal alles zu übertrieben und zu inszeniert. Nicht falsch verstehen: ich mochte das Buch und ich schrecke auch vor harten Zeilen nicht zurück, aber die Story an sich war schon weit hergeholt und konstruiert. Ich mag härtere Thriller, keine Frage, aber dann sollten sie auch mit einem Ende aufwarten, das mich überzeugen kann. Im Falle von Marie war das komplett nicht der Fall. Realistisch fand ich, dass Clara am Ende auch einmal einen Fehler begeht und sehr realistisch waren auch die Schilderungen der Jagd auf den Mörder.
Die Idee, Morde von nicht strafmündigen Kindern begehen zu lassen, ist neu und dem zolle ich Anerkennung. Dadurch, dass ich viele Thriller lese, hatte ich in letzter Zeit oft das Gefühl, die Autoren schreiben voneinander ab oder wiederholen sich. Das ist im Falle von Etzold nicht der Fall und das konnte mich überzeugen.
Fazit: Ich konnte das Buch kaum weglegen, von der Schreibweise und der Story her, jedoch hat mich das Ende etwas enttäuscht.

Bewertung vom 11.03.2020
Das Beste kommt noch
Roper, Richard

Das Beste kommt noch


ausgezeichnet

Andrew lebt nach einem Schicksalsschlag ein zurückgezogenes Leben. Um aber einen tollen Job zu bekommen, erfindet er eine Familie, was zu immer mehr Verstrickungen führt. Erst als er Peggy kennenlernt und sich zu ihr hingezogen fühlt, beginnt er seine Entscheidungen zu überdenken. Aber ist es nicht schon viel zu spät?
Ein total schönes Buch. Nicht nur, dass mir die Gedanken von Andrew sehr gefallen haben, auch seinen Beruf und seinen Umgang damit fand ich sehr gut herausgearbeitet. Andrew, der amtlich bestellte Nachlasssucher, der einsame Menschen bei ihrer Beerdigung begleitet. So viel Mitgefühl, Andrew war mir gleich sympathisch. Auch das Erfinden seiner Familie, das ich anfangs zwar etwas befremdlich fand, aber gut nachvollziehen konnte, war eine gute Handlung für die Story von Richard Roper. Roper schreibt schnörkellos, aber spannend und einfühlsam.
Auch mit Peggy ist Roper eine starke Figur gelungen. Peggy, die mit ihrer ruhigen Art und mit ihrem Tatendrang Andrews Herz gewinnt.
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Lachend, weinend, nachdenklich. Denn es ist wirklich kein oberflächliches Buch, es geht in die Tiefe und erinnert uns alle daran, etwas gegen die Einsamkeit zu tun.
Fazit: ein lockerer Roman, der das Thema einsamer Tod zum Inhalt hat, ohne traurig zu wirken. Ich freue mich schon auf ein weiteres Buch des Autors.

Bewertung vom 02.03.2020
Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst
Hornby, Nick

Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst


sehr gut

Louise hat Tom betrogen. Die beiden versuchen es mit einer Paartherapie. Vor den Sitzungen treffen sie sich noch in einem Lokal und dort findet in Hornbys Augen erst die richtige Therapie statt. Die beiden reden über verschiedene Dinge und kommen sich langsam wieder näher.
Hornby packt ein spannendes Thema an: ein Ehepaar, das sich auseinandergelebt hat und wieder zueinander finden möchte. Er verpackt seine Lektüre in 10 kurze Kapitel, jedes ein wenig anders humorvoll. Tom und Louise passen in meinen Augen so gut zusammen, dass ich mir kaum vorstellen konnte, dass es kein Happy End geben könnte.
Ich mag Hornby, aber mehr mag ich eigentlich seinen schwarzen Humor.
Das Zitat von der Kirkus Reviews „Das Buch besteht fast ausschließlich aus schlagfertigen Antworten voller Witz“ kann ich so eigentlich nicht bestätigen. Sicher, die beiden unterhalten sich gut und vergleichen ihre Eheprobleme auch schon mal mit dem Brexit oder ähnlichem, aber so richtig schmunzeln musste ich jetzt nicht über die Passagen. Ich fand das Buch eher ernst geschrieben und das Thema gibt das ja auch eher so her.
Teilweise war aber Hornbys Humor dann doch ein wenig am Durchblitzen, z.B. das ältere Ehepaar, das Tom und Louise zu Spekulationen anregt, das fand ich sehr erfrischend.
Fazit: für mich kein typischer Hornby, wenn auch schön zu lesen, aber nicht zu vergleichen mit „A long way down“. Dennoch ein schönes Buch, das Ehepaare auch gemeinsam lesen können. Man wird sich in ein paar Szenen sicher wiedererkennen.

Bewertung vom 02.03.2020
Der Luzifer-Killer
Haller, Elias

Der Luzifer-Killer


sehr gut

Haller bringt in diesem Stand-Alone seine beiden Charaktere aus den beiden Serien zusammen und das hat mir sehr gut gefallen. Frost und Donner – ich mag ja beide Protagonisten sehr gerne, wobei ich Donner noch einen Tick lieber lese. Aber beide in Kombination, das hatte schon was. Dazu noch Sokrates Vogel, der etwas wunderliche Ermittler und eine wilde Jagd kann beginnen. Und die hat es wirklich in sich, Haller schockt mal wieder ganz schön. Der gefundene Sarg birgt ein schreckliches Rätsel aus der Vergangenheit und der Täter ist den Ermittlern immer voraus. Allerdings steht er in Kontakt mit ihnen – will er etwa gefunden werden?
Die Handlung ist geheimnisvoll und dank der vielen Namen etwas schwierig zu lesen, man muss sich schon konzentrieren, damit man alle in Verbindung bringt. Dafür wird man mit einer spannenden Jagd belohnt, die – typisch Haller – wieder niemanden schont.
Was mir auch sehr gut gefallen hat: der Humor von Haller. Wie seine Kommissare miteinander umgehen und wie er sie teilweise charakterisiert ist einfach erfrischend zu lesen.
Fazit: rasanter Thrill mit interessanter Story und überraschenden Wendungen. Sehr lesenswert

Bewertung vom 02.03.2020
Felix und die Quelle des Lebens
Schmitt, Eric-Emmanuel

Felix und die Quelle des Lebens


ausgezeichnet

Fatou bringt Licht in ihr Viertel. Durch ihre ruhige Art und ihr Talent, Menschen zu lieben. Doch dann stürzt sie in eine tiefe Krise und ihr Sohn Felix weiß sich keinen Rat mehr. Aber dann taucht zum Glück Rettung auf und Felix reist mit seiner Mutter in ihre Heimat Senegal.
Wie bereits „Monsieur Ibrahim“, „Oscar und die Dame in Rosa“ oder „Die 10 Kinder, die Frau Ming nicht hatte“ begeistert auch diese Novelle von Schmitt wieder über die Maßen. Schmitt erzählt aus den Augen eines Kindes, wie es miterleben muss, wie die Mutter depressiv wird und wie hilflos sich der 12-Jährige hier fühlt. Problemlos kann man mit den Handelnden mitfühlen und auch Schmitts Nebencharaktere begeistern.
Dabei wirkt das Buch nicht problembeladen, sondern besticht durch seine unkonventionelle Art und durch Schmitts Herangehensweise an seine Erzählung. Mit kraftvollen Worten lässt er Fatous Café aufleben und schildert teilweise mit etwas Humor Felix‘ Liebeserklärung an seine Mutter. Denn Felix gibt nicht auf. Auch nach allerhand Rückschlägen ist er für seine Mutter da.
Fazit: ein bewegender Roman, der zwar ein trauriges Thema innehat, aber dennoch durch die liebevolle Art des jungen Felix nicht zu traurig wirkt.

Bewertung vom 29.02.2020
Grau wie Asche / Vanitas Bd.2
Poznanski, Ursula

Grau wie Asche / Vanitas Bd.2


sehr gut

Carolin Bauer ist wieder zurück in Wien und auf dem Zentralfriedhof geht es ganz schön rund: satanische Rituale werden abgehalten und Carolin wähnt sich beobachtet. Beides lässt ihr keine Ruhe und sie beginnt zu forschen. Leider bleiben ihre Nachforschungen nicht ganz unbemerkt und Carolin gerät in Gefahr.
Den Wiener Zentralfriedhof als Schauplatz für Krimis zu machen, halte ich für eine gute Idee. Die Location an sich ist ja schon ein wenig schaurig und wenn dann noch geköpfte Hühner und satanische Zeichen dazu kommen, dann passt das einfach sehr gut.
Carolin ist mir als Charakter sehr sympathisch, allerdings hat sie dieses Mal nun wirklich ein wenig zu sehr über die Stränge geschlagen und die Story fand ich etwas zweifelhaft. Vor allem, dass Alex so gar nichts erzählt, da wird der Leser, genau wie Carolin, doch sehr ungehalten. Mit jeder Seite des Buches wächst die Spannung und man mag es gar nicht mehr zur Seite legen. Ist Carolin nur paranoid oder tauchen wirklich wieder Schatten aus ihrer Vergangenheit auf? Denn die haben ja nun wirklich noch ein Hühnchen mit ihr zu rupfen.
Man sollte den ersten Band Vanitas „Schwarz wie Erde“ gelesen haben, um diesen Folgeband zu verstehen. Einiges aus Carolins Vergangenheit wird immer wieder erwähnt und schon als Leser beider Bände ist man manchmal überfordert, denn Poznanski macht es geheimnisvoll und entlässt Carolins Geheimnis nur häppchenweise in die Freiheit. Aber immerhin erfährt der Leser nun endlich mehr, was es mit Carolins Vorgeschichte auf sich hat. Das fand ich im ersten Band nämlich noch sehr zäh. Es wurde nur erwähnt, dass sie eine schlimme Vorgeschichte hatte, aber nicht detailliert, was denn nun eigentlich.
Das Ende ist offen, vor allem ist das Verschwinden einer Person ungeklärt und ich bin schon gespannt auf den nächsten Band der Reihe. Und vor allem auch, ob das Auftauchen dieses italienischen Kommissars für Carolin ein neues Glück bedeutet.
Fazit: auch wenn ich mich ein wenig über Carolin geärgert habe, mochte ich das Buch sehr gerne und konnte es schließlich gar nicht mehr zur Seite legen. Die Ereignisse überschlagen sich und die Szene im Grab fand ich schaurig-schön, so dass die letzte Seite viel zu schnell nahte.

7 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.02.2020
Vier durch vier / Berger & Blom Bd.4
Dahl, Arne

Vier durch vier / Berger & Blom Bd.4


sehr gut

Sam Berger versucht sich ein neues Leben aufzubauen, nachdem er unehrenhaft die Polizei verlassen musste und seine Lebensgefährtin Molly Blom untergetaucht ist. Durch seine Sicherheitsfirma hält er sich mehr recht als schlecht über Wasser, bis er das Angebot seines Lebens bekommt: eine Million Kronen, wenn er die entführte Nadja findet. Sam ist froh über diesen Fall und kniet sich tief hinein, doch was er dann herausfindet, bringt ihn an die Grenzen seines Verstandes.
Vier durch vier ist bereits der vierte Teil des Berger/Blom-Gespanns. Wobei Molly zu Anfang wenig Raum bekommt. Das Buch ist für den Leser zu Anfang sehr rätselhaft. Mehrere Stränge und dazu noch Mollys wiederkehrender Albtraum – da muss man sich erst einlesen und teilweise zog sich die Handlung auch ein wenig zäh in die Länge.
Teilweise bleiben mir auch noch lose Enden, so ist nicht immer komplett geklärt, wie die Gegenseite zu ihren Erkenntnissen kommt, doch da kann man der Spannung wegen, vor allem zum Ende hin, auch einmal drüber wegsehen. Was ich ein wenig störend fand sind die vielen Entführungsfälle, wobei die auch einen Reiz der Handlung ausmachen, besonders der erste.

Der Schluss ist dann äußerst gemein und macht das Warten auf den nächsten Band zu einer Herausforderung.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.02.2020
Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung / Sophia Bd.1
Bomann, Corina

Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung / Sophia Bd.1


ausgezeichnet

Sophia ist schwanger. Ihr Geliebter hält nicht zu ihr und ihre Eltern verstoßen sie. Sophia muss sehen, wie sie allein zurechtkommt und nutzt ihr Chemiestudium zu einem unerwarteten Schritt: sie bietet der berühmten Kosmetikerin Helena Rubinstein eine neue Creme an und hat Erfolg. Doch dieser Schritt kostet sie einiges.
Der Auftakt zur neuen Serie von Corinna Bomann war schon wieder sehr viel versprechend. Bomanns Charaktere haben Leben und sind anschaulich, die Handlung ist gut recherchiert und die Story toll.
Ich habe mich von der ersten Seite an wohl gefühlt und mit Sophia gelitten und gefreut.
Bomann baut die Handlung logisch auf und versetzt den Leser ins frühe 20. Jahrhundert als es noch nicht normal war, dass Frauen studieren, geschweige denn ledig Kinder bekommen. Man kann sich gut in Sophia einfühlen und bangt und hofft mit ihr. Teilweise fand ich die Handlung allerdings etwas seltsam: die Geburt von Sophias Baby oder die Reaktion von Darren als er von ihrer früheren Schwangerschaft erfährt konnte ich nicht nachvollziehen.
Das Buch hat über 500 Seiten, aber die fliegen durch die flüssig erzählte und spannende Handlung nur so dahin.
Fazit: ein toller Auftaktband und ich freue mich, dass die Folgebände „Sophias Traum“ und „Sophias Triumph“ noch dieses Jahr erscheinen werden.

Bewertung vom 25.02.2020
Unter der Erde
Ludwig, Stephan

Unter der Erde


sehr gut

Als Elias Haack seinen Großvater zum 90. Geburtstag besuchen möchte, kommt er einem großen Geheimnis auf die Spur. Ein eingeschworenes Dorf – doch was hat es zu verbergen?

Was ganz friedlich beginnt, weitet sich zu einer Story aus, an die man als Leser niemals gedacht hätte. Wobei ich es fast ein wenig dick aufgetragen fand. Als Elias in Volkow strandet, ist noch alles normal. Die Menschen sind nett und hilfsbereit, sein Auto wird repariert. Doch irgendetwas kommt Elias komisch vor. Zeit hat er ja, also beginnt er ein wenig zu schnüffeln, doch das stößt den Dorfbewohnern böse auf. Zudem haben sie ja auch noch einen Hintergedanken.
Und den fand ich schon etwas weit hergeholt. Mit einem anderen Verlauf hätte mir das Buch weitaus besser gefallen, aber auch so wird klar, dass Ludwig schreiben kann. Sehr anschaulich stand das Dorf vor meinen Augen und auch die Dorfbewohner konnte ich mir gut vorstellen. Als Leser weiß man nie, wer ist Freund und wer ist Feind und Hilfe kommt am Ende von unerwarteter Seite.
Fazit: Ludwig kann nicht nur Zorn, auch sein Thriller hat funktioniert. Allerdings ist Zorn von den Dialogen her eindeutig überlegen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.02.2020
Das Haus der Frauen
Colombani, Laëtitia

Das Haus der Frauen


ausgezeichnet

„Glücklich sind die mit Rissen im Leben, denn sie lassen das Licht herein“
Mit diesem schönen Satz beginne ich meine Rezension und könnte derer noch viele schöne Zitate aus dem Buch anbringen. Colomba schreibt stark! Mitreißend. Und ihre Charaktere haben einiges erlebt.

Die Anwältin Solène will nach einem Burn-Out nicht mehr in ihr altes Leben zurück. Ihr Psychologe empfiehlt ihr gemeinnützige Arbeit und diese findet sie in einem Frauenhaus. Zuerst tut sie sich schwer, muss selbst über ihren Schatten springen, um Kontakt unter den Bewohnerinnen zu finden, aber schnell findet sie sich zurecht und lebt über den Geschichten der Frauen regelrecht auf. Jede hat ihr Paket zu tragen, jede hat einiges mitgemacht im Leben und diese Geschichten machen das Buch so lesenswert. Sei es Viviane, Lily, Salma oder Binta – was sie erlebt haben lässt Solène nicht mehr los.
In einem zweiten Strang erfährt man mehr über die Gründerin des Frauenhauses. Wie sie unermüdlich gekämpft hat, um ihren Traum zu realisieren. Das fand ich sehr bewegend.
Colombas Roman regt zum Nachdenken an. „Gebt, denn irgendwann seid ihr nicht mehr da“. Und da ist es egal, was man gibt: Geld, Zeit oder Liebe – alles ist wichtig.
Fazit: ich habe mich in dem Roman sehr wohlgefühlt, von Anfang bis Ende.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.