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Benutzername: 
harakiri
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Ostalb
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 1112 Bewertungen
Bewertung vom 17.02.2020
Ein Sommer auf Sylt
Wolf, Lena

Ein Sommer auf Sylt


sehr gut

Als Julia von ihrem Vater ein Haus auf Sylt erbt, fährt sie mit ihrer Mutter und ihren Tanten hin, um es zu verkaufen. Zu groß ist der Schmerz, um es zu behalten. Doch auf Sylt angekommen, stellen sie fest, dass das Haus vermietet ist. Was hat es mit der Mieterin auf sich? Und wieso verhält sich Hotelbesitzer Mats Julia gegenüber so seltsam?
Lauter Fragen, auf die Julia so nach und nach die Antwort erhält. Bloß fallen die Antworten nicht immer so aus, wie sie es gerne hätte. Und dann sind da ja noch ihre exaltierten Tanten und ihre trauernde Mutter, die sie auf Trab halten.
Ein lockerer Roman, der auf einer schönen Insel spielt. Lena Wolf fängt den Zauber Sylts mit ihren Worten und Beschreibungen sehr gut ein. Man spürt förmlich ihre Liebe zu der Insel und möchte am liebsten auch gleich hinfahren. Ihr Schreibstil ist anschaulich und die Charaktere größtenteils sympathisch. Authentisch fand ich vor allem Jo, der seinen Stiefel durchziehen will, auf Biegen und Brechen. Ein richtiger Ko…brocken von Geschäftsmann. Die Tanten fand ich teilweise etwas nervig, aber das ist halt Familie und auch eher authentisch.
Bei Liebesromanen ist das Ende ja meist vorhersehbar, dennoch fand ich es schön, mit Julia die Wochen auf Sylt verbringen zu dürfen, auch wenn ich ihre Motivation manchmal nicht recht nachvollziehen konnte.
Fazit: die Autorin zeichnet schöne Landschaftsbilder und malt authentische Charaktere. Vor diesem Hintergrund webt sie eine nette Love-Story, die man selbst gern erleben würde.

Bewertung vom 17.02.2020
Das Echo deines Todes
Kendrick, Sophie

Das Echo deines Todes


sehr gut

Geheimnisvolle anonyme Einladungen, eine einsame Schäreninsel und ein Geheimnis aus der Vergangenheit machen diesen Krimi zu einem spannenden Abenteuer.
Lara, Becca, Eileen und Michelle wollen ihren Schulabschluss gebührend feiern und verbringen ein paar Wochen auf einer kleinen Schäreninsel. Sie genießen die Einsamkeit, doch auf einmal ist Becca spurlos verschwunden.
16 Jahre später treffen sich die 3 anderen erneut auf der Insel. Merkwürdige Ereignisse bringen sie dazu, sich wieder mit dem Verschwinden von Becca auseinanderzusetzen. Und auf einmal verschwindet wieder eines der Mädchen…
Das Buch beginnt gleich mit dem Verschwinden von Becca, wirft den Leser so gleich voll in die Handlung und baut Spannung auf. Zusätzliche Brisanz erhält die Handlung durch Laras autistische Veranlagung und die Einschübe in Form von Polizeiverhören zum damaligen Verschwinden des Mädchens. Als Leser ist man immer mittendrin und versucht natürlich, sich selbst ein Bild von den Geschehnissen zu machen und was damals passiert sein könnte. Kendrick überrascht jedoch mit einem Ende, das zwar schlüssig, aber dennoch etwas abrupt ist.
Fazit: mich konnte das Buch überzeugen, ich habe mich an den Zeilen regelrecht festgelesen, weil die ganze Handlung an sich ja so überaus rätselhaft war und ich unbedingt wissen wollte, was denn nun auf der Insel geschehen ist.

Bewertung vom 13.02.2020
Wolves - Die Jagd beginnt / New-Scotland-Yard-Thriller Bd.3
Cole, Daniel

Wolves - Die Jagd beginnt / New-Scotland-Yard-Thriller Bd.3


sehr gut

Ich fand das Buch sehr gut, aber die Handlung teilweise sehr verwirrend. In meinen Augen ist es notwendig, dass man die Vorgänger-Bücher gelesen hat, damit man der Handlung vernünftig folgen kann. Zu viele Querverweise aus „Hangman“ und „Ragdoll“ und Handlungen, die einfach von den Vorgängern weiterlaufen, verwirren sonst zu sehr.
Die Rückblenden in die Vergangenheit von Christian und Finlay fand ich sehr spannend und aufschlussreich. Nach und nach gibt der Autor hier eine Story preis, die das Motiv für die Handlung in der Gegenwart ist.
Die Story von „Wolves“ ist in meinen Augen total gelungen. Ein abgeschlossenes Zimmer, ein Toter, kein Motiv und der Selbstmord liegt nahe. Doch William Fawkes, genannt Wolf, glaubt nicht daran, dass sein bester Freund sich etwas angetan hätte. Auch der Leser ist ratlos und freut sich über jeden Schnipsel, den Wolf neu aufdeckt, bis das Rätsel gelöst ist. Doch damit ist das Buch noch nicht zu Ende und hier setzt meine Kritik ein: ab hier wird die Story etwas dröge und zieht sich hin, so dass ich das Buch teilweise beinah aus der Hand legen und Pause machen wollte. Der Täter, der sich allem entzieht hat mich etwas genervt. Aber dann reißt der Autor das Ruder noch einmal herum und das fand ich wiederum total gelungen.
Fazit: ein Buch, das durch seine tolle Story überzeugt, mitunter aber etwas an Spannung verliert.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.02.2020
Abgefackelt / Paul Herzfeld Bd.2
Tsokos, Michael

Abgefackelt / Paul Herzfeld Bd.2


sehr gut

Wenige Tage nach seinem brutalen Erlebnis aus „Abgeschnitten“ hat Paul Herzfeld die Erlebnisse noch lange nicht verdaut. Sein Vorgesetzter tut ihm vermeintlich einen Gefallen, indem er in die Provinz versetzt, zu einem „normalen“ Pathologenjob. Doch gleich nach Herzfelds Ankunft merkt er, dass etwas nicht stimmt. Sein Vorgänger soll sich mit Benzin übergossen und angezündet haben, doch die Umstände seines Todes werden nicht untersucht und so beginnt Herzfeld, sich etwas umzuhören. Dabei stößt er auf etwas Unglaubliches.
Das Buch startet etwas zäh. Bis alle Personen vorgestellt sind braucht es seine Zeit und der Spannungsbogen startet dann erst etwas verspätet. Aber der Fall hat es in sich und ich habe mich in der Handlung sehr wohl gefühlt. Ein sehr aktuelles Thema, das Tsokos hier aufgreift. Dadurch, dass dieses Thema, also der Auslöser des Mordes an dem Kollegen von Herzfeld, sehr lange im Dunkeln bleibt, rätselt man als Leser automatisch mit und es bleibt spannend.
Viele kurze Kapitel mit wechselnden Perspektiven halten die Spannung zusätzlich hoch und das Ende lässt eine weitere Fortsetzung erahnen.
Einschübe aus realen Geschehnissen aus dem Pathologenleben machen das Buch authentisch und lebendig, sorgen aber für einen geringen Spannungsabfall.
Fazit: wieder ein lesenswertes Buch, das viel Kurzweil beschert, anfangs allerdings ein wenig dauert, bis es richtig fesselt.

Bewertung vom 06.02.2020
Blutige Gnade / Mara Billinsky Bd.4 (eBook, ePUB)
Born, Leo

Blutige Gnade / Mara Billinsky Bd.4 (eBook, ePUB)


sehr gut

Die Krähe ist zurück. Mara in ihrem schwersten Fall. Denn ihr Widersacher ist ihr geistig überlegen und das macht es schwer, zu erkennen, was wirklich passiert ist.
Ein Enthüllungsjournalist kommt einem großen Skandal auf die Spur. Doch bevor er diesen veröffentlichen kann, wird er grausam ermordet. Weitere Morde beschäftigen das Kriminalkommissariat Frankfurt mit Mara Bilinsky und Jan Rosen. Falsche Spuren führen die Ermittler in die Irre und bis Mara auf den wahren Sachverhalt kommt, ist es beinahe schon zu spät.
Ein Wiedersehen mit Mara, Rosen und Rafael. Der junge Mann leidet noch an seinem Liebeskummer, weil seine Freundin ausgewiesen wurde. Zur Ablenkung arbeitet er in einer Fleischfabrik und gerät in Gefahr, weil er etwas zu neugierig ist.
Teilweise serviert Born sehr harte Kost. Die Szene mit der Nagelpistole fand ich herrlich gruselig, sie ist aber nichts für schwache Nerven. Auch so manche Verfolgungsjagd gelingt sehr spannend und realistisch. Der Spannungsbogen ist recht hoch und das Privatleben von Mara bekommt neue Brisanz.
Auch der 4. Fall um Mara und Rosen hat mich gefesselt und ich mochte den Schreibstil und die Charaktere wieder sehr gerne. Auch wenn der Mord an Maras Mutter nun aufgeklärt ist, verliert die Reihe nicht an Spannung. Die viele wörtliche Rede macht das Buch lebendig und regt teilweise auch zum Schmunzeln an, wenn Mara und Rosen aneinandergeraten.
Fazit: Ich freue mich bereits auf den nächsten Band.

Bewertung vom 30.01.2020
Eisige Dornen / Nathalie Svensson Bd.4
Moström, Jonas

Eisige Dornen / Nathalie Svensson Bd.4


ausgezeichnet

Ein mysteriöser Mordfall erschüttert Schweden: quer durchs Land werden Menschen tot aufgefunden – friedlich im Bett liegend, mit einer blauen Rose in den Händen. Psychiaterin Natalie Svensson findet schnell einen Zusammenhang zwischen den Morden. Doch dann passiert etwas, mit dem niemand gerechnet hätte.
Auch der Leser nicht. Auf diese Wendung wäre ich im Leben nicht gekommen, finde sie aber schlüssig und plausibel. Der Spannungsaufbau im Buch ist sehr hoch und durch die Einschübe mit einer Geschichte aus der Vergangenheit, auch rätselhaft genug. Zudem wechseln die Erzählperspektiven zwischen den verschiedenen Städten, was die Spannung zudem noch hochhält.
Natalie Svensson und ihr Team mag ich vom ersten Buch an. Die Charaktere sind authentisch und nicht überzogen dargestellt, ihr Privatleben wird nebenbei mitlaufen lassen, ohne die Story zu verwässern und die Schreibweise von Moström ist so klasse, dass sich das Buch fast von allein liest.
Das Buch ist 515 Seiten stark und anfangs hatte ich noch Furcht, dass sich das ziehen könnte. Aber weit gefehlt! Jedenfalls flog ich nur wieder so durch die Seiten.
Fazit: Auch der 4. Fall für Svensson hat mich wieder gefesselt und ich freue mich schon auf den nächsten Band.

Bewertung vom 30.01.2020
Das verschwundene Mädchen / Cold Case Bd.1
Frennstedt, Tina

Das verschwundene Mädchen / Cold Case Bd.1


sehr gut

Ein neuer Stern am skandinavischen Krimihimmel und ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt im Buch. Die Charaktere handeln authentisch und sind sympathisch. Nicht kaputt oder problemzerfressen und sie begeben sich auch nicht unnötig in brenzlige Situationen. Auch der Fall ist klug aufgebaut und die Autorin führt den Leser zwischendurch auch gern mal aufs Glatteis, indem sie falsche Spuren streut.
Eigentlich sind es zwei Fälle: die Suche nach dem Vergewaltiger und die nach dem Mörder. Ob beide Fälle zusammenhängen muss Kommissarin Tess erst herausfinden. Und das ist gar nicht so einfach. Sie hat zwar starken Rückhalt in ihrem Team, aber der Täter ist schlau und dringt sogar in ihre privaten Kreise vor.
Cold Cases sind ja immer schwer zu lösen und ich finde, dass Autoren, die sich mit solchen Handlungen beschäftigen, großer Respekt gebührt. Denn die Fälle müssen sehr logisch aufgebaut sein und das entscheidende Detail, das damals übersehen wurde, darf nicht zu groß sein, sonst wird es unglaubwürdig. Dies ist Tina Frennstedt hervorragend und überzeugend gelungen.
Fazit: Ich mag skandinavische Krimis sehr gerne und bleibe auch gerne dieser Serie treu.

5 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.01.2020
Die Fesseln des Bösen
Grangé, Jean-Christophe

Die Fesseln des Bösen


sehr gut

Kommissar Corso hat einen schweren Fall zu lösen: Der Mord an zwei Frauen, wie er grausamer fast nicht sein könnte. Doch der vermeintliche Mörder hat ein Alibi. Corso ist dennoch von seiner Schuld überzeugt und verbeißt sich richtig in den Fall.
Ich freue mich ja jedes Mal wieder über ein neues Buch von Grangé. Doch dieses hat mich sehr überrascht. Grangé schreibt einen Thriller, der es in sich hat. Er schreckt auch vor harten Sexpraktiken nicht zurück, überrascht mit spannenden Wendungen und lässt den Leser an der eigenen Wahrnehmung zweifeln.
Das Buch ist in 3 Teile gegliedert: das Kennenlernen der Charaktere und die beiden Morde, die Jagd auf den Killer und der Versuch, ihn zu überführen.
Alle 3 Teile sind spannend und fesselnd. Als Leser macht man sich ja selbst seine Gedanken über den Täter und man fragt sich, ob Sobiesky wirklich der Mörder ist und wenn ja, wie er sein Alibi fälschen konnte. Der Weg Corsos ist lang und steinig und teilweise macht er sich auch selbst die Hände schmutzig und muss von seiner Kollegin gerettet werden. Diese Teile fand ich jedoch eher unglaubwürdig und für mich passte das nicht so ganz. Auch wenn Corso (natürlich) selbst eine schmutzige Vergangenheit hat.
Das Ende hat mich dann doch sehr überrascht und ich bin gespannt, ob es einen weiteren Thriller mit Corso geben wird. Aufgebaut ist das Buch so, als könnte es weitere Fälle für den Kommissar geben.
Fazit: bis auf kleinere Ungemütlichkeiten ein sehr gutes, spannendes Buch.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.01.2020
Der Sunday Lunch Club
Ashton, Juliet

Der Sunday Lunch Club


sehr gut

Eine ganz normale Familie?

Fast. Freud und Leid liegen eng beieinander bei der Familie Piper. Alle paar Wochen treffen sie sich bei einem anderen Familienmitglied zum Lunch. Anna, Maeve, Josh und Neil. 4 Geschwister wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, aber sie halten zusammen. Denn jeder hat so seine Probleme und Geheimnisse.

Juliet Ashton schreibt einen Roman, der fesselt. Jeder hat selbst Familie und jeder kann nachvollziehen, wie es in Familien so zugeht. Ein Auf und Ab an Gefühlen und Ashton verpackt das wunderbar. Ihre Charaktere haben mir sehr gut gefallen, allen voran Anna, die lernen muss, sich selbst zu lieben, bevor sie ihr Baby lieben kann. Auch Oma Dinkie, die die Kinder aufgezogen hat, fand ich toll charakterisiert. Man lebt quasi mit der Familie mit. Und entdeckt mit den anderen die Geheimnisse, die jeder so hat. Eben fast wie in der eigenen Familie. Das macht diesen Roman so lesenswert.

Ashtons Schreibstil ist leichtgängig und eindrucksvoll. Man fühlt sich von der ersten Seite an wohl und würde auch gern mal an so einem Treffen teilnehmen. Denn Freunde sind auch zugelassen und oft mehr als erwünscht.

Fazit: Eine (fast) ganz normale Familie, bei der es Freude macht, sie ein paar Monate zu begleiten.

Bewertung vom 27.01.2020
Der rote Judas / Paul Stainer Bd.1
Ziebula, Thomas

Der rote Judas / Paul Stainer Bd.1


ausgezeichnet

Als Kommissar Paul Stainer aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt ist nichts mehr wie es war: er leidet unter Albträumen und seine Frau Edith hat ihn totgewähnt und ist eine neue Beziehung eingegangen. Doch sein ehemaliger Arbeitgeber hält zu ihm und betraut ihn gleich mit einem schwierigen Fall: gleich 5 Tote gibt es in der Stadt Leipzig und Stainer soll den Täter finden. Doch je näher er diesem kommt, muss er erfahren: es ist kein Unbekannter.

Ziebulas neuer Roman fesselt. Und zwar von der ersten Seite an. Dabei ist die Handlung erst einmal recht unübersichtlich, aber nach und nach wird alles aufgedröselt und am Ende bleiben keine offenen Fäden mehr.
Einen Mord zu lösen ist heutzutage schon nicht einfach, Ziebula siedelt seinen Fall im Jahr 1920 an, also vor genau 100 Jahren und dies mitzuverfolgen hat wirklich Spaß gemacht. Ohne moderne Technik war es noch viel schwieriger, den richtigen Täter zu finden und genau das macht einen großen Reiz dieses Buches aus.
Paul Stainer war mir gleich sympathisch, auch wenn er ein Trauma mit sich schleppt. Doch dieses nimmt zum Glück nicht so viel Raum ein. Seine Ermittlerfähigkeiten stehen im Vordergrund und wirken realistisch und glauvwürdig.
Fazit: sehr fesselnd, unbedingt lesen.