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Benutzername: 
KimVi
Wohnort: 
Niedersachsen
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 1589 Bewertungen
Bewertung vom 27.12.2020
Solange du noch lebst
Belle, Kimberly

Solange du noch lebst


gut

Für Kat beginnt ein wahrer Albtraum, als am frühen Morgen die Polizei an ihre Haustür klopft, um ihr mitzuteilen, dass ihr achtjähriger Sohn Ethan aus dem Feriencamp verschwunden ist und vermisst wird. Da es im Camp kurz zuvor zu einem Brand gekommen ist, besteht die Möglichkeit, dass Ethan während des Chaos entführt wurde. Doch wer sollte ein Interesse daran haben, Kats Sohn zu entführen? Denn Kat verfügt nicht über große Reichtümer. Deshalb fällt ihr erster Verdacht auf ihren Ex-Mann. Doch dann erhält die Frau des Bürgermeisters einen Anruf und es scheint so, als ob eigentlich ihr Sohn Ziel der Entführung gewesen wäre...

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Abwechselnd stehen Kat und die Frau des Bürgermeisters im Zentrum der Ereignisse. Man kann Kats Verzweiflung über Ethans Verschwinden glaubhaft nachvollziehen und rätselt mit, wie es dazu kommen konnte. Auch wenn die Ereignisse innerhalb der Familie des Bürgermeisters zunächst eher gemächlich beginnen, steigert sich auch hier die Spannung nach und nach. 

Die Suche nach Ethan wird nachvollziehbar beschrieben. Dabei kommt Schritt für Schritt ans Tageslicht, dass politische Intrigen und auch Mobbing eine große Rolle spielen. Auch wenn Hochspannung und Nervenkitzel, die eigentlich einen Thriller ausmachen sollten, nicht so richtig aufkommen wollen, bleibt die Handlung doch durchgehend interessant. Denn es gibt einige Geheimnisse aufzudecken. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Die Autorin beschreibt Handlungsorte und Charaktere so gekonnt, dass man die Ereignisse beim Lesen vor Augen hat. Die Charaktere sind nicht so leicht zu durchschauen. Man fasst nicht nur Sympathien, sondern auch spontane Abneigungen. Im weiteren Verlauf entwickeln sich die Akteure allerdings weiter, wodurch es bei einigen Charakteren dazu kommt, dass man den ersten Eindruck überdenken muss. 

Ein hochspannender Thriller ist dieses Buch zwar nicht, aber dennoch wird eine intensiv erzählte Geschichte geboten, die man durchgehend interessiert beobachten kann. 

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.12.2020
Wild like a River / Kanada Bd.1
Mohn, Kira

Wild like a River / Kanada Bd.1


sehr gut

Haven ist 19 Jahre alt und lebt gemeinsam mit ihrem Vater in einem kanadischen Nationalpark. Sie liebt das Leben in der Natur und fühlt sich dort wohl. Im Umgang mit Menschen ist Haven allerdings eher zurückhaltend. Doch dann lernt sie den Studenten Jackson kennen, der mit einem Kumpel eine Wanderung durch den Nationalpark macht. Er ist sofort fasziniert von der Umgebung - und von Haven. Jackson sucht Havens Nähe und lässt sich von ihr durch den Park führen. Wundervolle Tage beginnen, doch dann muss Jackson zurück in die Stadt und Haven beginnt ihr bisheriges Leben zu überdenken...

Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus der Sicht von Haven und Jackson, geschildert. Beide Protagonisten wirken von Anfang an sympathisch und deshalb fällt es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Man kann dabei die Gedanken und Gefühle der beiden Hauptcharaktere mühelos nachvollziehen und außerdem hautnah beobachten, wie sie aufeinander wirken.

Doch nicht nur die Charaktere wirken lebendig, sondern auch die Handlungsorte. Denn es gelingt der Autorin einfach hervorragend, die Landschaft des Nationalparks zu beschreiben. Man hat schon beinahe das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und die beschriebenen Tiere, denen Haven sogar Namen gegeben hat, zu beobachten. Das verleiht diesem Buch eine einzigartige Atmosphäre, der man sich kaum entziehen kann.

Die Geschichte selbst ist eher ruhig und passt damit gut zu Haven. Es kommt zwar im Verlauf zu Überraschungen, doch insgesamt gesehen, plätschert das Ganze eher vor sich hin. Dennoch kann man die Erzählung genießen, da die Protagonisten durchweg sympathisch und menschlich wirken, die Hintergrundkulisse einzigartig ist und die Atmosphäre einfach zum Wohlfühlen einlädt.

Ein absolutes Wohlfühl-Buch, mit dem man wunderbare Lesestunden verbringen und dabei einfach mal die Seele baumeln lassen kann.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.12.2020
So blutig die Nacht / Kate Marshall Bd.1
Bryndza, Robert

So blutig die Nacht / Kate Marshall Bd.1


ausgezeichnet

Vor sechzehn Jahren änderte sich das Leben von Kate Marshall schlagartig. Damals gehörte sie zu einem Team, das einem Serienkiller auf der Spur war. Durch einen Zufall kam Kate ihm auf die Schliche und überlebte die Konfrontation nur knapp. Mittlerweile arbeitet Kate nicht mehr im Polizeidienst, sondern als Dozentin an einer Universität. Doch die Vergangenheit beginnt sie einzuholen, als ein älteres Ehepaar sie darum bittet, ihre seit Jahren vermisste Tochter zu finden und es plötzlich zu Morden kommt, die denen, die der damalige Serientäter verübt hat, gleichen....

"So blutig die Nacht" ist der Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe um die ehemalige Polizistin Kate Marshall. Ohne langatmiges Vorgeplänkel, befindet man sich sofort mitten im Geschehen und beobachtet, wie es Kate damals gelang, den Serienkiller zu entlarven und ihm letztendlich zu entkommen. Das Interesse an Kate und den kommenden Ereignissen wird dadurch sofort geweckt. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert und ist in relativ kurze Abschnitte unterteilt. Dadurch wird bereits früh ein hohes Tempo aufgebaut. Kates Suche, nach Hinweisen, zu der damals verschwundenen Tochter des Ehepaars, das sie kontaktiert hat, wird glaubhaft und nachvollziehbar geschildert. Die aktuellen Morde, die scheinbar durch einen Nachahmungstäter verübt werden, geben dem Thriller zusätzliche Spannung. Dadurch, dass man in einigen Perspektiven dem damaligen, bereits langjährig inhaftierten Killer und auch dem Nachahmungstäter über die Schulter schauen kann, hat man einen guten Überblick über die Gesamthandlung und ahnt, was sich da über Kate zusammenbraut. Die Spannung kann nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern sich im Verlauf der Handlung stetig steigern, um schließlich in einem nervenaufreibenden Finale zu gipfeln. 

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und äußerst angenehm zu lesen. Es gelingt ihm mühelos, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man sie beim Lesen vor Augen hat und jede Seite dieses spannenden Thrillers genießen kann. Man gerät dadurch förmlich in den Sog der Ereignisse und mag das Buch erst aus der Hand legen, wenn man am Ende angekommen ist. 

Ein spannender Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe, der definitiv Lust auf weitere Bände macht. 

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.12.2020
Zeit der Wunder / Kinderklinik Weißensee Bd.1
Blum, Antonia

Zeit der Wunder / Kinderklinik Weißensee Bd.1


ausgezeichnet

Berlin, 1911: Für die Schwestern Marlene und Emma ist die Zeit im Waisenhaus vorbei. Sie werden als Lernschwestern in der Kinderklinik Weißensee aufgenommen. Die Zeit im Waisenhaus hat die Schwestern zusammengeschweißt. Doch langsam beginnt das innige Verhältnis der Schwestern zu bröckeln. Denn Marlene träumt davon, nach ihrer Ausbildung Medizin zu studieren und Emma, die eher schüchtern ist, fühlt sich schon bald zurückgesetzt....

"Zeit der Wunder" ist der Auftakt der Kinderklinik-Weißensee-Reihe. Deshalb lernt man zunächst die Charaktere und den Klinikalltag kennen. Der Autorin gelingt es dabei hervorragend, die damaligen Zustände und Lehrmethoden im Krankenhaus zu beschreiben und dabei so zu vermitteln, dass man mühelos in die vergangene Zeit eintauchen kann.

Die Charaktere wirken ebenfalls authentisch. Man entwickelt sofort Sympathien für die beiden Schwestern und beobachtet, was der neue Lebensabschnitt für sie bereithält. Die Handlungsorte und die anderen Akteure werden so mitreißend beschrieben, dass man schon bald mit Emma und Marlene mitfiebert und mit einem mulmigen Gefühl beobachtet, wie sie sich voneinander entfernen. Der Autorin gelingt es dabei glaubhaft zu beschreiben, warum die beiden so agieren. Denn die Gründe kann man auf beiden Seiten nachvollziehen. Doch auch sonst hält die Geschichte einige Wendungen bereit, denn die Schwestern müssen sich nicht nur mit der schwierigen Ausbildung, sondern außerdem mit Neid und Intrigen auseinandersetzen. Eine gut abgestimmte Prise Romantik rundet das Ganze ab.

Ein gelungener Einstieg in die Kinderklinik-Weißensee-Reihe, bei dem man interessante, historische Hintergrundinformationen bekommt und zwei sympathische Charaktere beobachten darf. Die Schlussszene sorgt dafür, dass man kaum erwarten kann, den nächsten Teil in den Händen zu halten.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.12.2020
Der Mädchenwald
Lloyd, Sam

Der Mädchenwald


sehr gut

Als die 13-jährige Elissa während eines Schachturniers kurz etwas aus dem Wagen ihrer Mutter holen will, wird sie entführt. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich in einem eiskalten Keller. Sie ist angekettet und ihre Lage scheint aussichtslos. Doch dann beginnt Elijah sie zu besuchen. Der Junge scheint Elissas einzige Chance zu sein, aus dem Keller zu entkommen. Sie versucht, ihn auf ihre Seite zu ziehen, doch Elijah kennt die Regeln des Spiels weitaus besser als Elissa...

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Abwechselnd stehen Elissa, Elijah und die leitende Ermittlerin, die verzweifelt versucht, Elissa lebend zu finden, im Zentrum der Ereignisse. Das Ganze läuft nicht immer chronologisch ab, deshalb sollte man gerade anfangs konzentriert lesen, um den roten Faden nicht zu verlieren. 

Die Atmosphäre ist düster und stellenweise bedrückend. Man kann Elissas Gedanken und Gefühle, die auf sie in dem dunklen, nassen Keller einprasseln, glaubhaft nachvollziehen. Die Suche der leitenden Ermittlerin ist nicht nur spannend, sondern gibt außerdem einen Einblick in die Qualen, die Elissas Mutter durchlebt.  Doch auch Elijahs Sicht auf die Dinge ist interessant und regt dazu an, eigene Überlegungen anzustellen. Doch in diesem Thriller ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint.

In der ersten Hälfte verläuft die Handlung, trotz der düsteren Stimmung, eher gemächlich. Doch dann kommt es zu Wendungen, die dafür sorgen, dass die Spannungskurve steil nach oben steigt. Ab diesem Moment kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen, denn man gerät in den Sog der Ereignisse und wird förmlich mitgerissen. Das Ganze gipfelt mit einem hochspannenden Finale, das auch noch mit Überraschungen aufwarten kann. 

Nach einem eher gemächlichen Start, nimmt dieser Thriller unverhoffte Wendungen, die dafür sorgen, dass man das Ganze atemlos verfolgt. 

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.12.2020
Die Frequenz des Todes / Jula Ansorge Bd.2
Kliesch, Vincent

Die Frequenz des Todes / Jula Ansorge Bd.2


ausgezeichnet

Eine junge Mutter glaubt ihren Augen nicht zu trauen, als sie in die Wiege ihrer kleinen Tochter schaut. Die Kissen sind blutig und das Kind ist verschwunden. Voller Panik wählt sie den Notruf. Doch dieser wird von ihrem Ehemann unterbrochen. Niemand ahnt, was dieser Notruf auslöst....

So spannend beginnt der zweite Band der Auris-Reihe, der von Vincent Kliesch, nach einer Idee von Sebastian Fitzek, verfasst wurde. Dadurch ist man sofort mitten im Geschehen und verfolgt gebannt die Ereignisse, die nun ihren Lauf nehmen. Denn der Notruf wird dem forensischen Phonetiker Matthias Hegel, der mittlerweile in Moabit in Untersuchungshaft sitzt, vom LKA zugespielt. Er soll mit seinen Fähigkeiten herausfinden, aus welchem Haus der Notruf abgesetzt wurde . Matthias Hegel holt Jula Ansorge mit ins Boot, die sich nur unter der Voraussetzung, mehr über ihren Bruder zu erfahren, zur Zusammenarbeit bereiterklärt. 

Um dem aktuellen Fall zu folgen, ist es nicht unbedingt erforderlich, den ersten Band zu kennen. Allerdings ist es empfehlenswert, um das Verhältnis zwischen Jula Ansorge und Matthias Hegel besser zu verstehen. Es gibt zwar eingeflochtene Hinweise dazu, doch diese sind natürlich nicht allzu umfangreich. 

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Vincent Kliesch beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so authentisch, dass man sich alles mühelos vorstellen kann. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, die oft an entscheidenden Stellen wechseln. Dadurch baut sich die Spannung bereits früh auf. Da man zunächst keine Ahnung hat, was hinter allem stecken könnte, wird man dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Doch hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Schon bald hat man das Gefühl, dass man niemandem trauen kann und das feuert die Spannung zusätzlich an. Zum Ende hin zieht das Tempo sogar noch stärker an. Die Ereignisse überschlagen sich. Es wird so spannend, dass man das Buch erst aus der Hand legen mag, wenn man am Ende angekommen ist. 

Ein durchweg spannender Thriller, der sich zu einem echten Pageturner entwickelt, den man am liebsten in einem Rutsch verschlingen möchte. 

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.12.2020
Drei Frauen im Schnee
Imboden, Blanca

Drei Frauen im Schnee


ausgezeichnet

Sonja ist schon lange mit ihrem Mann Paul verheiratet. Gemeinsam mit ihren beiden Zwillingsmädchen, die bereits im Teenager-Alter sind, leben sie unter einem Dach mit Pauls Mutter. Paus Mutter hat feste Vorstellungen, wie das Weihnachtsfest abzulaufen hat. Doch in diesem Jahr fasst Sonja den Entschluss, dass das Fest ganz anders werden soll. Das passiert dann auch - aber leider ganz anders, als von Sonja erhofft! Dennoch kommt auch etwas Gutes dabei heraus, denn Sonja trifft zwei Frauen, die schon bald zu sehr guten Freundinnen werden. Die braucht sie auch, denn der Start ins Neue Jahr verläuft noch katastrophaler als das Weihnachtsfest...

Die Handlung wird aus der Sicht der Hauptprotagonistin Sonja erzählt. Sie wirkt vom ersten Moment an sympathisch und führt locker durch das Geschehen. Man kann sich mit ihr identifizieren und den, gerade anfangs häufig aufblitzenden, Humor genießen. Denn Sonja kann auch mal über sich selber lachen oder Situationen so schildern, dass man einfach schmunzeln muss. Doch das ist nicht alles, was diese Geschichte zu bieten hat. Denn Sonja muss sich mit ungeahnten Wendungen, die ihr Leben plötzlich nimmt, auseinandersetzen. 

Die Charaktere wirken durchweg authentisch. Man sieht sie beim Lesen förmlich vor sich und kann deshalb mühelos in die Erzählung eintauchen. Man fiebert nicht nur mit Sonja mit, sondern auch mit den anderen Akteuren. Es gilt, einige Herausforderungen zu meistern, die nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch dazu, nie die Hoffnung aufzugeben. In der Atmosphäre, die zwischen den Zeilen schwebt, fühlt man sich beim Lesen einfach wohl. Die Handlung wirkt dabei auch nicht zu vorhersehbar, sondern einfach stimmig. 

Ein wunderbares Leseerlebnis, das nicht nur zur Weihnachtszeit zum Nachdenken anregt. 

1 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.12.2020
Weihnachten am Ku'damm
Riebe, Brigitte

Weihnachten am Ku'damm


ausgezeichnet

Es ist kurz vor Weihnachten, im Jahre 1946. Der Krieg ist zwar vorbei, doch Hunger und Kälte bestimmen den Alltag der Menschen. Auch die Thalheims, deren Kaufhaus durch Bomben zerstört ist, können von einem Weihnachtsfest, wie es früher war, nur träumen. Eines Abends findet Rike einen völlig entkräfteten achtjährigen Jungen im Schnee. Obwohl die Thalheims selbst kaum Platz und nur das Nötigste zum Leben haben, ist für Rike klar, dass sie den Jungen mit nach Hause nimmt. Dort kümmert sich die Familie um den kleinen Erich und ist bestürzt, als er seine Geschichte erzählt. Für die Thalheims ist es selbstverständlich, dass Erich ein schönes Weihnachtsfest verdient hat, obwohl sie selbst noch nicht einmal wissen, ob es in diesem Jahr überhaupt einen Christbaum geben wird...

Der Einstieg in diesen Weihnachtsband verläuft ohne langatmiges Vorgeplänkel. Man befindet sich sofort mitten im Geschehen und beobachtet, wie die Thalheims versuchen, dem Hungerwinter 1946 zu trotzen. Brigitte Riebe gelingt es hervorragend, Handlungsorte und Charaktere so lebendig zu beschreiben, dass man alles sofort vor Augen hat. Man meint dabei schon fast, den eisigen Wind und die Kälte, die allgegenwärtig ist, zu spüren. Kälte und Hunger bestimmen das Leben der Menschen und auch die Thalheims bleiben davon nicht verschont. Doch sie bleiben sich dabei selbst treu.

Für Fans der 50er-Jahre-Trilogie ist dieser Band ein absolutes Muss. Denn hier kann man den liebgewonnenen Charakteren, die man schon beinahe als Familienmitglieder betrachtet, ein weiteres Mal über die Schulter schauen und das Wiedersehen mit ihnen genießen. Der Schreibstil ist flüssig und liest sich äußerst angenehm. Die Autorin versteht es auch in diesem kurzen Band wieder, die historischen Begebenheiten mit der fiktiven Familie zu verknüpfen, wodurch das Ganze authentisch wirkt. 

Diese Weihnachtgeschichte beschreibt aber nicht nur Sorgen und Nöte, sondern auch Hoffnung, Vertrauen, Zusammenhalt und Nächstenliebe, wodurch sie bestens in die Adventszeit passt. 

11 von 16 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.