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Meggie
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Bewertungen

Insgesamt 1206 Bewertungen
Bewertung vom 03.09.2017
Zartbitter ist das Glück
Østby, Anne

Zartbitter ist das Glück


ausgezeichnet

Welch zauberhafte Geschichte um 5 ältere Damen, die im hohen Alter nochmals alles dafür geben, glücklich sein zu dürfen. Gäbe es einen besseren Ort als eine Kakaoplantage auf den Fidschi-Inseln mitten im Stillen Ozean? Ja, werden viele denken. Aber wenn man die wundervolle Geschichte gelesen hat, weiß man, dass es für die fünf Frauen einfach der perfekte Ort ist. Ein Stück vom Glück eben.

Ich habe mal wieder gemerkt, dass ich nicht skeptisch an eine Geschichte herangehen darf. Als ich vom Verlag das Buch zugesandt bekam, und ich nach Lesen des Klappentextes mal eben wieder besagte Skepsis verspürte, habe ich mich aufgerafft, in die Story einzutauchen. Und ich muss zugeben, dass ich schon nach wenigen Seiten vom Zauber der Geschichte gefangen war. Unter anderem auch wegen der sehr flüssigen und harmonischen Schreibweise.
Mir ist nun nach Lesen verschiedener skandinavischer Autoren aufgefallen, dass sich er Stil hier sehr von deutschen oder amerikanisch/englischen Autoren sehr unterscheidet.

Die Tiefgründigkeit der Story macht es einem schwer, wieder in den normalen Alltag einzufinden. Mehrmals hatte ich z. B. bei der Hausarbeit meine Gedanken bei dem Buch und ich fragte mich, was sich wohl als nächstes in den bewegten Leben von Kat, Lisbeth, Sina, Maya und Ingrid wohl abspielen wird.

Denn die Fünf könnten nicht unterschiedlicher sein. Und doch verbindet sie die Freundschaft aus den Jugendjahren. Hier scheint vor allem Kat die treibende Kraft zu sein. Sie ist das Verbindungsglied zwischen allen.
Man lernt viel über das Leben der Frauen kennen. Kinder und Ehemänner werden erwähnt, aber auch verschiedene Szenen aus der Vergangenheit kommen als Rückblenden zu Wort. Und auch Zukunftsängste.

Es stellt sich immer wieder die Frage: Sind die Frauen glücklich? Haben sie das Leben gelebt, dass sie sich vorgestellt haben? Und sind sie ehrlich zueinander bzw. gegenüber sich selbst?

Man lernt auch viel über die Schokoladenherstellung, die aber eigentlich eher so nebensächlich abläuft. Trotzdem ist es interessant, wie dies funktioniert.

Den "Leidens"Weg der Frauen mitzuverfolgen, war für mich sehr inspirierend und hat mich dazu gebracht, auch mal über mein Leben nachzudenken. Dies ließ mich zum Schluss kommen, dass ich sehr zufrieden bin, wie es bis jetzt gelaufen ist. Ändern möchte ich nicht viel, doch gibt es einige Punkte, über die ich intensiver nachdenken werde und die einer Veränderung bedürfen.
So kann ich zu meinen Glück noch ein paar Stück hinzufügen.

Aber nicht nur die fünf Frauen, auch die Nebenrollen sind gut durchdacht und haben ausreichend Platz in der Geschichte. Hier ist es vor allem die Haushälterin Arteca, die mich sehr begeistern konnte. Eine sehr mütterliche Person, der es daran gelegen ist, dass es jedem gut geht.

Die Lebensweise der Fidschijaner wird ebenfalls ausführlich zelebriert und so bekommt man große Lust, dort einmal Urlaub zu machen. Aber nicht in den großen Hotels, sondern in einem kleinen Dorf, eben mitten im Leben. Denn Tradition wird dort großgeschrieben.

Die Geschichte wird kapitelweise jeweils aus Sicht einer anderen Frau erzählt, bei Lisbeth, Maya, Ingrid und Sina aus Sicht einer dritten Person, während Kat in Ich-Form auftritt und Arteca in Tagebucheinträgen zu Wort kommt.

Auch die Optik des Buches ist erwähnenswert. In Leinen gebunden und mit geradem Rücken ist es für das Auge und das Bücherregal ein Schmuckstück. Das bedruckte Lesebändchen bietet nochmals ein kleines Highlight.
Der neu gegründete Verlag Wunderraum hat sich hier einiges einfallen lassen. Und wenn ich mir die Vorschau so ansehe, kommen noch weitere kleine "Wunder".

Fazit:
Ein tiefgründiger Ausflug in den Stillen Ozean.

Bewertung vom 31.08.2017
Fangirl
Rowell, Rainbow

Fangirl


ausgezeichnet

Welch wunderschöne, tief gehende und zarte Geschichte, die sich einem hier langsam aber sich entfaltet. Je mehr man liest, umso tiefer wird man in Cath Leben gezogen. Ich konnte mich so gut in Cath hineinversetzen, da ich mich absolut mit ihr identifizieren konnte. Dies geschieht nicht sehr oft bei Buchcharakteren.

Die Autorin hat einen sehr flüssigen und einfühlsamen Schreibstil. Dies führt dazu, dass man sich regelrecht in der Geschichte verliert.
Cath ist ein so zarter Charakter, der es nicht leicht hat. Ihre Zwillingsschwester ist diejenige, die das Selbstvertrauen abbekommen hat. Früh verlassen von der Mutter, mussten beide schon früh erwachsen werden. Ihr Vater hat beide allein aufgezogen. Seine Sache hat er eigentlich gut gemacht, doch hat er auch selbst Probleme, die erst nach und nach in der Geschichte dargelegt werden.

Während Cath sich immer mehr zurückzieht und ihre Leidenschaft in ihren geschriebenen Geschichten auslebt, versucht ihr Zwillingsschwester sich mehr in Partys auszuleben. Dabei stößt sie jedoch auch an ihre Grenzen und so ist es Cath, die sich nun nicht nur um ihren Vater, sondern auch um ihre Schwester Sorgen machen muss.

Und dann sind da noch Levi, der Freund ihrer Mitbewohnerin und Nick, mit dem sie zusammen an einer Geschichte für den Kurs Kreatives Schreiben arbeitet. Beide schwirren Cath im Kopf herum, doch weiß sie auch, dass sie sich beiden nicht offenbaren kann. Dafür ist sie viel zu schüchtern.

Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Cath weiter. Sie macht so einiges durch und muss auch einiges einstecken.
Ihre Fanfiction-Geschichten halten sie jedoch aufrecht.
Und das ist das Schöne an der Geschichten. Zwischen den Kapiteln gibt es immer wieder Ausschnitte aus "Büchern" von der Autorin "Gemma T. Leslie". Einer fiktiven Geschichte von einer fiktiven Autorin. Dies ist eine so schöne Idee, da man sich hier so sehr hineinversetzen kann. Wenn man Harry Potter-Fan ist, kann man Cath natürlich verstehen. Ihre Liebe zu der Buchfigur "Simon Snow" und die Bewunderung der Autorin "Gemma T. Leslie". Es sind so viele Parallele zu ziehen und so ergibt sich eben diese wunderschöne Geschichte.

Man verfolgt somit zwei Stränge, einmal die Ausschnitte aus "Simon Snow" und einmal die Geschichte um das Erwachsenwerden von Cath. Mit allem was dazu gehört. Zukunftsängste, die erste Liebe, Streitereien, Misserfolge, Erfolge und vor allem Zusammenhalt, Freundschaft und Familienverbundenheit.

Cath ist eine Person, die man den ganzen Tag im Arm halten will. Man will ihr helfen, sich endlich frei zu entfalten, endlich zu leben und endlich auch mal über die Strenge zu schlagen und doch weiß man, dass sie genau den Weg gehen muss, denn sie einschlagen will, um sich endlich das zu erfüllen, was sie sich schon so sehnlichst wünscht.

Die Story ist voller Emotionen und ich musste mir mehr als einmal die Tränen aus den Augen wischen, weil ich so sehr mit Cath mitfühlen könnte. Sie geht ihren Weg, sieht steht ihre Frau, auch wenn sie es auf ihre ganz eigene Art macht.

Fazit:
Wer ein "Fangirl" ist, sollte dies auch zeigen. Denn dadurch wird man noch liebenswerter.

Bewertung vom 24.08.2017
Seelen
Meyer, Stephenie

Seelen


sehr gut

In einer fernen Zukunft übernehmen sogenannte Seelen die Körper der Menschen. So auch eine Seele namens Wanda, die sich in Melanies Körper einnistet. Melanie setzt alles daran, dass Wanda ihren Körper nicht zu sehr unter Kontrolle bekommt, doch mit der Zeit merken beide, dass sie sich gegenseitig brauchen. Denn Melanie ist auf der Suche nach ihrer großen Liebe Jared, ihrem Bruder Jamie und anderen Menschen, die als Rebellen in Verstecken leben. Und Wanda merkt, dass auch sie Gefühle für die Menschen entwickelt, die Melanie so verzweifelt sucht.

Als ich vor längerer Zeit schon das Buch gelesen habe, war ich total von der Geschichte begeistert. Die Autorin hat ihre Idee mit den in Menschen lebenden außerirdischen Seelen in meinen Augen wunderbar umgesetzt.

Nun lag mir das Hörbuch zu der Geschichte vor. Für mich eine wunderbare Gelegenheit, nochmals in die Story einzutauchen und mich wieder faszinieren zu lassen.

Da mich die Autorin mit ihrer "Biss"-Reihe leider nicht so sehr überzeugen konnte, zumindest mit den letzten beiden Teilen, war ich ja skeptisch, ob mich eine weitere Geschichte von ihr fesseln konnte.

Das Hörbuch nun hat mich wieder mitreißen können und ich bin mit Wanda und Melanie sowie den anderen Charakteren nochmals gerne den langen Weg mitgegangen.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich zu Anfang doch Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte hineinzukommen, weil die Sprecherin Ulrike Grote eine kleine Eigenart hat. Sie macht Pausen, wo eigentlich keine hin gehören und so hatte ich sogar zeitweise das Gefühl, dass die CD hängt.
Je länger ich jedoch der Sprecherin gelauscht habe, umso weniger ist mir diese Eigenart aufgefallen.

Ulrike Grote hat es aber trotzdem geschafft, jedem Charakter seine eigene Stimmlage zu geben. Während Wanda und Melanie in "normaler" Stimme gesprochen werden, haben andere ihren eigenen Klang bekommen. Sei es ein gemütlicher und knapper Ton für Jeb, schnell und hoch für Melanies Bruder Jamie, mürrisch für Jared oder interessiert für Ian. So konnte man die Charaktere sehr gut auseinanderhalten.

Auch die Art des Vorlesens fand ich sehr interessant. Man hatte dass Gefühl, dass die Sprecherin wirklich die Dialoge führte, anstatt sie "nur" vorzulesen. So konnte man sich auch sehr gut in die jeweiligen Szenen hineinversetzen.

Ich finde es sehr gelungen, dass die Autorin eine Geschichte erzählen kann, die fast nur aus Gefühlen besteht. Wandas Gefühle gegenüber Melanie, Jared und Ian. Melanies Gefühle gegenüber Wanda und Jared. Die negativen Gefühle mancher Rcbellen gegen Wanda und die väterlichen Gefühle von Jeb gegenüber einer außerirdischen Seele. Diese Verstrickungen führen zu ungeahnten Problemen und treiben viele an den Rand der Verzweiflung.

Das Hörbuch hatte ich für wenig Geld erstanden und fand es deswegen nicht so schlimm, dass es sich um die gekürzte Lesung handelt. Wenn ich den vollen Betrag hätte zahlen müssen, hätte ich nicht zu der gekürzten Ausgabe gegriffen.

Fazit:
Wieder eine mitreißende Geschichte, die dazu einlädt, sich einfach darauf einzulassen und einzutauchen.

Bewertung vom 24.08.2017
Der blinde Banker / Sherlock Bd.2
Jay.;Moffat, Steven;Gatiss, Mark

Der blinde Banker / Sherlock Bd.2


ausgezeichnet

Ein alter Studienfreund von Sherlock fragt ihn, ob er sich einem mysteriösen Fall widmen kann. In der Bank, in der er arbeitet, ist in einem Büro ein Graffiti aufgetaucht, das Rätsel aufgibt. Kurz darauf taucht auch der erste Tote auf. Alles sieht nach Selbstmord aus, doch Sherlock findet heraus, dass dies nicht sein kann. Mit seiner bekannten selbstgefälligen Art macht er sich an die Aufklärung - zusammen mit seinem neuen Kollegen Dr. John Watson. Ein zweiter Toter gibt noch mehr Rätsel auf. Doch die beiden lassen sich nicht nicht entmutigen. Und gehen auf ihre ganz eigene Weise an die Sache heran.

Auch der zweite Manga meines Lebens konnte mich voll und ganz überzeugen, was aber auch daran liegt, dass die Charaktere einfach der Hammer sind. Der "moderne" Sherlock ist einfach genial und sein Partner Dr. Watson steht ihm in fast nichts nach. Die beiden als Team sind einfach unschlagbar.

Der Zeichenstil, an den ich mich im ersten Manga ja schon gewöhnen konnte, fand ich diesmal noch ansprechender. Die Art des Lesen (von hinten nach vorne, von rechts nach links) war diesmal auch kein Problem. Und so konnte ich mich voll und ganz auf die Geschichte einlassen.
Da ich die TV-Serie gesehen habe, kannte ich ja schon die Story, es war trotzdem interessant, alles nochmals in geschriebener und gezeichneter Form Revue passieren zu lassen.

Der Fall ist in meinen Augen nicht so kompliziert wie sein Vorgänger "Ein Fall von Pink", aber dennoch spannend gemacht und es müssen auch wieder einige logische Vorgänge angegangen werden. Und doch kommen Sherlock und Watson "einfacher" ans Ziel.

Es gibt einige Szenen, bei denen ich herzlich lachen musste. Dies war in der Serie schon und betrifft immer Watson, der in die "Fettnäpfchen" getreten wird. Sei es, weil er sich wortreich vor irgendwelchen Türen über Sherlock beschwert oder die Verfehlungen von wildfremden Jugendlichen ausbaden muss.
Und doch bleibt Watson ruhig und sachlich... bis Sherlock sich an einem Dateabend unwillkommen miteinlädt. Da platzt auch schon mal ein Dr. John Watsons Kragen und es bricht aus ihm heraus.

Diese kleinen Lacher lockern auch die Stimmung etwas auf und machen die Charaktere nochmals sympathischer.

Der Gegenspieler ist diesmal etwas größer und am Ende des Buches taucht auch wieder ein geheimnisvoller Name auf, der uns in den Folgebänden nochmals näher beschäftigen wird. Aufgrund dessen freue ich mich auch auf die weiteren Bände, von denen ich jetzt schon weiß, dass sie genauso gut sein werden, wie die ersten beiden.

Was ich super finde ist die Mimik von Sherlock und auch von Watson. Ich habe manchmal wirklich das Gefühl, dass ich die Schauspieler vor mir habe, halt eben nur in gezeichneter Form. Die arrogante, besserwisserische Art von Sherlock und die eher etwas zurückhaltendere Art Watsons wird gut herausgearbeitet und machen deswegen die Geschichte dann eben auch als Zeichnung zu etwas Besonderem. Ebenfalls ist die Aufmachung der Mangas zu erwähnen. Sie sind ein richtiger Blickfang und machen sich einfach wunderschön im Bücherregal.

Fazit:
Sherlock und Watson - ein unschlagbares Team mit Ecken und Kanten.

Bewertung vom 20.08.2017
Ein Fall von Pink / Sherlock Bd.1
Jay.;Gatiss, Mark;Moffat, Steven

Ein Fall von Pink / Sherlock Bd.1


ausgezeichnet

Dr. John Watson befindet sich in therapeutischer Behandlung. Nach seiner Arbeit als Militärarzt im Afghanistankrieg ist er nun nach einer Verletzung nach London zurückgekehrt. Er humpelt und auch seine Hände zittern unentwegt. Ihm wird nahegelegt, seine Erfahrungen in einem Blog zu verarbeiten und sich auch neue Freunde zu suchen.
Durch Zufall stößt er auf Sherlock Holmes, einen brillanten und gleichermaßen verrückten Detektiv, der mit sehr außer- und ungewöhnlichen Methoden an die Lösung der Fälle herangeht.
Eine Reihe von Selbstmorden gibt der Polizei Rätsel auf und so machen sich Holmes und Watson an die Aufklärung.

Mein erstes Manga und es hat mich einige Nerven gekostet. Die ungewöhnliche Leseweise hat mich manchmal verzweifeln lassen. Man liest von hinten nach vorne und als ob dies nicht schon genug wäre auch noch von rechts nach links.
Für uns Europäer, die die links nach rechts-Weise und von vorne nach hinten gewohnt sind, schon eine arge Umstellung.

Aber nach ca. 1/3 des Buches hatte ich es dann drauf, mich von hinten nach vorne zu bewegen. Nur da Lesen von rechts nach links hat mich manchmal etwas verzweifeln lassen. So musste ich mehrere Seiten nochmals lesen, bis ich die richtige Reihenfolge der Bilder endlich erfasst hatte.

Und doch war ich dann auch wieder fasziniert von dem Aufbau des Mangas. Es war für mich eben eine neue Art des Lesens.

Sherlock Holmes ist jedem bekannt. Die Serie "Sherlock" besticht durch die genialen Schauspieler Benedict Cumberbatch als Sherlock Holmes und Martin Freeman als Dr. John Watson.
Der uns bekannte Sherlock Holmes von Arthur Conan Doyle wird in das moderne London versetzt und kann nun mit den neuesten technischen Errungenschaften arbeiten. Durch seine Genialität kann er jeden Fall lösen und bekommt Unterstützung durch Dr. John Watson.

Im Comicstil wird nun der erste Fall sprich die erste Folge der Serie nacherzählt. Sherlock und Watson versuchen eine Reihe von Selbstmorden aufzulösen. Dabei ist es Sherlock, der durch seine für uns wirren Gedankengänge auf eine Spur stößt und diese stur weiterverfolgt.
Watson, der Sherlock gerade erst kennengelernt hat, verfolgt mit Interesse die Herangehensweise und vergisst darüber auch schon mal seine traumatische Erfahrung, die bedingt durch den Afghanistankrieg in seinem Inneren wütet.

Die Zeichnungen des Mangas sind sehr gelungen. Sind die Anfänge der Kapitel noch in Farbe gehalten, wird die eigentliche Geschichte in Grautönen erzählt. Dies finde ich aber sehr passend und erhöht auch die Spannung und die Stimmung, die die eigentliche Geschichte mit sich bringt.

Gerade die Gedankengänge von Sherlock sind spannend und interessant. Seine logischen Schlussfolgerungen führen dazu, dass sich neue Spuren ergeben und so der Fall immer ein Stück weitergetrieben werden kann.

Ganz nebenbei entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen Sherlock und Watson und man wird Zeuge einer ungewöhnlichen Entwicklungen, die sich gerade auf Watson positiv auswirkt.

Beide Figuren, so schrullig sie auch rüberkommen, haben eine sehr sympathische Art und man muss sie einfach gern haben. Da die Zeichnungen den Schauspielern sehr ähneln, kann man sich auch lebhaft vorstellen, wie sich beide bewegen, sie agieren und vor allem in welcher Lautstärke und Stimmart sie miteinander reden.

Der Fall ist verzwickt und für "Normal"Sterbliche gar nicht zu lösen. Mit Sherlocks Logik und Watsons Einfallsreichtum allerdings "leicht" zu lösen.

Fazit:
Ich ziehe meinen imaginären Hut vor Arthur Conan Doyle für diesen enormen Einfallsreichtum und vor den Autoren für die geniale Umsetzung in die heutige Zeit. Nebst den tollen Zeichnungen ergibt sich hier eine tolle Ergänzung, die in keiner Sherlock Holmes-Sammlung fehlen darf.

Bewertung vom 20.08.2017
Die Zeit der Heimkehr
Foster, Alan Dean

Die Zeit der Heimkehr


gut

Jon-Tom ist am Boden zerstört. Seine geliebte Duar, ein gitarrenähnliches Musikinstrument, mit der er Banngesang betreiben kann, ist kaputt. Laut dem Hexer Clodsahamp gibt es nur einen, der sie reparieren kann. Doch dieser wohnt weiter entfernt hinter dem Glittergeist-Meer. Also macht sich Jon-Tom auf den Weg, natürlich wieder begleitet von seinem treuen Freund Mudge.
Unterwegs warten wieder etliche Abenteuer. Aber Jon-Tom und auch Mudge finden etwas, dass ihre Zukunft für immer verändern wird.

Der sechste Teil fängt sehr traurig an, denn Jon-Tom zerstört versehentlich seine Duar, die er dringend zum Bannsingen benötigt. Klar ist dann schon, das nur einer die Fähigkeit besitzt, sie zu reparieren und dieser natürlich sehr weit weg wohnt.
Jon-Tom geht schweren Herzens, ist er doch frisch verheiratet mit seiner Talea. Diese ist nicht gerade begeistert, dass Jon-Tom geht, doch sie weiß, dass er gehen muss, weil er seine Duar zum Zaubern braucht.
Der Weg ist weit und Jon-Tom weiß, dass die ein oder andere Gefahr auf ihn und Mudge lauert.

Und es kommt, wie es endlich mal kommen muss. Jon-Tom findet einen Zugang zu seiner Welt und steht nun vor einer großen Entscheidung: entweder geht er zu seiner geliebten Talea zurück oder er beginnt in seiner Welt wieder mit seinem alten Leben.

Band 6 als (erstmaligen) Abschluss der Bannsänger-Reihe konnte mich nicht so sehr überzeugen. Es folgt ein Abenteuer nach dem anderen, es gibt fast keine Ruhepause. Aus allen Abenteuern kommen unsere Freunde, die sich um den Waschbären Vorsicht und die Otterdame Weegee erweitert, mit Leichtigkeit heraus. Dann auch noch der zufällige Fund des Verbindungsweges zu Jon-Toms Welt.

Es kommt mir fast so vor, als wäre dem Autor die Idee ausgegangen und er hat verzweifelt nach einem vorläufigen Abschluss der Reihe gesucht.

Ohne große Anstrengung kommen die Freunde aus den Gefahren heraus. Dies hat mich zugegebenermaßen sehr gestört, da hier weniger mehr gewesen wäre. Weniger Entführungen, Festhaltungen, Gefangennahmen oder Verfolgungen, dafür eine ausgereiftere Flucht, Befreiung oder Rettung.

Frischen Wind haben der Waschbär Vorsicht und das quirlige, aber sehr kluge Ottermädchen Weegee in die Geschichte gebracht. Die Beziehung zwischen Mudge und Weegee ist herzerfrischend und lebhaft, wie es bei Frischverliebten eben so ist.

Jon-Tom muss gegen Ende des Buches so einige Entscheidungen treffen. Manche kann ich nachvollziehen, andere wiederum nicht.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und so kommt man auch gut durch die Geschichte durch, doch durch die unzähligen Gefahren wird das Lesevergnügen geschmälert.

Dieser Teil wird als letzter Teil der Bannsänger-Reihe angesehen, obwohl noch zwei weitere Bände folgen. Hier geht es jedoch um eine andere Hauptfigur, während Jon-Tom nur noch eine Nebenrolle spielt.

Fazit:
Ein vorläufiger Abschluss der Bannsänger-Reihe.

Bewertung vom 20.08.2017
Die Pfade des Wanderers
Foster, Alan Dean

Die Pfade des Wanderers


sehr gut

Eines Morgens findet sich Jon-Tom verändert vor. Er hat sich in ein Insekt verwandelt. Kurze Zeit später ist jedoch alles wieder normal. Laut dem Hexer Clodsahamp ist dafür eine kosmische Störung verantwortlich: der Wanderer. Ein Phänomen, das durchs All wandert und eigentlich den Planeten nur kurz streift und für eine kleine Verwirrung sorgt. Doch nun scheint der Wanderer festgehalten zu werden und stürzt alles in Chaos. Wird er nicht befreit, kann es sein, dass eine Änderung für immer bleibt und so alles Gefahr läuft, vernichtet zu werden.
Jon-Tom macht sich zusammen mit Clodsahamp, dem Otter Mudge und dem Famulus Sorbl auf den weiten Weg, um den Wanderer zu befreien.

Schon der Anfang der Story ist sehr witzig, denn Jon-Tom erwacht aus seinem Schlaf und findet eigentlich alles normal. So normal es sein kann, wenn man mit Stilaugen, Zangen und einem Chitinpanzer ausgestattet ist. Als er merkt, dass er nun statt eines Menschenkörpers ein Insektenskelett hat, reagiert er gewohnt chaotisch und versucht sich an einem Banngesang.

Und schon sind wir wieder mitten in einem Abenteuer in einem Parallel-Universum, in dem pelztragende Tiere, Federvieh und Insekten gleichgestellt sind mit Menschen und sich durch den Alltag schlagen müssen.

Die Alltag ist nun jedoch gefährdet durch das Phänomen des Wanderers, der mit erst noch leichten Veränderungen Störungen herbeiführt. Doch im Laufe der Geschichte werden diese immer größer und dramatischer.

Diesmal bekommt Jon-Tom Unterstützung durch Mudge, Clodsahamp und dem (sehr alkoholliebenden) Schüler des Hexers, dem Fledermäuserich Sorel. Unterwegs stoßen sie noch auf den Koala Colin, der als Runendeuter sein täglich Brot verdient, jedoch jetzt ebenfalls auf dem Weg ist, seine Welt zu retten.
Nicht nur der Koala Colin, sondern auch das sprechende (Pack)Pferd Dormas bringen Schwung in die Geschichte und auch eine gehörige Portion Sarkasmus.

Diesmal ist die Geschichte trotz des brandgefährlichen Auftrages sehr lustig. Die Veränderung bringen alle aus dem Konzept, aber alle sind dadurch auch unfreiwillig komisch.
So verwandeln sie sich nicht nur in Insekten, sondern auch in Monsterkrabben, Mikroben oder Pflanzen.
Diese führt zu witzigen Szenen und bringt alle auch gleichzeitig an den Rand des Wahnsinns. Wie z. B. als sich die Tiere in Menschen verwandeln und Menschen in Tiere.

Für mich ist "Die Pfade des Wanderers" einer der gelungensten Teile der Bannsänger-Reihe, da er gerade durch Einfallsreichtum und Humor glänzt.
Der Autor hat der ganzen Reihe dadurch nochmals einen großen Pfiff verliehen und mit dem fünften Teil eine sehr abenteuerliche Story geschaffen.

Durch den flüssigen Schreibstil fliegt man durch die Geschichte und Ruck-Zuck ist man am Ende, wo einem nochmals viele Überraschungen erwarten. Altbekannte Personen tauchen auf und bringen am Ende nochmals Schwung in die eh schon interessante Geschichte. Und legen alle Möglichkeiten für die Folgebände offen.

Wie auch bei den Bänden vorher bin ich immer noch fasziniert von der vom Autor geschaffenen Parallelwelt. Mittelalterlich anmutend, da keinerlei Technik vorhanden, unterscheidet sie sich eben durch die Artenvielfalt der sprechenden Tiere.

Fazit:
Wieder ein gelungener Streich diesmal mit viel Witz und Humor.

Bewertung vom 06.08.2017
Die vier Söhne des Doktor March (eBook, ePUB)
Aubert, Brigitte

Die vier Söhne des Doktor March (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Jeanie ist Haushälterin bei der Familie March. Durch Zufall stößt sie auf das Tagebuch von einem der Söhne. Da es sich allerdings um Vierlinge handelt, kann sie nicht zuordnen, welcher Sohn es ist. Der Schreiber gibt sich auch nicht selbst zu erkennen und erzählt von allen Personen des Haushalts in dritter Person. Jeanie versucht herauszufinden, um wen es sich handelt, denn die Aufzeichnungen sind verstörend. Es werden Morde beschrieben und die Gelüste, einen neuen Mord zu begehen.
Jeanie fängt an, selbst Tagebuch zu führen und Beweise zu sammeln. Doch bekommt sie nicht genug zusammen, um damit zur Polizei zu gehen.
Bis der Mörder sich in seinem Tagebuch plötzlich an Jeanie wendet, sie persönlich anspricht und ihr androht, sie ebenfalls umzubringen.

Dieses Buch ist ungewöhnlich, sowohl vom Schreibstil her, als auch vom Aufbau.
Die Handlung wird in Tagebucheinträgen erzählt. Immer abwechselnd geschrieben vom Mörder und der Haushälterin Jeanie.
Während Jeanie das Tagebuch des Mörders lesen kann, hat er keinen Zugang zu ihren Aufzeichnungen und doch scheint er immer einen Schritt voraus zu sein und zu wissen, was Jeanie denkt und vor hat.

Ich habe lange gebraucht, bis ich mich an den Aufbau gewöhnt habe, da dieser doch anstrengend war.
Doch irgendwann macht es „Klick“ und ich war so gefesselt von der spannenden Handlung. Ich rätselte mit, welcher der vier Söhne der Mörder ist und ob Jeanie es wohl schaffen würde, ihn zu entlarven.

Erschwerend kommt hinzu, dass Jeanie es nicht schafft, Beweise außer dem Tagebuch zu sammeln. Sie hat Angst, wenn sie zur Polizei geht, dass das Tagebuch als Hirngespinst abgestempelt wird. Vor allem, da bekannt ist, dass Jeanie auch gerne mal Alkohol zu sich nimmt.
Und doch gibt es Leichen, die als Beweis angenommen werden könnten. Jeanie ist jedoch zu feige, alles an die Polizei abzugeben.

Eine Wendung gibt es, als die Tagebucheinträge sich in Briefe an Jeanie verwandeln und sie nun persönlich angegangen wird. Sie wird verhöhnt, mit falschen Hinweisen gefüttert und bedroht. Spätestens jetzt hätte sie sich der Polizei anvertrauen müssen, doch nun ist auch ihr Ehrgeiz geweckt und sie möchte den Mörder stellen. Sie nimmt also die Herausforderung an.

Dieses Hin und Her zwischen dem Mörder und Jeanie, die vielen Informationen zu den einzelnen Familienmitgliedern und die Rückblicke in die Kindheit der vier Söhne lassen einem fast glauben, dass man selbst in die Geschichte verwickelt ist.

Das Rätseln hat großen Spaß gemacht und am Ende wurde ich dann nochmals sehr überrascht. So hätte ich nicht damit gerechnet, aber ich finde es sehr passend und erklärend.

Die Autorin hat mich mit ihrer Idee positiv überrascht. Gerade das Ungewöhnliche konnte mich sehr packen, auch oder gerade wegen der Anlaufschwierigkeiten.

Jeanie hätte ich nur manchmal schütteln können. Sie hätte trotz der wenigen Beweise doch zur Polizei gehen sollen. Ich denke, mit vernünftigen Worten hätte sie sich dort Hilfe holen können. Andererseits kann ich aber auch verstehen, dass sie Angst hatte, sich jemandem anzuvertrauen. Sie wollte einfach nicht als naiv oder feige dastehen.
Gerade als der Mörder sie persönlich mit Worten angreift, ist die Angst noch größer.

Durch die Tagebucheinträge erfährt man sehr viel persönliches. Von Jeanie, vom Mörder, von der ganzen Familie. Und wird dadurch dann auch noch viel verwirrter. Die Autorin nutzt hier geschickt die Worte, um einem in ein wahres Labyrinth aus Hinweisen zu schicken.

Der Mörder treibt ein perfides Spiel und Jeanie lässt sich voll darauf ein. Es gibt sehr beklemmende Momente und Situationen und doch reißt Jeanie sich immer wieder zusammen, um weitere Hinweise zu sammeln.

Fazit:
Ein ungewöhnlicher Krimi mit ungewöhnlichen Protagonisten und beklemmenden Situationen.

Bewertung vom 06.08.2017
Die Seelen von London
Benedict, A. K.

Die Seelen von London


ausgezeichnet

Ich hatte einige Startschwierigkeiten, da die Autorin einen eigenwilligen Schreibstil hat. Nicht nur schreibt sie im Präsens, was für mich schon schwierig zu lesen ist, da ich ständig in die Vergangenheitsform falle, nein sie führt einem auch gleich zu Anfang etwas wirr durch die Geschichte.
Doch nach einigen Seiten hatte ich mich daran gewöhnt und die Autorin konnte mich derart packen, dass ich das Buch eigentlich nur mit Widerwillen weglegen konnte.

Die Protagonisten sind allesamt mit Problemen behaftet. Sei es die blinde Maria, die eigentlich nach einer OP wieder sehen kann, dies aber gar nicht will. Sei es der interessante DI Dark, der sich von seiner Frau getrennt hat, jedoch unsicher ist, ob er das Richtige getan hat. Sei es der Bestatter Frank, der mit einem ungewöhnlichen Hausgast zusammenlebt.
Jeder hat sein Päckchen zu tragen und alle müssen zusammenarbeiten, wenn sie den Stalker fassen wollen. Doch dieser macht es ihnen nicht leicht und hat zudem auch noch ein Limit vorgegeben, bis er sich Maria zu erkennen gibt und ihr ein Leid zufügen wird.

Maria hat ein sehr außergewöhnliches Hobby. Sie ist Schlammgründlerin, d. h. sie geht bei Ebbe an das Ufer der Themse und gräbt in den Steinen und im Schlamm herum, bis sie etwas interessantes findet. Solche Funde sind z. B. Tonpfeifen, Münzen oder auch Scherben. Jedes „Ding“ das gefunden wird, hat seine Geschichte. Meist ist diese alt und kann auch historisch nachvollzogen werden. Doch dann gibt es auch grauenhafte Funde, wie der abgetrennte Finger.

Maria liebt diese Arbeit, kann darin versinken und abschalten. Ihre Blindheit hat ihr bis dahin sehr geholfen. Nun kann sie dank einer OP wieder sehen, möchte dies jedoch nicht und trägt deshalb permanent eine Augenbinde, damit sie weiter in „Dunkelheit“ lebt. So entgeht ihr einiges, obwohl ihr Hör- und Geruchssinn sehr ausgeprägt ist.

DI Dark ist eine sehr interessante Persönlichkeit. Er ist sehr melancholisch, was aber auch an der Trennung von seiner Frau liegt. Er denkt ständig an sie, fragt sich, ob er einen Fehler gemacht hat. Doch die Trennung ist in meinen Augen berechtigt. Man weiß aber auch, meist aus eigener Erfahrung, dass Liebe keinen Ausschalt-Knopf hat. Und so vergeht er in Selbstmitleid und zieht damit auch ungewöhnliche Figuren an.

Der Charakter des Frank war mir persönlich eine der Liebsten. Er ist ein sehr ruhiger Charakter, der eine ungewöhnliche Gabe hat. Er kann Geister sehen und auch mit ihnen agieren. Er führt ein Bestattungsunternehmen und hat deshalb auch rund um die Uhr mit dem Tod zu tun. Es ist also von Vorteil, wenn die Toten ihm selbst sagen können, wie ihre Bestattung aussehen soll. Doch es gibt auch viele Nachteile, wenn man Geister sehen kann.

Die Idee, Geister mit ins Boot zu nehmen, ist zwar nicht neu, doch hat die Autorin diese geschickt ausgenutzt und auch in die Geschichte eingeflochten.
Hier bin ich dann wieder auch beim Setting London, das einfach dazu passt. London ist dunkel, mysteriös, geheimnisvoll und voller Möglichkeiten.
Dieser Mix führt dazu, dass man förmlich an der Geschichte klebt und nur mit Mühe loskommt.

Dazu kommt eine spannende Handlung, die eigentlich in zwei Teile gesplittet ist. Einmal der geheimnisvolle Stalker, der Maria keine Ruhe lässt. Auf der anderen Seite die Recherche nach den Herstellern des Rings. Durch beide Teile zieht sich jedoch ein roter Faden, der am Ende zusammenläuft.

Am Ende erlebte ich eine Überraschung, da ich doch ganz andere Vermutungen hatte. Ich mag es, wenn man mich auf eine falsche Fährte führt.

Auf eine Fortsetzung gab es auch Hinweise bzw. ich wünsche mir, dass es eine Fortsetzung gibt. Denn es hat sich gerade am Ende so einiges ergeben, was in einer Fortsetzung zu klären gilt. Und ich würde mich auch auf einen weiteren Teil freuen.

Ein sehr düster angehauchter Thriller mit vielen Fantasy-Elementen. Spannend, geistreich (Achtung! Wortspiel!) und fesselnd.

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