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Midnight-Girl
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NRW

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Insgesamt 853 Bewertungen
Bewertung vom 13.03.2016
Totholz / Jo Frings Bd.2 (Audio-CD)
Kramp, Ralf

Totholz / Jo Frings Bd.2 (Audio-CD)


sehr gut

Als die amerikanische Künstlerin Lorna zunächst verschwindet und später von Jo Frings tot aufgefunden wird, ist die Aufregung groß. Von Anfang an ist Jo sicher, dass die einfache Erklärung der Polizei nicht zutreffend ist, schließlich wollte Lorna ihm noch kurz vor ihrem Ableben von einem mysteriösen Fund berichten. Ungeachtet der Einwände aus diversen Richtungen, beginnt Jo auf eigene Faust zu ermitteln und stößt dabei auf Geheimnisse, die bereits seit vielen Jahren unter der Oberfläche brodeln, um ans Tageslicht zu dringen...

Nach „Stimmen im Wald“ ist „Totholz“ der zweite Krimi rund um Jo Frings und seine mal mehr mal minder gut durchdachten Tricks. Doch auch ohne Kenntnis des Vorgängers ist es ein Leichtes in das Geschehen hineinzufinden. Kurze Hinweise zu den Akteuren sowie deren Beziehung zueinander und somit vergangene Ereignisse werden hin und wieder eingestreut, um eine Informationsbasis zu bilden, die gleichzeitig der Auffrischung der Hintergründe dient.

Am Anfang erlebt man Jo Frings voll und ganz in seinem Element. Man mag von seinem Handeln halten was man möchte, man kann es gutheißen oder eben nicht, aber man wird auf jeden Fall neidlos anerkennen, dass er sein Handwerk versteht. Sympathietechnisch ist man ein wenig zwiegespalten, nicht nur ob seiner Profession, auch sein zwischenmenschliches Agieren ist nicht immer nachzuvollziehen.

Dass es sich bei Lornas Tod weder um einen Unfall noch um einen Selbstmord handelt, ist sofort klar. Doch Motiv wie Täter bleiben im Dunkeln, es könnte im Grunde jeder gewesen sein – oder keiner. Zahlreiche Indizien legen den Grundstein für eine verwirrende Suche nach des Rätsels Lösung, auf die man sich bereitwillig einlässt. Gemeinsam mit Jo und seinen ganz eigenen Methoden macht man sich daran die Spuren zu verfolgen und auszuwerten, nicht ohne die meisten davon schlussendlich wieder zu verwerfen. Doch Aufgeben ist keine Option, es wird weiter ermittelt, bis zum bitteren Ende.

Gelesen vom Autor selbst horcht man gebannt dem Geschehen, das nach und nach nicht nur tempomäßig zulegt, sondern auch Spannung aufbaut. Muss man sich zunächst noch ein wenig zurechtfinden, ist man im weiteren Verlauf umso gefesselter. Die vorherrschende Atmosphäre wird gekonnt auf den Hörer übertragen, der sich schon bald selbst in der Eifel wähnt.

Bewertung vom 06.03.2016
Stormglass
Pratt, Tim;Deemer, Andy

Stormglass


sehr gut

Jake hat sich eigentlich bereits damit abgefunden die Sommerferien alleine zu verbringen, da seine besten Freunde mit ihren Familien Urlaub in der Ferne verbringen. Doch auch die langweiligsten Wochen gehen einmal vorbei und so ist er mehr als überrascht, als plötzlich Lizzie und Filby vor ihm stehen, die er zuvor nie gesehen hat, und ihm eröffnen, ihn als Stormglass-Agent rekrutieren zu wollen. Lange Zeit ist Jake unsicher, ob ihn die beiden nicht nur veralbern, doch spätesten als er sich plötzlich gewieften Gegnern und einer halsbrecherischen Mission gegenübersieht, schaltet Jake voll und ganz in den Agenten-Modus...

Kinder als Agenten? Die Erklärung, weshalb Stormglass sich dafür entscheidet, ist denkbar einfach wie einleuchtend, denn es stimmt schon, dass man Kinder prinzipiell nicht mit gefährlichen Missionen und gewitzten Aushorchmanövern in Verbindung bringt. Doch bleibt nach wie vor der Aspekt der Sicherheit, auch wenn die Agenten höllisch gut ausgebildet werden, kann man sie wirklich in jeglicher Lage beschützen? Sicherlich stellt man sich auch während der Lektüre immer mal wieder die ein oder andere moralische Frage, doch schnell ist man in einem wahren Sog gefangen, der kaum noch etwas anderes zulässt als gebannt dem Geschehen zu folgen, dass alles andere als klar und deutlich vor einem liegt.

Ähnlich wie Jake weiß man zunächst nicht was man von Stormglass und ihren Rekrutierungsmethoden halten soll. Welches Ziel verfolgt die Organisation und wer steckt eigentlich dahinter? Diese und weitere Fragen werden immer mal wieder thematisiert, ob man sich jedoch mit den vorhandenen Antworten zufrieden gibt, sei dahingestellt. Zwangsläufig operiert Stormglass im Geheimen, weshalb natürlich nicht alles offengelegt werden darf, aber haben sie dann nicht vielleicht auch noch etwas anderes zu verbergen? Bis zum Schluss bleibt ein Hauch von Misstrauen bestehen, denn über weite Teile ist tatsächlich nicht sicher, wem man eigentlich trauen kann und wem nicht.

Sicher dagegen ist, dass die Welt vor einer großen Bedrohung steht und es scheinbar an drei Kindern liegt, diese abzuwenden, ohne allerdings genau zu wissen welchen Plan ihre Gegner konkret verfolgen. Gemeinsam mit Jake, Lizzie und Filby begibt der Leser sich also in ein rasantes Abenteuer, ohne Netz und doppeltem Boden. Mit Spannung und temporeicher Action wird nicht gegeizt, man kann sich schon fast den Film zum Buch vorstellen, so real erscheinen die beschriebenen Szenarien.

Mit „Angriff der Killerbienen“ ist Tim Pratt und Andy Deemer ein großartiger Reihenauftakt gelungen, der auf jeden Fall Lust auf mehr macht, denn es gibt immer etwas zu tun.

Bewertung vom 06.03.2016
Leise, stirb leise / Lena Larcher Bd.1
Rohn, Reinhard

Leise, stirb leise / Lena Larcher Bd.1


ausgezeichnet

Ein Mann begeht vor sechsundzwanzig Jahren einen Mord, mit dem er nicht einmal ansatzweise in Verbindung gebracht wird. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Plötzlich gibt es in der Gegenwart ein weiteres Opfer, hingerichtet auf dieselbe Art und Weise wie damals. Doch der Täter aus der Vergangenheit weiß, dass er es diesmal nicht war. Nach und nach wird ihm klar, welches perfide Spiel mit ihm und seiner Familie getrieben wird. Die Vergangenheit holt einen immer ein...

Kann man tatsächlich einen Mord begehen und fast drei Jahrzehnte einfach weiterleben, als wäre nichts gewesen? Nicht einmal der hier als skrupellos dargestellte Täter kann dies, was ihm auch prompt zum Verhängnis wird. Hätte er dem Drang damals nicht nachgegeben, alles wäre anders gekommen. Doch nun muss er nicht nur mit der „alten“ Schuld leben, es wird noch einiges auf ihn zukommen, was er vermutlich mehr als nur bereuen wird. Zumindest spürt der Leser von Anfang an eine angespannte Atmosphäre, die sich mit jeder Seite weiter auflädt. Natürlich fragt man sich schnell wer eigentlich hinter der damaligen Tat steckt, ist man ihm möglicherweise während der Lektüre bereits begegnet, aber auch, ob es sich bei dem gegenwärtigen Täter tatsächlich um denjenigen handelt, der von mehreren Seiten angeprangert wird.

Irgendwie hat man das Gefühl, dass eigentlich viel mehr hinter der ganzen Sache steckt und man erst nach und nach mit Einzelheiten gefüttert wird. Bald schon soll sich herausstellen, dass man mit diesem Gedanken völlig richtig liegt. Nichtsdestotrotz kann man bis zum Schluss niemanden so recht als Erpresser ausschließen, geschweige denn charakterlich voll und ganz einschätzen. Jede Figur scheint etwas verbergen zu wollen, wodurch sie sich natürlich verdächtig macht. Ebenso gibt es diverse mögliche Motive, was des Rätsels Lösung definitiv nicht einfacher macht.

Gemeinsam mit der Polizei versucht man Parallelen herzustellen, Spuren zu verfolgen und Hinweise auszuwerten. Doch immer wieder scheint man dabei in Sackgassen zu gelangen, nach denen man beinahe wieder von vorne beginnen muss. Dennoch gibt man nicht auf, im Gegenteil, dadurch wird man sogar noch angestachelt immer weiter zu machen, die Spannung steigt dabei stetig weiter, bis zum Höhepunkt, der die ein oder andere Überraschung zu bieten hat.

Mit „Leise, stirb leise“ ist Reinhard Rohn ein spannungsgeladener Krimi gelungen, der den Leser von Anfang bis Ende fesselt. Denn obwohl man um die damalige Tat weiß und mit dem Täter einige Zeit verbringt, ahnt man doch nicht das gesamte Ausmaß der Geschichte.

Bewertung vom 06.03.2016
Jurassic World

Jurassic World


weniger gut

John Hammonds lang gehegter Traum ist in Erfüllung gegangen. Endlich gibt es den Jurassic Park, einen Themenpark mit echten, lebendigen Dinosauriern und über 10 Millionen Besuchern pro Jahr. Die Isla Nubar ist das meist aufgesuchte Urlaubsziel und bietet Jung und Alt sämtliche Attraktionen, die man sich nur wünschen kann. Während nach außen hin alles ruhig erscheint und der Besucherstrom niemals abzureißen scheint, wird im Hintergrund schon wieder an einer neuen, bahnbrechenden Attraktion gearbeitet. Doch ist diese noch lange nicht so weit sie auf die Menschen los zu lassen – eigentlich...

Der von Fans lang ersehnte vierte Teil der „Jurassic Park“-Reihe kam im Sommer 2015 endlich in die deutschen Kinos und spielte erwartungsgemäß hohe Summen ein.
Auch für nicht allzu eingefleischte Kenner gab es mehr als nur ein Appetithäppchen, so dass man sich schnell im Thema zurechtfinden konnte. Dass es zu einer mittleren bis großen Katastrophe kommen muss, wenn im Hintergrund versucht wird den Park noch attraktiver zu machen, um noch mehr Besucher anzulocken, scheint keine große Überraschung zu sein. Doch gibt es in Folge dessen natürlich noch die ein oder andere Sequenz, die nicht unbedingt vorhersehbar ist.

Passend erschien, wie inzwischen kaum wegzudenken, das“Original-Hörspiel zum Kinofilm“, um auch unterwegs, zumindest audiotechnisch, dem Geschehen folgen zu können. Dazu werden die Originaltonspur des Films mit Einspielern eines Erzählers gemixt, der Teile der Geschichte kurz zusammenfasst, welche nicht durch Filmsequenzen eingespielt werden. Zunächst hat man auch tatsächlich das Gefühl man müsse nur die Augen öffnen und sitze erneut im Kino, das Zusammenspiel zwischen Erzähler und Einspielern gelingt gut, das Geschehen wird detailgetreu wiedergegeben.

Dann plötzlich, man vermag gar nicht genau zu sagen, zu welchem Zeitpunkt, gerät alles aus dem Ruder. Der Erzähler gibt sein Bestes, doch das Geschehen wird derart verkürzt dargestellt, dass man es kaum noch nachvollziehen kann, selbst wenn man den Film kennt. So detailliert wie die Nacherzählung beginnt desto abrupter ist sie plötzlich zu Ende. Vieles bleibt offen, so dass die Grundidee hinter der Geschichte gar nicht mehr richtig herauskommt. Zu viele übersprungene Passagen und Streichungen lassen den Hörer missmutig zurück.

Bewertung vom 06.03.2016
Who Am I - Kein System ist sicher

Who Am I - Kein System ist sicher


ausgezeichnet

Etwas machen, was noch niemand bisher geschafft hat. Endlich jemand sein. Nicht mehr unsichtbar sein für den Rest der Welt.
Benjamin ist es leid, dass niemand ihn sieht, niemand ihm etwas zutraut. Als er Max kennenlernt, stellt sich schnell heraus, dass beide dasselbe Interesse eint: Hacken. Wenn er mit Max und seinen Freunden zusammen ist, hat Benjamin mehr und mehr den Eindruck endlich etwas bewegen zu können, nicht mehr nur ein kleiner Fisch zu sein. Gemeinsam planen sie eine groß angelegte Aktion, von deren Gelingen alles abhängt. Plötzlich jedoch findet die Gruppe sich auf den Fahndungslisten von BKA und Europol wieder, nur ein weiterer, gut durchdachter Plan, kann sie jetzt noch retten...

Dass kein System wirklich hundertprozentig sicher ist, wird jedem User mehrmals am Tag, unbewusst wie bewusst, aufgezeigt. Dennoch ist das Thema Hacken für die meisten nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Nichtsdestotrotz wird gerade dies in „Who Am I“ zum Hauptaspekt erklärt, wobei es hier nicht primär um die Tätigkeit als solche, sondern vor allem die erklärten Ziele der Organisationen geht. Auch Konsequenzen werden natürlich nicht ausgespart, ebenso wenig wie mögliche Niederlagen für die Ermittler, die ebensolche Störenfriede aufstöbern und außer Gefecht setzen wollen.

War man vor dem Film bereits vorsichtig was persönliche Angaben im Internet angeht, so hat man spätestens im Nachhinein einen höllischen Respekt. Denn zu keiner Zeit hat man das Gefühl, dass hier maßlos übertrieben würde – leider. Vielmehr wird die erlangte Authentizität von Minute zu Minute höher, was zum einen an der Geschichte als solcher liegt, zum anderen aber auch auf die grandiosen schauspielerischen Leistungen zurückzuführen ist. Jeder einzelne beherrscht seine Rolle bis aufs Blut und lebt sie regelrecht. Dadurch wird der Zuschauer noch einmal zusätzlich n den Bann gezogen.

Dennoch muss man präzise am Ball bleiben, denn nur eine Sekunde der Unaufmerksamkeit kann dazu führen wichtige Hinweise zu übersehen. Nicht nur innerhalb des Internets ist die Gruppe gewieft, auch im Umgang mit realen Personen wissen sie ihr Können auf zwischenmenschlicher Ebene einzusetzen. Daher wird einiges an Verwirrung gestiftet, so dass man schon bald das Gefühl bekommt seinen eigenen Gedanken keinen Glauben mehr schenken zu können. Bis zum Schluss ist man hin- und hergerissen ob der schlussendlich folgenden Auflösung, denn absolut alles ist möglich.

Bewertung vom 29.02.2016
Zwei für immer
Jones, Andy

Zwei für immer


sehr gut

Sich kennenlernen, heiße Nächte miteinander verbringen, möglicherweise heiraten und Kinder bekommen, so der eigentliche Plan. Ivy und Fisher jedoch bringen diese Dinge in eine gänzlich andere Reihenfolge. Kaum, dass sie ihre erste Nacht miteinander verbracht haben wird Ivy schwanger, das tatsächliche Kennenlernen muss also nachträglich stattfinden. Sie versuchen ihr neues, gemeinsames Leben, so gut es geht, mit Höhen und Tiefen, zu meistern. Doch ob diese Bemühungen am Ende ausreichen werden?

Ein romantisches Buch, geschrieben von einem Mann, aus der Sicht eines Mannes? Geht das? Zugegeben, man hat in dieser Hinsicht durchaus seine Vorurteile und unterliegt klischeehaftem Denken, doch warum sollte man sich nicht einfach mal auf etwas Neues einlassen. Egal in welcher Hinsicht, nur weil man etwas nicht kennt, muss es nicht per se schlecht sein. Man kann sich schließlich immer erst hinterher eine tatsächliche Meinung erlauben, egal wie diese schlussendlich ausfallen wird.

Wie bereits angedeutet, wird die Geschichte aus Fishers Sicht erzählt, wodurch die Gedanken und Gefühle Ivys ein wenig in den Hintergrund rücken. Zu Beginn mag den Leser dies noch nicht unbedingt stören, denn Ivy wirkt alles andere als sympathisch. Doch mit der Zeit spürt man, dass ihr Verhalten nicht einfach nur kühle Ablehnung darstellt, sondern einen tieferen Grund hat. Daher würde man sich wünschen auch in ihr Seelenleben eintauchen zu können, um die ein oder andere Reaktion besser nachvollziehen zu können.

Es ist ein wahres Auf und Ab mit den beiden werdenden Eltern. Kein Wunder, bedenkt man, dass Ivy genauso lange schwanger ist wie sie und Fisher überhaupt zusammen sind. Die Kennenlernphase birgt meist Hürden und führt zwangsläufig zu Reibereien, stellt man sich vor, dass hier noch ein weiterer Faktor hinzu kommt, ist abzusehen, dass noch mehr Potential für Missverständnisse besteht. Dennoch hofft man, dass die beiden sich zusammenraufen, nicht nur des Ungeborenen willen. Über weite Teile sieht es allerdings wahrlich nicht rosig aus, so dass man bereits überlegt, ob eine getrennte Zukunft nicht doch das Beste für alle ist.

Gerade zum Ende hin wird die Geschichte noch einmal richtig emotional, auf Grund diverser Aspekte, die dem Leser ziemlich nahe gehen. Hatte man bis zu diesem Zeitpunkt noch keine engere Bindung zu den Charakteren aufgebaut, wird es spätestens dann der Fall sein. Die vorherrschende Stimmung überträgt sich auf den Leser, der nicht anders kann, als Freud und Leid ebenfalls zu empfinden.

Andy Jones hat es mit „Zwei für immer“ geschafft eine anrührende Geschichte zu erschaffen, die durchaus humorvolle Sequenzen birgt, dadurch allerdings nie lächerlich wirkt und somit begeistern kann.

Bewertung vom 28.02.2016
Friesenmilch / Dirk Thamsen Bd.5
Dünschede, Sandra

Friesenmilch / Dirk Thamsen Bd.5


sehr gut

Dr. Scholz wird tot in seiner Praxis aufgefunden, doch schnell wird klar, dass er nicht konkret als Opfer auserkoren wurde. Vielmehr hat er einen Joghurt der Niebüller Meierei verzehrt, den zuvor jemand mit Gift versetzt hatte. Kommissar Thamsen beginnt mit seinen Ermittlungen und erfährt dabei, dass die Molkerei erpresst wird. Der Besitzer würde diese Erkenntnis jedoch am liebsten unveröffentlicht wissen, er sieht sein Unternehmen bereits unmittelbar am Abgrund. Die Polizei verfolgt zwei vielversprechende Spuren, aus denen allerdings nach einiger Zeit keine neuen Erkenntnisse mehr gewonnen werden können. Der Täter ist noch immer nicht überführt und schlägt plötzlich erneut zu...

Von Beginn an scheint klar, dass dies kein leichter Fall für Kommissar Thamsen werden wird. Seine Ermittlungen geraten schnell ins Stocken, jeder Befragte scheint etwas zu verbergen, da helfen auch stundenlange Verhöre nicht weiter. Hinzu kommt, dass er Druck von oben bekommt und auch privat läuft nicht alles so rund wie er es gerne hätte. Dennoch hängt er sich voll rein, natürlich mit Unterstützung seiner Freunde Tom und Haie.

Wer die Reihe rund um Kommissar Thamsen bereits kennt, weiß, dass die Freunde bereits einiges durchgemacht haben und von Fall zu Fall enger zusammenrücken. Doch auch wenn man noch keinen Band gelesen hat fällt es nicht schwer die internen Zusammenhänge zwischen den Charakteren zu erkennen. Auf wichtige Ereignisse der Vergangenheit wird kurz eingegangen, so dass man schon bald das Gefühl hat den Ermittler und seine beiden Hobbydetektive schon etliche Zeiten zu kennen.

Natürlich begibt auch der Leser sich sogleich auf Spurensuche, denn schnell ist klar, dass jemand der Molkerei schaden will. Täter und Motiv bleiben jedoch im Dunkeln. Es gibt Indizien, die auf diverse Personen oder Gruppen hindeuten, doch konkrete Beweise fehlen. Entsprechend geraten die Nachforschungen ins Stocken, bis von Toms Front ein neuer Ansatz eingestreut wird, dem natürlich ebenfalls gewissenhaft nachgegangen wird.

„Friesenmilch“ ist ein eher ruhiger, solider Krimi, wobei man den Spannungsaufbau dennoch nicht unterschätzen sollte. Unterschwellig heizt sich die Atmosphäre zunehmend auf, auch wenn die Handlung scheinbar stagniert. Mit Überraschungen muss stetig gerechnet werden, schlussendlich kann alles anders sein als man denkt. Einzig das Finale ist nicht vollends befriedigend, scheint es recht schnell und aprubt abgehandelt.

Bewertung vom 28.02.2016
Geheimnis im Düstermoor / Die drei Ausrufezeichen Bd.56
Vogel, Maja von

Geheimnis im Düstermoor / Die drei Ausrufezeichen Bd.56


sehr gut

Marie, Kim und Franzi verbringen die Herbstferien in Moorhausen, wo sie an einigen Kreativkursen teilnehmen wollen. Außerdem gibt es auch außerhalb noch diverse Möglichkeiten den Ort zu erkunden und etwas über seine Geschichte zu lernen. So treffen die Mädchen schon bald im Museum auf die legendäre Moorleiche. Am nächsten Tag der Schock: Die Attraktion wurde gestohlen! Logisch, dass die Detektivinnen sofort die Ermittlungen aufnehmen, doch werden sie vom zuständigen Dorfpolizisten rüde gebremst. Natürlich geben die Mädchen nicht so schnell auf und machen schließlich eine mysteriöse Entdeckung...

Um viele Orte ranken sich diverse Mythen und Legenden, da bildet auch Moorhausen keine Ausnahme. Außerdem gibt es hier eine wahrhaftige Attraktion, die Moorleiche, durch die die alten Erzählungen nochmals gestützt werden. Bereits ohne Fall sind Kim, Franzi und Marie bereits Feuer und Flamme ob der Überlieferungen, die sie schnell in den Bann ziehen. Es geht eine gewisse Faszination von dieser alten Sage aus, der sich auch der Leser nicht entziehen kann. Sicherlich ist es immer eine Frage der Interpretation wieviel Glauben man dem Gesagten schenkt, als Unsinn würde man dies aber keineswegs abtun.

Dass die Mädchen auch dieses Mal keine entspannten Ferien ohne Kriminalfall verleben ahnt man, kaum dass die Sprache auf die Moorleiche kommt. Etwas wird geschehen, denn unterschwellig spannt sich die Atmosphäre immer mehr an. Auch wenn der zuständige Polizist der Meinung ist die Mädchen sollten sich mit ihren Ermittlungen zurückhalten weiß jeder sofort, dass sie gerade deswegen nochmal mehr Power geben. Wäre doch gelacht, wenn man ihm nicht zeigen könnte, dass sie knallhart kombinieren und auch die kniffligsten Fälle lösen können.

Gemeinsam mit den Detektivinnen begibt sich der Leser auf Spurensuche, auch wenn man bereits früh einen bestimmten Verdacht hat. Dieser kann jedoch, außer mit Indizien und Bauchgefühl, nicht belegt werden, nicht einmal ein Motiv könnte man benennen. Es werden alle möglichen Richtungen bedacht und betrachtet, doch auch die drei !!! haben schnell jemanden im Visier. Handelt es sich dabei tatsächlich um den Täter?

Bis zum Schluss wird man von einer Ecke in die andere geführt, folgt Hinweisen, die schließlich doch wieder in einer Sackgasse landen und nimmt zudem noch Anteil am privaten Gefühlsleben der Mädchen, das wieder einmal gehörig durchgerüttelt wird.

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