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Benutzername: 
schlumeline
Wohnort: 
Juelich

Bewertungen

Insgesamt 70 Bewertungen
Bewertung vom 15.08.2009
Tod im Beginenhaus
Schier, Petra

Tod im Beginenhaus


ausgezeichnet

Das Buch Tod im Beginenhaus der Autorin Petra Schier ist der Beginn einer Trilogie um die Apothekerstochter Adelina, die sich hier mehr oder weniger auf "detektivischen Wegen" bewegt. Der Roman spielt im historischen Köln. Wir haben Herbst. Im Prolog begegnet uns ein merkwürdiger Mann, der in einem Päckchen etwas bei sich trägt, das er in Köln überbringen soll. Unheil soll dieses Päckchen bringen, Unheil für viele. Kurz darauf lernen wir die junge Adelina kennen, die gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem behinderten Bruder Vitus zusammen lebt. Der Vater, Albert, ist Apotheker, aber Adelina versteht von den Kräutern und Heilmitteln fast genausoviel wie ihr Vater und so hilft sie viel in der Apotheke aus. Auch um den neuen Mieter der Kammer, Magister Burka, ein Medicus, kümmert sich Adelina. Wenngleich das Verhältnis zwischen Adelina und dem neuen Mieter etwas merkwürdig anmutet und man es als Leser nicht recht einzuordnen weiß. Näheres soll der Leser bei der Lektüre selbst erfahren. Adelina ist eine hilfsbereits Frau und so kommt es, dass sie im Beginenhaus fleissig aushilft und die Kranken dort betreut. Plötzlich jedoch treten dort merkwürdige "Krankheiten" auf und Menschen sterben. Adelina macht sich auf die Suche nach der Ursache und begibt sich damit mehr als einmal in größere Gefahr.

Ein schöner historischer Roman, der wieder einmal verschiedene Genres miteinander verbindet. Schön die Erklärung zum historischen Hintergrund am Ende des Buches. Interessant auch das historische Köln einmal aus einer solchen Perspektive kennzulernen. Wenn man Köln etwas kennt, so findet man viele Straßen und Plätze einfach wieder. Das Buch ist aber auch für ortsfremde absolut geeignet, denn in erster Linie geht es hier um die Personen, deren Lebensumstände und natürlich um das Geheimnis des plötzlichen Todes vieler Menschen. Ich freue mich auf die Fortsetzung der Adelina Reihe....

3 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.08.2009
Submarino
Bengtsson, Jonas T.

Submarino


sehr gut

Submarino ist ein Buch über das Leben und über die Tatsache, dass ein Mensch seinem Ursprung und somit seinen Wurzeln selten entfliehen kann.

Hier geht es um die zwei Brüder. Der eine, Nick hat bereits im Knast gesessen, nachdem er einmal jemanden verprügelt hat. Nun lebt er in einer Art Asylheim, treibt sich viel im Fitnessstudio herum, und trinkt jede Menge Alkohol, hauptsächlich Bier.

Sein Bruder war lange Zeit auf Drogen bis er gemeinsam mit seiner damaligen auch drogenabhängigen Freundin einen Sohn, Martin, bekommen hat. Da war er zunächst clean. Aber seit seine Freundin nach einem Rückfall vor ein Auto gelaufen ist und überfahren wurde, ist auch er wieder auf Drogen. Er wird uns dennoch als liebevoller Vater präsentiert, der seinem Sohn alles das geben möchte, was Nick und er in ihrer Kindheit nie gehabt haben. Um dieses Leben zu finanzieren gerät er jedoch auch auf die Seite der Dealer und somit immer tiefer in den Sumpf.

Leider schaffen es die beiden Protagonisten nicht aus ihrer deprimierenden Umgebung herauszufinden. Durch den Tod ihrer Mutter treffen sie aufeinander. Wie ein Damoklesschwert hängt der Tod ihres gemeinsamen Bruders über ihnen. Dieser ist als Baby gestorben, nachdem die Mutter ihre beiden größeren Söhne tagelang alleine gelassen hat und ihnen die Verantwortung für ein Baby aufgebürdet hat. Die beiden Jungen waren einer solchen Verantwortung natürlich nicht gewachsen und so ist das Baby irgendwann gestorben. Verwunden haben das die Brüder nie.

Das Buch von Jonas T. Bengtsson zeigt uns schonungslos wie schwierig es ist aus einer Welt von Armut, Scheidung, Heimen, wechselnden Wohnorten, Prügeln etc... herauszufinden und ein eigenes Leben mit vernünftigen beruflichen Perspektiven aufzubauen. Das Leben von Nick und seinem Bruder war bereits ohne deren eigenes Hinzutun so gut wie aussichtslos. Die Geschichte ist traurig, deprimierend und schonungslos und der Schreibstil des Autors ist hier absolut passend.

Ein außergewöhnliches Buch. Zu empfehlen nur für Hartgesottene

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.08.2009
Das Leben der Wünsche
Glavinic, Thomas

Das Leben der Wünsche


sehr gut

Dieses Buch ist berauschend anders und es verdeutlicht uns mehr, dass das Leben eben nicht nur aus Oberflächlichkeiten besteht und dass die geheimen Wünsche eines jeden einzeln eben auch unbegreifbar sei können.

Protagonist in diesem Roman ist Jonas. Jonas, der verheiratet ist mit Helen, zwei Söhne hat und eine Liebschaft mit einer verheirateten Frau, Marie, hat. Jonas trifft einen Fremden, der ihm drei Wünsche erfüllen will und das Einzige was Jonas sich wünscht ist, dass alle seine weiteren Wünsche in Erfüllung gehen.

So absurd, wie dieser Wunsch, so absurd ist auch der weitere Verlauf der Geschichte. Es geschehen Dinge, die Jonas sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen konnte.

Der Autor führt den Leser hier an seine Grenzen. An die Grenezn des Begreifbaren. Gibt es da draußen noch eine andere Wirklichkeite? Ist das, was Jonas hier erlebt noch real oder nur Phantasie? Ich möchte hier an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber geheime Wünsche sind eben nicht immer nur die schönen Seiten des Lebens. Und so erleben wir in dem Roman von Thomas Glavinic auch Überflutungen, Machtkämpfe, Tod und Traurigkeit. Auch Teile unseres Lebens und vielleicht auch unserer Wünsche sind hier in diesem Buch verborgen.

Ein ganz anderer Roman, der mich fasziniert hat, wobei es oft schwierig war die Gespräche vom sonstigen Geschriebenen zu unterscheiden. Außerdem sind mir ein paar zu viele Handys auf dem Müll gelandet. Schade!!

Trotzdem aus meiner Sicht das Fazit: Interressante Sichtweise und lesensweertes Buch!!!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.07.2009
Die Stadt der Heiligen
Schier, Petra

Die Stadt der Heiligen


ausgezeichnet

Mit "Die Stadt der Heiligen" gelingt der Autorin Petra Schier ein ausgezeichneter Einstieg in die Trilogie rund um die junge Marysa aus Aachen.
Der Roman beginnt mit einem Prolog. Der Mönch Christopherus beerdigt seinen Freund Aldo auf dem Jakobsweg. Vor dessen Tod hat er ihm versprochen auch ohne ihn alleine zur Heiltumsweisung nach Aachen zu reisen und dort Aldos Familie die Nachricht von seinem Tod zu überbringen und auf seine Mutter und seine Schwester zu achten. Dieses Versprechen will Christopherus einlösen.

In Aachen, anno 1412, überschlagen sich die Ereignisse. Nachdem Christopherus gerade bei Aldos Schwester Marysa angelangt ist und ihr und ihrer Mutter Jolanda die Nachricht über Aldos Tod überbracht hat, wird der Geselle des Hauses, Klas, hereingebracht. Er wurde im Dom zu Aachen erschlagen. Unter Verdacht gerät Marysas Mann Reinhold. Derweil tauchen in der Stadt mehr und mehr gefälschte Reliquien auf. Gemeinsam mit Christopherus macht sich Marysa auf den Mörder und die Fälscher zu suchen. Schließlich gerät sie selbst in Verdacht.

Dieser Roman vereint verschiedene Genres in sich, die dazu führen, dass es ein Buch für jedermann ist. Hier finden wir historisches aus dem Mittelalter, kriminalistische Aspekte, Liebesgeschichten der unterschiedlichsten Art und vieles mehr. Nebenbei wird auch noch die Stadt Aachen mit ihren verwinkelten Gassen im Altstadtbereich sehr schön beschrieben. Vor allem die Lebensumstände im Mittelalter, speziell die der Frauen, werden hier anschaulich dargelegt.

Das Buch hat mich begeistert und ich kann die Fortsetzung kaum erwarten.
Sehr gut gefällt mir auch das Cover des Buches.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.06.2009
Alles wegen Werner
Haskamp, Bettina

Alles wegen Werner


gut

Die Trennung von Ihrem Ehemann Werner, der sie nach 30 Ehejahren wegen einer jüngeren Brasilianerin, verlässt, gleicht für Clara einem Weltuntergang. Obwohl sie selbst mit ihrem Leben, Ihrem Liebesleben und ihrer gesamten Lebenssituation, mehr als unzufrieden ist, ist der letzte Schritt: die Trennung, für sie grauenvoll. Sie versinkt in Selbstmitleid, greift noch mehr zum Alkohol als schon zuvor und weiß nichts mehr mit sich anzufangen. Erst als Kaufinterressenten in der Villa auftauchen und Clara bewusst wird, dass sie die Villa verlassen muss, krempelt sie die Arme hoch. Sie geht zu einem Anwalt, räumt nach Rücksprache mit diesem die Hälfe der Konten, kauft ungesehen ein kleines Haus im Alentejo, im Landesinneren von Portugal. Dann beginnt ihr neues Leben. Schnell findet sie neue Freunde und vielleicht auch eine neue Liebe. Hiervon will ich jedoch an dieser Stelle nicht zu viel verraten.

Das Buch ist sehr schön geschrieben Man kann es in wenigen Stunden in einem Ruck so durchlesen und hat das Gefühl mitten im Urlaub zu sein. Die Beschreibungen der portugiesischen Landschaft, der Einheimischen an sich, der Gerüche und heimeligen Plätze ist einfach atemberaubend schön. Gleich fühlt man sich mit der Natur verbunden und bekommt Lust auch auszubrechen aus dem Alltag.

Sicher geht es hier um ein Thema, dass schon viele Autoren aufgegriffen haben. Liebe, Trennung, Selbstmitleid, Aufbruch, neue Liebe und keine Probleme mehr. Bettina Haskamp jedoch ist es gelungen dieses Thema nicht so oberflächlich anzugehen. Die Hauptfigur Clara lernt. Sie merkt erst langsam und durch erneute Rückschläge wo ihre Fehler liegen.

Ein schöner Roman,ein alltägliches Thema, sehr schön umgesetzt. 3 Sterne von mir!!!

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.06.2009
Blutrot
Ketchum, Jack

Blutrot


ausgezeichnet

Dieses Buch ist für mich das Erste des Autors Jack Ketchum. Es handelt von einem alten Mann, Av Ludlow, der mit seinem Hund am Fluss angelt und von drei Jungen mit einer Waffe angegriffen wird. Sie töten ohne ersichtlichen Grund den Hund des Mannes. Dessen Frieden wird hierdurch gestört. Er fordert Gerechtigkeit und eine Bestrafung der Jungen von der Justiz und von den Eltern. Aber er erreicht Nichts. Auch der Weg über die Presse ist aussichtslos. Jack Ketchum beschreibt in seinem Buch ein Synonym unserer Zeit. Tötung aus Langeweile ist wohl das, was die Jungen antreibt und keiner will sie dafür zur Rechenschaft ziehen. Der alte Mann sieht seine Vorstellung von Recht und Gesetz hier zu Recht ad absurdum geführt. Das Buch hat mir sehr gefallen, wenngleich es einfach geschrieben ist und sicher nicht unter das Genre Hardcore passt. Ein Autor darf aber doch auch verschiedene Gesichter haben?

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.06.2009
Die Hütte
Young, William P.

Die Hütte


ausgezeichnet

Mackenzie Allen Phillips, kurz genannt Mack, verliert bei einem Campingausflug seine jüngste Tochter Missy. Während einer dramatischen Rettungsaktion, sein Sohn und seine Tochter Kate sind mit dem Kanu gekentert, lässt Mack seine jüngste Tochter Missy malend am Campingwagen zurück. Von dort verschwindet sie spurlos. Erst Tage später findet man ihr blutverschmiertes Kleid in einer Hütte in den Bergen wieder. Es wird vermutet, dass es sich um einen Serientäter handelt, der schon zuvor mehrere Mädchen entführt und vermutlich vergewaltigt hat. Er hinterlässt immer einen Anstecker mit einem Marienkäfer, so auch bei Missy. Die Leichen, so auch die Leiche von Missy, sind nicht auffindbar.

Dieses Ereignis zerstört das ganze Leben von Mack. Unsere Hauptperson, Mack, hat selbst eine schreckliche Kindheit erlebt. Er wurde geschlagen, sein Vater sprach dem Alkohol zu. Umsomehr ist er selbst ein Familienmensch. Er hält seine Ehe und seine fünf Kinder sehr hoch, Nun jedoch scheint die große Traurigkeit über ihn hereingebrochen zu sein. Die Beziehung zu seiner Frau leidet und seine ältere Tochter Kate verschließt sich immer mehr vor ihm.

Eines Tages in tiefstem Winter erhält Mack einen Brief von "Gott". Dieser lädt ihn ein in die Hütte in den Bergen zu kommen. Mack leiht sich von einem Freund ein Auto und macht sich auf in die Berghütte. Dort trifft er auf Gott, den seine Frau liebevoll Papa nennt. Papa ist jedoch eine dunkelhäutige, kräftige Mama mit einer Leidenschaft fürs Kochen und Backen. Auch der arabische Handwerker Jesus und die schillernde Gestalt Sarayu als asiatische Frau und Heiliger Geist sind in der Hütte anwesend. Mit diesen drei, mit der Dreifaltigkeit Gottes, führt Mack nun Gespräche über den Sinn und Unsinn des Todes seiner Tochter. Er will Dinge verstehen, die der Mensch nicht zu verstehen gewillt ist. Warum mußte Missy sterben?? Warum soll der Täter davon kommen? Warum lässt Gott solche gemeinen Dinge zu? In vielfältigen Gesprächen und Diskussionen entwickelt Mack ein ganz neues Verhältnis zu Gott und zum Glauben an sich. Wie tief diese Aussöhnung geht, mag jeder, der das Buch liest, für sich selbst entscheiden.

Der Autor, William P. Young, der dieses Buch ursprünglich für seine Kinder geschrieben hat, schafft es das Herz des Lesers zu berühren. Unabhängig vom Glauben jedes Einzelnen schafft dieses Buch Nähe. Es regt zum Nachdenken an und berührt.

Die Gestaltung des Buchcovers ist einzigartig. Ich finde dies ist ein ganz anderes Buch, ein Buch, das man einfach gelesen haben sollte.......

26 von 29 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.05.2009
Kaltduscher
Sachau, Matthias

Kaltduscher


ausgezeichnet

Auch wenn ich den neuen Roman von Matthias Sachau als Frau gelesen habe, so bleibt mir am Schluss nur zu sagen:

So sind die Männer eben!!

Sie sind chaotisch und ihnen reicht das Minimalste. Eine saubere Bude braucht man doch nicht, auch mit einer Hose kommt man durch das Leben, warum für eine Frau entscheiden, wenn es so viele gibt, man kann auch kalt statt warm duschen und Jobs gibt es auf der Welt doch auch genug.

Das ist in kurzen Zügen der Inhalt des Romans von Matthias Sachau. Ein wirklich durchweg komisches Buch, das ich gerne auch noch einmal lesen werde. Dem Autor ist es gelungen eine Männer WG so darzustellen, wie man sie sich vorstellt, eben chaotisch, aber auch lebensfroh. Das Buch ist spritzig und locker geschrieben und bietet schöne Unterhaltung für einige Stunden und immer einen Anlass zum Lachen für zwischendurch.

Ein klasse BUCH!!!

6 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.