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buchchecker

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Insgesamt 120 Bewertungen
Bewertung vom 17.09.2023
Snehild - Die Seherin von Midgard
Vedsø Olesen, Anne-Marie

Snehild - Die Seherin von Midgard


sehr gut

Bildgewaltiges und komplexes nordisches High-Fantasy-Abenteuer

"Snehild - Die Seherin von Midgard" erzählt die fesselnde Geschichte der jungen Protagonistin Snehild, die im Alter von zwölf Jahren von immer intensiveren Visionen heimgesucht und deshalb gemeinsam mit Roald und Aslak, den Zwillingssöhnen des Königs, zur Runenleserin und Kämpferin ausgebildet wird. Doch ihre rasche Entwicklung weckt den Neid und die Rivalität von Ragnfried, der bisher mächtigsten Seherin der Stadt. Ragnfried ist entschlossen, Snehild aus dem Weg zu räumen, um ihre eigene Stellung zu sichern. ...

Die Geschichte bietet eine faszinierende Mischung aus mystischen Visionen, spannenden Kämpfen und politischen Intrigen.

Der Schreibstil ist lebendig, bildgewaltig, atmosphärisch und spannend, allerdings auch sehr anspruchsvoll. ...

Die Charaktere mögen oberflächlich beschrieben sein, doch sie bieten eine breite Palette an Persönlichkeiten. Im Laufe der Geschichte gewinnen einige von ihnen an Tiefe, und ich konnte eine gute Verbindung zu ihnen aufbauen. Besonders Snehild, Berghild und Roald haben mich begeistert, und es war spannend, ihre Entwicklung zu verfolgen. Gleichzeitig sorgen skrupellose und manipulative Figuren wie Ragnfried für Nervenkitzel und Konflikte.

Das Worldbuilding basiert auf der nordischen Mythologie und erschafft eine komplexe und faszinierende Welt. Die detaillierten Beschreibungen ermöglichen es zwar, sich in dieser Welt zurechtzufinden, doch zusätzliche Hintergrundinformationen, ein Glossar und eine Karte wären wünschenswert gewesen, um die Orientierung zu erleichtern.

Es ist auch bedauerlich, dass das Buch keine Vorwarnung für sensible Themen wie Gewalt, Missbrauch und Suizid enthält.

Nichtsdestotrotz ist "Snehild - Die Seherin von Midgard" ein mitreißendes Fantasy-Abenteuer, das geschickt Action, Spannung und mystische Elemente vereint. Es mag nicht so episch sein wie "Game of Thrones", hat mich aber dennoch in seinen Bann gezogen und war spannend bis zum Schluss. Trotz der genannten kleineren Schwächen ist das Buch definitiv empfehlenswert. Ich bin jedenfalls gespannt und sehe einer möglichen Fortsetzung mit freudiger Erwartung entgegen.

Bewertung vom 19.08.2023
Canaria Criminal
Verano, Daniel

Canaria Criminal


ausgezeichnet

Spannender Krimi mit interessanten Ermittlern, Lokalkolorit und einer traumhaften Kulisse

Bei "Canara Criminal" von Daniel Verano handelt es sich um den zweiten Teil der Kanarenkrimi-Reihe um den deutschen Auswanderer und Journalist Felix Faber und die spanische Polizistin Ana Montero. 

Diesmal steht das plötzliche Ableben des polarisierenden Politikers Fransisco Fraude im Mittelpunkt des Geschehens. ...
Um seine Chancen auf einen Sieg bei den anstehenden Wahlen zu steigern, springt der Politiker mit dem Fallschirm über Gran Canaria ab. Schnell entwickelt sich das Event zu einem Medienspektakel. Doch dann geschieht das Unvorstellbare: Der Fallschirm öffnet sich nicht und Fraude schlägt vor laufender Kamera auf einem Felsen auf. ...
Tragischer Unfall? Selbstmord? Attentat? ...
Felix Faber beginnt zu recherchieren und kreuzt dabei erneut den Weg der taffen Ermittlerin Ana Montero. Wird es gelingen, die Hintergründe des Todesfalls aufzuklären? ...

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, gut zu lesen und mit den bildhaften Beschreibungen ist es erneut gelungen, mich mit auf die Reise auf die sonnenverwöhnte Insel Cran Canaria zu nehmen. Das paradiesische Insel-Flair, das kanarische Lebensgefühl und die kulinarischen Besonderheiten machen einfach Lust auf Meer! ...

Besonders gefallen haben mir diesbezüglich auch das Einbringen der spanischen Sprache, das Glossar und die Karte im Buch.

Die beiden Protagonisten Ana und Felix sind mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. Beide haben so ihre Päckchen zu tragen und es ist interessant zu verfolgen, wie sie mit ihren Erfahrungen umgehen und sich weiter entwickeln.

Trotz der privaten Verwicklungen kommt der Fall, der sowohl logisch als auch spannend vorangetrieben wird, nicht zu kurz. Er ist gut konstruiert, ermittelt wurde in alle Richtungen und die Auflösung war schlüssig und für mich nicht vorhersehrbar.

Da das Privatleben von Ana und Felix ein wichtiger Handlungsstrang ist, der die Einzelbände untereinander verbindet, ist es schon empfehlenswert, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Allerdings sind die Fälle in sich abgeschlossen, sodass man die Bücher auch problemlos ohne Vorkenntnisse und unabhängig voneinander lesen kann. 

Alles in allem bleibt sich Daniel Verano in dieser Reihe treu, denn auch mit "Canaria Criminal" hat er einen unterhaltsamen und spannenden Krimi mit interessanten Ermittlern, traumhafter Insel-Atmosphäre und Kulisse erschaffen, der aber auch brisante Themen anspricht.

Gern empfehle ich diesen Kanaren-Krimi weiter!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.08.2023
Askendor - Spiel mit der Wirklichkeit
Schellhammer, Silke

Askendor - Spiel mit der Wirklichkeit


ausgezeichnet

Spannender und humorvoller Young-Adult-Mix aus Romantasy-Abenteuer und Science Fiction

"Askendor - Spiel mit der Wirklichkeit" ist das erste Buch von Silke Schellhammer, das ich gelesen habe und es hat mich wirklich begeistert.

Die 15-jährige Protagonistin Florentine ist stets bemüht, den überhöhten Ansprüchen und dem Kontrollzwang ihrer Mutter gerecht zu werden und interessiert sich schon aus Zeitgründen null für Online-Rollenspiele. Das ändert sich jedoch, als Finn, der jüngere Bruder ihrer besten Freundin Paula, sie mit "Askendor", einer virtuellen, abenteuerlichen Welt voller Gnome, Drachen, Krieger und Magier, vertraut macht. Als ein NPC, ein sog. Non-Player Charakter, der furchteinflößende, aber auch unverschämt attraktive und überraschend menschlich wirkende Krieger und Thronfolger Thosse von Baar, ihr mit finsterem Blick scheinbar direkt in die Augen schaut, ist ihr Interesse geweckt. Schnell kann sie sich dieser unheimlichen Faszination und dieser fantastischen Welt nicht mehr entziehen. Als sie eines Abends von einem unerklärlichen Sog erfasst wird und durch ein Portal in die virtuelle Welt Askendor gelangt, steht sie Thosse von Baar nun von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Plötzlich wird ihr Leben von ihren Gefühlen für diesen widersprüchlichen Krieger und einer drohenden tödlichen Rebellion komplett auf den Kopf gestellt und sie muss sich entscheiden, was ihr wirklich wichtig ist. ...

Der bildhafte, spannende und humorvolle Schreibstil hat mich gefesselt und super unterhalten. Es hat mir viel Spaß gemacht, etwas Zeit mit Flo und ihren Freunden zu verbringen und sie bei ihrem Abenteuer zu begleiten.

Flo ist einfach großartig, benimmt sich ihrem Alter entsprechend und war mir auf Anhieb sympathisch. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und konnte mich mit ihren frechen und herrlich vor Sarkasmus triefenden Gedanken begeistern und immer wieder zum Schmunzeln bringen.  Spielend leicht gelang es ihr, mich auf ihre Reise mitzunehmen, sodass es mir nicht schwer fiel, mit ihr zu fühlen.

Auch die Nebencharaktere, insbesondere Paula, waren gut beschrieben, sympathisch und haben die Geschichte bereichert. Sie geben ein interessantes, chaotisches Team ab und ergänzen sich super.

Auch Thosse von Baar war absolut authentisch dargestellt. Seiner Stellung als Thronfolger und Machthaber in Askendor angemessen wurde er zum Teil geheimnisvoll, unnahbar, herrisch und besonders furchteinflösend gezeichnet. Aber er hat auch einen weichen Kern und genau diese widersprüchliche Mischung macht ihn unwahrscheinlich sympathisch und als Love Interest sehr interessant und glaubwürdig.

Alles in allem hat mich "Askendor" mit den überzeugenden Figuren, einer interessanten, faszinierenden und originellen Idee sowie einem Schreibstil, der genauso fesselnd wie unterhaltsam war, überzeugt und begeistert. Sollte es eine Fortsetzung geben, wäre ich sofort dabei!

Von mir gibt es eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung!

Bewertung vom 14.08.2023
Die Verräterin / The Darkest Gold Bd.2
Kennedy, Raven

Die Verräterin / The Darkest Gold Bd.2


ausgezeichnet

Spannende und fantasievolle Fortsetzung der Dark-Romantasy-Reihe "The Darkest Gold"

"Die Verräterin" von Raven Kennedy ist der zweite Band der fünfteiligen "The Darkest Gold"-Reihe, der mich auf ganzer Linie fasziniert und begeistert hat. 

Da dieser Band direkt an die Handlung des Vorgängerbandes anknüpft, ist es zum besseren Verständnis von Vorteil, diesen vorab gelesen zu haben. ...

Nach zehn Jahren in Gefangenschaft ist es Auren endlich gelungen, ihrem goldenen Käfig zu entkommen. Doch noch bevor sie ihre neu gewonnene Freiheit wirklich genießen kann, gerät sie in die Fänge eines feindlichen Königs. Nun ist sie allein inmitten seiner Armee. Einer Armee, die von einem Mann angeführt wird, der für seine Grausamkeit und tödliche Effizienz auf dem Schlachtfeld bekannt ist. Und das Schlimmste daran ist, dass Kommandant Riss darüber hinaus auch noch ein Fae ist und damit ebenso trügerisch wie verführerisch. Außerdem könnte er Aurens gefährlichstes Geheimnis enthüllen. …

Erzählt wird die Geschichte weiterhin hauptsächlich aus der Perspektive von Auren. Allmählich wird sie sich ihrer Selbst bewusst. Sie ist nun nicht mehr das kleine Vögelchen im goldenen Käfig, sondern eine Frau mit Persönlichkeit, die weiß, was sie will. Sie wächst mir immer mehr ans Herz. Es ist faszinierend zu verfolgen, wie sie nach und nach ihre Vergangenheit aufarbeitet und beginnt, für sich und andere einzustehen.

Einige Figuren haben mich positiv überrascht. Vor allem Königin Malina, die mir bisher eher negativ aufgefallen ist, hat mich beeindruckt. Auch wenn sie mir weiterhin nicht wirklich sympathisch ist, bin ich dennoch gespannt, wie sie sich im Verlauf der Reihe weiter entwickeln wird. 

Aber auch Kommandant Riss und sein engster Kreis haben mich überraschen können. Hier gibt es wider Erwarten so einige Sympathieträger, die die Story definitiv bereichern und mir schon jetzt ans Herz gewachsen sind.

Wie bereits der Auftaktband hat mich auch dieser zweite Teil der Reihe in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss gefesselt. 
Dieses spannende, fantastische Buch hat mich mit neuen interessanten Figuren, einer authentischen Charakterentwicklung, so einigen Intrigen, Geheimnissen und einem Hauch Romantik überzeugt. Es endet mit einem fiesen Cliffhanger, weshalb ich es auch kaum erwarten kann, den Folgeband zu lesen. 
Von mir gibt es eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung! 

Bewertung vom 14.08.2023
Die Gefangene / The Darkest Gold Bd.1
Kennedy, Raven

Die Gefangene / The Darkest Gold Bd.1


ausgezeichnet

Faszinierende Mischung aus Mythologie und Dark Fantasy Romance

"Die Gefangene" ist der fantastische Auftaktband der fünfteiligen "The Darkest Gold"-Reihe von Raven Kennedy, die von der griechischen Sage um König Midas inspiriert wurde.

Die Story ist eine interessante und faszinierende Mischung aus Mythologie und Dark Fantasy Romance, die, wie ich finde, sehr gut gelungen ist. Es übt schon einen besonderen Reiz aus, wenn ein Mythos in einer fantastischen Welt neu interpretiert und mit einer düsteren prickelnden Liebe jenseits von Gut und Böse kombiniert wird. ...

Die Geschichte spielt in der Fantasiewelt Orea, in der Midas über das winterliche und vereiste Sechste Königreich herrscht.
Das lebende Symbol seiner Macht, die Macht, alles in Gold zu verwandeln, was er berührt, ist Auren, seine goldgeküsste Favoritin. Einst wurde sie von Midas gerettet und er versprach, fortan für ihre Sicherheit zu sorgen. Seit zehn Jahren lebt Auren nun schon völlig abgeschirmt und isoliert von der Außenwelt hinter den goldenen Schlossmauern - in einem goldenen Käfig. Und obwohl Auren ihre Freiheit opfern musste, fühlt sie sich bei Midas sicher, bis eines Tages Krieg und Verrat das Schloss erreichen und Aurens Vertrauen in Midas erschüttert wird. ...

Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen und die bildhafte Schreibweise ermöglicht ein Abtauchen in diese fantastische, aber eiskalte und gnadenlose Welt, in der die Mächtigen nach Belieben über die Schwächeren verfügen können.

Das Worldbuilding finde ich super, positiv anzumerken ist hier auch die tolle Karte im Buch. Ich konnte mir die geschilderten Szenen und Orte sehr gut vorstellen.

Die Protagonistin Auren finde ich als Figur sehr sympathisch und interessant. Da die Geschichte überwiegend aus ihrer Perspektive geschrieben ist, fiel es mir nicht schwer, mit ihr zu fühlen.
Anfangs noch sehr naiv, passiv und schicksalsergeben, beginnt sie mit fortschreitender Handlung Dinge zu hinterfragen und sowohl für sich als auch für andere einzustehen.

Da es in dieser Reihe wenig Tabus gibt, empfiehlt es sich definitiv vorher die Content-Notes zu lesen.

Alles in allem konnte mich das Buch begeistern. Das Zusammenspiel aus düsterer Kulisse und beklemmender Atmosphäre, interessanten Figuren und einem faszinierenden Magiesystem hat mich gefesselt. Durch Intrigen und unerwartete Wendungen wurde die Spannung trotz ausschweifender innerer Monologe der Protagonistin auf einem hohen Level gehalten. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung und gebe eine absolute Kauf- und Leseempfehlung!

Bewertung vom 05.08.2023
Overkill - Tod der Schwalben
Korten, Astrid

Overkill - Tod der Schwalben


ausgezeichnet

Anspruchsvoller, spannender Thriller mit brisanter Thematik

In "Tod der Schwalben", dem dritten Teil der Overkill-Reihe von Astrid Korten, begleitet man Hauptkommissarin Mo Celta im Rahmen eines Austauschprogramms der EU-Ermittlungsbehörden in die Ukraine. Dort hofft sie, ihrer Schwester auf die Spur zu kommen und wird mit den dramatischen Auswirkungen der Nuklearkatastrophe von 1986, anhaltenden militärischen Konflikten und dem wirtschaftlichem Zusammenbruch des Landes konfrontiert. ...

Als in der strahlenverseuchten Geisterstadt Pripyat die grausam zugerichtete Leiche von Jannik Kanyukov gefunden wird, übernehmen Polizeihauptmann Felix Bojko und Mo die Ermittlungen.

Zeitgleich engagiert der Vater des Opfers, der russische Ex-Minister, der die Effektivität der ukrainischen Ermittlungsbehörden in Frage stellt, den russischen Polizisten Alexej Markow, um den Täter in der Ukraine ausfindig zu machen.

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn die Ermittlungen führen zu einem Cold Case und das nächste Opfer lässt nicht lange auf sich warten. Schnell wird deutlich, dass sie es mit einem teuflischen Serienkiller zu tun haben, der am Ort seiner Verbrechen stets eine präparierte Schwalbe hinterlässt. …

Astrid Korten hat mit diesem Buch einen anspruchsvollen Thriller geschaffen, der sich durch interessante und eigenwillige Charaktere,  ein detailliertes, gut recherchiertes Hintergrundwissen und ein eindrucksvolles Setting mit beklemmender Atmosphäre auszeichnet.

Die geschilderten Zustände in Tschernobyl und Umgebung sind wirklich anschaulich und glaubhaft beschrieben und sehr interessant, aber auch belastend und schwer zu ertragen. Das hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Auch noch Tage nach dem Lesen hat mich die aktuelle brisante Thematik sehr bewegt.

Durch den fesselnden, anschaulichen Schreibstil, die kurzen Kapitel mit den unterschiedlichen Perspektiven und unerwartete Wendungen wird die Spannung bis zur letzten Seite auf hohem Niveau gehalten. Und das schlüssige Ende wusste nochmal zu überraschen.

Auch, wenn es sich um den dritten Band der Overkill-Reihe handelt, kann das Buch ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Mich hat "Tod der Schwalben" auf ganzer Linie überzeugt und deshalb gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 30.07.2023
Föhr in Flammen
Silber, Eva-Maria

Föhr in Flammen


ausgezeichnet

Spannender, regionaler Krimi

Mit "Föhr in Flammen" hat Eva-Maria Silber einen fesselnden, atmosphärischen Krimi geschaffen, der mit einem kaltblütigen Verbrechen auf der sonst so ruhigen, idyllischen Insel, einem überzeugenden Ermittlerteam, spannenden und glaubhaften Einblicken in die Polizeiarbeit und einem logischen und nicht vorhersehbaren Ende punktet.

Als an einem heißen Sommertag in einer Holzhütte auf der beschaulichen Insel Föhr fünf Tote gefunden werden, nehmen Kriminalhauptkommissar Jan Andretta und sein Team, allen voran die junge, aber sehr kompetente und intuitive Polizeianwärterin Maja Storm, die Ermittlungen auf. Gemeinsam rekonstruieren sie die Tat, doch erst der Fund eines sechsten Opfers bringt sie auf die richtige Spur. ...

Im Mittelpunkt der Handlung steht die Polizeiarbeit. Arbeitsabläufe, Ermittlungsdetails und Besprechungen, aber auch die persönlichen Reibereien zwischen den Kollegen des Ermittlerteams waren glaubhaft und interessant dargestellt.

Auch das Privatleben der Hauptakteure wird gut beleuchtet. Sowohl Jan, als auch Maja haben ihre persönlichen privaten Dramen zu bewältigen und sind tiefgründig und authentisch dargestellt. Beide waren mir auf Anhieb sympathisch und es hat mir Spaß bereitet, ihnen bei den Ermittlungen über die Schulter zu schauen.

Anschaulich und glaubhaft wurden am Ende alle Puzzleteile zusammengefügt. Die gut durchdachte Handlung war stimmig und in sich abgeschlossen.

Der dramatische Wendepunkt am Ende hat mich überrascht und geschockt. ... Ich hoffe auf eine Fortsetzung mit weiterführenden Informationen zu den persönlichen Hintergründen und empfehle das Buch sehr gern weiter!

Bewertung vom 20.07.2023
Scherbensommernacht
Loy, Janne

Scherbensommernacht


ausgezeichnet

Raffinierter und spannender Roman, der auch brisante Themen anspricht

Mit "Scherbensommernacht" hat Janne Loy einen komplexen, spannenden Roman geschaffen, in dem das Leben von Ella nach einer folgenschweren Sommernacht schlagartig in Scherben liegt. ...

Man begleitet Ella nach diesem verhängnisvollem Tag in den 90er Jahren, an dem ihre 15jährige Schwester Imen nach einer Schulparty spurlos verschwindet. Ihre Familie zerbricht an dem Verlust, aber Ella kämpft sich tapfer durchs Leben. Doch die Ungewissheit um das Schicksal ihrer Schwester lässt sie einfach nicht los. ...

Anders als erwartet, steht nicht Imens Verschwinden im Mittelpunkt der Handlung. Aber das tut der Spannung keinen Abruch, denn auf sehr raffinierte und eindrucksvolle Weise beschreibt die Autorin die Auswirkungen dieser Schicksalsnacht. Die Zurückgelassenen sind einem wahren Sturm der Gefühle ausgesetzt und stürzen von der Ungewissheit zermürbt in ein psychisches Chaos.

Dabei ist es der Autorin mit ihrem detaillierten und lebendigen Schreibstil gelungen, verschiedenste Einzelschicksale geschickt miteinander zu verknüpfen und auch gesellschaftskritische Themen einzuflechten.

Die Charaktere sind gut beschrieben, vielschichtig und absolut authentisch dargestellt. Insbesondere mit Ella konnte ich mich identifizieren und ihre Emotionen gut nachempfinden. Sie ist eine couragierte, willensstarke Frau, die sich trotz aller Schicksalschläge nicht unterkriegen lässt.

Es hat mir sehr gut gefallen, wie in diesem Roman alles miteinander verbunden ist, Zusammenhänge erst nach und nach deutlich werden und am Ende alles schlüssig aufgelöst wird. ...

Alles in allem hat mich "Scherbensommernacht" mit den vielschichtigen Figuren, der Mischung aus Krimi, Thriller und Mystery, den brisanten Themen und den raffinierten Verwicklungen überzeugt. Ich hatte kurzweilige und unterhaltsame Lesestunden und kann das Buch nur wärmstens empfehlen.

Bewertung vom 15.07.2023
Kingdom of Silk
Lehmann, Anja

Kingdom of Silk


ausgezeichnet

Fantasievoller, spannender und komplexer Auftakt der Lost Kingdom-Saga

"Kingdom of Silk" ist der erste Band der High-Fantasy-Trilogie von Anja Lehmann, in dem Crystal ein Stück eines geheimnisvollen Amuletts findet und dadurch eine uralte Magie entfesselt und so die Welt von Favoria in ihren Grundfesten erschüttert. ...

Als Crystal nach dem Fund des rätselhaften Schmuckstücks überraschend erwählt wird, als eine von 12 Novizinnen an den Hof des Weißen Königs zu reisen, rückt ihr größter Traum, eine angesehene weiße Libellen-Kriegerin zu werden, in greifbare Nähe.
Doch hinter der glänzenden Fassade ihres neuen Zuhauses verbirgt sich ein düsteres Geheimnis und Crystal findet sich mitten in einem durchtriebenen Spiel um die Macht der alten Magie wieder. ...

Der Schreibstil ist super, er lässt sich gut lesen und auch die Kapitellänge empfand ich als angenehm.
Auch wenn die Geschichte hauptsächlich aus der Perspekive von Crystal erzählt wird, gibt es immer wieder Abschnitte aus anderen Blickwinkeln. Diese unterschiedlichen Handlungsstränge geben interessante Einblicke in die verschiedenen Reiche Favorias.

Das Setting finde ich großartig. Die Welt von Favoria ist fantasievoll gestaltet und sehr komplex. Es wird alles wunderbar bildhaft und lebendig beschrieben, sodass ich mir die Welt sehr gut vorstellen konnte. Hilfreich war hier auch die Karte im Buch. ...

Trotz der unterschiedlichen Handlungsstränge, deren Zusammenhang anfangs nicht klar ist, und der doch relativ hohen Anzahl an Figuren konnte ich der Geschichte super folgen. Nachdem man anfangs zwar ohne viel Erklärung in die Handlung geworfen wird, fügt sich nach und nach alles und Zusammenhänge werden deutlich.

Crystal war mir auf Anhieb sympathisch. Ihrem Alter entsprechend ist sie anfangs noch sehr naiv, unerfahren und leichtgläubig. Doch im Laufe der Geschichte macht sie eine gute Entwicklung durch und beginnt Dinge zu hinterfragen und Zusammenhänge zu erkennen. Es fiel mir leicht, mich mit ihr zu identifizieren.

Die anderen Figuren und ihre Geschichten sind sehr interessant, auch wenn es mir anfangs schwer fiel, eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Aber mit fortschreitender Handlung erhalten auch sie mehr Tiefe. Im Mittelpunkt der Handlung steht zwar weiterhin Crystal, aber nach und nach konnte ich mir auch ein Bild von den anderen Figuren machen und mit ihnen fühlen. Ich fand es unwahrscheinlich spannend und faszinierend, wie die verschiedenen Handlungsstränge sich berühren und die einzelnen Figuren, die anfangs nichts zu verbinden schien, zusammenfinden.

Alles in allem konnte mich Anja Lehman mit diesem Auftaktband ihrer Lost Kingdom-Saga von Anfang bis Ende fesseln. Mit der fantasievollen Welt von Favoria und ihrer Magie, den überzeugenden Figuren und den Geheimnissen, Intrigen und spannenden Verwicklungen konnte sie mich begeistern.
Ich freu mich sehr auf die Fortsetzung und kann das Buch nur wärmstens empfehlen.