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Midnight-Girl
Wohnort: 
NRW

Bewertungen

Insgesamt 853 Bewertungen
Bewertung vom 08.02.2016
Hinten sind Rezepte drin
Bauerfeind, Katrin

Hinten sind Rezepte drin


gut

Ist es wirklich so, dass es bei der Stellenbesetzung noch immer nach der Frauenquote geht und nicht nach Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnissen? Katrin Bauerfeind geht in ihrem zweiten Streich, „Hinten sind Rezepte drin“, den Dingen auf die Spur, vornehmlich solchen, die Männern nie passieren würden – denkt man. Doch im Grunde verspricht der Titel mehr als er hält. Weder sind Rezepte enthalten, noch geht es in der Hauptsache um Situationen, die Männern vorbehalten bleiben. Eher dreht sich vieles um Klischees und um die zwischenmenschliche Beziehung von Mann und Frau. Unterhaltsam, in der Tat, ein wenig ungeschickt jedoch, es anders zu vermarkten.

Ob beruflich oder privat, Beziehungen zu Männern oder zu Familienmitgliedern, Frau Bauerfeind gibt Einblicke in alles und jeden, der nicht schnell genug das Weite gesucht hat. Natürlich kann man sich in manche Situation zu hundertzwanzig Prozent hineinversetzen, was vermutlich Sinn der Sache ist. Wieder anderes kennt man zwar nicht aus eigener Erfahrung, kann sich aber herrlich darüber amüsieren, und freut sich insgeheim, selbst nicht ähnliches erlebt zu haben. Dennoch scheinen die Abhandlungen manches Mal recht knapp, als müsste noch eben schnell etwas erzählt werden. Dabei leidet auch der Humor, der dadurch aufgesetzt und zeitweise erzwungen wirkt.

In der Tat sei gesagt, dass man dieses Buch vornehmlich häppchenweise zu sich nehmen sollte, sonst geht sehr viel Flair flöten. Trotz humoristischem Tief in der ersten Hälfte schafft es die Autorin auf den letzten Metern doch noch den Leser zu fesseln, obwohl man damit kaum noch gerechnet hätte. Lässt man also einmal den Aspekt außen vor, dass Inhalt und Titel nicht wirklich zueinander passen und die Thematik nicht unbedingt neuwertig ist, hält man doch ein solides Werk in Händen, das charmant über Frauen und Männer berichtet.

Bewertung vom 07.02.2016
5 Zimmer Küche Sarg

5 Zimmer Küche Sarg


sehr gut

Eine Vampir-WG und keiner von ihnen glitzert? Außerdem haben sie ganz normale Alltagsprobleme, was den Haushalt betrifft, die jeder Mensch ebenfalls kennt. Trotz unterschiedlichen Alters und entsprechender Erfahrung schaffen es Viago, Vladislav, Deacon und Petyr ganz gut miteinander auszukommen. Als letzterer dann aber den jungen Nick beißt und verwandelt, scheint alles aus den Fugen zu geraten...

Man könnte meinen es gäbe inzwischen wirklich genügend Filme, die sich mit Vampiren, Werwölfen oder sonstigen Fabelwesen beschäftigen. Doch dieser hier ist etwas völlig anderes, es liegt ein ganz anderes Konzept zugrunde. Man darf hier keinen Spielfilm erwarten, vielmehr handelt es sich um eine Art Dokumentation, denn ein Filmteam begleitet die Vampir-WG im Alltag und zu verschiedenen, mal mehr mal weniger öffentlichen, Anlässen.

Entstanden ist das Projekt aus einem Kurzfilm, der aus dem Jahre 2005 stand. Das Besondere an dem vorliegenden Werk ist, dass es zwar ein grobes Drehbuch gab, die Darsteller dieses aber nicht kannten, die Szenen also allesamt improvisiert sind. Logisch, dass dadurch einiges an Material zustande kam, dass gesichtet und geschnitten werden musste, um schlussendlich auf etwa 82 Minuten zu kommen.

Dieser Film zeigt, dass Vampire dieselben Charaktereigenschaften besitzen wie Menschen, außer dass sie nachtaktiv sind und andere Vorlieben haben was das Essen angeht. Bei den unterschiedlichen Schlossbewohnern kommt es am häufigsten zu Reibereien beim Thema Haushalt. Doch auch wilde Partynächte definiert jeder anders und möchte natürlich seine eigenen Ideen umsetzen. Der Zuschauer wird ins Geschehen integriert, da es zwischenzeitlich immer wieder Einspieler gibt, in denen die einzelnen Figuren ihre Gedanken zum Besten geben, explizit an die Außenwelt, oder zumindest das Filmteam, gerichtet.

Es liegt außerdem ein ganz eigener, trockener, zum Teil grotesker Humor zugrunde. Man wird gut unterhalten und bekommt etwas geboten, das ab vom Mainstream auf alle Fälle punkten kann.

Bewertung vom 07.02.2016
Unland
Wagner, Antje

Unland


sehr gut

Als Franka Berlin verlässt und ins „Haus Eulenruh“, einem Wohnprojekt für Jugendliche, nach Waldburgen zieht, spürt sie schnell, dass irgendetwas nicht stimmt. Nicht nur, dass die Bewohner des Dorfes die Jugendlichen meiden und für jegliche Scherereien verantwortlich machen, es ist als würde sie ständig beobachtet, doch es ist niemand auszumachen. Und was hat es mit der Ruinenlandschaft „Unland“ auf sich, die mit einem Elektrozaun gesichert ist und über die man nicht spricht?

Nicht nur Franka kommt der Ort Waldburgen, ca. 100km von Berlin entfernt, seltsam vor. Der Leser spürt die Distanz, die die Menschen zu den Bewohnern im „Haus Eulenruh“ wahren, ebenso wie eine reichlich angespannte Atmosphäre, vor allem wenn es um „Unland“ geht. Klar, dass man das Geheimnis der mysteriösen Ruinenlandschaft aufdecken will. Umso besser, dass Franka dasselbe Ziel verfolgt, so kann man zumindest hoffen, dass man auch tatsächlich erfährt was es mit dem komischen Verhalten der Menschen auf sich hat.

Zunächst aber muss Franka sich erst einmal einleben, was leichter gesagt als getan ist. Von diversen Seiten werden ihr Steine in den Weg gelegt, ein ums andere Mal tritt sie in gewaltige Fettnäpfchen, kein Wunder also, dass sie sich nicht nur einmal wünscht nie dort gelandet zu sein. Gemeinsam mit ihr lernt der Leser die anderen Bewohner des Projekts kennen, so dass man sich schon bald ein gutes Bild machen kann. Im Grunde finden einsame und verletzte Seelen im „Haus Eulenruh“ ein Zuhause. Jeder einzelne hat schreckliche Dinge erlebt, wodurch hauptsächlich das Vertrauen anderen gegenüber nachhaltig beschädigt wurde. Dennoch geben sie sich gegenseitig Halt und stehen füreinander ein.

Gebannt verfolgt man das Geschehen, das mit immer mysteriöseren Vorfällen Aufsehen erregt. Nicht nur Franka ist plötzlich ganz wild darauf zu ergründen was in Waldburgen vor sich geht. Die Spannung nimmt im weiteren Verlauf stetig zu und hält den Leser gefesselt, denn auch dieser versucht sich schon seit geraumer Zeit an der Lösung des Rätsels, kommt aber zu keinem adäquaten Schluss. Mit zunehmendem Fortschritt erhellt plötzlich eine ganz bestimmte Idee das Gedankenkarussell, die man so schnell auch nicht bereit ist aufzugeben, obwohl sie ausschließlich auf Annahmen und Bauchgefühl beruht. Dennoch ist man gespannt, ob es zum Schluss noch eine ganz verzwickte Überraschung geben oder die eigene Vorstellung verifiziert werden wird.

Ein ungewöhnliches Buch legt Antje Wagner hier vor. Doch gerade auf Grund der Andersartigkeit ein Kunstwerk für sich, das nicht einfach eines von vielen ist, sondern gekonnt aus der Masse heraussticht.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.02.2016
Im Bann des Flamenco / Die drei Ausrufezeichen Bd.41 (Audio-CD)
Sol, Mira

Im Bann des Flamenco / Die drei Ausrufezeichen Bd.41 (Audio-CD)


ausgezeichnet

Durch einen glücklichen Zufall erhalten Kim, Marie und Franzi die Möglichkeit ihre Ferien in Spanien in einer Sprachschule zu verbringen. Neben den Unterrichtseinheiten sollte natürlich auch noch genügend Zeit sein die Gegend zu erkunden. Wie schnell die drei !!! dann aber wieder an ihren nächsten Fall geraten, konnte nun wirklich niemand ahnen. Sie werden beauftragt eine wertvolle Reliquie wiederzufinden. Die Polizei soll zunächst außen vor gelassen werden, um keine zu große Unruhe entstehen zu lassen.

Die drei Freundinnen stürzen sich in den Fall und geraten bald auf die Spur einer internationalen Kunsträuberbande. Sind diese Schurken auch für das Verschwinden der Reliquie verantwortlich? Aber vor allem stellt sich die Frage, ob die Mädchen sich nicht wieder einmal aufs neue in eine große Gefahr begeben, die sie eigentlich lieber umgehen sollten.

Auch wer noch nicht in Spanien war, spürt sofort das Flair, das von der Erzählung ausgeht. Man kann sich richtig hineinfühlen. Wenn man die Augen schließt, sitzt man selber in einem netten Café und lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Dass die drei Freundinnen nicht nur zum Vergnügen dort sind, merkt man fast gar nicht, da der Sprachunterricht nicht ihre gesamte Zeit in Anspruch nimmt. Vielmehr gibt es die Möglichkeit die Stadt zu entdecken und nebenbei wartet auch schon ihr nächster Fall auf sie.

Weit über die Grenzen Deutschlands hinaus scheinen die Detektivinnen bereits bekannt zu sein, da sie sogleich mit einer delikaten Angelegenheit betraut werden. Nicht nur für die Mädchen beginnt nun wieder das Rätsel raten, auch der Hörer kniet sich vollkommen hinein, um vielleicht mit der Lösung schneller zu sein als die Freundinnen. Wer weiß, wie er die Hinweise zu deuten hat und wichtige Erkenntnisse gut herausfiltern kann, hat gute Chancen, den Täter zu überführen, bevor er überhaupt in Verdacht gerät.

Trotz aller Ermahnungen begeben sich die drei !!! auch dieses Mal wieder sehenden Auges in Gefahr. Am liebsten würde man sie zurückhalten, doch man muss einsehen, dass das nicht funktionieren würde, weshalb einem nur übrig bleibt zu hoffen, dass alles gut ausgehen wird. Zeitweise ist dies gar nicht so sicher und selbstverständlich wie man vielleicht meinen könnte. Es scheint, als wäre ihr Gegner mächtiger und gefährlicher als jemals zuvor. Die Atmosphäre ist zum Zerreißen gespannt und man wagt kaum zu Atmen bis es endlich an die Auflösung geht, die hoffentlich positive Erkenntnisse bringt.

„Im Bann des Flamenco“ entführt den Hörer nach Spanien, wo allerdings nicht nur Erholung auf ihn wartet, der Schein trügt ganz gewaltig. Die drei !!! sind immer wieder für Überraschungen und aufregende Momente gut, so auch dieses Mal.

Bewertung vom 01.02.2016
Der goldene Sohn
Gowda, Shilpi Somaya

Der goldene Sohn


sehr gut

Für Anil ist schon früh klar, dass er einmal anderen Menschen helfen und sie heilen möchte. Als er die Chance erhält in den USA seine Assistenzarztzeit zu absolvieren, sagt er sofort zu. Er verlässt sein indisches Heimatdorf, um sich seinen Traum zu erfüllen. Und vielleicht kommt er ja sogar eines Tages wieder. In der Zwischenzeit wird Leena, Anils erste große Liebe, mit einem Mann verheiratet, den sie im Grunde gar nicht kennt und der es nicht gut mit ihr meint. Dennoch versucht sie stark zu sein und sich nicht unterkriegen zu lassen. Als Anil und Leena nach langer Zeit wieder aufeinander treffen ist vieles geschehen. Aber wie steht es um ihre Gefühle zueinander?

Shilpi Somaya Gowda zeichnet in ihrem Roman „Der goldene Sohn“ ein gleichsam wundervolles wie auch authentisches Bild der indischen Kultur im Vergleich zur amerikanischen Lebensweise. Inwieweit es sich um tatsächlich fundierte Rechercheergebnisse oder fiktive Darstellungen handelt, kann natürlich nur die Autorin selbst beantworten, die Frage stellt man sich beim Lesen aber gar nicht vordergründig. Manche Beschreibungen des Lebens in Indien kennt man bereits, wenn man mit dem Land und der Kultur schon einmal auseinandergesetzt hat. Bei anderen muss man doch erst einmal schlucken, wenn man erfährt, dass sie durchaus in ähnlicher Form praktiziert werden.

Den direkten Vergleich zwischen Indien und Amerika erhält man dadurch, dass die Perspektive häufig von Kapitel zu Kapitel wechselt. Mal begleitet man Anil als Assistenzarzt, mal ist man an Leenas Seite, während ihre Ehe nicht unbedingt den erhofften Verlauf nimmt. So werden gravierende Unterschiede sofort deutlich, nicht nur was die Kulturen angeht. Auch die Entwicklung der beiden Persönlichkeiten, die gemeinsam aufgewachsen sind, kann man dadurch gut verfolgen. Gleichzeitig hofft man natürlich die ganze Zeit, dass Anil und Leena im weiteren Verlauf doch wieder zueinander finden. Doch bis man erfährt, ob dies geschieht, ist es noch ein langer, steiniger Weg.

Gemeinsam mit den Charakteren erlebt man eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Von Freude, über Leid, bis hin zu unglaublicher Wut ist alles dabei. Die meiste Zeit über ist man vollkommen in der Geschichte gefangen, die neben informativen Aspekten noch das ein oder andere Überraschungsmoment zu bieten hat. Unweigerlich macht man sich während der Lektüre Gedanken wie es wohl weitergehen könnte, dann freut man sich, wenn sich das Geschehen tatsächlich in ähnlicher Form zuträgt. Dann gibt es aber auch Ereignisse, die den Leser vollkommen unvorbereitet treffen. Diese gelungene Mischung trägt dazu bei, dass langwierige Passagen, die den Lesefluss ins Stocken geraten lassen, schnell wieder aus dem Gedächtnis gelöscht werden.

Bewertung vom 31.01.2016
Morgen ist leider auch noch ein Tag
Katze, Tobi

Morgen ist leider auch noch ein Tag


sehr gut

Morgens nicht aus dem Bett kommen, einfach keinen Antrieb haben, unliebsame Dinge lieber weit von sich schieben und hoffen, dass sie sich von selbst erledigen, die Wäsche der Einfachheit halber gar nicht erst in den Schrank räumen, man nimmt sie schließlich sowieso bald wieder heraus... das alles können natürlich einfache Beispiele für hoffnungslose Faulheit sein, aber es können auch Anzeichen einer (sich entwickelnden) Depression sein. Entsprechend sollte man nicht unbedingt alles auf die leichte Schulter nehmen oder gar ignorieren, sondern einmal ganz tief in sich hineinhorchen, ob vielleicht etwas aus dem Rhythmus geraten ist. So geschehen bei Tobi Katze, der nicht nur ein Buch zum Thema geschrieben hat, sondern dieses auch mit Humor nimmt, denn es ist nicht alles grau und trostlos.

Psychische Probleme werden immer noch lieber totgeschwiegen als offen auf den Tisch gebracht, schließlich kann das nicht „normal“ sein, wenn man sich komisch/anders/leer fühlt. Aber was ist eigentlich normal und wer bestimmt das? Eine Frage, die häufig gestellt, aber niemals beantwortet werden kann, zumindest nicht pauschal. So viele Individuen es gibt, so viele Definitionen des Wörtchens „normal“ gibt es, und jeder sollte die Vorstellung der anderen akzeptieren, dann wäre vieles leichter.

Tobi Katze erzählt in „Morgen ist leider auch noch ein Tag“ offen über sein Leben mit der Depression, mit der er sich das ein oder andere Wortgefecht und Zwiegespräch liefert. Man sollte sich jedoch bereits im Vorfeld ein wenig mit dem Krankheitsbild auseinandergesetzt haben, sonst kann es passieren, dass man in ebenjene klischeehaften Denkweisen rutscht, die auch seine Eltern überfallen, als er von der Diagnose berichtet. Schnell ist man geneigt zu sagen, er solle sich nicht so anstellen, morgen sieht alles schon wieder ganz anders aus und ähnliche Plattitüden. Dass es sich bei der Depression allerdings nicht ausschließlich darum dreht ständig traurig zu sein, muss man erst einmal lernen, und akzeptieren.

Mit viel Humor schildert Tobi Katze diverse Erlebnisse, in denen man sich hin und wieder tatsächlich selbst wiederfindet. Manchmal ist es in der Tat erschreckend wieviele Parallelen sich auftun, was zwar nicht direkt bedeutet, dass man sich als „verrückt“ erklären muss/soll/kann, dass man sich aber einmal eingehender mit sich selbst beschäftigt, wird definitiv nicht schaden. Die Ernsthaftigkeit der Thematik wird trotz Ironie und Sarkasmus mehr als deutlich, hin und wieder muss man auch kurzzeitig mit dem Lesen aussetzen, sich ablenken, da die Stimmung droht von einem Besitz zu ergreifen, wodurch man wie in einen schwarzen Abgrund schaut.

Ob Tobi Katze tatsächlich jeden erreicht, vor allem Menschen, die felsenfest an ihrer Meinung festhalten und anderen Erklärungen keine Chance geben, sei dahingestellt, zumindest aber bringt er ein Thema auf den Plan, das bisher in einer solchen Form nicht behandelt wurde. Ganz ohne hochtrabende Fachtermini beschäftigt man sich mit einer Krankheit, die häufiger vorkommt als man glaubt.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.01.2016
Saphirblau (DVD)
Niewöhner,Jannis/Ehrich,Maria

Saphirblau (DVD)


sehr gut

Nachdem Gwen und Gideon über mehrere Ecken zueinander gefunden haben, nicht nur, weil das Zeitreisegen sie miteinander verbindet, müssen sie sich einer großen Aufgabe widmen: Die Welt retten. Natürlich begleiten sie mehr oder minder skurrile Helfer und Ratgeber, die teilweise mehr schlecht als recht zu einem guten Gelingen der Missionen beitragen. Doch auf der anderen Seite gibt es noch die Allianz, der Gwens und Gideons Verbindung scheinbar ein gewaltiger Dorn im Auge ist. Ist ihre Liebe stark genug?

Gerade erst haben Gwen und Gideon sich gefunden, da wird ihre Liebe schon auf eine harte Probe gestellt. Mal gemeinsam, mal getrennt, finden sie sich in den verschiedensten Zeiten wieder, die jede auf ihre eigene Weise Überraschungen und Aufgaben bereit hält. Aber nicht nur in der Vergangenheit gibt es Hindernisse zu überwinden, die Gegenwart hält nicht weniger Probleme für das junge Paar bereit.

Zu Beginn gibt es eine kurze Rückblende auf die Ereignisse aus dem ersten Teil „Rubinrot“. Dies ist insofern hilfreich, als dass der Zuschauer sich kurz orientieren kann, manche Information hatte man möglicherweise schon wieder vergessen. Dennoch kann man nicht auf den ersten Blick unterscheiden, bei welchen Charakteren es sich um Freunde und bei welchen es sich um Feinde handelt, was man natürlich auch nicht soll. Wäre es doch zu einfach und vor allem langweilig, könnte man sofort zu Beginn eine Bilanz ziehen.

Gwen, noch immer recht tollpatschig unterwegs, fliegt nahezu von einem Fettnäpfchen ins nächste. Glücklicherweise hat sie treue Begleiter an ihrer Seite, die sie ein ums andere Mal zu retten wissen. Gleichzeitig amüsiert wie auch gebannt verfolgt man die Ereignisse, denn man weiß nie in was für eine Situation sie sich als nächstes manövriert. Trotz ihrer Helfer kann man ebenfalls nie sicher sein, ob Gwen die Erlebnisse mit heiler Haut übersteht.

Figuren wie Geschehen sind authentisch und spannend dargestellt, manches ist mitunter vorhersehbar, anderes wiederum überhaupt nicht. So ergibt sich eine Mischung, die den Zuschauer begeistert und kurzweilig unterhält. Allerdings sollte man Kenntnis des ersten Teils haben, ohne die ein oder andere Hintergrundinformation lassen sich einige Ereignisse kaum bis gar nicht nachvollziehen.


Hinweis:
Die Meinung bezieht sich ausschließlich auf die filmische Darstellung und stellt keinen Vergleich zur Buchvorlage an.

Bewertung vom 31.01.2016
Die Stadt der Schlafwandler / Nightmares! Bd.2
Segel, Jason;Miller, Kirsten

Die Stadt der Schlafwandler / Nightmares! Bd.2


ausgezeichnet

Nachdem Charlie sich seinem größten Albtraum gestellt hatte, geht es Knall auf Fall weiter, an Ausruhen ist nicht zu denken. Ganz Orville Falls, das Nachbarstädtchen von Cypress Creek, in dem Charlie wohnt, scheint von Albträumen geplagt. Kein Wunder, dass die Bewohner sofort begeistert sind als ein neuer Laden eröffnet, der ausschließlich ein einziges Elixier verkauft, nämlich eines, das gegen Albträume helfen soll. Charlie und seine Freunde sind schon bald überzeugt davon, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht, die Menschen aus Orville Falls gleichen immer mehr Schlafwandlern, die durch die Stadt geistern. Sie müssen einen Weg finden, das Treiben zu stoppen, denn sonst ist nicht nur die wache Welt in Gefahr...

Mit „Die Stadt der Schlafwandler“ legen HIMYM-Star Jason Segel und Kirsten Miller den zweiten Band der „Nightmares“-Trilogie vor, der sich in keinster Weise hinter seinem Vorgänger verstecken muss. Nachdem Charlie einige Schrecken in der Anderwelt, dem Reich der Albträume, überwinden musste, scheint nun eine Bedrohung der anderen Art die Wirklichkeit heimzusuchen.

Es gibt wohl niemanden, der behaupten würde, Albträume seien nicht schlimm. Doch wie weit würde man tatsächlich gehen, wenn sie einem Nacht für Nacht den Schlaf rauben? Würde man, ähnlich wie die Bewohner in Orville Falls, bereitwillig zu einem Mittel greifen, dass verspricht, gegen die Albträume zu helfen? Spätestens, nachdem man sieht was den Menschen widerfährt, würde man wohl doch eher Abstand nehmen von einem Elixier, dessen Zusammensetzung und Wirkweise weder bekannt noch belegt sind.

Gemeinsam mit Charlie und seinen Freunden begibt man sich auf die Suche nach dem Auslöser allen Übels. Denn schnell wird deutlich, dass die Taten in der realen Welt ebenfalls Auswirkungen auf das Traumreich sowie die Anderwelt haben, und zwar solche, die mehr als nur besorgniserregend erscheinen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis alles zusammenbricht, weshalb es umso wichtiger ist ein Heilmittel zu finden, das nicht nur die Bewohner von Orville Falls kurieren kann. Mit der Zeit zeichnet sich der Hintergrund der Geschehnisse immer deutlicher ab, doch eine Lösung hat man dadurch noch lange nicht parat. Zahlreiche Faktoren müssen bedacht werden, damit das Projekt nicht auf den letzten Metern doch noch scheitert. Bis zum Schluss ist somit alles offen.

Und gerade dieser hat es noch einmal so richtig in sich. Nachdem man eine emotionale Achterbahn durchlaufen hat, die an Spannung kaum noch zu überbieten ist, sollte man sich dennoch nicht zu sicher ob des Ausgangs sein. Noch immer ist alles möglich und das Ende zeigt deutlich, dass vermutlich erst der dritte Teil einen endgültigen Abschluss darstellt.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.01.2016
Im Auftrag der Ölsardine / Winston Bd.4
Scheunemann, Frauke

Im Auftrag der Ölsardine / Winston Bd.4


sehr gut

In der Vorweihnachtszeit geht es gar nicht harmonisch zu. Zuerst verdirbt sich Kater Winston durch eine Nascherei so sehr den Magen, dass er sogar in die Tierklinik muss, in der festgestellt wird, dass es sich um eine Vergiftung handelt. Und dann ist auch noch jemand unterwegs, der ganz gezielt Köder für Hunde und Katzen auslegt, die mit giftigen Inhalten versehen sind. Doch so einfach lässt Winston sich nicht von seiner Mission abbringen. Gemeinsam mit seiner Menschenfreundin Kira und weiteren tierischen wie menschlichen Ermittlern begibt er sich auf Spurensuche, die plötzlich zu einem Freund führt...

Kater Winston, der tierische Ermittler, ist in „Im Auftrag der Ölsardine“ bereits in seinem vierten Fall unterwegs. Doch auch für Neueinsteiger ist es ein Leichtes ins Geschehen hineinzufinden und die Charaktere kennenzulernen. Denn es wird immer ein kurzer Einblick gegeben mit wem man es gerade zu tun hat und in welcher Beziehung derjenige zu den anderen Figuren steht. Außerdem gibt es Rückblicke auf vergangene Fälle, so dass man nicht das Gefühl bekommt zu wenige Informationen erhalten zu haben.

Gleich zwei Fälle gilt es dieses Mal zu lösen, denn einerseits sind Tierhasser unterwegs, die vergiftete Köder auslegen, auf der anderen Seite scheint es noch eine Stelle zu geben, an der man sich Vergiftungen zuziehen kann, denn Winston hat definitiv nichts von der Straße genascht und dennoch stellt die Tierärztin Gift in seinem Katerkörper fest. Ehrensache, dass Winston und Kira, sowie ihre Freunde sich der Sache annehmen, Plakate, die vor den Ködern warnen, erstellen und um Hinweise aus der Bevölkerung bitten. Denn mit den wenigen Indizien, die es bisher gibt, können sie sich den Gang zur Polizei gleich sparen.

Winston erzählt die Geschichte aus seiner eigenen Sicht, wodurch der Leser sich sogleich einbezogen fühlt, auch wenn er gar nicht direkt angesprochen wird, sondern nur an den Gedanken des Katers teilnimmt. Dennoch verspürt man schnell den Drang selbst in die Ermittlungen einzutauchen, um dem oder den Verbrechern das Handwerk zu legen. Während der Spurensuche ergeben sich diverse vielversprechende Ansätze, deren weitere Verfolgung jedoch so manche Improvisation erfordert. Gleichzeitig werden bei einigen Figuren unliebsame Erinnerungen geweckt und lange gehütete Geheimnisse aufgedeckt.

Mit seiner leicht tollpatschigen, aber dennoch sehr liebenswürdigen Art, schafft es der detektivisch veranlagte Kater sofort ins Herz des Lesers. Auch wenn man sich während des Geschehens relativ bald auf der richtigen Spur wähnt, so wird nach wie vor für Spannung gesorgt, da die Verständigung zwischen Mensch und Tier nicht immer einwandfrei funktioniert und somit nicht von vornherein gewiss ist, ob beide dieselben Gedankengänge verfolgen.

Bewertung vom 24.01.2016
Morgan & Bailey - Der Wolf im Schafspelz

Morgan & Bailey - Der Wolf im Schafspelz


ausgezeichnet

Rose Bailey ist neu in Heaven's Bridge und übernimmt dort die Stelle der Pastorin der evangelischen Gemeinde, nachdem ihr Vorgänger plötzlich und unerwartet verstorben ist. Sie wird von allen Seiten herzlich aufgenommen, sogar mit dem katholischen Pfarrer Charles Morgan, dem sie vor langer Zeit bereits schon einmal begegnet ist, kommt sie gut aus. Als Rose Bailey einen Einbruch im Gemeindehaus bemerkt, der in Verbindung mit dem Tod ihres Vorgängers zu stehen scheint, hält niemand die Hobby-Detektivin davon ab eigene Ermittlungen anzustellen. Gemeinsam mit Charles Morgan begibt sie sich auf Spurensuche und entdeckt ein unglaubliches Geheimnis...

Morgan und Bailey sind wahrlich nicht die ersten Geistlichen, die sich dazu berufen fühlen ihren detektivischen Spürsinn auszupacken und auf Verbrecherjagd zu gehen. Doch es ist immer eine Frage der Art und Weise, ob man sich damit von anderen, bereits bekannten Protagonisten absetzen kann. Die Antwort fällt hier eindeutig aus: Sie können!

Rose Bailey ist neu im Örtchen Heaven's Bridge, weshalb nicht nur der Hörer, sondern auch die Bewohner sie erst einmal unter die Lupe nehmen und kennenlernen müssen. Schließlich möchte man wissen mit wem man es in nächster Zeit zu tun bekommt und geplant ist natürlich auch ein dauerhafter Aufenthalt, nicht nur die Durchreise. Entsprechend lernt man auch die anderen Charaktere mit der Zeit kennen, schließlich kennt Rose bisher auch noch so gut wie niemanden, und dass sie ihre Gemeinde gerne näher kennen würde, ist selbstredend.

Viel Zeit zur Eingewöhnung bleibt ihr allerdings zunächst nicht, denn ins Gemeindehaus wird eingebrochen. Morgan und Bailey fackeln nicht lange, sie stellen eigene Ermittlungen an und die örtliche Polizei damit gehörig in den Schatten. Gebannt verfolgt man ihre Wege und versucht ebenfalls die richtigen Schlüsse zu ziehen, um vor den beiden Hobby-Detektiven ans Ziel und auf die Lösung zu kommen. Doch immer wieder gibt es Hinweise, die plötzlich eine andere Richtung einschlagen, so dass man manches Mal versucht ist sich in die Irre leiten zu lassen. Gekonnt wird der Hörer somit aufs Glatteis geführt, wenn er nicht beharrlich an seiner bereits erdachten Version festhält.

„Der Wolf im Schafspelz“ ist der Auftakt zur neuen Krimi-Hörspiel-Serie, die mit Sicherheit sehr schnell viele begeisterte Anhänger finden wird. Wie gut, dass die nächsten Folgen bereits in den Startlöchern stehen!