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Midnight-Girl
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NRW

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Insgesamt 853 Bewertungen
Bewertung vom 24.01.2016
Palermo Connection / Serena Vitale Bd.1
Reski, Petra

Palermo Connection / Serena Vitale Bd.1


sehr gut

Staatsanwältin Serena Vitale spaltet Palermo in zwei Lager, in diejenigen, die sie für unglaublich mutig halten und sie unterstützen und in diejenigen, die sie für unglaublich dumm halten, weil sie sich mit hochrangigen Politikern anlegt, weil sie einen von ihnen wegen angeblicher Verbindungen zur Mafia vor Gericht bringt. Vitale lässt sich nicht unterdrücken und kämpft für das, an das sie glaubt, dabei braucht sie jedoch Menschen, denen sie bedingungslos vertrauen kann, ansonsten ist das Vorhaben zum Scheitern verurteilt...

Mit der Figur Serena Vitale schickt Autorin Petra Reski eine Staatsanwältin ins Rennen, die sich nicht so schnell einschüchtern lässt oder gar nach jemandes Pfeife tanzt. Sie glaubt an die Gerechtigkeit, weshalb sie auch nicht davor zurückschreckt hochrangige Politiker vor Gericht zu zerren. Das bringt ihr von Leserseite durchaus Sympathien ein, dennoch fragt man sich, ob sie nicht ein wenig naiv handelt, denn alleine wird sie gegen eine Organisation der Größenordnung, wie sie der Mafia entspricht, wohl nicht ankommen. Dennoch gibt sie nicht auf, wodurch sie unglaubliche Stärke beweist, die man möglicherweise selbst das ein oder andere Mal gerne hätte.

Ein wenig schwierig gestaltet sich der Einstieg ins Geschehen, da die wörtliche Rede nicht mit Anführungszeichen eingeleitet wird, diese sich entsprechend nirgends im Text finden lassen. So muss man sich erst ein wenig einlesen, um nicht mehr über dieses stilistische Mittel zu stolpern. Glücklicherweise gelingt dies schnell, so dass man sich schon bald voll und ganz dem inhaltlichen Aspekt widmen kann, der mitunter für aufregende Momente sorgt.

Die Spannung baut sich nach und nach auf, manchmal direkt vordergründig sicht- und spürbar, hin und wieder aber auch unterschwellig, so dass es sogar den Anschein hat, die Handlung würde sich überhaupt nicht vom Fleck bewegen. Auch mit dem Tempo wird gekonnt jongliert, mal wird es angezogen, dann wieder zurückgenommen, gerade so wie es notwendig ist, um das Geschehen damit zu unterstreichen. Trotzdem hat man als Leser manchmal das Gefühl nicht mehr recht hinter die Geschichte zu blicken. Wer jetzt genau mit wem welche Verbindung eingeht und wofür diese gut oder schlecht ist. Das wirkt verwirrend und hindert daran eine klare Struktur zu erkennen. Sicherlich, das wird durchaus beabsichtigt sein und trägt mitunter dazu bei, dass man sich noch eingehender mit der Thematik beschäftigt, allerdings hat man dennoch das Gefühl, nicht alles aufgeklärt zu bekommen.

In „Palermo Connection“ ermittelt Serena Vitale zum ersten Mal und hält sich nicht mit kleinen Fischen auf, sie legt sich direkt mit den großen an. Von dieser mutigen Italienerin ist noch einiges zu erwarten.

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Bewertung vom 24.01.2016
Fred bei den Wikingern
Tetzner, Birge

Fred bei den Wikingern


ausgezeichnet

Eigentlich sollte es nur eine imaginäre Reise werden, doch plötzlich findet Fred sich auf einem echten Wikingerschiff wieder – als Sklave. Dennoch hat er Glück im Unglück, denn er kommt zu Ivar, dem er schnell ein guter und treuer Freund wird. Ivars Vater war der Anführer des Wikingerdorfes, starb jedoch an dem Tag, an dem Fred an Bord des Schiffes gezogen wurde. Während seiner Zeit im Dorf lernt Fred nicht nur die dort lebenden Menschen, sondern auch ihre Geschichten und Wünsche kennen. Gemeinsam mit Ivar heckt er einen Plan aus, von dessen Gelingen nicht nur die Zukunft des Dorfes abhängt. Gleichzeitig liegt eine Schwermut in der Luft, denn Fred kann nicht ewig bei seinem neuen Freund bleiben...

Fred traut seinen Augen kaum als er aus dem Wasser gefischt wird und sich auf einem echten Wikingerschiff wiederfindet. Dem Hörer ist schnell klar, dass sein weiteres Schicksal von der Gunst derer abhängt, die ihn gerettet haben. Glücklicherweise landet er bei Ivar, der gerade seinen Vater verloren hat. Schnell freunden die Jungen sich an und sind schon bald unzertrennlich, obwohl sie eigentlich Welten voneinander trenne. Die Harmonie hält natürlich nicht lange an, denn das Dorf ist in Aufruhr, nachdem es keinen Anführer mehr hat und täglich mit Angriffen anderer Gemeinschaften rechnen muss.

Nicht nur Fred lernt einiges über die Wikinger und ihre Geschichte. Auch der Hörer verfolgt gebannt das Geschehen. Sicherlich hat man von der ein oder anderen Begebenheit schonmal gehört und vermutlich sind einem manche Gestalten auch nicht fremd, doch taucht man hier in Ereignisse ein, die authentischer nicht dargestellt werden könnten. Es gibt einiges zu entdecken, aber vor allem gilt es mitzufiebern, ob es Fred und Ivar gelingt ihren Plan in die Tat umzusetzen. Die Geschichte geizt nicht mit Spannung und erst recht nicht mit Überraschungen, die so nicht vorhersehbar waren.

Freds neuestes Abenteuer hat einiges zu bieten und ist dennoch viel zu schnell vorbei. Atemlose Spannung, gekonnt inszeniert und soundtechnisch absolut passend untermalt. Im Booklet finden sich einige erweiterte Erklärungen zu diversen Ausdrücken, die man vielleicht nicht auf Anhieb kennt. Ganz klar ist, dass man bereits händeringend auf weitere Erlebnisse wartet, denn mit Fred wird es definitiv nie langweilig.

Bewertung vom 17.01.2016
Fünf Freunde 2 (DVD)
Keine Informationen

Fünf Freunde 2 (DVD)


ausgezeichnet

Ihre Fahrradtour führt die Fünf Freunde ins Katzenmoor, wo sie auch die Nacht im Zelt verbringen wollen. Um den Ort rankt sich die Legende der „Schwarzen Katze“, die dort gelebt und den größten Smaragd der Welt versteckt haben soll. Plötzlich sehen die Freunde sich nicht nur Hardy gegenüber, der sie in gewisser Weise zu verfolgen scheint, sondern auch skrupellosen Entführern. Dick wird von ihnen verschleppt, ohne dass sie merken, dass sie den falschen erwischt haben. Sofort machen George, Anne, Julian und Timmy sich auf die Suche nach Dick, bald aber wird ihnen klar, dass sie womöglich Hardys Hilfe benötigen...

Das zweite Abenteuer der Fünf Freunde in Spielfilmlänge hat es in sich. Nachdem man sich im ersten Teil zunächst ein wenig beschnuppern und kennenlernen konnte, geht es dieses Mal richtig zur Sache. Schon recht bald lauern zwei üble Entführer Dick auf, ohne zu ahnen, dass er nicht der ist für den sie ihn halten, und verschleppen ihn kurzerhand. Entsprechend rasant gestaltet sich schon der Beginn, und das Tempo soll auch im weiteren Verlauf nicht abreißen, im Gegenteil, die Lage spitzt sich immer weiter zu.

Da die Freunde natürlich auf die Hilfe Erwachsener verzichten, begeben sie sich selbst auf Spurensuche und somit in die ein oder andere gefährliche Situation, nicht immer ist der Ausgang einer solchen von vornherein abzusehen, auch wenn man natürlich um das Können der Abenteurer weiß. Geschicklichkeit, Kombinationsgabe und detektivisches Gespür haben sie schon häufig bewiesen (den meisten Zuschauern werden Bücher, Hörspiele oder Serien bekannt sein), so dass man logischerweise darauf wetten wollen würde, dass die Freunde am Ende das Rätsel knacken und die Verbrecher dingfest machen.

Doch bis man überprüfen kann, ob diese Vorahnung zutrifft, vergehen noch spannende 1 1/2 Stunden, in denen es durchaus zu Rückschlägen kommt, die so nicht vorherzusehen waren. Man sollte sich jedoch niemals entmutigen lassen, auch das wird sehr deutlich, bis zum Schluss darf die Hoffnung nicht auf der Strecke bleiben. Natürlich ist der Film nicht nur spannend, sondern zusätzlich noch urkomisch. Es gibt so manchen Lacher, den man nicht so schnell vergisst, dennoch wird es nie wirklich albern. Deutlich merkt man sowohl den Jungschauspielern als auch den erwachsenen Darsteller die Freude am Spiel und der Geschichte an.

Ein actiongeladener zweiter Teil, der Spaß macht und gute Unterhaltung für die ganze Familie bietet. Außerdem macht er neugierig auf Teil 3 und 4.

Bewertung vom 17.01.2016
Mord mit Marzipan
Mehler, Jutta

Mord mit Marzipan


sehr gut

Hanni Stern verunglückt bei einem Besuch der hiesigen Landesgartenschau tödlich, die Polizei geht von einem Unfall aus, da es keinerlei Hinweise auf Fremdeinwirken gibt. Doch Hilde ist sofort wieder in ihrem Element, denn sie glaubt nicht an diese Theorie und versucht natürlich sofort ihre Freundinnen Wally und Thekla zu überzeugen eigene Ermittlungen anzustellen. Nach einigem Hin und Her begeben sich die drei Hobbydetektivinnen tatsächlich auf Spurensuche und graben dabei mehr als nur ein gut gehütetes Geheimnis aus – mit fatalen Nebenwirkungen...

Obwohl wirklich alles nach einem Unfall aussieht, lässt Hilde sich nicht beirren und hat auch bald ihre Freundinnen eingespannt, den Tod von Hanni Stern zu beleuchten. Auch wenn der Leser ahnt, dass es hier einiges zu entdecken gibt, fragt man sich doch, woher bloß diese Gewissheit kommt, dass ein Mord vorliegt. Oder ist es einfach der Tatsache geschuldet, dass Hildes Detektivinstinkt nach Arbeit verlangt?

Kaum dass die drei Frauen die Aufgaben verteilt haben und sich auf die entsprechende Wege machen, fallen immer mehr Kleinigkeiten auf, die plötzlich nicht mehr dazu passen, dass sich bloß ein Unfall ereignet hat. Daher ist auch dem Leser daran gelegen die Hinweise zu verfolgen und direkt zuzuordnen, sofern möglich, nicht dass man noch etwas wichtiges übersieht. Je mehr sich die Indizien allerdings häufen, desto mehr potentielle Verdächtige lassen sich ausmachen, entsprechend undurchsichtig wird das Geschehen, man muss sich konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren.

Da die Frauen sich in weiten Teilen im Alleingang aufmachen, wechselt immer wieder die Perspektive, so dass man mal die eine, mal die andere begleitet. Dadurch wird zum einen schön kontinuierlich die Spannung erhöht und zum anderen das Geschehen im Fluss gehalten. Dennoch hätte die ein oder andere Passage durchaus ein wenig abgekürzt werden können. Obgleich die Seitenanzahl recht überschaubar ist, ergeben sich dennoch Sequenzen, die etwas zäh wirken.

Auch in ihrem dritten „Fall“ begeben sich Thekla, Hilde und Wally in größere Gefahr als sie und der Leser zunächst erahnen. Schon als sich konkrete Spuren abzeichnen, ist klar, das die Lage bald weit mehr als nur brenzlig wird und die Freundinnen aufpassen müssen mit wem sie sich näher einlassen.

Bewertung vom 17.01.2016
Achtung, Spionage! / Die drei Ausrufezeichen Bd.40 (Audio-CD)

Achtung, Spionage! / Die drei Ausrufezeichen Bd.40 (Audio-CD)


ausgezeichnet

Bei ihrem neuen Job als Babysitterin nimmt Franzis Schwester eines Abends eine Pralinenschachtel entgegen, in der sie ein Abhörgerät entdeckt. Instinktiv lässt sie es an Ort und Stelle, erzählt aber den drei !!! sofort davon. Diese wittern schnell einen neuen Fall und beginnen quasi im selben Moment mit den Ermittlungen. Bald schon gibt es Indizien dafür, dass womöglich eine Diebesbande die Täter sein könnten. Sie sind seit einiger Zeit in ebenjenem Viertel unterwegs und konnten noch immer nicht geschnappt werden. Kim, Franzi und Marie begeben sich wieder einmal in gefährliche Situationen, von denen sie noch nicht einmal sicher wissen, ob sie sie zu den wahren Tätern führen...

„Achtung, Spionage!“ ist mit der gewohnten Mischung aus Action, Humor und Romantik gespickt. Die Gefahr dabei ist jedoch groß, dass wesentliche Hinweise während der Detektivarbeit übersehen werden, wenn das Private zu sehr in den Vordergrund rückt. Die Mädchen müssen daher nicht nur sich, sondern auch dem Hörer beweisen, dass sie die beiden Dinge voneinander trennen können und professionell handeln.

In diesem Fall bekommen es die drei Detektivinnen nicht mit laienhaften Gegnern zu tun. Sie sind einer Diebesbande auf der Spur, die nicht für halbe Sachen bekannt ist, und die bisher noch immer unerkannt agieren konnte. Eigentlich sollte man inzwischen davon ausgehen können, die Mädchen hätten gelernt vorsichtiger zu sein, doch auch dieses Mal manövrieren sie sich in die ein oder andere Gefahrensituation, in der man nur noch hoffen kann, dass Kommissar Peters noch rechtzeitig auftaucht.

Es gibt verschiedene Spuren in dem Fall, denen natürlich allen nachgegangen werden muss, um die Tragweite tatsächlich erfassen zu können. Bis zum Schluss ist dadurch nicht klar, was es mit dem eingeschleusten Abhörgerät wirklich auf sich hat. Die Geschichte ist mitreißend erzählt und birgt die ein oder andere Überraschung, denn eigentlich handelt es sich gar nicht nur um einen Fall...

Bewertung vom 10.01.2016
Schönheitsfehler / Kater Socke Bd.1
Wolpert, Heike

Schönheitsfehler / Kater Socke Bd.1


sehr gut

So hatte sich Kater Socke sein Leben eigentlich nicht vorgestellt. Vom Tierheim als schwer vermittelbar eingestuft fand er dann doch noch ein neues Zuhause, doch so richtig wohl fühlte er sich nie. Als hätten sich seine Vorahnungen bestätigt, wird er bald darauf in einer Katzenbox ausgesetzt. Obwohl einige Personen seinen Weg kreuzen, muss er noch etwas warten, bis er endlich befreit wird. Dann der nächste Schock: Auf der Bank, auf der zuvor noch seine Box gestanden hatte, sitzt ein Toter. Hauptkommissar Peter Flott nimmt sich nicht nur des Falls an, sondern auch den herrenlosen Kater bei sich auf, der endlich angekommen scheint und seinerseits ebenfalls Ermittlungen anstellt...

Diverse Tiere haben sich schon als Ermittler etabliert, anderen war nur ein kurzer Auftritt vergönnt, nun startet Kater Socke durch und landet sogleich vollkommen unvermittelt mitten in einem schwierigen Fall, der ihn einfach nicht mehr loslässt. Neben der Suche nach einer neuen Unterkunft, denn ins Tierheim zurück möchte er eigentlich nicht mehr, sucht er nach einem Mörder, den er zwar nicht gesehen, wohl aber gerochen hat. Wie es der Zufall will ist sein neu auserkorener Mensch Hauptkommissar, da wird es doch wohl dazu kommen einen Erfolg verbuchen zu können.

Für den Leser ist es zunächst ein wenig verwirrend, dass die Katzen, die sich untereinander natürlich verstehen können, ebenfalls die Sprache der Menschen verstehen, anders herum die Menschen aber nicht verstehen können was die Katzen sagen. Erfreulich schnell hat man sich dann aber doch mit der Situation arrangiert, so dass den Ermittlungen nichts mehr ihm Wege steht. Gleich von Anfang an gibt es diverse Spuren und Hinweise auf potentielle Täter, denn der Ermordete scheint nicht der beliebteste Mensch gewesen zu sein.

Während Peter Flott und sein Team jeden Stein umdrehen und Verhöre durchführen, schnappt Socke sich seine neuen Freunde und beginnt ebenfalls mit der Rekonstruktion des Falls. Das läuft nicht immer ohne Hindernisse ab, diese werden dann aber doch gekonnt überwunden, mal auf humoristische Art und Weise, mal mit Gänsehautfaktor. Hin und wieder gelingt es Socke sogar den Hauptkommissar auf Indizien aufmerksam zu machen, denen dieser zuvor noch gar keine genaue Beachtung geschenkt hat.

Dennoch fehlt der Erzählung ein wenig das Tempo, die Geschichte strahlt ein wenig zu viel Ruhe aus, als dass atemlose Spannung aufkommen würde. Sicherlich verfolgt man gebannt die Ermitllungen, schließlich können bis zum Schluss nicht alle möglichen Täter zweifelsfrei ausgeschlossen werden, der besondere Kick allerdings fehlt.

Bewertung vom 10.01.2016
Phase 10 (Spiel), Das Brettspiel

Phase 10 (Spiel), Das Brettspiel


ausgezeichnet

Wie von einigen anderen beliebten Gesellschaftsspielen, gibt es auch von „Phase 10“ inzwischen einige Ableger, wie beispielsweise „Phase 10 junior“ oder „Phase 10 – Der knifflige Würfelspaß“ oder eben auch die Variante „Phase 10 – Das Brettspiel“. Zwei bis sechs Personen ab 10 Jahren können sich hier zusammenfinden, um das kultige Kartenspiel in einer neuen Dimension kennenzulernen.

Natürlich geht es auch dieses Mal darum vorgegebene Phasen, zB 4 Zwillinge oder 1 Achterfolge, möglichst schnell auszulegen, allerdings nicht ohne Besonderheit. Das Spielbrett zeigt einen Kreislauf, auf dessen äußerem Rand die Spielfiguren gezogen werden, innen befindet sich der Phasenring, der anzeigt, welcher Spieler sich in welcher Phase befindet. Bevor überhaupt eine Karte gezogen oder gar ausgelegt wird, steht immer das Würfeln an. Mit seiner Spielfigur landet der jeweilige Spieler entsprechend auf einem der Aktionsfelder, welches ihm anzeigt wie nun weiter vorgegangen wird. So kann es vorkommen, dass man bis zu vier (unerwünschte) Karten ablegen darf, um dafür bis zu fünf neue zu ziehen. Auch Joker, die in dieser Spielvariante nicht innerhalb der Karten vorhanden sind, kann man, wenn das Glück mitspielt, erhalten. Sieben verschiedene solcher Aktionen sind vorhanden, die mal mehr mal weniger vorteilhaft sind.

Es empfiehlt sich natürlich nicht nur auf sein Glück zu hoffen, sondern auch ein wenig taktisch zu spielen was die verschiedenen Aktionen angeht. Anfangs mag man noch ein wenig verwirrt sein, da man gleichzeitig auf das Brett wie auch auf die Karten achten muss, es ist jedoch alles nur eine Frage der Koordination und schnell hat sich die Reihenfolge, die bei einem Zug eingehalten werden soll, eingespielt. Das schöne ist vor allem, dass bis zum Schluss nicht absehbar ist, wer das Rennen macht. Selbst wenn sich jemand bereits in einer der hinteren Phasen befindet und die anderen vermeintlich abgeschlagen wirken, darf man sich nicht täuschen lassen, es ist noch alles offen und vieles möglich.

„Phase 10 – Das Brettspiel“ hat einiges zu bieten, vor allem Spaß am Spiel und ganz viel Abwechslung für Spieler jeglichen Alters. Vom Hersteller wird eine Spiellänge von ca. 60 Minuten angegeben, es ist allerdings durchaus möglich, vor allem, wenn man zu mehr als zwei Spielern ist, dass sich ein Spiel über weit mehr als eine Stunde ausdehnt. Was dabei allerdings betont werden muss, egal wie lange das Spiel dauert, es wird nicht langweilig.

Bewertung vom 10.01.2016
Der Friedhof der Namenlosen / TKKG Bd.194 (1 Audio-CD)
Wolf, Stefan

Der Friedhof der Namenlosen / TKKG Bd.194 (1 Audio-CD)


sehr gut

Kaum auf der Nordseeinsel angekommen, auf der TKKG beim Restaurieren uralter Seefahrer-Grabsteine helfen sollen, tritt Klößchen sogleich ins Fettnäpfchen. Doch sein Missgeschick hat auch etwas Gutes, denn die Freunde finden ein mysteriöses Dokument, dass scheinbar schon viele Jahrzehnte vergraben lag. Handelt es sich tatsächlich um eine Schatzkarte wie die Jungdetektive vermuten? Allerdings sind sie nicht die einzigen, die sich für das Rätsel interessieren...

Die Herbstferien der Freunde stehen ganz im Zeichen der Seefahrer. Auf einer Nordseeinsel sollen sie bei Restaurierungsarbeiten behilflich sein. Dass die uralten Grabsteine das ein oder andere Geheimnis wahren, ist auch den Detektiven klar, doch noch ahnen sie nicht wie sehr sie in die Vergangenheit hineingezogen werden.

Auch wenn sie das gefundene Dokument, vermutlich eine Schatzkarte, sogleich abgeben, lässt TKKG der Fund verständlicherweise keine Ruhe. Glücklicherweise kann Karl mit seinem fotografischen Gedächtnis die Karte und den Brief rekonstruieren, so dass die Freunde sich an die Entschlüsselung machen können. Ein uraltes Familiengeheimnis scheint sich hinter den Zeilen zu verbergen, doch gibt es nach so vielen Generationen überhaupt noch lebende Verwandte, denen die Auflösung, so sie denn zu finden ist, nützen könnte?

TKKG sind jedoch nicht die einzigen, die sich für das Geheimnis interessieren, von einigen Seiten tauchen ebenfalls Suchende auf, die sich verschiedenster Methoden bedienen, um, wie sie hoffen, den großen Fang zu machen. Die Freunde müssen somit nicht nur ihr Ziel, sondern auch ihre Gegner im Blick behalten, was nicht immer gelingt, da es sich zum einen um mehrere Personen(gruppen) handelt, und sie sich zum anderen verdeckt halten.

Der Hörer kann einige Ereignisse voraussehen, da sie sich mehr als deutlich abzeichnen. Auch scheint es sich um eine eher ruhige Folge zu handeln, es gibt zwar gewohnte Action, allerdings nicht in einem so hohen Maße wie aus anderen Folgen bekannt. Dennoch fühlt man sich gut unterhalten und nimmt gerne an der Schatzsuche teil, wenn man Klößchen auch gerne mal den Mund verbieten wollen würde, da er, wie es scheint, komplett vergessen hat wie ein Detektiv sich zu verhalten hat.

Bewertung vom 10.01.2016
22 Jump Street

22 Jump Street


sehr gut

Die Highschool ist überstanden, es geht aufs College, allerdings nur undercover. Erneut müssen die beiden Cops Schmidt und Jenko sich unter die Schülerschaft mischen, um die Quelle zu finden, von der die Jugend ihre Drogen bezieht. Als sie jedoch beginnen sich verschiedenen Gruppierungen anzuschließen, müssen sie plötzlich ihre Freundschaft überdenken. Dabei dürfen sie allerdings niemals ihren Fall aus den Augen verlieren, was sich als schwieriger gestaltet als zunächst angenommen...

Nach „21 Jump Street“, angelehnt an die damalige Fernsehserie, müssen Channing Tatum und Jonah Hill erneut undercover ermitteln. Dieses Mal jedoch am College, wo sie sogleich auf die erste Hürde stoßen, denn niemand nimmt ihnen ab, noch im College-Alter zu sein. Auf der Highschool schien alles so viel einfacher, daher müssen sie sich unbedingt etwas einfallen lassen, um den Einsatz nicht zu gefährden. Tatum und Hill beweisen, dass sie ein eingespieltes Team sind, auch wenn man als Zuschauer natürlich weiß, mit welchem Hintergrund sie das College besuchen, ist man doch geneigt ihren Interpretationen Glauben zu schenken. Manches Mal wird man vielleicht sogar davon überrascht, dass es sich überhaupt nicht um abgesprochene Aktionen gehandelt hat.

„22 Jump Street“, lebt, wie schon der Vorgänger, von dem wahrhaftigen Gagfeuerwerk, das auch dieses Mal wieder gezündet wird. Ein kleiner Beigeschmack bleibt jedoch übrig, ähneln einige Szenen, die natürlich dennoch zu Lachern führen, gefährlich denjenigen im ersten Teil. Das mag durchaus gewollt sein, kann man aber schnell negativ auffallen. Im Großen und Ganzen aber wird man gekonnt unterhalten, mal mehr mal weniger niveauvoll.

Allerdings darf neben der ganzen komödiantischen Darstellung nicht übersehen werden, dass ebenfalls ernsthaftere Töne angeschlagen werden. Das Duo ist nicht nur auf den ersten Blick rein optisch total verschieden, auch charakterlich scheinen sie nicht auf einer Welle zu liegen und dennoch verbindet sie etwas. Hier aber wird diese Verbindung knallhart auf die Probe gestellt, erst am Ende wird sich herausstellen in welche Richtung die Entwicklung vonstatten geht.

Auf jeden Fall ist „22 Jump Street“ ein würdiger Nachfolger, der in der Gesamtwertung jedoch nicht gänzlich an seinen Vorgänger heranreicht.

Bewertung vom 10.01.2016
Alleine war gestern
Meier, Beatrice

Alleine war gestern


ausgezeichnet

Ricarda, Philip, Uschi, Harry und Eckart kennen sich zum Teil schon sehr lange, andere Verbindungen sind neueren Datums. Gemein haben sie jedoch, dass sie alle Anfang sechzig sind und eine WG gründen. Ob das Zusammenleben der unterschiedlichsten Persönlichkeiten wirklich gut gehen kann, muss sich erst noch zeigen. Doch plötzlich schlägt das Schicksal knallhart und unbarmherzig zu, wodurch mehr denn je Zusammenhalt gefragt ist...

Ein Neuanfang will gut überlegt sein und sicherlich gibt es nicht wenige Risiken zu beachten. Doch nicht umsonst heißt es schließlich „Wer nicht wagt...“. Veränderungen haben immer einen Sinn, auch wenn man das manches Mal erst viel später herausfindet. Dennoch erscheint die Vorstellung einer WG-Gründung im fortgeschrittenen Alter etwas schwieriger. Jede einzelne Person hat bereits viel erlebt, beruflich wie privat und hat das ein oder andere Päckchen zu tragen. Ob man sich dann wirklich noch einmal auf Kompromisse einlassen und sich zusammenraufen kann beziehungsweise will?

Dem Leser wird es sehr leicht gemacht ins Geschehen hinein zu finden und die Charaktere kennen zu lernen, da die Kapitel zum einen recht kurz sind und zum anderen, vor allem anfangs, immer wieder eine andere Person in den Vordergrund gerückt wird. So ergibt sich nach und nach ein Gesamtbild, das nicht nur die Gemeinschaft betrachtet, sondern auch das Individuum nicht außer Acht lässt. So kommt es ebenfalls dazu, dass man sich mit der ein oder anderen Figur womöglich mehr identifizieren kann, da einen die dargestellten Eigenschaften, Denk- sowie Handlungsweisen an die eigenen erinnern.

Dass die Unbeschwertheit, die zunächst vorherrscht, nicht von Dauer sein wird, ahnt man recht schnell. Kaum zu Ende gedacht, schlägt das Schicksal bereits zu, so dass die neugegründete WG an einen Punkt gerät, der zeigen wird, ob das Projekt bereits im Anfangsstadium scheitert. Sicherlich macht man sich als Leser nicht nur Gedanken wie die einzelnen Personen nun reagieren werden, unweigerlich stellt sich auch die Frage, wie man selbst in einer solchen Situation handeln würde, schließlich kann es jeden treffen. Gebannt verfolgt man das Geschehen, lacht und weint mit den Figuren und drückt ihnen vor allem die Daumen, dass sie sich nicht verlieren, weder der Einzelne sich selbst, noch die Gemeinschaft.

Bis zum Schluss ist der Ausgang unvorhersehbar, es gibt diverse Möglichkeiten, die sich in unregelmäßigen Abständen abwechselnd immer mal wieder abzeichnen. Was nun im Endeffekt tatsächlich geschehen wird, kann man nur erleben, wenn man bis zum Ende am Ball bleibt. Dies fällt allerdings nicht schwer, da man förmlich mitgerissen wird, sowohl vom flüssigen Schreibstil der Autorin als auch der eigentlichen Erzählung. Es ist egal wie jung oder alt man ist, manchmal ist ein Neuanfang einfach notwendig, um das innere Gleichgewicht zu finden, und zu lernen gibt es ebenfalls immer etwas.