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Kuehn, S.

Bewertungen

Insgesamt 983 Bewertungen
Bewertung vom 26.12.2021
Fake News
Zweyer, Jan

Fake News


sehr gut

Vieles ist anders als es scheint
"Fake News" von Jan Zweyer ist ein spannender Thriller mit politischem Hintergrund. In Deutschland gibt es einige Terroranschläge und recht schnell auch die passenden Bekennerschreiben. Sehr schnell wurden die Schuldigen auch schon in den einschlägigen Medien benannt. Doch bei näherer Betrachtung will hier so einiges doch nicht zusammenpassen.
Die kurzen Kapitel lassen sich schnell und gut lesen, der ständige Wechsel der Perspektive bringt eine gewisse Dynamik mit. Allerdings dauert es dadurch auch eine Weile, bis eine gewisse Verbindung zu den Protagonisten aufkam.
Das Thema mit Falschmeldungen und vorschnellen Verurteilungen durch die Medien und die breite Masse ist heute ja aktueller denn je und hier konnte man sehr gut nachverfolgen, wie das ausgenutzt und sogar gesteuert werden kann. Es ist erschreckend, wie wirklichkeitsnah und vorstellbar das alles klingt.
Im vorliegenden Fall brauchte ich auch eine ganze Weile, um die Zusammenhänge zu verstehen und die Schuldigen erkennen zu können. Grade die vielen Charaktere machen hier einen Großteil des Lesevergnügens aus und die raschen Wendungen und Perspektivwechsel.

Bewertung vom 26.12.2021
Der Herzgräber
Williams, Jen

Der Herzgräber


sehr gut

Frühe Geheimnisse
"Der Herzgräber" von Jen Williams ist ein Thriller, der von der Story her ein Menge Potential verspricht.
Die Mutter von Heather hat sich umgebracht und beim ordnen des Nachlasses findet Heather Briefe, Briefe, die ein Serienmörder an ihre Mutter schrieb und die sie ihm auch über all die Jahre beantwortet hat. Gleichzeitig geschehen neue Morde und die haargenau so, wie sie damals abliefen. Der Haken an der Sache ist nur, der Täter sitzt noch im Knast und schweigt.
Alles beginnt sehr spannend, wir forschen mit Heather in der Vergangenheit der Mutter, suchen die Verbindung zum Killer und den Grund für den Selbstmord. Heather geht auch ins Gefängnis für Gespräche mit dem Mörder. Zwischendurch erhalten wir auch immer wieder Rückblenden zu früheren Geschehnissen und Taten. Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven.
Die Geschichte entwickelt sich langsam, setzt sich fast wie ein Puzzle Teil um Teil zusammen, was auch einen besonderen Reiz hat, aber die Spannung bleibt dabei auf der Strecke.
Zum Ende hin spitzt sich das Geschehen nochmal zu und die Auflösung schafft es dann auch nochmal mich zu überraschen. Mir hat das Buch gefallen, es las sich nur ganz anders als erwartet vom Klappentext her.

Bewertung vom 26.12.2021
Stadt des Zorns
Meller, Marc

Stadt des Zorns


gut

Schwächerer Nachfolger
"Stadt des Zorns" von Marc Meller ist ein Escape-Room-Thriller. Einige der Protagonisten kannte ich schon aus dem Vorgänger "Raum der Angst", der mir auch schon sehr gut gefallen hat. Lesbar ist dieser Teil aber auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band.
Janus hat wieder ein Spiel vorbereitet, noch größer und ausgefeilter als das letzte und seine wichtigste Spielerin ist Hannah, die einzige Überlebende der letzten Runde. Hauptkommissar Kappler, mit dem Hannah in Verbindung geblieben ist, versucht sie mit allen Mitteln zu retten. Es sieht so aus, als würde ein Anschlag auf eine ganze Stadt verübt werden.
Der "Spielplatz" ist diesmal die Stadt Köln und von den acht Spielern scheint Hannah die Einzige, die weiß, worum es geht. Die Idee hinter dem Thriller gefällt mir sehr gut, an der Umsetzung habe ich hier so einige Kritikpunkte. Es fühlte sich hier nur an ganz wenigen Stellen wie ein echtes Escape-Spiel an, vieles wirkte von Beginn an unglaubwürdig. Was mir hier aber am meisten fehlte, war die Spannung, da immer schon sehr schnell klar war, wie sich eine Situation auflösen würde.
Wenn man die Thriller unter dem Gesichtspunkt der Rätsel eines solchen Spiels betrachtet, war das erste Buch um Längen besser und spannender aufgebaut. Trotz der Kritikpunkte ist es ein solider Thriller, der etwas zuviel wollte.

Bewertung vom 26.12.2021
Ein Buch, vier Jahreszeiten
Funk, Kristin

Ein Buch, vier Jahreszeiten


ausgezeichnet

Der Lauf des Jahres
"Ein Buch, vier Jahreszeiten" von Kristin Funk ist eine wunderbare Zusammenstellung von Wohlfühlideen, Rezepten und Geschichten für ein ganzes Jahr.
Geordnet ist hier alles nach Jahreszeiten und was mir besonders gut gefällt, sind die wunderschönen Illustrationen auf wirklich fast jeder Seite.
Zu jeder Jahreszeit gibt es passende Reime und Gedichte, Gedanken, die dazu passend sind, Pflanzen oder Pilze, die man hier zuordnen kann. Insgesamt wird der Lauf der Natur im Laufe eines Jahres gut begleitet.
Darüber hinaus gibt es sehr viele Ideen zum nachmachen, als Deko, zum Basteln oder auch kochen und backen und dabei ist nicht nur Ostern und Weihnachten bedacht.
Dieses Buch läßt sich gut von vorne bis hinten durchlesen oder auch gezielt nach einer Idee, einer bestimmten Geschichte durchsuchen. Durch die wunderschöne Aufmachung ist dieses Buch eine gute Geschenkidee für die verschiedensten Anlässe. Ein Buch, dass man immer wieder aus dem Regal nehmen wird, um darin zu blättern und zu lesen.

Bewertung vom 22.12.2021
Die Täuschung (eBook, ePUB)
Korten, Astrid

Die Täuschung (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Jagd nach der perfekten Illusion
"Die Täuschung" von Astrid Korten ist ein Psychothriller, der es mal wieder geschafft hat, mich zu täuschen und sehr spannende Lesestunden geboten hat.
Viktor hat einen ganz großen Lebenstraum, er will der bekannteste Illusionist werden. Diesem Traum ordnet er alles unter und gelangt auch als Horus zusammen mit seiner Assistentin Julia bis ganz nach oben, in die Shows von Vegas.
Er denkt schon darüber nach Julia durch eine Jüngere zu ersetzen, als er sie während einer Vorstellung wegzaubert. Was anders ist als sonst, sie bleibt verschwunden.
Viktor als Protagonist ist nicht unbedingt sympathisch, was sich auch nicht ändert, als man ihn besser kennenlernt. Aber das muss er auch gar nicht, denn was man sich da nach und nach zusammensetzt, ist ein sehr spannendes, zerrissenes Leben.
Im weiteren Verlauf der Handlung sucht Horus nicht nur nach Julia, sondern Viktor auch nach seiner Vergangenheit. Es macht sehr viel Spaß so nach und nach darin einzutauchen, was über Rückblenden und auch Träume geschieht.
Es ist wie eine Illusion, wie man in diese Geschichte eingesogen wird und Details erfährt, die vielleicht auch nur Illusion sind. Am Ende der Geschichte ist jedenfalls alles geklärt und es war wieder mal ganz anders, als ich vermutete. Ich bin immer noch ganz verzaubert von dieser Bühnenshow, die in die Tiefe geht.

Bewertung vom 21.12.2021
Böse
Wagner, Jonas

Böse


gut

Sicherster Ort
"Böse" von Jonas Wagner ist ein Thriller mit einer ganz besonderen Atmosphäre.
Katharina ist geschieden und möchte mit ihrer Tochter Fenja einen kompletten Neuanfang, neue Wohnung, Arbeit, Schule, Umfeld. Dafür wählt sie die kleine Gemeinde Hussfeld, einer der sichersten Ort Deutschlands. Sehr schnell kriegt man aber mit, dass hier so einiges ganz und gar nicht stimmt. Der Klatsch und Tratsch und das Beobachtetwerden erreicht hier neue Dimensionen. Die beiden sind schon unten durch, weil Sekt und Kondome gekauft werden. Alles in allem ein sehr beklemmender Ort.
So richtig spannend wird es, als Fenja verschwindet. Alles wird von den Behörden irgendwie schöngeredet und als Katharina sich selbst auf die Suche macht, entdeckt sie, dass Fenja nicht die erste ist. In einer anderen Perspektive erfährt man die Leiden von Opfern, weiß aber nicht wo und wann.
Das Buch war nicht durchgehend spannend, hat sich aber sehr schnell lesen lassen und einige Fragen blieben für mich noch ungeklärt.

Bewertung vom 17.12.2021
So eiskalt der Tod / Kate Marshall Bd.2
Bryndza, Robert

So eiskalt der Tod / Kate Marshall Bd.2


sehr gut

Spannende Fortsetzung
"So eiskalt der Tod" von Robert Bryndza ist schon der zweite Teil einer Thriller-Reihe rund um die ehemalige Polizistin Kate Marshall und ihren jungen Assistenten Tristan. Da ich den ersten Band auch gelesen habe. kannte ich die Vorgeschichte, was ganz nützlich war, es läßt sich aber auch einzeln lesen, da es sich um einen abgeschlossenen Fall handelt.
Kate geht mit ihrem Sohn tauchen, in einem Stausee und stoßen unter Wasser auf die stark verletzten Leiche eines jungen Mannes. Nachdem es die Polizei sehr schnell als Unfalltod einstuft, bittet die Mutter des Toten Kate um ihre Hilfe bei der Aufklärung des Todesfalles. Sehr schnell stellt sich heraus, dass es nicht die erste Leiche in diesem Gewässer ist.
Parallel dazu hat der Killer schon sein nächstes Opfer gefangen und eingesperrt und wir müssen miterleben, was sich in dessen Perspektive abspielt. Das bringt sehr viel Spannung und Nervenkitzel in das Geschehen, weil das Opfer nicht viel Zeit hat.
Die Geschichte ist gut geschrieben, von Anfang an spannend und voller Dynamik. Die beiden Ermittler sind sehr sympathisch und man lernt sie und ihr Umfeld wieder etwas besser kennen und verstehen, das macht einen großen Teil an der Geschichte aus.
Gleichzeitig gibt es einige Verdächtige, bei denen es sich lohnt, mitzurätseln, wer der Täter ist und was der Antrieb seiner Verbrechen ist. Diese Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten.
Über einige Personen hätte ich hier gerne noch mehr erfahren, das kam zum Schluß etwas zu kurz. Mit diesem Buch ist ein sehr spannender Thriller erschienen, den es sich auf jeden Fall zu lesen lohnt, der erste Teil war in meinen Augen aber noch besser.

Bewertung vom 17.12.2021
Der perfekte Kreis
Myers, Benjamin

Der perfekte Kreis


sehr gut

Aliens und ein unvollendeter Wal
"Der perfekte Kreis" von Benjamin Myers ist ein wirklich außergewöhnliches Buch.
In dieser Erzählung lernen wir Redbone und Calvert besser kennen, zwei sehr unterschiedliche Männer, die seit Jahren befreundet sind. Über das gemeinsame Hobby, nein, eher eine gemeinsame Leidenschaft, war ich schon etwas verwundert. Die beiden ziehen im Sommer über die Felder von Südengland und lassen über Nacht Kornkreise entstehen. Aber nicht nur einfach irgendwelche Kornkreise, sondern sie übertreffen sich jedes Mal selber und erschaffen weitläufige Kunstwerke, die akribisch geplant und vorbereitet werden. Das war absolut faszinierend und interessant zu lesen.
Wer jetzt Spannung erwartet oder Action, ist mit diesem Buch falsch, hier wird eine ruhige Geschichte erzählt und das Besondere daran ist eigentlich die Form der Erzählung. Der Autor findet leise, fast poetische Worte und hinter allem steckt eine tiefe Liebe zur Natur und ihrer Erhaltung. Mir hat das Buch sehr gefallen und ich warte mit Spannung auf Weiteres vom Autor.

Bewertung vom 13.12.2021
DAFUQ
Jarmysch, Kira

DAFUQ


gut

Heisses Wasser statt Tee
In "DAFUQ" von Kira Jarmysch begleiten wir Anja Romanowa in ein russisches Gefängnis. Sie wird dort für zehn Tage wegen der Teilnahme an einer Demonstration gegen Korruption inhaftiert. Mit ihr in der Zelle sind fünf weitere junge Frauen, die so nach und nach Einzelheiten über sich und ihr Leben erzählen.
Mir hat die Erzählweise hier sehr gut gefalle, die den Tagesablauf in diesem russischen Arrest schildertund die Besonderheiten der Inhaftierten, die hier viel Zeit haben ihr Leben zu reflektieren. Wie diese jungen Frauen in Russland leben, sich politisch engagieren und aus welchen ganz verschiedenen gesellschaftlichen Schichten sie kommen, wird gut geschildert.
Durch die Wiederholung der Tage entstanden für mich hier schon einige deutliche Längen, auch als die Frauen nach und nach entlassen werden und es nunmehr nur in Anjas Vergangenheit geht. Zum Ende hin störten mich die vermehrten Tagträume und Halluzinationen etwas bei der Glaubwürdigkeit.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und die Sprecherin passte für mich sehr gut zu diesem Thema.

Bewertung vom 13.12.2021
Die falsche Zeugin
Slaughter, Karin

Die falsche Zeugin


sehr gut

Schuldgefühle
"Die falsche Zeugin" von Karin Slaughter ist ein Thriller mit einem gewissen Tiefgang. Hier ist vieles anders, als es scheint.
Leigh ist Anwältin und soll kurzfristig die Verteidigung eines mutmaßlichen Vergewaltigers übernehmen. Ihr ist noch unklar, weshalb sie ausgewählt wurde, bis sie ihm gegenübersteht. Leigh hat eine kleine Schwester, Callie, die beiden stehen sich sehr nahe und halten doch Abstand voneinander, auch das begreift man nach und nach.
Diese Geschichte wird in mehreren Zeitebenen erzählt, die sich langsam aufeinander zubewegen. Personen sind hier sehr gut und bildhaft beschrieben, bei einigen der brutaleren Szenen fast schon zu bildhaft. Der Schreibstil schafft hier von Beginn an viel Spannung, auch wenn einige der Verläufe vorhersehbar sind. Das schadet aber nicht, weil die Geschichte von den Rückblenden und den Details lebt.
Hier werden einige schwere und emotionale Themen angesprochen, wie Drogenmißbrauch, Kindesmißhandlung, Vergewaltigung und Mord, es ist manchmal recht bedrückend.
Was mich etwas gestört hat, sind die vielen Bezüge zur Pandemie, die Protagonisten haben ständig mit ihren Masken zu tun und auch mit den Lockdowns und Folgen der Erkrankung. Das muss ich bei der aktuellen Lage nicht auch noch unbedingt in einem Thriller lesen. Abgesehen davon, unbedingt lesenswert!