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Midnight-Girl
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NRW

Bewertungen

Insgesamt 853 Bewertungen
Bewertung vom 13.02.2011
Prophezeiung
Böttcher, Sven

Prophezeiung


ausgezeichnet

Mavie Heller, eine junge Klimaforscherin, ist glücklich und wäht sich am Ziel ihrer Träume, denn es scheint, als würde ihre Arbeit und ihre Forschung endlich in dem Maße gewürdigt, wie es ihr schon seit längerem zusteht. Doch schnell stellt sie ernüchtert fest, dass etwas ganz und gar nicht richtig ist und bald alles aus dem Ruder laufen wird, wenn sie nicht versucht etwas zu unternehmen. Allerdings gibt es einige Menschen, die sie an ihrem Vorhaben hindern möchten und so kommt es zu einem erbitterten Katz und Maus Spiel, bei dem keiner voraussagen kann wie es ausgehen wird.


Die Welt steht vor einer immensen Klimakatastrophe, das ist nicht bloß alles fantasievoll ausgedacht, wer sich in der heutigen Zeit einmal etwas näher mit diesem Thema beschäftigt, der wird sehen, dass weitaus mehr Schreckensszenarien auf uns zukommen können, als man sich bisher vorstellen konnte oder wollte. Natürlich handelt es sich weitestgehend um Simulationen und eine hunderprozentige Garantie, dass diese Prognosen eintreten werden gibt es nicht, aber theoretisch wäre es möglich und genau darauf stützt sich dieser Wissenschaftsthriller von Sven Böttcher, denn sein Szenario ist keineswegs überzogen dargestellt, es wäre tatsächlich möglich, dass es irgendwann geschieht. Schon allein dieses Wissen behagt dem Leser ganz und gar nicht und es führt dazu, dass man sich sehr schnell in das Geschehen hineinprojeziert und selber versuchen möchte die bevorstehende Katastrophe abzuwenden, auch wenn man noch nicht so genau weiß wie man das anstellen soll. Durch die Aktualität des Themas schafft der Autor es, den interessierten Leser sofort in seinen Bann zu ziehen und auch, wenn man zu Anfang noch denkt, dass sich doch ganz schön viele Fachbegriffe häufen, so sind die schon bald vergessen und werden nebensächlich, denn es spielt sich etwas ganz anderes ab, was viel wichtiger und größer ist als ein paar Begriffe, die man nicht versteht.


Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, so dass man sie sofort vor dem inneren Auge sehen kann und schon bald der Meinung ist alte Bekannte wieder zu treffen, auch wenn der ein oder andere weniger sympathisch ist. Allesamt, ob auf der guten oder bösen Seite, sind detailliert dargestellt und sehr gut beschrieben, so dass man zu allen eine Bindung aufbauen kann, sei es positiv oder negativ. Da man die gesamte Zeit hauptsächlich mit Mavie mitfühlt, da sie nun einmal der Hauptcharakter ist, kommt man überhaupt nicht mehr von der Lektüre los, denn immer, wenn man gerade denkt, dass es nun wieder etwas ruhiger zugeht, geschieht das nächste Unvorhersehbare und man möchte doch an ihrer Seite bleiben, um zu sehen, ob man nicht doch irgendetwas tun kann. Somit sollte sich jeder, der sich auf diese Lektüre einlässt, darüber im Klaren sein, dass es wohl eine lange Nacht werden wird, denn man wird nicht eher kapitulieren, bis man das Ende erreicht hat und endlich weiß wie alles zusammenhängt und wer in was verstrickt ist, denn auch dies ist keinesfalls so eindeutig, wie es anfangs den Anschein hat.


Sven Böttcher ist mit 'Prophezeiung' ein atemberaubender Thriller gelungen, der Frank Schätzings 'Der Schwarm' nicht nur in nichts nachsteht, sondern diesen sogar noch übertrumpft.

Bewertung vom 12.02.2011
Das Blut der Lilie
Donnelly, Jennifer

Das Blut der Lilie


ausgezeichnet

Der flüssige Schreibstil zieht den Leser bereits von Beginn an in das Geschehen hinein und nimmt ihn immer weiter, immer tiefer mit, so dass er bald alles andere um sich herum vergisst. Zunächst lernt er Andi und ein wenig ihr Umfeld kennen und schnell wird klar, dass es sich hier um ein Mädchen handelt, das etwas Schreckliches erlebt hat und mit allen Mitteln versucht, dies zu verdrängen. Gleich fühlt man sich zu dieser Person hingezogen und möchte ihr am liebsten helfen, doch im Grunde weiß man sofort, dass das nicht so einfach möglich ist, denn sie wird niemanden an sich heran lassen, es gab und gibt mit Sicherheit viele Personen, die das schon versucht haben. Der Leser erfährt zwar recht früh, dass Andis Bruder vor zwei Jahren gestorben ist, doch die genauen Umstände bleiben zunächst verborgen, so dass man sich diese nur aus vagen Andeutungen zusammenreimen kann bzw. schlicht und einfach eigene Vermutungen anstellt. Ob diese schlussendlich zutreffen, kann man natürlich er sagen, wenn man zu lesen bekommt was damals wirklich geschehen ist. Da dies allerdings erst ziemlich am Ende ist, wird man sehr lange auf die Folter gespannt und seinen eigenen Gedanken überlassen. Trotz dessen, dass man nicht genau weiß was geschehen ist, fühlt man sich mit der Hauptperson sofort verbunden und möchte alles über sie erfahren und ihre gesamte Geschichte hören, die von Beginn an fesselnd ist, obwohl sie sehr traurig ist und man sich manchmal fragt, ob es nicht vielleicht doch besser wäre nicht alles zu erfahren, bevor man selber in ein tiefes Loch fällt. Doch man kann die Seiten nicht zuschlagen, den Blick nicht abwenden, man muss die Geschichte verfolgen.

Ähnlich geht es Andi, als sie ein altes Tagebuch findet, dass über zweihundert Jahre in einem alten Gitarrenkoffer darauf gewartet hat entdeckt und gelesen zu werden. Es handelt von einem Mädchen, das während der französischen Revolution lebte und einige schlimme Dinge erlebt hat und durchmachen musste. Andi fühlt sich genauso sofort mit ihr verbunden und ist sich immer wieder uneins, ob sie nun weiter lesen soll oder nicht, aber nie schafft sie es das Buch einfach zur Seite zu legen und nicht mehr daran zu denken, zu sehr fesselt sie die Geschichte und das Schicksal dieses Mädchens. Außerdem finden sich immer mehr Parallelen zwischen den beiden Charakteren und obwohl sie in verschiedenen Jahrhunderten leben, haben sie ähnliche Sorgen und Nöte, die sie zu Taten trieben und treiben, die sie nie für möglich gehalten hätten.

Es ist einfach wunderschön diese Geschichte zu verfolgen. Die Wechsel der Erzählweisen ist sehr gut gestaltet, da mal aus Andis Sicht in der heutigen Zeit und dann wieder aus dem 18. Jahrundert berichtet wird. Obwohl diese Zeiten so sehr auseinander liegen, empfindet der Leser den Sprung gar nicht als so immens, da man sich in beide Zeiten hinein versetzen kann und keinerlei Probleme hat sich mit den Situationen vertraut zu machen. Immer weiter lässt man sich in die Geschichte fallen, bis man selbst ein Teil von ihr wird und weiß, dass man erst wieder in sein normales Umfeld zurück kann, wenn man das Ende der Geschichte erreicht hat, da man erst dann weiß was tatsächlich geschehen ist und nachvollziehen kann wieso gewisse Verhaltensmuster zu bemerken sind. Selbst wenn man gerade nicht liest, lassen die Geschichten einen nicht in Ruhe, denn man macht sich trotz allem seine Gedanken und überlegt wie es mit den beiden Mädchen, die im Grunde das selbe Schicksal teilen, weiter geht und ob sie gerettet werden können bzw. konnten.

'Das Blut der Lilie' ist sehr gefühlvoll geschrieben und lässt den Leser abtauchen in eine Zeit, die schon lange vorbei ist und gleichzeitig doch immer noch allgegenwärtig ist, wie es im Laufe der Erzählung immer deutlicher wird. Niemand, der historische Romane mag, wird an diesem Roman vorbei kommen, denn er vereint Geschichte und Gegenwart wie kein anderer.

Bewertung vom 12.02.2011
Klostergeist / Pater Pius ermittelt Bd.1
Porath, Silke;Braun, Andreas

Klostergeist / Pater Pius ermittelt Bd.1


sehr gut

Am frühen Morgen fällt der Bürgermeister Manfred Engel vom Klosterturm, genau vor Pater Pius' Füße. Dieser ist zutiefst erschüttert und erschrocken.
Verena Hälble und Thorben Fischer sind die leitenden Ermittler in diesem Fall und sie beginnen gleich das gesamte berufliche und private Umfeld des Verstorbenen auf den Kopf zu stellen. Pius macht sich derweil auf zur Witwe, um ihr beizustehen und in den schweren Zeiten zu unterstützen. Doch bei seinem Besuch sticht ihm ein pikantes Detail ins Auge, dass ihn dazu veranlasst sich selbst in die Ermittlungen einzumischen und somit der Lösung immer näher zu kommen...

Es ist schon ein Schock, als plötzlich der Bürgermeister vom Turm fällt und vor Pius' Füßen landet und genau dieses Detail veranlasst den Leser dazu sich weiter mit dem Geschehen auseinander zu setzen, denn der Anfang wirkt leider ein wenig zäh und man wird noch nicht richtig warm mit den Charakteren, daher sind Schockmomente wie dieser bestens geeignet, den Leser doch zum weiter lesen zu animieren.
Generell wirken die Charaktere zum Teil suspekt und man weiß noch nicht wirklich was man von ihnen halten soll, doch man ist auf jeden Fall gewillt es heraus zu finden und natürlich hofft man auf tiefgründigere Erkenntnisse, so dass man sich mit der ein oder anderen Figur identifizieren kann oder zumindest ihr Denken und Handeln verstehen und nachvollziehen kann.
Im Laufe der Zeit wird Pater Pius immer sympathischer und zu ihm lässt sich dann auch wirklich eine gute Bindung aufbauen, da er mit seiner gesamte Art weiß, den Leser für sich einzunehmen, denn an seinem Verhalten zeigt sich, dass unter seiner Kutte ein Mensch wie jeder andere steckt, der seine eigenen Sorgen und Probleme hat und natürlich versucht diese aus dem Weg zu räumen. Als er dann auch noch anfängt zu ermitteln, ist es ganz um den Leser geschehen, denn Pius gerät immer wieder in amüsante Situationen, die das Gemüt erheitern. Leider bleibt er der einzige Charakter, dem man so näher kommt.

Von Beginn an macht man sich als Leser seine Gedanken was hinter dem Tod des Bürgermeisters stecken könnte und man bekommt auch allerhand Hinweise serviert, die es nun gilt zu selektieren, damit man zunächst einen Überblick erhält, denn teilweise sind die Indizien doch etwas verwirrend, da man plötzlich nicht mehr genau weiß wer nun was mit wem zu tun hat und warum. Aber genau das ist natürlich positiv zu sehen, denn ein Krimi wäre schließlich langweilig, wenn man ihn von Anfang an durchschauen würde und einem die Fakten ganz klar auf den Tisch gelegt würden. Trotz allem hat man jedoch schnell einen Anfangsverdacht, der sich am Ende dann auch bestätigt und somit keine große Überraschung mehr bietet, zumal der Schluss dann auch recht plötzlich kommt. Das Geschehen, welches sich jedoch drumherum abspielt birgt noch das ein oder andere Geheimnis, denn diese Zusammenhänge waren noch nicht unbedingt ersichtlich.

Aufgelockert wird der gesamte Text immer wieder durch Meldungen des hiesigen Radiosenders, die dem Fließtext den Charakter einer Kapiteltrennung geben, obwohl diese eigentlich so nicht vorhanden ist. Diese Einschübe hemmen zwar in gewisser Weise den Lesefluss, inhaltlich spürt man davon aber nichts, denn sie sind an das Geschehen angepasst und kommen immer an den richtigen Stellen vor, so dass man förmlich auf die nächste Meldung wartet.

Alles in allem macht die Lektüre Spaß und man fühlt sich auf alle Fälle gut unterhalten. Zwar gibt es den ein oder anderen Kritikpunkt, aber Pater Pius macht diese so gut wie wett, weil er einfach so ist wie er ist und man freut sich schon auf seinen nächsten Fall.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.02.2011
Liebling, ich kann auch anders
Kast-Riedlinger, Annette

Liebling, ich kann auch anders


sehr gut

Eva, Eliza und Sybille sind die besten Freundinnen und haben eins gemeinsam: sie sind Single, denn das Glück mit Männern scheint ihnen nicht hold zu sein, zumindest nicht mit heterosexuellen. Da alle drei gute Jobs haben, mit denen sie wunderbar ihr Leben finanzieren können, brauchen sie zumindest dafür auch keinen Mann, aber so manches Mal wünscht sich die ein oder andere schon ein solches Wesen an ihrer Seite, dass ihr Halt gibt und einfach nur da ist. Eva hat sich bereit erklärt an einer Studie teilzunehmen, die sich mit dem Verhalten in Internetchats, genauer gesagt Internetflirts, befasst. Dabei trifft sie auf ihren absoluten Traumtypen, klar, dass ihre Freundinnen alles sofort aus erster Hand erfahren und es ist ja auch alles gut, bis der vermeintliche Traummann sein wahres Gesicht zeigt. Ab da gibt es kein Halten mehr, ein Plan muss her, aber schnell...

Der Leser erlebt das gesamte Geschehen aus Elizas Sicht, die alles detailliert und so genau es geht, schließlich war sie nicht bei allen Situationen anwesend, dokumentiert, so dass man sich schnell ein klares Bild von der Frauenfreundschaft, ihren Interessen und ihrem Umfeld machen kann. Passenderweise möchte Eliza über die Geschehnisse ein Buch veröffentlichen, welches wahrscheinlich ähnlich dem sein würde, wie es dem Leser vorliegt. Anders als in anderen Romanen ist hier nicht die Erzählerin die Hauptperson, sondern ihre beste Freundin Eva. Trotzdem fühlt man sich Eva nah und versteht ihr Handeln und ihre Emotionen genauso gut als würde sie selber alles erzählen. Sowieso sind die Frauen dem Leser bzw. hier wohl eher der Leserin auf Anhieb sympathisch, da sie dieselben Probleme, Sorgen und Ängste haben wie jede andere Frau auch und nicht als Übermenschen dargestellt werden, denen alles gelingt und die nie Schiffbruch erleiden. Die Männer kommen in diesem Buch nicht so gut weg, was hin und wieder doch etwas störend wirkt. Natürlich ist der geneigten Leserin klar, dass es solche und solche gibt und jede hat wohl auch schon den ein oder anderen von jeder Spezies live erlebt, doch es ist schwer zu glauben, dass wirklich alle Männer so schlimm sind, wie hier dargestellt, das wirkt dann doch ein bißchen überzogen. Es ist nicht zu leugnen, sicher macht es Spaß beizuwohnen, wenn so manch einer sein Fett weg kriegt, aber wenn man mal ehrlich ist, so weiß man doch, dass man nicht alle Männer über einen Kamm scheren sollte und zum anderen, dass es auch Frauen gibt, die sich sicherlich nicht besser verhalten.

Interessant ist natürlich die Internetstudie, gerade in der heutigen Zeit, in der das Internet doch immer noch mehr und mehr präsent wird und wahrscheinlich bald alle anderen Kommunikations-wege aushebelt. Auch hier sind wieder hauptsächlich negative Erfahrungen herausgepickt worden, aber es sollte schließlich auch darum gehen aufzuzeigen, dass sich jeder hinter einem Pseudonym verbergen kann und man nie mit Sicherheit sagen kann, dass sein Gegenüber wirklich der ist, für den er sich ausgibt. Es kommt natürlich auch immer darauf an, mit welchem Hintergrund man Kontakte im Internet sucht. Möchte man sich nur unterhalten und keinesfalls persönliche Treffen im Hinterkopf haben, so ist es einem wohl im Grunde egal, wer sich wirklich am anderen Ende befindet. Möchte man allerdings eine ernsthafte Beziehung aufbauen, so sollte man sich doch vertrauen können und das ist eigentlich nicht möglich, wenn man sich zuvor nie begegnet ist und sich virtuell kennen lernt. Doch das sollte jeder für sich selber entscheiden, ob er/sie sich auf solche Bekanntschaften einlassen möchte oder nicht.

Das Buch lässt sich gut und flüssig lesen und es macht auch wirklich Spaß dem Geschehen zu folgen, auch wenn manches recht überspitzt beschrieben ist, wahrscheinlich war genau das die Absicht der Autorin, denn so wirkt die Atmosphäre doch ein wenig lockerer, da einfach mehr komische Situationen entstehen als wenn alles mehr oder weniger trocken abläuft.

Bewertung vom 06.02.2011
Der Anfang / John Sinclair Classics Bd.1 (1 Audio-CD)
Dark, Jason

Der Anfang / John Sinclair Classics Bd.1 (1 Audio-CD)


sehr gut

In einem kleinen schottischen Dorf geschieht ein wirklich bestialischer Mord, woraufhin der Mann des Opfers sogleich festgenommen wird, da kein Zweifel daran besteht, dass er der Täter ist. Doch er selbst beteuert die ganze Zeit seine Unschuld, ferner beschuldigt er seine Tochter die Tat begangen zu habe – seine tote Tochter. Die hiesige Polizei ist überfordert und holt sich Unterstützung von Scotland Yard. Inspektor John Sinclair reist an und versucht Licht ins Dunkel des Falles zu bringen, doch was er bei seinen Nachforschungen zu Tage befördert, hatte er sich selbst eigentlich nie vorzustellen gewagt. Werden die Toten wirklich wieder auferstehen? Und was hat der mysteriöse Professor, den noch niemand zu Gesicht bekam, damit zu tun?

'Der Anfang' ist die erste Folge aus der Sinclair Classics Reihe und wie der Titel schon vermuten lässt, bekommt man hier einen Einblick davon, wie John Sinclair zum Geisterjäger wurde. Hier ist er nämlich zunächst 'nur' Inspektor bei Scotland Yard. Zwar hat er auch jetzt schon ein Faible für Paranormales, aber bisher ist ihm noch nie ein Geist in natura begegnet, daher konnte er seine Fähigkeiten weder testen, noch entfalten, sondern sich nur theoretisch diesem Gebiet näher. Somit tritt er hier ausschließlich in seiner Funktion als Ermittler auf und versucht der örtlichen Polizei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, da diese schnell verzweifelt und nicht mehr weiß was richtig und was falsch ist.

Die Geschichte ist von Anfang an interessant, da der Hörer schon da mehr weiß als die Ermittler, dass der vermeintliche Täter nämlich wirklich die Wahrheit sagt, sowohl über seine Unschuld als auch über den wahren Täter. Doch natürlich weiß man noch nicht, wie es zu dieser Situation kommen konnte und das bringt einen schon recht schnell ins Grübeln. Dass hier nicht logisch vorgegangen werden kann ist auch klar, denn man ist sich bewusst, dass die realitätsnähe nicht wirklich vorhanden ist, was dem Hörvergnügen aber keinen Abbruch tut. Eher ist man versucht, sich selber auf das Gebiet der Paranormalität zu begeben und zu ergründen, was es für einen Hintergrund geben könnte, wer dahinter steckt und was er damit bezweckt. In manchen Punkten kommt man recht fix zur richtigen Lösung, in anderen muss man sich geschlagen geben, bis der wahre Täter selbst eine Erklärung liefert. Daher verspricht diese Geschichte Spannung bis zum Ende, da der Hörer nicht alles im Alleingang ergründen kann.

Die Sprecher sind gut gewählt, obwohl es eine Vielzahl an handelnden Personen gibt, hat man doch schnell einen Überblick erhalten, wer wer ist und kann sie auch recht schnell auseinander halten, ohne überlegen zu müssen, um wen es sich gerade handeln könnte. Des Weiteren kommen sie im Großen und Ganzen authentisch rüber, zumindest der menschliche Teil. Die Zombies wirken zum Großteil leider etwas lächerlich, da ihre unartikulierten Laute oft ein Schmunzeln beim Hörer hervorrufen und nicht die gewünschte Gänsehaut. Diese widerum stellt sich dagegen bei den anderen Geräuschen und der Hintergrundmusik schonmal ein, da sie an den richtigen Stellen auf die richtige Art und Weise eingesetzt werden, so dass man doch die ein oder andere Schreckenssekunde überwinden muss.

Alles in allem handelt es sich hier also um einen gelungenen Auftakt zur Sinclair Classics Reihe, da man nun die ersten Ansätze erkennen kann wie sich John Sinclair vom Inspektor zum Geisterjäger wandelt.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.02.2011
Nonstop in die Raketenfalle / TKKG Bd.102
Wolf, Stefan

Nonstop in die Raketenfalle / TKKG Bd.102


sehr gut

TKKG brauchten unbedingt noch ein umwerfendes Thema für die Schülerzeitung, das natürlich extrem reißerisch und interessant sein sollte. Entschieden wurde sich dann für das Thema 'indische Dolche' zu dem sie passenderweise eine Expertin zur Hand hatten, die gerne für ein Interview bereit war. So erfuhren die vier Freunde, dass eine Ausstellung in der Millionstadt geplant ist, die ebendiese Dolche und andere Schätze zeigen wird, doch diese müssen erst einmal eingeflogen werden, was natürlich unter strengster Geheimhaltung geschehen soll.
Durch Zufall fällt TKKG eine Tonbandaufnahme in die Finger, in der von Raketen und einem Flugzeugabschuss die Rede ist. Natürlich sind sie sofort Feuer und Flamme und wollen herausfinden wer dahinter steckt und was genau geplant ist. Der Zusammenhang ist schrecklicher als zunächst gedacht und TKKG müssen schnell handeln, bevor es zu spät ist.

Bekannterweise haben TKKG überall ihre Verbindungen und so ist es nicht verwunderlich, dass sie auch sofort eine Interviewpartnerin für das neue Thema der Schülerzeitung haben, der Artikel soll sich nämlich mit indischen Dolchen beschäftigen. Auch wenn das Interview im Endeffekt nicht sehr lange dauerte und nicht unbedingt viele Seiten einnimmt, so bekommt der Leser doch einen sehr guten Einblick in dieses Thema. Es wird nicht nur über die Dolche referiert, sondern auch ein bißchen zu anderen orientalischen Schätzen mitgeteilt, so dass man sich schon einen guten Überblick verschaffen kann und nachher auf jeden Fall der Meinung ist, wieder etwas dazu gelernt zu haben.

Wie im Grunde bei TKKG geläufig, laufen auch in diesem Buch mehrere Handlungsstränge nebeneinander, die verschieden gewichtet sind, so dass einer mal mehr und der andere mal weniger vorkommt und voran getrieben wird, doch im Nachhinein laufen sie am Ende alle zusammen und sind miteinander verwoben. In diesem Falle gibt es gleich zwei Stränge, die Nebenhandlungen erzählen, zum einen geht es um Emilio, der versucht seinen Geschäftspartner zu erpressen, aber sehr schnell von TKKG enttarnt wird und einen Unfall erleidet, weshalb er im Folgenden nicht mehr auftaucht, zumindest nicht als handelnde Person. Und dann ist da noch die Geschichte mit Jens, einem Jungen aus der 8. Klasse, der die Schule schwänzt und zur Vernunft gebracht werden soll. Diesmal spielt TKKG auch das Glück sehr in die Hände, denn durch Jens bekommen sie erst mit, dass Raketen nach Deutschland geschafft wurden. Tim kombiniert natürlich blitzschnell und weiß, es ist Zeit zu Handeln.

Natürlich ist dieses Buch schon sehr vorhersehbar, aber trotzdem gibt es doch hin und wieder einige Stellen, an denen man sich wundert, denn plötzlich geschehen doch Dinge, mit denen man nicht gerechnet hätte. Und auch der komplette Zusammenhang dieses Buches bleibt dem Leser in seiner Gänze zunächst verborgen, da sich eine Vielzahl an Verknüpfungen ergibt, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind, so hat man doch noch die ein oder andere Überraschung, auf die man sich freuen kann.

Im Großen und Ganzen ist dieses Buch sehr schön zu lesen und für die Zielgruppe, die zwischen 8 und 12 Jahre liegt, auf jeden Fall zu empfehlen, denn die recht geringe Seitenanzahl und der flüssige Schreibstil versprechen ein schnelles voran kommen, so dass man nicht das Gefühl hat man müsse wochenlang an einer Geschichte lesen, was in dem Alter ansonsten doch schonmal abschreckend wirken kann.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.02.2011
Dein Wille geschehe / Joe O'Loughlin & Vincent Ruiz Bd.4
Robotham, Michael

Dein Wille geschehe / Joe O'Loughlin & Vincent Ruiz Bd.4


ausgezeichnet

Alles sieht nach einem Selbstmord aus, als Christine Wheeler von einer Brücke springt, doch der Psychologe Joe O'Loughlin glaubt nicht daran. Es gibt keinen Abschiedsbrief, auch sonst deutet in ihrem Haus nichts darauf hin, dass sie nicht wiederkommen wollte, sie war vollkommen nackt, als sie von der Brücke sprang, abgesehen von recht teuren Schuhen, und das wichtigste: sie hatte ein Handy am Ohr und wirkte mehr als nur verzweifelt. Zunächst will die Polizei aber nicht glauben, dass sie nicht aus freien Stücken gesprungen ist, schließlich hat sie niemand berührt, als es geschah, doch bald schon wird eine weitere Frau gefunden, die jämmerlich erfroren ist, auch nackt, bis auf ihre Schuhe. Nicht nur das bereitet der Polizei und Joe O'Loughlin Kopfzerbrechen, sondern auch, dass die Frauen anscheinend nicht zufällig ausgewählt wurden, denn sie kannten sich schon sehr lange.

Gleich zu Anfang zieht der Autor den Leser durch seinen angenehmen Schreibstil in den Bann. Auch wenn noch gar nicht viel passiert, sondern man zunächst ein wenig über den Psychologen erfährt, so möchte man das Buch doch nicht zur Seite legen, da man das Gefühl hat, man würde etwas verpassen, wenn man nicht zügig weiter liest.

Recht früh ereignet sich das erste Schreckensszenario, denn Christine Wheeler springt von einer Brücke und ist sofort tot. Genau wie Joe glaubt auch der Leser nicht daran, dass sie freiwillig gesprungen ist, doch wie kann man über das Handy jemanden dazu bringen, sich umzubringen? Das ist eine zentrale Frage, die sich dem Leser und auch den Protagonisten stellt und der es nun gilt nachzugehen. Und vor allem: wer tut so etwas und warum?

Die Charaktere sind allgemein sehr gut dargestellt, man kann zu ihnen sofort eine Bindung aufbauen und sich in ihr Leben hinein finden. Vor allem von Joe und seiner Familie wird viel erzählt, so dass man das Gefühl hat, es wären die eigenen Nachbarn, die man schon Jahrzehnte kennt. Daher kann man sehr gut mitfühlen, wenn sich wieder eine Krise im Hause O'Loughlin anbahnt und wünscht sich, dass man etwas tun könnte, dass man helfen könnte. Natürlich dürfen die schrecklichen Geschehnisse auch nicht außer acht gelassen werden, aber der Autor bringt alles gut ins Gleichgewicht.

Die Taten sind grausam und man versteht einfach nicht wie jemand überhaupt so etwas tun kann und vor allem warum. Der Täter kommt selber häufig zu Wort, was aber vor allem zu Anfang keine Hilfe für das Verständnis ist, denn man bekommt nun sozusagen aus erster Hand mitgeteilt was geschieht, wie er vorgeht, aber die Intention bleibt verborgen, so dass man zunächst rätselt und rätselt, aber partout nicht auf die Lösung kommt. Diese Wechsel zwischen Joes Sicht und der des Täters sind gelungen, da man ein und dieselbe Situation nun aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann und den Ermittlern sozusagen einen Schritt voraus ist, im Grunde aber doch wieder nicht weiter ist als sie. Dennoch hat man mehr Wissen über die Taten an sich, doch einen Reim auf die ganze Sache kann man sich immer noch nicht machen.

Nach und nach kristallisiert sich heraus wer den Frauen diese schrecklichen Dinge antut und auch das Motiv wird immer klarer. Zwar geschieht dies schon etwa nach der Hälfte des Buches, die Spannung nimmt dadurch dennoch nicht ab, denn schließlich muss es auch noch bewiesen werden und der Täter muss gefasst werden, was sich hier nochmals als äußerst schwierig dargestellt. Somit bleibt es wirklich bis zum Ende spannend, obwohl man schon genau weiß wer der Täter ist.

Hier liegt wieder einmal ein Thriller vor, den man schwer aus der Hand legen kann und das eigentlich auch gar nicht möchte und obwohl dies schon das dritte Werk mit Joe O'Loughlin ist, kommt man sofort ins Geschehen hinein und versteht auch alles weitere ohne Probleme. Dieser Thriller geht unter die Haut und man hofft nur, dass es nie Wirklichkeit wird.

6 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.02.2011
Steirerblut
Rossbacher, Claudia

Steirerblut


ausgezeichnet

Sandra Mohr und Sascha Bergmann müssen gemeinsam einen Mordfall aufklären, leichter gesagt als getan, denn zum einen findet Sandra ihren Kollegen alles andere als sympathisch und zum anderen müssen sie dazu in ihr Heimatdorf, dem sie nicht ohne Grund den Rücken gekehrt hatte. Doch die Arbeit muss getan werden und so sieht Sandra sich schon bald gezwungen ihrer Familie und ihrer Vergangenheit in die Augen zu blicken. Der Mord darf bei all dem natürlich nicht vergessen werden, doch die Dorfgemeinde schweigt lieber, als dass sie tatkräftig bei den Ermittlungen unterstützt.

'Steirerblut' ist ein Alpen-Krimi mit seinem ganz eigenen Charme, dem der Leser sofort erlegen ist. Der Prolog ist sehr kurz und knapp gehalten und handelt von dem Mord an sich bzw. von den Gedanken des Opfers in den letzten Sekunden. Sofort fühlt der Leser selbst den Schmerz und hat den Drang zu erfahren, was der Frau wiederfahren ist und wer ihr dies angetan hat, auch wenn man zu Anfang noch gar nicht weiß wer das Opfer eigentlich war.

Auch nach dem Prolog fällt das weitere Lesen sehr leicht, der flüssige Schreibstil lässt den Leser nur so durch die Seiten fliegen. Hilfreich bei der gesamten Lektüre ist es, dass die Hauptprotagonisten Sandra und Sascha sehr sympathisch wirken, auch wenn sie untereinander wohl eine etwas andere Auffassung voneinander haben, der Leser schließt beide sofort in sein Herz. Daher fühlt man sich als wäre man hautnah dabei. Bald lernt man auch Sandras Heimat und ihre Familie und alte Bekannte kennen. Diese hinterlassen jedoch gemischte Gefühle, vor allem Sandras Halbbruder Mike ist ein wirklich fieser Typ, dem man nicht unbedingt des Nachts begegnen möchte. Als während der Ermittlungen auch noch der Verdacht aufkommt, dass er etwas mit der Tat zu tun haben könnte, zerbricht Sandras Familie noch mehr als es sowieso schon der Fall war. Immer wieder hofft sie dem Dorf endgültig den Rücken kehren zu können, aber immer wieder zwingen die Ermittlungen sie, doch wieder zurück zu fahren, was hauptsächlich daran liegt, dass die Dorfbewohner zusammen halten und die Ermittlungen nicht gerade erleichtern. Hier sieht man sehr schön, dass die Autorin sich einem Klischee bedient, welches kleinen Gemeinden anhaftet, nämlich, dass immer alle zusammen halten und niemand verraten wird, egal was geschehen ist. Auch heutzutage gibt es dies noch immer in solch kleinen Gemeinschaften und es wird wohl auch immer so sein.

Wunderbar gelungen ist es der Autorin eine Mischung aus Privatem und Beruflichem der beiden Hauptprotagonisten darzubringen, da man als Leser so auch einiges aus dem Umfeld und den Hintergründen der Personen erfährt und ihr Verhalten in bestimmten Situationen besser einschätzen und verstehen kann. Dennoch vergisst sie den Aspekt der Spannung nicht, trotz der privaten Abschnitte, steigt die Spannung kontinuierlich, so dass man während alles Sequenzen gefesselt ist und das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Bis zum Schluss bleibt es unvorhersehbar was wirklich geschehen ist. Natürlich stellt man eigene Theorien auf, die aber alle nach und nach zunichte gemacht werden, bis nur noch eine Möglichkeit offen bleibt, die schließlich auch bestätigt wird. Im Grunde ist die Lösung recht simpel, aber gerade deswegen wird man nicht sofort darauf kommen, da es einem vielleicht zu einfach vorkommt, wenn man es überhaupt schon in Erwägung zieht.

Mit 'Steirerblut' schafft Claudia Rossbacher einen wunderbaren Krimi, der jeden Leser fesseln wird. Und am Ende fragt man sich nur noch: Wann kommt endlich der nächste Fall für das neue Ermittlerduo?

Bewertung vom 30.01.2011
Die Handy-Falle / Die drei Ausrufezeichen Bd.1
Vogel, Maja von

Die Handy-Falle / Die drei Ausrufezeichen Bd.1


sehr gut

Es ist der erste Fall für 'Die drei !!!' Kim, Franziska und Marie. Während der Pausen verschwindet in Franziskas Klasse immer wieder Geld und niemand weiß wer der Täter sein könnte. Die Mädchen nehmen sich dem Fall an und machen eine erschreckende Entdeckung, ausgerechnet Anna, die die letzte wäre, die sie verdächtigt hätten, scheint ihre Mitschüler zu beklauen. Doch irgendwie wollen Franziska, Kim und Marie nicht glauben, dass sie das aus freiem Willen macht und beginnen sie zu beobachten, dabei kommen sie schnell dem wahren Täter auf die Spur...

'Die Handy-Falle' ist der erste Band um den Detektivclub 'Die drei !!!', die aus Franziska, Kim und Marie bestehen, wobei Kim die eigentliche Idee für einen solchen Club hatte und die anderen beiden durch eine Anzeige gefunden hat. In diesem ersten Band lernt man die Mädchen zunächst ein wenig kennen und erhält einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Clubs, wieso er gegründet wurde und wie dies von statten gegangen ist. Das ist durchaus interessant, wenn man später noch weitere Fälle lesen möchte, denn dann hat man bereits das Hintergrundwissen, welches mit Sicherheit in den Folgebänden nicht noch einmal ausführlich dargelegt wird.

Die drei Mädchen sind im selben Alter, gehen aber in verschiedene Klassen und auch auf unterschiedliche Schulen. Auch ihre Charaktere könnten nicht unterschiedlicher sein, zu Anfang gibt es einige Reibereien, die sogar dazu führen könnten, dass der Club noch vor Beendigung seines ersten Falles, wieder aufgelöst wird. Diese Unstimmigkeiten untereinander sind recht authentisch, da jeder, der sich an seine eigene Schulzeit zurückerinnert, sie nachvollziehen kann. Selbst wenn man selber so etwas nicht erlebt hat, hat man sicher schonmal mitbekommen, dass junge Mädchen sich auch sehr gerne und impulsiv über die unsinnigsten Dinge streiten können, daher sind die Darstellungen keineswegs zu übertrieben.
Dass sich drei so unterschiedliche Persönlichkeiten zusammenfinden, ist sehr gelungen, denn so kann sich jede junge Leserin mit Sicherheit mit einer Person identifizieren, wobei dies schwieriger wäre, wenn sich alle ähnlich wären, denn das ist schließlich im wahren Leben auch nicht so. So ist es aber ein Leichtes sich noch besser in die Geschichte hinein zu finden.

Das Thema ist auch gar nicht so weit hergeholt wie es zunächst den Anschein haben mag, da schon anhand des Titels klar wird, dass es in irgendeiner Weise mit Handys zu tun haben muss und dieses Thema beginnt bei den Jugendlichen immer früher an Bedeutung zu gewinnen. Anfangs ist allerdings noch nicht klar in welcher Weise die Handys mit dem Fall zu tun haben, das ist recht gut, denn so weiß man nicht sofort was los ist und muss sich gedulden und weiter rätseln.
Die Ermittlungen scheinen zunächst etwas subtil und einfältig zu sein, aber schließlich ist das auch der erste Fall für die Mädchen, die sich erst einmal an ihre neue Rolle gewöhnen müssen und noch nicht die Erfahrung an den Tag legen können, daher sei es verziehen und man hofft natürlich, dass sie von Fall zu Fall besser werden.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig, so dass junge Leserinnen, die nun einmal die Zielgruppe sind, gut und schnell in die Geschichte hinein kommen und diese auch ohne zu Stocken durchlesen können. Es findet hin und wieder ein Perspektivwechsel statt, mal wird nur aus der Sicht eines Beobachters erzählt, zwischenzeitlich aber auch aus Kims Sicht, in Form ihres Detektivtagebuchs. Diese Wechsel sind sehr interessant und jungen Lesern wird dadurch nicht so schnell langweilig, da nicht alles stupide aus einer Sichtweise geschrieben ist.

Man mag zunächst seine Bedenken gehabt haben was diese neue Serie anbelangt, aber es handelt sich dann doch um einen schönen soliden Krimi für Mädchen, die sich für ungelöste Fälle interessieren, die in jeder Umgebung vorkommen können.

1 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 29.01.2011
Blinder Instinkt
Winkelmann, Andreas

Blinder Instinkt


sehr gut

Sarah ist acht Jahre alt und blind. Sie lebt in einem Wohnheim für behinderte Kinder und ist dort eigentlich gut aufgehoben, doch sie fühlt sich schon seit einiger Zeit beobachtet. Plötzlich wird sie entführt und es scheint keine einzige Spur zu geben, die konkretere Hinweise darauf geben könnte, was geschehen ist und wer eine solche Tat vollbringen konnte, ohne großes Aufsehen zu erregen. Franziska Gottlob, die mit diesem Fall betraut wird, beginnt ihre Ermittlungen, indem sie nach Fällen sucht, die nach einem ähnlichen Muster abgelaufen sind oder bei denen das Opfer auch ein blindes Mädchen war. Tatsächlich stößt sie bei der Recherche auf einen Fall, der zwar bereits zehn Jahre zurück liegt, aber es gibt erhebliche Parallelen...

Der Prolog spielt zehn Jahre vor der Hauptgeschichte und erzählt von einer Entführung, bei der ein blindes Mädchen einfach so quasi vor den Augen ihrer Eltern weggeschnappt wurde und nie auch nur ansatzweise eine Spur gefunden wurde, was dort geschehen sein könnte. Schon im Prolog sind die Beschreibungen sehr detailliert, so dass man sich sofort in die Situationen hinein versetzen kann, denn Gefühle und Emotionen werden sehr viele vermittelt, die im Grunde ohne Vorwarnung auf den Leser einprasseln. Diese Erzählweise setzt sich auch im weiteren Verlauf fort, so dass es schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen, da man doch immer noch eine Seite mehr lesen möchte, nur um zu wissen, wie es weiter geht. Später wird das Geschehen aus verschiedenen Sichtweisen übermittelt, mal aus der des Täters, dann wieder aus der des Opfers oder auch aus Ermittlersicht. Diese Perspektivwechsel bringen einiges an Bewegung in die Geschichte, so dass sie nie zum Stillstand kommt und Abwechslung herrscht. Auch kommt es hin und wieder zu Zeitsprüngen, in denen die Geschehnisse vor zehn Jahren Erwähnung finden.

Die Charaktere sind allesamt wirklich gut gezeichnet, so dass es ein Leichtes ist, sich ein Bild von der gesamten Szenerie zu machen, sowohl von den Personen, als auch von der Umgebung. Man fühlt sich als Leser richtiggehend in die Geschichte mit eingebunden, zwar nicht aktiv, sondern eher im Hintergrund, aber doch in soweit, dass man mit den handelnden Personen mitfühlt und sich in ihre Lage hinein versetzen kann.

Das Geschehen selber ist wirklich grausam und manchmal möchte man den Täter einfach nur packen und ihn persönlich zur Rechenschaft ziehen, da seine Handlungen nicht wirklich nachzuvollziehen sind. Man versteht zwar was er tut und versucht auch herauszufinden wieso er so handelt, aber wirklich nachzuvollziehen ist es nicht, so dass man an einigen Stellen wirklich wütend wird, wenn man miterlebt was er seinem Opfer antut.
Relativ lange tappt man im Dunkeln und es ist nicht klar, wer der Täter ist, da es zwar einige Ansätze und Spuren gibt, die sich im Nachhinein aber immer wieder verlaufen, so dass man wieder am Punkt Null angekommen ist. Im letzten Drittel wird der Täter dann eindeutig benannt, aber vorbei ist es da noch lange nicht, denn jetzt muss er erstmal gefasst werden und vor allem muss das Mädchen gerettet werden, sodenn es noch lebt. Die Spannung zieht nochmals an und es beginnt eine aufreibende Zeit, in der noch so einiges passiert, mit dem man nicht im entferntesten gerechnet hätte.

Auf alle Fälle handelt es sich hier um einen sehr lesenswerten Psychothriller, der fesselt und berührt, so dass man ihn kaum aus der Hand legen kann.

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