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anette1809 - katzemitbuch.de
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Sulzheim
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Bewertungen

Insgesamt 1041 Bewertungen
Bewertung vom 14.02.2012
Ewig Dein
Glattauer, Daniel

Ewig Dein


sehr gut

Im Gedränge in der überfüllten Käseabteilung lernt Judith Hannes kennen. Zunächst tritt der gutaussehende Single in den besten Jahren ihr auf die Fersen und schon bald - nach einigen weiteren sehr inszeniert wirkenden Begegnungen - auch in ihr Leben. Judith lässt sich von dem zielstrebigen Mann umgarnen, der sie in den Himmel hebt und als seine absolute Traumfrau umschwärmt, und geht mit ihm eine Beziehung ein. Schnell entwickelt sich Hannes zum Schwarm aller Schwiegermütter und zum Mittelpunkt von Judiths Freundeskreis, doch Judith fühlt sich bald nicht mehr wohl in seiner Gegenwart. Seine Liebesbeweise sind erdrückend, seine ständige Nähe wird immer mehr zur Belastung für sie. Judith beendet die Beziehung, sehr zum Unverständnis ihrer Familie und Freunde. Doch so leicht, wie Judith sich es dachte, lässt sich Hannes nicht mehr aus ihrem Leben ausschließen.

Kritik:
Nach "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" überrascht und überzeugt Daniel Glattauer mit einer Liebesgeschichte der ganz anderen - und bösen - Art. In fünfzehn Kapiteln, genannt Phasen, erzählt er die Geschichte von Judith und Hannes, vom der ersten zufälligen Begegnung, über die ersten Treffen, die große Liebe und das Vorstellen des Partners im Freundes- und Familienkreis, bis hin zur Trennung. Hannes will die Trennung von Judith jedoch nicht wahrhaben und versucht mit allen Mitteln seine Traumfrau zurückzugewinnen. Eigentlich zeugen Rosen oder ein romantischer Urlaub von Liebe und Gefühl, doch Hannes Umsetzung grenzt an Stalking und Eingreifen in die Privatsphäre. Judith treiben seine Aktionen nach und nach an den Rand des Wahnsinns und lassen sie beinahe an ihrem Verstand zweifeln. Jedoch nicht nur an ihrem, auch als Leser war ich ein- oder zweimal so weit, dass ich an ihrem – und meinem - Verstand gezweifelt habe und dachte, sie interpretiert in Hannes Verhalten viel zu viel Negatives hinein.
Diese Geschichte beeindruckt besonders mit der Entwicklung der einzelnen Charaktere, die sich während der Geschichte stark wandeln und mehr als einmal beim Leser für ungläubiges Kopfschütteln und Erstaunen sorgen. So wird Judith von Freunden und Verwandten im Stich gelassen - um nicht zu sagen verraten - und bekommt Hilfe von einer Stelle, von der man es am wenigstens erwartet hätte. Für ein schmales Büchlein mit gerade mal 208 Seiten gelingt Daniel Glattauer eine erstaunlich tiefe Charakterzeichnung seiner Protagonisten.
Gewöhnungsbedürftig dürfte für manchen Leser sicherlich die Sprache sein, da der Autor seine Protagonisten mit teils recht starken österreichischem Dialekt und umgangssprachlich kommunizieren lässt. Entweder ist mir das in Glattauers anderen Büchern nie so stark aufgefallen, oder er bedient sich hier sehr intensiv der Sprache als Stilmittel, da es besonders bei einem Charakter dazu führt, dass man ihn zu Beginn als recht naiv einschätzt, und im späteren Verlauf der Geschichte umso mehr von seinem toughen Handeln überrascht wird.
"Ewig dein" ist sehr kurzweilig zu lesen und bietet einen fast durchgehend ansteigenden Spannungsbogen im Verlauf der Geschichte, nur zum Ende hin war mir die Auflösung etwas zu zahm und gewöhnlich, da hätte ich mir einen originelleren Abschluss gewünscht, dass dem Leser vor Überraschung endgültig die Kinnlade auf die Buchseiten klappt.

Fazit:
Fies und gut, aber für meinen Geschmack nicht fies genug, dafür spukte mir vor dem Lesen zu sehr der Film "Wahnsinnig verliebt" im Kopf herum, der noch weit mehr mit der Wahrnehmung des Betrachters spielt, als das mich "Ewig dein" restlos überzeugen konnte. Andererseits muss ich ein großes Lob an den Autor vergeben, der es schafft in knapp über 200 Seiten so viel Handlung und glaubwürdige Charaktere zu packen, was anderen Autoren nicht mal auf 600 Seiten gelingen will.

10 von 15 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.02.2012
Die Gipfel der Schwefelzinnen / Das Unkrautland Bd.3
Seitz, Stefan

Die Gipfel der Schwefelzinnen / Das Unkrautland Bd.3


sehr gut

Nach den ersten beiden Abenteuern von Primus und seinen Freunden geht es in "Die Gipfel der Schwefelzinnen" im direkten Anschluss an das Ende von "Das Geheimnis der Schwarzen Hütte" auf ihrer Suche nach der sagenumwobenen Nebelfee weiter. Mysteriöse Hinweise führen Primus und Plim in das Bleigebirge, wo sich der größte Teil der Handlung abspielt. Trotzdem kommen auch in dieser Geschichte liebgewonnene Charaktere wie das Huhn Bucklewee, die Vogelscheuche Chuck, der Kürbis Snigg und Plims Kröten Taddel und Mills nicht zu kurz, da neben dem Haupthandlungsstrang immer wieder ein Blick auf das Geschehen in Primus' Hütte und Plims Hexenhaus geworfen wird. Wobei man die anderen Charaktere gar nicht vermisst, wenn es zwischen Primus und Plim nicht nur zum gewohnt witzigen Schlagabtausch, sondern auch zum ersten Kuss kommt ;)
Im Gegensatz zu den beiden ersten Geschichten rund um Primus, Plim und ihren Freunden konnte mich ihr neuestes Abenteuer leider nicht ganz so stark fesseln. Die Charaktere sind zwar wie immer äußerst liebenswert gezeichnet und mit einem schrägen Humor ausstaffiert, der in zahlreichen dialoglastigen Szenen sehr gut zum Vorschein kommt, aber das eigentliche Abenteuer war mir insgesamt zu flach und geradlinig, es baut sich kein Spannungsbogen zum Ende hin auf, der einen gebannt auf das nächste Abenteuer warten lässt. Die Vorbereitungen zu Primus' und Plims Reise nehmen gut ein Drittel des gesamten Buches ein und sind spannender und detaillierter zu lesen als ihr eigentliches Abenteuer im Bleigebirge. Die Fieslinge und dunklen Charaktere wie Magnus Ulme und der Narr kommen für meinen Geschmack in dieser Story viel zu kurz, auch wenn sich hier andere Geheimnisse andeuten und neue Protagonisten eingeführt werden. Doch die neuen Charaktere werden bei weitem nicht so detailliert vorgestellt, wie man es von anderen Protagonisten aus den Vorgängerbänden gewohnt ist und die Geschichte hätte - auch was die empfohlene Altersklasse angeht - gerne noch etwas düsterer und mysteriöser ausfallen dürfen, da das Stammpublikum die Helden nun bereits seit zwei Abenteuern begleitet und mit ihnen herangewachsen ist.
Das Cover stammt wie bereits bei den beiden Vorgängerromanen aus der Feder des Autoren Stefan Seitz. Die beiden anderen Motive haben mir zwar etwas besser gefallen, dafür punktet die dritte Geschichte aus dem Unkrautland zum ersten Mal mit schwarzweiß Illustrationen im Inneren des Buches.
Auch wenn "Die Gipfel der Schwefelzinnen" in meinen Augen nicht an die Qualität der ersten beiden Geschichten heranreicht, so ist es insgesamt doch ein lesenswertes und märchenhaftes Abenteuer aus dem Unkrautland, in dem einige Handlungsfäden ihren Abschluss finden und neue gewebt werden, so dass es auf jeden Fall Potential für fortführende Abenteuer gibt, bei denen Stefan Seitz hoffentlich wieder aus dem Vollen schöpft.

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.02.2012
Der Duft meiner Heimat
Hong, Li

Der Duft meiner Heimat


ausgezeichnet

Das Kochbücher auch ohne Fotos funktionieren - und weit mehr als das - beweist der Gerstenberg Verlag seit einigen Jahren mit einer Reihe, in der typische Landesküche von einem Einheimischen, kombiniert mit stimmungsvollen Illustrationen, präsentiert wird.
In "Der Duft meiner Heimat" stammen nicht nur die Rezepte von der gebürtigen Chinesin Li Hong, auch die Illustrationen sind aus ihrer Feder geflossen und bieten einen persönlichen Einblick in ihre Kindheit und ihr Familienleben in China. Neben ihren Illustrationen bereichern zusätzliche Info-Illustrationen von Daniel Dytert und Fotografien von Li Hongs Familie den visuellen Teil des Buches.
Vor dem Rezeptregister ist ein Inhaltsverzeichnis über die im Buch enthaltenen Familiengeschichten aufgeführt. Wer also gerade mal kein Rezept nachkochen, sondern nur in den Erinnerungen und Anekdoten Li Hongs schmökern möchte, findet durch den Index und aussagekräftige Kapitelüberschriften wie "Die Vorfahren" oder "Leben in Peking" schnell zu der gesuchten Stelle im Buch. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert in den Geschichten zu stöbern, da Li Hong einen kurzweiligen und bildhaften Schreibstil besitzt und gerade die Geschichten über ihren Mann und sie mit dem Aufeinandertreffen zweier sehr unterschiedlicher Kulturen für den einen oder anderen Lacher sorgen. Darüberhinaus lernt man in den Geschichten nicht nur Li Hongs Famlie und die Kultur Chinas näher kennen, sie sind auch stimmig mit den im Buch vorgestellten Rezepten verknüpft und man erfährt dadurch einiges über den Ursprung der verwendeten Zutaten und ihre traditionelle Zubereitung.

Die Rezepte sind in folgende Rubriken unterteilt:
* Vorspeisen, Suppen, Teigspeisen
* Schwein, Rind, Lamm
* Gemüse & Tofu mit Fleisch
* Vegetarisch
* Fisch & Meeresfrüchte
* Huhn & Ente
* Desserts

"Der Duft meiner Heimat" bietet einen abwechslungsreichen und bunten Einblick in die chinesische Küche, nur die Rubrik Desserts ist mit gerade mal drei Rezepten etwas kurz geraten, dass liegt allerdings in erster Linie daran, dass Desserts in der chinesischen Küche keine große Rolle spielen und stattdessen nach dem Essen noch etwas frisches Obst serviert wird.
Jedes Rezept ist mit dem chinesischen und dem deutschen Namen übertitelt. Das Rezept setzt sich zusammen aus der Personenanzahl, für die die Zutaten berechnet sind, die Zutatenliste (ggfs. unterteilt in Marinade, Panade, Sauce etc.) und eine in einfach nachzuvollziehenden Schritten unterteilte Zubereitungsfolge. Es fehlt lediglich eine Angabe über die gesamte Zubereitungszeit, allerdings ist in der Zubereitungsfolge der Zeitaufwand pro Arbeitsschritt aufgeführt.
Kompliziertere Zubereitungen, wie beispielsweise das Herstellen von chinesischen Teigtaschen, werden zusätzlich anhand von Info-Illustrationen Schritt für Schritt erklärt. Des Weiteren bietet der Anhang ein Glossar, auf dem über drei Seiten Zubehör und spezielle Zutaten aufgeführt und erläutert werden, die in der chinesischen Küche zum Einsatz kommen. Außerdem rundet eine Doppelseite mit Menü-Vorschlägen - da in China die verschiedenen Speisen meist gleichzeitig auf den Tisch gestellt werden - und ein alphabetisches Rezeptregister das Buch sinnvoll ab.
Die nachgekochten Rezepte waren alle dank ausführlicher Beschreibungen leicht zuzubereiten, nach der angegebenen zu bekochenden Personenzahl kann man sich sehr gut orientieren, die Mengenangaben sind wirklich sehr genau.
Die vorgestellten Rezepte sind authentisch und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Gerichte lassen sich sehr gut untereinander kombinieren, da Fleisch-, Geflügel-, Fisch- und vegetarische Speisen separiert von Gemüse und Teigspeisen aufgeführt sind und so nach Gusto zusammen gereicht werden können.
Ich bin - wieder einmal - sehr begeistert von der Länderküche, die der Gerstenberg Verlag veröffentlicht und werde meine Kochbuchsammlung dahingehend sicherlich noch erweitern!

5 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.02.2012
Allein unter Schildkröten
Kaldhol, Marit

Allein unter Schildkröten


ausgezeichnet

"Allein unter Schildkröten" ist die Geschichte von Mikke. Die Studie eines Jungen an der Schwelle zum Erwachsenwerden, zwischen Schule und Studium, Familie und der weiten Welt, Glücksgefühlen und unerklärlicher Traurigkeit.
Der Leser begleitet Mikke nur einen kurzen Abschnitt in seinem Leben. Von Anfang Februar bis Mitte Mai ist man hautnah an Mikkes Seite, indem man seine nahezu täglichen Tagebucheinträge liest, und dann ist Mikke nicht mehr. Er hat seine Wahl getroffen. Es ist wie bei den kleinen Meeresschildkröten, die zufällig im Meer herumschwimmen.. Manche schaffen es, manche nicht. Mikke hat es nicht geschafft...
"Allein unter Schildkröten" ist kein Buch, das unterhalten will, sondern ein Buch über das Leben und den Tod, über den Sinn und auch den Unsinn des Lebens. Marit Kaldhol spuckt weder große Töne, noch bietet das Buch eine ausschweifende Rahmenhandlung oder große Aktionen der Protagonisten, vielmehr berührt sie durch den direkten Einblick in das Leben eines jungen Mannes und die Sinnlosigkeit seines frühen Todes. Der größte Schmerz für den Leser, den Tod Mikkes zu realisieren, liegt nicht in der Ungeheuerlichkeit seines Ablebens oder bildhaften Beschreibungen seines zu Tode kommens, sondern darin, dass Mikke einen so plötzlich zurücklässt, ohne, dass es dafür vorher eindeutig erkennbare Anzeichen gab und vor allem ohne Antwort nach dem Warum??? Mikke hat einen großen Freundeskreis, erlebt seine erste Liebe und sieht sich positiven beruflichen Zukunftsaussichten gegenüber, trotzdem ist er häufig von tiefer Traurigkeit und einer großen Einsamkeit erfüllt und zieht sich immer mehr in seinen Schildkrötenpanzer zurück.

Den ersten Abschnitt des Romans kann man als Leser noch mit einiger Fassung ertragen. Mikke erzählt in sein Tagebuch weder, das er sich umbringen will, noch das er depressiv ist oder das er sich einsam fühlt. Man ist nur Wegbegleiter während eines kurzen Stückchens seines Lebens, geht mit ihm in die Schule, recherchiert im Internet für den Biologieunterricht, erlebt mit ihm gemeinsam seine erste Liebe und irgendwann bleiben die Tagebuchseiten leer. Erst im Mittelteil des Buches muss man anfangen stark zu sein, wenn Mikkes Mutter von der Zeit nach seinem Tod und ihrer inneren Leere erzählt, aber auch von der Zeit als Mikke noch ein kleiner Junge war. Im dritten Akt kommen abschließend weitere Weggefährten Mikkes zu Wort: seine Freunde, seine erste große Liebe, der behinderte Sverre - der von Mikke betreut wurde, sein Ziehvater und sein leiblicher Vater. Alle versuchen mit dem tragischen Unglück fertig zu werden und von Mikke Abschied zu nehmen, in dem sie ihre Gefühle und ihre Abschiedworte schriftlich festhalten. In der Trauer können sie sich nur gegenseitig Halt geben, für den Tod Mikkes gibt es weder eine Erklärung, noch wird ihnen jemand ihre Briefe beantworten. Der einzige, der eine Antwort liefern könnte ist tot, Mikke ist tot.

"Allein unter Schildkröten" bringt dem Leser die Themen Depression und Selbstmord näher. Authentisch und in der Ich-Perspektive des Betroffenen und seines Umfeldes erzählt, berührt Marit Kaldhol ihre Leser sehr stark und erklärt außerdem, dass sich diese Krankheit und ihr schlimmstes Ende nicht mit einem großen Paukenschlag ankündigen muss. Real von diesen Themen Betroffene können aus Marit Kaldhols Roman Anzeichen herauslesen, mit denen sich eine Depression ankündigen kann und generell werden hoffentlich viele Leser für diese Krankheit sensibilisiert! Nur sollte man sich vor der Lektüre im Klaren darüber sein, dass man mit dieser emotionalen Erschütterung fertig werden muss, ohne dass einen Antworten in ein warmes Nest aus Geborgenheit und Zuversicht zurückholen.

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.01.2012
Let's bake!
Hänggli, Tamara

Let's bake!


sehr gut

In "Let's bake!" hat Tamara Hänggli rund 40 Rezepte für süße und pikante Spezialitäten aus England, Schottland, Wales, Irland und den ehemaligen Kolonien des Empire zusammengetragen.
Die Rezepte sind in die Rubriken "From good old England", "Sweets and savouries from the United Kingdom", "Cosmopolitan treats from the Empire", "Country life through the seasons" und "Fancy foods in London" unterteilt. Zur besseren Orientierung und einem schnellen Überblick schließt sich den Rezeptteilen noch eine Unterteilung in "Kombinationsbeispiele" (Zu jeder Gelegenheit das passende Gebäck) und ein Register sowohl nach englischen als auch deutschen Bezeichungen an. Eine hilfreiche Ergänzung bieten zudem die beiden Anhänge "Wissenswertes rund ums Backen" (Antworten auf häufig gestellte Fragen) und "Typisch britische Backzutaten" (Ein paar Begriffserklärungen).
Neben typischen Gerichten wie Scones, Apple Pie, Shortbread oder Crumple, finden sich gerade in der Rubrik "Cosmopolitan treats from the Empire" einige Rezepte, die nicht so häufig in anderen Backbüchern zu finden sind. Insgesamt hat Tamara Hänggli eine interessante und bunte Mischung aus Rezepten, die in aller Munde sind, und weniger bekannten Spezialitäten erstellt.
Allen Rezepten ist mindestens eine Doppelseite gewidmet. Unter der englischen und deutschen Bezeichnung befindet sich eine kurze Information über die Herkunft des Rezeptes. Jede Spezialität wir ausführlich mit einem Zutatenregister - inkl. Angabe zur benötigten Backform bzw. der entstehenden Stückzahl - und einer Schritt-für-Schritt-Zubereitung vorgestellt. Tipps zur Abwandlung und den zum Essen passenden Getränken runden die einzelnen Rezepte ab.
Am unteren Seitenrand ist neben der Seitenzahl zusätzlich der Titel der Rezeptrubik abgedruckt ("From good old England" usw.).
Neben den geschmackvoll und mundwässernd in Szene gesetzten Gebäckspezialitäten hat der Fotograf Erwin Auf der Maur wundervolle Fotos von atemberaubenden Landschaften und geschäftigen Stadtszenen beigesteuert. Hier wäre nur - gerade bei den abgebildeten Landschafen - eine Angabe über den Ort der Aufnahme wünschenswert gewesen.
Insgesamt ist "Let's bake!" eine gelungene Kombination aus einem Spezialitätenbackbuch und einem Fotoband, bei dem - Nomen est Omen - kleine Wermutstropfen den Gesamteindruck trüben: die Fotografien wären in einem größeren Format wesentlich besser zur Geltung gekommen und das Preis-Leistungs-Verhältnis lässt einen schlucken, denn auch für ein Backbuch hat Tamara Hängglis Werk ein relativ kleines Format und für den stolzen Preis eine überschaubare Rezeptauswahl.

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.01.2012
Dark Angels` Summer - Das Versprechen / Dark Angels Bd.1
Spencer, Kristy;Spencer, Tabita L.

Dark Angels` Summer - Das Versprechen / Dark Angels Bd.1


sehr gut

Man merkt dem Opener sehr deutlich an, dass es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, so werden viele Handlungsfäden begonnen und nur langsam zu einem zusammenhängenden Plot verstrickt, ohne dass am Ende die Geheimnisse und Entwicklungen aufgelöst werden. Der Band endet gerade dann, als etwas Licht in das dramaturgische Dunkel der Handlung kommt.
Auch wenn in den ersten drei Vierteln des Buches nicht wirklich viel passiert, hat mich das Werk der Autorinnen trotzdem sehr begeistert.
Die Geschichte ist atmosphärisch dicht und lebt von dem Gegensatz zu der heißen und trockenen Umgebung in der die Geschichte spielt und deren Beschreibung, die einem beim Lesen beinahe die Schweißtropfen auf die Stirn treiben, und dem düsteren, undurchschaubaren Plot der Geschichte, der einem an manchen Stellen eine Gänsehaut beschert.
Obwohl der Titel einen Hinweis auf die paranormalen Protagonisten enthält, vergisst man dies angesichts der unvorhersehbaren Handlung sehr schnell und lässt sich damit überraschen, welche übernatürlichen Figuren in dieser Geschichte eine Rolle spielen.
Die Figuren sind sehr lebensnah und authentisch gezeichnet. Die Geschichte wird im Wechsel aus der Sicht von Dawna und Indie erzählt. Beide Sichtweisen sind in der Ich-Perspektive im Präsens verfasst, und so ist es in der Aufmachung des Buches nicht nur wunderschön anzuschauen, sondern darüber hinaus sehr hilfreich, dass die Perspektivwechsel in zwei unterschiedlichen Farben gestaltet sind, die dazu noch dem Charakter der jeweiligen Ich-Erzählerin angepasst sind. Dawna hat die Farbe Schwarz, die Sachlichkeit und eine gewisse Distanz ausstrahlt, Indie wird mit Rot charakterisiert, das sehr gut zur ihrem übersprudelten Temperament und ihrer direkten Art passt. Deswegen ist auch die Jugend- und Umgangssprache in diesem Buch sehr passend und wirkt nicht deplatziert oder übertrieben. In der Zeit, in der Dawnas und Indies Persönlichkeiten die starke Verbindung zueinander aufbauen, verschwimmen ihre Charaktereigenschaften zum Teil, und manchmal wird dann Dawna überschwänglich und reizbar, während Indie vernünftiger und sachlicher wirkt, gerade in dieser Entwicklungsphase der Handlung ist die unterschiedliche Farbgebung der Kapitel sehr wichtig, da man sonst im Sog der Geschichte schon einmal den Faden verlieren kann, aus welcher Perspektive denn gerade erzählt wird.
Natürlich fehlt auch in "Dark Angels' Summer: Das Versprechen" eine Liebesgeschichte nicht, man bekommt hier sogar gleich zwei zu lesen. Sehr positiv zu erwähnen ist, dass keine Buhlerei der Schwestern um die Liebsten vorkommt, allerdings ist die Entwicklung und die Beschreibung ihrer Partner stellenweise etwas schwach. Im Falle Indies und des großen, gutaussehenden Unbekannten sprühen zwar die Funken, WENN der Unbekannte auftaucht, aber er könnte durchaus öfter in Aktion treten, im Falle von Dawna und ihrem Liebsten könnte die Entstehung der Liebe zueinander lebendiger und greifbarer entwickelt sein.
Die Nebenfiguren in diesem Buch passen zum undurchsichtigen und düsteren Stil des gesamten Buches. Ein Highlight sind Dawnas und Indies durchgedrehte, beinahe schon überlebensunfähige Mutter, die ihre beiden Töchter braucht, um auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und eher von ihnen umsorgt wird als umgekehrt. Das verkehrte Mutter-Tochter-Verhältnis ist sehr schräg und durch Indies direkte und ungehobelte Art häufig für einen herzhaften Lacher gut. Weitere Figuren wie der Engelsguru Shantani, die Meditationsgruppe der Mutter, Dawnas und Indies Jugendfreunde und weitere Einwohner aus Whistling Wing bereichern und prägen die düster wirkende Geschichte, bis auf ein oder zwei blass bleibende oder überflüssig wirkende Charaktere, bei denen man allerdings gespannt sein darf, ob nach den unvorhersehbaren Wendungen im ersten Teil, bei denen sich einige Charaktere ganz anders und in einem anderen Umfang entwickeln wie zunächst gedacht, deren Stündlein dann noch in den Folgebänden schlägt.

6 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.01.2012
Die Entführung / Dustlands Bd.1
Young, Moira

Die Entführung / Dustlands Bd.1


ausgezeichnet

Die Freude über das stimmige und wunderschöne Design des Buches, dessen Schutzumschlag reliefartige Risse aufweist wie ausgetrocknete Erde, wurde sehr schnell von einem Schrecken über die Sprache abgelöst: die gesamte Geschichte ist in der umgangssprachlichen Ausdrucksweise des Mädchens Saba verfasst, das augenscheinlich wenig Bildung und Kontakt zur Außenwelt genossen hat, und weist über die komplette Länge keine direkt ausgezeichnete wörtliche Rede auf. Diesen Schock musste ich erst mal verdauen. Ich dachte zunächst, dass es eine lange und umständliche Quälerei wird mir dieses Buch einzuverleiben, aber schon bald habe ich meine Meinung revidiert und verstehe und schätze die Beweggründe, die die Autorin Moira Young dazu bewegte dieses außergewöhnliche Stilmittel zu wählen. Ihre Intension war Saba eine Stimme zu geben, die ihre Geschichte direkt und einfach erzählt und zu ihren Erlebnissen und den Figuren passt. Diese Rechnung geht auf. Durch die ungeschnörkelte und charakterisierende Sprechweise, wirkt die Ich-Erzählerin Saba beinahe zum Greifen authentisch. Sie schildert ihre Reise in der Gegenwart und die direkte und dennoch bildhafte Sprache lassen das Endzeitszenario vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Dazu kommt noch, dass die gerade mal neun Kapitel des Buches mit den Wegabschnitten der Protagonistin übertitelt sind, so dass man ihre Abenteuer und Erlebnisse wirklich Schritt für Schritt aus erster Hand miterlebt und beinahe am eigenen Leib spürt. Im Buch kamen einige Stellen vor, bei denen es mich wirklich geschüttelt hat vor Wut und Zorn.
Noch eindringlicher als die blutigen und brutalen Stellen der Geschichte, in denen von Unterdrückung, Kampf und Krieg die Rede ist, waren für mich jedoch die Episoden, in denen Liebe, Freundschaft und Familienzusammengehörigkeit im Vordergrund stehen.
Gerade weil die Charaktere teils kantig sind und auch unsympathische Charakterzüge besitzen, wachsen sie einem umso schneller ans Herz. Man kann es nicht gutheißen, wie Saba zu Beginn der Geschichte ihre kleine Schwester ablehnt, aber irgendwo hat man auch Verständnis für ihre Situation. Genauso, wie Emmi einem wirklich auf die Nerven geht, weil sie nicht auf die Ratschläge anderer hört und die Suche nach Lugh verzögert, dennoch bewundert man den Mut des kleinen Mädchens, die wie ihre große Schwester auch von der Liebe zu ihrem Bruder getrieben wird.
Obwohl Moira Young in ihre Dustlands-Reihe eine Liebesgeschichte eingearbeitet hat, kommt diese wunderbar erfrischend und völlig kitschfrei daher. Saba und Jake sind zwei starke Persönlichkeiten mit ihrem eigenen Kopf und ihre Kappeleien bringen eine Prise Humor in die ansonsten recht harte Story und einen Hauch Romantik durch die wunderschöne Sage des Herzsteins, der die beiden zusammenführt. Die geradlinigen und ehrlichen Rebellinnen der Free Hawks zeigen Saba wie wichtig Vertrauen und Freundschaft ist, und dass Zusammenarbeit und Teamwork meistens mehr Erfolg bringt als der Kampf als Einzelkämpferin. Gerade diesen Aspekt der Geschichte fand ich sehr berührend, weil Saba außer ihrem Bruder und ihrem Raben Nero nie wirklich Vertrauen geschenkt hat, und deshalb sehr lange braucht, um sich für Freundschaften zu öffnen und mehr als einmal hinterfragt, ob sie wirklich Hilfe bekommt ohne das eine Gegenleistung verlangt wird. Ich denke, diese Selbstablehnung, unter der Saba manchmal leidet, und die schon zu Beginn der Geschichte durchblickt, wenn sie Lugh als Licht und sich selbst als Schatten sieht, ist der Hauptgrund, warum einem dieser zunächst so spröde und hart wirkende Charakter so schnell ans Herz wächst: man merkt einfach von Beginn an, dass es nur Fassade ist.

Fazit:
Der spannende Auftakt einer neuen Endzeitsaga, die mit interessanten und recht skurrilen Charakteren aufwartet und eine Welt vor Augen zeichnet, die einer Verfilmung würdig ist. Moira Young hat es geschafft eine karge vertrocknete Landschaft mit lebendigen Charakteren zu bevölkern.

7 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.