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Kuehn, S.

Bewertungen

Insgesamt 983 Bewertungen
Bewertung vom 17.07.2021
Trüffelgold / Périgord-Krimi Bd.1
Dubois, Julie

Trüffelgold / Périgord-Krimi Bd.1


sehr gut

Französisches Flair
"Trüffelgold" von Julie Dubois ist so ein richtiger Krimi zum Wohlfühlen, eine perfekte Urlaubslektüre.
Marie Mercier ist Kriminalkommissarin in Paris und als ihre Großmutter stirbt, nimmt sie sich eine Auszeit von der Arbeit und zieht in das Hasu der Verstorbenen. Nebenan wohnt ihre Tante Leonie, die Marie mit ihren Kochkünsten verwöhnt, es klingt so lecker, dass man es beim lesen fast riechen kann.
In dieser Beschaulichkeit des Périgord fällt dann ein Schuss und ein Mann, mit dem sie kurz vorher noch gesprochen hatte, ist tot. Ihre Arbeit hat sie also verfolgt.
Ermitteln tut der Kommissar Michel Leblanc, ein echtes Unikum, der natürlich auch versucht. Marie aus den Ermittlungen rauszuhalten. Marie kann natürlich die Füße nicht stillhalten und so kommt es zu einigen angespannten Szenen zwischen den beiden.
Bei ihren eigenmächtigen Ermittlungen gerät Marie selber dann in Gefahr und es bleibt spannend.
Dieser Krimi ist so leicht und bildhaft geschrieben, dass man sich wirklich wie im Urlaub fühlt. Die Personen sind sehr lebendig mit allen Ecken und Kanten bis hin zum Trüffelschwein Augustine. Es gibt Spannung und man kann vom Anfang an miträtseln, wer der Täter war, aber es wird nie übermäßig brutal und blutig.
Ein Reihenanfang, von dem ich mir viel verspreche und eine Kommissarin, die ich gerne auf ihrem weiteren Weg begleiten werde.

Bewertung vom 14.07.2021
Wie man seine Eltern richtig groß rausbringt / Eltern Bd.6
Johnson, Pete

Wie man seine Eltern richtig groß rausbringt / Eltern Bd.6


sehr gut

Eltern sind peinlich
"Wie man seine Eltern richtig groß rausbringt" von Pete Johnson ist der neueste Streich in der Reihe rund um Lachnummer Luis und seine Familie.
Das Buch ist wieder in Tagebuchform verfasst und damit in kurzen Kapiteln sehr gut zu lesen.
Luis bekommt ein Interview, weil er ja immer noch an seinem Plan arbeitet, als Komiker berühmt zu werden. Irgendwie schaffen es dann aber seine Eltern in die Show und Luis unterstützt sie sogar mit Rat und Tat. Alles in seiner unnachahmlich flapsigen und lustigen Art. Es gibt hier so einige Stellen, wo man sich das Grinsen nicht verkneifen kann. An einigen Stellen empfand ich das Geschehen schon etwas zu viel und übertrieben.
Auch wenn man kein weiteres Buch aus der Reihe kennt, läßt sich dieses gut lesen und verstehen. Ich denke mal, man kann es Für Kinder so ab acht Jahren empfehlen. Ich freue mich jedenfalls schon auf weitere Abenteuer mit Luis und seinen Freunden.

Bewertung vom 14.07.2021
Der Junge, der das Universum verschlang
Dalton, Trent

Der Junge, der das Universum verschlang


ausgezeichnet

Junge will Leben
"Der Junge, der das Universum verschlang" von Trent Dalton ist für mich eine ganz besondere Erzählung. Bist du ein guter Mensch? Diese Frage stellt sich hier sehr oft und es sind nicht die Farben in Schwarz oder Weiß, sondern die Grautöne, die dieses Buch beherrschen.
Eli Bell ist ein Junge mit einem Bruder, der nicht spricht, einer Mutter, die drogenabhängig ist , einem Vater, der die Kinder ertränken wollte und enem Stifvater, der dealt. Sein Babysitter ist der Ausbrecherkönig aus Boggo Road und ein verurteilter Mörder und vor allem sein bester Freund. Wenn man das so liest, nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für ein gutes Leben.
Es ist absolut spannend zu lesen, wie normal die beiden ihren Alltag versuchen zu meistern und was sich ihnen für Probleme in den Weg legen. Erzählt wird hier abwechselnd in mehreren Zeitebenen, manche Dinge erfährt man erst in Rückblicken in die Vergangenheit und versteht die Zusammenhänge damit immer besser. Der Autor erzählt mit klaren Worten und schonungslos offen von Gewalt und Mißbrauch, aber er schafft trotzdem Hoffnung für die Antwort auf die Frage: Bist du ein guter Mensch?
Hier wird in die Welt der Fantasie des Jungen eingetaucht und auch in den knallharten Realismus seiner Umwelt, hier werden Emotionen offenbart, Trauer, Wut, Zorn, Hass, aber auch großes Vertrauen, Freundschaft und Liebe.
Die Sprache in diesem Buch hat mir sehr gut gefallen, es hat mich tief berührt und wird wohl länger in meinen Gedanken bleiben.

Bewertung vom 13.07.2021
Die Geschichte von Kat und Easy
Pásztor, Susann

Die Geschichte von Kat und Easy


sehr gut

Freundschaft und Vergangenheit
"Die Geschichte von Kat und Easy" von Susann Pásztor ist eine Geschichte zweier bester Freundinnen, die sich früfer plötzlich trennten und sich jetzt wiedersehen, fast ein ganzes Leben später.
Kat und Easy waren zwei junge Mädchen, die zusammen im Klub abhingen, zusammen das erste Gras rauchten, die ersten Drinks nahmen und sich das erste Mal verliebten. Blöderweise in denselben Mann. Fripp ist ein ernster, belesener junger Mann, der im Jugendzentrum arbeitet und mit Easy befreundet ist, aber mit Kat zu einem Festival fährt. Dann verunglückt er.
Jetzt führt Kat einen erfolgreichen Blog und Easy hat Familie und ein Haus auf Kreta. Dort verbringen die beiden ein paar Tage miteinander, wobei immer noch vieles ungesagt bleibt.
Sehr gut gefällt mir das abwechselnde erzählen aus den Jugendjahren der Mädchen und dann die Gedanken der beiden Frauen in der Gegenwart. Man spürt in jedem Satz, wie sehr sie ihrer einstigen Vertrautheit und Freundschaft nachspüren wollen und wie sie sich gegenseitig vermissen.
Es ist fast tragisch mitzuerleben, wie sehr die Mißverständnisse und all das Ungesagte noch so viele Jahre später zwischen ihnen stehet und wie sehr sie sich doch noch immer mögen und brauchen. Sie trauern wohl beide den Jahren nach, die sie verloren haben, weil sie es nicht schafften miteinander zu reden, sich gegenseitig Halt zu geben und füreinander dazusein.
Dieses Buch beschreibt sehr gut das Wesen und den Wert der Freundschaft und wie leicht sowas kaputtgehen kann. Nicht ganz so überzeugt hat mich das Ende der Story, da hätte ich es gerne noch etwas ausführlicher gehabt.

Bewertung vom 11.07.2021
Zwischen zwei Herzschlägen
Carter, Eva

Zwischen zwei Herzschlägen


sehr gut

Leben retten
"Zwischen zwei Herzschlägen" von Eva Carter ist eine Liebesgeschichte, die noch eine andere, eine wichtige Botschaft, mitbringt.
1999 in Brighton, Tim und Kerry sind Freunde, wollen beide Mediziner werden und sind aktiv in einer Erste-Hilfe-Gruppe. An Silvester fällt das Fußballtalent Joel, in den Kerry heimlich verliebt ist, beim spielen am Strand einfach um. Er hat einen Herzstillstand und erst nach langen 18 Minuten beginnt sein Herz wieder zu schlagen. Kerry hat ihm durch ihre Reanimation das Leben gerettet.
Obwohl Tim wie versteinert daneben stand, unfähig zu helfen, ist er es, der Medizin studiert. Und auch Joel muß seinen größten Lebenstraum, die Profikarriere begraben.
Im Leben der drei passiert so einiges, Vorhersehbares und auch gänzlich Unerwartetes und wir begleiten das über die nächsten achtzehn Jahre.
Jeder der drei erzählt die Handlung abwechselnd aus seiner Sicht, das macht die Geschichte sehr bildhaft und lebendig.
An manchen Stellen hat das Buch so seine Längen, aber durch die sehr flüssige Schreibweise bleibt man in der Geschichte gefangen und geht mit den Dreien durch alle Höhen und Tiefen ihres Lebens.
Sehr gut haben mir die eingestreuten Kapitel zur Reanimation, der Anleitung zur Atemspende und Herzdruckmassage gefallen und die Hinweise, wie wichtig und entscheidend es ist, zu helfen, sofort und ohne zögern.

Bewertung vom 08.07.2021
Die Frau im Park
Janek, Ella

Die Frau im Park


sehr gut

Spaziergang im Park
"Die Frau im Park" von Ella Janek ist ein eher ruhiges Buch. Eva Rosenberg ist mit Leib und Seele Schauspielerin und Mutter. Da ihre Tochter durch einen Unfall an den Rollstuhl gebunden ist, gibt sie ihren Beruf auf und ist nur für das Mädchen da, was sie auch sehr gerne tut.
Jetzt zieht Alina weg, beginnt ein Studium und ein Leben außerhalb des Elternhauses. Evas Mann ist selten zu Hause, er arbeitet viel. Eva hat plötzlich viel Zeit, Zeit für sich und ihre Gedanken. Bei Spaziergängen lernt sie jemanden kennen, mit dem sie sich gut austauschen kann und wieder lebendig fühlt. Sie muss zu mehreren Entscheidungen finden.
In dieser Erzählung begleiten wir Eva dabei, wie sie ihr Leben überdenkt und neu ausrichtet. Sie beginnt an ihren Einstellungen, ihrem Lebenssinn, ihrer Ehe zu zweifeln. Sehr gut ist hier auch dargestellt, wie sie sich selber wieder als Frau mit Wünschen und Zielen entdeckt und auch an sich selbst und den Beziehungen zu ihren Mitmenschen arbeitet.
Das Buch schafft es dabei, nicht in den oftmals üblichen Kitsch abzurutschen, sondern mit viel Verständnis auf die Gefühle der Beteiligten einzugehen. Das Ende war für mich allerdings etwas zu sehr vorsehbar.

Bewertung vom 05.07.2021
Du böser, böser Junge
Korten, Astrid

Du böser, böser Junge


ausgezeichnet

Roadtrip mit ungewissem Ausgang
"Du böser böser Junge" von Astrid Korten ist zu einem Teil ein Roadtrip durch Amerika und zum anderen ein Thriller, der einen am Ende ziemlich sprachlos zurückläßt.
Till und Ida sind mit ihren zwölfjährigen Zwillingsmädchen auf einer super durchpeplanten Urlaubsreise unterwegs. Zwischen den Ehepartner herrscht eine ungesunde, eisige Atmosphäre und beide haben noch ganz andere Sachen im Kopf als den aktuellen Urlaub. Ida ist gedanklich bei ihrer nächsten Veröffentlichung und Till bei seiner von ihm schwangeren Affäre.
Die Mädchen werden begleitet von einem unsichtbaren Dritten, ihren Bruder FIF, der sich in ihren Gedanken einnistet und sie beeinflußt. Die Zwiesprache der Kinder war sehr gut dargestellt. Sie leben in einer anderen Welt als die Erwachsenen.
Es sind hier sehr kurze Kapitel, die abwechselnd von Till, Ida oder den Mädchen erzählt werden. Das liest sich sehr gut und die Spannung steigt allmählich an, weil sich einige Probleme zuspitzen.
Besonders gut haben mir in diesem Buch die Beschreibungen der Reise gefallen, die traumhaften Landschaften von Kalifornien hatte ich direkt vor Augen und das hier die Thematik der Risiken der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs und die Macht der Pharmaindustrie so gut in das Thema des Buches mit eingebunden werden.
Mit sehr viel Spannung und hohen Erwartungen hoffe ich jetzt auf das Erscheinen einer Fortsetzung.

Bewertung vom 03.07.2021
Deutschland ist asozial
Krempl, Stefan Daniel

Deutschland ist asozial


sehr gut

Informativ und erschreckend
"Deutschland ist asozial" von Stefan Daniel Krempl ist ein sehr informatives und wichtiges Buch, dass auf Missstände hinweisen will und gleichzeitig aber auch Lösungsansätze anbietet. Auf jeden Fall ist es ein Buch, dass nachdenklich macht.
Das Buch ist in 11 große Themen gegliedert, die man nacheinander lesen kann, aber auch je nach Interesse darin blättern. Der Schreibstil des Autors bleibt immer leicht verständlich und ist angenehm zu lesen.
Der Autor hat sich Gedanken zu Problemen gemacht, von denen man selber schon weiß, aber ich fand es erschreckend, das so geballt zu lesen. Sehr schön finde ich, dass hier anschauliche Beispiele verwendet werden und mit Fakten belegt. Hinten im Buch befindet sich dazu auch ein umfangreicher Quellennachweis.
Ob es um die Steuerpolitik, Lobbyismus, das Gesundheitswesen, die Mobilität, das Finanzwesen oder auch die Bildung geht, er hat sich dazu Brennpunkte rausgesucht und beleuchtet Ursache und Wirkung.
Mir gefällt, dass im Buch sehr viel mit Symbolen und Randnotizen gearbeitet wird, es ist sehr schön gegliedert und übersichtlich. Ich fand vieles sehr erschreckend und informativ. Ob die Lösungsvorschläge funktionieren könnten, muss jeder für sich selbst entscheiden, wichtig ist, dass man sich selber informiert und mit den Themen beschäftigt.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.06.2021
Bewölkt aber trocken
Zechner, Marion

Bewölkt aber trocken


ausgezeichnet

Suchtgefahr
"Bewölkt aber trocken" von Marion Zechner ist ein Roman zu einem Thema, dass sehr oft noch als Tabuthema behandelt wird und es doch so wichtig ist, darüber zu reden. Es geht hier um Alkohol und die Folgen seines Mißbrauchs.
Im Mittelpunkt hier steht Lucy, Lehrerin, glücklich verheiratet mit Lars und Mutter zweier Kinder. Ich könnte hier noch Alkoholikerin mit anführen, aber das ist ihr zum Beginn selber noch nicht so ganz bewußt. Dafür mußte erst ein Unfall geschehen, sie hatte Alkohol getrunken und ihren kleinen Sohn mit im Auto. Nach diesem Ereignis ändert sich ihr Leben, ihr Mann zwingt sie zu einer Entscheidung.
Der Schreibstil hier ist etwas ganz Besonderes, teilweise wirr und unsortiert, so wie Lucys Gedanken und Gefühle. Dadurch kann man ihre Reaktionen hautnah nachvollziehen. Das Gesagte bleibt dabei aber jederzeit verständlich. Es wird Lucys Gegenwart erzählt und abwechselnd in die Vergangenheit geblickt, diese Mischung liest sich sehr gut, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, es fesselte mich von Anfang an.
Nachdem man erfährt, wie Lucy in diese Lage geraten ist, begleitet man sie in den Alltag in der Entwöhnungsklinik mit allen Höhen und Tiefen. Für Lucy kein einfacher Weg, schön dass hier viel mit Humor beschrieben wird.
Für mich kam der Schluß des Buches schon fast zu schnell, hätte Lucy gerne noch weiter außerhalb ihrer geschützten Umgebung begleitet. Im Buch gab es heitere Szenen und auch Augenblicke, die schwer zu ertragen waren, man hatte aber immer das Gefühl eine ehrliche und aufrichtige Sicht zu erfahren.
Ein absolut gelungenes Buch über ein so wichtiges Thema mit einer Protagonistin, die im Gedächtnis bleiben wird.

Bewertung vom 28.06.2021
Nur der Tod ist unsterblich
Gnettner, Reinhard

Nur der Tod ist unsterblich


ausgezeichnet

Schreiben im Kaffeehaus
"Nur der Tod ist unsterblich" von Reinhard Gnettner ist ein mörderischer Literaturkrimi, der es wirklich in sich hat. Das Lesen hat mir hier von der ersten bis zur letzten Seite sehr viel Vergnügen gebracht, obwohl es auch um Mord geht.
Die Autoren Friedrich Torberg, Stefan Zweig, Erich Fried, Leo Perutz und Heimito von Doderer treffen sich in der Gegenwart in einem Kaffeehaus in Wien und trauern den alten Zeiten nach. Nicht mal mehr die Kaffeehauskultur ist mehr das, was sie mal war, also wollen sie ihr ganz eigenes Kaffeehaus eröffnen. Sie suchen eine geeignete Wohnung und schon gibt es eine Altherren-WG mit professioneller Betreuung durch eine private Pflegekraft. Diese Ella ist auch eine sehr außergewöhnliche Frau, der die Arbeit und das Leben mit diesen streitsüchtigen älteren Herren sehr gut gefällt.
Damit die schon geschriebenen Klassiker nicht in Vergessenheit geraten und vielleicht auch die Verkaufszahlen wieder steigen, wird beschlossen noch ein großes gemeinsames Werk zu verfassen. Anbetracht des Alters der Autoren gibt es für sie nur ein ernstzunehmendes Thema: den Tod.
Zu diesem Zeitpunkt wird einer der Autoren tot aufgefunden und die Suche nach dem Täter beginnt.
Selten hat mir ein Buch so viel Freude bereitet, dessen Thema auch der Tod ist, es ist mit viel Humor und Feingefühl verfasst. Ja, man bekommt sogar Lust einige der im Buch angesprochenen Klassiker zu lesen und mehr über die einzelnen Autoren zu erfahren.
Dieses Buch kann ich jedem Literaturliebhaber nur empfehlen, die Lektüre lohnt sich und wirkt noch länger im Kopf nach.