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gaby2707

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Insgesamt 2109 Bewertungen
Bewertung vom 14.07.2022
Fabelwesen zelten selten / Emmi & Einschwein Bd.6
Böhm, Anna

Fabelwesen zelten selten / Emmi & Einschwein Bd.6


ausgezeichnet

Die Magie des Herzens

Familie Brix, das sind Emmi und ihr Einschwein, Meike und Klingende Wildkatze, Mama und Blütenspatz Pieps und Papa mit seinem Drachen Henk; der kleine Fiete bekommt sein eigenes Fabelwesen erst mit 10 Jahren. Sie wuseln alle gerade im Haus herum und packen. Es soll ans Meer gehen, in Urlaub. Nur Einschwein ist nicht in Urlaubsstimmung, denn es muss dauernd irgendwelche Sachen herbei zaubern. Bis es plötzlich passiert: sein Horn blinkt nur noch ganz zart und statt einer Torte, die sich Moritz für seinen Fabelwesentag gewünscht hat, regnet es saure Gurken. Dann kommt noch eine schlechte Nachricht: der Fabelbaum der Familie auf der Brombeer-Lichtung im Sonnenwald soll einer Baustelle weichen. Kurzerhand wird der Strandurlaub gestrichen, dafür geht es auf die Lichtung zum zelten. Denn der Fabelbaum muss unbedingt beschützt werden.
Ob es Familie Brix schaffen wird den Fabelbaum zu retten? Und bekommt Einschwein seine Zauberkraft zurück?


Das lest ihr in dem nun schon 6. Band "Fabelwesen zelten selten" aus der Reihe Emmi und Einschwein von Anna Böhm. Für mich war es die erste Begegnung mit den Beiden. Aber ich hatte keine Probleme in die Geschichte hinein zu finden. Kleine Erklärungen machen den Einstieg sehr leicht und auch neugierig auf die vorher gehenden Geschichten. Ich habe mich sehr schnell in Einschwein mit seiner zurückhaltenden Art und seinen klugen und weisen Sprüchen verliebt. Auch die anderen Fabelwesen und die meisten ihrer Menschen sind einfach zauberhaft. Bis auf ein Wesen, dass dieses ganze Schlamassel ausgelöst hat. Wer das ist – das müsst ihr beim Lesen schon selbst heraus finden.

Autorin Anna Böhm schafft es mit ihrem sehr unterhaltsamen und bildhaften Erzählstil in meinem Kopf einen Film ablaufen zu lassen. Ich liebe den sprachlichen Ausdruck, den sie dazu verwendet. Bauarbeiter Schulli, der immer drei verschiedene Synonyme für seine Tätigkeiten verwendet, trägt gut zur Sprachentwicklung der selbst lesenden oder lauschenden Kinder bei.

Dazu die Vielzahl an schwarz/weiß Illustrationen von Susanne Göhlich, die sich richtig gut in die Geschichte einpassen und mein Kopfkino mit weiteren Bildern füttern.

Die Grundaussage der Geschichte gefällt mir besonders gut: Man sollte nur Dinge tun, die einem Spaß machen, solange man anderen damit nicht schadet. Und man sollte manchmal Urlaub vom müssen machen, damit vielleicht das müssen dann wieder Spaß macht.

Eine wunderbare Geschichte über Mut zum Handeln, Herzenswärme und Freundschaft, in der auch die Spannung nicht zu kurz kommt.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.07.2022
Der Gast aus Hörnum
Busch, Ulrike

Der Gast aus Hörnum


ausgezeichnet

Hochzeit mit Hindernissen

Endlich ist er da – der große Tag für Kuno Knudsen und seine Bente Johannson. Alle, die etwas zum Buffet beitragen, dürfen an der Wikingerhochzeit teilnehmen. Hier treffen auch der berühmte Regisseur Carlos Odenhoven und der nordfriesische Naturfilmer Niklas Phillipsen aufeinander. Auf eine Schlägerei folgt ein Mordversuch in den Odenhovens Kameramann Benno Breker verwickelt ist und ein paar Tage später ist einer der Männer tot.
Mit Kunos Flitterwochen wird´s leider vorerst nix. Gut, dass sein Partner Arne Zander mit seiner Lebensgefährtin, der Kriminaltechnikerin Inka Hoop, ebenfalls auf der Hochzeit war. Nun müssen sie erst mal ermitteln. Was bei der geringen Spurenlage nicht gerade leicht ist.


Durch den leichten und eingängigen Schreibstil von Autorin Ulrike Busch bin ich sehr schnell in Nebel auf Amrum angekommen und habe mich auf der Wikingerhochzeit trotz der kleinen Widrigkeiten sehr wohl gefühlt. Auch der Spaziergang mit Kuno und Bente hat mir sehr gut gefallen und mir die Insel Amrum ein kleines bisschen näher gebracht. Später auf Sylt fühle ich mich genau so wohl.
Ich kenne die Menschen rund um die Kripo Wattenmeer nun schon seit einigen Jahren und es ist immer wie Freunde zu besuchen, wenn ich zu ihnen in den Norden komme. Für diejenigen, die hier zum ersten Mal mit ermitteln, stellt die Autorin das Stammpersonal gleich zu Beginn vor. Auch wenn alle vorhergehenden Ermittlungen in sich abgeschlossen sind, lohnt es sich absolut sie ab dem ersten Band zu verfolgen.

Dieser Fall hat es in sich. Nicht nur weil es nach einer Schlägerei zu einer Messerattacke und dann sogar zu einem Toten kommt. Die Ermittlungen ziehen sich zäh und sind sehr verzwickt. Ich habe die Gespräche und Diskussionen der ermittelnden Beamten untereinander sehr genossen. Ich konnte wieder sehr gut mit spekulieren, wie sich wohl alles zugetragen hat. Aber dann gibt es eine für mich unerwartete Wendung, die alle meine Ermittlungsergebnisse über den Haufen wirft und meinen Täter entlastet. Mit der gut nachvollziehbaren Auflösung des Falles, die diesmal etwas ungewöhnlich ist, bin ich sehr zufrieden.

Ein ungewöhnlicher Fall mit zumeist sympathischen Menschen hat mich für ein paar Stunden auf zwei wunderschöne Inseln entführt, mich sehr gut unterhalten und in Atem gehalten. Davon hätte ich gerne mehr.

Bewertung vom 06.07.2022
Himmel über dem Salzgarten / Salzgarten-Saga Bd.2
Bach, Tabea

Himmel über dem Salzgarten / Salzgarten-Saga Bd.2


ausgezeichnet

Bis sich die Wolken verziehen

Endlich geht sie weiter, die Geschichte von Julia, die auf der kanarischen Insel La Palma mit dem Garafiano-Rüden Amo nicht nur aus den Hund kommt, sondern auch ihren Álvaro kennengelernt hat. Hier hat sie mit der Finca und dem Landgasthof Mesón Flor de Sal am äußersten Rand einer mächtigen Klippe hoch über dem Atlantik ihr neues Zuhause gefunden. Leider gibt es von Seiten ihres Bruders Jens, der eine neue touristische Tauchstation eröffnen will, immer wieder Schwierigkeiten. Nicht nur, dass er seinen Sohn Emil mal wieder links liegen lässt. Nein, mit seinen Plänen gefährdet er die Unterwasserwelt der Insel und vor allem Álvaros Salzgarten ganz massiv.

Ich liebe den leichten und doch so intensiven, eindringlichen Schreibstil von Tabea Bach mit ihren bildlichen Erzählungen, bei denen ich sofort wunderschöne Bilder im Kopf habe. Sie zieht mich ab der ersten Seite mitten hinein ins Inselleben von „La Isla de San Miguel de La Palma“, wie die Insel mit vollem Namen heißt.
Die meisten ihrer Figuren, auch wenn sie kleine Macken haben, sind mir sehr sympathisch. Bis auf Julias Bruder Jens, dessen Art mit den Menschen und der Natur umzugehen, mir überhaupt nicht gefällt. Er gehört zu den Menschen, die ich einfach nur schütteln möchte, damit sie endlich wach werden und merken, was sie mit ihrem Tun anrichten.
Ich gehe mit Julia und Álvaro tauchen und erlebe eine faszinierende Unterwasserwelt. Und ich bekomme Einblicke in die Imkerei, die Töpferei und einen Blumengarten, in dem die meisten Blüten essbar sind. Klar, dass Julia die für ihre vegetarischen Gerichte gut brauchen kann.
Ganz langsam baut sich die Spannungskurve auf, immer wieder gibt es überraschende Wendungen oder Aktionen, mit denen Julia und ich nicht gerechnet haben. Und zum Schluss wird es richtig brenzlig. Aber das solltet ihr alles selbst lesen.

Obwohl ich schon einige Menschen im ersten Band kennengelernt habe, ist es für mich immer noch sehr praktisch, dass ich hier und da in das Namensregister im Buchumschlag spicken kann, wer zu wem gehört.
Für die wenigen spanischen Worte, die das Inselfeeling in "Himmel über dem Salzgarten" weiter erhöhen, brauche ich keine extra Übersetzung, da sie sich aus dem Text heraus selbst erkären.
Ich bekomme aber nicht nur eine wunderschöne Inselgeschichte von zwei wunderbaren Menschen, sondern von Julia einige Rezepte, die mir das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Durch Álvaro erfahre ich einiges über das Salz und dessen Gewinnung in seinem Salzgarten.

Ich bin wieder sehr gerne nach La Palma ins Mesón Flor de Sal gereist. Ich hatte einige wundervolle Lesestunden mit interessanten Menschen und zum nächsten Band komme ich ganz bestimmt wieder.

Bewertung vom 05.07.2022
Die verhängnisvolle Affäre - GefaEhrliche Liebschaften   Erotischer Roman
Lind, Freja

Die verhängnisvolle Affäre - GefaEhrliche Liebschaften Erotischer Roman


ausgezeichnet

Eine Lebenslüge

Die Ehe von Hanna und Maximilian dümpelt so dahin, scheint aber plötzlich wieder ins Lot zu kommen. Hanna fährt zur Kur und lernt hier den charismatischen Anton kennen und erlebt eine heiße Kuraffäre, die sich nach ihrer Heimkehr als fatal erweist.
In Abschnitten in kursiver Schrift lerne ich Beatrix und Tom kennen und Susann, die es mit Markus reibt. Was diese vier mit Hanna und Max zu tun haben, erfahre ich erst ganz zum Schluss. Und der hat mich umgehauen. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet.
Bei dieser Geschichte ist es noch nicht mal die Erotik, die mich so fesselt. Es ist eher die Geschichte drumherum. Aber die solltet ihr selbst lesen.

Freja Lind hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der mich schnell in die Geschichten hinein zieht. Leicht und locker führt sie mich durch ihre Spiele von Hanna und Max, Hanna und Anton, Tom und Beatrice und Susann und Markus. Immer wieder kommen bei mir Fragen auf, die sich später klären.
Die vier so unterschiedlichen Protagonisten sind in ihrer Vielfältigkeit sehr gut beschrieben und sie regen mit ihren Aktionen die Fantasie und mein Kopfkino an. Ihr Verhalten ist aber nie derb, geschmacklos oder geht unter der Gürtellinie. Diese Geschichte hat sogar ein großes Spannungspotential.

Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exklusive Geschichte als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und wie üblich ist auch hier ein Lesezeichen passend zum Buch mit dabei.

Eine tolle Geschichte mit einer Auflösung, die mich schockiert, aber auch amüsiert hat.

Bewertung vom 05.07.2022
Als das Böse kam
Menger, Ivar Leon

Als das Böse kam


ausgezeichnet

Ich bin leider etwas enttäuscht

Mich hat das Cover mit dem Holzhaus im Wald und vor allem der angsteinflößende Schriftzug von „Als das Böse kam“, als Thriller angegeben, magisch angezogen. Also musste ich den ersten Roman aus der Feder von Ivar Leon Menger unbedingt lesen.

Worum geht es?
Die 16-jährige Juno und ihr 12-jähriger Bruder Boy leben mit ihren Eltern seit 156 Monaten zurückgezogen auf einer kleinen bewaldeten Insel vor der schwedischen Küste. Juno beginnt langsam dieses einsame, versteckte Leben zu hinterfragen. Als sie in einem Fotoalbum im verbotenen Büro ihres Vaters einige Fotos und Zeitungsausschnitte mit für sie verstörendem Inhalt findet, beginnt sie, die Flucht zusammen mit ihrem Bruder zu planen…

Die Geschichte beginnt sehr langsam und leise. Ich erlebe den Alltag der kleinen Familie, stehe mit Mutter in der Küche und koche Haferbrei und backe Blaubeerkuchen. Sonntags ist Spieletag. Zwischendurch wird der Ernstfall im unterirdischen Bunker geprobt, falls die Fremdlinge einfallen um die Familie zu töten, wie den Kindern immer wieder eingebläut wird. Ich lerne die Umgebung der Hütte kennen und bin auf der kleinen Insel unterwegs. Ich lerne Onkel Ole kennen, der Einzige, der auf die Insel kommt und jeden Montag die Post und die Zeitung bringt. Der darf allerdings die Kinder nicht sehen.
Dann kommt es zu einer nicht vorhersehbaren Wende, als Juno am Strand einen jungen Mann kennenlernt, und so langsam stellt sich auch die Spannung ein.

Die Geschichte wird aus Sicht der 16-jährigen Juno erzählt, was den einfachen, leicht zu lesenden Erzählstil absolut zulässt. Allerdings suche ich den „Thrill“ in der Geschichte, die Spannung, die mich nicht loslässt, die mich dazu bringt, immer weiter lesen zu wollen. Das ist hier leider nicht der Fall. Ich bin mit den Gedanken immer wieder abgeschweift, konnte mich streckenweise nicht auf die Geschichte konzentrieren, obwohl sie mich schon angesprochen und immer wieder an ein kleines Mädchen aus England hat denken lassen. Einiges ist stark überzogen und vor allem der Schluss hat mich zu einem Augenrollen veranlasst.

Trotz der Kritik habe ich das Buch gerne gelesen und hatte einige entspannte Lesestunden. Für mich geht diese Geschichte unter „Jugendspannung“ oder „modernes Märchen“ durch. Einen Thriller, wie es auf dem Cover steht und den ich erwartet hatte, habe ich leider nicht bekommen.

Bewertung vom 05.07.2022
Der Mann in den Dünen
Johannsen, Anna

Der Mann in den Dünen


ausgezeichnet

Lena Lorenzen ermittelt wieder

Nach zwei Jahren Auszeit mit ihrem kleinen Sohn Bent ist Kommissarin Lena Lorenzen wieder im Dienst beim LKA Kiel und hat um einen neuen Außenfall gebeten. Der führt sie gleich auf die Insel Sylt. Hier wird der 79-jährige Unternehmer Reinhardt Doormann aus Hamburg vermisst, der seit seinem Ausscheiden aus seiner Reederei die meiste Zeit auf Sylt lebt und der von seinem täglichen Spaziergang mit seinem Hund Hermann nicht zurück gekommen ist. Bei der Suche wird der Hund tot aufgefunden und weitere Blutspuren können gesichert werden. Bald melden sich auch Entführer mit einer hohen Lösegeldforderung. Walter Rubert, der zusammen mit seiner Frau Elfriede für die Familie Doormann arbeitet, wird ebenfalls vermisst.
Lena und ihr Partner Johann Grasmann beginnen die Ermittlungen auf Deutschlands nördlichster Insel, unterstützt vom Sylter Kommissar Thomas Hußmann. Lenas Auszeit endet also sehr abrupt und sie tut sich schwer mit dem Verzicht auf ihre beiden Männer.

Ich finde, Anna Johannsen hat es sehr gut geschafft neben der kriminellen Handlung zu vermitteln, wie schwer es der jungen Mama Lena fällt in den Beruf, den sie über alles liebt, zurück zu kehren. Zwar hat sie mit Erck einen sehr verständnisvollen und fürsorglichen Partner an ihrer Seite. Aber auch er mact sich Gedanken um Lena und ihren risikoreichen Beruf. Da scheinen Probleme vorprogrammiert. Auch bei Johann nimmt die Familienplanung immer konkretere Formen an.
Mir gefallen die Einblicke in das Leben der Kommissare sehr gut. Machen sie die doch noch nahbarer und menschlicher.

Dieser neue Fall der Inselkommissarin ist ein bisserl verzwickt, weil gerade die beiden ehelichen Kinder des Verschwundenen sich gegen die Ermittlungen sperren und wenig hilfreich sind. Einzig kooperativ ist sein Stiefsohn, den ich von den dreien auch am liebsten mochte. Nach und nach stellt sich heraus, dass das Familien- und vor allem das Geschäftsleben der Familie Doormann nicht so rosig aussieht, wie es nach aussen dargestellt wird. Ansonsten finde ich die Menschen, die ich hier kennenlerne grundweg sehr interessant. Alle mit Stärken und Schwächen, mal sympathisch, mal weniger, alle in ihrem Handeln gut vorstellbar.

Mit ihrem eingängigen und frischen Schreibstil hat mich Anna Johannsen sofort abgeholt und mitgenommen nach Sylt. Sie konnte mich auch diesmal wieder fesseln und mit ihrer Geschichte absolut überzeugen.
Die Umgebungsbeschreibungen, die mich diesmal bis nach Dänemark führen, setzen Bilder in meinen Kopf und fördern mein Urlaubsverlangen nach diesem norddeutschen Landstrich.

Auch der 9. Fall von Lena Lorenzen hat mich beeindruckt und beschäftigt mich durch einen der Menschen, den ich dort kennengelernt habe noch immer. Vor allem hat er mich sehr gut unterhalten.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.07.2022
Das Souvenir - Weg des Begehrens   Erotischer Roman
Seda, Vera

Das Souvenir - Weg des Begehrens Erotischer Roman


ausgezeichnet

1901 von Wien nach Rom

Kyelen Schweitzer sitzt am Bahnhofsschalter und verkauft den Reisenden Fahrkarten nach Paris, Prag oder Budapest. Sie liebt diese Arbeit, kann sich mit ihren Kunden unterhalten. Was sie nicht mag ist der Bahnhofsvorsteher, den sie sich kaum vom Leib halten kann und der ihr dauernd nachstellt. Dann ist da noch dieser gut gekleidete Mann von Welt, ein Italiener aus Rom, von dem sie sich zu träumen wagt um ihm dort nahe zu sein. Riccardo Bonafini wird ihr Retter, als sie ihr schmieriger Chef von jetzt auf gleich auf die Straße setzt und nimmt sie mit zu sich nach Rom.

Ich kenne schon drei erotische Geschichten von Vera Seda und war ganz gespannt auf diesen Roman. Sie hat mich auch hier nicht enttäuscht. Eingebettet in die Erzählungen aus Kyelens Leben im Waisenhaus bekomme ich Einblicke, wie sie dort gezüchtigt und auf Männer wie Frauen vorbereitet wurde. Was sie dort erlebt hat, hat sie allerdings nicht gebrochen, was Riccardo zugute kommt.

Vera Seda hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der mich schnell in die Geschichten hinein zieht. Leicht und locker führt sie mich durch das nun wesentlich angenehmere Leben von Kyelen. Die Ereignisse mit verschiedenen SM-Szenen dort in Rom regen die Fantasie und mein Kopfkino an, sind aber nie derb, geschmacklos oder gehen unter der Gürtellinie.

Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere exklusive Geschichte als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und wie üblich ist auch hier ein Lesezeichen passend zum Buch mit dabei.

Mir hat die Fahrt nach Rom und das Leben dort sehr gut gefallen.

Bewertung vom 02.07.2022
Der Hubschrauber / Wieso? Weshalb? Warum? Junior Bd.26
Erne, Andrea

Der Hubschrauber / Wieso? Weshalb? Warum? Junior Bd.26


ausgezeichnet

Hubschrauber im Einsatz

Unsere beiden Enkel lieben die Bücher aus der Sachbuchreihe „Wieso – Weshalb – Warum“. Zu den Büchern, die wir schon haben, passt der neue 26. Band „Der Hubschrauber“ für Kinder von 2 – 4 Jahren sehr gut dazu. Außerdem sind sie große Fans von Feuerwehr, Polizei und Rettungsfahrzeugen und ganz begeistert, dass es jetzt auch den Hubschrauber gibt.

Hier erklärt Andrea Erne auf kindgerechte Weise auf je einer Doppelseite in kurzen Texten, was ein Hubschrauber ist, wie er abhebt, wie er gesteuert wird und zu welchen Einsätzen der Hubschrauber angefordert wird. Dazu gibt es verschiedene Klappen unter denen weitere Infos vermittelt werden. Die Klappen lassen sich beim ersten Anschauen noch etwas schwer öffnen, was sich beim zweiten oder dritten mal aber legt. Zwei Seiten mit Suchaufgaben machen das Buch für ältere Kinder noch interessanter.

Die farbigen Illustrationen von Wolfgang Metzger bieten so viele kleine Details, dass wir bei jedem Anschauen etwas Neues entdecken. Dazu die vielen kleinen und großen Klappen, die das Interesse unserer Kleinen noch fördern. Außerdem ist es unseren Jungs gleich aufgefallen, dass der Hubschrauber von einer Frau gesteuert wird.

Hier erfahren unsere Jüngsten nicht nur etwas über den Hubschrauber selbst,sondern auch, wie wichtig er für verschiedene Rettungsaktionen ist. Ob er bei der Suche nach Vermissten zum Einsatz kommt, um Verkehrsinformationen zu sammeln, manchmal müssen sogar Tiere gerettet oder Feuer gelöscht werden.

Uns gefällt auch dieses robuste Pappbilderbuch mit der stabilen Spiralbindung zu dem sehr interessanten Thema „Hubschrauber“ wieder sehr gut.

Bewertung vom 01.07.2022
Claras Traum / Die Schwestern vom Rosenhof Bd.1
Fröhling, Heike

Claras Traum / Die Schwestern vom Rosenhof Bd.1


ausgezeichnet

Heimkehr

Nach einem angsteinflößenden Erlebnis kehrt Clara aus Angola zurück in ihre Heimat, einen kleinen Ort in der Vulkaneifel. Doch hier hat sich vieles verändert. Ihre so geliebten Großeltern sind verstorben und ihre Schwester Louisa will den Rosenhof, wo sie beide aufgewachsen sind, verkaufen um mit ihrem Verlobten Anton dessen Pferdehof zu erweitern. Zuerst stimmt Clara zu, will den Rosenhof renovieren um einen besseren Verkaufspreis zu erzielen. Mit ihren alten Freunden Lena, Hannes und Manuel hat sie dabei Menschen an ihrer Seite, die ihr nicht nur bei der Renovierung helfen. Louisa hat ihr 6 Monate eingeräumt und in dieser Zeit merkt Clara, dass sie hier gar nicht mehr weg will. Dass sie endlich angekommen ist. Sie hat auch schon Ideen für die Zukunft: Sie möchte auf dem Rosenhof, genau wie ihre Großmutter, Spezialitäten aus den Rosenblüten anbieten und einen Hofladen und einen Online-Shop eröffnen. Ob sie es schafft ihre Schwester für ihre Pläne zu begeistern?

Heike Fröhling hat einen so leichten, flüssigen und bildhaften Schreibstil und zaubert mir damit beim Lesen die eindrucksvollsten Bilder in den Kopf. Die Menschen, die ich hier kennenlerne, haben ihre Stärken und Schwächen, sind bis auf Louisas Verlobten meist sehr sympathisch und könnten meine Nachbarn sein. Mit Manuel, Hannes und Lena wäre ich gerne befreundet. Clara hat sich in der Zeit unserer Bekanntschaft sehr zu ihrem Vorteil verändert, wie ich finde. Und sie scheint wirklich endlich ihren Hafen gefunden zu haben. Vor allem bewundere ich sie, wie sie die Vergangenheit in Angola wegsteckt.
Wunderschön finde ich die Briefe ihrer Großeltern, die Clara in einer Kiste findet, und die zeigen, wie schwierig es für eine junge Frau aus der Stadt sein kann, sich in einem neuen Umfeld ins Landleben einpassen zu müssen. Um dann zu lesen, wie die Liebe doch alles gerichtet hat.
Auch die Gespräche mit Louisa und den Freunden, hier vor allem mit Hannes, haben mich berührt. Wenn ich allerdings an Anton denke, stellen sich mir die Haare auf.
Die eindrucksvollen Landschaftsbeschreibungen erzeugen tolle Bilder und verleiten mich dazu über einen Urlaub hier nachzudenken um dann bestimmt auch einen Abstecher in die Teufelsschlucht zu machen.
Mit den Rezepten am Ende des Buches kann ich nun Rosenbonbons herstellen und Rosenwasser destillieren. Allerdings braucht man dazu Zeit und ich denke auch ein bisserl Geduld.

Mir hat dieser Ausflug in die Vulkaneifel mit ihrer bizarren Landschaft, den dunklen Wäldern, den Maaren und vor allem den Menschen hier sehr gut gefallen. Nun bin ich sehr gespannt auf Louisas Geschichte.

Bewertung vom 28.06.2022
Die Hennakünstlerin / Jaipur Bd.1
Joshi, Alka

Die Hennakünstlerin / Jaipur Bd.1


ausgezeichnet

Eine eindrucksvolle indische Geschichte


Mich hat das Cover des Buches von Alka Joshi sofort angesprochen und ich wollte "Die Hennakünstlerin", die ich hier in ihrem orangefarbenen Sari von hinten sehe, kennenlernen. Außerdem fand ich die Empfehlung durch Reese Witherspoon interessant.

Lakshmi Shastri flieht aus ihrer arrangierten Ehe vor ihrem gewalttätigen Ehemann und landet im indischen Jaipur, wo sie sich durch ihr einfühlsames Wesen, ihre besondere Beobachtungsgabe, ganz viel Fleiß und ein außergewöhnliches Talent als Hennakünstlerin bis in die höchsten Kreise des Landes vorarbeitet. Durch ihr umfangreiches Kräuterwissen verwöhnt sie aber nicht nur Indiens privilegierte Frauen mit duftenden Ölen und fantastischen Hennamustern. Sie hilft mit ihren Salben, Kräutern und Tinkturen auch den Armen. Immer im Blick, ihr eigenes Haus, für das sie alle Anstrengungen unternimmt. Bis die Ankunft ihrer Schwester Radha, die erst geboren wurde, als Lakshmi schon geflohen war, alles durcheinander wirbelt.


Anfangs bin ich sehr gerne in die mir so fremde Kultur und exotische Welt eingetaucht; bin dem Schaffen und dem täglichen, selbstbestimmten Leben von Lakshmi sehr gerne gefolgt. Ich tauche ein in das Leben der Frauen ab 1955 im mir fernen Indien nachdem die britische Herrschaft beendet ist.
Ich lerne die verschiedensten Menschen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten kennen. Wobei ich das Verzeichnis der "auftretenden Personen" zu Beginn des Buches sehr hilfreich finde. Erfahre einiges zur unwürdigen Stellung der Frauen, die ohne Rechte dastehen, wobei Lakshmi als leuchtendes Beispiel hervorragt.

Mir war die Geschichte an einigen Stellen allerdings zu langatmig, zu ausführlich in Themen, die für mich mit der Geschichte der Protagonistin nichts zu tun hatten und auch zum Verständnis nichts beigetragen haben.
Das ist auch der einzige Grund, warum ich der ansonsten wirklich Kopfkino fördernden Geschichte einen Stern in der Bewertung abziehe.

Die vielen indischen, kursiv im Text stehenden Worte werden im anschließenden Glossar erklärt. Ich erfahre interessantes über die Geschichte des Henna und könnte durch ein Rezept Hennapaste sogar selbst herstellen. Bisher war ich der Meinung, dass es das Kastensystem nur in Indien gibt. Durch einen Bericht dazu wurde ich eines besseren belehrt. Zwei Rezepte zu indischen Gerichten und ein Interview mit der Autorin runden das Buch ab.

Wer einen Romane mit viel historischem und politischem Hintergrund und mit einer außergewöhnlichen Protagonistin sucht, der sollte hier zugreifen.