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Bewertungen

Insgesamt 1636 Bewertungen
Bewertung vom 16.12.2019
DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Brandenburg
Wiebrecht, Ulrike

DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Brandenburg


ausgezeichnet

Für Urlauber und Einheimische gleichermaßen ein Quell an Informationen

Der tolle Reiseführer hat ein stolzes Gewicht (425 Gramm nach meiner Waage), aber er ist auch pickepacke voll mit allen Informationen rund um Brandenburg, die man sich nur wünschen kann. Ganz großartig finde ich, dass es einen QR-Code gibt, mit dem man kostenlos Updates erhalten kann. Da ich nicht immer auf das Smartphone gucken möchte, gefällt mir der klassische Faltplan in der Tasche am Ende des Buches sehr. Hier kann man auch noch Quittungen, Eintrittskarten usw. aufbewahren, um zu Hause ein Erinnerungsalbum zu gestalten.

Der Reiseführer ist in sechs Gebiete aufgeteilt. So hat man einfach einen besseren Überblick und kann viel bequemer planen. Alle wichtigen Adressen und Kontaktinformationen finden sich übersichtlich aufgeführt gleich zu Beginn. Auch über Wetter zu den unterschiedlichen Jahreszeiten und wie und womit man anreisen kann findet man hier. Wie für einen guten Reiseführer üblich, erhält man natürlich auch Informationen zu den Übernachtungsmöglichkeiten.

Alles ist reich bebildert und gut beschrieben. Die vielen Sehenswürdigkeiten und Erlebnismöglichkeiten legt Ulrike Wiebrecht sehr ausführlich dar und braucht dafür dennoch nicht unnütz viele Worte. Immer wieder finden sich auch kleine Karten und Extra-Tipps. Schnell wird klar – in Brandenburg kann man wochenlang Neues entdecken!

Man merkt schnell, wie begeistert die Autorin von Brandenburg ist. Diese Begeisterung steckt an und man mag den Reiseführer gar nicht mehr aus den Händen legen, aber sofort nach Brandenburg fahren! Aber auch für alle Brandenburger selbst ist dies ein wunderbares Schatzkästchen, denn alles kennt niemand und so kann man auch zu Hause noch Neues entdecken und erleben.

So viel Information so kompakt – das ist mir fünf Sterne wert!

Bewertung vom 14.12.2019
Draußen
Kobr, Michael;Klüpfel, Volker

Draußen


weniger gut

Das hätte ich nicht gebraucht …

Die Kluftinger-Krimis der beiden Autoren sind unterhaltsam, sie gefallen mir recht gut (oberbegeistert bin ich auch da nicht, aber es passt und liest sich schön und flott weg). Deshalb war ich schon neugierig, ob sie einen Thriller hinbekommen. Tja. Meiner Meinung nach leider: Nein.

Bis kurz vor dem Ende hatte ich keinen Plan, wo die Reise hingehen soll. Ja, es war schon interessant, was die Kids und Stephan so erlebten. Aber es fehlte einfach das Warum. So etwas kann spannend sein, hier war es für mich aber nur nervig. Dazu kamen dann immer wieder Kleinigkeiten, die ich etwas arg überzogen fand, viele Themen von Preppern über Verschwörungstheoretikern bis zu Reichsbürgern, landet in der Politik bei Wirtschaftsbonzen und Energiedebatten, aber als es dann auch noch einen Blackout gab, war ich ganz raus. Nee, da wollen die beiden eindeutig entweder die Leser veräppeln oder auf einen Zug aufspringen. Beides finde ich nicht okay. Dann gibt es noch die Einschübe mit den Tagebucheinträgen eines Fremdenlegionärs, die so gar nicht zur Story passen wollen. Und als ich dann die Zusammenhänge und den „Sinn“ präsentiert bekam, fand ich es auch nicht viel besser. Im Gegenteil – das ist genau der Plot, den ich eigentlich von Anfang an gar nicht gelesen hätte. Wobei der Plot mitsamt dem Ende so abstrus ist, dass mir leider alle Worte fehlen. Bei mir ist also der Plan nur halb aufgegangen. Ja, ich habe das Buch (bzw. Hörbuch) gelesen (bzw. gehört), aber ob man sich so Freunde macht, ist die andere Frage.

Vom Stil her – nicht typisch das Duo, aber nicht wirklich schlecht, nur eben zu überladen, zu wenig roter Faden, zu wenig wurde ich abgeholt, zu viel wurde gewollt, aber nicht geschafft. Keine der Figuren schaffte es, mich an sie zu binden oder auch nur sympathisch zu finden. Ich stand die ganze Zeit außen vor und bekam das Geschehen wie durch eine Glasscheibe mit. Nein, ich hatte keinen Kluftinger erwartet, aber zumindest die Qualität dieser Reihe. Das war wohl nichts.

Wenn Dietmar Wunder ganz einfach nur liest/spricht, gefällt mir das sehr. Klar, klingt schon schön nach Daniel Craig. Aber wenn er dann Frauenstimmen „spielt“ oder einen Schweizer imitiert, dann wird es ganz schnell unschön. Das tut meinen Ohren wirklich weh. Und es reißt mich aus der Story raus. Leider!

Übrig bleiben insgesamt von mir leider nur zwei Sterne.

Bewertung vom 10.12.2019
Das Freulein backt! zur Weihnacht
Nauheimer, Sandra

Das Freulein backt! zur Weihnacht


ausgezeichnet

Leckere (Weihnachts-)Plätzchen und mehr!

Themenbackbücher mag ich sehr und gerade zu Weihnachten kann ich gar nicht genug in Backbüchern blättern, immer wieder – auch in alten Büchern – neue Rezepte entdecken, jedes Jahr ein paar meiner üblichen, aber auch zuvor noch nicht (selbst) gemachten Plätzchen zaubern. Nicht immer gelingen sie, wie auf den Fotos, aber bisher hat das noch niemanden gestört.

Im vorliegenden Buch vom „Freulein“ (nein, das ist kein Schreibfehler – hier wird nicht die Frau in der Verkleinerungsform genannt, sondern das Freuen gibt den Namen) finden sich, wie der Titel schon sagt, die Lieblingsrezepte der Hessen. Nun bin ich aus Baden-Württemberg und so interessieren mich die Rezepte meiner „Nachbarn“ doch brennend. Und siehe da – jemand hat „meinen“ Rotweinkuchen eingereicht! Mein Mann liebt diesen Kuchen und er ist wirklich ganz leicht zu machen – quasi gelingsicher! Ja, in diesem Buch gibt es nicht nur Plätzchen, sondern auch Kuchen, Bratäpfel, Desserts, Stollen und sogar salziges Gebäck! Mir gefällt diese Mischung ausgesprochen gut.

Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet. Auf Nährwertangaben wurde verzichtet. Es gibt eine Zutatenliste und eine verständliche Anleitung. Bei jedem Rezept steht, von wem es stammt. Hin und wieder finden sich auch hilfreiche Tipps. Die Zeitangaben sind immer fett gedruckt, sodass man sie schnell findet. Das hätte mir auch für die Temperaturen gefallen. Vielleicht in einer anderen Farbe, damit es sich abhebt.

Die Zutaten sind recht einfach zu bekommen. Das meiste hat man wohl schon vorrätig, wenn man gerne und oft backt. Bei einigen Lebensmitteln könnte das anders sein, z.B. beim Stevia-Pulver (nicht jeder schafft den Zucker ab) oder Bratapfellikör (ich bin da eher für Kirschlikör zu haben …!). Spekulatiusgewürz hat man nicht unbedingt zu Hause, bekommt es aber in der Winterzeit in jedem Lebensmittelgeschäft.

Die Rezepte sind wunderbar bebildert. Ist nicht jedem wichtig, ich freue mich darüber – ich mag es, wenn ich sehe, wie das Ergebnis werden sollte und ich es mit meinem vergleichen kann. Die Fotos sind im aktuell „modernen“ Stil gehalten – wenig Deko drumrum, die dann aber auch rustikal, fast schon antik gehalten. Mir gefällt es noch immer, auch wenn ich merke, dass ich mich langsam daran sattsehe und gerne eine neue Idee in einem Backbuch finden würde.

Unterteilt ist das Buch in die Kapitel Keksiges; Fruchtiges; Cremiges; Kuchiges, Nussiges; Salziges und Schokoladiges. Jedes Kapitel hat seine eigene Farbe als Kennung. Das finde ich sehr gelungen. Übrigens – die Linzer Torte mit Sternen zu dekorieren, satt der üblichen Streifen, finde ich klasse. Muss ich mir unbedingt für das ganze Jahr merken und auch mal Herzen, Monde oder sonstige Ausstechformen (bei mir: Katzen) probieren. Sieht so toll aus!

Ganz wunderbar lassen sich fast alle Leckereien auch „unterm Jahr“ machen und genießen. Statt der Torte mal ein paar Kekse zum Kaffeekränzchen – da werden die Freundinnen staunen, aber sicher schnell auch begeistert sein.

Da ich keine Blogs verfolge, war mir Sandra Nauheimer bisher nicht bekannt. Wenn ich mir das Buch so ansehe, ist das wohl ein Fehler. Mir gefällt das Buch, mir gefallen die Rezepte – das gibt ganz klar fünf Sterne!

Bewertung vom 10.12.2019
Die Weihnachtsgeschwister
Hennig von Lange, Alexa

Die Weihnachtsgeschwister


ausgezeichnet

Familienweihnacht – mal ganz ungeschönt!

Alle Jahre wieder – treffen sich die Geschwister Elisabeth, Tamara und Ingmar mit Partnern und Kindern bei ihren Eltern zum Weihnachtsfest. Und alle Jahre wieder kommt es zum Eklat. Anlässe dazu lassen sich immer finden, und seien sie noch so banal. Doch die Eltern Schwedthelm haben vorgesorgt …!

Es ist wirklich anstrengend, die Zickereien, Eifersüchteleien, Machtkämpfe, Rangkämpfe und Verurteilungen, die kreuz und quer durch die Gegend fliegen, zu ertragen. Dennoch – genau diese Anspannungen kenne ich und mal ehrlich, andere auch. Vielleicht nicht ganz so heftig, aber im Ansatz auf alle Fälle. Und ja, auch bei uns ist Weihnachten immer eine verminte Zone. Mal kommt man heil durch die Minenfelder, mal erwischt man mit jedem Tritt eine Tretmine. Die Geschwister bemühen sich – der eine mehr, der andere weniger – dieses Jahr friedliche Feiertage zu erleben, aber natürlich klappt das nicht wirklich. Mir taten die „alten Eltern“ unbeschreiblich leid. Und ich habe mich über so ziemlich jede Figur in der Geschichte mehr oder weniger geärgert.

Dennoch – es war schon aufrüttelnd, zu sehen, wie die drei doch alle die Verbundenheit aus der Kindheit vermissen und nicht auf die Reihe bekommen, sich gegenseitig so sein zu lassen, wie sie sind, miteinander zu reden, Familie zu sein. Statt an sich selbst haben sie an anderen gearbeitet. Alle. Elisabeth ist das Mimöschen, das bei der kleinsten Kritik sofort in ihr Schneckenhaus verschwindet und immer und ewig nur Angst hat. Tamara ist die Amazone, die alles gleich als böse gemeint auslegt (eine sehr weit verbreitete Eigenschaft in unseren Tagen – da kann und muss sich so ziemlich jeder einmal an die Nase fassen) und sofort zum Angriff übergeht. Ingmar ist ein Spießer, der den Mund aber nicht aufbekommt. Quasi im Kopf wie Tamara, in den Taten und Worten wie Elisabeth. Dass es – angefeuert durch den „Anhang“ – da krachen muss, ist vorprogrammiert. Doch was könnte man dagegen tun? Die Autorin hat da eine Idee und die Eltern führen sie aus …!

Die Entwicklung der Geschichte ist stimmig und klar. Allerdings ist dies wieder einmal eins der Bücher, bei denen der Klappentext vorweggreift. Das kann ich so gar nicht leiden. Die Gedanken, Gefühle, Wünsche der Geschwister bekommt der Leser direkt mit. Das ist manchmal mehr als ergreifend. Wie oft wollte ich Elisabeth fragen, wann sie sich denn endlich mal zu wehren gedenkt und Tamara ins Gesicht sagen, dass sie eine dumme Nuss ist? Ja, genau – deeskalierend hätte ich da leider „vor Ort“ auch nicht wirken können. Das gebe ich gern zu. Und genau deshalb finde ich das Buch auch so toll. Es legt den Finger beim Leser ganz fest auf die Wunde!

Der Stil liest sich flott weg, die Sprache ist mal bissig, mal emotional, mal still, mal laut – das ist der Autorin wunderbar gelungen. Man kann das Büchlein an einem Tag weglesen. Weihnachten mal ganz und gar nicht still und friedlich, sondern mit ganz vielen Krachern. Irgendwie das ehrlichste Weihnachtsbuch, das ich kenne!

Das Ende ist recht kurz und knapp ausgefallen. Aber bei dem langen Anlauf auch irgendwie kein Wunder. Außerdem ist alles gesagt und die Initialzündung musste einfach reichen. Hier wäre mehr dann tatsächlich zu viel gewesen. Für mich ist es also passend und in sich stimmig. Das Buch löst Emotionen aus und das ist schon mal echt genial! Meine anfängliche Ungeduld mit den Figuren und meine Abneigungen gegen die eine oder andere davon haben mich gleichzeitig auch stark an die Story gefesselt. Und weil ich trotz allen Ärgers auch schmunzeln und lachen konnte, bewerte ich das Büchlein mit den vollen fünf Sternen.

Bewertung vom 07.12.2019
Der zehnte Gast
Lapena, Shari

Der zehnte Gast


gut

Ein bisschen blutleer

In den Catskill Mountains werden eine Reihe Gäste im Mitchell’s Inn von einem Schneesturm eingeschlossen. Man macht es sich gemütlich und versucht, die Zeit angenehm zu füllen. Zu sehen gibt es genug – schon allein die Eisbar ist traumhaft. Doch das Idyll wird jäh gestört, als Dana tot am Fuß der Treppe liegt. Das war kein Unfall, so fällt kein Mensch. Hier wurde nachgeholfen. Die Verbindung zur Außenwelt ist abgeschnitten, kein Telefon, kein Internet, kein Strom, kein gar nix. Die Gruppe ängstigt sich und gerät völlig außer sich, als der nächste Gast tot aufgefunden wird. Wer von den Gästen ist der Mörder? Oder versteckt sich im Haus noch ein Unbekannter? Die Suche wird zur Zerreißprobe …

Ich bin erstaunt, wie wenig mich das Buch fesseln konnte. „The Couple next Door“ fand ich sehr gelungen. Hier plätscherte die Story aber leider nur lauwarm dahin. Keine der Figuren konnte mich von sich überzeugen oder meine Sympathie gewinnen. Ich fand alle unnahbar und konnte deshalb keine Beziehung aufbauen. Das ergibt bei mir so viel Abstand zur Geschichte, dass ich weder komplett darin versinken noch Spannung empfinden kann.

Erst die letzten paar Seiten machten mir richtig Spaß. Da kam dann ein bisschen Spannung, vor allem aber Logik und Bewegung in die Sache. Der kleine Clou am Ende ist bissig und gemein und genau das, was ich vom ersten Buch kannte. So gefällt mir das! Aber der Weg dahin war leider nicht so schön und gut. Alle Personen hatten mehr oder weniger große Geheimnisse und/oder Probleme. Diese wurden in der Situation geradezu heraufbeschworen, vergrößert und übermächtig. Das war mir insgesamt dann ein bisschen zu viel.

Das Buch ist im Stil einem Krimi von Agatha Christie ähnlich, doch leider qualitativ um Längen davon entfernt. Man konnte sich nach dem zweiten Mord schon denken, wer der Täter ist, auch wenn man keine Ahnung hatte, wo das Motiv zu finden ist. Wie es dann zur Auflösung kam, ist schon ein bisschen „Hercule Poirot“, aber okay.

Wie also nun finde ich das Buch? Schlecht war es ja nicht, aber zum Bestseller hat es meiner Meinung nach keinesfalls das Zeug. Kann man lesen, aber man verpasst auch nichts, wenn man es nicht liest. Bei uns sagt man: ein bisschen blutleer. Also bekommt es von mir drei Sterne.

Bewertung vom 06.12.2019
Mercedes-Benz
Löwisch, Roland

Mercedes-Benz


ausgezeichnet

Großartiges Buch nicht nur für Fans!

Unfassbar – für so kleines Geld so viel Wissen rund um Mercedes Benz! Klar, es ist im Grunde auch ein gutes Stück Werbung. Dennoch eine feine Sache für alle Fans. Von den ersten Anfängen bis in die aktuelle Gegenwart erfährt man die Geschichte eines Unternehmens und Produktes, das weltweit bekannt und geschätzt ist.

Sehr anschaulich und fast schon spannend wird erzählt, wie sich Mercedes immer wieder neu erfindet, seine Modelle erarbeitet und verändert und mit der Zeit geht. Auch der Elchtest ist natürlich erwähnt. Zu jedem Auto gibt es, fast wie bei einem Quartett-Spiel, nur ausführlicher, Daten und Informationen. Ganz klar, dass die Fotos wie aus dem Werbeprospekt aussehen, aber das sollen sie ja auch.

Mir hat die „Zeitreise“ anhand der Automodelle einen riesen Spaß bereitet und mein Vater, der großer Mercedes-Fan ist (und zwei davon selbst fährt, eine Limousine und ein Cabrio), freute sich sehr darüber. Das Buch ist genauso toll, wie die Abholung des neuen Mercedes in Sindelfingen. Beides ist einfach nur ein unbeschreibliches Erlebnis – immer wieder!

Es gibt auch kleine „Steckbriefe“ über die wichtigsten Macher und Rennfahrer bei Mercedes. So erfährt man noch mehr „Insiderwissen“. Die E-Autos und der Smart werden natürlich ebenfalls vorgestellt und beschrieben. Firmengeschichte, Motorsportgeschichte, Modelle im Portrait: Mercedes von A-Z! Ein tolles Buch und damit fünf Sterne.

Bewertung vom 03.12.2019
Heimat ist ein Sehnsuchtsort / Heimat-Saga Bd.1 (2 MP3-CDs)
Münzer, Hanni

Heimat ist ein Sehnsuchtsort / Heimat-Saga Bd.1 (2 MP3-CDs)


sehr gut

Ein kleines Mädchen, der Krieg und die Heimat

Anfangs wusste ich lange nicht, wohin die Reise wohl gehen mag. Die Story nahm einfach einen sehr langen Anlauf. Aber dann … kann man einfach nicht mehr aufhören! Bücher, die sich mit dem Krieg und allem, was damit zusammenhängt, gibt es gefühlt aktuell unendlich viele. Hier wird der ganze Schrecken aus den Augen eines ganz besonderen Mädchens erzählt, das sich viel zu früh um viel zu viele und viel zu große Dinge kümmern muss. Ihre Hochbegabtheit weiß sie früh zu verstecken und das ist auch gut, denn sie wird ihr zur Falle. Ohne die vielen außergewöhnlichen Menschen in ihrem näheren Umfeld wäre sie verloren, zumal sie sich um ihre an einer ausgefallenen Krankheit leidenden kleine Schwester aufopferungsvoll kümmert. Sie leben in Breslau – wodurch sie im Grunde zwischen allen Fronten landen. Wie tapfer Kathi sich durch alle Widrigkeiten zu kämpfen versucht, ist einfach herzzerreißend. Aber es macht auch sehr betroffen, zu was Menschen fähig sind. Ja, das ist nicht neu – aber hier neu erzählt und so intensiv, dass ich ganz still und leise gelauscht habe.

Mich hat die Geschichte, die so zäh startete, sehr bewegt. So viele unglaublich schöne Details stecken in ihr! Angefangen von Kathis Beziehung zu ihren Mitmenschen über die zu ihrem Hund und einem Rehbock bis zu ihren Gedanken und ihrer Stärke, obwohl sie doch noch ein Kind, am Ende gerade mal ein Teenager ist. Ein bisschen stört mich, dass so viele Fragen offen sind und ich quasi gezwungen werde, die Fortsetzung ebenfalls zu lesen oder hören, diese aber erst in einem Jahr zu bekommen sein wird. Aber ich muss doch wissen, was aus Kathi und Franzi wird!

Anne Moll liest das Buch wunderbar ein. Sie kann so viel Gefühl in ihre Stimme legen und ganz besonders, wenn sie Dorota spricht, geht mir das Herz auf. Und gerade durch diese wunderbare, liebevolle Art zu lesen, treffen die schlimmen Szenen ganz besonders hart. Dies ist eins der Bücher, die man ganz schlecht ohne zu spoilern rezensieren kann. Mir gefällt die Sprache der Autorin, der Stil, das Feingefühl. Sie bewegt, ohne kitschig zu sein oder zu dick aufzutragen. Ich halte das für eine sehr große Kunst. Dennoch ziehe ich einen Stern ab, weil der Anfang wirklich sehr holprig war und ich beinahe abgebrochen hätte. Bleiben aber vier sehr gute Sterne.

Bewertung vom 03.12.2019
WW - Genial saisonal!
WW

WW - Genial saisonal!


sehr gut

Saisonal, aber nicht regional

Dieses Buch ist auf das System von WeightWatchers abgestimmt. Das heißt, die Rezepte passen in das Konzept und zu jedem Rezept findet man die Angabe der Punkte für den Grünen Plan, Blauen Plan und auch den Lila Plan. Hierzu benötigt man die weiteren Unterlagen, die man bei den WW bekommt. Aber auch ohne diese ist das Kochbuch eine Hilfe, sich gesund, bewusst und leicht zu ernähren.

Noch dazu sind die Rezepte nach Jahreszeiten sortiert, sodass man saisonal kochen kann. Regional nur bedingt, da nicht jeder Meeresfrüchte-nah lebt. Aber okay, manchmal mag man eben auch etwas kochen und essen, das einen etwas längeren Weg hinter sich hat.

Die Gerichte sind abwechslungsreich und modern. Keine Klassiker. Hier findet man kulinarische Kunstwerke für jedermann. Sie sind recht gut auch für Köche geeignet, die noch keine jahrelange Erfahrung haben. Sie sind leicht verständlich, die Zutaten nicht allzu schwer zu bekommen. Die Portionen sind eindeutig ein bisschen klein gehalten – stimmig zum Diätgedanken.

An einigen der Rezepten findet man QR-Codes, mit denen man Kochvideos aufrufen kann. Zudem gibt es eine Kennzeichnung für vegetarisch, vegan, glutenfrei, laktosefrei und nussfrei, sodass auf den ersten Blick zu sehen ist, für wen die Rezepte geeignet sind. Allerdings ist die Auswahl besonders für Veganer recht gering. Doch vermute ich, dass Veganer auch eher spezielle Kochbücher kaufen. Die Rezepte hier sind eine nette Zugabe, womit man Besuch eine kleine Freude machen kann, wenn dieser vegan lebt.

Die Schrift hat eine angenehme Größe (ist mir inzwischen sehr wichtig) und die Fotos sind aussagekräftig und gefallen mir sehr. Ja, es ist wichtiger, dass es schmeckt – aber ich sehe auch gerne, wie es am Ende aussehen soll. Sehr nett finde ich auch das Lesebändchen. Zwar markiere ich meine Lieblingsrezepte und jene, die ich mal probieren möchte, mit entsprechen farbigen Post-its, aber das aktuell genutzte Rezept kommt so schneller und deutlicher hervor.

Vielleicht will das Buch ein bisschen zu viel – WW bedienen, allen Kochfans Rezepte zeigen (und beweisen, dass Abnehmen auch schmecken kann), Vegetarier und Veganer mit einbeziehen, saisonal kochen, ausgefallene Gerichte und Kombinationen. Es streift alle Gebiete, das auf alle Fälle. Aber ich meine, insgesamt ist es ein dünnes Buch. Schön gemacht, doch nicht perfekt. Bleiben vier Sterne.