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Bewertungen

Insgesamt 1636 Bewertungen
Bewertung vom 02.12.2019
1 Nudel - 50 Saucen
Pfannebecker, Inga

1 Nudel - 50 Saucen


ausgezeichnet

Dieser kleine, aber feine Ratgeber ist der Volltreffer schlechthin für alle Pasta-Fans!

Für alle Smartphone-Junkies gibt es hier, wie in allen GU-Ratgebern, auch die GU-Kochen-Plus-App, mit der man Lieblingsrezepte sammeln, Einkaufslisten erstellen, Rezepte planen und sogar Supermärkte finden kann. Mir persönlich zu „neumodisch“, aber sicher für andere interessant oder gar wichtig.

Alle Rezepte sind klar strukturiert. Zutatenliste, Schritt-für-Schritt-Anleitung, Nährwertangaben, Angaben zu Portionen und Zeitaufwand sind immer vorhanden. Bei einigen Rezepten findet sich der „GU Clou“. Das sind besondere Tipps. Andere Rezepte sind mit „normalen“ Tipps versehen. Unterteilt ist in die Themenbereiche Ruckzuck gezaubert; schnell gekocht; gemütlich geschmort. So ist für alle Fälle und jeden Geschmack eine tolle Sauce zu finden.

Für mich persönlich sind Fotos immer recht wichtig und aussagekräftig. Wenn ich sehe, wie ein Gericht fertig aussehen soll, fällt es mir leichter, es nachzukochen. Deshalb freue ich mich besonders darüber, dass hier auch bei den „kleinen“ Rezepten immer ein Foto von Pasta mit Sauce im Teller abgebildet wurde. Für das geschmorte Rinderragout gibt es sogar insgesamt sechs Fotos von der Zubereitung bis zum Endergebnis.

Ganz klar – nicht jedes Rezept gefällt mir total. Ich mag nicht alle Zutaten und esse kein Schweinefleisch, aber ich kann das sehr einfach austauschen und die Rezepte entsprechend umstellen. Die Zutaten sind übrigens nicht sonderlich exotisch und im gut sortierten Supermarkt zu bekommen, die meisten sogar auf dem Wochenmarkt.

Ich bin quasi mit den Kochratgebern von GU aufgewachsen. Sie sind schon immer für Anfänger und Geübte gleichermaßen geeignet und die Themengebiete sinnvoll aufgegliedert. Bei keinem nachgekochten Rezept hatte ich je Probleme – es klappt immer alles genau so, wie beschrieben. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit, bei GU aber quasi schon garantiert. Wunderbar! Ganz klar, dass ich die vollen fünf Sterne gebe.

Bewertung vom 01.12.2019
Schräge Museen
Duran, Jana

Schräge Museen


ausgezeichnet

Kennst Du schon das Salz- und Pfefferstreuer- Museum?

Vom einen oder anderen Museum hat man sicher schon gehört, aber hier finden sich so viele wirklich außergewöhnliche Ausstellungen, dass man nur so staunt. Manche davon treffen meinen Geschmack nicht, aber andere reizen mich umso mehr.

Zu jedem Museum gibt es ein Piktogramm, das anzeigt, wo auf der Welt es sich befindet. Falls vorhanden, wird auch die Internetpräsenz erwähnt. Zudem ist mit entsprechenden Zeichen vermerkt, in welche der Kategorien (Schauen und staunen; Nervenkitzel garantiert; Gewöhnliches ungewöhnlich; mitmachen und anfassen; Highlight) das entsprechende Museum einzuordnen ist.

Da ich zum Sammeln neige, weiß ich, wie verrückt Sammler sein können. Umso mehr freue ich mich also über diese „Sammlung von Sammlungen“. Es macht Spaß, in diesem Buch zu blättern und sich das eine oder andere außergewöhnliche Reiseziel darin zu suchen.

Interessant, inspirierend, teils sogar beruhigend (Sammler wissen, wovon ich rede)– ich gebe die vollen fünf Sterne!

Bewertung vom 28.11.2019
Die besten Weihnachtskekse
Aust, Johanna

Die besten Weihnachtskekse


sehr gut

Österreichische Backkunst zu Weihnachten

In diesem Buch finden sich auf fast 300 Seiten wunderbare Rezepte für die Weihnachtskeksbäckerei. Auf den ersten knapp 30 Seiten gibt es erst Mal eine Menge Tipps und Tricks rund um das Backen, die Zutaten und die Lagerung der Kekse. Auch geht Johanna Aust hier auf die unterschiedlichen Anforderungen der diversen Teigsorten ein.

Die Rezepte sind übersichtlich und detailliert gegliedert und beschrieben. Sehr schön finde ich, dass die Schritt-für-Schritt-Anleitungen in einer gut lesbaren Schrift in schöner Größe gehalten sind. Die Zutatenliste ist in kleinerer Schrift, aber noch immer ohne Brille lesbar. Menge der fertigen Kekse und deren Haltbarkeit findet man ebenfalls. Die Zutaten sind nicht zu außergewöhnlich und die typisch österreichischen Ausdrücke halten sich in Grenzen. Gekrönt wird jedes Rezept mit einem ganzseitigen Foto. Das mag nicht wichtig sein, gefällt mir aber sehr.

Ein wenig Erfahrung beim Backen sollte man allerdings mitbringen. Für komplette Neulinge in dem Bereich halte ich das Buch nicht geeignet. Mein erstes Rezept, das ich nachgebacken habe, waren die Zitronensterne. Hier wurde der Mürbteig genau nach Anweisung zubereitet. Dennoch war er extrem weich. Ich musste mehr Mehl einarbeiten und den Teig kühlen. Leider hat mir auch die Zitronencreme überhaupt nicht geschmeckt, weshalb ich die Kekse dann mit Marmelade weitergearbeitet habe.

Die Mandelschnitten, die ich danach gemacht habe, waren ein wenig arbeitsintensiv, aber das Ergebnis überzeugt absolut! Ganz viele Mini-Nussecken sind das geworden, eben mit feinen Mandeln statt Nüssen. Ein Traum!

Richtig gefreut habe ich mich über die „No-waste-Rezepte“. Man könnte auch sagen: Rezepte zur Eiweißverwertung. Ich benötige das ganze Jahr über mehr Eigelb als Eiweiß und habe nun ein kleines Repertoire an Ideen zur Hand, wie ich dieses lecker verwerten kann. Ich mag Plätzchen auch unterm Jahr!

Bei einem so hochwertig verarbeiteten Buch, das sogar einen Leinenrücken hat, hätte ich mir noch zwei, drei Lesebändchen gewünscht. Auch wenn ich „meine“ Rezepte mit Post-its markiere, wäre das hilfreich.

Insgesamt also ein Backbuch, das traditionelle und auch ausgefallene Rezepte bietet, die geübte Bäcker(innen) begeistern werden. Geschmäcker sind verschieden, also wird auch das eine oder andere Rezept „durchfallen“, man benötigt auch für viele davon Ruhe und Zeit, aber Backen ist sowieso nichts für Hektiker. Ich gebe vier Sterne!

Bewertung vom 22.11.2019
Missing Boy
Fox, Candice

Missing Boy


ausgezeichnet

Gänse, Krokodile und andere Gefahren

Für mich ist dies die erste Begegnung mit den beiden Privatermittlern und auch die erste Begegnung mit der Autorin. Ich hatte aber sehr viel Spaß mit der Story. Obwohl es so langsam langweilig wird, dass Ermittler weit davon entfernt sind, Durchschnittsleben zu führen und sich auch diese beiden in die Reihe der Ermittler mit massiven eigenen Problemen reihen, ist es kein billiger Abklatsch. Ted und Amanda sind schräge Figuren, aber in sich stimmig aufgebaut und erfrischend in ihrer Art.

Teds Umgang mit seiner kleinen Tochter ist bezaubernd – und ausgerechnet genau das könnte ihm gefährlich werden. Seine Vergangenheit holt ihn immer wieder ein, obwohl die Anklage fallen gelassen wurde. Aber wie immer im Leben – das Böse halten die Mitmenschen für wahrer und logischer, es bleibt also immer ein dicker Schatten zurück. Ähnlich ist es bei Amanda – der Tod einer Polizistin geht auf ihr Konto in den Augen der breiten Masse.

Die Ermittlungen sind spannend und logisch aufgebaut. Ich hatte nie das Gefühl, dass sinnlos in die falsche Richtung gedacht wird, konnte den Gedankengängen der Figuren problemlos folgen und fand alles absolut nachvollziehbar. Wer das Buch liest, wird vielleicht wie ich einige Stellen urkomisch finden, aber ist so nicht das Leben? Man muss oft an Stellen lachen, an denen es am wenigsten passt. So ist es hier auch hin und wieder. Ich mag’s. Das Buch baut sehr schön Spannung auf, ohne pathetisch zu werden oder in Unlogik zu verfallen. Das mag ich sehr!

Ich muss zugeben, Teds Sorge um seine Gans und die Freundschaft, die dadurch mit der neuen Tierärztin erwächst, gefällt mir besonders gut. Ich mag Liebesromane nicht wirklich, aber die aufkeimenden Gefühle hier sind passend und fast schon witzig. Irgendwie real genau deshalb. Hach, es ist schon schön gemacht!

Ohne die exzentrische Amanda würde dem Buch aber doch etwas fehlen. Sie bringt Schwung rein und gerade, weil sie so völlig anders ist als alle anderen, hab ich sie ins Herz geschlossen.

Mich hat Candice Fox mit diesem Buch sehr gut unterhalten. Uve Teschner mochte ich die meiste Zeit sehr (wenn er nur der Erzähler ist), aber wenn er Frauenstimmen spricht, wirkt das einfach unschön. Für mich klingt das fürchterlich, als würde sich Teschner über die Frauen lustig machen. Nicht gut. Doch ich sehe darüber hinweg, weil das mit der Story relativ wenig zu tun hat und die verdient nun mal die vollen fünf Sterne.

Bewertung vom 21.11.2019
Der Keller
Thiesler, Sabine

Der Keller


sehr gut

Eine ganz eigene Mischung aus Krimi und Groschenroman – irgendwie gut!

Hannah macht sich trotz ihrer Flugangst auf den Weg nach Florenz. Ihr Vater hat sie um Hilfe gebeten, da ihre Mutter stark depressiv ist und er einfach nicht mehr weiter weiß. Ein freundlicher Herr kümmert sich während des Fluges sehr nett um sie und ist auch am Zielflughafen ihr Retter in der Not. Doch dann verschwindet Hannah spurlos …

Ich mag Thriller, bei denen man sehr früh den Täter kennt und quasi dabei zusieht, wie ihm auf die Spur gekommen wird. Der Anfang hier ist auch super spannend und trotz extremer Klischees und haarsträubender Zufälle und Szenen fesselnd. Das Buch liest sich durchweg flüssig und schnell. Aber dann wechselt der Stil abrupt, als Daniels und Octavias Geschichten erzählt werden. Hier fühlte ich mich aus einem recht passablen Thriller herausgerissen und in einen Groschenroman hineingeworfen. Da sind Szenen teils unbeschreiblich pathetisch und dermaßen klischeehaft, dass man kaum glaubt, was man da liest. Es ist, als hätte hier ein anderer Autor übernommen!

Ganz schräg ist ja, dass ich dennoch gern weitergelesen habe. Irgendwie war das schon wieder cool, wie schablonenhaft und auch vorhersehbar so einiges lief, um dann in hanebüchene Kapitel zu rutschen. Schwer zu beschreiben – aber insgesamt hat es dennoch oder sogar erst recht deshalb Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Auch wenn es schon krass ist, wie die Polizei in Italien und auch in Deutschland handelte – so arg viel anders läuft das leider tatsächlich oft nicht. Immerhin ist Hannah erwachsen und nur, weil sie sich nicht mehr meldet, ist noch lange kein Verbrechen geschehen. Doch das Zusammenspiel dieser und einiger anderer Szenen ergeben eben eine Story, die definitiv „nicht normal“ ist. Ich kenne die Autorin nicht, es ist mein erstes Buch von ihr. Aber für mich sieht es so aus, als hätte sie das absichtlich gemacht. Ich kann das Buch nicht wirklich ernst nehmen, aber gerade das macht es schon wieder gut! Wie gesagt, es ist schwer zu erklären!

Der Commissario spielt nur eine Nebenrolle, die erst gegen Ende des Buches ausgebaut wird. Dabei löst er nur durch Zufall und mit ganz besonderer Hilfe den Fall. Dabei wurde auch echt dick aufgetragen, dramatischer konnte es kaum werden. Und auch hier eine ganz dicke Portion Groschenroman.

Auch wenn es ganz und gar nicht danach klingt, ich wurde echt gut unterhalten. Auf völlig unerwartete und für mich neue Art, aber vielleicht hatte ich genau deshalb so viel Spaß daran. Wer einen knallharten Thriller erwartet, wird hier vermutlich nicht glücklich. Wer aber Spaß versteht und mal ein Experiment wagen möchte, bekommt hier am Anfang viel Spannung, dann ein wenig Grusel und vor allem viel Groschenroman. Mir hat die Mischung gefallen, als ich mich einfach darauf eingelassen habe. Muss ich jetzt nicht immer haben, aber diesmal war das richtig cool. Dafür vier Sterne!