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gaby2707

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Insgesamt 2109 Bewertungen
Bewertung vom 01.05.2022
Das Vermächtnis der Kurfürstin
Weber-Bock, Jutta

Das Vermächtnis der Kurfürstin


ausgezeichnet

Christianes Reise geht weiter

Um die Vormundschaft über Christiane zu erlangen, die auch Nanette oder Nanale genannt wird und als Mündel des Hofmedicus von Klein aufwächst, vergiftet seine Schwester Elisabeth Hehl ihren Bruder. Christiane flieht und verdingt sich als Kammerzofe bei verschiedenen Herrschaften auf Schloss Brandenburg an der Iller, München, Altensteig, Wildberg, Metzingen und Freudenstadt. Immer in der Hoffnung, dass Elisabeth Hehl sie nicht ausfindig macht. Ohne deren Zustimmung kann sie allerdings nicht heiraten und bekommt keine Papiere um irgendwo seßhaft zu werden. Verschiedene Servietten, die über verschlungenen Wegen zu ihr gelangen, beinhalten in den Blumenstickereien geheimnisvolle Nachrichten der Kurfürstin Charlotte Mathilde und sollen ihr über ihre Herkunft und ihr Erbe Auskunft geben. Hinter diesem Erbe ist auch Elisabeth her.


Von Stuttgart, ihrem eigentlichen Lebensmittelpunkt, über Schloß Brandenburg und weiteren Stationen in Süddeutschland zurück nach Stuttgart - Christianes Reise geht weiter. Was sie dabei alles erlebt und erleiden muss, erfahre ich im 2. Band der Geschichte von Jutta Weber-Bock.
Christiane hat einen sehr starken, eigenwilligen Charakter, weiß genau was sie will und lässt sich nicht unterkriegen. Auf der Suche nach ihrer Identität werden ihre Gefühle und Emotionen so detailliert und aussagekräftig beschrieben, dass ich mit ihr noch mehr Mitleid hatte und mit ihr mitgefühlt habe. Es tut fast körperlich weh, ihrem Martyrium zu folgen.

Durch die ausführlichen Beschreibungen bekomme ich einen guten Eindruck über die damaligen Sitten und Gepflogenheiten, die rechtliche und gesellschaftliche Stellung der Frau, erfahre etwas über das Fatschen der Säuglinge, was mich sehr schockiert hat, und die Prügelstrafe, die die Herrschaft oft mit eigener Lust austeilte. Es ist enorm, was die Psyche durch die dauernden Familienwechsel erleidet und was der Körper der jungen Frau alles aushalten muss.

Mit ihrem eindrücklichen, bildhaften Erzählstil nimmt mich Jutta Weber-Bock mit auf eine Reise in eine Zeit, wo Frauen fast keine eigenen Rechte hatten. Beim Lesen merke ich immer wieder, wie aufwendig und genau sie recherchiert hat um mir das Bild dieser Zeit noch eindeutiger vor Augen zu führen. Ich habe diese Reise sehr genossen.

Am Schluss des Buches erklärt die Autorin, wie sie zu dieser Geschichte gefunden hat, welche Personen historisch verbürgt sind und welche sie fiktiv dazu erdacht hat um die Geschichte abzurunden. Außerdem ergänzt ein Quellenverzeichnis das Buch.
Eine interessante Fortsetzung der Geschichte um eine junge Frau, die eigentlich nur wissen will, wer sie ist und die ihr eigenes Leben leben will. Mich hat Christiane sehr gut unterhalten.

Bewertung vom 01.05.2022
Mördermuschel
Schmitz, Ingrid

Mördermuschel


ausgezeichnet

Familiendrama auf Spiekeroog

Fast wären Maxi und Max über die nackte Tote am Strand gestolpert, als sie sich dort abends zu einem Schäferstündchen niederlassen. So aber findet Mia zusammen mit dem leidenschaftlichen Fotografen Patrick Kösters im Sand nur noch den Fuß einer weiblichen Leiche. Dabei ist Mia auf die Insel gekommen um zwei Monate mit ihrem ostfriesischen Freund Lian zusammen auf Probe zu wohnen, ggfs. auch länger. Mit ihm kann sie sich eine Zukunft auf der Insel Spiekeroog gut vorstellen.
Doch es kommt so ganz anders. Lian hat für sie keine Zeit, da sein Cousin Joos Hansen und dessen Schwester Kaja auf der Insel aufeinander treffen, Erbstreitigkeiten klären und sich an ihrem Vater Ben rächen wollen. Und Mia muss sich natürlich wieder einmischen.


Beim Lesen stellt sich die Gänsehaut schon auf den ersten Seiten ein. Und die hält sich hoch bis zur letzten Seite. Was auch an den schwierigen Themen häusliche Gewalt und vor allem Kindesmissbrauch liegt. Obwohl Autorin Ingrid Schmitz auf eine detaillierte Beschreibung des Missbrauchs verzichtet, stellen sich mir bei den Gesprächen der Hansen Geschwister mit ihrem Onkel die Haare auf. Es ist für mich immer wieder unvorstellbar, was man den Kindern damit nicht nur körperlich sondern vor allem psychisch antut. Das bringt dieser Kriminalfall hier sehr gut hervor.

Da ich mit Mia Magaloff nun schon das dritte Mal auf Spiekeroog ermittle, habe ich einige der Menschen hier schon kennengelernt. Dass ich auch Ubbo dem Utkieker wieder begegne, hat mich sehr gefreut. Er ist ein echtes Original und einfach liebenswert. Aber auch Mareike, bei der Mia einen Unterschlupf findet, finde ich klasse. Nicht anfreunden konnte ich mich dagegen mit Lian, Ben und vor allem Peer Honder. Warum, das findet ihr beim Lesen schnell heraus. Joos und Kaja haben mir zwar leid getan. Verstehen oder gar entschuldigen kann ich ihr Handeln dennoch nicht.
Neben den ganzen unschönen Begebenheiten gibt es aber auch eine sehr lustige Szene im Frischemarkt, wo Joos auf Mareike trifft. Wo Gurkengläser purzeln und es Sprühsahne regnet. Als ich mir das bildlich vorgestellt habe, habe ich mal herzhaft lachen müssen.

Am Schluss erfahre ich noch, was aus Joos, Kaja, Sascha, Lian, Mareike, Mia und Mario geworden ist und welche Menschen, die ich kennengelernt habe, in Wirklichkeit auf der Insel leben.

Ich war wieder sehr gerne auf Spiekeroog und habe Mia über die Insel bei ihren "Ermittlungen" begleitet. Schade, dass es mit Lian nichts geworden ist. Aber auch sie findet bestimmt bald den Richtigen. Jetzt allerdings hat sich ja erst mal ein Hund bei ihr einquartiert. Sehr gute, spannende Unterhaltung mit einer eindeutigen Message: Nicht wegschauen!.

Bewertung vom 29.04.2022
Heißes Treiben hinter fremden Fenstern - GefaEhrliche Liebschaften   Erotische Bekenntnisse
Lind, Freja

Heißes Treiben hinter fremden Fenstern - GefaEhrliche Liebschaften Erotische Bekenntnisse


ausgezeichnet

Die Lust hinter Nachbars Fenster

Nachdem mir "GefaEhrliche Liebschaften" von Freja Lind sehr gut gefallen hat, wollte ich auch ihre neuen Geschichten lesen. Sie hat mich auch diesmal nicht enttäuscht.
Wenn das Cover einen Blick auf dieses junge Paar durch ein Fenster geworfen hätte, hätte es noch besser zur Geschichte des Buches gepasst.

Ein bisserl habe ich Anne beneidet, die jeden Abend ins nachbarliche Fenster eines Mannes schauen kann, den sie als Kunden des Supermarktes kennt in dem sie als Kassiererin arbeitet. Jeden Abend eine andere Frau, die er zu sich ins Bett holt und dort aufs heißeste verwöhnt. Gerne wäre auch sie mal an der Stelle einer dieser Frauen. Bis sie in der Zeitung von Frauen liest, die verschwunden sind und die vorher wohl bei ihrem Nachbarn waren...

Mir haben diese Blicke hinter das nachbarschaftliche Fenster sehr gut gefallen. Freja Lind schafft es auch mit diesem Roman die romantische, sehr erotische Stimmung von Anfang bis Ende aufrecht zu erhalten bzw. hier und da noch zu steigern. Mit ihrer direkten Erzählweise zieht sie mich mitten hinein in ihre Geschichte und ans nachbarschaftliche Fenster. Dazu der sich daraus entwickelnde Krimi - sehr gut. Mich hat die Geschichte berührt, angeregt und gefesselt.

Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exclusive Geschichte als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und wie üblich ist auch hier ein Lesezeichen passend zum Buch mit dabei.

Bewertung vom 27.04.2022
Die sieben Schalen des Zorns
Thiele, Markus

Die sieben Schalen des Zorns


ausgezeichnet

Eine Geschichte, die mich nachdenklich macht

Im Juli 1996 feiern drei junge Männer ihren Segelregattasieg bei der Kieler Woche mit reichlich Alkohol. Als sie anschließend zu einer Geburtstagsfeier aufbrechen, setzt sich Jonas van Loon ans Steuer des Golf. Es kommt zu einem verhängnisvollen Unfall bei dem ein junger Mann stirb und der Fahrer und Max Keller, der sich nach einer kurzen Diskussion als Fahrer ausgibt und somit seinen Freund Jonas schützt, verletzt werden.

25 Jahr später:
Max Keller ist Arzt geworden. Seine Tante Maria Linz, die ihn nach dem Tod seiner Großmutter und der Alkoholsucht seines Vaters wie ihren eigenen Sohn bei sich aufgenommen hatte, bittet ihn, ihr beim Sterben zu helfen. Max hilft ihr und begibt sich damit in eine Zone zwischen Recht und Moral. Ihm wird Tötung auf Verlangen vorgeworfen. In dieser Situation bittet er seinen Freund Jonas, der jetzt als Staatsanwalt kurz vor dem ganz großen Karrieresprung steht, um Hilfe.


Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr so aufgewühlt und berührt wie "Die sieben Schalen des Zorns" von Markus Thiele. Das Thema Altersdemenz kam vor kurzem sowohl durch meine Eltern als auch meine Schwiegereltern zum tragen. Irgendwie habe ich mich dann auch mit dem Thema Sterbehilfe beschäftigt, das in unserer Gesellschaft, wie ich finde, sehr negativ behaftet ist. Die Meinungen dazu gehen ja sehr stark auseinander.

Markus Thiele geht in diesem Buch völlig wertfrei und doch tiefgründig auf die aktive und passive Sterbehilfe und die Beihilfe zur Selbsttötung ein. Die Hintergründe werden sehr gut dargestellt und beleuchtet. In seinem Nachwort geht er erläuternd auf das Urteil der höchsten Gerichtsinstanz in Den Haag, Niederlande, vom 21.02.2020 ein. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch zu Diskussionen mit den unterschiedlichsten Sichtweisen führen kann. Was ist richtig, was ist falsch. Das muss hier jeder für sich selbst entscheiden.

Max Richter und Jonas van Loon - unterschiedlicher können Freunde kaum sein. Ab dem Jahr 1978 begleite ich ihr Leben bis zu diesem verhängnisvollen Unfall und bis zum Prozess. Gerade Max´ Leben hat nicht auf der Sonnenseite stattgefunden. Was mir bestimmt im Gedächtnis bleibt ist der Sack Kartoffelschalen anstatt der sehnlichst gewünschten Eisenbahn zu Weihnachten und die Kuh Clara im Stall. Auch Max´ Cousine Agnes, die Tochter von Maria, spielt hier eine Rolle. Diese Rückblicke in die Vergangenheit lassen mich die Beweggründe der Protagonisten besser verstehen. Sie bringen auch die moralischen Bedenken gut zum Ausdruck.

Ein bewegender Roman zwischen Fiktion und Wahrheit, über Sterbehilfe, Freundschaft, Werte und Schuld, der mich gefesselt hat und der zum Nachdenken anregt.

Bewertung vom 26.04.2022
Seegestöber
Buchenberger, Alex

Seegestöber


sehr gut

Die Mordkommission Traunstein ermittelt wieder

2 km ausserhalb von Söll am wunderschönen Chiemsee findet eine Touristin aus Hannover bei ihrem morgentlichen Spaziergang die Leiche eines Mannes.
Softwareunternehmer Wilhelm Berger, 59, der mit seiner Frau Juliane im nahegelegenen Gstad lebte und auf seiner täglichen Joggingtour war, wurde erschossen.
Kommissarin Hanna Schmiedinger, Leiterin der Traunsteiner Mordkommission, und ihre Kollegen Sabrina Hornsteiner und Rainer Talgruber tun sich nicht leicht, den Schützen eines Kleinkalibergewehres ausfindig zu machen. Als dann auch noch Personaltrainerin Laura Obermeier aus Prien, die eine Affäre mit dem Millionär hatte, ermordet wird, bleibt für die Kommissare gar keine Zeit mehr für ihr Privatleben.

"Seegestöber" ist schon der 3. Fall aus der Feder von Michael Gerwien alias Alex Buchenberger, den ich mit Hanna Schmiedinger und ihrem Team lösen darf. Vielen Dank dafür.
Da es sich auch diesmal um einen abgeschlossenen Fall handelt, kann man die Bücher auch unabhängig voneinander sehr gut lesen. Mir persönlich bringt es mehr Lesevergnügen, wenn ich die Entwicklung der Menschen, denen ich hier immer wieder begegne, von Anfang an miterleben kann.

Da ich bei den ersten beiden Fällen schon dabei war, hatte ich keine Probleme mich bei der Mordkommission in Traunstein zurecht zu finden. Hanna Schmiedinger, die mit ihrer sehr negative Grundstimmung meist schlecht gelaunt daher kommt, wird mir langsam immer sympathischer. Sie hat nämlich auch eine sehr herzliche Seite, die man aber erst mal finden muss. Kommissarin Sabrina Hornsteiner habe ichmit ihren verbalen Ausrutschern von einer Seite kennengelernt, die ich bei ihr nicht vermutet habe und ihr Kollege Rainer Talgruber braucht dank der neuen Pflegekraft für seine Mutter vielleicht nicht mehr länger nach seiner Traumfrau zu suchen.

Der Fall bzw. die beiden Fälle an sich sind schon sehr interessant und ich wäre vielleicht auf den Täter, aber nie auf seine Beweggründe gekommen. Mal wieder einer, der mir sogar ein bisserl leid tut. Warum, dass müsst ihr schon selbst lesen.

Ermittlungen, die man mit einem kleinen Augenzwinkern sehen sollte; Kommissare, die manchmal über ihr Ziel hinaus schießen und eine Auflösung, die mich überrascht hat.
Mir hat dieser 3. Fall für die Kripo Traunstein mit seinen kulinarischen und naturverbundenen Szenen rund um den Chiemsee mit einem kleinen Abstecher nach Kufstein wieder gut gefallen.
4,5 von 5 Sternen

Bewertung vom 20.04.2022
Für immer deine Tochter
Lind, Hera

Für immer deine Tochter


ausgezeichnet

Eine Geschichte, die mich stark berührt hat

Paula Schellenberg steht kurz vor ihrem 60. Geburtstag. Zusammen mit ihrer Tochter Rosa räumt sie das Haus ihrer Eltern aus. Ihre Mutter Anna ist verstorben und ihren Vater Karl hat sie in die Obhut eines Altersheimes gegeben, da sie für seine Pflege ansonsten ihren Beruf als Lehrerin hätte aufgeben müssen. Dabei findet sie in einer Tischschublade unter dem Auslegepapier eine Kladde mit Tagebuchaufzeichnungen ihrer Mutter, beginnend im Juni 1943. Sie beschreibt hier ihre Flucht mit Baby Paula aus Pommern bis zum Kriegsende 1945. Was Paula da erfährt, zieht ihr den Boden unter den Füßen weg und sie macht sich auf in die Heimat ihrer Mutter um ihre Wurzeln zu finden.
Die zweite Geschichte dreht sich nur um Anna und ihr Baby Paula, um die Flucht, wie sie ihren ersten Mann Egon "verliert", um die Strapazen und das Leid, bis sie mit ihrem zweiten Mann Karl in seiner Heimat Bamberg ankommt.

Beim Lesen des Buch von Hera Lind "Für immer deine Tochter", in der sie zwei weibliche Schicksale zu einer Geschichte zusammenfügt (wie es dazu kam und warum erfährt man im Schlusswort der Autorin), hatte ich mehr als einmal Tränen in den Augen. Einerseits weil mich die Kriegsgeschehnisse, die ähnlich meine Mutter erlebt hat, so mitgenommen haben; weil es wahre, teils unfassbare Erlebnisse sind, die hier aufgeschrieben wurden; weil gerade heute wieder so viele Menschen aus der Ukraine auf der Flucht sind und die Geschichte dadurch eine hohe Aktualität erlebt. Andererseits Freudentränchen, als sich am Ende alles zum Guten wendet und sich zwei Menschen nach fast 60 Jahren wiedergefunden haben. Aber mehr will ich hier auch nicht verraten.

Ich finde es so furchtbar zu lesen, wie Menschen anderen Menschen ein Leid nach dem anderen zufügen; wie sie morden, vergewaltigen, plündern und den Menschen auch noch ihr letztes Hab und Gut von den Schultern reißen. Aber es gibt auch in diesen Situationen Menschen wie Karl, der sich Gefahren aussetzt um anderen zu helfen. Menschen wie er bringen mir den Glauben an das Gute im Menschen wieder zurück. Es ist kaum vorstellbar, was Menschen alles mitmachen und aushalten können. Am Ende war ich dann froh und dankbar, dass doch noch alles gut geworden ist.

Ich finde es toll, wie die Autorin es geschafft hat, die Geschichten von zwei Frauen, Anna in Kriegszeiten und Paula in der Jetztzeit, zu verbinden. Durch kurze Kapitelüberschriften weiß ich immer genau, wo ich mich wann gerade aufhalte. Und ich war froh, dass ich in den letzten beiden Tagen viel Zeit zum Lesen hatte. Denn das Buch ist ein echter Pageturner. Da waren nur sehr kleine Lesepausen drin. Ich war total gefangen von den Erlebnissen der beiden Frauen.

Eine emotionsgeladene, spannende, teils grausame, aber auch lebensbejahende Geschichte, die zeigt, was Menschen fähig sind anderen Menschen anzutun und was Menschen alles aushalten können. Da es nur noch wenige Zeitzeugen gibt, sollten Geschichten wie diese, wenn auch nur in Romanform, nicht vergessen werden.

7 von 17 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.04.2022
Julia - Das Buch der sexuellen Ausschweifungen   Erotischer SM-Roman
Aaron, Gavin J.

Julia - Das Buch der sexuellen Ausschweifungen Erotischer SM-Roman


gut

Diese Ausschweifungen sind nichts für mich

Das Cover gibt schon einen kleinen Einblick in das, was ich im Buch dann erleben werde.
Was die junge, gebildete, reiselustige und sexuell sehr aktive Julia zusammen und ihre Freundin Susanne so alles im Hotel, im Club der Begierde, im Bordell, auf dem Ponyhof, einer Pension mit Meerblick und bei einem Höhlenbesuch erleben, ist schon sehr krass. Und in diesem Stil geht es bei den Dünenspielen und in einem alten Wehrmachtsbunker, wo eine weitere Freundin mit dabei ist, weiter. Es sind schon sehr harte SM-Abenteuer, die die Frauen hier erleben, die sie aber auch genießen. Mein Geschmack war es diesmal nicht so ganz.

Gavin J. Aaron hat mit dieser Lustreise und den Freundinnen Julia und Susanne und auch Anja, die ihre Körper "vermieten" und trotz ihrer sexuellen Gier sehr unterschiedlich sind, meinen Geschmack nicht getroffen. Für mich war es schwer vorstellbar, dass sich Frauen, wenn auch für viel Geld, für solche Machenschaften hergeben. Langeweile kommt allerdings durch die unterschiedlichen Abenteuer nicht auf. Auch dieser Roman wird bestimmt seine Leserschaft finden.

Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exclusive Geschichte als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und wie üblich ist auch hier ein Lesezeichen passend zum Buch mit dabei.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.04.2022
Zwei wie Sonne und Wind / Doppelgaloppel Bd.1
Schreiber, Chantal

Zwei wie Sonne und Wind / Doppelgaloppel Bd.1


ausgezeichnet

Das Abenteuer der beiden Fohlen beginnt

Nachdem ich zusammen mit unserem Enkel "DoppelGaloppel 2 - Zwei und das Wassergespenst" gelesen haben, was uns sehr gut gefallen hat, mussten wir natürlich auch Band 1 – "Zwei wie Sonne und Wind", den Auftakt dieser tollen Reihe, unbedingt lesen. Das habe ich erst mal nur für mich gemacht.

Diese Geschichte, die Opa Valdis seinen beiden Enkeln Fanndis und Jon erzählt, die auf dem großelterlichen Bauernhof in Island Ferien machen und dauernd streiten, beginnt mit der Geburt von Kappi, dem kleinen isländischen Hengstfohlen. Skoppa, die kleine Scheckstute, die bald seine beste Freundin wird, ist nur ein paar Stunden älter als der kleine Kappi, der von seiner Mama Assa liebevoll im Leben begrüßt wird.
Was die beiden zusammen erleben und was es mit den Steinen auf sich hat, in denen etwas eingeschlossen ist oder dem Fuchs, dem sie begegnen, das erfahrt ihr in diesem wunderschönen Buch.
Eine so liebevolle und auch spannende Geschichte über Freundschaft, Mut und Hilfsbereitschaft.
Eine Geschichte, die zwei Geschichten verbindet: die von den Freunden Kappi und Skoppa und die von den Geschwistern Fanndis und Jon. Sehr schön, dass die beiden Streithansl beim Zuhören sogar vergessen sich zu streiten.

Die Schrift ist angenehm groß und die Kapitel haben eine ansprechende Länge, sodass ältere Kinder sie auch sehr gut selbst lesen können.
Chantal Schreiber erzählt eine so wunderschöne Geschichte, deren Protagonisten, egal ob Mensch oder Tier, man einfach liebhaben muss. Ich bin auch hier von Kappi und Skoppa und auch von Fanndis, Jon und Opa Valdis ganz begeistert. Den Begriff "Vogelfohlen" werde ich bestimmt auch nicht mehr vergessen.
Die hinreißenden Illustrationen von Iris Hardt, bei denen es immer Neues zu entdecken gibt, lockern die Geschichte auf und veranschaulichen das Gelesene auf gekonnte Weise.

Ein lustiger, unterhaltsamer Lesespass für Kinder ab 4 Jahren und alle kleinen Pferdefans, der auch noch mit einer guten Portion Spannung aufwartet. Unser kleiner Enkel und ich werden die Abenteuer von Kappi und Skoppa, von denen es hoffentlich noch viele gibt, auf alle Fälle weiter verfolgen.

Bewertung vom 16.04.2022
Züchtige mich   Erotischer SM-Roman
Corse, Angelique

Züchtige mich Erotischer SM-Roman


ausgezeichnet

Ein außergewöhnlicher Pfarrer

Pfarrer Christian Kamp, 36, dessen Tun absolut nicht dem üblichen Bild, das man von einem Pfarrer hat entspricht, arbeitet seit 10 Jahren in seiner Pfarrei. Er widmet sich hier aber nicht nur dem seelischen Frieden, sondern nimmt sich auch dem Körperlichen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen an.
Normalerweise hat er seine ausschweifenden Fantasien gut unter Kontrolle. Aber immer wieder darf ich mich in seinen Gedanken, die kursiv dargestellt werden, davon überzeugen, dass er auch ganz anders kann. Und das ist ganz schön heiß. Auch die Rückblicke in seine Vergangenheit fand ich lesenswert.
Seine Neigung zur dunklen Lust lebt er nicht nur mit Tirza, Sarah, Nathalie und Lisa, Jessica oder Max sondern genau so an sich selbst aus. Seine Träume sind die pure Sünde und ich habe mich gerne dort hinein ziehen lassen.

Mir hat die Geschichte um Pfarrer Christian mit Einblicken in die BDSM-Szene und die Homosexualität gut gefallen. Angelique Corse schafft es mit diesem Roman die erotische Stimmung von Anfang bis Ende aufrecht zu erhalten bzw. hier und da noch zu steigern. Mit ihrer diskreten Erzählweise zieht sie mich mitten hinein in ihre Geschichte, ohne derb oder anstößig zu wirken, und ich liebe und leide mit Christian mit.

Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exclusive Geschichte als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und wie üblich ist auch hier ein Lesezeichen passend zum Buch mit dabei.

Bewertung vom 15.04.2022
Der Tote im Netz / Mai und Lorenz ermitteln auf Usedom Bd.1 (eBook, ePUB)
Scheunemann, Frauke

Der Tote im Netz / Mai und Lorenz ermitteln auf Usedom Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Spannende sehr gute Unterhaltung

Franziska "Franzi" Mai, 34, Radioreporterin vom Bäderland-Radio, dem kleinen regionalen Radiosender im Seebad Heringsdorf auf Usedom, versucht mit Volontär Janis Neubauer ihren Arbeitsplatz beim Sender, der verkauft wird, zu retten. Mit einer neuen Rubrik "Die Problemlöser" wollen sie sich mit den Problemen ihrer Hörer auseinandersetzen und helfen, diese zu lösen. Gleich bei ihrem ersten "Fall" treffen sie auf Maik Peters, der Probleme mit einem Fischereiaufseher und Tierschützern hat. Doch als sich Peters mit den beiden Problemlösern am nächsten Morgen im Hafen von Zeglin treffen will, haben sie Pech. Im Hafen an der Ostsee hat sich Kapitän Maik Peters im Netz seines Fischkutters Fine verfangen. Allerdings nicht freiwillig. Den Mund hat jemand mit 5 Angelhaken verschlossen und in den nackten Oberkörper in krakeliger Schrift RACHE hinein geritzt.
Natürlich will Franzi dieser Geschichte unbedingt weiter nachgehen. Damit mischt sie sich nicht nur in die Arbeit von Hauptkommissar Kay Lorenz vom K1 in Anklam ein, sondern bringt sich auch selbst in Gefahr.

Die Autorin Frauke Scheunemann kannte ich bisher nur durch ihre Bücher um Dackel Herkules. Daher war ich ganz gespannt auf ihren ersten Cosy Krimi. Und sie hat mich nicht enttäuscht, Ganz im Gegenteil – ich bin begeistert.
Von der Landschaft, deren Bilder immer wieder in die Geschichte einfließen; von den so unterschiedlichen Menschen, die ich hier kennenlerne; von dem feinsinnigen Humor, der mir hier begegnet und von dem Kriminalfall, dessen Auflösung ich so nicht erwartet habe.
Ich liebe die Konversationen, die Franzi und der Herr Kommissar führen. Die Ermittlungen und Recherchen der Beiden, die oft ungewöhnliche Weg gehen und ich mag Bootsmann Henk Ahrens, der durch sein plattdeutsch den regionalen Touch unterstreicht.

Unterschiedlicher wie Franzi und der Kommissar können zwei Menschen, die sich zur Klärung eines Falles zusammen tun, fast nicht sein. Franzi hat sich ab den ersten Seite mit ihrem zupackenden Art, ihrem temperamentvollem, manchmal vorlauten Wesen und ihrer rheinischen Frohnatur – sie ist der Liebe wegen aus Düsseldorf auf die Insel gekommen – in mein Herz gesetzt. Bei Kommissar Kay Lorenz dagegen hat schon eine Zeit gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass hinter dem spöden, manchmal abweisenden Usedomer Gewächs ein sehr charmanter, charismatischer und liebevoller Mann mit einem großen Herz steckt.

Sehr gut finde ich die Karte von Usedom, die sich auf der Innenseite der vorderen Klappe versteckt hat. Hier kann ich bei den vielen Überlandfahrten immer mal wieder nachschauen, wo sich Franzi oder Kay gerade aufhalten.

Wer einen knallharten Krimi mit viel Action und Blutvergießen sucht, der wird hier seine Leidenschaft nicht finden. Wer sich aber wie ich gerne mit einem spannenden Fall und interessanten Menschen, die ich mir gut vorstellen kann, unterhalten lassen will, der ist hier genau richtig. Ich freue mich heute schon, wenn ich Franzi, Janis und Kay Lorenz wiederlesen werde.