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papilionna

Bewertungen

Insgesamt 109 Bewertungen
Bewertung vom 27.11.2023
GUY'S GIRL
Noyes, Emma

GUY'S GIRL


gut

"Guy's Girl" ist eine feinfühlig erzählte Liebes- und Lebensgeschichte zweier Menschen, deren Probleme und Gefühle sie über Jahre davon abhalten, zueinanderzufinden. Ginny und Adrian sind dabei so authentisch erzählt und sensibel gezeichnete Charaktere, dass sie sich unfassbar real anfühlen.

Die Auseinandersetzung mit Ginnys Essstörung(en) ist schonungslos ehrlich und gewinnt über den Verlauf der Geschichte schleichend immer mehr an Bedeutung. Da die Autorin eigene Erfahrungen in diesem Roman verarbeitet hat, würde ich mir auch nie anmaßen, darüber zu urteilen oder es bewerten zu wollen.

Was ich allerdings beurteilen kann und will sind die auffallenden "Pick me"-vibes dieses Buchs. Schon beim Titel haben sich mir die Ohren aufgestellt, aber ich wollte nicht vorschnell urteilen. Dann heißt es im Text aber des Öfteren, dass Ginny lieber mit Männern befreundet sei, da Frauenfreundschaften kompliziert seien, dass sie einfach "eine von den Jungs" sei und so weiter.
Dies hätte eine Basis für Ginnys Charakterentwicklung sein können, und sie bildet im Roman ein paar wenige Beziehungen mit weiblichen Charakteren, aber eine wirklich kritische Auseinandersetzung mit den problematischen Aussagen findet nicht statt. Zumindest meine Freude mit dem Buch hat das geschmälert, andere mögen darüber aber anders denken.

Wer das Buch lesen möchte und Probleme mit dem Thema Essstörungen hat, sollte sich bewusst sein, dass diese im Buch wirklich sehr, sehr explizit beschrieben werden.

Bewertung vom 21.11.2023
Kaltblütige Lügen / Die San-Diego-Reihe Bd.1
Rose, Karen

Kaltblütige Lügen / Die San-Diego-Reihe Bd.1


gut

Ich hatte vor diesem Buch noch nichts von Karen Rose gelesen und habe auch einige Kapitel gebraucht, um mich mit ihrem Schreibstil anzufreunden. Nach der Lektüre ist mir aber klar, warum sie in der Krimi- und Thrillerszene so eine angesehene Autorin ist.
Die Geschichte ist gut aufgebaut, durch den Umfang des Buchs wird den Charakteren genug Raum geboten, Beziehungen zu bilden und sich charakterlich weiterzuentwickeln.

Der Fall selbst ist spannend und enthält einige Wendungen, die Auflösung habe ich aber schon vermutet, weshalb mich das weniger überrascht hat. Der moralische Zwiespalt des Therapeuten Sam Reeves ist aber sehr gut dargestellt und ich fand die Kapitel aus seiner Perspektive sehr ansprechend.
Generell war mir das Buch etwas zu langatmig. Die Handlung hätte gern mehr Schlag auf Schlag passieren können, dafür wurde sich aber wie gesagt Zeit für die Charaktere genommen.

Das Cover des Buchs finde ich persönlich etwas nichtssagend, aber für Fans der Autorin ist der groß aufgedruckte Name natürlich ein klares Signal.

Bewertung vom 20.11.2023
Atalanta
Saint, Jennifer

Atalanta


sehr gut

Ich weiß, dass viele schon vom Trend der Neuerzählungen griechischer Mythologie genervt sind, aber wenn es nach mir ginge, könnte es ewig so weitergehen. Ich kann gar nicht genug von Helden, Göttergestalten und Prophezeiungen bekommen.

Jennifer Saints "Elektra" war letztes Jahr eines meiner absoluten Lieblingsbücher, darum war ich auf "Atalanta" noch gespannter als so schon.
Die Autorin hat definitiv ein Talent dafür, starke, vielschichtige Frauenfiguren zu beschreiben, die sich in einer männerdominierten Welt ihren Platz schaffen. Sowohl Elektra als auch Atalanta haben ihre Fehler, aber folgen ihrer Mission.

Ein kleines Manko für mich war, dass sich die Handlung teilweise ein bisschen richtungslos anfühlt, was paradox klingt, da die Argonauten mit dem Goldenen Vlies ja ein konkretes Ziel vor Augen haben. Vor allem im letzten Drittel fühlt sich die Geschichte aber etwas runtererzählt an.

"Atalanta" ist trotzdem eine wertvolle, geschätzte Ergänzung meines Bücherregals und ich bin sehr gespannt, worüber die Autorin als nächstes schreibt.

Bewertung vom 17.11.2023
Book Lovers - Die Liebe steckt zwischen den Zeilen
Henry, Emily

Book Lovers - Die Liebe steckt zwischen den Zeilen


sehr gut

Ich persönlich bin kein Fan des cartoonhaften Illustrationsstils, der sich seit einigen Jahren durch die Romance-Landschaft zieht. Die ersten Male fand ich es noch erfrischend anders, aber langsam könnte mal wieder ein neuer Trend kommen.
Ich freue mich aber, dass das Cover des Originals übernommen wurde, das erhöht den Wiedererkennungswert dieser doch sehr bekannten Autorin.

Inhaltlich hat mich der Roman total abgeholt. Anfangs hatte ich meine Probleme, mit der Protagonistin Nora warm zu werden, aber im Verlauf der Geschichte ist sie mir, vor allem durch die Beziehung zu ihrer Schwester Libby, ans Herz gewachsen.

Ich finde sehr charmant, wie die Emily Henry in diesem Roman mit gängigen Tropes und Romance-Klischees spielt. Da beide Hauptcharaktere in der Literaturbranche arbeiten, wurde das Bewusstsein für diese Stereotype clever eingebaut.

Meiner Meinung nach hätte dem männlichen Protagonisten Charlie gern mehr Raum gegeben werden können. Er war mir direkt sympathisch und ich hätte gern noch mehr von ihm gelesen.

Bewertung vom 16.11.2023
Rosenfluch / The Romeo & Juliet Society Bd.1
Schoder, Sabine

Rosenfluch / The Romeo & Juliet Society Bd.1


sehr gut

Ich hatte einen schwierigen Start mit diesem Buch, da der Plot wirklich arg konstruiert wirkt. Ich habe schon vor Monaten angefangen es zu lesen, kam aber einfach nicht über die ersten 100 Seiten hinaus.

Joy ist eine ganz sympathische Protagonistin, auch wenn sie ein bisschen am Bella Swan-/Mary Sue-Syndrom leidet (alle lieben sie, sie ist unerklärlicherweise gut in allem was sie versucht). Viele der Nebencharaktere sind allerdings mindestens ein bisschen cringe. Schon als ich einige der Namen gelesen habe (Rhyme, Poetry, Stage oder Cut sind nur einige davon), hätte ich das Buch am liebsten weit hinten im Regal verschwinden lassen.
Andererseits bin ich einfach berechenbar und Akademie-/Internatsgeschichten mit schönen Covern bleiben bei mir nicht lang ungelesen.

Als die Handlung ihren Schauort erreicht hat, war ich dann auch ganz gefesselt von der Geschichte um den jahrhundertealten Fluch der Familien Capulet und Montague. Die nächsten zwei Bände werde ich dann auch definitiv lesen.

Bewertung vom 15.11.2023
Wilde Minze
LaCour, Nina

Wilde Minze


ausgezeichnet

Nina LaCour kenne ich bisher nur von ihren großartigen Jugendromanen. Dies ist ihr erster Erwachsenenroman und ich finde, dieser Sprung ist ihr gut gelungen.

"Wilde Minze" ist ein tiefgehender Roman über Liebe, Familien und Vergangenheitsbewältigung, aber was ihn deutlich von anderen Büchern abhebt, ist der fantastische Schreibstil der Autorin.
Nina LaCour hat ein Talent dafür, immersive Welten zu schaffen, die zwar das Alltägliche abbilden, aber durch ihre bildhaften Beschreibungen betören. Geschmäcker, Gerüche, die Natur - alles ergreift den Leser durch sinnliche Darstellungen, die man förmlich am eigenen Körper spürt. Dies macht diesen Roman zu einem wahren Fest der Sinneseindrücke.

Das Cover des Buchs finde ich schön gestaltet und in ansprechenden Farben gehalten. Ich bin froh, dass das Design der Originalausgabe beibehalten wurde. Auch die Übersetzung des Titels ergibt meiner Meinung nach Sinn und ist auf dem deutschsprachigen Markt sicher ansprechender.

Bewertung vom 09.11.2023
Denk an mich, wenn du stirbst
Hillier, Jennifer

Denk an mich, wenn du stirbst


ausgezeichnet

Zu Beginn muss ich sagen, dass ich das Cover und den Titel dieser Ausgabe absolut irreführend und schlecht gewählt finde. Der sehr eindeutige Titel und die Blutspritzer vermitteln den Eindruck eines blutigen Psychothrillers, dabei handelt es sich vielmehr um einen familiären Thriller auf emotionaler Ebene. Hier hätte man sich meiner Meinung nach mehr ans Original halten können.

Ich bin froh, dass ich dennoch zu diesem Buch gegriffen habe. Die Geschichte um die erfolgreiche Powerfrau Marin, deren kleiner Sohn vor einem Jahr entführt wurde und die jetzt herausfindet, dass ihr Mann eine Affäre hat, hat mich total geflasht.
Das Buch ist absolut nicht mehr wegzulegen. Ich habe es als Hörbuch gehört und konnte nicht damit aufhören, ich war gestern viel zu lange wach, weil mich die Geschichte so gefesselt hat.

Ich habe den, bzw. die Twists auch nicht kommen sehen, bzw. diese Theorie früh verworfen. Die Enthüllung hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen.

Ein clever strukturierter Thriller, süchtig machender Schreibstil und realistische Charaktere, von denen man nicht genug bekommt.

Bewertung vom 06.11.2023
Das Nachthaus
Nesbø, Jo

Das Nachthaus


weniger gut

Ich hatte bisher noch nichts von Jo Nesbø gelesen und weiß nicht, ob dieser Roman eine gute Wahl als erster Eindruck für mich war.

Die Genrebezeichnung "Roman" ist vielleicht etwas irreführend, wie das Cover schon andeutet, geht die Geschichte eher in Richtung Thriller/Horror mit Coming of Age-Elementen.

David Nathan als Sprecher des Hörbuchs ist eine exzellente Wahl, ich kenne ihn bisher vor allem als Sprecher von Werken von Stephen King oder Lovecraft und genau diesen Vibe bringt er auch hier mit.

Das erste Drittel des Buchs hat mir auch richtig gut gefallen, aber dann ging es leider abwärts. Im zweiten Teil der Geschichte habe ich ein bisschen das Interesse verloren und der dritte Teil war, ohne etwas vorwegzunehmen, maximal unbefriedigend.

Vielleicht gebe ich dem Autor in Zukunft noch eine Chance, aber dieses Buch konnte mich leider nicht überzeugen.

Bewertung vom 27.10.2023
Das Buch der Phobien und Manien
Summerscale, Kate

Das Buch der Phobien und Manien


ausgezeichnet

Als Mensch, der vor ziemlich vielen Dingen Angst hat - wenn auch nicht immer in dem Maße, wie es in diesem Buch beschrieben wird - war es mir ein Fest, über Ängste und Leidenschaften zu lesen, von denen mal teilweise noch nie gehört hat.

Die Autorin hat meiner Meinung nach genau die richtige Mischung aus langen, tiefenpsychologischen Ausführungen und kurzen Kapiteln zur Auflockerung getroffen. Nicht alle behandelten Themen sind gleich ernst und manche nur aus Spaß enthalten, aber so ist das Buch ein kurzweiliges Leseerlebnis, bei dem man sich ein ums andere Mal fragt, ob man vor dieser oder jener Sache nicht doch Angst hat.

Die äußere Gestaltung des Hardcovers ist auch sehr hochwertig und ansprechend. Die Goldprägung des Titels macht das Buch zu einem echten Hingucker im Regal. In den Kapiteln sind außerdem immer mal wieder schwarz-weiße Illustrationen, die den Text auflockern.

Bewertung vom 26.10.2023
Das Klugscheißerchen
Kling, Marc-Uwe

Das Klugscheißerchen


ausgezeichnet

Wenn man mit der Känguru-Trilogie von Marc-Uwe Kling vertraut ist, ist dieses vom Autor selbst gelesene Hörbuch wie ein Trip in die Vergangenheit. Es sind sogar ein paar kleine Easter Eggs im Buch versteckt.

Das Hörerlebnis ist wirklich fantastisch, die musikalische Untermalung ist lebhaft und passt zur Geschichte und die unterschiedlichen Charaktere lassen sich gut unterscheiden. Die Handlung ist kurzweilig und für Kinder gut nachvollziehbar, hat aber auch für Erwachsene ihren eigenen Witz. Besonders das Klugscheißerchen ist so trocken und altklug, dass ich mehrmals loslachen musste, weil mich ein Witz so aus der Kalten erwischt hat.

Eine amüsante Geschichte für Familien, in denen es kleine oder große Besserwisser gibt. Ich hab schon ein paar Ideen, bei wem das Buch dieses Jahr unterm Weihnachtsbaum landen wird. :)