Entscheiden zu können, bedeutet Macht. Folglich wurden die Domkapitel des Alten Reichs bisher hauptsächlich in ihrer Rolle als Antagonisten zu den regierenden Fürstbischöfen untersucht. Die vorliegende Arbeit zeigt hingegen die Wechselwirkungen zwischen beiden Sphären auf, wobei die Fürstbischöfe auch von der Stellung und dem Sozialkapital der Domherren profitierten. Darüber hinaus verfügte das Kapitel über einen umfangreichen vom Hochstift unabhängigen Verwaltungsapparat. Die internen Beschlusspraktiken legen offen, welchen Einfluss einzelne Kapitulare auf die Abstimmungen des Gremiums nehmen konnten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts scheiterten Reformprojekte vor allem an internen Differenzen.
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