Zwischen Traum und Trugbild – ein Roman voller leiser Abgründe
Dieser Roman entzieht sich jeder einfachen Schublade. Er ist kein Mainstream, kein schnell konsumierbares Buch für zwischendurch, sondern ein Werk, das fordert, nachklingt und sich Zeit nimmt, seine Wirkung zu entfalten. Die Sprache
ist präzise, stellenweise kühl, aber immer atmosphärisch dicht – wie ein feiner Film, der in…mehrZwischen Traum und Trugbild – ein Roman voller leiser Abgründe
Dieser Roman entzieht sich jeder einfachen Schublade. Er ist kein Mainstream, kein schnell konsumierbares Buch für zwischendurch, sondern ein Werk, das fordert, nachklingt und sich Zeit nimmt, seine Wirkung zu entfalten. Die Sprache ist präzise, stellenweise kühl, aber immer atmosphärisch dicht – wie ein feiner Film, der in langsamen Bildern erzählt, was zwischen den Zeilen geschieht.
Im Mittelpunkt steht Jonas, ein Suchender, Getriebener, manchmal Beobachter seines eigenen Lebens. Ihm gegenüber steht Elena, geheimnisvoll und distanziert, mehr Projektion als greifbare Person. Was zwischen ihnen geschieht, ist weniger eine Liebesgeschichte als ein Spiegel von Sehnsucht, Selbsttäuschung und der Jagd nach Bedeutung.
Besonders beeindruckend ist, wie der Roman die Orte zum Sprechen bringt: das blendende Licht am Kap und der kühle Nachgeschmack des Weins, der alles verbindet und zugleich trennt. Unter dieser Oberfläche brodelt es – Vergangenheit, Schuld und Illusion verschmelzen zu einem feinen, bitteren Nachhall.
Was bleibt, ist eine tragische Geschichte, die mehr Fragen stellt, als sie beantwortet. Kein Buch für jeden, aber für jene, die sich auf Zwischentöne, Stille und Abgründe einlassen, ein stiller Genuss. Ein Roman, der nicht gefallen will – und gerade deshalb lange im Gedächtnis bleibt.