Reporter Markus und Fotografin Elif sollen einen Beitrag über historische Schreittänze aus der Zeit Jane Austens und deren Fans schreiben. Sie erfahren, dass in einem Schlosshotel im fränkischen Städtchen Ellingen ein „Regency-Event“ stattfindet, das abschließend ein Ball in historischen Kostümen
krönt. Sofort mieten sie sich dort ein, denn diese Veranstaltung verspricht eher spektakuläre Bilder…mehrReporter Markus und Fotografin Elif sollen einen Beitrag über historische Schreittänze aus der Zeit Jane Austens und deren Fans schreiben. Sie erfahren, dass in einem Schlosshotel im fränkischen Städtchen Ellingen ein „Regency-Event“ stattfindet, das abschließend ein Ball in historischen Kostümen krönt. Sofort mieten sie sich dort ein, denn diese Veranstaltung verspricht eher spektakuläre Bilder als der Besuch einer Tanzschule. Beide sind keine Fans der Szene, doch was sie erwartet, übertrifft ihre Vorstellung bei weitem ...
Autorin Sigrun Arenz entführt uns in ihrem Cosy Crime „16 Uhr 50 ab Ellingen“ in die Welt von Bridgerton und Downtown Abbey. Das Ambiente ist schön, doch der Fall erfüllte nicht ganz meine Erwartungen.
Britische und deutsche Regency-Enthusiasten reisen nach Ellingen. Die meisten Teilnehmer des Tanz-Spektakels kennen sich vom „Jane-Austen-Festival“ in Bath. Das neu eröffnete Schlosshotel erweist sich als idyllisch, auch wenn der historische Ballsall wegen eines Wasserschadens nicht nutzbar ist. Stattdessen steht ein frisch renoviertes Nebengebäude für den Ball bereit. Das Event startet mit Kutschfahrten, Workshops und Afternoon-Tea. Kleinere Streitigkeiten beschäftigen die Teilnehmer. Während die einen Reißverschlüsse an ihrem Kostüm im nicht sichtbaren Bereich akzeptieren, lehnen die Traditionalisten solche Anachronismen ab. Also business as usual, bis am Tage des Balls eine Teilnehmerin tot aufgefunden wird - ermordet, wie sich bald herausstellt.
Sigrun Arenz schreibt flüssig und bildhaft. Sie lässt die Leidenschaft der Fans für die historischen Tänze des frühen 19. Jahrhunderts nachvollziehbar erscheinen. Der Krimi ist wie ein Regency-Tanz aufgebaut, beginnend mit der „Aufforderung“ über die „Aufstellung“ bis hin zum „Ausklang“ After the dance. Das hat mir gut gefallen.
Jeder der Regency Fans scheint Geheimnisse zu verbergen und auch der Ballsaal gibt Rätsel auf, denn der angebliche Wasserschaden entpuppt sich als mutwillige Zerstörung der historischen Bausubstanz. Markus und Elif beginnen zu recherchieren und befinden sich bald auf Mördersuche.
Der Mord wird schlussendlich zufriedenstellend aufgeklärt, aber mich hat das Motiv für die Tat nicht völlig überzeugt. Auch das von mir geliebte Mitraten war nur bedingt möglich, da einige wichtige Fakten erst gegen Ende offen gelegt werden. Die Hauptcharaktere Elif und Markus haben mich überzeugt, doch den übrigen Protagonisten fehlte es leider an Tiefe. Mancher Verdacht und angebliche Motive wirken etwas bemüht. Insgesamt mangelt es, auch für einen Cosy Crime an Spannung. Der unblutige Fall erweist sich als leichte Unterhaltung bei einem leckeren Afternoon-Tea an einem gemütlichen Winternachmittag.
3,5 Sterne