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Claudia fährt mit Jan in ein Wellnesshotel irgendwo im Grenz-gebiet zwischen Österreich und Liechtenstein. Man hat sie zu einer literaturwissenschaftlichen Tagung eingeladen, dabei ist ihr Roman schon vor zwei Jahren erschienen und erwartungsgemäß von der Kritik ignoriert worden. Nicht mal Jan hat ihn gelesen. Sie verbringen die Tage mit merkwürdigem Sex und noch merkwürdigeren Mahlzeiten. Julius sucht seine Schwester Nora über soziale Netzwerke, er hat sie vor Jahren aus den Augen verloren, jetzt will er ihr vom Tod der Mutter berichten, die im Gefängnis unter ungeklärten Umständen verstorben…mehr

Produktbeschreibung
Claudia fährt mit Jan in ein Wellnesshotel irgendwo im Grenz-gebiet zwischen Österreich und Liechtenstein. Man hat sie zu einer literaturwissenschaftlichen Tagung eingeladen, dabei ist ihr Roman schon vor zwei Jahren erschienen und erwartungsgemäß von der Kritik ignoriert worden. Nicht mal Jan hat ihn gelesen. Sie verbringen die Tage mit merkwürdigem Sex und noch merkwürdigeren Mahlzeiten. Julius sucht seine Schwester Nora über soziale Netzwerke, er hat sie vor Jahren aus den Augen verloren, jetzt will er ihr vom Tod der Mutter berichten, die im Gefängnis unter ungeklärten Umständen verstorben ist. Nora lebt wohlstandsgelangweilt mit Karim zusammen, sie hat viel Geld mit Weinboutiquen gemacht, er mit Computerspielen. Hast du Lust ein bisschen zu schießen? fragt sie Julius. Der hätte eigentlich lieber ferngesehen ...Rödings Figuren bewegen sich durch eine gefährlich surrende Gegenwart, sie sind gleichermaßen überspannt wie kontrolliert. Man sieht viel fern, das Internet ist überall. Während im Hintergrund schon wieder irgendein Nahost-Konflikt lautlos über den Bildschirm zieht, versucht man sich verzweifelt in unverbindlicher Kommunikation. Alles ist existenziell, nichts ist wichtig. "20XX" ist gleichermaßen erschreckend komisch wie grandios traurig und die Held_innen sind umsponnen von einer virtuos entworfenen Verlorenheit.
Autorenporträt
_ 1990 in Stuttgart, wuchs in Süddeutschland auf. Studium der Filmwissenschaft in Wien, Frankfurt am Main und an der University of Illinois. Lebt in Frankfurt am Main.Bei Luftschacht erschienen: "Die Möglichkeit eines Gesprächs" (Roman, 2017) "Die Stille am Ende des Flurs" (Erzählungen, 2013)
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Warum der Verlag Philipp Rödings "20XX" als Roman ausgibt, ist Rezensent Martin Lhotzky ein Rätsel - und es soll nicht das einzige bleiben. Wenn der junge Autor, der Filmtheorie studierte, hier sätzeweise von Speisefolgen, Medikamenten und Weinsorten erzählt, zwischendurch ein ganzes Ensemble von Figuren auftreten lässt, perspektivisch und chronologisch springt, ohne einen Handlungsfaden zu knüpfen, verliert Lhotzky neben dem Überblick auch das Interesse. Zwischen den Schilderungen von Irak-Krieg, 11. September, Sexsklaven-Schicksalen und Selbstdiagnosen macht der Rezensent immerhin ein paar gut gezeichnete Figurenporträts aus.

© Perlentaucher Medien GmbH