Die Nobilitierungspraxis der Habsburgermonarchie hatte seit jeher die Aufgabe, durch die Auszeichnung von Einzelpersonen gesellschaftliche Prozesse im Sinne herrscherlicher und staatlicher Entscheidungsträger zu beeinflussen. Gleichzeitig schuf diese Form der Symbolpolitik eine enge Verbindung zwischen dem Monarchen und seinen Untertanen, weshalb sie bis zuletzt in weiten Teilen eine Prärogative des Kaisers blieb. Damit war sie zum einen von traditioneller Herrschaftsausübung, zum anderen von der Entstehung moderner Staatlichkeit und den sich ausdifferenzierenden Verwaltungsinstitutionen gekennzeichnet. Die Studie belegt für die Regierungszeit Kaiser Franz Josephs I., dass beide Aspekte die "Entscheidenskultur" der Nobilitierungspraxis und deren Transformation in ein Politikfeld geprägt haben.
»Ihre [Marion Dotters] kenntnisreiche Studie bildet [...] einen wichtigen Baustein für die Bewertung der späten Habsburgermonarchie, indem sie einen wichtigen Einblick in die Entscheidungspraxis des Wiener Hofes und vor allem von Kaiser Franz Joseph I. liefert.«
Heidi Hein-Kircher, H-Soz-Kult, 01.09.2025
Heidi Hein-Kircher, H-Soz-Kult, 01.09.2025







