Estland zur Zeit der deutschen Besatzung: Während sich Roland versteckt hält, weil er immer noch an die estnische Befreiung glaubt, versucht Edgar ins Zentrum der Machthaber vorzustoßen. Seine Frau Juudit verliebt sich in einen hohen deutschen Offizier, nicht ahnend, dass ihr Mann über genau diesen Offizier die Karriereleiter emporklettern möchte. Nach dem Krieg werden die Karten neu gemischt, Estland steht unter der Besatzung der Sowjets, und wieder ist es Edgar, der hofft, seiner Vergangenheit zum Trotz auch bei den Kommunisten eine herausragende Rolle zu spielen.
Estland zur Zeit der deutschen Besatzung: Während sich Roland versteckt hält, weil er immer noch an die estnische Befreiung glaubt, versucht Edgar ins Zentrum der Machthaber vorzustoßen. Seine Frau Juudit verliebt sich in einen hohen deutschen Offizier, nicht ahnend, dass ihr Mann über genau diesen Offizier die Karriereleiter emporklettern möchte. Nach dem Krieg werden die Karten neu gemischt, Estland steht unter der Besatzung der Sowjets, und wieder ist es Edgar, der hofft, seiner Vergangenheit zum Trotz auch bei den Kommunisten eine herausragende Rolle zu spielen.
Sofi Oksanen, geboren 1977, Tochter einer estnischen Mutter und eines finnischen Vaters, studierte Dramaturgie an der Theaterakademie von Helsinki. Mit ihrem dritten Roman "Fegefeuer" gelang ihr der literarische Durchbruch: Der Roman stand monatelang auf Platz eins der finnischen Bestsellerliste, wurde in 38 Länder verkauft und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Finlandia-Preis, dem Nordischen Literaturpreis und dem Europäischen Buchpreis.
Rezensionen
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Von Sofi Oksanens neuem Roman "Als die Tauben verschwanden" ist Rezensentin Katharina Teutsch nicht ganz überzeugt. Die Geschichte um die Cousins Roland und Edgar, die sich auf unterschiedliche Weise im Zweiten Weltkrieg in Estland mit Nationalisten, Partisanen, Genossen und Nazi-Schergen auseinandersetzen, fordert der Kritikerin im Laufe der Handlung doch etwas zu viele Opfer, als dass der Roman sonderlich differenziert erscheinen kann. Einen Spionage-Thriller liest die Rezensentin hier ebenso wie eine Dreieckgeschichte um einen Wehrmachtssoldaten, der sowohl mit Edgar als auch mit seiner Frau anbändelt. Dabei bleiben ihr die Figuren in ihrer Bedeutungsschwere allerdings leider zu blass. Und so muss sie schließlich gestehen, dass der Roman, trotz des Verdienstes, ein wenig beleuchtetes Kapitel jüngerer Zeitgeschichte zu behandeln, kein großer "literarischer Wurf" ist.