Joachim Fest berichtet über Begegnungen mit prominenten Persönlichkeiten, die sein Leben prägten. Das Spektrum der Bildnisse reicht von Hannah Arendt bis Golo Mann, von Ulrike Meinhof bis Sebastian Haffner. Und im Spiegel der Porträtierten gibt der autor zugleich einen Einblick in seine eigene Biographie.
Nicht besonders viel kann Rezensent Alexander Kluy mit Joachim Fests Erinnerungen an Intellektuelle und Künstler anfangen. Teilweise findet er das Buch "seltsam", nicht im Sinne von "matt", sondern von "rätselhaft, rätselhaft unberührt". Neben einigen gelungenen Kapiteln wie denen über Johannes Groß, Hannah Arendt, Ulrike Meinhof oder Trevor-Roper findet der Rezensent eine ganze Reihe, die ihm weniger gefallen. Er hebt hervor, dass es Fest nicht recht gelinge, einen "habituellen Konservativismus" als solchen sympathetisch zu sezieren, ohne ihn zu denunzieren, weil er selber einem solchen Habitus anhänge. "Zu sehr übers verwandte Objekt gebeugt", kritisiert Kluy, "schrumpft die Horizontlinie." Vor allem aber stört sich der Rezensent an Fests "gravitätischen, gesuchten Stil", der einem lebendigen Überdauern der Porträtierten im Wege stehe: "Sein Stil unterbindet eine persönliche Spontaneität, verhindert eine schnelle pointillistische Skizze, verlangsamt das Empfinden."
© Perlentaucher Medien GmbH
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