Schade – dieser Artikel ist leider ausverkauft. Sobald wir wissen, ob und wann der Artikel wieder verfügbar ist, informieren wir Sie an dieser Stelle.
  • Gebundenes Buch

1 Kundenbewertung

Filiz wächst in einem kurdischen Dorf in der Türkei auf. Sie ist zwölf, als sie sich in den um wenige Jahre älteren Yunus verliebt und mit ihm von einem gemeinsamen Leben im Westen träumt: »'Wie wollen wir leben, Yunus?' / 'In Jeans. Wir werden Jeanshosen tragen. In Deutschland.'« Mit fünfzehn heiratet sie Yunus - heimlich und gegen den Willen ihres Vaters. Doch mit der Hochzeit platzen auch die Träume von Freiheit und Autonomie: Statt Jeans trägt Filiz jetzt Burka; gemeinsam mit den drei Kindern, die in dieser Ehe geboren werden, ist sie der körperlichen und seelischen Brutalität ihres Mannes…mehr

Produktbeschreibung
Filiz wächst in einem kurdischen Dorf in der Türkei auf. Sie ist zwölf, als sie sich in den um wenige Jahre älteren Yunus verliebt und mit ihm von einem gemeinsamen Leben im Westen träumt: »'Wie wollen wir leben, Yunus?' / 'In Jeans. Wir werden Jeanshosen tragen. In Deutschland.'« Mit fünfzehn heiratet sie Yunus - heimlich und gegen den Willen ihres Vaters. Doch mit der Hochzeit platzen auch die Träume von Freiheit und Autonomie: Statt Jeans trägt Filiz jetzt Burka; gemeinsam mit den drei Kindern, die in dieser Ehe geboren werden, ist sie der körperlichen und seelischen Brutalität ihres Mannes und ihrer Schwiegermutter ausgesetzt. Daran ändert auch die Emigration der Familie in den Westen nichts - vorerst. Denn nach einer neuerlichen Eskalation der Gewalt gelingt Filiz das vermeintlich Unmögliche: die Befreiung aus physischer und psychischer Abhängigkeit.Katharina Winklers Debütroman »Blauschmuck« beruht zur Gänze auf wahren Begebenheiten. Er macht die Abgründe von Abhängigkeit und brutaler Unterdrückung anschaulich und erzählt vom Leben einer Frau, in dem Liebe und Gewalt nicht nur untrennbar, sondern nicht mehr zu unterscheiden sind.
Autorenporträt
Winkler, KatharinaKatharina Winkler, geboren 1979 in Wien, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft. Mit Blauschmuck erschien im Suhrkamp Verlag 2016 ihr vielfach ausgezeichneter Debütroman. Das Buch wurde in sechs Sprachen übersetzt und erhielt u.a. den baskischen Buchpreis Premio Euskadi de Plata für den besten deutschsprachigen Roman sowie den französischen Prix du premier roman étranger 2017, den Preis für das beste fremdsprachige Debüt. (au) revoir Édith Piaf! ist Katharina Winklers Theaterdebüt. Die Autorin lebt in Berlin.
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

"In unserem Tal leben hundert blaue Frauen," erzählt die 12-jährige Filiz über das kurdische Dorf, in dem sie aufwächst. Und dann beschreibt sie, wie diese das Blau tragen: als Medaillon unter dem Hals, als Armband ums Handgelenk oder um die Fesseln. Das Blau ist kein wirklicher Schmuck. Es sind Hämatome, zugefügt durch Misshandlungen der Männer. Wer keine hat, gehört nicht richtig dazu, so Filiz. Und so werden die Verletzungen tatsächlich zu einer Art Schmuck, der signalisiert, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Zu Beginn von Katharina Winklers Debütroman ist Filiz noch zart "geschmückt". Dann heiratet sie Yunus, und das Blau wird dunkler, hässlicher, sodass es nicht mehr möglich ist, es zu romantisieren. Winkler beschreibt die Gewalt aus Filiz' Perspektive so eindringlich, so brutal, dass nach der Lektüre ein Gefühl zurückbleibt wie ein blauer Fleck. Dieses Buch hallt lange nach. Dem Mann wird seine Verantwortung nicht abgesprochen und dennoch wird auch er als Leidender gezeigt, gefangen in einem Familiensystem, in starrer Tradition. Umso besser, dass es Filiz in der tatsächlich passierten Geschichte, die Winkler aufgeschrieben hat, gelungen ist, aus diesem System zu entkommen.

© BÜCHERmagazin, Katharina Manzke
»... Katharina Winkler hat eine Sprache gefunden, die diesem Stoff angemessen ist. Da ist zunächst der äußerst reduzierte Stil, in dem sie Filiz erzählen lässt, wie mit dem Blick auf den Boden gerichtet und doch beharrlich genug, um ihrer Geschichte endlich Raum zu geben.« Sandra Kegel Frankfurter Allgemeine Zeitung 20160423