Musik und Ideologie Musikwissenschaft und Musikgeschichtsschreibung entstanden in ihrer bis heute gültigen Form im 18./19. Jahrhundert parallel mit dem sich herausbildenden Bürgertum. Der Autor geht den politischen Untertönen in den Musikgeschichten jener Zeit nach und zeigt, wie das ästhetische Urteil über Musik von zeitgenössischen Ideologien meist unbewusst gesteuert wurde. Er arbeitet heraus, in welch großem Maße bürgerliche Ideale wie Fortschritt und Emanzipation, Nationalismus und Moral die Musikrezeption der Zeit bestimmt haben.
Musik und Ideologie Musikwissenschaft und Musikgeschichtsschreibung entstanden in ihrer bis heute gültigen Form im 18./19. Jahrhundert parallel mit dem sich herausbildenden Bürgertum. Der Autor geht den politischen Untertönen in den Musikgeschichten jener Zeit nach und zeigt, wie das ästhetische Urteil über Musik von zeitgenössischen Ideologien meist unbewusst gesteuert wurde. Er arbeitet heraus, in welch großem Maße bürgerliche Ideale wie Fortschritt und Emanzipation, Nationalismus und Moral die Musikrezeption der Zeit bestimmt haben.Hinweis: Dieser Artikel kann nur an eine deutsche Lieferadresse ausgeliefert werden.
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Autorenporträt
Frank Hentschel, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Assistent und Privatdozent am Musikwissenschaftlichen Seminar der FU Berlin.
Inhaltsangabe
Inhalt Vorwort 9 Einleitung 10 TEIL I: URTEILSFUNDAMENT 23 1. Kapitel: Die Grenzen der Vernunft 25 1.1.Diesseits der Vernunft 25 1.1.1.Richtige Musik 26 1.1.2.Wahre Schönheit 29 1.1.3.Wahre Schönheit und richtige Musik 44 1.2.Jenseits der Vernunft 48 1.2.1.Verlust des ästhetischen Fundaments 49 1.2.2.Fortdauer des Urteils 66 1.2.3.Urteil ohne Grundlage74 2. Kapitel: Bildungsbürgerliche Autorisierung des Urteils 84 2.1.Das illegitime Urteil: Publikumsapplaus 88 2.2.Substituierung des Arguments 103 2.3.Der Musikgelehrte als Gebildeter 114 2.4.Aufwertung der Musik zum Bildungsgut 120 2.5.Verankerung der Musik im kulturellen Gedächtnis 140 2.6.Musikhistorische Autorität und Öffentlichkeit 146 TEIL II: TIEFENSTRUKTUREN158 3. Kapitel: Fortschrittsdenken und die Konsequenzen 160 3.1.Das chronozentrische Prinzip 160 3.1.1.Musikgeschichte als einfache Fortschrittsgeschichte 161 3.1.2.Historistische Irritationen von außen 168 3.1.3.Zur Methode: Relativismus und Rationalität 178 3.1.4.Historistische Irritationen von innen 187 3.1.5.Musikgeschichte als komplexe Fortschrittsgeschichte 197 3.1.6.Zur Verortung der Fluchtpunkte 208 3.2.Kulturgeschichte und Ethnozentrismus 217 3.2.1.Entzeitlichung: Chronologie und Geografie 217 3.2.2.Zerrbilder: Wilde und zivilisierte Musik 224 3.2.3.Das chronozentrische Ohr 236 3.2.4.Superioritätsdenken und kulturelle Selbstversicherung 243 3.2.5.Differenzvermutung als heuristisches Ideal 249 4. Kapitel: Musikgeschichte als Emanzipationsprozess 257 4.1.Die unmittelbaren Bedeutungen 258 4.2.Metaphorisierung 277 4.2.1.Übertragung auf die fundamentale Kulturgeschichte 278 4.2.2.Übertragung auf musikalisch-technische Elemente 285 4.2.3.Zur Konstruktion der Emanzipationsgeschichten 301 4.2.4.Unabhängigkeitserklärung der Musik: die Idee der künstlerischen Autonomie 306 4.3.Über Denkmuster 315 TEIL III: LEITMOTIVE332 5. Kapitel: Nationalismus 334 5.1.Nationalcharaktere 337 5.1.1.Ethnozentrismus und Nationalismus 337 5.1.2.Das Deutsche 340 5.1.3.Das Italienische 353 5.1.4.Nationaletiketten 356 5.1.5.Stereotypisierung 359 5.1.6.Nationalcharakter zwischen Kulturtheorie und Biologismus 372 5.2.Die Nation als Geschichtsgröße 383 5.2.1.Staffellaufmodell 384 5.2.2.Die Dialektik von Italien und Deutschland 389 5.2.3.Vollendung und Universalisierung der Musik durch Deutschland 393 5.2.4.Die Nation als Akteur der Musikgeschichte 402 5.3.Nationalstolz 406 5.4.Nation und Aristokratie 413 5.5. Nationalstereotype und Nationalstaat 416 6. Kapitel: Bürgerliche Lebensführung 427 6.1.Vor- und Gegenbilder 429 6.2.Der Zusammenhang von Musik und Moral 439 6.2.1.Das ethische Prinzip der Musik 441 6.2.2.Antike und frühes Christentum als historische Prototypen 444 6.2.3.Volkserziehung 448 6.3.Tugenden und Untugenden 453 6.3.1.Tugenden staatsbürgerlicher Stärke 453 6.3.2.Tugenden bürgerlicher Ordnung und Mäßigung 457 6.3.3.Zur Semantik der moralischen Wertbegriffe 467 6.4.Christliche Religion 473 6.4.1.Bruch und Kontinuität 474 6.4.2.Wahre Kunst 482 Ende 486 Verzeichnis der zitierten Literatur 490 1. Abkürzungen 490 2. Primärliteratur 491 3. Sekundärliteratur 502 Register 523
Inhalt Vorwort 9 Einleitung 10 TEIL I: URTEILSFUNDAMENT 23 1. Kapitel: Die Grenzen der Vernunft 25 1.1.Diesseits der Vernunft 25 1.1.1.Richtige Musik 26 1.1.2.Wahre Schönheit 29 1.1.3.Wahre Schönheit und richtige Musik 44 1.2.Jenseits der Vernunft 48 1.2.1.Verlust des ästhetischen Fundaments 49 1.2.2.Fortdauer des Urteils 66 1.2.3.Urteil ohne Grundlage74 2. Kapitel: Bildungsbürgerliche Autorisierung des Urteils 84 2.1.Das illegitime Urteil: Publikumsapplaus 88 2.2.Substituierung des Arguments 103 2.3.Der Musikgelehrte als Gebildeter 114 2.4.Aufwertung der Musik zum Bildungsgut 120 2.5.Verankerung der Musik im kulturellen Gedächtnis 140 2.6.Musikhistorische Autorität und Öffentlichkeit 146 TEIL II: TIEFENSTRUKTUREN158 3. Kapitel: Fortschrittsdenken und die Konsequenzen 160 3.1.Das chronozentrische Prinzip 160 3.1.1.Musikgeschichte als einfache Fortschrittsgeschichte 161 3.1.2.Historistische Irritationen von außen 168 3.1.3.Zur Methode: Relativismus und Rationalität 178 3.1.4.Historistische Irritationen von innen 187 3.1.5.Musikgeschichte als komplexe Fortschrittsgeschichte 197 3.1.6.Zur Verortung der Fluchtpunkte 208 3.2.Kulturgeschichte und Ethnozentrismus 217 3.2.1.Entzeitlichung: Chronologie und Geografie 217 3.2.2.Zerrbilder: Wilde und zivilisierte Musik 224 3.2.3.Das chronozentrische Ohr 236 3.2.4.Superioritätsdenken und kulturelle Selbstversicherung 243 3.2.5.Differenzvermutung als heuristisches Ideal 249 4. Kapitel: Musikgeschichte als Emanzipationsprozess 257 4.1.Die unmittelbaren Bedeutungen 258 4.2.Metaphorisierung 277 4.2.1.Übertragung auf die fundamentale Kulturgeschichte 278 4.2.2.Übertragung auf musikalisch-technische Elemente 285 4.2.3.Zur Konstruktion der Emanzipationsgeschichten 301 4.2.4.Unabhängigkeitserklärung der Musik: die Idee der künstlerischen Autonomie 306 4.3.Über Denkmuster 315 TEIL III: LEITMOTIVE332 5. Kapitel: Nationalismus 334 5.1.Nationalcharaktere 337 5.1.1.Ethnozentrismus und Nationalismus 337 5.1.2.Das Deutsche 340 5.1.3.Das Italienische 353 5.1.4.Nationaletiketten 356 5.1.5.Stereotypisierung 359 5.1.6.Nationalcharakter zwischen Kulturtheorie und Biologismus 372 5.2.Die Nation als Geschichtsgröße 383 5.2.1.Staffellaufmodell 384 5.2.2.Die Dialektik von Italien und Deutschland 389 5.2.3.Vollendung und Universalisierung der Musik durch Deutschland 393 5.2.4.Die Nation als Akteur der Musikgeschichte 402 5.3.Nationalstolz 406 5.4.Nation und Aristokratie 413 5.5. Nationalstereotype und Nationalstaat 416 6. Kapitel: Bürgerliche Lebensführung 427 6.1.Vor- und Gegenbilder 429 6.2.Der Zusammenhang von Musik und Moral 439 6.2.1.Das ethische Prinzip der Musik 441 6.2.2.Antike und frühes Christentum als historische Prototypen 444 6.2.3.Volkserziehung 448 6.3.Tugenden und Untugenden 453 6.3.1.Tugenden staatsbürgerlicher Stärke 453 6.3.2.Tugenden bürgerlicher Ordnung und Mäßigung 457 6.3.3.Zur Semantik der moralischen Wertbegriffe 467 6.4.Christliche Religion 473 6.4.1.Bruch und Kontinuität 474 6.4.2.Wahre Kunst 482 Ende 486 Verzeichnis der zitierten Literatur 490 1. Abkürzungen 490 2. Primärliteratur 491 3. Sekundärliteratur 502 Register 523
Rezensionen
"Hentschel weist auf beeindruckende Art und Weise nach, welche Rolle die Musikwissenschaft zu einer Zeit, in der sie im Unterschied zu heute keinerlei Legitimationsprobleme kannte, bei der Konstituierung und Erhaltung bürgerlicher bzw. nationaler Identität spielte." (H-SOZ-U-KULT, 25.04.2009)
"Selten schlägt man ein Buch auf, das einem so rasch und klar vor Augen führt, warum es sich lohnt, mehr als 500 Seiten zu lesen." (Musikforschung, 01.03.2010)
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