Dieses Buch hat mich sehr berührt – auf eine leise, stille Art.
Das gleiche Leben. Nur anders. ist kein Roman, der laut wird oder sich in dramatischen Wendungen verliert. Es ist ein Buch, das langsam wirkt, das man nicht „verschlingt“, aber mit sich trägt. Ich habe es in ruhigen Momenten
gelesen.
Im Mittelpunkt steht eine große Traurigkeit, die sich durch den gesamten Roman zieht. Der Tod…mehrDieses Buch hat mich sehr berührt – auf eine leise, stille Art.
Das gleiche Leben. Nur anders. ist kein Roman, der laut wird oder sich in dramatischen Wendungen verliert. Es ist ein Buch, das langsam wirkt, das man nicht „verschlingt“, aber mit sich trägt. Ich habe es in ruhigen Momenten gelesen.
Im Mittelpunkt steht eine große Traurigkeit, die sich durch den gesamten Roman zieht. Der Tod der Mutter ist dabei nicht einfach ein Handlungselement, sondern etwas, das über allem liegt – wie ein Schleier. Diese Trauer ist nicht spektakulär, nicht aufdringlich, sondern ruhig, schwer und sehr realistisch. Genau das hat mich so berührt. Es fühlt sich an wie echte Trauer: mal dumpf, mal schmerzhaft klar, mal kaum spürbar und dann plötzlich wieder ganz präsent.
Der Protagonist Nick wirkt dabei sehr menschlich. Seine Unsicherheit, seine innere Distanz, sein Zögern – all das macht ihn glaubwürdig. Man begleitet ihn nicht, um eine große Entwicklung oder ein klares Ziel zu sehen, sondern um mitzuerleben, wie er sich durch Erinnerungen, Begegnungen und Stimmungen bewegt. Für mich liegt genau darin die Stärke des Romans.
Besonders eindrucksvoll fand ich die Atmosphäre des Buches. Der Heimatort, die Menschen von früher, die Gespräche – alles ist von einer gewissen Schwere durchzogen, ohne erdrückend zu sein. Es gibt viele ruhige Momente, in denen scheinbar wenig passiert, die aber emotional sehr dicht sind. Gerade diese Zurückhaltung macht das Buch so intensiv.
Die Sprache ist klar und unaufgeregt, manchmal fast poetisch, aber nicht überladen und trägt die Geschichte mit großer Ruhe. Es ist ein Buch, das nicht erklären will, sondern fühlen lässt. Man wird nicht an die Hand genommen, sondern darf selbst mitgehen, selbst spüren, selbst nachwirken lassen.
Ja, dieses Buch ist traurig. Aber es ist keine hoffnungslose Traurigkeit. Es ist eine stille, reife Traurigkeit, die zum Leben dazugehört. Für mich war das Lesen emotional fordernd, aber gleichzeitig sehr wertvoll. Es ist eines dieser Bücher, das mit einem ehrlichen Gefühl in Erinnerung bleibt.