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Das Jetzt der Lektüre - Christen, Felix
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Die Studie zu Hölderlins titellosem Entwurf, der durch Norbert von Hellingrath unter der Überschrift 'Der Ister' erstmals veröffentlicht wurde, verbindet in zwei Teilen eine editionsphilologische mit einer deutenden Annäherung an ein Gedicht, das aufgrund seiner komplexen handschriftlichen Verfasstheit nicht voraussetzungslos gegeben ist, sondern durch die Verfahren der Edition erst zum Gegenstand der Betrachtung wird. Folgt deshalb die Deutung stets einer Edition, so setzt umgekehrt die Edition, will sie nicht blind sein für die semantischen Zusammenhänge, die Schreibprozess und Schrift…mehr

Produktbeschreibung
Die Studie zu Hölderlins titellosem Entwurf, der durch Norbert von Hellingrath unter der Überschrift 'Der Ister' erstmals veröffentlicht wurde, verbindet in zwei Teilen eine editionsphilologische mit einer deutenden Annäherung an ein Gedicht, das aufgrund seiner komplexen handschriftlichen Verfasstheit nicht voraussetzungslos gegeben ist, sondern durch die Verfahren der Edition erst zum Gegenstand der Betrachtung wird. Folgt deshalb die Deutung stets einer Edition, so setzt umgekehrt die Edition, will sie nicht blind sein für die semantischen Zusammenhänge, die Schreibprozess und Schrift prägen, ein verstehendes Lesen voraus. Im ersten Teil der Arbeit wird eine ausführliche Kritik der historisch-kritischen Editionen der Ister-Entwürfe unternommen, die alle maßgeblichen Textkonstitutionen seit der ersten Erschließung in der Hellingrath'schen Ausgabe berücksichtigt. Auf Grundlage dieser Kritik wird ein eigener Editionsvorschlag vorgelegt. Der zweite Teil der Studie gewinnt in Auseinandersetzung mit Heideggers Vorlesung Hölderlins Hymne 'Der Ister' und mit Blick auf Hölderlins Verhältnis zur kantischen Philosophie, insbesondere zur 'transscendentalen Aesthetik', eine Fragestellung, nämlich die Frage nach der Zeit der Dichtung, von der ausgehend die Zeitlichkeit der Entwürfe und zugleich deren Sprachlichkeit untersucht werden. Ist die Sprachlichkeit der Entwürfe an deren spezifische handschriftliche Verfasstheit gebunden, so gilt nicht zuletzt dem Schreiben, wie es sich in der Schrift darstellt, die Aufmerksamkeit des die Arbeit beschließenden close reading, das die editionsphilologischen und philosophischen Argumente zusammenführt.
Autorenporträt
Felix Christen, Studium der Germanistik, Philosophie und Anglistik an der Universität Basel, der University of Nottingham und der Johns Hopkins University; seit 2006 Assistent am Deutschen Seminar der Universität Zürich; Publikationen u.a.: Eine andere Sprache. Friedrich Hölderlins Große Pindar-Übertragung, 2007; (Mithrsg.:) Schrift und Zeit in Franz Kafkas Oktavheften, 2010; Aufsätze zu Hölderlin, Celan, Kafka und Heidegger