Nicht lieferbar
Das sexuelle Leben des Immanuel Kant - Botul, Jean-Baptiste
Schade – dieser Artikel ist leider ausverkauft. Sobald wir wissen, ob und wann der Artikel wieder verfügbar ist, informieren wir Sie an dieser Stelle.
  • Broschiertes Buch

Immanuel Kant gilt als Prototyp des knochentrockenen Philosophen, dessen mönchische Lebensweise schon seine Zeitgenossen erheiterte. Nichtsdestoweniger - Mitte unseres Jahrhunderts emigriert eine Gemeinde glühender Kant-Anhänger aus Königsberg nach Paraguay, um dort ungestört als wahre Kantianer zu leben. Nur - das strenge Kopieren der keuschen, schrulligen Lebensweise des Meisters gefährdet den biologischen Fortbestand der Kolonie; es droht das natürliche Ende von Neu-Königsberg. Abhilfe verschafft der Kant-Kenner Jean-Baptiste Botul (1896-1945), der die bislang verborgen gebliebenen…mehr

Produktbeschreibung
Immanuel Kant gilt als Prototyp des knochentrockenen Philosophen, dessen mönchische Lebensweise schon seine Zeitgenossen erheiterte.
Nichtsdestoweniger - Mitte unseres Jahrhunderts emigriert eine Gemeinde glühender Kant-Anhänger aus Königsberg nach Paraguay, um dort ungestört als wahre Kantianer zu leben. Nur - das strenge Kopieren der keuschen, schrulligen Lebensweise des Meisters gefährdet den biologischen Fortbestand der Kolonie; es droht das natürliche Ende von Neu-Königsberg. Abhilfe verschafft der Kant-Kenner Jean-Baptiste Botul (1896-1945), der die bislang verborgen gebliebenen erotischen und libidinösen Züge im Werk Immanuel Kants offen legt.
Diese Darstellung über Sittlichkeit und Sinnlichkeit, Erhabenheit und Sexualität fördern einige exemplarische Merkwürdigkeiten über das Verhältnis von Philosophie und Praxis zutage.
Rezensionen
"Der Denker Botul hat wie Sokrates und Christus nichts Schriftliches hinterlassen. Deshalb präsentiert auch die von Frédéric Pagès herausgegebene Vortragsreihe über Das sexuelle Leben des Immanuel Kant die Transkription eines grandiosen Feuerwerks französischer Rhetorik, das auf selten gewordene Weise Amusement mit Esprit vereint. Botul wählt listig die Position des Nicht-Kant-Spezialisten, will sich aber auch nicht aufs biographische Anekdotenerzählen herausreden. Er nimmt den Umweg übers Werk, das er mit neugierigem und zugleich naivem Blick auf seine sexuelle Metaphorik abklopft. Die Ernte ist reich - wenn auch nicht an skandalösen Enthüllungen. Botul folgt vielmehr der These einer unbedingten Treue Kants gegenüber dem Reinheitsgebot der reinen Vernunft. Der botulsche Diskurs ist somit ein faszinierendes Beispiel für einen dekonstruktiven Einsatz psycho- und kulturanalytischer Relektüren der Philosophie.

Dieser Botul ist ein Schelm, der es faustdick hinter den Ohren hat, und wenn es ihn nicht gegeben hat, so müsste man ihn erfinden. Die Zeit

"Botul entwirft nun in seinen Vorträgen unter Rückgriff auf zeitgenössische Biographen Kants und auf skurrile Randbemerkungen in seinen Werken eine Theorie der Sterilität, auf der letztlich Kants ganzes Denksystem beruhe. Sein strenges Werk, so Botuls desillusionierende Schlussfolgerung, tauge eben nicht zur Konvertierung in ein Lebensprogramm. Man kann aus den von Kant hinterlassenen Büchern gar kein Neu-Königsberg auferstehen lassen. Von Jean-Baptiste Botul wiederum, dem ominösen Exegeten, findet sich in den Bibliotheken nicht die geringste Spur. Will uns der französische Herausgeber Frédéric Pagès womöglich nur zuflüstern, dass Sexualität und Wahrheit weniger eng verflochten sind, als es dieser Tage den Anschein hat?" Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Botul will das Genie nicht mit biographischen Enthüllungen in den Schmutz ziehen oder als weltfremden Kauz denunzieren; er bewundert Kant vielmehr für seine Konsequenz - und deckt scharfsinnig und spielerisch die verborgenen Widersprüche und schwarzen Löcher seines Werks auf. Die Leerstelle von Kants Denken ist das Geschlecht, das unerkennbare ´Ding an sich´, an das sich auch seine sexuelle Diätethik knüpfte. Kant vermied jede Schweißabsonderung; er verurteilte das Spucken als Verschwendung von Lebenssaft, die Masturbation als Vergießen von Pneuma und Selbstmord auf Raten: Der geschlossene Kreislauf der Körpersäfte, das Zurückhalten des Spermas, war für ihn die Bedingung der Möglichkeit, am Leben und bei Verstand zu bleiben: Jungbrunnen und Quelle einer humanen, wenn auch nicht unfehlbaren Urteilskraft. Botuls ironische Apologie ist mehr als nur eine Satire auf die akademische Sorbonne-Philosophie. Und so ist dieses amüsante Büchlein zuletzt eine subtile Kritik der reinen Unvernunft im 20. Jahrhundert." Tages-Anzeiger
…mehr