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Als Vorsteher der Bielefelder Synagogen-Gemeinde und als Repräsentant des westfälischen Judentums war Willy Katzenstein (1874-1951) an der Gründung der Reichsvereinigung der deutschen Juden beteiligt. Seine Beziehungen zu zentralen jüdischen Organisationen in Berlin waren die Voraussetzung dafür, dass er nach 1933 soziale und wirtschaftliche Hilfseinrichtungen für die jüdische Bevölkerung Westfalens geschaffen und die Auswanderung vieler Juden und Jüdinnen ermöglicht hat. Im Londoner Exil hat Katzenstein eine umfangreiche Autobiographie verfasst, die von Johannes Altenberend eingeleitet und…mehr

Produktbeschreibung
Als Vorsteher der Bielefelder Synagogen-Gemeinde und als Repräsentant des westfälischen Judentums war Willy Katzenstein (1874-1951) an der Gründung der Reichsvereinigung der deutschen Juden beteiligt. Seine Beziehungen zu zentralen jüdischen Organisationen in Berlin waren die Voraussetzung dafür, dass er nach 1933 soziale und wirtschaftliche Hilfseinrichtungen für die jüdische Bevölkerung Westfalens geschaffen und die Auswanderung vieler Juden und Jüdinnen ermöglicht hat. Im Londoner Exil hat Katzenstein eine umfangreiche Autobiographie verfasst, die von Johannes Altenberend eingeleitet und kommentiert wird.https://www.regionalgeschichte.de/detailview?no=1523https://d-nb.info/1325244651
Autorenporträt
Willy Katzenstein, geb. 12.9.1874 in Bielefeld, war Rechtsanwalt und Notar in Bielefeld und Provinzialvorsitzender der liberalen Deutschen Demokratischen Partei. 1908 wurde er in den Leitungsausschuss des Verbandes der Synagogengemeinden Westfalens und am 17.1.1933 zum Vorsteher der jüdischen Gemeinde Bielefeld gewählt. Aufgrund seines jüdischen Glaubens wurde er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verfolgt. Im Mai 1939 brachte er seine beiden Töchter Marianne und Eva mit einem Kindertransport nach England in Sicherheit. Drei Wochen später folgte das Ehepaar Katzenstein seinen Kindern in das Londoner Exil. Katzenstein starb am 8.4.1951 in London. https://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Katzenstein
Rezensionen
Willy Katzensteins Autobiografie gibt beeindruckende Einblicke in seine Gedankenwelt als assimilierter Jude. Die von Johannes Altenberend aufwendig eingeleiteten und kommentierten Selbstzeugnisse offenbaren die Lebenswelten des 1874 in Bielefeld geborenen Rechtsanwalts, Vertreters des liberalen Judentums und politisch in der Deutschen Demokratischen Partei der Weimarer Zeit aktiven Bielefelder Bürgers. Als Jude musste er trotzdem in der NS-Zeit seine Heimat verlassen. Er starb 1951 im Londoner Exil. Das Buch umfasst Willy Katzensteins im Exil verfasste Autobiografie bis zu seiner Auswanderung. Ergänzt wird die Autobiografie durch Gedichte von 1939, Katzensteins Artikel in jüdischen Zeitungen, sein Kriegstagebuch und Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918. Im Anhang werden alle Dokumente umfangreich und vorbildlich erschlossen. Besonders beeindruckend sind Katzensteins Einblicke in seine Gedankenwelt als assimilierter Jude, seine realistischen Einschätzungen derLage nach der Machtergreifung Hitlers, die er als »Katastrophe« beschreibt und seine Bemühungen, die schwersten Folgen der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik innerhalb der »Reichsvereinigung der deutschen Juden« und seinem Engagement für die Emigration vieler Jüdinnen und Juden zu beeinflussen. Christoph Laue, in: HF, Nr. 132, Neue Westfälische, Herford, 19.3.2025