Es gab eine Epoche, in der man, wenn verschiedene Lebewesen aufeinander trafen, nicht genau wusste, ob es sich um Tiere oder Götter, Dämonen oder Ahnen handelte. Oder einfach um Menschen. Eines Tages, der viele tausend Jahre dauerte, machte Homo etwas, das noch keiner versucht hatte: Er begann die Tiere nachzuahmen, die ihn jagten, die Raubtiere. Er wurde zum Jäger. Es war ein langer und schwieriger Prozess, der Spuren und Narben in Riten und Mythen und im Verhalten hinterließ.
Zahlreiche Kulturen, räumlich und zeitlich weit voneinander entfernt, brachten einige dieser dramatischen und erotischen Geschehnisse in Verbindung mit der Himmelsregion zwischen Sirius und Orion: dem Ort des Himmlischen Jägers. Dessen Geschichten, in dieses Buch hineingeflochten, greifen in viele Richtungen aus, reichen vom Paläolithikum über Ägypten und das alte Griechenland bis zur Turingmaschine. Sie erkunden die verborgenen Verbindungen innerhalb dieses einen, nicht einzugrenzenden Territoriums, das der Geist ist.
Zahlreiche Kulturen, räumlich und zeitlich weit voneinander entfernt, brachten einige dieser dramatischen und erotischen Geschehnisse in Verbindung mit der Himmelsregion zwischen Sirius und Orion: dem Ort des Himmlischen Jägers. Dessen Geschichten, in dieses Buch hineingeflochten, greifen in viele Richtungen aus, reichen vom Paläolithikum über Ägypten und das alte Griechenland bis zur Turingmaschine. Sie erkunden die verborgenen Verbindungen innerhalb dieses einen, nicht einzugrenzenden Territoriums, das der Geist ist.
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
"Imposant" nennt der hier rezensierende Kulturwissenschaftler Thomas Macho den achten Band von Roberto Calassos groß angelegter Enzyklopädie. Die Grenzen zwischen Themen und Sprachen, zwischen Roman, Sachbuch und Essay immer wieder leichtfüßig überschreitend, denkt der italienische Kulturphilosoph hier über das Jagen als Kulturtechnik nach, klärt der Kritiker auf, der bei Calasso nachliest, wie sich der Mensch zunehmend dem Raubtier anglich und mit dem Töten, Opfern und dem Fleischverzehr das "Zeitalter des Bewusstseins" und der Selbstreflexion einsetzte. Bezüge zu Elias Canettis "Masse und Macht", aber auch zu Ovids "Metamorphosen", Platons "Gesetzen" oder den Forschungen des Anthropologen Lewis R. Binford machen den Band für Macho zu einem ebenso gelehrten wie pointenreichen Lektüreereignis.
© Perlentaucher Medien GmbH
© Perlentaucher Medien GmbH
»Calasso ... ist ein mitreißender Denker, der mit präzis geführten Schnitten durch das Gewebe populärer Gewissheiten rauscht.« Alfons Huckebrink neues deutschland 20210201







