"Der Hund, der sprechen konnte" von Günter Krieger ist eine satirische Geschichte über einen Hund, der auf witzige Weise in einer Familie aus dem fiktiven Eifeldorf Tupping für jede Menge Aufregung sorgt.
Das Cover mit dem drolligen Toffik und der Katze Leeroy vor dem Tannenbaum stellt dar, dass
die Geschichte zur Weihnachtszeit und dem Jahreswechsel spielt. Der Hund im Vordergrund ist der…mehr"Der Hund, der sprechen konnte" von Günter Krieger ist eine satirische Geschichte über einen Hund, der auf witzige Weise in einer Familie aus dem fiktiven Eifeldorf Tupping für jede Menge Aufregung sorgt.
Das Cover mit dem drolligen Toffik und der Katze Leeroy vor dem Tannenbaum stellt dar, dass die Geschichte zur Weihnachtszeit und dem Jahreswechsel spielt. Der Hund im Vordergrund ist der Hauptprotagonist und die Farben auf dem Cover, das dunkle Grün der Tanne, die roten Kugeln am Tannenbaum sowie dem heller werdenden Hintergrund strahlen eine Ruhe aus, die im Gegensatz zu den Ereignissen steht.
Die Geschichte beginnt in Polen, als Marek von seinem verstorbenen Onkel einen Hund mit Fledermausohren, kurzen Beinen, Stummelschwanz und einem Maul platt wie eine Flunder, erbt. Zunächst scheint Toffik wenig willkommen, schon während der Autofahrt sorgt er für leichte Aufruhr, als es Zeit für ihn wird zu defäkieren. Mit diesen und ähnlichen Worten, welche die Leserschaft zum Schmunzeln bringen, schafft Günter Krieger es mit seinem Sprachwitz eine lustige, interessante und teilweise satirische Story zu erzählen, die zum wahren Pageturner wird. Denn der Hund, der seine Sprachkünste zunächst einem Sachsen auf einem Parkplatz offenbart, indem er Beleidigungen ausspricht und damit das sagt, was sein neues Herrchen Marek denkt, spricht als nächstes auch mit seinem Herrchen. Er mahnt später auch die Tochter Leonie, an Silvester nicht zu viel Alkohol zu trinken, Marek sollte nicht so viel spielen und er verpetzt sein Herrchen vor dessen Ehefrau! Keine leichte Zeit für die Familie, die lernt, wie es ist, eine Berühmtheit im Haus zu haben, welche sämtliche Aufmerksamkeit, nicht nur die der Presse, auf sich zieht. Marek, seine Ehefrau Daria und Tochter Leonie sind von nun auf der Hut, um ihren Alltag nicht vollkommen aus dem Ruder laufen zu lassen.
Es wird schnell deutlich, dass der Hund ein vollwertiges Familienmitglied geworden ist, der sich in seinem neuen Zuhause auch sehr wohl fühlt, wenn man das aus seinen Äußerungen, in denen er kundtut, dass er alles geil findet, schließen möchte. Dass der Hund in seinem Zuhause die Hauptrolle spielt, wird auch darin deutlich, dass er der Einzige ist, der charakteristisch beschreibbar ist, während die Menschen um ihn herum eher blass bleiben. Da dies jedoch eine Geschichte ist, die allein vom Titel her darauf schließen lässt, dass der Hund der Hauptprotagonist ist, fällt es nicht weiter auf. Trotzdem wird die Leserschaft mit der Frage der Wertigkeit eines Tieres, im speziellen eines Hundes, konfrontiert. Sind materielle Güter von höherem Wert als ein Lebewesen, welches fühlt, lebt und Liebe zeigt? Wer tiefer in die Geschichte eintaucht, wird diese Frage für sich beantworten müssen.
Das Buch brilliert auch mit spannenden Entwicklungen oder gar Hindernissen, die zeitweise auf ein Neues bewältigt werden müssen und somit von Marek, Daria und Leonie eine klare Entscheidung forcieren. Wie weit ist ein Familienvater bereit zu gehen, um seiner Familie, vor allem seiner Tochter zu gefallen? Ist das Bild eines Vaters, der ein Held für seine Tochter darstellt auch heute noch zeitgemäß? Die Fragen nach Werten und die Suche nach Antworten ist in unserer heutigen Gesellschaft ein viel diskutiertes Thema und wird in diesem Buch als Sinnbild aufgegriffen.
Fazit: Ob das Buch nun eine Satire, ein modernes Märchen oder gar ein Eindruck von möglichen technischen Errungenschaften für die Zukunft, eine Fiktion ist, muss jeder Einzelne für sich entscheiden. Das Buch kann helfen, manche grundlegende Dinge zu überdenken.